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3371/2019

Darstellung der Sparten hier: Szenebericht Musik

Mitteilung Ausschuss 26.09.2019

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 08.10.2019, TOP 2.1

Mitteilung Ausschuss

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Anlage 3371-2019 Szenebericht Musik

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Mitteilung Ausschuss

1647 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/41 
 
Vorlagen-Nummer 26.09.2019 
 3371/2019 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 08.10.2019 
 
Darstellung der Sparten  
hier: Szenebericht Musik 
In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten 
Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, 
Literatur) die Möglichkeit zu geben, dem Ausschuss Kunst und Kultur regelmäßig über das Gesche-
hen, die aktuelle Situation und die Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten.“ Der Bericht soll – 
wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, wer die 
Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist. 
 
Entsprechend dem Beschluss hat die Verwaltung auch 2019 Vertreter der Sparte Musik um eine Dar-
stellung im oben genannten Sinne gebeten. Als Vorgabe wurde wiederum lediglich formuliert, dass 
der Bericht möglichst nicht drei Seiten überschreiten solle und dass erkennbar werden müsse, von 
wem der Bericht erstellt und wer in die Erstellung des Berichts einbezogen wurde. 
 
In der Anlage findet sich der in Abstimmung mit den Sprecherräten der Teilszenen Globale Musik, 
Elektronik und Klangkunst, Klassik, Neue Musik, Jazz und improvisierte Musik sowie Alte Musik er-
stellte Bericht. Die Verfasser sind die drei Vorstandsmitglieder der Initiative Freie Musik Köln e.V. 
(IFM e.V.) Thomas Gläßer, Tobias Kassung und Susanne Regel, die in der Sitzung dem Ausschuss 
für Rückfragen zur Verfügung stehen. 
 
 
 
 
Gez. Laugwitz-Aulbach

Anlage 3371-2019 Szenebericht Musik

11049 Zeichen

Spartenbericht Musik, Kulturausschuss des Rates der Stadt Köln, 8. Oktober 2019 
 
Allgemeiner Teil 
 
Der Kreativität der freien Szene, die durch ihre vielen Spitzenvertreter*innen und ihre hohe Qualität 
in der Breite landes- und bundesweit ausstrahlt, ist ein wesentlicher Faktor der Musikstadt Köln. Die 
freie Szene zeichnet sich durch ihre kulturelle und kreative Beweglichkeit, ihre Innovationsfreude 
und die Vielfalt individueller künstlerischer Ansätze aus. Sie ist Nährboden und Schauplatz einer 
fluiden und reaktionsschnellen Kreativität, individueller künstlerischer Initiative und engagierter 
kultureller Partizipation. Kölns freie Musikszene zeichnet sich aber nicht nur durch hohes Niveau, 
Beweglichkeit und Vielfalt aus, sondern steht auch in einem engen Verhältnis zu den Institutionen 
der Stadt und des Landes: U.a. rekrutieren die Klangkörper, Theater und Hochschulen in Stadt und 
Land (und darüber hinaus) aus der freien Szene Kölns einen substantiellen Teil der Musiker*innen 
für Produktionen und Vertretungen, Projekte und Lehre.  
 
Um den Musiker*innen, Akteur*innen und Projekten der freien Szene zu einer besseren Sichtbarkeit, 
sinnvollen und weniger prekären Arbeits- und Produktionsbedingungen sowie überregionaler und 
internationaler Vernetzung zu verhelfen, schlägt die Initiative Freie Musik (IFM) vor, die finanzielle 
Unterstützung der Projekte, Konzertreihen, Festivals und Institutionen der freien Szene durch die 
Stadt - wie im Kulturentwicklungsplan angedacht - mittelfristig fest an die Entwicklung des Budgets 
der städtischen Musikinstitutionen zu koppeln - und dabei bis 2030 sukzessive auf eine Quote von 
10% des städtischen Musiketats (Summe der laufenden Aufwendungen - ohne einmalige 
Investitionen - für die Bühnen der Stadt Köln / Anteil Oper, Gürzenich-Orchester, KölnMusik, Acht 
Brücken, Stadtgarten, ZAMUS, ON, Loft, Ensemble Musikfabrik, KGNM, Stadtmusik, Kölner 
Brauchtum sowie die gesamte Projektförderung) auszubauen. Derzeit liegt die Quote deutlich unter 
3% (1,3 Millionen, Stand 2017), die Projektförderung macht davon nur einen Bruchteil von einem 
knappen Viertel aus (300.000€, Stand 2017).  
 
Nachdem in den letzten Jahren bedeutende Institutionen der freien Szene (Stadtgarten, Loft, ON, 
ZAMUS, Musikfabrik, Lärmschutzfonds) von Stadt und Land gezielt unterstützt und gestärkt wurden, 
ist es im nächsten Schritt erforderlich, auch die direkt an die Musiker*innen und andere Akteure der 
freien Szene fließende Unterstützung planvoll und nachhaltig auszubauen, um die hohe Qualität und 
produktive Vielschichtigkeit (künstlerische Projekte und Entwicklungsvorhaben, Konzertreihen und 
Festivals) der freien Musikszene aufrechtzuerhalten, den Veränderungen der musikalischen und 
gesellschaftlichen Landschaft (Bedeutungsverschiebungen in der kulturellen Landschaft, Migration, 
inter- und transkulturelle Entwicklungen, Wandel in Förderlandschaft und Musikmarkt, steigende 
Lebenshaltungskosten) Rechnung zu tragen und neue Entwicklungen zu ermöglichen. 
 
Erster Schritt / Vorschläge Doppelhaushalt 2020/21 
 
 Umsetzung der Vorschläge der IFM für das aktuell in Arbeit befindliche Musikförderkonzept: 
 Erweiterung des Förderspektrums um die Sparten Globale Musik und Klassik 
 Diversifizierung der Förderinstrumente durch Einführung von fristfreier Kleinstförderung, 
Arbeitsstipendien und mehrjähriger Projektförderung (Ensembles. Reihen, Festivals etc.) 
 Erweiterung des Förderspektrums um neue Bereiche (Infrastruktur, 
Öffentlichkeitsarbeit, Beratung, Vermittlung, Produktion, Arbeitsstipendien) 
 Beteiligung eines von Kulturamt und IFM gemeinsam besetzten Musikbeirats an 
wesentlichen Förderentscheidungen 
 daraus ergibt sich die Notwendigkeit der kurzfristigen Erhöhung der im Bereich Musik zur 
Verfügung stehenden Mittel für Projektförderung um 300.000 € / Jahr 
 Erhöhung der Interessenvertretungsmittel zur organisatorischen Stärkung und 
Professionalisierung der freien Musikszene/n, ihrer Öffentlichkeitsarbeit und 
selbstorganisierten Strukturen um 60.000 € / Jahr 
 Entbürokratisierung der Projektförderung (Festbetragsförderung, fristfreie Kleinstförderung, 
vereinfachte Abläufe) 
 Entwicklung eines Gesamtkonzepts „Musikstadt Köln“

 Fortschreibung und transparente Weiterentwicklung des Leitprojekts zur Stärkung der freien 
Szene als Akteur der Stadtgesellschaft 
 
Zweiter Schritt / Perspektive 2025 
 
 Ausbau der Förderung der freien Szene auf 7,5% des städtischen Musiketats 
(Zwischenschritt zur Erreichung von 10% 2030) 
 Ausbau der Projekt-, Konzeptions- und Kleinstförderung auf 40% der Gesamtförderung der 
freien Musik-Szene (60% für die Institutionen der freien Szene, incl. Festivals) 
 Erhalt und Weiterentwicklung der Reihen- und Festivallandschaft 
 
Dritter Schritt / Perspektive 2030 
 
 Ausbau der Förderung der freien Szene auf 10% des städtischen Musiketats 
 noch zu definierende Perspektivprojekte (Kammermusiksaal, transdisziplinäres 
Produktionshaus, Entwicklung der Organisations- und Infrastruktur der freien Musik-Szene) 
 (Weiter-)Entwicklung von Festivalformaten für alle Musiksparten 
 
 
Die Teilszenen im Einzelnen 
 
ALTE MUSIK 
Potentiale Zentrum für Alte Musik (ZAMUS), Festival für Alte Musik, starke lokale Szene und 
herausragende und dynamische Ensemble-Landschaft, Zusammenarbeit mit Musikhochschule, 
Deutschlandfunk, WDR und dem neuen FELIX-Festival der Philharmonie 
Probleme drängendes Raum- und Standortproblem (ZAMUS), fehlender großer Probensaal 
Perspektiven Weiterentwicklung und finanzielle Ausstattung des Festivals für Alte Musik (ZAMUS) 
auf Augenhöhe mit FELIX-Festival, Standortsicherung und Ausbau des ZAMUS (zweiter 
Probensaal, Übezimmer), Professionalisierungs-Stipendium für neue Ensembles 
 
ELEKTRONIK & KLANGKUNST  
Potentiale legendäre Historie der Stadt im Bereich Elektronik und Klangkunst (Elektronische 
Studios, Pionierarbeit in zeitgenössischer und populärer Musik),vitale, künstlerisch starke und 
vielfältige Szene, enge Vernetzung und Zusammenarbeit mit Hochschule für Musik und Tanz / 
Elektronisches Studio, Kunsthochschule für Medien / Klanglabor und Reihe M 
Probleme fehlendes Festival für elektronische Künste (wie z.B. ars electronica), keine 
internationalen Leuchtturmprojekte, fehlender zentraler Veranstaltungs- und Produktionsort, keine 
szeneübergreifende Veranstaltungsplattform, fehlende Räume für Installationen und längerfristige 
Klangkunst-Projekte 
Perspektiven Neugründung transdisziplinäres Festival für elektronische Künste, szeneüber-
greifende Veranstaltungsplattform, Aufführungs- und Produktionsort mit Residenzprogramm, 
Erhöhung der Projektförderung und Schaffung längerfristiger Fördermöglichkeiten, 
Entwicklungsdialog mit Kulturverwaltung und -politik 
 
GLOBALE MUSIK 
Potentiale Sehr vielschichtige, vitale Szene mit lebendiger Verankerung in den migrantischen 
Communities. Hohes künstlerisches Potential in Breite und Spitze. Originelle Veranstaltungen und  
innovative Ansätze im Low-Budget-Bereich. Hohe Strahlkraft über Köln hinaus (Köln gilt trotz 
geringer Förderung als Hochburg der Globalen Musik). „Runder Tisch Globale Musik“ als Forum 
von freier Szene, Institutionen und Verwaltung.  
Probleme Der Reichtum der Szene wird bislang nicht richtig wahrgenommen, kommuniziert und 
gefördert. Vielfalt und Kleinteiligkeit werden nicht als Chance begriffen. Viele Musiker*innen fühlen 
sich von den bisherigen Vertretungen und Institutionen nicht repräsentiert. Keine gute Vernetzung. 
Teilweise Zugangsbarrieren wegen Sprache etc..

Perspektiven Fortsetzung des  am „Runden Tisch Globale Musik" mit „Global 
Diffusion“ begonnenen Prozesses zur Gründung eines innovativen internationalen Festivals. 
Stärkung der selbstorganisierten Szenevertretung. Entwicklung professioneller Werkzeuge und 
einer Organisationsstruktur für Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und (internationale) Vernetzung 
(Perspektive: Büro für Globale Musik und Veranstaltungsplattform). Aktualisierung 
gesellschaftlicher Teilhabe und  (Re-)Vitalisierung kultureller Ressourcen.  
 
JAZZ 
Potentiale vorbildlich in Qualität, Dichte und Lebendigkeit, bundesweit herausragende freie Szene 
im Bereich Jazz und improvisierter Musik (Ensembles, Kollektive, Konzertreihen, Spielstätten), 
hervorragende freie Spielstätten (Stadtgarten, LOFT, King Georg), enge Verbindung zum 
(inter)national ausstrahlenden Studiengang „Jazz und Popularmusik“ an der Hochschule für Musik 
und Tanz, starke Szeneplattform (Kölner Jazz Konferenz), Internetplattform jazzstadt.de 
Probleme: angesichts der Leistungsfähigkeit der Szene deutlich zu geringe Projektförderung, 
fehlendes internationales Festival 
Perspektiven Weiterentwicklung Kölns zu einer herausragenden internationalen Jazz-Metropole, 
Etablierung eines internationalen Festivals mit starker Verankerung in der lokalen Szene, 
substantielle Aufstockung der Projektförderung durch die Stadt Köln 
 
KLASSIK 
Potentiale hohes künstlerisches, international ausstrahlendes Niveau, große freie Szene 
klassischer Kammermusik, enge Verbindungen zur Musikhochschule und der Orchesterlandschaft 
der Stadt, 2017 neugegründete Szenevertretung (Initiative Klassik Köln) 
Probleme bislang kaum Zugang freier klassischer Musiker und Ensembles zur Projektförderung 
der Stadt, fehlende freie Konzertreihen, keine Proberäume, fehlender Kammermusiksaal 
Perspektiven zeitnahe und nachhaltige Erhöhung der freien Projektmittel und Einbeziehung der 
freien Klassik in die Projektförderung des Kulturamts, Einführung mehrjähriger Projektförderung für 
Reihen und Ensembles,  Kammermusikreihe als Schaufenster der Szene, Neu- oder Ausbau eines 
akustisch hervorragenden Kammermusiksaals 
 
NEUE MUSIK 
Potentiale starke und kreative freie Szene zeitgenössischer Musik, Verbindungen zur  Hochschule 
für Musik und Tanz und zum Ensemble Musikfabrik, starke Initiativen wie ON - Neue Musik Köln, 
KGNM, Kölner Initiative Musiktheater (KIM), enge Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten 
(WDR, Deutschlandradio) 
Probleme prekäre Situation vieler Einzelmusiker*innen, fehlende Projektmittel und Direktförderung 
von Kompositionsvorhaben, fehlende (mehrjährige Projektförderung) vor allem auch für Ensembles 
und längerfristige Projekte, zu geringe Berücksichtigung Kölner Komponist*innen in den 
Programmen der ortsansässigen Institute und Orchester,  
Perspektiven substantielle und nachhaltige Erhöhung der freien Projektmittel, Einführung von 
mehrjähriger Projektförderung für Ensembles, Strukturen und größere Projekte, Intensivierung der 
Zusammenarbeit mit den Orchestern und Institutionen, Lockerung der Spartentrennung zwischen 
den Referaten zur Erleichterung transdisziplinärer Produktionen, „Fördern, was es von sich aus 
schwer hat“ als Leitlinie der Förderpolitik fortschreiben 
 
Köln, den 20. September 2019   
Thomas Gläßer, Tobias Kassung, Susanne Regel (Vorstand IFM)  
 
in Abstimmung mit den Vertretter*innen der Teilszenen Alte Musik, Elektronik und Klangkunst, 
Globale Musik, Jazz, Klassik, Neue Musik

Beratungsverlauf (1)

08.10.2019 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3371/2019
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
26.09.2019
Erstellt
25.09.2019 11:19