1904/2018
Veröffentlichung Themenberichte 1 und 2 zu den Ergebnissen der "Leben in Köln" - Umfrage
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/153 153/12 Vorlagen-Nummer 21.06.2018 1904/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 28.06.2018 Ausschuss Soziales und Senioren 06.09.2018 Veröffentlichung Themenberichte 1 und 2 zu den Ergebnissen der "Leben in Köln" - Umfrage Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik legt die ersten Ergebnisse der „Leben in Köln“-Umfrage vor. Ziel der vorgelegten Veröffentlichungen ist es, die Antworten der Bürgerinnen und Bürger auf eine Vielzahl von Fragen zu den unterschiedlichsten Themen in knapper, leicht zu lesender Form zu präsentieren und in einen thematischen Zusammenhang zu stellen. Der Bericht „Zufriedenheit mit den Kölner Stadtteilen“ beschäftigt sich mit der Zufriedenheit der Kölne- rinnen und Kölner mit verschiedenen Aspekten Kölns insgesamt und in seinen 86 Stadtteilen – wie zum Beispiel mit der Infrastruktur (z.B. Einkaufsmöglichkeiten, ÖPNV, Freizeiteinrichtungen) oder der Familienfreundlichkeit. Er benennt auch die größten Probleme Kölns aus Bürgersicht. Der Bericht „Aktive Bürgerschaft“ gibt Auskunft darüber, was die Kölnerinnen und Kölner im Rahmen bürgerschaftlichen Engagements leisten. Das Thema „Pflege“ steht dabei im Vordergrund. Der Be- richt thematisiert darüber hinaus den Aspekt der aktiven politischen Teilhabe der Kölner Bevölkerung. Zwei weitere Themenberichte „Erwerbstätigkeit und wirtschaftlichen Lage der Kölner Bevölkerung“ sowie „Wohnen in Köln“ sind in der Vorbereitung. Anlagen Themenbericht 1 „Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld“ Themenbericht 2 „Aktive Bürgerschaft“ Gez. Greitemann
Anlage 2_Aktive_Bürgerschaft_UM_KSN_2018_3
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Kölner Statistische Nachrichten
Kölner Statistische Nachrichten 3/2018
Aktive Bürgerschaft
Ergebnisse der „Leben in Köln“ – Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
2
Inhalt
1. Einleitung .........................................................................................................................3
2. Ergebnisse der „Leben in Köln“-Umfrage ..........................................................................5
2.1 Aktivitäten der Kölner füreinander ...................................................................................5
Ehrenamtliches Engagement............................................................................................5
Pflege ...............................................................................................................................7
2.2 Aktivitäten im politischen Bereich ................................................................................. 11
Politisches Interesse ...................................................................................................... 11
Politische Partizipation .................................................................................................. 13
Nutzung von Informationsquellen ................................................................................. 16
3. Fazit und Ausblick .......................................................................................................... 19
„Leben in Köln“-Umfrage 2016 – Methodik............................................................................ 21
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
3
1. Einleitung
Der vorliegende Bericht beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der aktiven Bürger-
schaft und damit mit den vielfältigen Aktivitäten, die das Zusammenleben in Köln
mitgestalten. Unter „Aktiver Bürgerschaft“ werden gemeinnützige Tätigkeiten in Ver-
einen, Verbänden, Selbsthilfegruppen, in Nachbarschaftsinitiativen und Netzwerken,
Unterstützungs- und Pflegeleistungen sowie Aktivitäten im politischen Bereich ver-
standen.
Speziell vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist das bürgerschaftli-
che Engagement beim Thema Pflege intensiver in den Blick genommen worden. An-
gesichts des gewachsenen und weiter zunehmenden Anteils Älterer kommt gerade
der „informellen“ Pflege- und Unterstützungsleistung durch Privatpersonen eine
wachsende Bedeutung zu. Dank dieser Unterstützungsleistungen wird nicht nur die
Qualität der Pflegeleistungen erhalten – oftmals wird sie dadurch erst gewährleistet.
Sich bereits heute mit diesem Thema zu beschäftigen, ist erforderlich, weil sich die Si-
tuation der Pflege verändern wird. Die zu erwartenden Veränderungen hängen zum
einen damit zusammen, dass die zahlenmäßig starke Generation der „Baby Boomer“
(geboren in den 50er- und 60er-Jahren) bald weitgehend in der Rentenphase sein
wird, die nachfolgende Generation ihrer Kinder jedoch zahlenmäßig deutlich geringer
besetzt ist. Außerdem trägt die zunehmende berufliche Mobilität dazu bei, dass Fami-
lienangehörige räumlich weiter entfernt voneinander leben und eine Pflege im Fami-
lienkreis dadurch schwieriger zu bewerkstelligen ist. Der vorliegende Bericht zeigt,
was die Kölner Bürgerinnen und Bürger bereits heute für pflegebedürftige Menschen
in ihrem Umfeld leisten und in welchem Umfang dies geschieht.
Große Teile der Kölner Bevölkerung sind überdies in politischer Hinsicht bürgerschaft-
lich aktiv. Vielen reicht es nicht mehr aus, alle fünf Jahre ein Kreuz auf einem Wahlzet-
tel zu machen, vielmehr wollen sie sich aktiv in die Entscheidungsfindungen in ihrer
Stadt einbringen – bei Themen, die sie unmittelbar betreffen. Der vorliegende Bericht
zeigt, welche Möglichkeiten politischer Einflussnahmen die Kölnerinnen und Kölner
nutzen, um ihre Stadt aktiv mitzugestalten.
Grundlegend dafür, auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen ist das Vorhan-
densein von Informationen. Darüber Bescheid zu wissen, was in Köln geschieht, kann
daher für die politische Teilhabe in der Stadt förderlich sein. Aus diesem Grund wurde
danach gefragt, in welchem Ausmaß die Kölnerinnen und Kölner diverse Informati-
onsquellen heranziehen, um sich über das Stadtgeschehen zu erkundigen.
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Der vorliegende Bericht zum Thema „Aktive Bürgerschaft“ ist einer von vier Themen-
berichten, die über ausgewählte Fragestellungen aus der „Leben in Köln“-Umfrage
2016 berichten. In dieser Umfrage wurde eine Vielzahl von Fragen zu verschiedenen
Themenbereichen städtischen Lebens gestellt, aus denen planungsrelevante Informa-
tionen über die Lebensverhältnisse und Einstellungen der Kölner Bevölkerung abgelei-
tet werden können.
Die veröffentlichten Berichte geben einen Überblick über die Umfrageergebnisse und
ermöglichen es, thematische Zusammenhänge zwischen den Themen darzustellen.
Ein erster Themenbericht behandelt die „Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnum-
feld“. Zwei weitere Berichte befassen sich mit dem „Wohnen in Köln“ sowie der „Er-
werbstätigkeit und der wirtschaftlichen Lage der Kölner Bevölkerung“.
Die vier Themenberichte sind der Auftakt zu einer Serie weiterer Berichte, die das Amt
für Stadtentwicklung und Statistik in den kommenden Wochen und Monaten in loser
Folge veröffentlichen wird. Mit ihnen werden weitere Themen näher beleuchtet – bei-
spielsweise mit Blick auf Unterschiede zwischen Stadtteilen oder Bevölkerungs-
gruppen (zur Methodik siehe Seite 21).
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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2. Ergebnisse der „Leben in Köln“-Umfrage
Für den Zusammenhalt in einer Gesellschaft ist es von Bedeutung, ob sich Menschen
mit ehrenamtlichen Aktivitäten einbringen. Die Spannweite der Tätigkeitsfelder bür-
gerschaftlichen Engagements ist weit gesteckt: Sie reicht von gemeinnützigen Auf-
gaben in Vereinen, kirchlichen oder sozialen Organisationen über Nachbarschaftsini-
tiativen, Selbsthilfegruppen, bis hin zu Formen direkter demokratischer Beteiligung in
Parteien oder Verbänden. Auch in der Unterstützung gemeinwohlorientierter Aktivi-
täten, etwa von umwelt- oder kulturpolitischen Organisationen kommt Bürgerenga-
gement zum Ausdruck. Aus den ehrenamtlichen und gemeinnützigen Aktivitäten
entstehen vielfach Netzwerke, die in unterschiedlichen Lebenssituationen bedeutsam
sind und die Zivilgesellschaft unterstützen. Bürgerschaftliches Engagement und poli-
tische Teilhabe ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, mit ihrer Kompetenz maß-
gebend an der bürgernahen Gestaltung des Gemeinwesens mitzuwirken.
2.1 Aktivitäten der Kölner füreinander
Das Thema „Ehrenamt“ findet seit längerer Zeit Beachtung in den Bürgerumfragen
des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik – so wurden in einer Umfrage aus dem
Jahr 2009 mehrere vertiefende Fragen rund um das Thema „Ehrenamt“ gestellt. An-
ders als bei der letzten Umfrage wurde in der Umfrage 2016 nicht das gesamte Spekt-
rum der bürgerschaftlichen Aktivitäten abgefragt. Hier lag der Schwerpunkt vielmehr
auf den Aktivitäten, die Menschen zur Pflege und Unterstützung Pflegebedürftiger
leisten.
Ehrenamtliches Engagement
Ein Viertel der Kölnerinnen und Kölner engagiert sich ehrenamtlich
– Tendenz: leicht steigend
Zurzeit übt rund ein Viertel (24%) der Kölnerinnen und Kölner ein Ehrenamt aus. Ge-
fragt wurde explizit nach ehrenamtlichen Tätigkeiten, die finanziell nicht entlohnt
werden und deren Ausübung zum Wohle anderer Menschen oder einer Sache erfolgt
(reine Vereinsmitgliedschaften oder Spendentätigkeiten werden hierunter nicht ge-
zählt). Hochgerechnet auf die Kölner Erwachsenenbevölkerung sind dies rund
210 000 Personen.
Dass mit mittlerweile 24 Prozent nahezu jede/r Vierte angibt, ehrenamtlich tätig zu
sein, bedeutet eine leichte Steigerung gegenüber der Vorbefragung 2009, laut der
22 Prozent ehrenamtlich tätig waren. Auch wenn diese Steigerung nicht sehr hoch er-
scheint, verbirgt sich hinter diesen zwei Prozentpunkten doch immerhin eine Zunah-
me von rund 30 000 ehrenamtlich tätigen Kölnerinnen und Kölnern
(2009: rund 178 000).1
1 Siehe auch „Kölner Statistische Nachricht - 1/2012: Bürgerschaftliches Engagement in Köln –
Ergebnisse aus der Bürgerumfrage ‚Demografischer Wandel in Köln‘“
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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46 Prozent engagieren sich mehrmals pro Monat
Unter den Kölnerinnen und Kölnern, die aktuell ehrenamtlich tätig sind, ist knapp die
Hälfte ausgesprochen häufig aktiv: darunter 31 Prozent „mindestens einmal pro Wo-
che“ sowie 15 Prozent „drei- bis viermal im Monat“. 30 Prozent engagieren sich
„mehrmals im Jahr“ ehrenamtlich, 24 Prozent tun dies „seltener“.
Grafik 1 Ehrenamtliche Tätigkeit der Kölner Bevölkerung (in % der Befragten)
Zahl der Menschen, die potenziell für ein Ehrenamt zu haben sind,
ist deutlich gestiegen
Die benannten 24 Prozent sind allerdings nicht als das Gesamtpotenzial ehrenamtli-
chen Engagements in Köln aufzufassen. Rechnet man diejenigen hinzu, die aktuell
zwar nicht, „aber früher einmal“ ehrenamtlich aktiv waren, sind 44 Prozent der er-
wachsenen Kölnerinnen und Kölner in irgendeiner Form für bürgerschaftliches Enga-
gement offen – hochgerechnet sind dies circa 387 000 Menschen.
Verglichen mit 2009 gibt es bei diesem Potenzial einen deutlichen Anstieg: Der Anteil
aller, die zum Befragungszeitpunkt oder aber in der Vergangenheit ehrenamtlich tätig
waren, betrug 2009 noch 36 Prozent. Das Potenzial für ehrenamtliche Aktivitäten ist
damit in der Bürgerschaft deutlich größer geworden.
24
20
56
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
Nein, bin und war
nicht ehrenamtlich
tätig
Nein, aber früher
Ja, bin ehren-
amtlich tätig
24
30
15
31
mindestens
einmal pro
Woche
drei- bis viermal
pro Monat
mehrmals im
Jahr
seltener
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Pflege
Krankheit und Pflegebedürftigkeit sind Risiken, die jeden ereilen können und mit stei-
gendem Alter wahrscheinlicher werden. Insbesondere vor dem Hintergrund des de-
mographischen Wandels und dem damit verbundenen größer werdenden Anteil alter
und hochbetagter Menschen in der Bevölkerung, erhält die Pflege oder Unterstüt-
zung, die Menschen füreinander leisten, eine zunehmend wichtige soziale Bedeu-
tung.2
In Köln pflegt oder unterstützt etwa jede/r Sechste
16 Prozent der befragten Kölnerinnen und Kölner geben an, einen pflegebedürftigen
Menschen zu unterstützen, zu betreuen beziehungsweise zu pflegen. Etwa drei Viertel
der pflegenden Kölnerinnen und Kölner unterstützen einen Menschen, der nicht zum
eigenen Haushalt gehört.
Vor allem ältere Kölnerinnen und Kölner pflegen
Es hängt vor allem vom Alter ab, ob man andere Menschen pflegt oder unterstützt:
Während bei den unter 45-jährigen Befragten das Thema „Pflege“ eine vergleichswei-
se geringe Rolle spielt – hier pflegt/unterstützt nur maximal jede/r Zehnte –, sieht das
bei den älteren Kölnerinnen und Kölnern anders aus. Der Anteil pflegender Personen
steigt bei den über 45-Jährigen auf über 20 Prozent an (siehe Grafik 2).
Grafik 2 Befragte, die pflegen oder unterstützen, in den Altersgruppen
(in % der Befragten)
Unterschiedliche Pflegesituation je nach Lebensabschnitt
Mit zunehmendem Alter steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit, einen Menschen zu
pflegen – die älteren Kölnerinnen und Kölner unterscheiden sich von den jüngeren
auch darin, wen sie pflegen.
2 Frageformulierung: „Unterstützen, betreuen, pflegen Sie pflegebedürftige Menschen?“
8
22 21
18 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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44-Jährige oder Jüngere pflegen/unterstützen deutlich häufiger andere Familienan-
gehörige als die älteren Kölnerinnen und Kölner (38%). Da in dieser Altersgruppe der
Anteil von Haushalten mit minderjährigen Kindern und Jugendlichen überdurch-
schnittlich hoch ist, kann vermutet werden, dass es sich hierbei vor allem um die Pfle-
ge/Unterstützung von Minderjährigen handelt.
Grafik 3 Gepflegte/unterstützte Person nach Altersgruppe der Befragten
(Mehrfachnennung in % der Befragten)
Bei den 45- bis 59-Jährigen überwiegt mit einem Anteil von knapp drei Vierteln (72%)
der Personenkreis, der die Eltern oder Schwiegereltern pflegt.
Auch die 60-Jährigen und Älteren pflegen zu großen Teilen die Eltern oder Schwei-
gereltern (39%). Hinzu kommt bei dieser Altersgruppe die Fürsorge um den Part-
ner/die Partnerin: Ein Fünftel muss sich um den pflegebedürftigen Partner/die pfle-
gebedürftige Partnerin kümmern (20%).
Alle Altersgruppen gleichen sich darin, dass Eltern oder Schwiegereltern jeweils die
größte Gruppe darstellen, die unterstützt, betreut oder gepflegt wird (siehe Grafik 3).
Mehrfachbelastung bei den Pflegenotwendigkeiten
Die Unterstützung einer pflegebedürftigen Person beansprucht Zeit und konkurriert
mit anderen Verpflichtungen, wie sie sich beispielweise aus einer Berufstätigkeit oder
der eigenen Familiensituation ergeben.
Je älter man bei der Familiengründung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer
Doppelbelastung: Denn das Risiko nimmt zu, sich (noch) um die eigenen minderjähri-
gen Kinder kümmern zu müssen und zeitgleich pflegebedürftige (Schwieger-)Eltern
zu bekommen.
7 7 114 4
20
11 7
13
19
8
12
38
15
19
38
72
39
18 - 44
Jahre
45 - 59
Jahre
60 Jahre
und älter
Alter der Befragten
Eltern, Schwiegereltern
andere Familienangehörige
sonstige Person
Freund/Freundin, Bekannte
(Ehe-)Partner/in
Nachbar/Nachbarin
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
* Mehrfachnennungen (in % der Befragten)
gepflegte/unterstützte Person(en)*
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Eine derartige Doppelbelastung zeigt sich derzeit bei 13 Prozent der Befragten: So hat
von den 45- bis 59-Jährigen, die angaben, ihre (Schwieger-)Eltern zu betreuen oder zu
pflegen, immerhin noch jede/r Achte gleichzeitig Kinder unter 14 Jahren im Haushalt.
Da die Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes immer älter sind3, dürfte diese Dop-
pelbelastung zumindest in der nächsten Zeit wahrscheinlicher werden.
Pflege führte bei 17 Prozent zu einer Einschränkung der Berufstätigkeit
Dass sich Berufstätigkeit und aktuelle Pflegenotwendigkeit nicht reibungslos verein-
baren lassen, führte bei jeder sechsten befragten Person zu einer zeitlichen Einschrän-
kung der beruflichen Tätigkeit (17%). Mit 20 Prozent gaben dies Frauen häufiger an als
Männer (14%).4
Unterstützung pflegebedürftiger Personen ist vielfältig
Die Kölnerinnen und Kölner pflegen auf vielfältige Weise. Das Pflegespektrum der am
häufigsten genannten Pflege- oder Unterstützungsleistungen umfasst insbesondere
soziale Tätigkeiten (emotionale Zuwendung, Gespräche, Vorlesen und ähnliches) so-
wie Einkäufe und Besorgungen. Über 60 Prozent der Pflegenden haben hier jeweils ein
Kreuz gesetzt. Aber auch organisatorische Aufgaben (beispielsweise Behördengänge)
werden von mehr als der Hälfte der Pflegenden übernommen (57%).
Grafik 4 Geleistete Pflege-/Unterstützungstätigkeiten (Mehrfachnennung in
% der Befragten)
3 So ist statistisch gesehen eine Frau bei der Geburt ihres ersten Kindes in Köln durchschnittlich 31,2
Jahre alt. Siehe hierzu auch Statistisches Jahrbuch Köln 2016, S. 55
4 Frageformulierung: „Müssen Sie bzw. mussten Sie für ihre aktuelle Pflegetätigkeit ihre Berufstätig-
keit zeitlich einschränken?“
67
66
57
51
47
42
41
22
13
soziale Tätigkeiten
(Gespräche, Zuspruch, Vorlesen)
Einkaufen/Besorgungen
organisatorische Aufgaben
(auch Behördengänge, Bankgeschäfte)
häusliche Versorgung
Fahrdienste
Spazieren gehen
Sonstiges
Körperpflege, An-/Ausziehen
Krankenpflege
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ -Umfrage 2016
Mehrfachnennung (in % der Befragten)
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
10
Von den neun zur Auswahl gestellten Pflegetätigkeiten wurden durchschnittlich vier
Tätigkeiten ausgewählt. Entgegen der landläufigen Vorstellung unterscheiden sich
Frauen und Männer nur geringfügig darin, wie viel sie an Unterstützungs- und Pflege-
leistungen erbringen (Frauen 4,2 und Männer 3,9 verschiedene Tätigkeiten (im
Durchschnitt)). Stärkere Unterschiede zwischen Männern und Frauen ergeben sich je-
doch in der inhaltlichen Ausrichtung der Tätigkeiten.
Körperpflege, soziale Tätigkeiten und Spaziergänge werden eher
von Frauen geleistet
Frauen übernehmen häufiger als Männer intime, auch körperlich anstrengende Pfle-
getätigkeiten wie Körperpflege oder das An- und Ausziehen (27%; Männer: 17%).
Daneben werden auch soziale Zuwendung wie Gespräche, Zuspruch und Vorlesetä-
tigkeiten (70%; 62%) sowie Spaziergänge (45%; 37%) in erhöhtem Ausmaß von den
Kölnerinnen geleistet. Bei den anderen Tätigkeiten zeigen sich keine wesentlichen
Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Grafik 5 Geleistete Pflege-/Unterstützungstätigkeiten von Frauen und Männern
(Mehrfachnennung in % der Befragten)
49 46
59 56
42 41
52 51
11 14
64 67
37 45
62 70
17
27
Männer Frauen
Körperpflege, An-/Ausziehen
soziale Tätigkeiten
(Gespräche, Zuspruch, Vorlesen)
Spazieren gehen
Einkaufen/Besorgungen
Krankenpflege
häusliche Versorgung
Sonstiges
organisatorische Aufgaben
(auch Behördengänge, Bankgeschäfte)
Fahrdienste
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ -Umfrage 2016
Mehrfachnennung (in % der Befragten)
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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2.2 Aktivitäten im politischen Bereich
Mit ihrer politischen Mitwirkung haben Bürgerinnen und Bürger an der Gestaltung des
Gemeinwesens einen aktiven Anteil. Um mehr zu erfahren über die Bereitschaft und
Intensität der Kölner Bevölkerung, sich für Politik allgemein und für das politische Ge-
schehen und die Entwicklung der Stadt einzubringen, wurde die Frage nach den For-
men politischer Beteiligung gestellt. Ergänzend wurde nach dem Interesse an Politik
allgemein, aber auch an Lokalpolitik gefragt, das als Grundlage für politisches Enga-
gement gesehen wird.
Politisches Interesse
Starkes Interesse für die Entwicklung Kölns
Interesse an Gesellschaft und Politik sind Grundvoraussetzungen für die Bereitschaft,
sich gesellschaftspolitisch einzubringen, sei es mit einer Wahlteilnahme an der politi-
schen Willensbildung teilzuhaben oder sich über mögliche Formen der direkten Bür-
gerbeteiligung in kommunale Entscheidungsprozesse gestaltend einzubringen.
Nahezu alle Befragte der „Leben in Köln“-Umfrage bekunden ein Interesse für Politik
allgemein (92%). Mit 96 Prozent interessiert sich nahezu jede/r Befragte für die Ent-
wicklung der Stadt (siehe Grafik 6). Auch wenn bei den Teilnehmenden an einer
städtischen Bürgerumfrage grundsätzlich von einem höheren politischen Interesse
ausgegangen werden kann, sprechen diese Zustimmungswerte für ein außergewöhn-
lich hohes politisches Interesse der Kölner Bevölkerung.
Die Entscheidungen des Stadtrates und die Arbeit der Stadtverwaltung stoßen mit
jeweils rund 80 Prozent auf etwas weniger interessierte Kölnerinnen und Kölner,
wenngleich auch diese Werte als hoch anzusehen sind. Etwa ein Fünftel fühlt sich hin-
gegen überhaupt nicht von diesen beiden Bereichen angesprochen.
Politisches Interesse steigt mit dem Alter
Für die Entwicklung der Stadt interessiert sich annähernd jede/r – und dies über alle
Altersgruppen hinweg (siehe Grafik 6). Anders bei der Politik im Allgemeinen oder
auch den Entscheidungen des Stadtrates oder der Arbeit der Stadtverwaltung: Hier
nimmt das Interesse mit steigendem Alter zu.
Bei den 18- bis 24-Jährigen ist das Interesse an Politik allgemein mit 85 Prozent noch
hoch. An den Entscheidungen des Stadtrates und der Arbeit der Stadtverwaltung
sind allerdings nur noch etwa sieben von zehn Befragten interessiert (70 beziehungs-
weise 67%). Vor dem Hintergrund ihrer oftmals geringeren politischen Erfahrung so-
wie dem Umstand einer zumeist kürzeren Wohndauer in der Stadt, ist dieser Wert
aber immer noch als hoch anzusehen.
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Grafik 6 Grundsätzliches Interesse an Politik allgemein und im kommunalpolitischen B e-
reich nach Altersgruppen (in % der Befragten)
Stärkeres Interesse an Lokalpolitik geht einher mit der Verbundenheit
mit Köln
Auch ist zu erkennen, dass Kölnerinnen und Kölner, die sich entweder mit ihrem
Stadtteil oder der Stadt insgesamt verbunden fühlen, ein etwas stärkeres Interesse für
Lokalpolitik besitzen als diejenigen Befragten, die keine emotionale Verbundenheit zu
Köln haben (jeweils acht Prozentpunkte Unterschied).
Grafik 7 Interesse an Bereichen der Kommunalpolitik nach Verbundenheit mit Köln /dem
Stadtteil (in % der Befragten)
85
93
70
67
91
95
81
76
96 96
89 86
92 96
83
79
Politik
allgemein
die Entwicklung
der Stadt
die Entscheidungen
des Stadtrates
die Arbeit der
Stadtverwaltung
18 - 24 Jahre
25 - 59 Jahre
60 Jahre und älter
Insgesamt
Grundsätzliches Interesse für...*
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
* Anteile für "stark"/"weniger stark" zusammengefasst
84
80
76
72
die Entscheidungen
des Stadtrates
die Arbeit der
Stadtverwaltung
Verbundenheit mit Köln/
dem Stadtteil
keine Verbundenheit
Grundsätzliches Interesse für...*
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
* Anteile für "stark"/"weniger stark" zusammengefasst
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Politische Partizipation
Die Kölner Bevölkerung zeichnet sich, wie gezeigt, durch ein relativ hohes grundsätz-
liches Interesse an Politik aus. Damit ist eine zentrale Grundlage für die Bereitschaft
vorhanden, sich auch politisch einzubringen und an politischen Entscheidungen mit-
zuwirken.
Drei Viertel der Befragten gehen nach eigener Angabe regelmäßig wählen
Freie Wahlen sind das konstituierende Merkmal einer Demokratie und die wichtigste
Form, als Bürgerin oder Bürger Kontrolle über die politische Führung und den politi-
schen Kurs auszuüben. Danach gefragt, ob sie an einer der drei zurückliegenden Wah-
len teilgenommen haben, gaben 74 Prozent der befragten Kölnerinnen und Kölner ei-
ne Teilnahme an mindestens zwei der letzten drei Wahlen an.5
Weniger als ein Fünftel der Kölnerinnen und Kölner nutzt alternative
Beteiligungsformen
Neben der Teilnahme an Kommunalwahlen steht den Bürgerinnen und Bürgern eine
Vielzahl alternativer Möglichkeiten zur Verfügung, sich in kommunale Entschei-
dungsprozesse einzubringen. Um etwas über die Verankerung dieser Beteiligungs-
formen in der Kölner Bevölkerung zu erfahren, wurde in der „Leben in Köln“– Umfrage
2016 eine Reihe alternativer Beteiligungsformen vorgegeben und gefragt, welche
man davon schon einmal genutzt hat.
Es zeigt sich, dass jede achte Kölnerin beziehungsweise jeder achte Kölner eine der
vorgegebenen Beteiligungsformen bereits genutzt hat. Diese Anteilswerte mögen ge-
ring erscheinen: Hier muss bedacht werden, dass die aufgeführten Formen alternati-
ver politischer Einflussnahme in der Regel anlassbedingt sind – das heißt, eine Teil-
nahme zielt entweder auf eine konkrete Situation ab, die für die Bürgerinnen und Bür-
ger in irgendeiner Form ein Problem darstellt, oder man möchte mitgestaltend an
Stadtentwicklungsprojekten teilhaben. Darüber hinaus geht der Zeitaufwand, der von
den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen dieser Beteiligungsverfahren in der Regel
aufgebracht werden muss, deutlich über den Zweitaufwand hinaus, den sie für einen
Wahlgang aufwenden müssen.
5 Berücksichtigt wurden die letzten drei Wahlen zum Zeitpunkt der Befragung im Herbst 2016 (also die
Bundestagswahl 2013, die Europa/-Kommunalwahl 2014 und die Wahl der Oberbürgermeisterin
2015). In die Auswertungen wurden nur diejenigen Befragten einbezogen, die das 18. Lebensjahr
zum Zeitpunkt der Wahlen erreicht hatten.
Eine ausführliche Analyse zur Wahlbeteiligung der letzten Wahlen befindet sich auf den städtischen
Internetseiten: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/wahlanalysen
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Grafik 8 Nutzung alternativer politischer Beteiligungsformen
(Mehrfachnennung in % der Befragten)
Demonstrationen, Bürgerinitiativen und Bürgerentscheide sind die
häufigsten ausgeübten Beteiligungsformen
Demonstrationen, Bürgerinitiativen/Bürgerforen oder Bürgerentscheide sind noch
die von den meisten Kölnerinnen und Kölnern genutzten Beteiligungsformen: Zwölf
beziehungsweise 13 Prozent „ haben diese schon einmal genutzt “. Elf Prozent haben
auch schon einmal an Bürgerversammlungen oder „ Stadtgesprächen“ teilgenom-
men. Andere Beteiligungsformen spielen eine nachgelagerte Rolle (siehe Grafik 8).
Alternative Beteiligungsformen sind auch für Nichtwählerinnen und -wähler
keine wirkliche Alternative
Die Kölnerinnen und Kölner, die sich an politischen Wahlen nicht (mehr) beteiligen,
sind auch bei der Nutzung alternativer Beteiligungsformen deutlich zurückhaltender.
Die Befragten, die angaben, sich an den letzten drei Wahlen nicht beteiligt zu haben,
haben alternative Beteiligungsformen in deutlich geringerem Umfang genutzt als die-
jenigen, die sich an politischen Wahlen beteiligen.
13
12
11
8
6
5
5
5
4
sich an Demonstrationen beteiligen
in einer Bürgerinitiative/
einem Bürgerforum mitmachen
an Bürgerentscheiden teilnehmen
an Bürgerversammlungen oder
Stadtgesprächen teilnehmen
Briefe an Oberbürgermeister(in)
und/oder Verwaltung schreiben
in einer Partei aktiv mitmachen
sich an Stadtratsmitglieder/
Stadtratsfraktionen wenden
sich an Beiräte wenden (z. B. Elternbeirat,
Seniorenvertretung)
sich an einen Bürgerverein wenden
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
Mehrfachnennung (in % der Befragten)
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Grafik 9 Nutzung alternativer Beteiligungsformen durch Wähler/innen und Nich twäh-
ler/innen (Mehrfachnennung in % der Befragten)
Bürgerentscheiden und Kommunalwahlen wird der stärkste Einfluss auf
Kommunalpolitik und Stadtentwicklung zugeschrieben
Gefragt danach, welche Chancen sie den möglichen Beteiligungsverfahren – auch
Kommunalwahlen und Beteiligung an Bürgerumfragen – einräumen, um damit auf
Kommunalpolitik und Stadtentwicklung Einfluss nehmen zu können, stufen die B e-
fragten Bürgerentscheide sowie Kommunalwahlen noch am erfolgversprechendsten
ein (jeweils zwei Drittel der Befragten). 59 Prozent der Befragten schreiben der Mi t-
wirkung in einer Partei einen Einfluss zu. Damit gelten diese drei Partizipationsformen
in der Kölner Bevölkerung als besonders bedeutsam.
Die Beurteilung des Einflussvermögens von politischen Beteiligungsmöglichkeiten ist
also weitaus höher als die tatsächliche Nutzung.
Etwas weniger als die Hälfte spricht Bürgerinitiativen/Bürgerforen oder der Teilna h-
me an Bürgerbefragungen einen Einfluss zu. Die weiteren Beteiligungsverfahren e r-
achten nur etwa ein Viertel oder weniger als erfolgsversprechend.
Es ist anzumerken, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Befragten die Einflussstärke
bestimmter Partizipationsverfahren nicht einschätzen konnte. So haben die Befragten
vor allem bei der Beurteilung des Einflusses von Demonstrationen (27%), Briefen an
die Oberbürgermeisterin oder Verwaltung (28%), des Herantretens an Stadtratsmit-
glieder (30%), Bürgervereine (30%) oder Beiräte (31%) verstärkt mit „weiß nicht“ ge-
antwortet.
2
1
2
2
3
2
3
5
4
5
6
6
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7
10
14
15
17
sich an einen Bürgerverein wenden
sich an Beiräte wenden
(z. B. Elternbeirat, Seniorenvertretung)
in einer Partei mitmachen
sich an Stadtratsmitglieder/
Stadtratsfraktionen wenden
Briefe an Oberbürgermeister(in)
und/oder Verwaltung schreiben
an Bürgerversammlungen oder
„Stadtgesprächen“ teilnehmen
an Bürgerentscheiden teilnehmen
in einer Bürgerinitiative/
einem Bürgerforum mitmachen
sich an Demonstrationen beteiligen
Wähler/innen Nichtwähler/innen
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
Mehrfachnennung (in % der Befragten)
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
16
Grafik 10 Einschätzung, mit Beteiligungsformen Einfluss auf Kommunalpolitik / Stadten t-
wicklung nehmen zu können (in % der Befragten)
Dies dürfte zum einen daraus resultieren, dass diese Beteiligungsformen bisher nur in
den wenigsten Fällen tatsächlich genutzt wurden und die Einschätzung ihres Einfluss-
vermögens daher schwer fallen könnte. Zudem sind politische Entscheidungsprozesse
in der Regel komplex und nicht auf einen einzelnen Einflussfaktor zurückzuführen,
was die Beurteilung der Wirkung von politischen Beteiligungsmöglichkeiten grund-
sätzlich erschwert.
Nutzung von Informationsquellen
„Aktive Bürgerschaft“ kann durch die Verfolgung von Nachrichten und Informationen
über das gesellschaftspolitische Zeitgeschehen ihren Anfang nehmen. Sich regelmä-
ßig über das, was in der Stadt passiert, auf dem Laufenden zu halten, vermittelt wich-
tige Kenntnisse über lokalpolitische Zusammenhänge, die dazu beitragen können,
sich bürgerschaftlich zu engagieren.
Das persönliche Umfeld ist zentrale Informationsquelle
zum Stadtgeschehen
Über die Geschehnisse in der Stadt kann man sich auf vielerlei Weise informieren. An
erster Stelle steht das persönliche Umfeld der Kölner Bevölkerung – 90 Prozent grei-
fen auf Familie, Freunde oder Bekannte zurück, um sich „ab und an“ oder auch „re-
gelmäßig“ über das Geschehen in Köln zu erkundigen (siehe Grafik 11).
16
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23
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34
33
Briefe an Oberbürgermeister/Verwaltung schreiben
sich an Demonstrationen beteiligen
sich an Stadtratsmitglieder/Stadtratsfraktionen wenden
an Bürgerversammlungen oder „Stadtgesprächen“ teilnehmen
sich an Beiräte wenden (z. B. Elternbeirat, Seniorenvertretung)
sich an Bürgerverein wenden
an Bürgerbefragungen teilnehmen
in Bürgerinitiative/Bürgerforum mitmachen
in Partei mitmachen
sich an Kommunalwahlen beteiligen
an Bürgerentscheiden teilnehmen
eher mehr eher weniger
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
Man kann ... Einfluss nehmen
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
17
Regionale Radiosender, die Kölner Lokalpresse und regionale
Fernsehformate besonders beliebt
Mit Blick auf die Medien als Informationsquelle finden sich regionale Fernseh- und
Radiosender an den obersten Plätzen – beide werden von rund 90 Prozent der Kölne-
rinnen und Kölnern genutzt. Die Lokalpresse (Kölner Stadtanzeiger/Kölnische Rund-
schau) folgt knapp dahinter (83%). Die Bereitstellung des Tagesgeschehens kenn-
zeichnet diese drei Informationsmedien, weshalb nicht verwundert, dass diese auch
von deutlich mehr Menschen „regelmäßig“ genutzt werden. Eine Ausnahme stellen
hier Express und BILD dar, auf welche nach eigenen Angaben rund jeder/jede Fünfte
„regelmäßig“ zurückgreift, um sich über das Geschehen in Köln zu informieren.
Wöchentlich erscheinende Stadtteilzeitungen – wie etwa der Kölner Wochenspiegel
– die in der Regel einzelnen städtischen Themen mehr Platz widmen können, werden
von weniger Kölnerinnen und Kölner verwendet, wenngleich diese immerhin noch ei-
nem Fünftel der Befragten als „regelmäßige“ Informationsquelle dienen (21%).
Genutzt, jedoch unregelmäßig: Plakate, Aushänge, Info-Flyer, lokale
Internetseiten und der städtische Internetauftritt
Informationen, die im Stadtbild zu finden sind – wie Plakate, Aushänge und Info-
Flyer – nehmen über zwei Drittel als Quelle war, um sich über Köln zu informieren. Ih-
rer punktuellen Erscheinungsform geschuldet, werden diese von nur vier Prozent der
Kölner Bevölkerung „regelmäßig“ genutzt (siehe Grafik 11).
Etwa die Hälfte nutzt das Internet zur Informationsfindung
45 Prozent der Befragten greifen auf Facebook, Twitter oder andere soziale Medien
zurück. Der städtische Internetauftritt „stadt -koeln.de“ oder die Internetplattform
„koeln.de“ werden von 58 Prozent herangezogen.
Anlassbezogene Informationsangebote: Bürgertelefon, Amtsblatt,
Service-App
Informationsangebote der Stadtverwaltung – wie das Bürgertelefon, das Amtsblatt
oder die städtische „Service-App“ – werden von weniger als einem Fünftel der Bürge-
rinnen und Bürger genutzt. Hier kann eine Rolle spielen, dass das Amtsblatt als Infor-
mationsquelle eher unbekannt sein dürfte und die darin enthaltenen Informationen
nur für eine kleinere Bevölkerungsgruppe eine Rolle spielen. Das Bürgertelefon wird
zumeist nur dann angerufen, wenn man ein spezielles Anliegen, eine Frage an die
Stadtverwaltung hat oder auf anderem Wege nicht weiterkommt.
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Grafik 11 Häufigkeit, der Nutzung von Informationsquellen g um sich über das Geschehen
in Köln zu informieren (in % der Befragten)
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9
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42
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12
11
10
Service-App der Stadt Köln
Amtsblatt der Stadt Köln
Bürgertelefon der Stadt Köln
Kölner Stadtmagazin (z.B. PRINZ,
StadtRevue)
Soziale Medien (z.B. facebook,
Twitter)
EXPRESS/Bild
Lokale Formate von privaten
Fernsehsendern
Städtischer Internetauftritt „stadt-
koeln.de“
Andere Kölner Internetseiten
(z.B.koeln.de)
Plakate, Aushänge, Info-Flyer
Stadtteilzeitungen (z.B. Kölner
Wochenspiegel)
Kölner Stadt-Anzeiger/Kölnische
Rundschau
Regionale Radiosender
Regionale Fernsehsender
Familie, Freunde und ähnliches
regelmäßig ab und an nie
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“-Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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3. Fazit und Ausblick
Bürgerschaftliches Engagement in der Form, zum Wohle anderer Menschen oder ei-
ner Sache tätig zu sein, wird in Köln von etwa einem Viertel der Bevölkerung gelebt.
Seit der letzten Befragung vor sieben Jahren hat sich dieser Anteil leicht erhöht. Damit
stellt das bürgerschaftliche Engagement eine stabile Stütze der Kölner Gesellschaft
dar.
Insbesondere im Bereich der informellen, häuslichen Pflege und Unterstützung kön-
nen sich zahlreiche pflegebedürftige Kölnerinnen und Kölner auf Unterstützungsleis-
tungen aus dem privaten Umfeld verlassen – dies ist keine Selbstverständlichkeit. Vor
allem die Kölner Bevölkerung ab der Lebensmitte (45 Jahre und älter) leistet einen Bei-
trag zur Pflege. Unter ihnen finden sich doppelt Belastete: entweder weil sie noch
minderjährige Kinder betreuen und zugleich die (Schwieger)Eltern pflegen oder un-
terstützen oder weil sie sich – ab einem höheren Alter – neben der Betreuung von
(Schwieger)Eltern auch um den eigenen Partner/die Partnerin pflegerisch kümmern.
In Zukunft dürften diese Konstellationen in Anbetracht einer steigenden Lebenserwar-
tung und späteren Realisierung der Familiengründung für viele Kölnerinnen und Köl-
ner häufiger werden.
Das Repertoire der derzeit erbrachten Pflegetätigkeiten ist umfangreich. Hinsichtlich
der inhaltlichen Ausrichtung des Pflegeengagements lassen sich tendenzielle Unter-
schiede zwischen den Kölnerinnen und Kölnern ausmachen: relativ intime Tätigkeiten
– Körperpflege, An-und Ausziehen – sowie soziale Zuwendung durch Gespräche, Zu-
spruch oder Vorlesetätigkeiten werden, wie auch Spaziergänge, häufiger von Frauen
als Männern ausgeübt. Tätigkeiten, die vermehrt von Männern geleistet werden, las-
sen sich demgegenüber nicht erkennen.
Die Beobachtung von Bereitschaft und Umfang an pflegerischer Unterstützung von
Angehörigen ist in kommenden Umfragen fortzuführen – dies nicht zuletzt, weil die
Unterstützung für andere das Zusammenleben in den Quartieren der Stadt fördert.
Neben den unterstützenden Leistungen drückt sich „Aktive Bürgerschaft“ auch in der
Teilnahme an und der Einflussnahme auf politische Entscheidungen aus. Das Interesse
an Politik im Allgemeinen, aber auch an der Entwicklung der Stadt ist in der Kölner Be-
völkerung hoch: Über 90 Prozent bekunden ein grundsätzliches Interesse.
Die politischen Institutionen und Gremien, die auf die Stadt und ihre Entwicklung di-
rekt einwirken – der Rat der Stadt sowie die Stadtverwaltung – stoßen mit jeweils
rund 80 Prozent auf etwas weniger Interessierte, wenngleich auch diese Werte als
hoch anzusehen sind. Etwa ein Fünftel der Kölnerinnen und Kölner schenkt den Ent-
scheidungen des Stadtrates oder der Arbeit der Stadtverwaltung hingegen keine Be-
achtung. Dies muss im Zusammenhang mit der Entwicklung der Wahlbeteiligung ge-
nauer analysiert werden.
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
20
Sich am politischen Prozess in Köln zu beteiligen, erfolgt im Wesentlichen in Form von
Wahlen. Sie sind das Wesensmerkmal einer Demokratie und die Teilnahme daran gilt
für Viele als Bürgerpflicht. Andere Möglichkeiten politischer Einflussnahme werden
nur von einem geringen Anteil der Bürgerinnen und Bürger in Anspruch genommen.
Dies geschieht im Wesentlichen durch die Teilnahme an Demonstrationen, Bürgerini-
tiativen oder Bürgerentscheiden.
Förderlich für die politische Teilhabe können zugrundeliegende Information en sein.
Insbesondere Menschen aus dem nahen Umfeld – Familie, Freunde und Bekannte –
fungieren als wichtige Informationsquelle, um sich über die Geschehnisse in Köln zu
erkunden. Darüber hinaus werden vor allem die Medien regelmäßig herangezogen,
die über des tägliche Geschehen in der Stadt Auskunft geben: r egionale Radiosender,
die Kölner Lokalpresse und regionale Fernsehformate weisen die höchste Nutze r-
reichweite auf.
Nicht zuletzt ist das Engagement der Bürger – in Form von ehrenamtlichen Tätigkei-
ten oder der Teilnahme an kommunalpolitischen Prozessen – ein Ausdruck für das Le-
bensgefühl in der Stadt. Bürgerschaftliches Engagement trägt zu einem lebendigen
Miteinander bei und kann sich auf die Identifikation mit der Stadt, in der man lebt,
auswirken – ein solches Verbundenheitsgefühl kann wiederum nach außen getragen
werden. Köln, im Sinne einer aktiven Bürgerschaft zu stärken, ist daher wünschens-
wert.
Kölner Statistische Nachrichten – 3/2018
Aktive Bürgerschaft – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
21
„Leben in Köln“-Umfrage 2016 – Methodik
Die Grundgesamtheit der Befragung sind deutsche und ausländische Personen
zwischen 18 und 80 Jahren mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Köln. Diese Gruppe
umfasste zum Befragungszeitraum rund 878 000 Personen. Für die „Leben in
Köln“-Umfrage 2016 wurden aus dieser Personengruppe 64 000 Personen per Zu-
fallsverfahren1 aus dem Kölner Melderegister ausgewählt – das entspricht einem
Anteil von 7,3 Prozent.
Diese 64 000 Kölnerinnen und Kölner erhielten im Herbst 2016 ein Anschreiben
der Oberbürgermeisterin Henriette Reker, gemeinsam mit einem 16-seitigen Fra-
gebogen sowie einem Freiumschlag.
Die Befragung wurde in zwei Befragungswellen durchgeführt:
1. Welle: 23.08. bis 30.09.2016 (48 013 Anschreiben)
2. Welle: 22.10. bis .18.11.2016 (16 015 Anschreiben)
Grundgesamtheit
(Wohnbevölkerung im Alter zwischen 18 und 80 Jahren) 878 000
__________________________________________________________________
1. Welle 2. Welle Gesamt
Brutto-Stichprobe 48 013 16 015 64 028
__________________________________________________________________
abzüglich „nicht Zustellbare“
(= verzogen, verstorben)2 600 400 1 000
= bereinigte Brutto-Stichprobe 47 400 1 5 600 63 000
__________________________________________________________________
Netto-Stichprobe (Rücklauf absolut) 10 937 3 316 14 352
Rücklaufquote (Rücklauf in %) 23,1 % 21,3 % 22,8 %
1. Bei der Stichprobenziehung handelt es sich um eine geschichtete Zufallsauswahl: So wurden je-
ne Stadtteile überproportional quotiert, in denen der Rücklauf bei den vergangenen „Leben in
Köln“-Umfragen besonders gering war und hier auch dieses Mal mit einer geringeren Beteiligung
(= Rücklaufquote) zu rechnen war. Durch dieses Verfahren wurden zudem ausländische Perso-
nen bei der Stichprobenziehung überquotiert, da ihr Anteil in den Stadtteilen mit geringer Betei-
ligung überdurchschnittlich ist.
Leichte Abweichungen zwischen der Befragtenstruktur und der Grundgesamtheit hinsichtlich
der Altersstruktur wurden durch Gewichtungen im Datensatz nachträglich ausgeglichen. Der
Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist – wie in annähernd allen freiwilligen Bevöl-
kerungsumfragen – unterdurchschnittlich.
2. Die Zustellung über Info-Post der Post AG beinhaltet keine Rücksendung im Falle einer Nicht-
Zustellbarkeit. Daher wurde die Zahl der neutralen Ausfälle auf Basis der Wanderungs- und Ster-
bezahlen aus der Bevölkerungsstatistik geschätzt.
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Tel: 02 21 / 221-21882
Fax: 02 21 / 221-21900 oder 28493
E-Mail: statistik@stadt-koeln.de
Internet: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ISSN 2192 – 9726
© Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit
Quellenangabe 13/15/300/6.18
Anlage 1_Zufriedenheit_mit_Köln_und_dem_Wohnumfeld_UM_KSN_2018_2
57784 Zeichen
Kölner Statistische Nachrichten
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem
Wohnumfeld
Ergebnisse der „Leben in Köln“ – Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
2
Foto:
Oberbürgermeisterin Henriette Reker
Fotografin und Copyright: Martina Goyert
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
3
Liebe Kölnerinnen und Kölner,
liebe Leserinnen und Leser,
mein Dank gebührt Ihnen – den mehr als 14 000 Kölnerinnen und Köl-
nern, die im Herbst 2016 an der repräsentativen Bevölkerungsumfra-
ge „Leben in Köln“ teilgenommen haben. Sie haben sich die Zeit ge-
nommen, den Fragebogen mit seinen vielfältigen Fragen zu den un-
terschiedlichsten Themenbereichen auszufüllen.
Mit Ihrer Teilnahme haben Sie uns Ihre Einstellungen und Bewertun-
gen zu verschiedenen Aspekten städtischen Lebens mitgeteilt, aber
auch ein wenig über sich selbst und Ihre Lebensumstände preisgege-
ben. Das ist nicht selbstverständlich.
Indem Sie Antworten auf Fragen zu Ihren Lebens- und Wohnverhältnissen sowie zu Ihren persönlichen
Einstellungen und Meinungen gegeben haben, ermöglichen Sie es Politik und Verwaltung, Planungen
und Entscheidungen ein Stück näher an der Lebenswelt der Kölner Bürgerinnen und Bürger auszurich-
ten.
Mit diesen Informationen gewinne aber auch ich als Oberbürgermeisterin dieser Stadt einen tieferen
Einblick in die vielfältigen Lebenswelten verschiedener Bevölkerungsgruppen. Das sind wichtige In-
formationen, die kommunalstatistische Datenquellen nicht hergeben.
Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik wird in den kommenden Wochen und Monaten eine Serie
von Berichten veröffentlichen, in denen ausgewählte Themen der Umfrage „Leben in Köln“ vertieft
und Unterschiede zwischen verschiedenen Stadtteilen und Bevölkerungsgruppen in den Blick ge-
nommen werden. Den Auftakt bildet der Themenbericht „Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnum-
feld“. Er geht darauf ein, wie zufrieden Sie – die Kölnerinnen und Kölner – mit der Stadt insgesamt, den
städtischen Infrastrukturen, mit Ihrem Stadtteil und der Wohn- und Lebensqualität in Ihrem unmittel-
baren Wohnumfeld sind.
Die drei folgenden Themenberichte befassen sich mit der „aktiven Bürgerschaft“, dem „Wohnen in
Köln“ sowie der „Erwerbstätigkeit und der wirtschaftlichen Lage der Kölner Bevölkerung“.
Alle Berichte können über den Internetauftritt der Stadt Köln über folgenden Link heruntergeladen
werden: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/umfragen.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln
Köln, im Juni 2018
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
4
Inhalt
1. Einleitung .........................................................................................................................5
2. Ergebnisse der „Leben in Köln“-Umfrage ..........................................................................6
2.1 Verbundenheit mit Köln ...................................................................................................7
2.2 Zufriedenheit mit Köln .................................................................................................. 10
2.3 Stärken und Schwächen Kölns ....................................................................................... 12
2.4 Zufriedenheit mit dem Stadtteil .................................................................................... 16
2.5 Zufriedenheit mit Merkmalen des Stadtteiles ................................................................ 18
2.6 Familienfreundlichkeit des Wohngebietes .................................................................... 21
2.7 Größte Probleme Kölns aus Sicht der Bevölkerung ........................................................ 25
3. Fazit ............................................................................................................................... 29
„Leben in Köln“-Umfrage 2016 – Methodik............................................................................ 31
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
5
1. Einleitung
Der vorliegende Bericht ist der erste von vier Themenberichten, die über ausgewählte
Fragestellungen aus der „Leben in Köln“-Umfrage 2016 berichten. Bei dieser Umfrage
handelt es sich um eine postalische Mehrthemenumfrage, die planungsrelevante In-
formationen über die Bevölkerung und deren Lebensverhältnisse und Einstellungen zur
Verfügung stellt. Den angeschriebenen Kölnerinnen und Kölnern wurden 114 Fragen zu
verschiedenen Themenbereichen städtischen Lebens gestellt. An der im Herbst 2016
durchgeführten Befragung haben sich rund 14 400 Kölnerinnen und Kölner beteiligt –
damit sind die Ergebnisse nicht nur für Köln, sondern auch auf kleinräumiger Ebene der
Stadtteile repräsentativ (zur Methodik siehe Seite 31).
Dieser erste Bericht befasst sich mit den Ergebnissen der „Leben in Köln“-Umfrage
zum Thema „Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld“. Die Kölnerinnen und
Kölner erleben die Stadt und ihr eigenes Wohnumfeld tagtäglich – sie nehmen ver-
schiedene Infrastrukturen in Anspruch. Mit dem was man vorfindet, kann man mehr
oder auch weniger zufrieden sein. Zufriedenheit mit der Stadt oder dem Wohnumfeld
ist ein wichtiger Aspekt des individuellen Wohlfühlens, stärkt Identifikation und
Bleibeabsicht. Zufriedenheit spricht sich herum und ist somit ebenso ein wichtiger
Imagefaktor und auch Standortfaktor für die Stadt.
Zunächst wird über die allgemeine Zufriedenheit der Kölner Bevölkerung mit ihrer
Stadt berichtet. Die Auswertungen dienen dazu, ein allgemeines Stimmungsbild dazu
einzufangen, wie die Kölnerinnen und Kölner ihre Stadt wahrnehmen. Auf der Ebene
der Gesamtstadt wird auch die Zufriedenheit mit verschiedenen städtischen Angebo-
ten und Aspekten der Lebensqualität dargestellt und in ihren Zusammenhängen be-
leuchtet. Auf diese Weise soll ein möglichst lebendiges Bild von der Zufriedenheit der
Bevölkerung mit dem Leben in Köln entstehen. Fragen zur Identifikation mit Köln oder
dem Stadtteil/dem Stadtviertel, in dem man lebt, ergänzen die Zufriedenheitsfragen.
Berichtet wird auch über die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem eigenen Stadtteil
allgemein sowie mit der dortigen Angebotslage. Dabei wird auch das wichtige Thema
der Familienfreundlichkeit aufgegriffen.
Aus den Bewertungen der verschiedenen Infrastrukturen in Köln wie auch im Woh-
numfeld werden die Stärken, aber auch Schwächen Kölns sichtbar. Diese Befunde
spiegeln sich auch in den abschließend präsentierten Ergebnissen zu den in der Um-
frage offenen, das heißt ohne Antwortvorgaben abgefragten „größten Problemen“
Kölns wider – einer Möglichkeit, von der die Befragten regen Gebrauch machten.
Das Format der Themenberichte wurde gewählt, um der Leserschaft einen schnellen
Überblick über die wichtigsten Umfrageergebnisse zu ermöglichen und diese gleich-
zeitig in einem thematischen Zusammenhang darzustellen. Weitere Themenberichte
befassen sich mit der „aktiven Bürgerschaft“, dem „Wohnen in Köln“ sowie der „Er-
werbstätigkeit und der wirtschaftlichen Lage der Kölner Bevölkerung.
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
6
2. Ergebnisse der „Leben in Köln“-Umfrage
Die Kölner Bevölkerung ist vielfältig. Die Menschen sind unterschiedlich alt und leben
unterschiedlich lange in Köln – sie haben demnach ganz unterschiedliche Erfahrungs-
horizonte. Dies hat Einfluss auf die Zufriedenheiten. Etwas mehr als die Hälfte der Be-
fragten ist 45 Jahre oder älter, weitere rund 40 Prozent sind zwischen 25 und 44 Jahre
alt. Lediglich sechs Prozent der Befragten sind unter 24 Jahre alt.
Grafik 1 Altersgruppen (in % der Befragten)
Die überwiegende Mehrheit der befragten Personen (75%) wohnt schon länger als
zehn Jahre in Köln. Nur ein Drittel (34%) wohnt schon seit Geburt in Köln. Der Anteil
derjenigen, die seit ein bis zehn Jahren in der Stadt leben, beträgt in der Umfrage
23 Prozent. Die Gruppe der neu nach Köln Gezogenen ist mit zwei Prozent vertreten.
Grafik 2 Wohndauer in Köln (in % der Befragten)
6
20
1928
27
18 bis 24 Jahre
25 bis 34 Jahre
35 bis 44 Jahre45 bis 59 Jahre
60 bis 80 Jahre
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
2
23
41
34
weniger als ein Jahr
1 bis 10 Jahre
länger als 10 Jahre
seit Geburt
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
7
2.1 Verbundenheit mit Köln
Stärker verbunden mit der Stadt und weniger mit dem „Veedel“
Angesichts der mit Köln häufig assoziierten hohen „Veedels-Verbundenheit“ über-
rascht das Ergebnis: Die Kölnerinnen und Kölner fühlen sich stärker mit Köln als Ganzes
verbunden als mit dem Stadtteil beziehungsweise dem Stadtviertel, in dem sie leben:
Mehr als die Hälfte der befragten Personen fühlen sich in erster Linie als Kölner/in.
Nur jede/r vierte Befragte gab an, eher mit dem Stadtteil/Stadtviertel verbunden zu
sein, als sich als Kölner/Kölnerin zu fühlen. Etwa jede fünfte befragte Person fühlt sich
weder mit Köln noch mit dem Stadtteil/Stadtviertel verbunden.
Grafik 3 Verbundenheit mit Köln oder dem Stadtteil/Stadtviertel (in % der Befragten)
Die Verbundenheit mit Köln nimmt zu, je länger man hier lebt
Von den kürzlich nach Köln gezogenen Befragten empfinden 63 Prozent ein Gefühl
der Verbundenheit – mit Köln allgemein oder dem Stadtteil/dem Stadtviertel, in dem
man lebt. Von den „alteingesessenen“ Kölnerinnen und Kölnern, die seit Geburt in
Köln leben, fühlen sich 91 Prozent in der einen oder anderen Form mit der Stadt ver-
bunden.
Analog dazu nimmt der Anteil der Befragten, die sich weder mit der Stadt noch mit
dem Stadtteil verbunden fühlen mit zunehmender Wohndauer kontinuierlich ab – er
verringert sich von 37 Prozent bei Neuzugezogenen zu 23 Prozent bei jenen, die
schon seit mehr als zehn Jahren in Köln wohnen und er beträgt lediglich noch zehn
Prozent bei denen, die schon seit Geburt in der Stadt leben.
24
55
21
eher mit Stadtteil/
Stadtviertel verbunden
in erster
Linie Kölner/in
weder noch
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Grafik 4 Verbundenheit mit Köln nach Wohndauer in der Stadt (in % der Befragten)
Deutliche Unterschiede bei der Verbundenheit mit dem Stadtteil
Zwischen den Befragten der verschiedenen Stadtteile zeigen sich große Unterschiede
darin, wie sehr sie sich mit ihrem Stadtteil/ihrem Stadtviertel verbunden fühlen.
Die stärkste Stadtteilverbundenheit haben Befragte aus Porzer Stadtteilen: In Libur
und Lind fühlt sich die Hälfte eher mit dem Stadtteil verbunden, in anderen Porzer
Stadtteilen ist es jeweils noch mehr als ein Drittel (siehe Karte 1). Befragte aus dem
Porzer Stadtteil Gremberghoven zeigen hingegen die geringste Stadtteilverbunden-
heit (7%). Ähnlich niedrige Verbundenheit weisen nur noch Befragte aus Ostheim,
Höhenberg, Volkhoven/Weiler, Meschenich, Bocklemünd/Mengenich, Humboldt-
Gremberg und Lindweiler auf (jeweils weniger als 10%).
91
78
71
67
63
10
23
29
33
37
seit Geburt
länger als 10 Jahre
4 bis 10 Jahre
1 bis 4 Jahre
weniger als ein Jahr
Verbundenheit mit Köln oder dem Stadtteil weder noch
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Karte 1 Stadtteilverbundenheit in den 86 Kölner Stadtteilen (in % der Befragten)
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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2.2 Zufriedenheit mit Köln
Die Kölnerinnen und Kölner sind mehrheitlich zufrieden mit ihrer Stadt
Auf die allgemein gestellte Frage, wie zufrieden man mit Köln insgesamt ist, äußern
sich knapp zwei Drittel (61%) der befragten Kölnerinnen und Kölner „sehr zufrieden“
oder „zufrieden“. Etwa jede beziehungsweise jeder Sechste (16%) ist mit Köln sogar
„sehr zufrieden“. Insgesamt unzufrieden mit der Stadt zeigen sich sieben Prozent,
darunter zwei Prozent, die „sehr unzufrieden“ sind.
Grafik 5 Zufriedenheit mit Köln (in % der Befragten)
Die Zufriedenheit mit Köln nimmt mit der Wohndauer in der Stadt ab
Wie zufrieden die Kölnerinnen und Kölner mit ihrer Stadt sind, hängt unter anderem
davon ab, wie lange sie schon in Köln wohnen. Befragte mit kürzerer Wohndauer ge-
ben deutlich häufiger an, mit Köln zufrieden oder sehr zufrieden zu sein, als jene, die
schon lange oder sogar seit Geburt in der Stadt wohnen (Grafik 6). Unter den neu Zu-
gezogenen sind 37 Prozent mit Köln sogar sehr zufrieden, bei den „Alteingesessenen“
hingegen nur 14 beziehungsweise 15 Prozent. So werden negative Aspekte der Stadt
mit zunehmender Wohndauer für die Bewohnerinnen und Bewohner deutlicher.
16
45
32
5 2
sehr zufrieden
zufrieden
teils-teils
unzufrieden
sehr unzufrieden
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
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Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Grafik 6 Zufriedenheit mit Köln nach Wohndauer (in % der Befragten)
Je höher die Zufriedenheit, desto größer auch die Verbundenheit mit der Stadt
Die Umfrageergebnisse zeigen eindeutig, dass die Bindung an Köln umso stärker aus-
fällt, je zufriedener man mit der Stadt ist. So lapidar diese Erkenntnis erscheinen mag,
so wichtig sind die dahinter liegenden Zusammenhänge: Eine hohe allgemeine Zu-
friedenheit fördert die Identifikation mit der Stadt, eine starke Identifikation wirkt sich
positiv auf den Gemeinsinn aus, was wiederum die Bereitschaft, sich bürgerschaftlich
zu engagieren, unterstützen dürfte.
Von der Gruppe der „sehr Zufriedenen“ äußerten deutlich über 90 Prozent eine Ver-
bundenheit entweder mit der Stadt oder ihrem Stadtviertel/Stadtteil (Grafik 7). Bei
den „sehr Unzufriedenen“ gilt dies nur für etwas mehr als die Hälfte. Eine Verbunden-
heit erscheint also umso wahrscheinlicher, je zufriedener man ist.
Grafik 7 Identifikation mit Köln nach Zufriedenheit mit der Stadt (in % der Befragten)
16
14
15
18
24
37
45
43
45
47
52
46
32
34
33
30
21
15
5
7
6
4
2
1
2
2
2
1
1
1
insgesamt
seit Geburt
länger als 10 Jahre
4 bis 10 Jahre
1 bis 4 Jahre
weniger als ein Jahr
sehr zufrieden zufrieden teils-teils unzufrieden sehr unzufrieden
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
80
52
67
74
82
91
20
48
33
26
18
9
ingesamt
sehr unzufrieden
unzufrieden
teils-teils
zufrieden
sehr zufrieden
Verbundenheit mit Köln
oder mit Stadtviertel/Stadtteil
keine Verbundenheit mit Köln
oder Stadtviertel/Stadtteil
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
12
2.3 Stärken und Schwächen Kölns
Die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt setzt sich aus vielen Ein-
zelaspekten zusammen. Dies umfasst nicht zuletzt deren Zufriedenheit mit der städti-
schen Angebotslage – genauer gesagt: den Infrastrukturangeboten. Hierzu gehören
auch weitere Faktoren städtischer Lebensqualität– wie beispielsweise die wahrge-
nommene Sicherheit oder Sauberkeit der Stadt. In der „Leben in Köln“-Umfrage 2016
wurden den Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Infrastrukturangebote mit der
Frage vorgelegt, wie zufrieden sie mit den jeweiligen Angeboten in Köln sind. Aus
deren Antworten lassen sich Stärken und Schwächen Kölns ableiten. Da nicht alle ab-
gefragten Angebote von den befragten Personen gleichermaßen genutzt werden,
wurde hier auch die Antwortkategorie „weiß nicht/keine Meinung“ angeboten, die
jene Befragten nutzen konnten, die ein Angebot nicht bewerten können.
Kölns Stärken:
Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Gaststätten,
medizinische Versorgung, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV),
Kultur und Grünanlagen
Eine besondere Stärke Kölns sehen die Befragten in den guten Einkaufsmöglichkeiten
sowie im Angebot an Restaurants und Gaststätten (Grafik 8). Jeweils 80 Prozent der
Befragten gaben an, dass diese Angebote in Köln gut oder sehr gut seien. Damit füh-
ren diese beiden Angebotsbereiche die Liste der Zufriedenheit an.
Zu den weiteren Stärken der Stadt zählt für die Befragten auch das Angebot an kultu-
rellen Einrichtungen und Veranstaltungen: Dieses wird zwar im Vergleich insgesamt
etwas weniger positiv bewertet, aber noch zwei Drittel der Befragten bezeichnen es
als gut oder sehr gut. Immerhin: Etwa ein Viertel wählte die Antwortkategorie „teil-
teils“, findet also sowohl positive als auch negative Aspekte am Angebot.
Dass nicht alle befragten Personen eine Meinung zum kulturellen Angebot der Stadt
haben, zeigt der mit sieben Prozent etwas höhere Anteil derjenigen, die diese zusätz-
liche Antwortmöglichkeit nutzten.
Eine gute bis sehr gute Bewertung erhielt das Angebot an Straßenbahnen, U-Bahnen
und Bussen: Diesen bedeutsamen Faktor städtischer Infrastruktur beurteilen annä-
hernd drei Viertel der Befragten (72%) als gut bis sehr gut. Weniger als ein Viertel äu-
ßert sich ambivalent („teils-teils“), als schlecht bewerten es lediglich sieben Prozent
der Befragten. Ähnlich gut beurteilt wurde das Angebot an Krankenhäusern und Ärz-
ten: Ebenfalls 72 Prozent sind mit der medizinischen Versorgung in Köln zufrieden bis
sehr zufrieden. Köln wird zudem mehrheitlich als grüne Stadt wahrgenommen: Zwei
Drittel der Befragten Personen bewerten das Angebot an Parks und Grünanlagen in
der Stadt als gut oder sehr gut. Eine kleinere Gruppe von etwa einem Viertel der Be-
fragten schätzt die Situation als gemischt ein. Unzufrieden äußerten sich lediglich
sieben Prozent der Befragten.
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
13
Im Mittelfeld:
Pflege und Betreuungsangebote für Senioren, soziale Beratungsangebote
sowie Schwimmbäder und Sportanlagen
Ausreichende und qualitativ gute Angebote für die Betreuung und Pflege von Senio-
rinnen und Senioren ist wichtig für das gute städtische Leben in allen Generationen.
Die Situation der Wohn- und Pflegeangebote für Seniorinnen und Senioren in Köln
wird vergleichsweise ambivalent bewertet: Während 43 Prozent das Angebot an Al-
ten- und Pflegeheimen sowie die häusliche Versorgung von Seniorinnen und Senioren
als gut beziehungsweise sehr gut einstufen, wählt ein etwa gleich hoher Anteil an be-
fragten Personen die Antwortkategorie „teils-teils“. Eindeutig unzufrieden zeigen sich
14 beziehungsweise 17 Prozent der Befragten.
Erwartungsgemäß gibt es eine große Anzahl an Personen, die mit der Thematik Be-
treuung und Pflege von Senioren bisher keine Berührung hatten und daher die Situa-
tion nicht beurteilen können: 41 beziehungsweise 49 Prozent aller befragten Perso-
nen gaben an, keine Meinung dazu zu haben. Dies gilt vor allem für jüngere Befragte.
Erkennbar wird: Befragte über 65 Jahre bewerten die Angebote etwas besser als der
Durchschnitt der Befragten. Es ist zu vermuten, dass sich diese ältere Gruppe bereits
mit dem Thema Pflege und Betreuung intensiver auseinandergesetzt hat und zu einer
besseren Bewertung kommt.
Beratungsangebote für soziale Fragen und Probleme wurden ähnlich beurteilt wie
die Seniorenangebote: Rund 40 Prozent derjenigen Befragten, die eine Meinung äu-
ßerten, bewerten das Angebot an Sozialberatungsstellen in der Stadt als sehr gut bis
gut, etwas mehr Befragte stufen das Angebot weder als eindeutig positiv noch als
eindeutig negativ ein. Das Angebot an Schwimmbädern und Sportanlagen in der
Stadt bewertet nur ein Drittel der befragten Personen mit gut beziehungsweise sehr
gut. Ein etwas größerer Teil der befragten Personen (40%) ist unentschieden, ob posi-
tive oder negative Aspekte überwiegen. Eindeutig negativ beurteilt das Angebot im-
merhin etwa jede/r vierte Befragte. Auffallend ist bei diesen Angeboten im mittleren
Zufriedenheitsbereich der hohe Anteil an Personen, die diese nicht eindeutig positiv
oder negativ bewerten können, das heißt mit „teils-teils“ antworten. Die Antwortka-
tegorie „weiß nicht/keine Meinung“ stellt sicher, dass nicht auch jene Befragten mit
„teils-teils“ antworten, die sich keine eindeutige Meinung zum Angebot bilden kön-
nen. Die Befragten nehmen bei diesen Angeboten mit einem hohen Anteil an „teils-
teils-Antworten“ offenbar tatsächlich sowohl positive als auch negative Elemente
wahr: Beispielsweise eine gute Qualität bei zu geringem Angebot oder umgekehrt.
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
14
Grafik 8 Bewertung städtischer Infrastruktur und Kölner Einrichtungen
(in % der Befragten)
11
12
17
22
24
30
32
34
39
40
43
65
66
72
72
84
85
34
33
47
37
52
39
42
40
42
43
43
28
26
21
23
13
13
55
55
36
42
24
31
26
26
19
17
14
7
8
7
5
3
2
Wohnungsangebot
Sauberkeit von Straßen
und Plätzen
Sicherheit auf
Straßen und Plätzen
Angebot an Kindertagesplätzen
(für unter 3-Jährige)
Umweltqualität
Angebot an Kindergärten
(für 3- bis 6-Jährige)
Nachmittagsbetreuung
für Schulkinder
Angebot an Schwimmbädern
und Sportanlagen
Beratungsangebot bei sozialen
Fragen und Problemen
Angebote zur häuslichen
Versorgung von Senioren
Angebot an Alten-/
Pflegeheimen
Angebot an Park-
und Grünanlagen
Angebot an kulturellen
Einrichtungen und Veranstaltungen
Angebot an Straßenbahnen,
U-Bahnen und Bussen
Angebot an Krankenhäusern
und Ärzten
Restaurant-/
Gaststättenangebot
Einkaufsmöglichkeiten
(sehr) gut teils-teils (sehr) schlecht
* Die Prozentwerte am rechten Rand der Grafik stellen die Anteile für „weiß nicht/keine Angabe“ dar. Diese Werte sind
nicht in die Anteilsberechnung eingeflossen.
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; "Leben in Köln" - Umfrage 2016
0 %
41 %
51 %
7 %
41 %
49 %
41 %
1 %
7 %
1 %
3 %
2 %
4 %
1 %
2 %
43 %
3 %
keine Meinung/
weiß nicht
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
15
Kölns Schwächen:
Wohnungsangebot, Sauberkeit, Sicherheit und Kinderbetreuungsangebot
Ausreichender und bezahlbarer Wohnraum ist ein aktuelles Problem der meisten
deutschen Großstädte. Auch in Köln wird aus Sicht der befragten Personen die größte
Schwäche im fehlenden Wohnungsangebot gesehen: Über die Hälfte der Befragten
(55%) beurteilten das Wohnungsangebot als schlecht oder sehr schlecht. Lediglich elf
Prozent gaben hier eine positive Bewertung ab. Damit liegt das Wohnungsangebot in
der Bewertung gleichauf mit der Sauberkeit von Straßen und Plätzen, die ebenfalls
besonders schlecht abschneidet und damit aus Bürgersicht ein großes Manko der
Stadt darstellt.
Ein etwas positiveres Bild zeigt sich bei der Bewertung des Sicherheitsempfindens auf
öffentlichen Plätzen und Straßen: Hiermit ist eine im Vergleich mit der Sauberkeit
etwas höhere Anzahl der Befragten zufrieden (17%). Dafür zeigen sich mehr befragte
Personen ambivalent (47%). Der Anteil an Unzufriedenen ist mit 36 Prozent aber noch
vergleichsweise hoch.
Auch die wahrgenommene Umweltqualität ist ein weiterer wichtiger Einflussfaktor auf
die Lebensqualität einer Stadt. In der Beurteilung der Befragten liegt auch diese im hinte-
ren Feld. Etwa ein Viertel der befragten Personen ist diesbezüglich unzufrieden, ein etwa
gleich hoher Anteil bezeichnet die Umweltqualität in Köln als gut bis sehr gut. Die über-
wiegende Mehrheit der Befragten stuft die Umweltqualität weder eindeutig positiv noch
eindeutig negativ ein (52%).
Die verschiedenen Angebote an Kinderbetreuung gehören aus Bürgersicht ebenfalls
zu den Schwächen Kölns. Die Angebote an Kindertagesplätzen beziehungsweise
Nachmittagsbetreuung für Schulkinder können meist nur diejenigen Befragten tat-
sächlich adäquat beurteilen, die Kinder in diesem Alter haben oder hatten. Etwa die
Hälfte der Befragten (43 bis 51%) geben an, keine Meinung zu diesen Angeboten zu
haben.
Die größte Unzufriedenheit besteht mit dem Angebot an Kindertagesplätzen für
unter Dreijährige: Nur 22 Prozent – das heißt weniger als ein Viertel aller Befragten –
beurteilen dieses als gut oder sehr gut. 42 Prozent – also fast doppelt so viele – beur-
teilen das Angebot als schlecht oder sehr schlecht. Noch kritischer sehen dies Eltern
mit Kindern bis zu drei Jahren: Hier sind lediglich noch 14 Prozent mit dem Angebot
zufrieden, während weit mehr als die Hälfte (63%) die Situation als schlecht oder sehr
schlecht bewertet.
Etwas positiver wird das Angebot an Kindergärten für Drei- bis Sechsjährige bewer-
tet. Knapp ein Drittel aller befragten Personen ist mit diesem Angebot zufrieden. Ein
etwa gleich hoher Anteil bezeichnet es als schlecht oder sehr schlecht. Anders bei den
Angeboten für unter Dreijährige: Hier sind es die direkt betroffenen Eltern, die das
Angebot an Betreuungsplätzen etwas positiver einschätzen als der Durchschnitt aller
Befragten beziehungsweise als Befragte ohne Kinder. Ein ähnliches Bild ergibt die Be-
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
16
urteilung der Nachmittagsbetreuung für Schulkinder. Knapp ein Drittel aller befrag-
ten Personen bewertet diese positiv, ein gutes Viertel hingegen ist unzufrieden mit
diesem Angebot. Der überwiegende Teil der Befragten ist in seiner Gesamtbewertung
unentschieden. Befragte mit im Haushalt lebenden Kindern bewerten das Angebot
insgesamt positiver als Befragte ohne Kinder (37% im Vergleich zu 29%).
2.4 Zufriedenheit mit dem Stadtteil
Der vorangegangene Abschnitt widmete sich der Zufriedenheit der Bürgerinnen und
Bürger mit ihrer Stadt sowie mit verschiedenen städtischen Angeboten. Die darge-
stellten Ergebnisse geben ein allgemeines Stimmungsbild der Kölner Bevölkerung in
Bezug auf deren Zufriedenheiten mit der Stadt allgemein wieder. Im folgenden Ab-
schnitt wird nunmehr die Zufriedenheit der Bevölkerung mit ihrem Stadtteil sowie mit
Infrastrukturen des näheren Wohnumfeldes in den Blick genommen.
Die überwiegende Mehrheit ist mit dem Stadtteil, in dem man lebt,
zufrieden
Zwei Drittel der Kölnerinnen und Kölner (68%) sind mit ihrem Stadtteil zufrieden, ein
Viertel ist sogar sehr zufrieden (23%). Mit dem eigenen Stadtteil ist man also (etwas)
zufriedener als mit der Stadt als Ganzes (68% im Vergleich zu 61%).
Grafik 9 Zufriedenheit mit dem Stadtteil (in % der Befragten)
Zufriedenheit in den Stadtteilen sehr unterschiedlich
Wie unterschiedlich die Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner der 86 Köl-
ner Stadtteile mit ihrem Stadtteil ausfällt, zeigt die folgende Karte 2. Die dargestellten
Anteile geben an, wie viel Prozent der befragten Bewohner/innen „zufrieden“ bezie-
23
45
24
6
2
sehr zufrieden
zufrieden
teils-teils
unzufrieden
sehr unzufrieden
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
17
hungsweise „sehr zufrieden“ mit ihrem Stadtteil sind. 1 46 Stadtteile liegen über dem
Durchschnittswert von 68 Prozent Stadtteilzufriedenheit. Zwölf dieser 46 Stadtteile
werden von den dort lebenden Befragten überdurchschnittlich positiv bewertet. In
Libur, Sülz, Klettenberg, Lindenthal, Riehl, Junkersdorf und Braunsfeld haben sogar
mehr als 90 Prozent der Befragten gesagt, sie seien „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“
mit ihrem Stadtteil. Mit Ausnahme von Libur liegen diese – überdurchschnittlich gut
bewerteten – Stadtteile im linksrheinischen Südwesten.40 Stadtteile liegen unterhalb
des Durchschnittswertes von 68 Prozent: Darunter sind 16 Stadtteile, mit denen de-
ren Bewohner deutlich weniger zufrieden sind: An diesem unteren Ende der Zufrie-
denheitsskala liegen die Stadtteile Vingst, Gremberghoven, Godorf, Meschenich und
Finkenberg: Hier äußern sich jeweils weniger als 30 Prozent der Befragten zufrieden
mit ihrem Stadtteil.
Karte 2 Zufriedenheit mit dem Stadtteil in den 86 Kölner Stadtteilen (in % der Befragten)
1 Die Abgrenzung der in der Karte dargestellten vier Gruppen beruhen auf Abweichungen vom Mittel-
wert – in diesem Fall 68 Prozent „(sehr) zufrieden“ mit dem Stadtteil.
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
18
2.5 Zufriedenheit mit Merkmalen des Stadtteiles
Gesamtzufriedenheit setzt sich aus Einzelzufriedenheiten zusammen. Im Folgenden
wird beleuchtet, wie zufrieden die befragten Personen mit verschiedenen Angeboten
beziehungsweise Aspekten der Lebensqualität ihres Stadtteils sind (siehe Grafik 10)2.
In der konkreten Fragestellung, die den Befragten vorlag, wurde nach der Zufrieden-
heit mit Aspekten des „Wohngebietes“ gefragt. Diese Wortwahl und die damit vorge-
nommene Abgrenzung zu „Stadtteil“ berücksichtigt den Umstand, dass das Lebens-
und Wohnumfeld der Bevölkerung, das heißt der Bereich, der für ihren Alltag, zum
Beispiel für tägliche Einkäufe relevant ist, nicht immer an Stadtteilgrenzen gebunden
ist.
Höchste Zufriedenheit im Wohngebiet mit:
Erreichbarkeit des ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten, medizinischer
Versorgung, Parks und Grünflächen sowie Nachbarschaftskontakten
Die höchste Zufriedenheit besteht aus Sicht der Befragten mit der fußläufigen Er-
reichbarkeit des öffentlichen Personennahverkehrs (92% „sehr zufrieden oder „eher
zufrieden“), der medizinischen Versorgung (84%), den Einkaufsmöglichkeiten für
den täglichen Bedarf, den Nachbarschaftskontakten (jeweils 83%) sowie den Parks
und Grünflächen (81%) in ihrem Wohngebiet.
Eine genauere Betrachtung der Antwortverteilung zeigt, dass mit der Erreichbarkeit
des ÖPNV 61 Prozent der Befragten sogar sehr zufrieden sind, mit den Einkaufsmög-
lichkeiten im Wohngebiet ist noch die Hälfte der Befragten sehr zufrieden. Für die
übrigen Angebote überwiegt der Anteil der „ eher Zufriedenen“ gegenüber den „sehr
Zufriedenen“.
Wohnortnahes Angebot an Schulen, Kinderbetreuung und Spielplätzen
überwiegend zufriedenstellend
Mit speziellen Angeboten für Familien mit Kindern im Wohngebiet – wie dem Ange-
bot an Schulen, Kinderbetreuungsplätzen sowie Spielflächen oder Spielplätzen – zei-
gen sich jeweils zwischen 70 und 80 Prozent der Befragten insgesamt zufrieden, wo-
bei anteilig deutlich weniger Befragte angaben, mit dem Angebot „sehr zufrieden“ als
„eher zufrieden“ zu sein (zwischen 15 und 24%). Von diesen drei Aspekten schneidet
das Angebot an Schulen im Wohnviertel am besten ab: Hier ist knapp ein Viertel „sehr
zufrieden“ (24%). Mit den Kinderbetreuungsangeboten sind lediglich 15 Prozent sehr
zufrieden.
2 Anders als bei der Bewertung der gesamtstädtischen Angebotslage (Abschnitt 2.3) wurde hier keine
Antwortkategorie „weiß nicht/keine Meinung“ angeboten. Das Wohngebiet oder der eigene Stadtteil
ist für den Bürger beziehungsweise die Bürgerin überschaubarer als die Ebene der Gesamtstadt, hier
kennt man sich besser aus, ist man quasi „Experte“ für die Bewertung der Wohn- und Lebensqualität.
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
19
Freizeit- und Sportangebote sowie Fahrradfreundlichkeit überwiegend
positiv bewertet
Freizeit- und Sportangebote sowie die Fahrradfreundlichkeit erhielten durchschnitt-
lich ähnliche Zufriedenheitswerte und rangieren in Bezug auf alle untersuchten As-
pekte an drittletzter Stelle: Zufrieden (sehr zufrieden bis eher zufrieden) sind hiermit
68 beziehungsweise 66 Prozent der Befragten. Mit der Fahrradfreundlichkeit ihres
Wohnumfeldes sind anteilig etwas mehr Befragte „sehr zufrieden“ als mit dem woh-
nortnahen Freizeit- und Sportangebot (22% im Vergleich zu 17%).
Grafik 10 Zufriedenheit mit Aspekten des Wohngebietes (in % der Befragten)
7
9
22
17
15
19
24
27
32
40
50
61
49
49
44
51
59
52
57
56
52
41
33
31
36
34
24
26
21
23
16
13
13
15
11
6
8
8
10
6
5
6
3
4
3
4
6
2
Freizeitangebote für Senior/innen
Angebot an sozialen Einrichtungen
und Beratungsstellen
Fahrradfreundlichkeit
Freizeit- / Sportangebote
Kinderbetreuungsangebote
Angebot an Spielflächen/
Spielplätzen
Angebot an Schulen
Nachbarschaftskontakte
medizinische Versorgung
Parks und Grünflächen
Einkaufsmöglichkeiten für
den täglichen Bedarf
fußläufige Erreichbarkeit
von Bussen und Bahnen
sehr zufrieden eher zufrieden eher unzufrieden sehr unzufrieden
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
20
Freizeitangebote für Senioren und soziale Einrichtungen vergleichsweise
schlecht bewertet
Vergleichsweise schlecht bewertet werden das Angebot an sozialen Einrichtungen
und Beratungsstellen sowie Freizeitangebote für Senioren im näheren Wohnumfeld.
Während knapp die Hälfte der befragten Kölnerinnen und Kölner diese Angebote als
„eher zufriedenstellend“ bewertet, geben nur neun Prozent an, mit sozialen Einrich-
tungen „sehr zufrieden“ zu sein. Freizeitangebote für Senioren bewerten lediglich
sieben Prozent als „sehr zufriedenstellend“. Die Einschätzungen der älteren Befragten
unterscheiden sich dabei nicht wesentlich vom Durchschnitt aller befragten Personen.
Nachbarschaftskontakte, Freizeit- und Sportangebote, Einkaufsmöglichkei-
ten, Parks und Grünflächen sowie Familienfreundlichkeit prägen Zufrieden-
heit mit dem Stadtteil am stärksten
Eine Analyse zeigt, dass gute Kontakte zu den Nachbarn, ein wohnortnahes Freizeit-
und Sportangebot, eine gute Abdeckung mit Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen
Bedarf sowie attraktive und ausreichende Parks und Grünflächen im Viertel sich be-
sonders positiv auf die bereits dargestellte Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Be-
wohner mit ihrem Stadtteil auswirkt. Auch weitere in der Umfrage erhobene Merkma-
le wie zum Beispiel die Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung beziehungsweise
dem eigenen Haus sowie die Zufriedenheit mit der Familienfreundlichkeit des Wohn-
gebietes haben einen positiven Einfluss darauf, wie zufrieden die Bewohnerinnen und
Bewohner mit ihrem Stadtteil sind.
Betrachtet man vor diesem Hintergrund die Stadtteile genauer, in denen die Bewoh-
ner/innen deutlich unzufriedener sind (weniger als 44 % zufriedene Befragte), so zeigt
sich, dass einige Wohngebietsmerkmale, für die ein nennenswerter Einfluss auf die
Gesamtzufriedenheit mit dem Stadtteil nachgewiesen wurde, von der dortigen Be-
wohnerschaft auch weniger häufig als zufriedenstellend bewertet wurden als in Stadt-
teilen, mit einem höheren Anteil an zufriedenen Bewohner/innen: Dies trifft insbe-
sondere für die Angebote an Parks- und Grünflächen, Freizeit- und Sportmöglichkei-
ten sowie auf die Familienfreundlichkeit des Wohnumfeldes und die Zufriedenheit mit
der Wohnsituation zu. Nachbarschaftskontakte sowie Einkaufsmöglichkeiten für den
täglichen Bedarf hingegen werden zwar ebenfalls im Vergleich etwas schlechter be-
wertet, hier sind die Unterschiede jedoch geringer.
Diese Ergebnisse zeigen, dass es konkrete Aspekte des Wohnumfeldes gibt, die in
Stadtteilen mit höherer Stadtteil-Unzufriedenheit von den befragten Bewohnerinnen
und Bewohnern schlechter bewertet werden als in Stadtteilen mit einem höheren
Anteil an zufriedenen Befragten. Hierin sind also Ansatzpunkte für die Erhöhung der
Wohngebietszufriedenheit zu erkennen.
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
21
2.6 Familienfreundlichkeit des Wohngebietes
Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner
mit ihrer Stadt ist die Familienfreundlichkeit. Dabei ist die familienfreundliche Gestal-
tung des näheren Wohnumfeldes für deren Bewertung maßgeblicher als die Gesamt-
stadt – da dieses für Familien, neben der eigenen Wohnung, der Bereich ist, wo sie
sich mit ihren Kindern am häufigsten aufhalten.
Kinder- und Familienfreundlichkeit im Wohnumfeld eher mittelmäßig
Etwas mehr als die Hälfte der befragten Personen (56%) beschreibt das eigene Wohn-
gebiet als grundsätzlich familien- und kinderfreundlich. Dabei zeigen sich 18 Prozent
der Befragten „voll und ganz zufrieden“ mit der Familienfreundlichkeit ihres näheren
Wohnumfeldes. Ein weiteres Drittel bewertet die Situation ambivalent („teil-teils“),
13 Prozent sind eindeutig unzufrieden.
Grafik 11 Bewertung der Kinder- und Familienfreundlichkeit des Wohngebietes
(in % der Befragten)
52
29
12
7
voll und ganz / im
Großen und Ganzen
familienfreundlich
teils-teils
eher / überhaupt nicht
familienfreundlich
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
weiß nicht
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Karte 3 Bewertung der Kinder- und Familienfreundlichkeit im Wohngebiet (in % der Befragten)
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Bewertung der Familienfreundlichkeit in den Stadtteilen
sehr unterschiedlich
In den 86 Kölner Stadtteilen wird die Familienfreundlichkeit unterschiedlich wahrge-
nommen. In Karte 3 sind die Anteile der Befragten zusammengefasst dargestellt, die
angaben, „voll und ganz“ und „im Großen und Ganzen“ zufrieden zu sein. Analog der
Darstellung der allgemeinen Zufriedenheitswerte in den Stadtteilen sind in mittleren
Blautönen jene Stadtteile dargestellt, die in einem bestimmten Maße3 über und unter
dem Durchschnittswert aller Stadtteile liegen. Hellblau und Dunkelblau dargestellt
sind Gebiete, in denen die Anteile an mit der Familienfreundlichkeit zufriedenen Be-
wohnerinnen noch einmal besonders gering oder besonders hoch sind.
Etwas mehr als die Hälfte der Stadtteile werden von den Befragten mehrheitlich als
kinder- und familienfreundlich bezeichnet. Am besten schneidet hier der rechtsrheini-
sche Stadtteil Libur im Stadtbezirk Porz ab. Dahinter folgen mit den Stadtteilen Sürth,
Weiß, Klettenberg, Sülz und Brück Stadtteile auf beiden Rheinseiten. Die geringste
Zustimmung gibt es in den Stadtteilen Finkenberg, Buchforst und Altstadt-Nord.
Deutliche Unterschiede nach Familienform: Tendenziell bewerten Haushalte
mit mehreren Kindern die Familienfreundlichkeit positiver, am kritischsten
sind die Alleinerziehenden
Die Bewertungen der Familienfreundlichkeit des Wohngebietes von Personen mit
oder ohne Kindern im Haushalt unterscheiden sich kaum (Grafik 12). Etwas deutliche-
re Unterschiede zeigen sich zwischen den „Familienformen“: Diejenigen Haushalte, in
denen zwei oder mehr Kinder unter 18 Jahren leben, bewerten die Familienfreund-
lichkeit des Wohngebietes positiver als jene mit nur einem Kind. Dies hängt sicherlich
auch mit einer besseren Kenntnis familienfreundlicher Angebote zusammen, die sich
mit weiteren Kindern einstellt.
Die größten Unterschiede weisen die Bewertungen Alleinerziehender und von Eltern
auf, die ihre Kinder zu zweit betreuen: Alleinerziehende sind von der Kinder- und Fa-
milienfreundlichkeit des näheren Wohnumfeldes deutlich weniger überzeugt als „El-
ternpaare“ (46% im Vergleich zu 54%). Alleinerziehende sind aufgrund ihrer größeren
Belastung stärker auf die familienfreundlichen Angebote im Wohngebiet angewiesen
und stellen daher höhere Anforderungen an diese, wodurch möglicherweise ihre kriti-
schere Bewertung erklärt wird.
3 Der Abstand von einer Standardabweichung vom Mittelwert wurde hier als Abgrenzung der obersten
und untersten Gruppe verwendet, um die Stadtteile mit deutlich über- beziehungsweise unterdurch-
schnittlicher Zufriedenheit abzugrenzen.
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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Familienfreundlichkeit der Gesamtstadt wird etwas schlechter bewertet als
die der Wohngebiete
Kinder und Jugendliche sind vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein
wichtiger Bestandteil der Zukunftsfähigkeit von Kommunen – die Familienfreundlich-
keit ist somit ein wichtiger Standortfaktor. Daher haben wir deren Einschätzung zu-
sätzlich auch für Köln als Gesamtstadt erfragt, auch wenn diese vermutlich weniger
auf der Beurteilung konkreter wohnumfeldnaher Angebote beruht und sich eher aus
der Wahrnehmung verschiedener Aspekte wie zum Beispiel familienpolitische Maß-
nahmen, Pressemeldungen, Erzählungen von Freunden und Bekannten zusammen-
setzt. Ein solcher „subjektiver“ Gesamteindruck existiert jedoch in den Köpfen der
Bevölkerung, wird nach außen transportiert und prägt somit auch das öffentliche
„Image“ Kölns in Bezug auf Familienfreundlichkeit.
Die Bewertung der Familienfreundlichkeit der Gesamtstadt Köln fällt negativer aus als
die des näheren Wohnumfeldes: Hier sind nur noch 38 Prozent zufrieden, (gegenüber
56% im Wohngebiet). Erwartungsgemäß ist gleichzeitig der Anteil an uneindeutigen
Bewertungen („teils-teils“) bei dieser allgemein gestellten Frage höher (45% im Ver-
gleich zu 31%). Zur Verbesserung dieses „familien(un)freundlichen Images“ ist es ge-
wiss nötig, sowohl am konkreten Angebot im Wohnumfeld zu arbeiten und dieses
stetig auszubauen als auch den Blick auf weitere Faktoren zu richten, die das Image
beeinflussen.
Grafik 12 Bewertung der Kinder- und Familienfreundlichkeit des Wohngebietes nach
Familienform (in % der Befragten)
18
16
14
13
46
52
56
57
Alleinerziehende
Haushalte mit 1 Kind
Haushalte mit 2 Kindern
und mehr
Haushalte ohne Kinder
voll und ganz/im Großen und
Ganzen familienfreundlich
eher/überhaupt nicht
familienfreundlich
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
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2.7 Größte Probleme Kölns aus Sicht der Bevölkerung
Am Ende des Fragebogens wurden die befragten Bürgerinnen und Bürger gebeten, die
aus ihrer Sicht größten Probleme Kölns in einem offenen Textfeld einzutragen und ge-
gebenenfalls näher zu beschreiben. Sie konnten bis zu drei Probleme benennen und im
Klartext beschreiben.
Grafik 13 Größte Probleme Kölns – zusammengefasste Problembereiche
(Mehrfachnennungen in % der Befragten)
Etwa drei Viertel der befragten Personen (rund 10.900 Befragte) nutzten diese Mög-
lichkeit. Diese Beteiligung ist vor dem Hintergrund, dass Befragungsteilnehmende im
Allgemeinen bei Umfragen eher ungern auf offen gestellte Fragen mit eigenen Texten
antworten, sowie angesichts des Umstandes, dass diese Frage am Ende eines sehr
2
3
4
5
6
6
7
8
9
10
10
13
15
23
25
28
32
35
Umweltprobleme
Lärm
Ausländerpolitik/-feindlichkeit
räumliche Ungleichentwicklung
Sonstiges
Stadtbild
Städtischer Haushalt
ÖPNV-Probleme
Politik/Politiker
Soziale Probleme
Verwaltung
Stadtplanung/Stadtentwicklung
zu viele Ausländer/
Überfremdung
Infrastrukturprobleme
Sauberkeit
Wohnungsprobleme
Kriminalität/(Un)Sicherheit
Verkehrsprobleme
Mehrfachnennung: Jede befragte Person konnte bis zu drei Probleme benennen,
daher übersteigen die aufsummierten Prozentanteile 100 Prozent.
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik; „Leben in Köln“ - Umfrage 2016
Kölner Statistische Nachrichten 2/2018
Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld – Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016
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umfänglichen Fragebogens gestellt wurde, als bemerkenswert gut zu bewerten. Sie
spricht für die Bereitschaft der Befragten, mitzuwirken und sich im Rahmen der Um-
frage für „Köln-Themen“ zu engagieren.
Die überwiegende Mehrheit (65%) benannte drei „größte Probleme“, ein weiteres
Viertel (25%) zwei größte Probleme und zehn Prozent der Befragten nannten nur ein
größtes Problem. Die Probleme wurden überwiegend stichwortartig beschrieben. Ein
kleinerer Teil der Befragten schilderte die Problemlagen ausführlicher. Dass ein Groß-
teil der Befragten nicht nur ein Problem, sondern zwei oder mehr Probleme benannt
haben, weist darauf hin, dass es in Köln einige drängende Probleme aus Sicht der Bür-
gerinnen und Bürger gibt. Die genannten Probleme waren vielfältig und wurden zu 15
übergeordneten Themenbereichen zusammengefasst (siehe Grafik 13).
Die größten Probleme Kölns aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger:
Verkehrsprobleme, Kriminalität beziehungsweise (Un)Sicherheit,
Wohnungsangebot sowie Sauberkeit
Am häufigsten als größtes Problem Kölns wurde die Verkehrssituation genannt
(35%). Dieses Thema wurde häufig nur allgemein aufgeführt und nicht näher erläu-
tert. Diejenigen, die das Thema ausführlicher beschrieben, sehen dabei insbesondere
die „hohe Verkehrsbelastung“, die „vielen Baustellen“ sowie die fehlende „Fahrrad-
freundlichkeit“ als problematisch. Weiter wurde die „Parksituation“ bemängelt, das
heißt eine zu geringe Anzahl an (Anwohner)Parkplätzen sowie zu wenige Kontrollen
von Parkverstößen.
Das Thema Kriminalität und (Un)sicherheit wurde von 32 Prozent der Befragten und
damit am zweithäufigsten als eines der drei größten Probleme Kölns benannt. Die
überwiegende Mehrheit der befragten Personen hat dabei das Thema unspezifiziert
mit nur einem Stichwort genannt, lediglich vereinzelt wurde dieses noch näher erläu-
tert: Befragte äußerten ein Gefühl der Unsicherheit, insbesondere abends bezie-
hungsweise nachts auf Straßen und Plätzen sowie im ÖPNV. Kritisiert werden zudem
eine zu „geringe Polizeipräsenz“ und eine zu „lasche Justiz“. Auch „Diebstähle und
Wohnungseinbrüche“ führten einige Befragte als eines aus ihrer Sicht größtes Prob-
lem auf. Die zu erwartende Tendenz, dass für ältere Befragte das Thema Kriminalität
und (Un)sicherheit eine höhere Brisanz hat als für die Befragten jüngerer Generatio-
nen, zeigt sich für Köln nicht: Zwischen den Altersgruppen zeigen sich keine nen-
nenswerten Unterschiede.
Am dritthäufigsten wurden von den Befragten der Wohnungsmarkt beziehungsweise
Wohnungsprobleme als einer der größten Problembereiche genannt (28%). Woh-
nungsprobleme bestehen aus Sicht der befragten Bürgerinnen und Bürger vor allem
in den steigenden Mieten und einem Mangel an bezahlbaren Wohnungen sowie in
allgemeiner Wohnungsnot. Für die jüngeren Befragten stellt sich die Situation beson-
ders problematisch dar – sie befinden sich in einer Lebensphase, in der Veränderun-
gen und damit auch die Wohnungssuche häufiger ein Thema ist. In der Gruppe der 25
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bis 34-Jährigen sehen 42 Prozent der befragten Personen gegenüber 28 Prozent in der
Gesamtgruppe der Befragten den Wohnungsmarkt als eines der drei größten Proble-
me Kölns an.
Mit 25 Prozent benennt etwa jede/r vierte Befragte die mangelnde Sauberkeit der
Stadt. Anders als das Thema „Sicherheit“ scheint dies stärker ein Problemthema der
älteren Befragten zu sein – in der Gruppe der über 60-Jährigen führten rund 40 Prozent
fehlende Sauberkeit als größtes Problem auf.
Insgesamt etwas weniger Befragte – das heißt ein knappes Viertel (23%) –bemängelt
die städtische Infrastruktur. Die Kritik bezieht sich dabei insbesondere auf den Zu-
stand der Straßen und Fahrradwege, das unzureichende Angebot an Kita-Plätzen
sowie auf die hohen Kosten für Betreuungsplätze. Bemängelt werden darüber hinaus
auch die zu geringen Investitionen in die Bildung, das heißt in die bauliche Bildungs-
infrastruktur der Bildungseinrichtungen und deren Ausstattung.
Im mittleren Bereich:
Ausländerproblematik/Überfremdung, Planung und Entwicklung der Stadt, Ver-
waltung/Politik und soziale Probleme
Die Ausländerproblematik beziehungsweise Überfremdung sehen 15 Prozent der
Befragten, die die offene Frage beantworten, als eines der drei größten Probleme
Kölns. Das heißt sie sind der Meinung, dass es zu viele Ausländer gibt und thematisie-
ren Angst vor Überfremdung.
Für etwa 13 Prozent der Personen stellt die Art der Planung und Entwicklung der
Stadt eines der drei größten Probleme Kölns dar: Kritisiert werden dabei unter ande-
rem die Planung und Durchführung von Großprojekten sowie eine schlechte bezie-
hungsweise konzeptionslos erscheinende Verkehrsplanung. Ein kleiner Teil der Be-
fragten (6 %) äußert auch allgemein Kritik am Stadtbild – wahrgenommen werden
beispielweise ein vernachlässigtes Erscheinungsbild von Häusern und öffentlichen
Plätzen sowie eine geringe Aufenthaltsqualität von Grünflächen, Parks und Plätzen.
Kritik an Verwaltung und Politik üben etwa zehn Prozent der Befragten, die auf die
offene Frage nach den größten Problemen Köln geantwortet haben. Kritik an der
Verwaltung bezieht sich dabei häufig auf einen schlechten beziehungsweise nicht
bürgerorientierten Behördenservice. Näher spezifizierte Kritik im Bereich Politik the-
matisiert überwiegend Klüngel und Korruption.
Etwa zehn Prozent sehen in Köln große soziale Probleme, wie zum Beispiel eine stei-
gende (Kinder)Armut, eine Vergrößerung der sozialen Schere und einen abnehmen-
den Gemeinsinn. Auch die räumliche Ungleichentwicklung, überwiegend in Form
einer zunehmenden „Ghettoisierung“ bestimmter Viertel sowie einer ansteigenden
„Gentrifizierung“, wird von etwa sechs Prozent der Befragten, die offen geantwortet
haben, thematisiert.
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Nur jede/r Zehnte nannte:
das ÖPNV-Angebot, den städtischen Haushalt, Ausländerfeindlichkeit,
Lärmbelastung und Umweltverschmutzung
Während wie oben berichtet das ÖPNV-Angebot in Köln insgesamt vergleichsweise
(sehr) gut bewertet wurde, gibt es eine Gruppe von acht Prozent der Befragten, die in
Bezug auf Faktoren wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, Anbindung, Taktung, Sitz-
platzanzahl sowie Fahrpreis eines der drei größten Probleme Kölns sehen.
Der städtische Haushalt und dabei vorrangig die Verschwendung von Steuergeldern
sowie ausufernde Kosten von (Groß)bauprojekten wird nur von etwa sieben Prozent
der Befragten als eines der drei größtes Probleme Kölns benannt.
Nur ein kleinerer Teil derjenigen, die die offene Frage beantworten, benennt stich-
wortartig Ausländerfeindlichkeit als eines der drei größten Probleme Köln (4%). Kon-
kretere Beschreibungen kritisieren unzureichende Integrationsmaßnahmen und eine
zu geringe Bereitstellung finanzieller Mittel hierfür.
Lärmbelastung (3%) und Umweltverschmutzung (2%) werden von nur einer Minder-
heit als „größtes Problem aufgeführt. Konkreter benannt werden Störfaktoren wie
Verkehr- und Fluglärm, sowie Lärm durch Partymeilen, Feiernde und Gaststätten. In
Bezug auf Umweltverschmutzung wird die Feinstaubbelastung beziehungsweise all-
gemeine Luftverschmutzung thematisiert.
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3. Fazit
Über die Hälfte der Kölner Bürgerinnen und Bürger sind insgesamt zufrieden mit ihrer
Stadt. Die Zufriedenheit nimmt allerdings ab, je länger jemand in der Stadt wohnt. Mit
zunehmender Wohndauer werden möglicherweise bestimmte negative Aspekte für
die Bewohnerinnen und Bewohnerinnen Kölns sichtbarer. Gleichzeitig steigt mit län-
gerer Wohndauer in Köln auch die Verbundenheit mit der Stadt beziehungsweise dem
Stadtteil – was zunächst ein Widerspruch zu sein scheint. Bildlich gesprochen könnte
man sagen, die Beziehung der Bürgerinnen und Bürger zu Köln ist vergleichbar mit
einer langjährigen Ehe: Die Schwächen des „Partners“ werden mit der Zeit deutlicher,
aber auch liebenswerte Seiten weiß man mehr zu schätzen.
Überraschenderweise ist trotz der für Köln vielfach beschworenen„ Veedels-Kultur“
die Verbundenheit der Bewohnerinnen und Bewohner mit der Gesamtstadt deutlich
stärker als mit den Stadtvierteln beziehungsweise den Stadtteilen. Dabei zeigen sich
allerdings große Unterschiede zwischen Stadtteilen. Die Bevölkerung im Stadtbezirk
Porz weist die stärkste Stadtteilverbundenheit auf wie auch einzelne Stadtteile im
Bezirk Rodenkirchen.
Die Umfrageergebnisse weisen zudem auf Stärken und Schwächen Kölns hin, dies
sowohl gesamtstädtisch wie auch mit Blick auf den Stadtteil beziehungsweise das
nähere Wohnumfeld: Besonders punkten kann Köln mit seinem Einzelhandel- und
Gastronomieangebot. Wohnungsangebot, Sauberkeit, Sicherheit und Kinderbetreu-
ung hingegen stehen am unteren Ende der Zufriedenheitsskala und stehen für die
Schwächen Kölns, wie sie sich aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger darstellen. Eine
detailliertere Darstellung, wie die Bürgerinnen und Bürger die Angebotslage in ihrem
Stadtteil bewerten, findet sich in einem noch erscheinenden Bericht zum Image der
86 Kölner Stadtteile.
Dass es in Köln noch viel zu verbessern gibt, zeigen auch die vielfältigen, von den Be-
fragten benannten Problemlagen. Am häufigsten als „größte Probleme“ Kölns aufge-
führt werden: Verkehrsprobleme, Kriminalität beziehungsweise (Un)Sicherheit, Woh-
nungsangebot sowie Sauberkeit. Dem Thema „Größte Probleme Kölns“ wird das Amt
für Stadtentwicklung und Statistik einen vertiefenden Bericht widmen. Die Umfrage-
ergebnisse geben deutliche Hinweise darauf, wo man ansetzen kann, die Lebensver-
hältnisse in Köln zu verbessern.
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„Leben in Köln“-Umfrage 2016 – Methodik
Die Grundgesamtheit der Befragung sind deutsche und ausländische Personen zwischen 18 und 80
Jahren mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Köln. Diese Gruppe umfasste zum Befragungszeitraum rund
878 000 Personen. Für die „Leben in Köln“-Umfrage 2016 wurden aus dieser Personengruppe 64 000
Personen per Zufallsverfahren1 aus dem Kölner Melderegister ausgewählt – das entspricht einem Anteil
von 7,3 Prozent.
Diese 64.000 Kölnerinnen und Kölner erhielten im Herbst 2016 ein Anschreiben der Oberbürgermeiste-
rin Henriette Reker, gemeinsam mit einem 16-seitigen Fragebogen sowie einem Freiumschlag.
Die Befragung wurde in zwei Befragungswellen durchgeführt:
1. Welle: 23.08. bis 30.09.2016 (48 013 Anschreiben)
2. Welle: 22.10. bis .18.11.2016 (16 015 Anschreiben)
Grundgesamtheit
(Wohnbevölkerung im Alter zwischen 18 und 80 Jahren) 878 000
__________________________________________________________________
1. Welle 2. Welle Gesamt
Brutto-Stichprobe 48 013 16 015 64 028
__________________________________________________________________
abzüglich „nicht Zustellbare“
(= verzogen, verstorben)
2 600 400 1 000
= bereinigte Brutto-Stichprobe 47 400 1 5 600 63 000
__________________________________________________________________
Netto-Stichprobe (Rücklauf absolut) 10 937 3 316 14 352
Rücklaufquote (Rücklauf in %) 23,1 % 21,3 % 22,8 %
1. Bei der Stichprobenziehung handelt es sich um eine geschichtete Zufallsauswahl: So wurden jene Stadtteile überproportio-
nal quotiert, in denen der Rücklauf bei den vergangenen „Leben in Köln“-Umfragen besonders gering war und hier auch die-
ses Mal mit einer geringeren Beteiligung (= Rücklaufquote) zu rechnen war. Durch dieses Verfahren wurden zudem ausländi-
sche Personen bei der Stichprobenziehung überquotiert, da ihr Anteil in den Stadtteilen mit geringer Beteiligung überdurch-
schnittlich ist.
Leichte Abweichungen zwischen der Befragtenstruktur und der Grundgesamtheit hinsichtlich der Altersstruktur wurden
durch Gewichtungen im Datensatz nachträglich ausgeglichen. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist –
wie in annähernd allen freiwilligen Bevölkerungsumfragen – unterdurchschnittlich.
2. Die Zustellung über Info-Post der Post AG beinhaltet keine Rücksendung im Falle einer Nicht-Zustellbarkeit. Daher wurde die
Zahl der neutralen Ausfälle auf Basis der Wanderungs- und Sterbezahlen aus der Bevölkerungsstatistik geschätzt.
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Tel: 02 21 / 221-21882
Fax: 02 21 / 221-21900 oder 28493
E-Mail: statistik@stadt-koeln.de
Internet: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ISSN 2192 – 9726
© Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe
13/15/300/6.18
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1904/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 21.06.2018
- Erstellt
- 05.06.2018 13:56