AN/1313/2025
Antrag der GOL zum Thema "Sicherung der Jugendförderung und der Angebote freier Träger und MSO trotz Haushaltssperre"
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Antrag GOL Sicherung der Jugendförderung und der Angebote freier Träger und MSO trotz Haushaltssperre
7573 Zeichen
Grün Offene Liste Migration (GOL) Datum: 07.11.2025 An den Vorsitz des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration An die Geschäftsstelle des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration Frau Dr. Gülşen Dikbaş Antrag nach § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration 25.11.2025 Antrag zur Sicherung der Jugendförderung und der Angebote freier Träger und Migrant*innenselbstorganisationen trotz der verhängten Haushaltssperre – Forderung nach Planungssicherheit und klaren Aussagen zur Förderung im Jahr 2026 Beschluss: Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Köln möge folgenden Beschluss fassen: 1. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration fordert den Oberbürgermeister und die Kämmerei auf , trotz der am 04. November 2025 verhängten Haushaltssperre und des Bewilligungsmoratoriums 2025 sicherzustellen, dass bestehende Angebote der Jugendförderung, insbesondere von freien Trägern d er Jugendhilfe und Migrant*innenselbstorganisationen, nicht gefährdet werden und diese Planungssicherheit haben. 2. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration fordert, dass Förderzusagen für laufende Maßnahmen und Strukturen – insbesondere im Bereich der interkulturellen und migrationsspezifischen Jugend- und Familienarbeit – aufrechterhalten und nicht im Rahmen von Sparmaßnahmen gekürzt oder ausgesetzt werden. 3. Der Ausschuss für Chanceng erechtigkeit und Integration fordert darüber hinaus, zeitnah k lare und verbindliche Aussagen zur finanziellen Förderung und Fortführung der Angebote im Haushaltsjahr 2026 zu treffen. Nur durch frühzeitige Kommunikation und Transparenz kann die notwendige Planungssicherheit für die Träger gewährleistet werden. 4. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration appelliert an Politik und Verwaltung , bei der Konsolidierung des Haushalts Maßnahmen zu vermeiden, die Kinder, Jugendliche und Familien sowie migrantische Communities unverhältnismäßig treffen. 5. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration weist ausdrücklich darauf hin, dass viele Träger aufgrund der derzeitigen Unsicherheit über die Förderung ab Anfang 2026 in eine existenzielle Notlage geraten könnten. Ohne verbindliche Zusagen drohen Liquiditätsengpässe, Zahlungsausfälle und im schlimmsten Fall Insolvenzen . Dadurch würden wertvolle Integrations- und Jugendförderstrukturen, die über Jahre hinweg aufgebaut wurden, unwiederbringlich verloren gehen. 6. Der Ausschuss für Chancen gerechtigkeit und Integration betont, dass die Aufrechterhaltung dieser Strukturen nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine gesellschaftliche und integrationspolitische Verantwortung der Stadt Köln ist. Eine Unterbrechung der Förderung würde die in den letzten Jah ren erzielten Fortschritte in der Jugend- und Integrationsarbeit erheblich gefährden. 7. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration erwartet daher, dass die Verwaltung bis spätestens Ende des ersten Quartals 2026 eine verbindliche Perspektive sowie konkrete Entscheidungsgrundlagen für die Haushaltsmittel und Förderzusagen vorlegt, um den Trägern eine verlässliche Personal- und Projektplanung zu ermöglichen. 8. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration bittet die Verwaltung, kurzfristig transparent darzustellen: - welche Projekte und Förderlinien der Jugendförderung potenziell von Kürzungen betroffen wären, - welche Leistungen im Integrationsbudget betroffen wären und - welche Maßnahmen ergriffen werden können, um diese zu schützen, - und wie insbe sondere Angebote von Trägern der Jugendförderung und Migrant*innenselbstorganisationen weiterhin strukturell abgesichert werden können, - wie betroffene Träger regelmäßig über den Stand der Haushaltsplanung und die Auswirkungen der Haushaltssperre informiert werden. Begründung: Am 04.11.2025 hat der neu gewählte Oberbürgermeister eine sofortige Haushaltssperre verhängt, da das Defizit für den städtischen Haushalt 2025 ein deutlich höheres Defizit als bislang angenommen prognostiziert wird. Statt der geplante n 399,5 Mio. Euro wird nun mit einem Fehlbetrag von rund 582 Mio. Euro gerechnet – rund 182,5 Mio. Euro mehr als zuvor erwartet. Als Hauptgründe werden stark steigende Ausgaben im Sozial - und Jugendhilfebereich sowie stagnierende Gewerbesteuereinnahmen ge nannt. Die Haushaltssperre und das Bewilligungsmoratorium versetzen insbesondere freie Träger der Jugendförderung und Migrant*innenselbstorganisationen in große Sorge. Da die Jugendförderung als sogenannter „freiwilliger Aufgabenbereich“ gilt, sind gerade diese Träger in besonderem Maße betroffen. Aktuell werden keine neuen Förderanträge für 2025 mehr bewilligt, und noch offene Anträge (z. B. Jugendpflegemittel und Integrationsmittel) sollen zurückgenommen werden. Sollte die Haushaltssperre auch 2026 fortgelten, geraten diese Träger in existenzielle Schwierigkeiten. Die Jugendförderung ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer sozialen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtentwicklung. In Köln haben fast 51 % aller unter 18-Jährigen eine internationale Familiengeschichte. Für sie sind offene Angebote, Beratungs - und Empowermentsstrukturen besonders wichtig. Wenn diese Förderstrukturen wegbrechen, trifft dies vor allem Kinder, Jugendliche und Familien – Bevölkerungsgruppen, die am wenigsten Verantwortung für die aktuelle Finanzlage tragen, aber am stärksten auf Unterstützung angewiesen sind. Diese Angebote sichern Teilhabe, Prävention und soziale Stabilität – gerade in Zeiten, in denen Kinder, Jugendliche und Familien wachsenden Belastungen ausgesetzt sin d. Ein Abbau dieser Strukturen wäre ein gesellschaftlicher Rückschritt, den die Stadt langfristig teuer bezahlen würde. Man kann keine Kosten auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen einsparen; im Gegenteil: Eine nachhaltige Finanzpolitik muss in die Zukunft investieren. Wir bitten daher den Oberbürgermeister und den Rat der Stadt Köln eindringlich, sich politisch und öffentlich für den Erhalt der Jugendförderung und Integrationsarbeit einzusetzen und die Angebote freier Träger der Jugendförderung sowie Migrant*innenselbstorganisationen zu schützen. Diese Organisationen tragen wesentlich zur gesellschaftlichen Teilhabe, Integration und Prävention in Köln bei. Da viele Träger ihre Jahresplanungen, Personalentscheidungen und Projektvorbereitungen bereits im Winter für das Folgejahr treffen müssen, ist eine frühzeitige Klärung der finanziellen Rahmenbedingungen für das Haushaltsjahr 2026 zwingend erforderlich. Ohne entsprechende Planungssicherheit besteht die konkrete Gefahr, dass Projekte eingestellt, Mitarb eitende entlassen und laufende Angebote nicht fortgeführt werden können. Ein Wegbrechen dieser Strukturen hätte schwerwiegende Folgen für Kinder, Jugendliche und Familien in Köln, insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen. Die finanziellen und ges ellschaftlichen Folgekosten eines solchen Strukturabbaus wären langfristig deutlich höher als eine frühzeitige und verlässliche Sicherstellung der Förderung. Der Ausschuss für Chancengleichheit und Integration sieht die Stadt Köln daher in der Verantwortung, kurzfristig klare und verbindliche Aussagen zur Förderung 2026 zu treffen, um die Handlungsfähigkeit der Träger zu sichern und das Vertrauen in die kommunale Förderpolitik aufrechtzuerhalten. Mit freundlichen Grüßen, Ahmet Edis Elizaveta Khan
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1313/2025
- Typ
- Antrag nach § 3 der GeschO des Rates
- Datum
- 11.11.2025
- Erstellt
- 07.11.2025 11:42