Konzept für die Höhenentwicklung zukünftiger Bauvorhaben für den Bereich der "Inneren Stadt"
Mitteilung Ausschuss 2640/2022 vom 29.08.2022
Stand: Am 29.09.2022 im Stadtentwicklungsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/61/0 61/0 Tenb Az Vorlagen-Nummer 29.08.2022 2640/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 01.09.2022 Konzept für die Höhenentwicklung zukünftiger Bauvorhaben für den Bereich der "Inneren Stadt" Gemäß Beschluss des Hauptausschusses zum politischen Antrag AN 0384/2020 vom 26.03.2020 informiert die Verwaltung über den aktuellen Sachstand der Bearbeitung. Mit der beigefügten ANLAGE 1 werden unter den folgenden drei Themenblöcken die hierfür zentralen Inhalte zusam- mengefasst sowie der strategische Ansatz und die Methodik der weiteren Vorgehensweise darge- stellt: 1 Höhenentwicklung in Köln – Anlass und Grundlagen Köln wächst und der Bedarf, sich mit den verschiedenen Formen der Nachverdichtung zu befassen, spiegelt sich u.a. in den aktuellen Hochhausvorhaben im Stadtgebiet wider (s. Anlage Pkt. 1.1). Die Bestandsaufnahme der vorhandenen Hochhäuser (s. Anlage Pkt. 1.2) verdeutlicht, dass in Köln - vergleichbar mit anderen europäischen Metropolen - in den letzten 100 Jahren verschiedene Hoch- häuser realisiert wurden: Die solitären Hochpunkte der 1920er Jahre, die Großprojekte der 1970er Jahre, aber auch die Debatte um das Weltkulturerbe Kölner Dom rund um die Jahrtausendwende zeigen die verschiedenen Planungsetappen auf. Vor dem Hintergrund der sich stets wandelnden Herausforderungen der Stadtentwicklung gilt es nun für den Betrachtungsraum "Innere Stadt" bis zum Äußeren Grüngürtel ein Höhenentwicklungskonzept zu erarbeiten. Hierbei sind die vorhandenen Konzepte (s. Anlage Pkt. 1.3) zu berücksichtigen und im Sinne einer kontinuierlichen Planungskultur fortzuschreiben: Verbindliche Steuerungsinstrumente Pufferzone 2006, Höhenkonzept 2007 und Ringkonzept 2009 Diese differenzierten und wegweisenden Regelwerke zur Höhenentwicklung in der Innenstadt bis einschließlich der Ringstraßen stellen die beschlossene Grundlage dar und setzen den Schwer- punkt auf den Schutz des UNESCO Weltkulturerbes Kölner Dom und die Romanischen Kirchen. Rahmengebende Konzepte Städtebaulicher Masterplan Innenstadt und Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030+" Über die verschiedenen Testentwürfe zeigt der Masterplan Potentialbereiche für städtebauliche Entwicklungen auf, welche konzeptionell einzubeziehen sind. Das räumliche Leitbild der Stadtstra- tegie gibt den übergeordneten Rahmen für die Entwicklung von Köln. Davon abgeleitet stellen der KölnKatalog und das künftige Höhenentwicklungskonzept Innere Stadt zwei wichtige Steuerungs- instrumente für eine wachsende Metropole dar. 2 Gez. Greitemann 2 Höhenentwicklungskonzept Innere Stadt – Status Quo Zu Beginn wurden in IV/2020 verschiedene europäische Metropolen - wie z.B. Berlin, München und Wien - in Bezug auf ihre Instrumente und Konzepte zur Steuerung der Höhenentwicklung recherchiert und analysiert (s. Anlage Pkt. 2.1). Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde dann als Auftakt am 17.04.2021 ein Fachsymposium durchgeführt. Zentrale Fragestellung war, welches Instrument Köln benötigt, um gleichermaßen das UNESCO Weltkulturerbe zu schützen sowie den Herausforderungen einer wachsenden Metropole gerecht zu werden und verbindlich den eigenen Anspruch an eine quali- tätsvolle Planung und Umsetzung zu formulieren. Unter den Überschriften Metropole, Erbe und An- spruch wurden gemeinsam mit Vertreter*innen der Fachwelt sowie der Stadtverwaltung Chancen und Grenzen einer möglichen Nachverdichtung für Köln diskutiert (s. Anlage Pkt. 2.2). Anschließend wurden die Ergebnisse ausgewertet und daraus ableitend Arbeitshypothesen (s. Anlage Pkt. 2.3) und ein strategischer Ansatz formuliert. 3 Strategischer Ansatz – Prozess und Methodik Um das Höhenentwicklungskonzept Innere Stadt kontinuierlich voran zu bringen, gleichzeitig aber auch in Bezug auf aktuelle Hochhaus-Vorhaben bereits jetzt handlungsfähig zu sein, soll iterativ ge- arbeitet werden. Dadurch können Teilergebnisse bereits gesichert und zügig angewendet werden. Das Höhenentwicklungskonzept soll daher in zwei Schritten erarbeitet werden: Qualitative Ebene: Qualitätsstandards In einem ersten Schritt soll die qualitative Ebene geklärt werden: Hierzu werden generell geltende Qualitätskriterien definiert und verabschiedet, um städtebauliche Entwicklungen zu fördern und aktu- elle Hochhausprojekte stadtweit steuern zu können. Dies beinhaltet eine projektbezogene Standort- prüfung sowie im Weiteren Vorgaben zu Qualifizierungsverfahren mit definierten Qualitätskriterien zu den Themen Gestaltung, Klima, Mobilität und Nutzung. Ein vergleichbares Vorgehen wurde bereits im Inneren Grüngürtel angewendet: Die so genannten „Spielregeln“ formulieren einheitliche Qualitätskri- terien, welche als Anforderung bei den verschiedenen Wettbewerbsverfahren für die städtebaulichen und hochbaulichen Entwicklungen einfließen. Räumliche Ebene: Zonenplan Parallel dazu wird in einem zweiten Schritt die räumliche Ebene geklärt. Aufbauend auf den bereits vorhandenen Konzepten für die Höhenentwicklung der Innenstadt wird für den verbleibenden Bereich der Inneren Stadt, d.h. innerhalb des Äußeren Grüngürtels, ein Zonenplan erarbeitet. In diesem Plan soll die weitere Höhenentwicklung über Positiv- und Negativzonen räumlich gegliedert werden. Dabei sind ein geeigneter Detaillierungsgrad, eine geeignete Steuerungsschärfe sowie Höhengrenzen zu definieren. Das Ergebnis der qualitativen Ebene soll der Politik spätestens im ersten Quartal 2023 zur Beschluss- fassung vorgelegt werden. Somit können bereits kurzfristig verbindliche Qualitätskriterien in den lau- fenden Projekten zugrunde gelegt werden. Parallel hierzu wird der Prozess für die Auseinanderset- zung mit der räumlichen Ebene und die Vorbereitung des Zonenplans voran gebracht. Derzeit wird davon ausgegangen, dass dieser Prozess komplexer ist und einer umfassenderen Vorbereitung be- darf. Ziel ist, im vierten Quartal 2023 hierzu eine Grundsatzentscheidung herbei zu führen. Der Erar- beitungsprozess insgesamt wird als lernenden Systems verstanden. Hierfür werden die Erkenntnisse aus beiden Strängen - die räumliche und die qualitative Ebene - kontinuierlich miteinander rückge- koppelt und fließen in die Bearbeitung mit ein. Ausgangspunkt sind der politische Beschluss, die vor- handenen und verbindlichen Planungsgrundlagen sowie die Ergebnisse des Fachsymposiums. Der Diskurs mit der Fachöffentlichkeit und der Politik sowie eine transparente Kommunikation mit der Stadtgesellschaft werden dabei über verschiedene Beteiligungsformate sichergestellt. 3 Gez. Greitemann -
Anlage 1- Konzept Höhenentwicklung.
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 1 ANLAGE 1 zur Mitteilung im Stadtentwicklungsausschuss Höhenentwicklungskonzept Innere Stadt Metropole - Erbe - Anspruch Sachstand III/2022 Dezernat für Planen und Bauen Stadtplanungsamt 61 Folie 3 1| Einführung und Ziele AN/0384/2020 Die Verwaltung wird beauftragt: 1. Konzept für Höhenentwicklung innerhalb des Äußeren Grüngürtels („Innere Stadt“) Erweiterter Betrachtungsraum LINKSRHEINISCHE INNENSTADT „INNERE STADT“ ÄUßERER GRÜNGÜRTEL Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 2 Inhalt Höhenentwicklung in Köln Anlass und Grundlagen Höhenentwicklung für die Innere Stadt Status Quo Strategischer Ansatz Prozess und Methodik 1 2 3 3 7 12 Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 3 Aktuelle Hochhaus-Vorhaben Bestehende Hochhäuser und Kirchen Vorhandene Konzepte zur Steuerung 1.1 1.2 1.3 4 5 6 Köln wächst und der Bedarf, sich mit den ver- schiedenen Formen der Nachverdichtung zu be- fassen, spiegelt sich u.a. in den aktuellen Hoch- hausvorhaben im Stadtgebiet wider. Die Bestandsaufnahme der vorhandenen Hoch- häuser verdeutlicht, dass in Köln - vergleichbar mit anderen europäischen Metropolen - in den letzten 100 Jahren verschiedene Hochhäuser realisiert wurden: Die solitären Hochpunkte der 1920er Jahr, die Großprojekte der 1970er Jah- re, aber auch die Debatte um das Weltkulturer - be Kölner Dom rund um die Jahrtausendwende zeigen die verschiedenen Planungsetappen auf. Vor dem Hintergrund der sich stets wandelnden Herausforderungen der Stadtentwicklung gilt es nun für den Betrachtungsraum „Innere Stadt“ ein Höhenentwicklungskonzept zu erarbeiten. Hier- bei sind die vorhandenen Konzepte zu berück- sichtigen und im Sinne einer kontinuierlichen Planungskultur fortzuschreiben. 1 Höhenentwicklung in Köln Anlass und Grundlagen Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 4 aktuelle HH-Vorhaben >110 m 70-110 m <70 m Standorte in Diskussion 2b 5a 2a 4 1c 1a 1d 3 1.1 Aktuelle Hochhaus-Vorhaben *Es handelt sich hier sinngemäß um die bereits öffentlichten Vorhanden bzw. um solche Projekte die bereits mit Beschluss bekannt sind. Teilweise befinden sich die Projekte noch in einer sehr frühen Phase der Planung oder es findet erst noch ein Wettbewerb statt. Aus diesem Grund sind die Höhenannahmen nicht bindend. Sie dienen lediglich einem groben ersten Überblick über die max. Höhe. 1b Bezirk/Nr. 1a 1b 1c 1d 2a 2b 3 4 5a 9 9a 9b 9c 9d 9e 9f Objekt/Adresse Deutzer Hafen (Standorte gemäß integriertem Plan) Campus Colonius Nord LVR-Neubau am Ottoplatz Hochhauspunkt Siegburger Str. Sechtemer Str./Bonner Straße Bahnstraße (Rodenkirchen) Justizzentrum Bezirk Ehrenfeld (Standorte in Diskussion) Hochhaus der DEVK Mülheimer Süden: Euroforum West (Cologneo II) Euroforum West (Cologneo II) Deutz-Areal Deutz-Areal Lindgens-Areal Otto-Langen-Quartier Höhe <80m <80m <70m <60m <60m <40m <110m <80m <150m s.u. <100m <65m <65m <65m <65m <65m 9a9c9b 9d 9f 9e Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 5 1.2 Bestehende Hochhäuser und Kirchen Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 Objekt/Adresse Fernsehturm Colonius Kölner Dom Kölnturm (Mediapark 8) Colonia-Haus (An der Schanz 2) Uni-Center (Luxemburgerstr. 124) TÜV Rheinland (Am Grauen Stein) Ringturm (Theodor-Heuss-Ring 1) Land-/Amtsgericht (Luxemburgerstr.101) Kölntriangle (Ottoplatz 1) Herkules-Hochhaus (Graeffstr. 1) Deutschland Radio (Raderberggürtel) Telekom AG (Innere Kanalstraße 98) Lanxess Tower (Kennedyplatz) An der Fuhr 4 Klinikum Lindenthal Messeturm DKV-Versicherung (Aachener Str. 300) Rheinsternhaus (Mevissenstraße 16) Wohnheim der Sporthochschule Bonner Straße 211 Türnicher Straße 5-7 Wohnheim an der FH (Deutzer Ring 5) West-Center (Venloer Straße 601–603) Allianz Wohnpark (Krohstraße 4) Konrad-Adenauer-Straße 72–82 Wohnhochhaus Kierbergerstraße 15 Wohnhochhaus an der Schanz 1 Wohnhochhaus In der Kreuzau 2–4 Görlinger Zentrum 3 Belfortstraße 9 Mainstraße 38 Wohnturm „Opal“ (Am Faulbach) Hansahochhaus ABC-Tower (Ettore-Bugatti-Str. 6–14) Alte Brühler Straße 8 An der Fuhr 3 Wiener Weg 4 Premier Inn Hotel (Perlengraben 2) Kranhaus Süd (Im Zollhafen) Kranhaus 1 (Im Zollhafen) Kranhaus Nord (Im Zollhafen) Wohnhochhaus Krohstraße 2 Wohnhochhaus Riehler Straße 200 Messehochhaus/ koelnmesse Millennium, Zurich (Deutzer Allee 1) Ringkarree (Hohenzollernring) Arbeitsamt (Luxemburger Straße 121) Raderthalgürtel 5–11 Buschweg 23 Im Falkenhorst 2–10 Konrad-Adenauer-Ufer 79–81 Wohnheim Deutz-Kalker-Straße 118 Wohnhochhaus Wiener Platz 2 Gerling-Hochhaus (Gereonshof) Deutsche Telekom (Sternengasse 13) DKV-Neubau (Scheidtweilerstraße 4) Ameron Hotel (Melatengürtel 15) Höhe [m] 266 157 148 147 133 112 109 105 103 102 102 99 95 95 89 85 84 82 77 76 75 75 74 73 71 70 70 68 68 68 68 67 65 65 64 64 64 64 62 62 62 63 61 61 60 58 57 57 57 57 57 57 57 56 55 55 50 Jahr 1981 1880 2001 1973 1973 1974 1973 1981 2006 1972 1975 1978 1969 1969 1971 1928 1966 1973 1973 1971 1979 1979 1973 1973 1973 1965 1976 1973 1967 n.a. 2018 2018 1925 2003 1974 1974 1971 n.a. 2010 2008 2009 1973 1976 1964 2019 2001 1982 1970 n.a. 1969 1972 1974 1960 1953 1965 2005 2005 >110 m >110 m 70-110 m 70-110 m <70 m <70 m vorhandene Hochhäuser Kirchen/Moscheen etc. 06 03 04 05 49 34 32 28 30 33 40 39 41 42 43 44 4546 47 48 51 52 53 54 57 55 56 38 29 26 19 12 13 08 10 09 15 16 17 18 20 21 22 23 24 07 27 02/Dom 01/Colonius Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 6 Städtebaulicher Masterplan Innenstadt Verbindliche Steuerungsinstrumente Rahmengebende Konzepte Räumliches Leitbild u. Kölner Perspektiven 2030+ Sichtachsenplan 1.3 Vorhandene Konzepte zur Steuerung Höhenkonzept 2007 Ringkonzept 2009 Pufferzone 2006 Köln verfügt über eine Vielzahl an Konzepten zur Steuerung der städtebaulichen Entwicklung. Rahmen gebende Instrumente sind hierbei u.a. der Städtebauliche Masterplan Innenstadt und die Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+. Als verbindliches Instrument ist das beschlos - sene Höhenkonzept 2007 zu nennen, welches die bauliche Entwicklung zum Schutz des Welt- kulturerbes Kölner Dom sowie der romanischen Kirchen im Betrachtungsraum einschließlich der Ringstraßen regelt. Für den gesamten Gel- tungsbereich gilt hier eine max. Traufhöhe von 22,50m. Ergänzend hierzu wurde das Ringkon - zept 2001 überarbeitet und um Maximalhöhen, bezogen auf die Geschossigkeiten beidseitig der Ringstraßen, ergänzt. Als Teil des Höhen - konzepts wurde die Ergänzung im Jahr 2009 be- schlossen. Die bereits 2006 verabschiedete Puf- ferzone regelt (Beteiligungsverfahren) gemäß UNESCO Konvention zusätzlich die Bewertung von Baumaßnahmen in diesem Bereich, um ne- gative Auswirkungen auf das Weltkulturerbe Köl- ner Dom zu verhindern. Der Sichtachsenplan, ursprünglich Bestandteil des nicht beschlosse - nen Hochhochhauskonzepts 2003, war in die- sem Kontext die Idee für die Stadtbild-Verträg- lichkeits-Untersuchung (RWTH Aachen) und ist seitdem anerkannte Grundlage bei der Bewer- tung von Hochhausprojekten, um das bauliche Erbe von Köln zu schützen. Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 7 2 Höhenentwicklung Innere Stadt Status Quo Ergebnisse der Recherche Fachsymposium April 2021 Arbeitshypothesen 2.1 2.2 2.3 8 10 11 Zu Beginn wurden in IV/2020 verschiedene europäische Metropolen - wie z.B. Berlin, Mün- chen und Wien - in Bezug auf ihre Instrumen- te und Konzepte zur Steuerung der Höhenent - wicklung recherchiert und analysiert. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde dann als Auftakt am 17.04.2021 ein Fachsymposium durchgeführt. Zentrale Fragestellung war, welches Instrument Köln benötigt, um gleichermaßen das UNESCO Weltkulturerbe zu schützen sowie den Heraus - forderungen einer wachsenden Metropole ge- recht zu werden und verbindlich den eigenen Anspruch an eine qualitätsvolle Planung und Umsetzung zu formulieren? Unter den Über- schriften Metropole, Erbe und Anspruch wur- den gemeinsam mit Vertreter*innen der Fachwelt sowie der Stadtverwaltung Chancen und Gren- zen einer möglichen Nachverdichtung für Köln diskutiert. Anschließend wurden die Ergebnisse ausgewertet und daraus ableitend Arbeitshypo - thesen und ein strategischer Ansatz formuliert. Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 8 2.1 Ergebnisse der Recherche In der Recherche wurde deutlich, dass es zwei Grundsätze gibt. Diese Grundsätze werden auf den nächsten beiden Seiten als Grafiken verdeutlicht. Einer der beiden Grundsätze be- inhaltet das Thema „proaktiv“ und „restriktiv“. Frankfurt hat bspw. eine „proaktive Haltung“ zur Hochhausentwicklung und betreibt eine gezielte Hochhausentwicklung zur Profilierung des Stadt- bildes. In München hingegen besteht ein restrik- tives Vorgehen bei dem weite und vor allem zen- trale Teile des Stadtbildes von Hochhäusern frei gehalten werden mit dem Ziel, die bestehende Stadtsilhouette zu erhalten. Frankfurt Basel Düsseldorf Berlin Wien Karlsruhe München Stadtgestalterische Betrachtung proaktiv/ akzentuieren restriktiv/ schützen H Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 9 „offener“ Zonenplan projektbezogene Anwendung des Kriterienkatalogs für potentiell geeignete Standorte/ Positivflä- chen Ausweisung von Schutzgebieten/ Negativflächen „definierter“ Zonenplan stadtraumbezogene Anwendung flächendeckende Ausweisung von Zonen mit definierten Qualitäts- kriterien 1. 2. 3. Kriterien 1. 2. 3. Zone A 1. 2. 3. Zone B 1. 2. 3. Zone C Lorem ipsum Ergebnisoffener Diskurs 1. 2. 3. Kriterien 1. 2. 3. Kriterien 1. 2. 3. Zone A 1. 2. 3. Zone B 1. 2. 3. Zone C Lorem ipsum Ergebnisoffener Diskurs 1. 2. 3. Zone A 1. 2. 3. Zone B 1. 2. 3. Zone C Der zweite Grundsatz setzt sich aus einem „de- finierten-“ und „offenem Zonenplan“ zusammen. München verwendet hierzu bspw. eine „klein - teilige Steuerung“ bzw. detaillierte Zonen. Und Berlin verfolgt eine Strategie mit einer groben Steuerung mit wenigen Ausschlusszonen. Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 10 2.2 Fachsymposium April 2021 Themenschwerpunkte Auf Basis dieser Recherche wurde in einem weiteren Schritt am 17.04.2021 ein Fachsym- posium durchgeführt, um inhaltliche Eckdaten für die weitere Bearbeitung zu definieren. Un- ter den Überschriften Metropole, Erbe und An- spruch wurden gemeinsam mit Vertreter*innen der Fachwelt sowie der Stadtverwaltung Chan - cen und Grenzen einer möglichen Nachverdich- tung in Köln diskutiert. Aufbauend auf den vor- handenen, beschlossenen Planungskonzepten wird ein Höhenentwicklungskonzept erarbeitet, welches gleichermaßen das UNESCO Weltkul- turerbe schützt sowie den Herausforderungen einer wachsenden Metropole gerecht wird und die Ansprüche an eine qualitätsvolle Planung und Umsetzung verbindlich formuliert. 1 – Metropole Inputvortrag Reinhard Joecks, Foster + Partners London Diskussion Markus Greitemann, Beigeordneter Stadt Köln Ulrich Höller, Vorstand ZIA/ExCom ULI Reinhard Joecks, Foster + Partners London 2 – Erbe Inputvortrag Prof. Kunibert Wachten, RWTH Aachen Diskussion Peter Füssenich, Dombaumeister Köln Prof. Kunibert Wachten, RWTH Aachen Dr. Thomas Werner, Stadtkonservator Köln 3 – Anspruch Inputvortrag Anina Böhme, Referatsleiterin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Diskussion Paul Bauwens-Adenauer, Geschäftsführender Gesellschafter Bauwens Holding Anina Böhme, Senatsverwaltung Berlin Eva Herr, Leiterin Stadtplanungsamt Köln Kommentar Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk, Stadtbaurätin München Ausblick Markus Greitemann, Beigeordneter Stadt Köln ZUSAMMENFASSUNG GESAMTPROZESS Köln baut auf Vorhandenem auf RAHMEN Prüfkatalog für Einzelfall + Anspruch für Räumliches Leitbild „Hierdurch wird dem Weltkulturerbe Rechnung getragen“ ZIEL Die Stadt Köln muss definieren, was sie mit einer Steuerung von Hochhausansiedlungen erreichen will. DIALOG zwischen Stadt, Investoren und (Fach-)Öffentlichkeit QUALITÄT Architektur, Stadtsilhouette, Aufwertung des öffentlichen Raums, Mehrwert im Sinne einer gemeinwohlorientierten Stadtplanung, Anforderungen an Klimaneutralität Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 11 2.3 Arbeitshypothesen Die Höhenentwicklung Innere Stadt verfolgt eine flächenreduzierte Nachverdichtung. Das Kon- zept für die Höhenentwicklung der Inneren Stadt baut einerseits auf das Höhenkonzept 2007 als Steuerungsinstrument zum Schutz des bauli - chen Erbes auf und definiert andererseits Posi- tivzonen für neue Entwicklungen im gesamtstäd- tischen Kontext. … stellen hierbei eine Ausnahme dar. Bezugswert für die maximale Höhe ist der Kölner Dom mit 157m. In der Innenstadt bis zu den Ringstraßen sind gemäß Höhenkonzept 2007 keine Hochhäuser > 35m möglich. … sind identitätsstiftend, bereichern das Stadtbild und fügen sich komposito- risch wertvoll in die Stadtsilhouette ein. Die exzellente städtebauliche und archi- tektonische Qualität wird stets über einen Bebauungsplan und über ein Quali - fizierungsverfahren mit verschiedenen Beteiligungsformaten gesichert. … berücksichtigen die klimatischen Anforderungen und die Klimaleitlinien der Stadt Köln und sind im Sinne der Nachhaltigkeit zertifiziert. … sind hervorragend an den Umweltverbund angebunden und weisen im Sinne der Verkehrswende ein beispielhaftes Mobilitätskonzept auf. … generieren einen Mehrwert für die Stadtgesellschaft und leisten einen Bei- trag zum öffentlichen Leben und zum Gemeinwohl. Hochhäuser mit markanter Stadtbildprägung... Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 12 3 Strategischer Ansatz Prozess und Methodik Erarbeitungsprozess als lernendes System Methodik zur Steuerung aktueller Hochhausvorhaben 3.1 3.2 13 14 Um das Höhenentwicklungskonzept Innere Stadt kontinuierlich voran zu bringen, gleichzeitig aber auch in Bezug auf aktuelle Hochhaus-Vorhaben bereits jetzt handlungsfähig zu sein, soll itera- tiv gearbeitet werden. Dadurch können Teiler - gebnisse bereits gesichert und zügig angewen - det werden. Das Höhenentwicklungskonzept soll daher in zwei Schritten erarbeitet werden. Qualitative Ebene: Qualitätsstandards In einem ersten Schritt soll die qualitative Ebene geklärt werden: Hierzu werden generell gelten - de Qualitätskriterien definiert und verabschiedet, um städtebauliche Entwicklungen zu fördern und aktuelle Hochhausprojekte stadtweit steuern zu können. Dies beinhaltet eine projektbezogene Standortprüfung sowie im Weiteren Vorgaben zu Qualifizierungsverfahren mit definierten Qua- litätskriterien zu den Themen Gestaltung, Klima, Mobilität und Nutzung. Räumliche Ebene: Zonenplan Parallel dazu wird in einem zweiten Schritt die räumliche Ebene geklärt. Aufbauend auf den be- reits vorhandenen Konzepten für die Höhenent - wicklung der Innenstadt wird für den verbleiben- den Bereich der Inneren Stadt, d.h. innerhalb des äußeren Grüngürtels, ein Zonenplan erarbeitet. In diesem Plan soll die weitere Höhenentwick - lung über Positiv- und Negativzonen räumlich gegliedert werden. Dabei sind ein geeigneter Detaillierungsgrad, eine geeignete Steuerungs - schärfe sowie Höhengrenzen zu definieren. Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 13 3.1 Erarbeitungsprozess als lernendes System In einem ersten Schritt werden Qualitätsstan- dards definiert. Das Ergebnis soll der Politik spä- testens im ersten Quartal 2023 zur Beschluss - fassung vorgelegt werden. Somit können bereits kurzfristig verbindliche Qualitätskriterien in den laufenden Projekten zugrunde gelegt werden. Parallel hierzu wird der Prozess für die Ausein - andersetzung mit der räumlichen Ebene und die Vorbereitung des Zonenplans voran gebracht. Derzeit wird davon ausgegangen, dass dieser Prozess komplexer ist und einer umfassenderen Vorbereitung bedarf. Ziel ist, im vierten Quartal 2023 hierzu eine Grundsatzentscheidung herbei zu führen. Der Erarbeitungsprozess insgesamt wird als ler- nenden Systems verstanden. Hierfür werden die Erkenntnisse aus beiden Strängen - die räum- liche Ebene und die Qualitätsstandards - konti- nuierlich miteinander rückgekoppelt und fließen in die Bearbeitung mit ein. Ausgangspunkt sind der politische Beschluss, die vorhandenen und verbindlichen Planungs - grundlagen sowie die Ergebnisse des Fachsym- posiums. Der Diskurs mit der Fachöffentlichkeit und der Politik sowie eine transparente Kommu- nikation mit der Stadtgesellschaft werden dabei über verschiedene Beteiligungsformate sicher- gestellt. Ziel: Beschluss Qualitätsstandards 1. Quartal 2023 Ziel: Grundsatzbeschluss Zonenplan 4. Quartal 2023 Räumliche Ebene Zonenplan Qualitative Ebene Qualitätsstandards Beschluss AN 0384/2020 I/ 2020; Auftrag Höhenentwicklung- konzept Innere Stadt „lernendes System“ Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 14 3.2 Methodik zur Steuerung aktueller Hochhausvorhaben Für die Erarbeitung von Qualitätsstandards gilt es u.a. einen verbindlichen Planungsablauf zu formulieren. Hierfür wurden in einem ersten Vorschlag vier Phasen definiert. Abhängig vom Planungsstand werden einzelne Schritte be- schrieben, um die Qualität im Projekt zu sichern, Verbindlichkeit herzustellen und die Akteure aus Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft zu be- teiligen. Phase 1 Standortprüfung und Phase 2 Qualifizierung bilden ein wichtiges Fundament. Sie werden deshalb auf der folgenden Seite nä- her erläutert. Planungsablauf 3 Bauleitplanung 1 Standortprüfung 4 Realisierung 2 Qualifizierung von der Stadt Köln definierte Prüfkriterien (Gutachtenerfordernis) Ersteinschätzung Fachverwaltung verfahrensleitender (Grundsatz-) Beschluss Verbindlichkeit Beteiligung Qualitätssicherung zweistufiger Wettbewerb definierte Qualitätskriterien Öffentlichkeits- beteiligung Politischer Beschluss BauGB u.a. Beteiligung Festsetzung B-Plan und städtebaulicher Vertrag Vor-Ort-Info Baugenehmigungs- verfahren Prüfung der Qualität durch [muss noch geklärt werden] Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Seite 15 Planungsrecht Stadtplanungsamt Denkmalschutz Stadtkonservator Natur-/Landschaftsschutz Amt für Grünflächen und Landschaftspflege Verkehrsanbindung Amt für Straßen und Verkehrsplanung Stärkung der Zentren Amt für Stadtentwicklung ... Stadt setzt Parameter Ein Hochhausvorhaben löst besondere Anfor- derungen an den Standort aus. Bei Hochhaus - planungen, die innerhalb von städtebaulichen integrierten Planungen erfolgen, beispielsweise in den Stadtentwicklungsprojekten Parkstadt Süd, Mülheimer Süden oder Deutzer Hafen, sind zahlreiche Klärungen bereits über die integ- rierte Planung erfolgt. Anders verhält es sich für Standorte, an denen ein Hochhaus isoliert neu geplant wird. Eine fachübergreifende Prüfung ist daher projektbezogen erforderlich und gibt Auf- schluss über die grundsätzliche Eignung eines Standortes für den Bau eines Hochhauses. Ne- ben den Themen des Landschafts- und Denk- malschutzes muss hierbei insbesondere die An- bindung an den ÖPNV geprüft werden, um die Auswirkungen auf den Öffentlichen Raum und das Stadtklima frühzeitig mitzudenken. Nicht je- der Standort zieht hierbei dasselbe Gutachten- erfordernis nach sich: So wird ein Standort in unmittelbarer Nähe eines Denkmals oder Land - schaftsschutzgebiets auch hier den Schwer- punkt der Gutachten haben. Wurde der Standort nach der Prüfung als ge- eignet befunden, folgt ein bis zu zweistufiges Qualifizierungsverfahren unter Berücksichtigung von Qualitätskriterien für den städtebaulichen und architektonischen Maßstab. Hierbei werden Kriterien zu den Themen Gestaltung, Nutzung, Mobilität und Klima definiert, wie beispielsweise die Einbindung in den öffentlichen Raum und der Stadtsilhouette, die städtebauliche Komposition, die Architekturqualität, die Berücksichtigung kli- matischer Anforderungen, aber auch des Mehr- werts im Sinne einer gemeinwohlorientierten Stadtplanung. Auch hierbei ist zu berücksichti - gen, inwiefern Rahmenparameter bereits durch vorlaufende Planungen definiert sind oder neu entwickelt werden müssen. 1. Standortprüfung (Scoping)
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