1263/2017
Einwohneranfrage des Herrn Manfred Kreische vom 20.04.2017 betr. Bürgerbeteiligung in der Phase Erstellung eines IHK für Förderung (Soziale Stadt, EFRE etc.)
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Einwohnerfrage Kreische vom 20.04.2017 betr. Bürgerbeteiligung ...IHK
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20.04.2017 Seite 1 von 5 Dipl.-Ing. (FH) Manfred Kreische Kalk, den 20.04.2017 Kalker Hauptstraße 196-198 51103 Köln-Kalk Bezirksbürgermeister Kalk Herr BBM Marco Pagano Bezirksrathaus Kalk Bürgeramt Kalk Kalker Hauptstraße 247-273 51103 Köln Eingabe für Einwohnerfragestunde – gemäß § 39 der „Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen der Stadt Köln“ zur 22. Sitzung der Bezirksvertretung Kalk in der Wahlperiode 2014/2020 am Donnerstag, dem 27.04.2017 Thema: Bürgerbeteiligung in der Phase Erstellung eines IHK für Förderung (Soziale Stadt, EFRE etc.) Sehr geehrter Herr BBM Pagano, hiermit reiche ich die folgende Einwohnerfrage form- und fristgerecht (fünfter Arbeitstag vor der Sitzung – bis 12.00 Uhr) zur o.g. BV-Sitzung ein. Vorbemerkung / Erläuterung zur Frage bzw. der 5 Unterfragen: Als stellvertretendes Beispiel: Für den Beschluss zu Grüne Infrastruktur (GI) Köln Integriertes Handlungskonzept "Vielfalt vernetzen" (4247/2016) gelten folgende Vorgaben der Fördergeber: Quelle: OP EFRE NRW: „Der ganzheitlich-integrative, multifunktionale Ansatz von GI, wie die gemeinsame Berücksichtigung der Aspekte Umwelt, Gesundheit und soziale Lage, führt zu mehr Umweltgerechtigkeit. Die Attraktivität eines Quartiers, einer Stadt und des Stadtumlandes kann durch GI für alle Bevölkerungsgruppen gesteigert werden. Die physische Verbindung von GI Komponenten in einem Gebiet liefert relevante Synergien im Bereich der Ökosystemleistungen und die funktionale Verknüpfung von GI Projekten mit Akteursgruppen, z.B. über Partizipation, liefert wichtige Anknüpfungspunkte zu Angeboten der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Durch die Entwicklung von GI Projekten, die insbesondere Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten und von Ausgrenzung bedrohten Schichten Naturerleben ermöglichen, kann die Integration gefördert und ein Beitrag zum sozialen Ausgleich und zur Vermittlung von Kompetenzen für die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung geleistet werden.“ Sitzung der Bezirksvertretung Kalk am 27.04.2017, TOP 1.2 1263/2017 20.04.2017 Seite 2 von 5 Quelle NRW KULNV: Wie versteht der Aufruf den Einbezug der Zivilgesellschaft und Partizipation zur Erarbeitung und Umsetzung eines IHK GI? Zur Erarbeitung eines IHK GI ist neben frühzeitiger verwaltungsinterner, interdisziplinärer Kooperation auch die Beteiligung der Öffentlichkeit wichtig (1). Laut OP EFRE NRW muss insbesondere die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft an der Erarbeitung und Umsetzung der IHK dargestellt werden. Die Kooperation, welche zwischen verschiedenen Akteuren zur Erstellung des IHK stattgefunden hat, ist darzulegen (z.B. kommunale Akteure / Fachbereiche, Natur- und Umweltverbände, Biologische Stationen, Schulen, Kindergärten, Vereine…). Dazu kann, beispielsweise bei Fortschreibung/ Ergänzung eines bestehenden IHK für Teilräume oder den Gesamtraum des IHK GI, an bestehende Netzwerke und frühere Beteiligungsprozesse angeknüpft werden. In diesem Zusammenhang ist darzulegen, wann und für welche Teilaspekte/ Teilräume eines IHK bereits früher eine Beteiligung erfolgt ist. Zur Umsetzung eines IHK GI ist für jedes Projekt ein Partizipationskonzept (Wer?, Wie?, Wann?, Warum?) zu erstellen. Es ist zu beschreiben wie die beteiligten und zu beteiligenden Akteure identifiziert (Wer?), mittels geeigneter Methoden (Wie?) involviert und zum jeweils bestmöglichen Zeitpunkt im Planungsprozess (Wann?) eingebunden werden bzw. waren, und zwar auch im Hinblick auf die Einbeziehung der anvisierten primären Zielgruppen des OP EFRE NRW. Die Konzepte sind argumentativ zu begründen (Warum?). (1) Zur Erarbeitung der integrierten Handlungskonzepte wird wegen der Analogie auf die Arbeitshilfe für Kommunen für integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte in der Städtebauförderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hingewiesen. Die Ausweisung einer formalen Gebietskulisse nach BauGB ist für ein IHK GI nicht erforderlich. http://www.bmub.bund.de/service/publikationen/downloads/details/artikel/integrierte-staedtebauliche- entwicklungskonzepte-inder-staedtebaufoerderung/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=918 20.04.2017 Seite 3 von 5 Einwohnerfrage: Warum wird eine Bürgerbeteiligung bei der Erstellung von Integrierten Handlungskonzepten nicht durchgeführt? a) Warum wurde eine Beteiligung der Zivilgesellschaft, der Nicht-Fach-Öffentlichkeit für das IHK zu GI nicht durchgeführt? b) Ist es zutreffend, dass sich dieses bisher bei allen IHK, insbesondere zu den Sozialräumen durchzieht? c) Was versteht die Verwaltung hierbei eigentlich unter Bürger-/Öffentlichkeits- Beteiligung gemäß des beigefügten 5-Stufen Modells aus Wikipedia (Anlage) oder eines anderen Modells? d) Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesem Mangel, wie kann er nachträglich geheilt werden? e) Warum werden die Erkenntnisse aus dem Netzwerk „Soziale Stadt NRW“, bei dem die Stadt Köln Mitglied ist und durch eine Mitarbeiterin der Verwaltung vertreten wird, nicht berücksichtigt sowie insbesondere der Politik, den Fachausschüssen nicht mittels regelmäßigen Rechenschaftsberichten zur Kenntnis gebracht? Mit freundlichen Grüßen & Kalk frei gez. Kreische Manfred Kreische 20.04.2017 Seite 4 von 5 Anlage: Auszug aus Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerbeteiligung „Spektrum der Bürgerbeteiligung Ebenen der Bürgerbeteiligung[9] ➚ Zunehmender Grad der Beteiligung 5 ermächtigen (engl. empower) 4 kooperieren (engl. cooperate) 3 einbeziehen (engl. involve) 2 konsultieren Rat einholen (engl. consult) 1 informieren (engl. inform) Ebenen der Bürgerbeteiligung mit zunehmendem Bürgereinfluss – vom Informieren zum Ermächtigen Bürgerbeteiligung wird als „Spektrum“ dargestellt und in Verfahren mit wachsender Einflussnahme der Bürgerschaft gegliedert,[9] mit zunehmenden „Stufen“ der Beteiligung. Das Spektrum reicht von der Information bis zur Übertragung von Verantwortung – vom Informieren zum Ermächtigen. Bei der Ermächtigung gilt als Ziel, die letzte Entscheidung in die Hände der Bürgerschaft zu legen und es gibt das Versprechen, all genau das einzuführen, was die Bürger entschieden haben. Ausgewogene und objektive Informationen sind die Grundlage der Bürgerbeteiligung. Nachfolgend kann die Öffentlichkeit um Rat gebeten werden, ihre Einwände als Analyse, Alternative oder andere Entscheidungen vorzutragen. Strukturierte Bürgerbeteiligung bezieht alle Bestrebungen und Bedenken der Bürger ein und stellt sicher, dass im Beteiligungsverfahren alles verstanden und berücksichtigt wird. Bei einer weiterentwickelten Form der Bürgerbeteiligung handeln Politik und Verwaltung als Partner der Bürger, die zusammen als Bündnis an Alternativen arbeiten und eine bevorzugte gemeinsame Lösung finden. (vgl. Kooperation) Empowerment als weitreichendste Form der Bürgerbeteiligung entspricht in dieser Einteilung der größten Einflussnahme, Mitbestimmung der Bürger – vgl. Demokratie (altgriechisch Δημοκρατία, deutsch ‚Herrschaft des Volkes‘, von δῆμος dēmos ‚Volk‘ und -kratie: κρατία kratía ‚Herrschaft‘): „Demokratie – Staatsform, in welcher das ‚Volk‘ (griech. demos), d. h. die Gesamtheit der vollberechtigten Bürger, nicht ein Einzelner oder eine kleine Gruppe Mächtiger, die Staatsgewalt innehat. In der Vormoderne war die Demokratie eine Ausnahmeerscheinung die Mitbestimmungsrechte waren … beschränkt … und galten als Privileg spezieller Gruppen. Erst die moderne Demokratie, die sich nach der Amerikanischen und Französischen Revolution durchzusetzen begann, gewährte die Politischen Rechte als [Bestandteil] der Menschenrechte, deren Garantie eine der Hauptaufgaben des demokratischen Staates wurde.“ 20.04.2017 Seite 5 von 5 – GEORG KREIS, ANDREAS SUTER[10] Noch heutzutage wird ein „Ehernes Gesetz der Oligarchie“ bei parteipolitisch geprägter Demokratie und Bürgerbeteiligung beschrieben, eine „Repräsentations- und damit auch Partizipationslücke“ – „Es besteht die Gefahr, dass [die] Interessen [der Wähler, Nichtwähler und Partei[en]mitglieder] nicht mehr durch die gewählten Politiker repräsentiert werden. Eine Repräsentations- und damit auch Partizipationslücke zwischen Bevölkerung und Politik wird sichtbar“.[11] Zunehmender Grad der Beteiligung / Ebenen der Bürgerbeteiligung[9] vom Informieren zum Ermächtigen (Empowerment) Informieren (engl. inform) Konsultieren (engl. consult) Einbeziehen (engl. involve) Kooperieren (engl. cooperate) Ermächtigen (engl. empower) Ziele der Beteiligung Ausgewogene und objektive Informatione n, um die Öffentlichkeit zu unterstützen im Verständnis der Probleme, Alternativen, Möglichkeite n und/oder Lösungen. Einholen einer Rückmeldung durch die Öffentlichkeit zu Analyse, Alternativen und/oder Entscheidunge n. Direkte Zusammenarbe it mit der Öffentlichkeit während des gesamten Prozesses, um sicherzustellen, dass die öffentlichen Anliegen und Erwartungen konsequent verstanden und berücksichtigt werden. Partnerschaft mit der Öffentlichkeit in jedem Aspekt der Entscheidunge n, einschließlich der Entwicklung von Alternativen und Auswahl bevorzugter Lösungen. Endgültige Entscheide in den Händen der Öffentlichkeit . Versprechen an die Gesellschaf t Wir halten Sie auf dem Laufenden. Wir halten Sie auf dem Laufenden, hören Ihnen zu, anerkennen Ihre Anliegen und Erwartungen, und teilen Ihnen mit, wie Ihre Anregungen die Entscheidunge n beeinflusst hat. Wir arbeiten mit Ihnen, um sicherzustellen, dass Ihre Anliegen und Wünsche direkt in die entwickelten Alternativen einbezogen werden und geben Ihnen Rechenschaft darüber, wie Ihre Anregungen die Entscheidungen beeinflusst hat. Wir suchen Ihren Rat und Kreativität bei Formulierung von Lösungen und integrieren Ihre Ratschläge und Empfehlungen (so weit wie möglich) in die Entscheidunge n. Wir setzen das um, was Sie entschieden haben.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1263/2017
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 20.04.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27