3727/2024
Beantwortung einer mündlichen Anfrage der FDP-Fraktion aus der Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün vom 31.10.2024 betr. "Sachstand Grundwassermanagement"
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VIII/57 Vorlagen-Nummer 27.11.2024 3727/2024 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 28.11.2024 Sachstand Grundwassermanagement Mündliche Anfrage der FDP-Fraktion in der Sitzung der Ausschusses Klima, Umwelt und Grün vom 31.10.2024 Herr Dr. Albach merkt an, dass die Landesregierung aufgrund der sinkenden Grund- wasserneubildung beabsichtige das Grundwassermanagement neu aufzustellen und das der Erftverband aus diesem Grund Stakeholder Management betreibe. Er fragt die Verwaltung, inwieweit sich die Stadt Köln mit der Frage der Grundwasserneubildung und des Managements dafür beschäftige. Antwort der Verwaltung Tatsächlich hat das Landesumweltministerium im Sommer 2024 Eckpunkte für eine Was- serstrategie vorgelegt und wird diese im nächsten Schritt mit den Interessengruppen diskutie- ren. Als Eckpunkte werden unter Anderem genannt: Versorgungssicherheit garantieren! Sicherstellung von Wasser mit bester Qualität und ausreichender Menge für Mensch und Wirtschaft. Niedrigwassermanagement in NRW! – Mengenbewirtschaftung neu denken und Land- schaftswasserhaushalt stärken. Die Eckpunkte sollen in den nächsten Monaten weiterentwickelt werden und in eine Strategie einfließen. Das MUNV plant eine Veröffentlichung der Strategie in 2025. Die Grundwasserneubildung ist auch ein Thema der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die den um- fassenden Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers zum Ziel hat. Bis spätes- tens 2027 soll ein guter chemischer sowie ein guter mengenmäßiger Zustand des Grundwas- sers erreicht werden. Der Bericht über diesbezügliche Fortschritte und Herausforderungen wurde im September 2022 vom Umweltbundesamt veröffentlicht. Demnach wird der mengen- mäßige Zustand des Grundwassers im Kölner Raum als gut bewertet. Die Neubildung über- steigt nicht die langfristige mittlere jährliche Grundwasserentnahme. Der Grundwasserspiegel sinkt langfristig nicht ab. Diese Bewertung entspricht auch den nachfolgenden Aussagen der RheinEnergie AG, dass im Kölner Raum kein Absinken der Grundwasserstände zu erkennen ist: „Zur Ermittlung der Grundwasserneubildung steht in NRW das Bodenwasserhaushaltsmodell mGROWA zur Verfügung. Dieses basiert auf den Ergebnissen von 30-jährigen Datenreihen. Richtig ist, dass durch die Änderung der Referenzzeitraumes von 1981-2010 auf 1991-2020 flächenhaft die Grundwasserneubildung um ca. 15 % abgenommen hat. Der Grund hierfür 2 liegt darin, dass der Zeitraum 1991 – 2020 3 Trockenphasen (1991/92, 2003/04 sowie 2018/19) beinhaltet. In den Referenzzeiträume 1981 bis 2010 und 1971 bis 2000 befanden sich jeweils lediglich 2 Trockenphasen. Ausweislich der nachfolgenden Grundwasserstands- entwicklungen in den Bereich Hochkirchen (GWMS 131), Weiler (GWMS 359), Höhenhaus (GWMS HÖ 007 n) und Libur (GWMS ZD 501) ist klar zu erkennen, dass im Kölner Raum kein Absinken der Grundwasserstände zu erkennen ist. Vielmehr haben die hohen Nieder- schläge seit Oktober 2023 in Verbindung mit nicht extremen, aber langanhaltenden höheren Rheinwasserständen zu den z. T. höchsten Grundwasserständen der letzten 50 Jahre geführt. Bestenfalls im Bereich Weiler ist zu erkennen, dass vor den 1960er Jahren die Grundwasser- stände etwas höher anstanden als nach den 1970er Jahren. Hier ist aber anzumerken, dass die RheinEnergie seit 1968 hier mit der Versickerungsanlage in Esch aktiv die Grundwasser- stände wieder stabilisiert hat. Zudem werden an ca. 1.200 Grundwassermessstellen (GWMS) im gesamten Einzugsgebiet der RheinEnergie-Wasserwerke regelmäßig Grundwasserstands- messungen durchgeführt, jährlich Grundwassergleichenpläne und Bilanzierungen erstellt so- wie alle Daten und Auswertungen mit der Stadtverwaltung ausgetauscht.“ 3 4 Vor dem Hintergrund dieser stabilen Situation erfolgt derzeit keine besondere Befassung der Stadt Köln mit dem Thema, die Lage wird jedoch weiterhin beobachtet. Langfristig könnte sich durch die zu erwartende Erhöhung der Temperaturen eine erhöhte Verdunstung ergeben und insofern ist langfristig durch die Auswirkungen des Klimawandels auch eine tendenzielle Abnahme der Ressource Grundwasser nicht auszuschließen. Gez. Wolfgramm
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3727/2024
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 27.11.2024
- Erstellt
- 21.11.2024 12:50