3689/2021
Zero Waste-Konzept für Köln
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/VIII/3 Vorlagen-Nummer 17.11.2021 3689/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 25.11.2021 Zero Waste-Konzept für Köln Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 06.05.2021 beschlossen, bis Ende 2022 ein Zero Waste-Konzept zu entwickeln. Dies soll unter Beteiligung der Öffentlichkeit, lokal agierender Initiati- ven, lokalen Unternehmen etc. und in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Institut erfolgen. Daraufhin wurde die Erstellung eines Zero Waste-Konzeptes öffentlich ausgeschrieben. Es wurde das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH mit den Konsortialpartnern INFA (Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management GmbH), Zero Waste Germany e. V. und circulatemore beauftragt. Weitere Informationen zu den Unternehmen sind in der Anlage beigefügt. Das Konzept wird in fünf wesentlichen Schritten unter Federführung des Wuppertal Instituts erarbei- tet: 1. Bewertung der Ausgangssituation Es wird ein detaillierter Überblick über den derzeitigen Stand des Kölner Abfallaufkommens sowie die Verwertungsstrukturen geschaffen. Zudem werden die bestehenden Ziele und Maßnahmen zur Ab- fallvermeidung, zur Wiederverwendung, Vorbereitung zur Wiederverwendung und Verwertung (Re- cycling) erfasst. Es werden Abfälle aus privaten Haushalten und gewerblichen Anfallstellen (sonstige Herkunftsberei- che) betrachtet. Folgende Abfallströme bzw. -arten werden im Wesentlichen betrachtet: Restabfall privater Haushalte Gewerbeabfälle Bau- und Abbruchabfälle Sperrmüll Bioabfall Grünabfälle Papier Leichtverpackungen und Wertstoffe (Wertstofftonne) Textilien Elektroschrott Schadstoffe Sonstiges (Metalle, Kunststoffe..) 2. Potentialanalyse Aufbauend auf dem Ist-Zustand wird das Potential zur weiteren Abfallvermeidung abgeschätzt und 2 bewertet. Hier fließen laufende und geplante Maßnahmen sowie künftige technologische und gesetz- geberische Entwicklungen, aber auch demografische und gesellschaftliche Trends ein. Ein Vergleich mit anderen Zero Waste-Städten wird herangezogen. Die Potentiale werden nach Abfallströmen/-arten betrachtet. Hierbei sind neben den Vermeidungsop- tionen auch die Verlagerungseffekte zwischen den Abfallarten zu berücksichtigen. Es wird abge- schätzt, welche Abfallströme sich in welcher Weise kurz-, mittel- und langfristig verändern könnten. 3. Zielbestimmung Aufbauend auf den abgeschätzten Potentialen sind Ziele zur Abfallvermeidung für Köln zu entwickeln. Es werden übergeordnete und sektorspezifische Ziele erarbeitet. Dabei wird ermittelt, wie weit Köln mit den bisherigen Maßnahmen und gesetzten Zielen schon auf dem Weg zur Zero Waste-Stadt ist. Dazu werden die Ziele und Maßnahmen mit den Anforderungen von Zero Waste Europe abgeglichen. Es soll insbesondere ermittelt werden, in welchen Bereichen Köln bereits gut aufgestellt ist und wo es vordringlichen Handlungsbedarf gibt, den es im Rahmen des Konzepts zu bedienen gilt. Zeitlich ge- staffelte Ziele oder eine Szenario-Betrachtung sind grundsätzlich denkbar. Die europaweiten Zero Waste-Anforderungen werden genutzt, um die Interpretation und Umsetzbar- keit der Kriterien vor dem Hintergrund der spezifischen Anforderungen in Deutschland und Köln zu diskutieren. Auf dieser Grundlage sollen ambitionierte, aber erreichbare Ziele für Köln erarbeitet wer- den, die anschlussfähig sind und somit breit von verschiedenen Akteuren getragen werden können. Die Kölner Stadtgesellschaft soll die Möglichkeit erhalten, Feedback zu den entworfenen Zielen zu geben. 4. Erstellung eines Maßnahmenkataloges Damit die Ziele erreicht werden können, sind konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Sie bilden das Handlungsprogramm, um die Abfallvermeidung in Köln zu stärken und die Positionierung von Köln als Zero Waste-Stadt zu erreichen bzw. zu unterstützen. Dafür werden in Workshops vielfältige Akteure aus der Kölner Stadtgesellschaft eingebunden. Die Akteure bringen Vorschläge und Ideen für Maßnahmen ein. Diese sollten zugleich in der Lage sein, die angedachten Maßnahmen auch selbst verantwortlich umzusetzen. Weitere für die Maßnah- menumsetzung anzusprechende verantwortliche Akteure werden ausgemacht und eingebunden. So kann besser sichergestellt werden, dass das Konzept breit mitgetragen wird und Maßnahmen auch umgesetzt werden. Die Verwaltung der Stadt Köln und die kommunale Abfallwirtschaft bringen sich ebenfalls mit Maßnahmen ein, die sie verantwortlich umsetzen. Die Umsetzungsbedingungen für die Maßnahmen werden betrachtet und je Maßnahmen ein Maß- nahmenblatt erstellt. So entsteht ein Handlungsprogramm bestehend aus Sofortmaßnahmen sowie mittel- und langfristigen Handlungsansätzen. Die Maßnahmenvorschläge werden hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Abfallvermeidung, die Umset- zungsbedingungen sowie auch hinsichtlich des CO2-Reduktionspotentials bewertet und priorisiert. Besonders effiziente und effektive Maßnahmen haben den größten „Hebel“ und werden bevorzugt. Zugleich ist die Anschlussfähigkeit von Maßnahmen wichtig, um über Multiplikatoren und Netzwerke weitere Akteure zur Nachahmung und Vervielfältigung über die Phase der erstmaligen Konzepterar- beitung hinaus zu gewinnen. 5. Erstellung, Präsentation und Umsetzung des Zero Waste-Konzeptes Das Konzept soll nicht allein durch das beauftragte Konsortium und die Verwaltung der Stadt Köln erstellt und umgesetzt werden. Die Kölner Bürger*innen, Unternehmen, der Handel, Bildungseinrich- tungen, Veranstalter*innen als auch Vereine und Verbände sind aufgerufen, sich zu beteiligen, um gemeinsam das Ziel für mehr Abfallvermeidung als Zero Waste-Stadt zu erreichen. 3 Das Konzept wird in verständlicher und geeigneter Form aufbereitet, um bei verschiedenen Anlässen eigenständig durch die Verwaltung der Stadt Köln vorgestellt werden zu können. Für die interessierte Öffentlichkeit soll ein Webinar angeboten werden, in dessen Rahmen das Kon- zept vorgestellt und erläutert werden soll. Die laufende Umsetzung der Maßnahmen aus dem Konzept und der Stand der Zielerreichung werden durch die Verwaltung der Stadt Köln erfasst (Monitoring und Evaluierung). Die Ziele und Maßnahmen des Konzepts werden in regelmäßigen Abständen unter Beteiligung der Kölner Stadtgesellschaft fort- geschrieben. Projektmanagement Die Konzepterarbeitung wird auf Seiten der Verwaltung der Stadt Köln durch die Eigenbetriebsähnli- che Einrichtung Abfallwirtschaftsbetrieb federführend gesteuert. Die kommunalen Beteiligungsunter- nehmen der Abfallwirtschaft werden dabei projektbegleitend eingebunden. Eine projektbegleitende öffentliche Kommunikation und Beteiligung sowie eine anlassbezogene In- formation und Einbindung der Ratsgremien wird sichergestellt. Das digitale Beteiligungsportal der Stadt Köln soll genutzt werden. Folgender Zeitplan ist für die Konzepterarbeitung vorgesehen: 1. Bewertung der Ausgangssituation Ende Januar 2022 2. Potentialanalyse Ende Februar 2022 3. Zielbestimmung Ende Februar 2022 4. Maßnahmenkatalog Ende März 2022 5. Konzept (Entwurf und finale Fassung) Mitte Juni 2022, Ende Juli 2022 Das Konsortium wurde für die Konzepterarbeitung mit einem Gesamtumfang von rd. 107.000 € netto beauftragt. gez. Wolfgramm
Anlage Informationen zur Anbieterkonstellation
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Informationen zur Anbieterkonstellation (Selbstdarstellung gemäß Angebot) „Das Wuppertal Institut greift auf seine natur-, ingenieur-, sozial-, kultur- und wirtschaftswissenschaftlichen Wissensbestände zurück. Durch seine umfangreichen Tätigkeiten u. a. für das Umweltbundesamt, das Bundesumweltministerium und für zahlreiche Institutionen auf der europäischen und internationalen Ebene zu unterschiedlichen Aspekten der Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft sowie aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Erstellung von Klimaschutzkonzepten für Gebietskörperschaften bringt das Wuppertal Institut für die Projektbearbeitung langjährige und vielfältige Erfahrungen insbesondere zu urbanen Transformationsprozessen in Richtung Zero Waste mit.“ „Das INFA-Institut greift auf über 25-jährige, auf Forschungs- und vor allem Praxisprojekten basierende Erfahrungen in der Kreislaufwirtschaft zurück. Neben einem umfassenden Datenpool, z. B. zu Wertstoffpotenzialen aus Abfallsortieranalysen, und Erfahrungswerten zu möglichen Anreizsystemen, z. B. über Gebühren, bringt INFA durch bundesweite Kontakte zu öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern und eine Vielzahl an erstellten Abfallwirtschaftskonzepten Ideen zur Implementierung von Maßnahmen zur Abfallvermeidung, Re-Use und Kreislaufführung sowie auch Praxiserfahrungen zu deren Wirksamkeit ein. Die spezifischen abfallwirtschaftlichen Randbedingungen in Köln sind INFA zudem durch zahlreiche Analysen und Projekte für die Stadt Köln bekannt.“ „Zero Waste Germany ist der gemeinnützige Dachverband der Zero Waste Vereine und Organisationen in Deutschland. Mit geeinter Stimme setzen sich die Mitglieder dafür ein, einen müllfreien und nachhaltigen Lebensstil in allen Bereichen zu fördern. Eines der Hauptziele des Dachverbandes ist die gegenseitige Unterstützung der Mitgliedsvereine bei der Entwicklung zu Zero Waste Städten. Hierfür werden Erfahrungen und Expertise bei der Erstellung von Zero Waste Konzepten, bei der Durchführung von Projekten und bei der Zusammenarbeit mit Politik und Stadtverwaltungen ausgetauscht und Kooperationen untereinander durchgeführt. Zero Waste Germany ist auch die Schnittstelle in Deutschland zu Zero Waste Europe, die die Zero Waste City Zertifizierung in Europa koordiniert.“ „circulatemore bietet ein Beratungsangebot zur zirkulären Wirtschaft und ihrer Umsetzung in Unternehmen, Kommunen und Institutionen, in Politik und Gesetzgebung. Im Fokus stehen die Herausforderungen, Chancen und Potentiale bei der Umsetzung zirkulärer Wirtschaftsmodelle sowie ihr Zusammenspiel mit Strategien wie Klimaneutralität, Nachhaltigkeit/CSR, Zero Waste und Ressourceneffizienz.“
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3689/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 17.11.2021
- Erstellt
- 19.10.2021 23:36