AN/2280/2021
Standort Holweide der Städtischen Kliniken als Regelversorger erhalten
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Linke Antrag nach § 3
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Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln An die Oberbürgermeisterin Frau Henriette Reker Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 27.10.2021 AN/2280/2021 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 09.11.2021 Standort Holweide der Städtischen Kliniken als Regelversorger erhalten Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker, die Fraktion DIE LINKE bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Rates zu setzen. Beschluss: 1. Der Rat der Stadt Köln bekennt sich zu seinen Städtischen Kliniken mit allen vorhandenen Standorten. Der Rat der Stadt Köln lehnt eine Schließung des Krankenhauses Holweide ab. Es soll vielmehr als einziges Krankenhaus im Stadtbezirk Mülheim als Krankenhaus der Regelversorgung mit seinem bisherigen Angebot erhalten bleiben. 2. Der Rat der Stadt Köln spricht sich gegen eine Ausdünnung des Angebots der städtischen Kliniken unter vermeintlich wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus und bekennt sich zu seinem Versorgungsauftrag. Wenn das Land seinen Investitionsverpflichtungen nicht nachkommt, geht die Stadt in Vorleistung, um den Sanierungsstau abzubauen und den Standort Holweide für die Zukunft zu ertüchtigen. Das kann u. a. über einen Zuschuss oder eine Bürgschaft für einen Kredit der Städt. Kliniken geschehen. Dazu soll die Verwaltung einen Finanzierungsvorschlag machen. Gleichzeitig verhandelt die Stadtspitze mit dem Land Nordrhein-Westfalen über eine Erstattung der Investitionskosten, für die nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz § 9 das Land Nordrhein-Westfalen zuständig ist. Begründung: In der Corona-Pandemie waren alle bestehenden Krankenhausbetten notwendig, um zu verhindern, dass Menschen allein aufgrund fehlender Bettenkapazitäten sterben müssen. Das hat gezeigt, dass – anders als vor Corona z. B. in der Bertelsmann-Studie behauptet – es keine Überkapazität an Krankenhausbetten in Nordrhein-Westfalen gibt. Somit müssen Krankenhausschließungen verhindert werden, insbesondere weil die Coronapandemie noch nicht vorbei ist, und bestehende Beschlüsse deswegen neu überdacht werden. Das Krankenhausfinanzierungssystem setzt Fehlanreize, indem es einseitig Kapazitätsabbau öffentlicher Krankenhäuser belohnt, ohne dabei gleichwertig die ausgewogene Versorgung der Bevölkerung mit Krankenhausbetten in den Blick zu nehmen. Es belohnt die Städtischen Kliniken mit einer Prämie, wenn der Standort Holweide geschlossen wird, unabhängig von der Notwendigkeit dieses Standortes. Dabei ersetzte das 1972 eröffnete Krankenhaus seinerzeit zwei geschlossene Krankenhäuser im Stadtbezirk Mülheim. Mit der Schließung Holweides würde auch das letzte verbleibende Krankenhaus im Stadtbezirk geschlossen. Die Versorgung mit Krankenhausbetten pro Einwohner ist im rechtsrheinischen Köln mangelhaft. In Mülheim befindet sich am Clevischen Ring das Wohngebiet mit der höchsten Luftverschmutzung in Nordrhein-Westfalen und damit einer starken Gesundheitsgefährdung. Im Stadtbezirk gibt es einen hohen Anteil an armen und damit in der Regel auch weniger gesunden Menschen. Der Stadtbezirk wächst stark und hat eine hohe Geburtenrate. Viele dieser Kinder kommen auf der Geburtsstation des Krankenhauses Holweide zur Welt, wo sich ein Perinatalzentrum der Stufe 1 befindet, das als eines der wenigen Krankenhäuser im Land NRW Risikogeburten auf höchsten Level versorgen kann. Die Menschen in Mülheim brauchen ein Krankenhaus der Regelversorgung, das zwingend die Stationen für Chirurgie, Innere Medizin und Anästhesie sowie eine Notaufnahme, eine Intensivstation und ein Bettenhaus beinhalten muss. Aber auch für die übrigen Stationen in Holweide gibt es Bedarf. Die Menschen in Mülheim wehren sich gegen die Schließung „ihres“ Krankenhauses und es formiert sich breiter Widerstand. Die Bezirksvertretung Mülheim hat einstimmig einen Beschluss gegen die Schließung gefasst. Die ortsansässige Bevölkerung unterstützt eine Petition gegen die Schließung; es kommt zu Demonstrationen und Kundgebungen. Die Städtischen Kliniken haben ein Defizit, weil das Land seinen Investitionsverpflichtungen nicht nachkommt und es in der ferneren Vergangenheit Missmanagement gab. Doch das dürfen keine Gründe dafür sein, die Menschen in den ärmeren rechtsrheinischen Stadtteilen in der Gesundheitsversorgung schlechter zu stellen als die Menschen im reicheren Linksrheinischen. Mit freundlichen Grüßen Gez. Michael Weisenstein Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/2280/2021
- Typ
- Die Linke. Antrag nach § 3
- Datum
- 27.10.2021
- Erstellt
- 27.10.2021 10:31