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2008/0290

Ricarda-Huch-Preis 2008

Magistratsvorlage 11.06.2008

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2008/0290

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2008/0290

3680 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
20.06.2008 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat I  
 
Amt: Kulturamt  
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
 
 
 
Nichtöffentlich:    
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2008/0290 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Ricarda-Huch-Preis 2008 
 
Vorlage vom: 11.06.2008 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Magistrat stimmt der Verleihung des Ricarda-Huch-Preises 2008 an die Schriftstellerin und 
Reporterin Hanna Krall zu. 
 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 11.06.2008 
 
Die Stadt Darmstadt verleiht seit 1978 alle drei Jahre in Erinnerung an die große deutsche Dichterin 
und Schriftstellerin den mit 10.250,00 Euro dotierten Ricarda-Huch-Preis. Errichtet in Gedanken an 
den Volksaufstand vom 17. Juni war der Preis zunächst für Schriftstellerinnen und Schriftsteller 
gedacht, die in ihrem Werk das Bewusstsein der Deutschen von der Einheit der Nation wachhielten. 
Seit 1992 wurde er modifiziert und erweitert auf Inhalte, die die Ideale der Humanität und 
Völkerverständigung als Werte der historisch - kulturellen Identität der europäischen Gesellschaft 
fördern. 
 
Die Jury tagte am 29. Mai 2008. Das Auswahlgremium hat einvernehmlich entschieden, dass mit dem 
Ricarda-Huch-Preis 2008 die polnische Journalistin und Schriftstellerin  
 
               Hanna Krall  
 
ausgezeichnet werden soll. Hanna Krall überlebte als verstecktes Kind den Nazi-Terror. Ihre 
journalistische Tätigkeit begann Mitte der 50-er Jahre. Ab 1966 arbeitete sie für das politische 
Wochenmagazin ‚Polityka’. Aus Protest gegen die Erklärung des Kriegsrechts am 13.12.1981 
beendete Krall die Arbeit bei ‚Polityka’ und erhielt Berufsverbot. Als freie Autorin und Schriftstellerin 
beschäftigt sich Hanna Krall im Schwerpunkt mit der Rekonstruktion der Geschichte der Juden im 20. 
Jahrhundert.  
 
Die Entscheidung der Jury wird wie folgt begründet: 
 
„In einer luziden, nie sentimentalen Sprache gibt die 1937 in Warschau geborene Schriftstellerin und 
Reporterin Hanna Krall den Vergessenen ihre Geschichte zurück: den polnischen Juden. Es ist auch 
ihre eigene Geschichte, die gekennzeichnet ist durch Zensur und Ausgrenzung, aber auch den Mut 
der Autorin, sich zu widersetzen. Hanna Kralls Gedächtnisprosa, offenkundig an Kafka geschult, 
konfrontiert das Recht des einzelnen Menschen auf Unschuld mit der Grausamkeit seines konkreten 
Schicksals: Sowohl für die Vernichteten wie auch für die Überlebenden, für Täter wie Opfer, hat 
Hanna Krall eine Sprache gefunden, deren Genauigkeit auf den ersten Blick erbarmungslos scheinen 
mag – aber darin genau erweist sich ihre Humanität. Hanna Kralls Literatur ist Erinnerung an die 
Opfer der Vernichtung und ein Menetekel für die europäische Politik des 21. Jahrhunderts, deren 
größte Herausforderung darin besteht, den neuen Ausgrenzungsbemühungen entgegenzutreten.“ 
 
Der Jury gehörten an: 
 
Oberbürgermeister Walter Hoffmann    - Jury- Vorsitzender 
Stadtv. Ruth Wagner    - Vorsitzende des Ausschusses 
  für Kultur und Wissenschaft 
Ina Hartwig       - unabhängige Literaturkritikerin 
Frauke Meyer-Gosau      - unabhängiger Literaturkritikerin 
 
Satzungsgemäß findet die Preisverleihung am 3. Oktober 2008 in Darmstadt statt. 
 
Darmstadt, 11.06.2008 
41 200100 Ar 
 
Der Dezernent I 
 
 
 
Walter Hoffmann 
Oberbürgermeister

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Details

Vorlagen-Nr.
2008/0290
Typ
Magistratsvorlage
Datum
11.06.2008
Erstellt
29.09.2026 00:00