V/0760/2023
Umweltdaten Münster 2021-2022
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Anlage A
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Anlage A zur V/0760/2023 Kurzüberblick Die Umweltdaten sind eine Zusammenstellung wichtiger Daten zur Entwicklung der Umwelt in Münster. Sie umfassen alle wesentlichen Umweltthemen und werden mit Beschluss des Rates der Stadt Münster vom 12.12.2012 kontinuierlich fortgeschrieben. Nunmehr liegen die Umweltda- ten für die Fortschreibungsjahre 2021 und 2022 vor und sind in der beigefügten Anlage 1 zur Vor- lage dokumentiert. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage erfolgt ein Monitoring vielfältiger Umweltindikatoren. Dieses dient als Grundlage für die Nachverfolgung von Umweltzielen, insbesondere der Leitorientierung aus dem ISM- Prozess: Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesell- schaft Finanzierung Produktgruppe: Nr. 1303 Natur, Landschaft, Erholung, Wasserschutz Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist X vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Erstellung gemäß Ratsbeschluss (V/0815/2012) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Vorlage umfasst klimaschutzrelevante Aussagen, die in der Anlage 1 zur Vorlage dokumen- tiert sind.
Berichtsvorlage
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V/0760/2023 V/0760/2023 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Umweltdaten Münster 2021-2022 Beratungsfolge 13.02.2024 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht Bericht: 1. Einleitung Die Umweltdaten Münster sind eine Zusammenstellung wichtiger Daten zur Entwicklung der Umwelt in Müns ter. Sie umfassen alle wesentlichen Umweltthemen und werden auf Be- schluss des Rates der Stadt Münster vom 12.12.2012 kontinuierlich fortgeschrieben. Nun- mehr liegen die Umweltdaten für die Fortschreibungsjahre 2021 und 2022 vor und sind in der beigefügten Anlage 1 zur Vorlage dokumentiert. I m Rahmen der Fortschreibung wurden die bisherigen Ziele einer qualitativen und quantitativen Überprüfung unterzogen, da viele der bisherigen Ziele auf den Zielhorizont 2020 ausgelegt waren. Dies führte auch zu einer An- passung einiger Indikatoren. Aufgrund von Änderungen in der Erhebungsmethodik ist eine durchgängig vergleichbare Interpretation der Daten nicht für alle Umweltmedien möglich. Die Datenerhebung erfolgt für die einzelnen Umweltmedien in unterschiedlichen Zeitabstän- den. Neben jährlichen Datenerhe bungen treten vereinzelt auch längere Zeitabstände von 5 und mehr Jahren zwischen den Erhebungen auf. Dies erklärt die unterschiedlichen Bezugs- jahre in der Tabelle unter Punkt 2. 2. Fortschreibung der Umweltdaten 2021 - 2022 Die Entwicklung der Indikatoren für die einzelnen Umweltthemen werden in nachfolgender Tabelle kurz ausgeführt: Umweltmedium Entwicklung der Indikatoren Abfall Beim Umweltmedium Abfall ist festzuhalten, dass der bisherige Zielwert für das Jahr 2020 beim Indikator „Abfallaufkommen (nur Haushalte) pro Kopf der Bevölkerung“ von 425 kg/EW*a in den letzten Jahren erreicht bzw. unterschritten wurde. Künftig soll daher der gesamte Siedlungsab- fall in den Fokus genommen werden (2020). Amt für Grünflächen, Umw elt und Nachhaltigkeit 18.01.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Bley Telefon: 492-6864 Bley@stadt-muenster.de - 2 - V/0760/2023 In Münster ist der Gesamtsiedlungsabfall pro Einwohner rückläufig. Zwi- schen 2016 und 2019 sank er um insgesamt 19 kg/(EW*a), was auf den Rückgang bei den privaten Haushalten zurückzuführen ist. Die Jahre 2020 und 2021 waren durch die COVID-19-Pandemie ge- prägt. Die Restriktionen, die Zunahme der Heimarbeit und die generelle Verlagerung der Aktivitäten in den häuslichen Bereich (weniger Außer- Haus-Verzehr, mehr Take-away-Produkte und Versandbestellungen) sowie die temporäre Schließung der Recyclinghöfe wirkten sich bei eini- gen Abfallarten auf die Abfallmenge aus, was insgesamt zu einem An- stieg der Gesamtabfallmenge im Jahr 2020 führt. Im Jahr 2022 sank die Abfallmenge unter das „Vor-Corona-Niveau“ auf die bisher niedrigste Pro-Kopf-Menge von 440 kg. Abwasser Für das Umweltmedium Abwasser wurde der Indikator von „Stickstof- femissionen aus Kläranlagen“ auf „Eliminationsleistung der kommunalen Kläranlagen“ umgestellt, da der neue Indikator den Fortschritt besser abbildet und nicht durch den Einwohnerzuwachs überlagert wird. Im Jahr 2022 liegt die Reinigungsleistung der Kläranlage Münster bei den Parametern Kohlenstoff (CSB), Stickstoff (TNb) und Phosphor (Pges) über dem bundesweiten Durchschnitt der Kläranlagen. Ausnah- me ist die Kläranlage Geist, die beim Parameter CSB eine schlechtere Reinigungsleistung aufweist. Die Reinigungsleistung erreicht für Stick- stoff und Phosphor annähernd 100%. Bei Kohlenstoffen wird abgesehen von Geist eine Elimination von ca. 97% erreicht. Seit 2020 sind die Abbauleistungen in Münster für TNb und Pges gleich geblieben, für Pges hat sich die Abbauleistung verbessert. Biodiversität Im Berichtszeitraum wurden folgende Indikatorarten erfasst: 1. Wiesenschaumkraut Die Auswertung der Kartierungsergebnisse zeigt einen Rückgang der Individuen im Jahr 2022 (n=51.579) im Vergleich zu 2017 (n=60.692). Gleichzeitig ist jedoch eine Zunahme der Wiesenschaumkrautbestände zu verzeichnen (2017=199; 2022=246). Aufgrund der vorliegenden Da- ten kann davon ausgegangen werden, dass der Gesamtbestand stabil ist. Um die Art lokal langfristig zu erhalten, ist es weiterhin wichtig, ge- eignete Lebensräume zu schützen und zu entwickeln. 2. Laubfrösche Im Rahmen der Erfolgskontrolle 2022 konnten an 34 Gewässern knapp 1.100 rufende Laubfrösche nachgewiesen werden, was eine deutliche Zunahme gegenüber der letzten Kontrolle im Jahr 2017 (792 Rufer) dar- stellt. Besorgniserregend ist jedoch die Entwicklung in Wolbeck, wo die Zahl der rufenden Laubfrösche seit 20 Jahren rückläufig ist. Insgesamt hat sich die Laubfroschpopulation in Münster trotz des Rück- gangs der Rufgewässer stabilisiert. Dies ist auf die Zunahme von Rufern im Bereich des Truppenübungsplatzes Handorf sowie auf die neu ent- standenen Standorte in Nienberge, Kinderhaus und Coerde zurückzu- führen. 3. Waldrandgebundene Tagfalter Im Rahmen der Erfassung 2021 konnten 64 Individuen des Kleinen Eis- vogels (2016: 54) und 48 Individuen des Kaisermantels (2016: 40) kar- tiert werden. Die leicht gestiegenen Nachweiszahlen deuten darauf hin, dass sich die Bestände dieser beiden Tagfalterarten in den untersuchten Flächen im - 3 - V/0760/2023 Stadtgebiet stabilisieren können. Um diese Arten zu erhalten und zu fördern, ist es wichtig, die lokalen Vorkommen zu schützen und Wan- derkorridore für den Austausch der Populationen zu schaffen. 4. Hohe Schlüsselblume Im Rahmen der Bestandsaufnahme 2021 wurden 79 Bestände mit ins- gesamt mehr als 4.000 Individuen erfasst. Im Vergleich zu 2016 (mehr als 8.000 Individuen) wurde eine geringere Individuenzahl festgestellt. Dieser Rückgang wird auf die Witterung im Frühjahr und mögliche me- thodische Ungenauigkeiten zurückgeführt. Nach Einschätzung des NABU ist der aktuelle Bestand noch ausrei- chend, um die lokale Population langfristig zu erhalten. Es ist jedoch wichtig, die Bestände genau zu beobachten, um mögliche Rückgänge zu erkennen. Gefährdungen wie der direkte Lebensraumverlust durch Baumaßnahmen müssen vermieden werden, um den Schutz der Art zu gewährleisten. 5. Kiebitz Die Bestandserfassung des Kiebitzes durch die NABU- Naturschutzstation Münsterland ergab für das Jahr 2021 einen Bestand von 60 Brutpaaren, während im Jahr 2022 insgesamt 69 Brutpaare ge- zählt wurden. Dies zeigt einen leichten Anstieg der Brutpaare nach ei- nem drastischen Rückgang in den Vorjahren (2018: 106 Brutpaare, 2019: 59 Brutpaare). Nach Angaben des NABU wurde im Jahr 2021 der für den Erhalt der Population notwendige Schwellenwert von 0,8 flüggen Küken pro Brutpaar mit 0,92 überschritten. Allerdings sank der Bruter- folg im Jahr 2022 auf 0,4 ab, was als nicht ausreichend zur Stabilisie- rung der lokalen Population angesehen wird. Boden/Fläche Die Statistik der Flächenerhebung wurde 2016 bundesweit auf die Aus- wertung der „Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssysteme (ALKIS)” umgestellt. Die Umstellung führte nach IT.NRW „zu grundle- genden methodischen Änderungen“. Insbesondere durch die Neuzuord- nung von Nutzungsarten ergibt sich bis heute kein interpretationsfähiges Bild. Belastbare Aussagen zur Flächenentwicklung, insbesondere zur Entwicklung des Indikators ‚Flächen für Siedlung und Verkehr (FSuV)‘ und damit zur Beschreibung des Flächenverbrauchs werden nach der erfolgten Umstellung sicherlich erst nach einem längeren Betrachtungs- zeitraum möglich sein. Ein Bezug zum Zielwert von 30 ha/Jahr (vgl. Vor- lage V/0288/2012/19 ist aktuell nicht herstellbar. Grün Auf die Festlegung von quantitativen Zielwerte für städtisches Grün wur- de bislang weitestgehend Abstand genommen, da sich maßgebende Faktoren wie Aufenthaltsqualitäten, räumliche Vernetzung oder stadt- ökologische Funktionen quantitativ schwierig abbilden lassen. Stattdes- sen bildet die Grünordnung Münster das Rückgrat der Grünversorgung. In den Jahren 2021 bis 2022 wurden innerhalb des städtischen Grünsys- tems (Grünzüge/ 1. und 2. Grünring) keine Eingriffe von mehr als 500 m² versiegelter Fläche durchgeführt bzw. planungsrechtlich vorbereitet. Vor dem Hintergrund stetig steigender Anforderungen an die Leistung von urbanem Grün prüft das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhal- tigkeit die Möglichkeiten des zielorientierten Einsatzes von quantitativen Indikatoren und Orientierungswerten für die Versorgung, Erreichbarkeit und (klima-)ökologische Funktionsfähigkeit. - 4 - V/0760/2023 Klima/Energie Durch die stetige Weiterentwicklung der Klimaschutzaktivitäten und den fortschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien konnte in Münster bis Ende 2021 eine Reduktion der CO2-Emissionen pro Kopf um knapp 43 % gegenüber 1990 erreicht werden. Die absolute Reduktion von 1990 bis 2020 beträgt aufgrund des Bevölkerungswachstums 31 %. Lärmimmissionen Auf Basis der 3. Runde der Lärmaktionsplanung wurden im Februar 2019 für 15 ausgewählte Hauptverkehrsstraßen eine innerstädtische Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 vorgeschlagen. Nach stra- ßenverkehrsrechtlicher Prüfung konnten Geschwindigkeitsbegrenzun- gen auf 9 Straßenabschnitten angeordnet werden. Die straßenverkehrs- rechtliche Überprüfung weiterer Tempo-30-Strecken gemäß den Emp- fehlungen des Lärmaktionsplans der 3. Runde (Ratsbeschluss im März 2021) ist noch nicht abgeschlossen. Die Lärmkartierung der 4. Runde wurde im Jahr 2022 durchgeführt und ist bereits in die aktuellen Umweltdaten eingeflossen. In der 4. Runde der Lärmkartierung wurden neue Berechnungsvorschriften eingeführt, die europäische Vorgaben in nationales Recht umsetzen. Aufgrund die- ser Änderungen in den Berechnungsvorschriften sind die Ergebnisse der Lärmkartierung der dritten und vierten Runde nicht direkt vergleichbar. Der Lärmaktionsplan der 4. Runde befindet sich derzeit in Bearbeitung und wird im Sommer 2024 vorgelegt. Luftschadstoffe Die Stickstoffimmissionen sind von 2009 bis 2022 rückläufig. Der Grenzwert für Stickstoffimmissionen (Jahresmittelwert) wird an der We- seler Straße seit 2013 nicht mehr überschritten. Dies ist auf verschiede- ne Faktoren zurückzuführen (meteorologische Bedingungen, Emissions- verhalten der Fahrzeugflotte etc.). Die PM10-Belastung schwankt seit Jahren auf niedrigem Niveau. Ein klarer Trend ist nicht erkennbar. Hinsichtlich der Einhaltung des EU-Grenzwertes für Ozon von < 26 Überschreitungstagen mit 120 µg/m³ (8-Stunden-Mittelwert) traten 2018 und 2019 Überschreitungen des Grenzwertes auf. Ab 2020 wird der Wert wieder deutlich unterschritten. Die Entwicklung wird weiter beo- bachtet. Eine eindeutige Ursache (z.B. extreme Wetterlagen) konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Im Jahr 2022 wurde eine EU-Initiative zur Anpassung der Grenzwerte für Luftschadstoffe gestartet. Die Grenzwerte für den Jahresmittelwert von Feinstaub und Stickstoffdioxid sollen halbiert werden. Insbesondere beim Schadstoff Stickstoffdioxid wären weitere Anstrengungen zur Emissionsminderung erforderlich, um die verschärften Grenzwerte ein- halten zu können. Natur und Land- schaft – Schutzge- biete Die Entwicklung der Schutzgebiete hat sich in den letzten Jahren nicht verändert. So stehen derzeit noch ca. 7 % des Stadtgebietes unter Na- turschutz. Im Vergleich dazu umfassen die Bereiche für den Schutz der Natur (BSN-Flächen) des Regionalplans ca. 15 % des Stadtgebietes. Der Anteil der Landschaftsschutzgebiete am Stadtgebiet beträgt ca. 33 %. Mit der 2021 in Kraft getretenen neuen Naturdenkmalverordnung für den bebauten Bereich erhöht sich die Anzahl der Naturdenkmale für den Zeitraum 2021-2022 auf nunmehr 352. Bei einzelnen Naturdenkmalen mussten in den Jahren 2021-2022 Verluste von Einzelbäumen durch natürliche Abgänge infolge von Sturmereignissen oder Krankheitsbefall hingenommen werden. Hierzu zählt die mächtige Blutbuche (ND Nr. 50) im Botanischen Garten, die nach Befall durch den Brandkrustenpilz ge- fällt werden musste. - 5 - V/0760/2023 Natur und Land- schaft - Eingriffsre- gelung Die Entwicklung der Einnahmen über Ersatzgeld ist eng an die Geneh- migung von Windkraftanlagen und Mobilfunkmasten gebunden. Auf der Grundlage des hierfür zu verwendenden Bewertungsverfahrens für mas- tenartige Eingriffe wird immer ein Teil des Ausgleichs über die Zahlung von Ersatzgeld abgegolten. Im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2022 sind 15 Bebauungspläne zur Rechtskraft gelangt. Sechs davon umfassen Änderungen bestehender Bebauungspläne vor- handener Gewerbe- und Wohnbauflächen. Die meisten Bebauungsplä- ne liegen im Innenbereich und sind im Hinblick auf eine Inanspruchnah- me landwirtschaftlich genutzter Flächen irrelevant. Rechtlich sind diese Verfahren in sechs Fällen nach § 13a BauGB eingestuft, so dass die erfolgten Eingriffe von der Ausgleichsverpflichtung freigestellt sind. Ein Bebauungsplan im Außenbereich für Wohnnutzung wurde nach § 13b BauGB in das beschleunigte Verfahren einbezogen und war demnach ebenfalls nicht ausgleichspflichtig. Drei Bebauungspläne mit einer Gesamtfläche von ca. 32,4 ha nehmen in einer Größenordnung von 31,3 ha landwirtschaftlich genutzte Acker- flächen im Anspruch. Insgesamt sind von den 15 zur Rechtskraft gelang- ten Bebauungsplänen vier ausgleichsrelevant. Die zugeordnete Kom- pensationsfläche beträgt insgesamt ca. 9,6 ha und umfasst neben na- turschutzrechtlichen (rd. 8,3 ha) auch forstrechtlichen Ausgleich (rd. 1,3 ha) für eine Inanspruchnahme von Wald im Innenbereich. Umweltmanagement Seit Beginn des Projektes im Jahr 2000 wurden in 12 Runden 130 Münsteraner Unternehmen und Institutionen erstmals ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden inzwischen 44 Unternehmen vor Ort rezertifi- ziert, d.h. sie haben sich einer erneuten Überprüfung ihrer fortschrittli- chen Maßnahmen im betrieblichen Umweltschutz und Nachhaltigkeits- management unterzogen. Sie haben damit das Umweltmanagementsys- tem in ihrem Unternehmen weiter etabliert. Die Kontinuität im Sinne der Zieldefinition konnte bisher gewahrt werden. Verkehr/Mobilität Trotz stark wachsender Einwohnerzahlen verliert der Pkw als Verkehrs- mittel weiter an Bedeutung. Dies bestätigen die Erhebungen aus den Jahren 2019 und 2022. Inzwischen sind fast 70 % aller Fahrten dem Umweltverbund zuzuordnen. Das Fahrrad bleibt Verkehrsträger Nr.1. Für den Masterplan Mobilität Münster (MMM 2035+) wurde im Januar 2022 vom Gutachterbüro die Bestandsanalyse als Ausgangsbasis für alle kommenden Schritte des Planungsprozesses erarbeitet. Ein um- fangreicher Zwischenbericht wurde dem AVM zum 02.02.2022 vorgelegt (vgl. V/0897/2021). Auf Basis des Zwischenberichtes und den daraus abzuleitenden Trends werden Ziele für den Bereich Mobilität erarbeitet und von der Politik beschlossen. Im Vergleich zu den Vorherigen Um- weltdaten (Zielwert 2025: 70 % des Verkehrs der Münsteraner entfallen auf den Umweltverbund) findet eine Neuausrichtung des Zielwertes (Zielwert 2035) statt, der aktuelle Beschlüsse aber auch erkennbare Trends berücksichtigt und in den kommenden Umweltdaten Aufnahme finden soll. Die Ergebnisse des Masterplan Mobilität Münster werden im März/April 2024 vorliegen. Nach der Beratung des Schlussberichtes werden begründete und belastbare neue Zielwerte zum Modal Split vor- liegen. Wasser Seit dem Jahr 2002 ist eine deutliche Verbesserung der Gewässergüte zu erkennen. Die Verbesserung der Gesamtsituation ist in erster Linie auf zahlreiche Maßnahmen zurückzuführen, die auf einen konsequenten Gewässerschutz abzielen. Eine weitere Verbesserung der Gewässergü- - 6 - V/0760/2023 te erweist sich bislang insbesondere bei kleinen Gewässern mit geringer Wasserführung im Sommer als schwierig. Die Auswertung der Ergebnisse für den Zeitraum 2021/2022 ergibt für die Gewässergüteklasse II 46%, Güteklasse II-III 50% und Güteklasse III 4%. Die biologische Güteklasse konnte sich in dem letzten Berichtszeit- raum nicht weiter verbessern. Insgesamt war in den letzten Jahren auf- grund der trockenen Sommer an vielen Probestellen vor allem kleinerer Bäche und/oder Oberläufe ein Austrocknen eingetreten, so dass nicht alle Probestellen berücksichtigt werden konnten. 3. Ausblick Im Juni 2024 wird der Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Münster vorgelegt. Mittels dieses In- struments wird der Fortschritt der nachhaltigen Entwicklung im Hinblick auf die beschlosse- nen Nachhaltigkeitsziele und bezogen auf die zehn übergreifenden Handlungsf elder transpa- rent aufbereitet und kommuniziert. In mehreren Nachhaltigkeitshandlungsfeldern, wie z.B. „Natürliche Ressourcen und Umwelt“, „Umweltverträgliche Mobilität“, „Klima und Energie“ oder „Konsum und Lebensstile“ ergeben sich hierbei inhaltliche und zum Teil weitreichende Überschneidungen mit den Umweltdaten Münster. Für die künftige Berichterstattung wird geprüft, inwieweit eine Synchronisierung der beiden Instru mente gewinnbringend vorgenom- men werden kann. i.V. gez. Minas Stadtrat Anlagen: - Anlage A - Anlage 1: Umweltdaten Münster 2021-2022
Anlage 1: Umweltdaten 2021 - 2022
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Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
Anlage 1 V/0760/2023
Inhaltsverzeichnis
1. Umweltindikatoren für Münster............................................................................ 1
2. Fortschreibung von Umweltdaten und -zielen ..................................................... 2
Abfall ....................................................................................................................... 3
Abwasser ................................................................................................................ 8
Biodiversität .......................................................................................................... 11
Boden/Fläche........................................................................................................ 18
Grün ...................................................................................................................... 24
Klima/Energie ....................................................................................................... 27
Lärmimmissionen .................................................................................................. 30
Luftschadstoffe ..................................................................................................... 33
Natur und Landschaft - Schutzgebiete .................................................................. 36
Natur und Landschaft - Eingriffsregelung ............................................................. 39
Umweltmanagement ............................................................................................. 44
Verkehr/Mobilität ................................................................................................... 46
Wasser ................................................................................................................. 50
Anhang………………………………………………………………………………………54
Fotonachweis Titelseite:
Jens Röther (Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit)
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
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1. Umweltindikatoren für Münster
Mit den Umweltdaten 2009 hat die Stadt Münster erstmals Umweltindikatoren
festgelegt, mittels derer die Umweltsituation in Münster regelmäßig beobachtet und
gesteuert werden kann. Die Umweltdaten werden im 2-jährlichen Turnus
fortgeschrieben, um jeweils einen schnellen Überblick über Zustand, Entwicklung und
Steuerungsnotwendigkeiten der Umwelt zu erlangen.
Zielsetzung der Umweltindikatoren im Überblick
• Zusammenschau der relevanten Umweltbelange
• Kontinuierliche Umweltbeobachtung und –dokumentation
• Darstellung von Entwicklungstrends
• Abgleich mit festgelegten Zielsetzungen zum Umweltschutz
• Ableitung von Handlungserfordernissen
2. Fortschreibung von Umweltdaten und -zielen
Die vorliegende Fortschreibung der Umweltdaten umfasst in dieser Ausgabe die Jahre
2021 bis 2022.
Für folgende Umweltmedien liegen Umweltindikatoren vor:
• Abfall
• Abwasser
• Biodiversität
• Boden/Fläche
• Grün
• Klima/Energie
• Lärmimmissionen
• Luftschadstoffe
• Natur und Landschaft (Schutzgebiete und Eingriffsregelung)
• Umweltmanagement
• Verkehr/Mobilität
• Wasser
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
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Umweltmedium/Ressource:
Abfall
Indikator:
Siedlungsabfälle
Definition:
Der Indikator gibt das jährliche Siedlungsabfallaufkommen der Bevölkerung pro Kopf
an [kg/E*Jahr].
Erläuterung:
Die Siedlungsabfälle setzen sich aus den Haushaltsabfällen (Hausmüll, Sperrmüll,
Wertstoff u.ä.) und sonstigen Siedlungsabfällen wie Baurestabfälle, Rückstände der
Stadtreinigung und Gewerbeabfälle zusammen. Der Bezug auf die Bevölkerungszahl
stellt die relative Vergleichsmöglichkeit sicher.
Abbildung 1: Entwicklung der spezifischen Gesamtabfallmenge pro Kopf in den Jahren 2016 bis 2022 [Kilogramm
pro Einwohner]
Qualitative Ziele:
Bis 2030 wollen die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) gemeinsam mit allen
Bürgerinnen und Bürgern sowie Kooperations- und Netzwerkpartnerinnen und -
partnern ein ambitioniertes Ziel erreichen, das maßgeblich auf die Klimaziele der Stadt
Münster einzahlt:
Münster soll eine Hauptstadt der Abfallvermeidung werden.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
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Abfälle sollen wann und wo immer es geht vermieden werden, noch verbleibende
Wertstoffe werden optimal genutzt. Die awm intensivieren dazu in die
Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partner und in Netzwerken, um so u.a. noch
mehr konkrete Angebote zur Abfallvermeidung in Münster zu schaffen,
Wertstofftrennung und Wertstoffverwertung zu optimieren, gemeinsam Lösungen für
einen nachhaltigen Lebensstil zu schaffen und entsprechend auch durch
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Bürgerschaft die Bevölkerung zu
sensibilisieren. Auf dem Weg zu einer Zero-Waste-Kreislaufwirtschaft ist die stoffliche
Verwertung der noch verbleibenden Abfälle erstes Ziel. Wichtige Bedeutung kommt
auch der Erzeugung erneuerbarer Energien aus Abfallsortierresten zu.
Quantitative Ziele:
Beim Umweltmedium Abfall ist festzustellen, dass der bisherige Zielwert für das Jahr
2020 beim Indikator „Abfallaufkommen (nur Haushalte) pro Kopf der Bevölkerung“ von
425 kg/EW*a in den letzten Jahren erreicht bzw. unterschritten wurde. Künftig soll
daher der gesamte Siedlungsabfall in den Fokus genommen werden (2020).
Im Hinblick auf die ambitionierten Ziele der Vision 2030 werden Prognoseannahmen
getroffen, die bis 2030 erreicht werden sollen. In Anlehnung an das aktuelle
Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Münster (AWK 2023) wurde hierfür der
Durchschnitt der in den letzten vier Jahren (2019 bis 2022) erfassten
Siedlungsabfallmengen herangezogen. Diese Durchschnittsmenge liegt bei ca. 478
kg/(E*a).
Zu den Siedlungsabfällen zählen neben den reinen Haushaltsabfällen auch weitere,
von den AWM in Münster erfassten bzw. angedienten Abfälle (Gesamtabfallmenge).
Ausgehend von Vermeidungsmaßnahmen und einer angenommenen Verlagerung
von Wertstoffen aus dem Restabfall in die vorhandenen Getrenntsysteme werden die
Gesamtabfallmengen um ca. 21 kg/(E*a) auf etwa 457 kg/(E*a) sinken. Hierbei wurde
auch das zukünftige Bevölkerungswachs-tum für die Stadt Münster berücksichtigt.
Entwicklung:
In Münster geht die Pro-Kopf-Gesamtabfallmenge zurück. Zwischen 2016 und 2019
sank diese um insgesamt 19 kg/(E*a), was auf den Rückgang in den Privathaushalten
zurückzuführen ist.
Die Jahre 2020 und 2021 waren durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Die
Beschränkungen, mehr Homeoffice und die grundsätzliche Verlagerung der
Aktivitäten in den häuslichen Bereich (weniger Außer-Haus-Konsum, mehr Take-
Away-Produkte und Versandbestellungen) sowie die zeitweise Schließung der
Recyclinghöfe hatte bei einigen Abfallarten Einfluss auf die Abfallmenge, was sich
insgesamt in einem Anstieg der Gesamtabfallmenge im Jahr 2020 äußert.
Im Jahr 2022 ist die Abfallmenge unter das „Vor-Corona-Niveau“ auf die bisher
niedrigste Pro-Kopf-Menge von 440 kg gesunken. Mögliche Gründe könnten in der
Unsicherheit und eine dadurch ausgelöste Konsumzurückhaltung sowie dem
Nachlassen der (vorgezogenen) Neuanschaffungen liegen.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
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Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Über gezielte Aufklärung- und Informationskampagnen sowie ein umfangreiches und
zielgruppen-spezifisch ausgerichtetes nachhaltigkeitspädagogisches Angebot soll
erreicht werden, dass die Münsteranerinnen und Münsteraner ihr eigenes Potenzial
zur Abfallvermeidung, richtigen Abfalltrennung und Stadtsauberkeit erkennen,
entsprechend handeln und so auf partnerschaftlicher Ebene zur Erreichung der Vision
2030 aktiv beitragen.
Die awm intensivieren in diesem Kontext außerdem die Zusammenarbeit mit
Partnerinnen und Partner und in Netzwerken, um so u.a. noch mehr konkrete
Angebote zur Abfallvermeidung in Münster zu schaffen, Wertstofftrennung und
Wertstoffverwertung zu optimieren, gemeinsam Lösungen für einen nachhaltigen
Lebensstil zu schaffen und entsprechend auch durch Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren aus der Bürgerschaft die Bevölkerung zu sensibilisieren;
Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit/Bildung für nachhaltige Entwicklung:
Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere über
Pressearbeit
Social Media Kommunikation
Kampagnenarbeit (insb. zu den Themen Abfallvermeidung, optimale
Wertstofftrennung, Stadtsauberkeit)
Internetauftritt (Relaunch der Internetpräsenz in 2022)
Broschüren/Flyer
Eigene Aktionen und Events zu Schwerpunktthemen
Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen in Münster zu
Schwerpunkthemen (insb. Nachhaltigkeitsthemen)
Beteiligungsformate, z.B. awm-Ideenwettbewerb für noch mehr Abfallvermeidung
und Stadtsauberkeit in Münster (Wettbewerb läuft 2023, soll aber Wirkung
entfalten bis 2030 – mehr dazu unter „Ausblick“)
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Beratung:
Netzwerkarbeit BNE
Exkursionen, insb. für Schulklassen am Deponie-Erlebnispfad
(handlungsorientiertes Lernen an 12 Stationen)
Recyclinghofführungen für Kita-Kinder
Beratung vor Ort in Schulen und Kitas für Lehr- und Betreuungspersonal
Telefonische, persönliche und schriftliche Beratung durch den awm-
Kundenservice
Schulungen zur Abfallvermeidung/richtigen Abfalltrennung in Unterkünften für
geflüchtete Menschen
Vorträge in Präsenz und digital für Erwachsene
Beratung auf Veranstaltungen wie z.B. Mieterfesten, auf Wochen- und
Nachhaltigkeitsmärkten
Konzeption und Ausleihe von Bildungsmaterialien
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
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Eigene Angebote zur Abfallvermeidung („Wechselstuben“ auf den Recyclinghöfen,
Online-Tausch-und-Verschenkmarkt)
Kooperationsprojekte und strategische Zusammenarbeit mit
Netzwerkpartnerinnen und -partner regional und überregional zu den Themen
Abfall, Energie, Klima. Beispiele für Kooperationen:
Münster für Mehrweg (Vermeidung von Verpackungsabfällen)
Fairteilbar Münster (Vermeidung von Lebensmittelabfällen)
Leihothek Münster (Ressourcen sparen durch „Leihen statt kaufen“)
Studio Formagora (Upcycling)
Stabsstelle Klima (Klimatraining)
Stadtlabor Münster (Kompost Festival)
Fachhochschule Münster (u.a. Kooperation im Projekt „kreisl/circularHUB)
Ausblick:
Die awm werden die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger und
Netzwerkpartnerinnen und -partner weiter intensivieren.
Der 2023 ausgerufene Ideenwettbewerb ist ein Beispiel für ein Beteiligungsformat,
das bis 2030 Wirkung entfalten soll. Von Mitte Mai bis Ende August können alle
Münsteranerinnen und Münsteraner – ob als Einzelperson, Gruppe, Verein,
Schule, Kita oder Unternehmen unter www.awm.muenster.de/allewirkenmit ihre
Ideen einreichen. Zur schnellen Orientierung gibt es dazu vier Kategorien Abfall-
vermeidung (allgemein), Schwerpunkt Upcycling und Wiederverwendung,
Schwerpunkt: richtig trennen und Wertstoffe gewinnen und die Kategorie
Stadtsauberkeit. 117 Ideen wurden bei diesem Wettbewerb eingereicht. Alle
Münsteranerinnen und Münsteraner konnten für ihre Lieblingsideen online
abstimmen, im nächsten Schritt schließt sich die Bewertung einer Fachjury an. Pro
Kategorie gewinnen die zwei am besten bewerteten Ideen. Sie werden mit der
Unterstützung der awm umgesetzt. Es entstehen weitere konkrete und dauerhafte
Angebote zur Abfallvermeidung und Stadtsauberkeit in Münster, die awm
erweitern ihr Netzwerk, die Akteure vernetzen sich untereinander und es entstehen
Ideen für weitere gemeinsame Projekte.
Sauberkeitspatenschaften unterjährig: Aktuell (Stand Sommer 2023) sind 634
Münsteranerinnen und Münster (als Einzelpersonen oder in Gruppen) regelmäßig
als Sauberkeitspaten unterwegs und befreien Spielplätze, Grünflächen etc. von
achtlos weggeworfenem Abfall. Die awm unterstützen diesen Engagement mit
entsprechendem Sammelequipment und der Entsorgung der gesammelten
Abfälle. Um dem hohen Engagement der Bevölkerung zukünftig einen noch
besseren Rahmen bieten zu können, wird das Konzept der Sammelpatenschaften
aktuell überarbeitet.
Weitere Einrichtungen/Angebote zur Abfallvermeidung: Im Rahmen der
Weiterentwicklung des Recyclinghofkonzepts sollen Rücknahmebereiche für
wiederverwendbare Gegenstände auf einzelnen Höfen entstehen. Ein
Gebrauchtwarenkaufhaus mit Repair-Einrichtungen an einem getrennten Standort
(bzw. angegliedert) und die Integration von ReUse-Projekten an einem der Höfe,
ist ebenfalls vorstellbar.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
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Datenherkunft/Zuständigkeit:
Geschäftsberichte AWM/Abfallwirtschaftskonzept Stadt Münster
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Gesamtaufkommen
Siedlungsabfälle [t]
177.025 165.903 171.403 174.975 176.119 175.146
Anteil verwertete
Siedlungsabfälle [%]
81 77 79 80 81 82
Gesamtaufkommen
Abfälle aus Haushalten
[t]
131.775 130.557 129.486 131.983 131.739 119.750
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
8
Umweltmedium/Ressource:
Abwasser
Indikator:
Eliminationsleistungen der kommunalen Kläranlagen
Definition:
Als Indikatoren dienen Kennzahlen, die die Reinigungsleistung der Kläranlagen
bezüglich der Parameter Kohlenstoff (CSB), Stickstoff (TN b) und Phosphor (P ges)
beschreiben.
Erläuterung:
Ein Ziel kommunaler Abwasserreinigungsanlagen besteht im Abbau von Kohlenstoff,
Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Diese Stoffe sind soweit zu reduzieren, wie
dies nach dem Stand der Technik möglich ist.
Für die Beurteilung der Reinigungsleistung einer Kläranlage werden die
Reinigungsleistungen für CSB, TN b und P ges, herangezogen. Diese werden aus den
gemessenen Konzentrationen im Zulauf zur Kläranlage und dem Ablauf der
Kläranlage berechnet.
Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA)
führt jährlich im Rahmen des DWA-Leistungsnachweises eine bundesweite
Datenerhebung bei Betreibern kommunaler Kläranlagen durch. Anhand dieser Daten
werden u. a. die bundesweiten Mittelwerte für die Reinigungsleistungen bestimmt. In
Abbildung 1 sind die Mittelwerte des DWA-Leistungsnachweises sowie die Ergebnisse
der Münsteraner Kläranlagen aus 2022 dargestellt.
Da die Rahmenbedingungen zum Betrieb von Kläranlagen bundesweit unterschiedlich
sind (z. B. angewandte Verfahrenstechniken, Ausbaugröße, Industrieabwasseranteil)
sind die von der DWA errechneten Mittelwerte als Richtwerte zu verstehen.
Abbildung 2: Ergebnisse der Reinigungsleistung 2022 (bundesweiter Mittelwert, Münsteraner Kläranlagen)
[Prozent]
95,4
84,6
93
96,7
99,4
99,97
97,2
99
99,98
96,8
99,6
99,97
93,7
99,6
99,95
80
85
90
95
100
CSB [%] TNb [%] Pges [%]
Reinigungsleistung in Prozent
Ergebnisse der Reinigungsleistung 2022
Mittelwert bundesweiter Kläranlagen Hauptkläranlage Münster
Kläranlage Am Loddenbach Kläranlage Hiltrup
Kläranlage Geist
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
9
Für die Münsteraner Kläranlagen wird zudem, in Abhängigkeit der jeweils
behandelten, jährlichen Abwassermengen, ein gewichteter Jahresmittelwert für die
Reinigungsleistungen bestimmt. Die Abbildung 3 zeigt die Entwicklung der
Münsteraner Abbauraten von 2020 bis 2022.
Abbildung 3: Ergebnisse der Münsteraner Abbauraten 2020-2022 [Gewichtete Mittelwerte in Prozent]
Ziele:
Neben den Rechtsanforderungen der Abwasserbeseitigung und –reinigung sind für
den Betrieb der Kläranlagen u. a. die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie
(WRRL) entscheidend. Zur Erreichung der Ziele der WRRL ist eine moderne,
leistungsfähige Abwasserbehandlung unumgänglich.
Zur Anpassung an die steigenden Bevölkerungszahlen und an höhere Anforderungen
an die Ablaufqualität des Abwassers wird der Kläranlagenbetrieb, unter
Berücksichtigung klimafreundlicher, ressourcen- und energiesparender Verfahren,
umfangreich optimiert bzw. erneuert.
Wesentliche Maßnahmen zur Zielerreichung
Anlage Ausbaugröße
[EW]
aktuelle Maßnahmen geplante Fertigstellung
Hauptkläranlage 300.000 Kapazitätserweiterung auf
422.000 EWCSB bzw. 444.200
EWBSB
2028
Erweiterte Phosphatelimination
durch Bau einer
Mehrschichtfiltration
2026
Eliminierung von Spurenstoffen
durch Bau einer 4.
Reinigungsstufe
2026
96,46
99,39
99,97
96,53
99,35
99,97
96,61
99,39
99,97
96
97
98
99
100
CSB [%] TNb [%] Pges [%]
Abbauraten in Prozent
Münsteraner Abbauraten 2020-2022
2020 2021 2022
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
10
Am Loddenbach 45.000 Bau einer Lageranlage für
kohlenstoffhaltige Chemikalien
zur Verbesserung der
Stickstoffelimination
2023/2024
Sanierung der
Niederspannungshauptverteilung
und Optimierung der
Anlagensteuerung
2025
Hiltrup 30.000 Sanierung der
Belüftungseinrichtung im
Belebungsbecken
2024
Sanierung der
Niederspannungshauptverteilung
und Optimierung der
Anlagensteuerung
2025
Geist 18.000 Sanierung der
Niederspannungshauptverteilung
und Optimierung der
Anlagensteuerung
2025
Nienberge-
Häger
500 Umbau/Rückbau der Kläranlage.
Bau eines Pumpwerks zur
Ableitung des Abwassers zur
HKA
2025
Die Hauptkläranlage Münster mit einer Ausbaugröße von 300.000 EW wird auf
420.000 EW erweitert. Zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen und Spurenstoffe (z.
B. Industriechemikalien, Arzneimittelrückstände) wird die Anlage um einen
Mehrschichtfilter und eine Aktivkohlefiltration (4. Reinigungsstufe) ergänzt. Der
Umbau soll ca. 2028 abgeschlossen sein.
Im Süden Münsters ist der Neubau einer zentralen Kläranlage am vorhandenen
Standort der KA Hiltrup für ca. 2031 geplant. Auch hier wird die Ausbaugröße erhöht
und die Anlage mit einer 4. Reinigungsstufe ausgerüstet. Durch Umschlüsse im
Kanalnetz werden die bisherigen Kläranlagenstandorte Am Loddenbach
(Gremmendorf) und Geist (Kappenberger Damm) langfristig entfallen.
Ausblick:
Nach Fertigstellung der o. g. Maßnahmen können weitere Indikatoren z. B. für
Energie- und Klimakennzahlen und/oder die Eliminationsleistungen für Spurenstoffe
gebildet werden.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Mobilität und Tiefbau
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
11
Umweltmedium/Ressource:
Biodiversität
Indikator:
Repräsentative Arten
Definition:
Für ausgewählte Indikatorarten erfolgt im 3-5 jährigen Turnus im Auftrag der Stadt
Münster eine Erhebung der Bestandssituation bzw. der Populationsentwicklung in
Münster durch die NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.. Die Indikatorarten 1
geben stellvertretend Hinweise auf die Entwicklung der Biodiversität der wichtigsten
Lebensraumtypen:
Erhebung: Wiesenschaumkraut (frische-feuchte Wiesen), Laubfrosch
(Stillgewässer), (vgl. Umweltdaten 2010/2011 und 2016-2018)
Erhebung: Steinbeißer (Fließgewässer), Schwanenblume (Gewässerufer),
(vgl. Umweltdaten 2012/2013 und 2016-2018)
Erhebung: Korn-/Mohnblume (Acker/Feldflur), Mehl- und Rauchschwalben
(Siedlung), (vgl. Umweltdaten 2014/2015 und 2019/2020)
Erhebung: Hohe Schlüsselblume (Wald), Kaisermantel/Kleiner Eisvogel
(Waldränder), (vgl. Umweltdaten 2016-2018)
Jährliche Erhebung Kiebitz seit 2014 (Feuchtwiesen, Brachflächen)
Erläuterung:
Die Bestandsentwicklung der repräsentativen Arten steht stellvertretend für die
Bestandsentwicklung vieler anderer Arten. Sie zeigt die Qualität von Biotopen und die
Eignung der Landschaft als Lebensraum.
Qualitative Ziele:
Auf der Grundlage eines Beschlusses des Hauptausschusses vom 29.09.2010 ist die
Stadt Münster dem „Bündnis für biologische Vielfalt“ im Rahmen der Deklaration
„Biologische Vielfalt in Kommunen“ beigetreten. Die Stadt verpflichtet sich damit die
Biodiversität in folgenden Bereichen zu fördern:
1. Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich
2. Arten und Biotopschutz
3. Nachhaltige Nutzung
4. Bewusstseinsbildung und Kooperation.
Die Zielsetzung weiterer Umweltmedien/Ressourcen sind auch im Sinne der
Biodiversität von Relevanz (z. B. Boden/Fläche, Wasser, Grün).
1 Indikatorarten, welche im aktuellen Berichtszeitraum erhoben wurden sind fett gedruckt. Die
Ergebnisse der Erhebungen werden in diesem Kapitel vorgestellt.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
12
Als strategisches Entwicklungsteilziel der Nachhaltigkeitsstrategie Münster (Nr. 2.1.3)
ist die regionsspezifische Arten- und Sortenvielfalt (Flora und Fauna) erhalten oder
hat zugenommen.
Quantitative Ziele:
Erreichung nachhaltiger Populationsgrößen bzw. Siedlungsdichten der gewählten
Referenzarten.
1. Wiesenschaumkraut
Abbildung 4: Entwicklung der Bestände des Wiesenschaumkrauts in verschiedenen Biotoptypen von 2012 bis
2022 [Anzahl der Bestände]
Entwicklung:
Das Wiesenschaumkraut ( Cardamine pratensis) ist eine Pflanzenart, die in frischen
bis feuchten Grünland vorkommt. Vor einigen Jahrzehnten war sie in Münster weit
verbreitet, aber aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft und des zunehmenden
Flächenverbrauchs ist ihr Bestand zurückgegangen. Im Rahmen der zweiten
Fortführung der Kartierung dieser Art seit 2012 wurden im Außenbereich von Münster
halbquantitative Untersuchungen auf neun Probeflächen mit jeweils einer Fläche von
1 km² durchgeführt.
Die Ergebnisse der Kartierung zeigen, dass die Anzahl der Individuen (n=51.579) im
Vergleich zu 2017 (n=60.692) zurückgegangen ist, jedoch hat sich die Anzahl der
Wiesenschaumkraut-Bestände erhöht (Abbildung 4). Basierend auf den vorliegenden
Daten wird trotz möglicher methodischer Unsicherheiten davon ausgegangen, dass
der Bestand insgesamt stabil ist. Um die langfristige Erhaltung dieser Art auf lokaler
Ebene sicherzustellen, ist es weiterhin erforderlich, geeignete Lebensräume zu
bewahren und zu entwickeln.
61
17
40
6
4
128
105
38
44
12
0
199
161
58
15
9
0
246
0
50
100
150
200
250
300
Gräben Grünland Säume und
Brachen
Gehölze Sonstige Gesamt
Anzahl der Bestände
Biotoptypen
Entwicklung des Wiesenschaumkrauts
2012
2017
2022
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
13
2. Laubfrosch
Abbildung 5: Entwicklung der Größe der festgestellten Rufergemeinschaften des Laubfrosches von 2017 bis
2022 [Anzahl der Rufergemeinschaften]
Entwicklung:
Laubfrösche ( Hyla arborea ) haben ihren Lebensraum in reich strukturierten
Landschaften, die aus Kleingewässern, extensiv genutzten Grünlandflächen und
Heckenstrukturen bestehen. Seit den 1970er Jahren haben die Intensivierung der
Landwirtschaft, die Homogenisierung der Landschaft und die Eutrophierung von
Gewässern zu einem dramatischen Rückgang der Laubfroschpopulationen in Münster
geführt. Im Rahmen der Erfolgskontrolle der Schutz- und Optimierungsmaßnahmen
der letzten Jahre wurde eine Bestandsaufnahme der rufenden Laubfrösche an den
Projektgewässern durchgeführt.
Diese Zählung ergab, dass in 34 Gewässern knapp 1.100 rufende Laubfrösche
nachgewiesen wurden, was im Vergleich zur vorherigen Überprüfung im Jahr 2017
(792 Rufe) eine deutliche Steigerung darstellt. Besorgniserregend ist jedoch die
Entwicklung in Wolbeck, wo die Anzahl der rufenden Laubfrösche seit 20 Jahren
rückläufig ist. In diesem Bereich wurde eine weitere Abnahme der örtlichen Population
festgestellt, wobei die Anzahl der rufenden Frösche auf 18 gesunken ist (2017: 24).
Der NABU empfiehlt dringende und effektive Maßnahmen, um das Aussterben vor Ort
zu verhindern.
Insgesamt hat sich die Laubfroschpopulation in Münster trotz der rückläufigen Anzahl
der rufenden Gewässer stabilisiert. Dies ist auf die gestiegenen Ruferzahlen im
Bereich des Truppenübungsplatzes Handorf sowie auf die neu entstandenen
Standorte in Nienberge, Kinderhaus und Coerde zurückzuführen.
9
9
5
6
2
16
4
3
13
2
0
5
10
15
20
1-5 6-10 11-20 21-100 >100
Anzahl der Rufergemeinschaften
Größe der Rufergemeinschaften
Entwicklung der Rufergemeinschaften
2017
2022
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
14
3. Waldrandgebundene Tagfalter
Entwicklung:
Da über waldrandgebundene Großschmetterlinge im Stadtgebiet außerhalb der
Davert und der Hohen Ward nur begrenzte Informationen vorliegen, wurde im
Rahmen des Biodiversitätsmonitorings eine Erfassung der beiden Tagfalterarten, des
Kleinen Eisvogels ( Limenitis camilla ) und des Kaisermantels ( Argynnis paphia ),
durchgeführt. Diese beiden Arten sind typischerweise in blütenreichen Waldaußen-
und -innenrändern anzutreffen. Der Kleine Eisvogel ist in der Roten Liste NRW als
"stark gefährdet" klassifiziert, während sich der Kaisermantel auf der Vorwarnliste
befindet.
Die Erfassung wurde auf denselben Flächen durchgeführt wie im Jahr 2016, und zwar
unter günstigen Witterungsbedingungen. Die sieben untersuchten Flächen bieten
potenziell Lebensraum für diese beiden Arten. Im Rahmen der Erfassung konnten 64
Individuen des Kleinen Eisvogels (im Vergleich zu 54 im Jahr 2016) und 48 Individuen
des Kaisermantels (im Vergleich zu 40 im Jahr 2016) kartiert werden.
Die leicht gestiegenen Erfassungszahlen deuten darauf hin, dass die Populationen
dieser beiden Tagfalterarten sich in den untersuchten Flächen im Stadtgebiet
stabilisieren können. Um diese Arten zu erhalten und zu fördern, ist es von großer
Bedeutung, die lokalen Vorkommen zu schützen und Wanderkorridore für den
Austausch der Populationen einzurichten.
0
10
20
30
40
50
60
70
Kleiner Eisvogel Kaisermantel
Anzahl der Bestände
Entwicklung der Bestände
2016 2021
Abbildung 6: Entwicklung der Bestände der Großschmetterlinge Kleiner Eisvogel und Kaisermantel von
2016 bis 2021 [Anzahl der Bestände]
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
15
4. Hohe Schlüsselblume
Abbildung 7 Entwicklung der Individuen der Hohen Schlüsselblume von 2016 zu 2021 [Anzahl der Individuen]
Entwicklung:
Die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) ist eine auffällig blühende Pflanzenart, die
in nährstoffreichen, feuchten Wäldern, schattigen Ufergebieten und feuchten Wiesen
gedeiht. In Münster ist sie weit verbreitet und kommt auf nährstoffarmen, sandigen
Böden und in Bachauen vor. Im Rahmen einer Bestandserfassung wurden neun
Gebiete im Außenbereich der Stadt mit einer Fläche von jeweils 1 Quadratkilometer
untersucht. Dabei wurden 79 Bestände festgestellt, die insgesamt mehr als 4.000
Exemplare umfassen. Im Vergleich zu 2016 (mehr als 8.000 Exemplare) wurde eine
geringere Anzahl von Individuen beobachtet. Diese Reduktion wird auf die
Witterungsbedingungen im Frühjahr sowie mögliche methodische Unschärfe
zurückgeführt.
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
9000Anzahl der Bestände
Entwicklung der Individuen
2016 2021
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90Anzahl der Bestände
Entwicklung der Bestände
2016 2021
Abbildung 8 Entwicklung der Bestände der Hohen Schlüsselblume von 2016 zu 2021 [Anzahl der Bestände]
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
16
Nach Einschätzung des NABU ist der aktuelle Bestand noch ausreichend, um die
lokale Population langfristig zu erhalten. Es ist jedoch von Bedeutung, die Bestände
sorgfältig zu beobachten, um mögliche Rückgänge zu identifizieren. Es ist
entscheidend, Gefährdungen wie den direkten Verlust von Lebensräumen durch
Baumaßnahmen zu vermeiden, um den Schutz dieser Art sicherzustellen.
5. Kiebitz
Abbildung 9: Entwicklung der Brutpaare des Kiebitz von 2003 bis 2022 [Anzahl der Brutpaare]
Entwicklung:
Bei der Erfassung des Kiebitzbestandes durch die NABU-Naturschutzstation
Münsterland wurde im Jahr 2021 eine Anzahl von 60 Brutpaaren festgestellt, während
im Jahr 2022 69 Brutpaare gezählt wurden. Dies zeigt einen geringfügigen Anstieg
der Brutpaare nach einem drastischen Rückgang in den vorherigen Berichtsjahren
(2018: 106 Brutpaare, 2019: 59 Brutpaare). Laut Angaben des NABU wurde im Jahr
2021 der für die Populationserhaltung erforderliche Schwellenwert von 0,8 flüggen
Küken pro Brutpaar mit 0,92 übertroffen. Jedoch fiel der Bruterfolg im Jahr 2022 auf
0,4, was als unzureichend angesehen wird, um die lokale Population zu stabilisieren.
Verschiedene Faktoren bedrohen den Fortbestand der Kiebitzpopulation in Münster.
Die Art nutzt häufig Ackerflächen oder Sekundärbiotope wie Gewerbebrachen zur
Brut, da natürliche Lebensräume wie feuchtes Grünland fehlen. Frühjahrstrockenheit,
Ackernutzung und Prädatorendruck führen jedoch häufig zu erfolglosen Bruten auf
diesen Flächen. Hinzu kommt, dass Bauprojekte die standorttreuen Kiebitze aus ihren
Lebensräumen vertreiben. Ein Beispiel ist das neue Wohngebiet an der Kötterstraße
in Handorf, das derzeit etwa 10 % des gesamten Kiebitzbestandes der Region
gefährdet.
Laut Einschätzungen des NABU wird die münstersche Kiebitzpopulation ohne
erhebliche positive Veränderungen in Bezug auf die "ökologische Grundqualität"
geeigneter Flächen und die Freigabe neuer Gebiete voraussichtlich weiter abnehmen.
346
120 120 106
59 59 60 69
0
50
100
150
200
250
300
350
400
2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Anzahl der Brutpaare
Entwicklung der Kiebitz-Brutpaare
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
17
Um diesem weiteren Rückgang entgegenzuwirken, hat die Stadt Münster in
Zusammenarbeit mit der örtlichen Landwirtschaft, der NABU-Naturschutzstation
Münsterland und der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft das Projekt "Kiebitzschutz
Münster" ins Leben gerufen.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Für die einzelnen Arten des Biodiversitätsmonitorings werden in den Projektberichten
der NABU-Naturschutzstation Münsterland artspezifische Maßnahmen zur
Optimierung, zur Ausweitung und zum Schutz der Lebensräume benannt.
Konkrete Maßnahmen sind im Zuge des weiteren Monitorings und nach Definierung
von Zielgrößen noch festzulegen.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. im Auftrag des Amtes für Grünflächen und
Umweltschutz.
Weitere Daten: Jahresstatistik des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung,
Verkehrsplanung
Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW),
Landwirtschaftszählung 2020
Weitere Daten zum Umweltmedium2:
2010 2016 2020 2021 2022
Anteil der Ackerflächen an der
landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche [%]
82,6 82,8 81,4 k.A. k.A.
Anteil der Grünlandflächen an der
landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche [%]
16,0 16,6 17,9 k.A. k.A.
Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen an
der landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche
[%]
1,3 1,4 3,43 k.A. k.A.
Anzahl der ökologisch wirtschaftenden
Betriebe [Stück]
5 7 9 k.A. k.A.
2 Daten sind der Landwirtschaftszählung 2020 zu entnehmen, die in den Jahren 2021/2022 nicht
aktualisiert wurde.
3 Seitens der Stadt Münster werden zurzeit zwei Ackerflächen in einer Größenordnung von 20,2 ha für
Ökolandbau verpachtet.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
18
Umweltmedium/Ressource:
Boden/Fläche
Indikator:
Flächen für Siedlung und Verkehr (FSuV)
Definition:
Die Statistik der Flächenerhebung wurde 2016 bundesweit auf die Auswertung der
„Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssysteme (ALKIS)” umgestellt. IT.NRW
führt hierzu aus: „Die Umstellung „führte zu grundlegenden methodischen
Änderungen, die eine Neuzuordnung der Nutzungsarten erforderte. Vergleiche mit
früheren Ergebnissen sind daher nur noch sehr eingeschränkt möglich; dieses betrifft
besonders die Nutzungsarten Siedlung und Verkehr “ (IT.NRW, Pressemeldung
16.09.2019).
Was bedeutet dieses im Einzelnen? Während sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche
nach dem „Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB)“ aus der Gebäude- und
Freifläche, der Betriebsfläche (ohne Abbauland), der Erholungsfläche sowie der
Friedhofsfläche errechnete, änderten sich mit dem Wechsel der Erhebungsgrundlage
von ALB zu ALKIS teilweise die Begriffsinhalte der für die Nutzungskategorien
verwendeten Bezeichnungen. So enthält die Fläche für Siedlung und Verkehr (FSuV)
nach ALKIS gegenüber der Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV) nach ALB noch
zusätzlich folgende Nutzungskategorien: „Betriebsfläche - Abbauland“,
„Landwirtschaftliche Betriebsfläche“, „Forstwirtschaftliche Betriebsfläche“,
„Verkehrsübungsplatz“, „Dressurplatz“, „Freizeitanlage“ sowie „Historische Anlage“.
Nicht mehr zur FSuV zählt dagegen die „Verkehrsbegleitfläche Wasserstraße“
(Statistische Ämter des Bundes und des Landes, Methodenbericht zur
Flächenerhebung, 2019, Seiten 14-15).
Erläuterung:
IT.NRW weist in einer Pressemitteilung vom 31.08.2023 zum Flächenverbrauch auf
die Entwicklung der Siedlungsfläche hin: Ende 2022 waren 16,8% der Landesfläche
NRW Flächen für „Siedlung“ genutzt (Quelle: www.it.nrw/nrw-landesflaeche-flaechen-
fuer-siedlung-125407). Für Münster lag der vergleichbare Wert bei 24,5%. Hier lässt
sich für den Betrachtungszeitraum ab 2016 eine leichte Verringerung in der Kategorie
„Siedlungsfläche“ feststellen. Stetige Steigerungen sind nur in den Unterkategorien
„Wohnbaufläche“ und auch der „Flächen gemischter Nutzung“ (hierin enthalten:
„Gebäude- und Freiflächen, Mischnutzung mit Wohnen) um je 0,3 %-Punkte fest-
stellen. Die Verkehrsflächen entwickelten sich tendenziell negativ bzw. bleiben in
einigen Jahren sogar unverändert. Damit ergibt sich in der Zusammenfassung ein
uneinheitliches Bild.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
19
Abbildung 10: Entwicklung der Flächen für Siedlung und Verkehr, der Verkehrsfläche, der Siedlungsfläche mit
Teilflächen Wohnbaufläche sowie Industrie- und Gewerbefläche 31.12.2016 - 31.12.2022 jeweils im Vergleich zum
vorangegangenen Jahr und insgesamt seit 2016
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
20
Eine Betrachtung der Entwicklung der gesamten Bodenflächen für Münster nach
Nutzungsarten vom 31.12.2016 bis zum 31.12.2022 (vgl. Tabelle 1 am Ende des
Kapitels) macht die Problematik der veränderten Art der Flächenerhebung deutlich.
So gab es in der Flächenkategorie ‚Unland, vegetationslose Fläche‘ einen Anstieg von
2016 mit 232 ha über 444 ha (2018) um dann auf einen Wert von 409 ha im Jahr 2022
zu landen. Es ist zu vermuten, dass insbesondere sogenannte Verkehrsbegleitflächen
aus den eigentlichen Flächen aufgrund der Verfahrensumstellung herausgerechnet
und dann in der Kategorie ‚Unland, vegetationslose Fläche‘ zwischengebucht wurden.
Ein Blick auf die Entwicklung der Wohnbaufläche zeigt, dass diese von 3.023 ha
(2016) auf 3.135 ha (2022) um 112 ha und damit kontinuierlich gestiegen ist,
wohingegen Industrie- und Gewerbeflächen und landwirtschaftliche Flächen in jedem
Jahr abgenommen haben.
Belastbare Aussagen zur Flächenentwicklung, insbesondere zur Entwicklung des
Indikators ‚Flächen für Siedlung und Verkehr (FSuV)‘ und damit zur Beschreibung des
Flächenverbrauchs werden nach der erfolgten Umstellung sicherlich erst nach einem
längeren Betrachtungszeitraum möglich sein. Damit ermöglicht die aktuell abgebildete
Entwicklung leider keine belastbare Interpretation, sondern kann nur deskriptiv
dargestellt werden.
Leitlinien und Entwicklungsziele
Am 12.12.2012 hat der Rat der Stadt Münster mit der Vorlage V/0288/2012/1 einen
Zielwert von 30 ha/Jahr zur Begrenzung des weiteren Zuwachses an Siedlungs-und
Verkehrsfläche in Münster bis zum Jahr 2020 beschlossen. Eine Überschreitung ist
vom Rat nur als begründet vertretbar benannt worden, um der Entwicklung des
Oberzentrums Münster aufgrund der besonderen Funktionen, der Bedarfe aus
Einwohnerentwicklung und aus Arbeitsplatzentwicklung angemessen gerecht werden
zu können. Die Verwaltung wurde beauftragt, angesichts der angespannten Lage auf
dem Wohnungsmarkt insbesondere im Segment des preisgünstigen Wohnraums
dafür Sorge zu tragen, dass eine nachhaltige Flächenentwicklung nicht zu Lasten von
Menschen mit geringen und mittleren Einkommen geht. Dieser Beschluss gilt bis
heute unverändert weiter.
Darüber hinaus führt die Nachhaltigkeitsstrategie 2030 aus, dass grundsätzlich alle
Menschen die Möglichkeit haben sollen, bezahlbar, umwelt- und sozialgerecht sowie
gesund in Münster zu wohnen, zugleich sollen die natürlichen Lebensgrundlagen
erhalten bleiben und die biologische Vielfalt verbessert werden. Dies erfolgt unter
Berücksichtigung der Notwendigkeit zur Anpassung an den Klimawandel, der
Erholungsfunktion und der Produktion von Lebensmitteln. Entwicklungspotentiale im
bebauten Bestand sollen grundsätzlich vor der Inanspruchnahme neuer
Außenbereichsflächen genutzt werden (Vorlagen Nr. V/0669/2019 und
V/0699/2019/1).
Qualitative und quantitative Ziele:
Der Boden ist aufgrund seiner vielfältigen Funktionen im Naturhaushalt ein
unverzichtbares Gut. Sein Verlust ist nicht ausgleichbar. Münster hat in der „Allianz
für die Fläche“ beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und
Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen mitgewirkt und dort seine
Erfahrungen mit ressourcenschonender Siedlungsentwicklung eingebracht. Als eine
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
21
von sechs Pilotkommunen ist Münster 2014 vom Umweltministerium NRW mit dem
„Meilenstein“ als flächensparende Kommune zertifiziert worden (Meilenstein „Gold“).
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (Vorlagen Nr. V/0648/2017,
Nr. V/0515/2018 und Nr. V/0669/2019) wurden zum Erhalt der natürlichen
Lebensgrundlagen strategische Entwicklungsziele formuliert, wonach
Entwicklungspotentiale grundsätzlich im bebauten Bestand vor der Inanspruchnahme
neuer Flächen im Außenbereich genutzt werden sollen. Im operativen Zielmodus
bedeutet dieses, die Versiegelung so gering wie möglich zu halten. Dies in Kenntnis
der Tatsache, dass Münster eine weiter wachsende Stadt ist und von 2011 bis 2022
die Einwohnerzahl von 296.440 auf 319.441 Einwohner und damit um 7,8 Prozent
zugenommen hat. Als weiteres Ziel wurde formuliert, dass das Verhältnis von Flächen
für Siedlung und Verkehr (FSuV) je Einwohner/-in kontinuierlich sinken soll.
Mit der Beschlussfassung zum Maßnahmenprogramm 2019 - 2022 der Nachhaltig-
keitsstrategie Münster 2030 (Vorlagen Nr. V/0669/2019) wurden weitere konkrete
Maßnahmen zur flächensparenden Entwicklung formuliert; u.a. wurden im Bereich der
Innenentwicklung die Entwicklung der Kasernenstandorte und die Wiedernutzung von
Flächen wie z. B. ehemaliger Stadthafen, Beresa, Lancier genannt.
Während auf Landesebene mit dem Landeskabinettsbeschluss zum neuen Landes-
entwicklungsplan am 19.02.2019 der 5 ha-Zielwert (d. h. die Begrenzung der täglichen
Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 5 ha und langfristig auf Netto Null)
gestrichen wurde, hält Münster grundsätzlich an seinem Zielwert beim Flächen-
verbrauch von maximal 30 ha pro Jahr fest. Auch die vom Rat beschlossene
Fortschreibung des ‚Wohnsiedlungskonzeptes 2030‘ und die dort formulierte
Ausweisung und Erschließung neuer Wohnbauflächen auf vorherigen Freiflächen
bleibt mit einer Inanspruchnahme von 10 - 14 ha Bruttofläche für Wohnbauzwecke
unter dem Zielwert (Vorlage Nr. V/0224/2019).
Datenherkunft/Zuständigkeit:
IT.NRW (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung) auf der Basis von
Angaben des Vermessungs- und Katasteramtes der Stadt Münster („Amtliches
Liegenschaftskataster- Informationssystem – ALKIS“); Jahres-Statistik des
Stadtplanungsamtes.
Weitere Daten: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Flächen für Siedlung
und Verkehr [ha]
davon:
Siedlung [ha]
.
Verkehr [ha]
10.130
7.458
2.672
10.155
7.483
2.672
10.037
7.455
2.618
10.053
7.447
2.605
10.021
7.417
2.605
10.042
7.438
2.604
10.022
7.423
2.599
Anzahl erfasster
Altlasten-/Verdachts-
flächen [Stück]
643 671 672 677 682 684 682
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
22
Noch nicht bewertete
Altlasten-
/Verdachtsflächen [%]4
8 5 5 5 3 3 0
4 Veränderungen basieren auch auf der Neuaufnahme unbewerteter bzw. Entlassung bereits
bewerteter Altlasten-/Verdachtsflächen.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
23
in ha Anteil
an Insg. in ha in ha in ha in ha in ha in ha Anteil
an Insg.
Siedlung 7.458 24,6 % 7.483 7.455 7.447 7.414 7.438 7.423 24,5 %
davon
Wohnbaufläche 3.023 10,0 % 3.031 3.049 3.104 3.113 3.125 3.135 10,3 %
Industrie- und Gewerbefläche 1.236 4,1 % 1.228 1.207 1.211 1.194 1.202 1.190 3,9 %
darunter Industrie und Gewerbe 634 2,1 % 616 601 608 594 601 585 1,9 %
Halde 21 0,1 % 20 20 20 6 6 6 0,0 %
Bergbaubetrieb /
Tagebau, Grube, Steinbruch – – – – 0 – –
Fläche gemischter Nutzung 784 2,6 % 801 811 843 847 862 887 2,9 %
Fläche besond. funktionaler Prägung 912 3,0 % 912 909 837 835 838 842 2,8 %
Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche 1.427 4,7 % 1.435 1.404 1.378 1.365 1.349 1.307 4,3 %
darunter Grünanlage 890 2,9 % 889 871 869 856 840 801 2,6 %
Friedhof 56 0,2 % 55 55 54 54 55 55 0,2 %
Verkehr 2.672 8,8 % 2.672 2.618 2.605 2.607 2.604 2.599 8,6 %
davon
Straßenverkehr 1.835 6,1 % 1.819 1.818 1.785 1.793 1.800 1.755 5,8 %
Weg 488 1,6 % 509 480 500 496 492 540 1,8 %
Platz 75 0,2 % 74 80 81 81 80 79 0,3 %
Bahnverkehr 263 0,9 % 259 229 226 225 218 211 0,7 %
Flugverkehr 2 0,0 % 2 2 2 2 2 2 0,0 %
Schiffsverkehr 9 0,0 % 9 9 10 10 11 11 0,0 %
FSuV [ Summe
"Siedlung" + "Verkehr" ] 10.130 33,4 % 10.155 10.073 10.052 10.021 10.042 10.022 33,0 %
Vegetation 19.563 64,5 % 19.579 19.666 19.687 19.713 19.691 19.703 65,0 %
davon
Landwirtschaft 13.556 44,7 % 13.439 13.352 13.288 13.268 13.200 13.147 43,3 %
Wald 4.867 16,0 % 4.861 4.885 4.925 4.934 4.981 4.983 16,4 %
Gehölz 534 1,8 % 497 609 662 671 692 782 2,6 %
Heide 250 0,8 % 255 256 256 255 239 235 0,8 %
Moor – – – – – – –
Sumpf 124 0,4 % 125 121 128 149 149 147 0,5 %
Unland, Vegetationslose Fläche 232 0,8 % 402 444 429 437 431 409 1,3 %
Gewässer 636 2,1 % 595 589 589 594 595 603 2,0 %
davon
Fließgewässer 367 1,2 % 325 315 311 310 310 309 1,0 %
Hafenbecken 6 0,0 % 6 6 6 7 7 7 0,0 %
Stehendes Gewässer 263 0,9 % 264 268 272 277 278 287 0,9 %
Meer – – – – – – –
Bodenfläche insgesamt 30.328 100 % 30.328 30.328 30.328 30.328 30.328 30.328 100 %
Quelle: IT.NRW, Landesdatenbank
Bodenfläche am:
(jeweils 31.12. des Jahres)
Bodenfläche der Stadt Münster nach Nutzungsarten 2016 - 2022
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
24
Umweltmedium/Ressource:
Grün
Indikator:
Bauliche Eingriffe in das Grünsystem
Definition:
Der Indikator gibt die jährliche Anzahl der baulichen Eingriffe in das Grünsystem der
Stadt Münster an. Berücksichtigt werden Eingriffe (> 500 m² versiegelte Fläche) in die
Grünzüge sowie den 1. und 2. Grünring gemäß Grünordnung der Stadt Münster.
Ausgenommen sind privilegierte Vorhaben im Außenbereich.
Erläuterung:
Das Grünsystem der Stadt Münster ist von maßgeblicher Bedeutung für die
Freiraumsicherung. Es stellt die Grundvoraussetzung dafür dar, dass der Freiraum
seine Funktionen für Freizeit und Erholung einerseits sowie Natur-/ Landschaftsschutz
und Stadtökologie andererseits erfüllen kann. Flächenverluste in diesen Bereichen
führen zu nachhaltigen Beeinträchtigungen der Freiraumfunktionen.
Abbildung 11: Eingriffe in das Grünsystem von 2017 bis 2022 [Anzahl der Eingriffe]
Qualitative Ziele:
Sicherung des kohärenten Systems der städtischen Grünzüge und Grünringe gemäß
Grünordnung.
Weitere Ziele mit Bezug zu öffentlichen Grünflächen:
• Sicherstellung der Erreichbarkeit und Vernetzung von Grünflächen
• Bereitstellung geeigneter Angebote für alle Nutzergruppen
• Ausstattung aller Stadtteile mit qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten
Grünflächen
• Bedarfsgerechte Pflege zur nachhaltigen Sicherstellung der Funktionalität
• Gewährleistung der stadtökologischen Funktionen von Grünflächen, z. B. für das
Stadtklima oder als Lebensraum für Tiere und Pflanzen
0
3
0
1
0
0
0
1
2
3
4
5
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Anzahl der Eingriffe
Eingriffe in das Grünsystem
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
25
Quantitative Ziele:
Als maßgeblicher Indikator wird die Anzahl der baulichen Eingriffe in das Grünsystem
der Stadt Münster erhoben. Ziel ist es, derartige Eingriffe gänzlich zu vermeiden. Die
Zielsetzung entspricht der Nachhaltigkeitsstrategie Münster (operatives Ziel Nr. 2.1.4).
Auf die Festlegung quantitativer Zielwerte für städtisches Grün wurde bislang
weitestgehend Abstand genommen, da sich maßgebende Faktoren wie
Aufenthaltsqualitäten, räumliche Vernetzung oder stadtökologische Funktionen
quantitativ schwierig abbilden lassen. Stattdessen bildet die Grünordnung Münster
das Rückgrat der Grünversorgung.
Vor dem Hintergrund stetig steigender Anforderungen an die Leistung von urbanem
Grün prüft das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit die Möglichkeiten des
zielorientierten Einsatzes von quantitativen Indikatoren und Orientierungswerten für
die Versorgung, Erreichbarkeit und (klima-)ökologische Funktionsfähigkeit.
Das Bundesamt für Naturschutz legt mit der Schrift „Stadtnatur erfassen, schützen,
entwickeln: Orientierungswerte und Kenngrößen für das öffentliche Grün“ (BfN-
Schriften 653-2023) hierzu einen Orientierungsrahmen vor, der u.a. folgende Aspekte
abdeckt:
Orientierungswerte für die Versorgung mit öffentlichen Grünflächen/Freiräumen
Orientierungswerte für klimawirksame Grünflächen
Orientierungswerte für natur-/biodiversitätswirksame Grünflächen
Entwicklung:
In den Jahren 2021 bis 2022 wurden keine Eingriffe von mehr als 500 m² versiegelte
Fläche innerhalb des städtischen Grünsystems vorgenommen bzw.
bauplanungsrechtlich vorbereitet.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Vermeidung von Eingriffen in das Grünsystem.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Öffentliche Grünflächen [ha] 394 395 397 397 394
Öffentliche Grünflächen je
Einwohner [m²/EW]
12,7 12,7 12,7 12,6 12,4
Spielplatzflächen [ha] 47 47 48 49 49
Anzahl Spielplätze [Stück] 311 315 315 316 325
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
26
Erfasste Einzelbäume /
überwiegend Straßenbäume gemäß
Baumdatenbank
[Stück]
47.727 49.443 49.410 k.A. k.A.
Gesamtanzahl Straßen- und
Anlagenbäume [Stück]5
k.A. k.A. k.A. ca.
124.000
ca.
142.000
5 Nach der Luftbild-Befliegung im Jahr 2020 wurden alle Baumstandorte auf Basis einer digitalen 3D-
Punktwolken-Analyse neu ermittelt. Dabei wurden zunächst die in städtischen Flächen vorhandenen
Baumstandorte erfasst und zugeordnet. Die notwendigen örtlichen Abgleiche dauern aktuell noch an.
Der Baumbestand in den städtischen Wäldern wird in der angegebenen Summe nicht berücksichtigt.
Sie stellt ausschließlich Baumstandorte innerhalb von Flächen in der Zuständigkeit des Amtes für
Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit dar und beinhaltet Straßen- und Anlagenbäume.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
27
Umweltmedium/Ressource:
Klima/Energie
Indikator:
Kohlendioxid-Emissionen
Definition:
Der Indikator gibt die lokale CO2-Emission pro Einwohnerinnen und Einwohner durch
die Nutzung fossiler Energieträger an. Die Emissionen umfassen energiebedingte
Emissionen (Raumwärme, Prozesswärme, Elektrizität) und
personenverkehrsbedingte Emissionen. Die Angabe erfolgt in Tonnen CO 2 pro
Einwohner und Jahr [t/E*a].
Die Daten entstammen der stadtweiten Energie- und Treibhausgasbilanz, die nach
dem BISKO-Standard jährlich fortgeschrieben und veröffentlicht wird (V/0131/2023).
Erläuterung:
Der Indikator setzt die stadtweiten Gesamtemissionen ins Verhältnis zu der
Einwohnerzahl und gibt damit die CO2-Emissionen je Einwohner aus.
Abbildung 12: Entwicklung der CO2 Emissionen von 1990 bis 2021 [Tonnen pro Einwohnerinnen und Einwohner]6
Qualitative Ziele:
Der Klimawandel zwingt zum Handeln. Durch den sparsamen und effizienten Einsatz
von Energie und die Nutzung regenerativer Energien kann der Ausstoß
klimaschädlicher CO2-Emissionen begrenzt werden.
6 Daten für 2022 liegen noch nicht vor.
10,1
9,4
9,4
9,5
8,0
6,7
6,6
6,4
6,4
6,0
5,7
5,7
0
2
4
6
8
10
12
1990 1995 2000 2005 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Tonnen pro Einwohnerinnen und
Einwohner [t/E]
Entwicklung der CO2 Emissionen je Einwohner
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
28
Ziele:
• Reduzierung der CO2-Emissionen durch Senkung des Energieverbrauchs im
Bereich Wärme, Strom und Verkehr
• Steigerung des Anteils der Nutzung und Erzeugung regenerativer Energien
Quantitative Ziele:
Mit der Konzeptstudie „Münster Klimaneutralität 2030“ wurde aufgezeigt welche
Veränderungen auf lokaler, aber auch auf nationaler Ebene auf den Weg gebracht
werden müssen um eine Klimaneutralität 2030 erreichen zu können. Seitdem wurden
fortlaufend weitere Maßnahmen und Projekte beschlossen und auf den Weg gebracht,
die auf eine Zielerreichung einzahlen. Münster Klimaneutralität 2030
• Reduzierung des Endenergieverbrauchs um 50 % bis 2030 (ggü. 1990)
• Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 95 % bis 2030 (ggü. 1990)
Entwicklung:
Mit dem stetigen Ausbau der Klimaschutzaktivitäten und dem voranschreitenden
Ausbau der erneuerbaren Energien konnte in Münster bis Ende des Jahres 2021 eine
Reduzierung der CO 2-Emissionen pro Kopf der Bevölkerung um knapp 43 %
gegenüber dem Jahr 1990 erreicht werden. Die absolute Reduzierung von 1990 bis
2020 beläuft sich wegen der gestiegenen Bevölkerungszahlen auf 31 %.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Strategie und Projekte gemäß „Masterplan 100 % Klimaschutz – Münster
Klimaschutz 2050“ (vgl. Vorlage V/0689/2017)
• Maßnahmen und Projekte gemäß „Handlungsprogramm Klimaschutz 2030“ (vgl.
Vorlage V/0770/2019)
• Maßnahmen und Projekte gemäß Konzeptstudie „Münster Klimaneutralität 2030“
(vgl. Vorlage V/0628/2021)
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen der Stadt Münster und ihrer
Tochterunternehmen, insbesondere von der Stadtwerke Münster GmbH, und wurden
in der stadtweiten Energie- und Treibhausgasbilanzierung aggregiert.
Zuständig für die Bilanzierung ist die Stabsstelle Klima/Dez OB.
Weitere Daten zum Umweltmedium:7
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Sonnenenergie Photovoltaik
[kWp]
47.680 52.340 58.226 65.680 75.777 86.350
7 Daten für 2022 liegen teilweise noch nicht vor.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
29
Sonnenenergie Thermie
(m² Kollektorfläche)
25.849 23.351 23.741 24.296 25.196 25.688
Stromverbrauch
[kWh/Einw./Jahr]
4.195 4.224 4.157 4.026 3.991 k.A.
Heizenergiebedarf
[kWh/Einw./Jahr]
10.407 10.190 9.937 10.020 9.845 k.A.
Kommunaler
Heizenergiebedarf
[Mio kWh/Jahr]8
78,64 72,34 69,23 62,20 76,3 64,3
Stromverbrauch
kommunale Einrichtungen
[Mio kWh/Jahr]9
27,8 27,3 26,4 24,8 25,4 26,2
Anteil erneuerbarer
Energien am Gesamt-
Energieverbrauch der Stadt
[%]
5,50 5,71 6,73 7,15 7,8 k.A.
8 Nicht witterungsbereinigter Heizenergiebedarf.
9 Ggü. den bisherigen Angaben in den Vorjahren unter Einbeziehung aller technische Einrichtungen
wie Lichtsignalanlagen und Pumpwerke.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
30
Umweltmedium/Ressource:
Lärmimmissionen
Indikator:
Lärmbelastung an Hauptverkehrsstraßen
Definition:
Geschätzte Anzahl der Menschen an Hauptverkehrsstraßen, d. h. Straßen mit mehr
als 3 Mio. Kfz/Jahr, die in Häusern wohnen mit Schallpegeln an der Fassade von
Lden >55 dB(A) tags oder Lnight >50 dB(A) nachts bzw.
Lden >70 dB(A) tags oder Lnight >60 dB(A) nachts
Lden repräsentiert die tägliche Lärmbelastung der Anwohner, L night repräsentiert die
nächtliche Lärmbelastung der Anwohner.
Erläuterung:
In Münster werden auf der Grundlage der Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und Bekämpfung von
Umgebungslärm vom 25.06.2002 die Gebiete ermittelt, bei denen die Lärmbelastung
durch Verkehr besonders hoch ist.
Abbildung 13: Menschen an Hauptverkehrsstraßen mit Lärmbelastung [Anzahl an Menschen]10
10 Vergleichbarkeit aufgrund der veränderten Berechnungsvorschriften erheblich eingeschränkt (S.32).
27575
26600
99500
16496
16700
71300
1952
2200
7800
2535
2900
10700
0
20000
40000
60000
80000
100000
120000
2013 2017 2022
Anzahl an Menschen
Menschen an Hauptverkehrstraßen mit Lärmbelastung
> 55 dB(A) tags bzw. > 50 dB(A) nachts
> 70 dB(A) tags bzw. > 60 dB(A) nachts
tags > 55 nachts > 50 tags > 70 nachts > 60
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
31
Qualitative Ziele:
Der allgegenwärtige Lärm hat sich zu einem zentralen Umweltschutzthema entwickelt.
Die Gesundheit gefährdende oder die Lebensqualität mindernde Lärmpegel sollen
daher vermieden werden.
Zum Vergleich: Die vorsorgeorientierten Orientierungswerten der DIN 18005 für
Allgemeine Wohngebiete betragen 55 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts.
Lärmimmissionen >70 dB(A) tags und >60dB(A) nachts spiegeln die Schwelle der
Gesundheitsgefährdung wider.
Ziele:
Senkung der Anzahl der Münsteranerinnen und Münsteraner, die von
gesundheitsgefährdenden bzw. erheblich belästigenden Lärmimmissionen betroffen
sind.
Kurzfristig: Vermeidung von Gesundheitsgefährdung (> 65 dB(A)/55 dB(A))
Mittelfristig: Minderung der erheblichen Belästigung (>60 dB(A)/50 dB(A))
Langfristig: Vermeidung von erheblicher Belästigung (>55 dB(A)/45 dB(A))
[Immissionswerte = Lden/Lnight]
Quantitative Ziele:
Der aktuelle Lärmaktionsplan ist im März 2021 beschlossen worden. Im
Lärmaktionsplan wurde eine Priorisierung der besonders lärmbelasteten
Maßnahmenbereiche vorgenommen. Vorrangig wurden für die Maßnahmenbereiche
der ersten Priorität Maßnahmen entwickelt. Durch die Umsetzung der Maßnahmen
wären ca. 11.120 Menschen besser vor Lärm geschützt. Weitere Informationen sind
der Vorlage V/0077/2021 zu entnehmen.
Entwicklung:
Im Jahr 2012 wurde das relevante Straßennetz Münsters im Rahmen der 2. Stufe der
Lärmaktionsplanung untersucht. Im Jahr 2017 ist die Lärmkartierung für die 3.
Runde11 der Lärmaktionsplanung durchgeführt worden.
Folgend sind die Ergebnisse der 3. Runde des Lärmaktionsplans sowie die seiner
vorangegangenen Runden grob beschrieben. Die Lärmbelastungen an
Hauptverkehrsstraßen sind 2013 im Vergleich zu 2008 vor allem nachts signifikant
zurückgegangen. Diese Lärmminderung geht überwiegend auf die verminderte
Höchstgeschwindigkeit im Hauptverkehrsstraßennetz zurück. Im Jahr 2017 sind die
Lärmbelastungen im Nachtzeitraum geringfügig höher. Zum Februar 2019 wurden 15
ausgewählte Hauptverkehrsstraßen für eine Geschwindigkeitsänderung im
Innenstadtbereich auf Tempo 30 vorgeschlagen. Mit der straßenverkehrsrechtlichen
Prüfung konnte auf 9 Straßenabschnitten Tempo 30 angeordnet werden. Die im
Lärmaktionsplan der 3. Runde (Ratsbeschluss März 2021) empfohlene
11 Seit der „3. Runde“ werden die Fortschreibungen der Lärmaktionspläne mit „Runden“ bezeichnet
(vormals „Stufen“).
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
32
straßenverkehrsrechtliche Prüfung weiterer Tempo-30 Abschnitte ist noch nicht
abgeschlossen.
Die Lärmkartierung für die 4. Runde ist im Jahr 2022 erstellt worden. In der 4. Runde
der Lärmkartierung wurden neue Berechnungsvorschriften eingeführt. Diese
überführen neue europäische Berechnungsvorschriften in nationales Recht. Die
Änderung der Berechnungsvorschriften hat zur Folge, dass die Ergebnisse der
Lärmkartierung der dritten und der vierten Runde nicht vergleichbar sind. Der
Lärmaktionsplan der 4. Runde wird zurzeit erarbeitet und wird zum Sommer 2024
vorgelegt.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung,
• Maßnahmen der Fahrbahnsanierung mit Einsatz von Fahrbahnbelägen mit
lärmmindernder Wirkung und
• Straßenräumliche Maßnahmen zur Lärmminderung.
• (Förderprogramm Passiver Schallschutz: Ergänzend für Maßnahmenbereiche, für
die sonst keine Möglichkeiten einer aktiven Reduzierung der Lärmemissionen
gesehen werden)
Datenherkunft/Zuständigkeit:
LANUV NRW/Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2008 2017 2022
Geschätzte Zahl der von Umgebungslärm durch Schienenlärm
der Eisenbahnen des Bundes in ihren Wohnungen belasteten Menschen12:
LDEN > 55 dB(A) tags 14.600 25.790 15000
LNIGHT > 50 dB(A) nachts 12.100 20.050 11640
LDEN > 70 dB(A) tags 1.630 1.410 240
LNIGHT > 60 dB(A) nachts 2.790 2.600 1440
12 Die Vergleichbarkeit ist aufgrund der veränderten Berechnungsvorschriften erheblich eingeschränkt.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
33
Umweltmedium/Ressource:
Luftschadstoffe
Indikator:
Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Immissionen
Definition:
Jahresmittel für NO 2 [µg/m³] und Anzahl der Tage mit Überschreitung des
Tagesgrenzwertes für PM10 [Überschreitungstage > 50 µg/m³] an der kontinuierlichen
Mess-Station Weseler Straße.
Erläuterung:
Der Grenzwert für das NO 2-Jahresmittel liegt bei 40 µg/m³ (ab 2010). Für PM10 gilt
ein Tagesgrenzwert von 50 µg/m³, der maximal an 35 Tagen pro Jahr überschritten
werden darf. PM10 umfasst alle Feinstäube <10 Mikrometer, die als
gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Zentrale Quelle für lokale Feinstaub- und
Stickstoffdioxidbelastungen ist der Straßenverkehr.
Abbildung 14: Jahresmittelwert NO2 [µg/m³]
Abbildung 15: Überschreitungstage PM 10 > 50 µg/m³
38
38
38
33
27
25
24
20
30
40
50
60
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
NO2 µg/m3
Entwicklung der Jahresmittelwerte N02
5
10
12
6
2
2
4
0
10
20
30
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Tage
Überschreitungstage PM 10 > 50 µg/m³
Zielwert 2010: < 36 Überschreitungstage
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
34
Qualitative Ziele:
Feinstäube und Stickoxide stehen im Brennpunkt der Diskussionen zu
Luftschadstoffen. Ozon ist als Hauptverursacher des Sommersmogs mit zu
betrachten. Um mögliche Gesundheitsgefahren und nachteilige Umweltfolgen zu
mindern ist es erforderlich, dass die entsprechenden Luftbelastungen gemindert
werden.
Ziele:
• Einhaltung der Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit der EU-
Luftqualitätsrichtlinie für die Leitsubstanzen Ozon, PM10 und NO2
• Verringerung der flächenhaften Stickstoffdepositionen
Quantitative Ziele
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für NO2 von 40 µg/m³ als Jahresmittelwert ab
2010
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für PM10 von < 36 Überschreitungstage mit
> 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für Ozon von < 26 Überschreitungstage mit 120
µg/m³ (8 Std.-Mittel)
Entwicklung:
Die Stickstoffimmissionen sind von 2009 bis 2022 rückläufig. Der Grenzwert für
Stickstoffimmissionen (Jahresmittelwert) werden seit 2013 an der Weseler Straße
nicht mehr überschritten. Hierfür sind verschiedene Faktoren ursächlich
(meteorologische Bedingungen, Emissionsverhalten der Fahrzeugflotte etc.). Als eine
Maßnahme zur Minderung der Immissionen besteht seit dem 1. Januar 2010 im
Stadtkern von Münster eine Umweltzone. Die Regelungen für die Einfahrt in die
Umweltzone wurden 2014 nochmals verschärft. An der Mess-Station „Bült“ trat 2017
erstmals keine Überschreitung des NO2-Grenzwertes mehr auf.
Die PM10-Belastung fluktuiert seit Jahren auf niedrigem Niveau. Ein eindeutiger Trend
ist nicht erkennbar.
Hinsichtlich der Einhaltung des EU-Grenzwertes für Ozon von < 26
Überschreitungstage mit 120 µg/m³ (8 Std.-Mittel) traten 2018 und 2019
Überschreitungen des Grenzwertes auf. Seit 2020 wird der Wert wieder deutlich
unterschritten. Die Entwicklung wird hier beobachtet. Eine eindeutige Ursache (z.B.
die extremen meteorologischen Bedingungen) lässt sich bislang nicht belegen.
Im Jahr 2022 wurde eine EU-Initiative zur Anpassung der Grenzwerte für
Luftschadstoffe gestartet. Die Grenzwerte für den Jahresmittelwert von Feinstaub und
Stickstoffdioxid sollen halbiert werden. Insbesondere beim Schadstoff Stickstoffdioxid
wären weitere Anstrengungen zur Reduktion der Emissionen erforderlich um die
schärferen Grenzwerte einhalten zu können.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
35
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Mit Hilfe des Luftqualitätsplans (2009) wurden Maßnahmen zur Minderung der
Belastungen eingeleitet (z. B. Umweltzone). Im Jahr 2014 wurde er nochmals
aktualisiert.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
LANUV NRW/Bezirksregierung Münster
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Ozon-Immissionen Münster Geist
[Überschreitungstage mit 120 µg/m³
(8 Std.-Mittel)]
40 32 19 8 16
Ozon-Immissionen (Jahresmittelwert)
Münster-Geist [µg/m³]
50 49 49 46 51
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
36
Umweltmedium/Ressource:
Natur und Landschaft – Schutzgebiete
Indikator:
Schutzgebiete
Definition:
Fläche der Schutzgebiete (Naturschutzgebiete/Landschaftsschutzgebiete) in Hektar
[ha].
Erläuterung:
Der Indikator gibt den Stand der Sicherung der für Natur und Landschaft bedeutsamen
Flächen wieder. Nicht enthalten sind die Geschützten Landschaftsbestandteile mit
einer Gesamtgröße von 159 ha.
Abbildung 16: Gesamtfläche der Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete [ha]
Vergleichswert: 4.686 ha BSN-Flächen
(BSN = Bereiche für den Schutz der Natur gemäß Regionalplan 2014)
Qualitative Ziele:
Die unterschiedlichen Naturräume und Nutzungsformen haben zur Ausbildung der für
Münster typischen Landschaften und Lebensräume geführt. Diese gilt es zu sichern
und zu optimieren.
Ziele:
• Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen
2133 2135 2135 2135 2135 2135
9941 9939 9939 9939 9939 9939
0
2000
4000
6000
8000
10000
12000
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Fläche in ha
Naturschutzgebiete und Landschaftschutzgebiete
NSG LSG
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
37
• Schutz der bedeutsamen Natur- und Kulturlandschaften
• Erhaltung und Entwicklung der natürlichen Vielfalt der Tier- und
Pflanzenwelt/Biodiversität von Arten und Lebensgemeinschaften
• Anreicherung strukturarmer Landschaftsräume mit gliedernden und belebenden
Elementen
• Sicherung der Landschaft für die Erholung des Menschen
Quantitative Ziele:
Als Vergleichsmaßstab für die Größe der zu schützenden Gebiete wird
näherungsweise auf die Flächen, die im des Regionalplan als „Bereiche für den
Schutz der Natur (BSN)“ dargestellt sind, zurückgegriffen. Dabei handelt es sich um
ökologisch hochwertige und daher schutzwürdige und schutzbedürftige Gebiete. „Bei
der Umsetzung der BSN kommt auf die Träger der Landschaftsplanung die Aufgabe
zu, unter Beachtung der lokal bestehenden Bedingungen Umsetzungskonzepte zum
Aufbau eines Biotopverbundsystems zu entwickeln. Sie wählen aus den
fachplanerischen Instrumenten die notwendigen Festsetzungen (z. B.
Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, geschützte Landschaftsbestandteile)
aus und bestimmen deren gebietsscharfe Abgrenzung“ (Regionalplan Münsterland
2014). Der Regionalplan verzeichnet insgesamt 4.686 ha als BSN-Flächen. Die
Konkretisierung der Schutzausweisungen erfolgt somit über die Landschaftspläne.
Ziel ist daher auch eine flächendeckende Landschaftsplanung für den Außenbereich
von Münster.
Entwicklung:
Die Entwicklung der Schutzgebiete ist in den letzten Jahren unverändert geblieben.13
Damit stehen zur Zeit weiterhin ca. 7 % des Stadtgebietes unter Naturschutz. Im BSN-
Flächen des Regionalplans umfassen zum Vergleich ca. 15 % des Stadtgebiets.
Der Anteil der Landschaftsschutzgebiete am Stadtgebiet beträgt ca. 33 %.
Mit der im Jahr 2021 neu in Kraft getretenen Naturdenkmalverordnung für den
bebauten Bereich erhöht sich die Anzahl der Naturdenkmäler für den Zeitraum 2021-
2022 auf nunmehr 352 Stück. Bei einzelnen Naturdenkmalen mussten in den Jahren
2021-2022 durch natürliche Abgänge in Folge von Sturmereignissen oder
Krankheitsbefall Verluste von Einzelbäumen hingenommen werden. Hierzu zählt die
imposante Blutbuche (ND Nr. 50) im Botanischen Garten, die nach dem Befall mit
einem Brandkrustenpilz gefällt werden musste.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Umsetzung der Landschaftspläne 1-3
• Aufstellung des Landschaftsplans 4
13 Die geringfügige Verringerung der LSG-Fläche um ca. 2 ha beruht auf grafischen Bereinigungen in
Folge neuer Grundlagenkarten und hat keine materiellen Gründe.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
38
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Jahresstatistik des Stadtplanungsamtes
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Waldfläche [ha] 4.885 4.925 4.943 4.981 4.983
Landwirtschaftliche Fläche [ha] 13.352 13.288 13.268 13.200 13.147
Städtische landwirtschaftliche
Pachtfläche [ha]
1.007 1.007 1.012 991 981
Anzahl der Naturdenkmale 323 320 320 352 352
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
39
Umweltmedium/Ressource:
Natur und Landschaft – Eingriffsregelung
Indikatoren:
1. Ersatzgeld
2. Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von Bebauungsplänen
und Satzungen nach § 34 BauGB
3. Größe des Flächenpools im Kompensationsflächenkataster
Erläuterung:
Die Indikatoren setzen den Beschluss der Vorlage V/0619/2013 um, über die
Abwicklung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung regelmäßig zu berichten.
1. Ersatzgeld
Definition:
Übersicht über Einnahmen, Ausgaben und über die für landschaftspflegerische oder
Artenschutzmaßnahmen noch zur Verfügung stehenden Ersatzgelder [ €] nach
Landesnaturschutzgesetz im Zusammenhang mit Eingriffen in Boden, Natur und
Landschaft.
Abbildung 17: Bilanz Finanzmittel Ersatzgeld [Euro]
Das Ersatzgeld steht für landschaftspflegerische und artenschutzspezifische
Maßnahmen zur Verfügung.
109.287
14.414
361.875
158.069
218.220
92.843
143.655
65.226
0
100000
200000
300000
400000
2020
Stand:
31.12.20
2022
Stand:
31.12.22
Euro
Bilanz Finanzmittel Ersatzgeld
Einnahmen Haben* Ausgaben Verfügbar
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
40
Finanzbilanz Ersatzgelder 2022– Stand: 31.12.2022
Frei verfügbare Finanzmittel am 31.12.2020: 143.655,- €
Einnahmen gesamt 2021 - 2022: 14.414,- €
Haben: 158.069,- €
Ausgaben: 92.843,- €
Frei verfügbares Ersatzgeld 31.12.2022: 65.226,- €
Eine Übersicht über die im Zeitraum zwischen 2021 und 2022 geplanten, sich bereits
in der Realisierung befindlichen bzw. abgeschlossenen landschaftspflegerischen
Maßnahmen ist als Anlage beigefügt.
Entwicklung:
Die Entwicklung der Einnahmen über Ersatzgeld ist eng an die Genehmigung von
Windkraftanlagen und Mobilfunkmasten gebunden. Auf der Grundlage des hierfür zu
verwendenden Bewertungsverfahrens für mastenartige Eingriffe wird immer ein Teil
des Ausgleichs über die Zahlung von Ersatzgeld abgegolten. Auch in den nächsten
Jahren ist mit der Errichtung neuer Anlagen zu rechnen, so dass voraussichtlich
weitere Mittel vereinnahmt werden. Bei allen anderen Eingriffsvorhaben dringt die
Stadt Münster darauf, dass der entsprechende Ausgleich durch den jeweiligen
Vorhabenträger nachgewiesen wird.
2. Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von Bebauungsplänen und
Satzungen nach § 34 BauGB
Definition:
Im Zuge der planrechtlichen Aufstellung von Bebauungsplänen und Satzungen nach
§ 34 (4) BauGB werden Freiflächen im Außenbereich für Siedlungs- und
Verkehrsflächen „verbraucht“. Für den naturschutz- und forstrechtlichen Ausgleich der
Eingriffe werden z. T. landwirtschaftliche Produktionsflächen in Anspruch genommen.
Dargestellt werden der „Flächenverbrauch“ durch entsprechende Verfahren mit
zugeordnetem Ausgleich und die Entwicklung gegenüber der letzten Berichtsperiode.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
41
Abbildung 18: Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von Bebauungsplänen und Satzungen nach § 34
BauGB [ha]
Im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2022 sind 15 Bebauungspläne zur Rechtskraft
gelangt.
Sechs davon umfassen Änderungen bestehender Bebauungspläne vorhandener
Gewerbe- und Wohnbauflächen. Die meisten Bebauungspläne liegen im Innenbereich
und sind im Hinblick auf eine Inanspruchnahme landwirtschaftlich genutzter Flächen
irrelevant. Im Detail handelt es sich dabei vor allem um eine Verdichtung oder
Arrondierung vorhandener Bebauung innerhalb von bereits bestehenden Baugebieten
sowie einer Anpassung der Nutzungsmöglichkeiten innerhalb von Gewerbegebieten.
Die Verdichtung geht zwar häufig materiell mit einer Erhöhung des
Versiegelungsgrades einher, jedoch wird eine zulässige Grundfläche von 20.000 m²
nicht überschritten. Rechtlich sind diese Verfahren in sechs Fällen nach § 13a BauGB
eingestuft, so dass die erfolgten Eingriffe von der Ausgleichsverpflichtung freigestellt
sind. Mit einer Grundfläche im Sinne des § 13a Absatz 1 Satz 2 von weniger als
10.000 m² ist ein weiterer Bebauungsplan im Außenbereich für Wohnnutzung nach
§ 13b in das beschleunigte Verfahren einbezogen worden und demnach ebenfalls
nicht ausgleichspflichtig.
Drei Bebauungspläne mit einer Gesamtfläche von ca. 32,4 ha nehmen in einer
Größenordnung von 31,3 ha landwirtschaftlich genutzte Ackerflächen im
Wesentlichen für Wohn- und Verkehrszwecke in Anspruch. Bei der restlichen Fläche
von 0,8 ha handelt es sich um intensiv genutztes Grünland. Insgesamt sind von den
15 zur Rechtskraft gelangten Bebauungsplänen jedoch nur vier ausgleichsrelevant.
Die zugeordnete Kompensationsfläche beträgt insgesamt ca. 9,6 ha und umfasst
neben naturschutzrechtlichen (rd. 8,3 ha) auch forstrechtlichen Ausgleich (rd. 1,3 ha)
für eine Inanspruchnahme von Wald im Innenbereich. Über die geplante Entwicklung
von neuen Baugebieten im Außenbereich hinaus ist die Stadt Münster auch weiterhin
in erheblichem Maße um eine Reduzierung des Flächenverbrauchs durch eine
forcierte Innenentwicklung bemüht.
1,3
32,4
0
0,6
1,1
9,6
0
0
0
5
10
15
20
25
30
35
40
2019-2020 2021-2022
ha
Jahr
Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von
Bebauungsplänen und Satzungen nach § 34 BauGB [ha]
Eingriff in landw.
Flächen*
Eingriff in forstw.
Flächen*
Ausgleich auf landw.
Flächen
Ausgleich auf sonst.
Flächen
* ohne Ausgleich u.
bestehendes Planrecht
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
42
3. Größe des Flächenpools im Kompensationsflächenkataster
Definition:
Die nicht für Eingriffe in Boden, Natur und Landschaft gebundenen Flächen im
Flächenpool des Kompensationsflächenkatasters („Komkat“) stehen für zukünftige
Kompensationsflächenbedarfe zur Verfügung.
Abbildung 19: Poolflächen im Kompensationskataster nach Nutzung [ha]
Entwicklung:
Im städtischen Flächenpool sind insgesamt ca. 39,20 ha zuordnungsfähige
Kompensationsflächen vorhanden (Stand: 31.12.2022). Diese teilen sich auf
ca. 1,83 ha Uferrandstreifen (16 Flächen) und ca. 37.38 ha sonstige Flächen
(18 Flächen) auf.
Die letztgenannten Poolflächen gliedern sich derzeit in folgende Flächennutzungen
auf (Flächenanteile geschätzt)
Acker ca. 16,04 ha
Intensiv genutztes Grünland ca. 15,56 ha
Brachflächen ca. 2,09 ha
Gehölz- und Gewässerflächen ca. 3,30 ha
Innenbereichsflächen ca. 0,38 ha
-----------------------------------------------------------------------
Summe: ca. 37,38 ha
19,09
14,35
1,07
3,30
0,27
1,99
40,07
16,04
15,56
2,09
3,30
0,38
1,83
39,20
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
Acker
Intensives
Grünland
Brachflächen
Gehölz-/
Gewässer
Innenbereichs-
flächen
Uferrand-
streifen
Gesamt
Fläche in ha
Poolflächen im Kompensationsflächenkataster
Stand:
31.12.20
Stand:
31.12.22
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
43
Die Entwicklung des Flächenpools für Kompensationsmaßnahmen ist mit der
städtischen Siedlungsentwicklung und sonstigen umweltrelevanten Planungen
unmittelbar verknüpft. Insbesondere die Bebauungsplanverfahren im Innenbereich
(nach § 13a BauGB) führen aufgrund der planungsrechtlichen Bedingungen häufig zu
einer Befreiung von Kompensationsverpflichtungen. Ein Teil der zur Rechtskraft
gelangenden, kompensationspflichtigen Verfahren wird Vorhaben bezogen
durchgeführt. Hierbei stellt der jeweilige Vorhabenträger Kompensationsflächen in
entsprechender Größenordnung zur Verfügung.
Auch wenn im Vergleich zur letzten Berichtsperiode das Flächenpoolangebot durch
erfolgten Flächenzuwachs in der Summe nur um weniger als 1 ha geringer ausfällt,
werden die Poolflächen im Kompensationsflächenkataster von insgesamt 39,2 ha
perspektivisch bis 2030 nicht zur Abdeckung des Bedarfs ausreichen. Hintergrund
sind die in den nächsten Jahren voraussichtlich anfallenden erheblichen
Kompensationsbedarfe der großen Baugebiete in den verschiedenen Stadtteilen. Um
handlungsfähig zu bleiben werden bei Vorliegen entsprechender liegenschaftlicher
Angebote von Seiten der Landwirtschaft und gleichzeitiger potenzieller
naturschutzfachlicher Eignung der Flächen weiterer Grunderwerb zur Aufstockung
des Flächenpools vorgenommen, um auch mittelfristig Kompensationsflächen in
Münster zur Verfügung stellen zu können. Darüber hinaus wird sich die Verwaltung
auch um den Ankauf von Ökopunkten privater Ökokontoträger bemühen, um einem
Mangel an Kompensationsflächen entgegenzutreten.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
44
Umweltmedium/Ressource:
Umweltmanagement
Indikator:
ÖKOPROFIT-Betriebe
Definition:
Anzahl der Betriebe, die sich am Projekt ÖKOPROFIT der Stadt Münster beteiligen.
Erläuterung:
Seit 2001 unterstützt die Stadt Münster im Rahmen des Projektes ÖKOPROFIT
Unternehmen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen u.a.
in den Bereichen Energie, Abfall, Wasser und Rohstoffe. In dem Zeitraum 2020-2022
führte sie dieses Projekt in Kooperation mit dem Kreis Warendorf durch. Der Indikator
ist ein Maßstab für das Umweltengagement von Unternehmen in Münster.
Abbildung 20: Gesamtzahl und Anzahl im Auszeichnungsjahr der Ökoprofit-Betriebe
Qualitative Ziele:
Betriebliche Prozesse haben erheblichen Einfluss auf die Umwelt. Durch Optimierung
dieser Prozesse und Umsetzung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen kann
die Umwelt entlastet werden (z. B. reduzierter Wasserverbrauch, Energieeinsparung,
Abfallvermeidung, Einführung von Managementsystemen u.a.m.).
Ziele:
• Förderung der Nachhaltigkeit und des betrieblichen Umweltschutzes in
Münsteraner Unternehmen
• Ausbau des Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagements im Konzern Stadt Münster
11 12 10 9 9 6 12
72
84
94 103 112 118
130
0
25
50
75
100
125
150
2010 2012 2013 2015 2017 2020 2022
Anzahl Betriebe
ÖKOPROFIT-Betriebe
Gesamtzahl und Anzahl im Auszeichnungsjahr
pro Jahr gesamt
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
45
Quantitative Ziele:
Eine konkrete Zielvorgabe für die Anzahl der Betriebe, die sich pro Jahr am
ÖKOPROFIT beteiligen, lässt sich nicht benennen. Primäres Ziel ist es, das
erfolgreiche ÖKOPROFIT-Projekt dauerhaft in Münster zu etablieren.
Entwicklung:
Seit Beginn des Projektes im Jahr 2000 wurden in 12 Durchgängen 130 münsteraner
Unternehmen und Institutionen erstmalig ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden vor
Ort mittlerweile 44 Betriebe rezertifiziert, d. h. sie unterzogen sich einer erneuten
Überprüfung ihrer fortgeschrittenen Maßnahmen im betrieblichen Umweltschutz und
Nachhaltigkeitsmanagement. Sie haben damit das Umweltmanagementsystem in
ihrem Unternehmen weitergehend etabliert. Bislang konnte die Kontinuität im Sinne
der Zielfestlegung erhalten bleiben.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Einwerbung weiterer Unternehmen und Institutionen.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Kontakte / Beratungen in der
Umweltberatung
3.878 4.775 3.00814 3.121 3.315
Elektronische Erfassung /
Bearbeitung von Kundenanliegen
in IMSware-Umweltservice15
3.285 3.287 3.821 2.517 1.836
14 In der Umweltberatung sind die Kontakt-Zahlen seit 2020 eingebrochen, weil der
Stadtwerke City-Shop coronabedingt monatelang geschlossen hatte. In dieser Zeit konnte
die Umweltberatung nur telefonische Beratungen anbieten. Nach der Wiederöffnung konnten
aufgrund bestehender Kontaktbeschränkungen in der 2. Jahreshälfte 2022 persönliche
Beratungen nur reduziert erfolgen. Am 10. November 2022 endete die städtische
Umweltberatung
15 Die Anliegen im Umweltservice (incl. online-Mängelmeldungen) wurden überwiegend von
den 3 Eingangsstellen für Bürgerkontakte im Amt 67, der Umweltberatung ( 492-6767) dem
Vorzimmer / Sekretariat (492-6701/-6702) und der Grünflächenpflege ( 492-6741) nach
Telefonkontakt mit Bürgerinnen und Bürgern in IMSware-Umweltservice elektronisch erfasst
und bearbeitet.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
46
Umweltmedium/Ressource:
Verkehr/Mobilität
Indikator:
Anteil Umweltverbund am Modal Split
Definition:
Anteil des Umweltverbundes (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV/SPNV) am Modal Split in
Prozent [%].
Erläuterung:
Der Modal Split bezeichnet die Verteilung des Verkehrs auf die verschiedenen
Verkehrsträger. Für den Indikator relevant ist der Anteil des Umweltverbundes
(Fußgänger*innen, Radfahrende, ÖPNV/SPNV) am Gesamtverkehr.
Abbildung 21: Anteile der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) von 1982 bis 2022 [in Prozent]
Insgesamt ergibt sich kein konsistentes Bild über die Zeitreihe. Dies liegt
insbesondere daran, dass der Anteil im Fußverkehr stark schwankt. Der Grund dafür
sind Differenzen in der Methodik zwischen den einzelnen Erhebungen. Der Anteil der
„Sonstigen“ die in 2019 erstmalig erhoben wurden und die starken Schwankungen im
Fußverkehr beeinflussen die anderen Werte signifikant. Um diesen Einfluss zu
auszuschalten, wurden in der Abbildung 22 der Fußverkehr und Sonstige heraus
gerechnet.
Die Eliminierung der methodischen Verzerrungen führt zu einem konsistenten
Ergebnis. Festzustellen ist bis 2013 ein stetiger Rückgang des Pkw-Anteils bei
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
47
gleichzeitiger Zunahme der Anteile von Fahrrad und ÖPNV. Die 2019er Erhebung
bestätigt die Werte aus 2013 auf hohem Niveau, trotz stark wachsender
Einwohnerzahlen.
Abbildung 22: Anteile der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) von 1982 bis 2022 [in Prozent]
Darüberhinausgehend sind für die langfristige Bewertung des Verkehrs unter
Nachhaltigkeitsaspekten aber auch künftige Anteile der Elektromobilität im Kfz-
Verkehr sowie der Fahrzeugbesetzungsgrad, der zurzeit in Münster 1,15
Personen/Pkw beträgt, von Relevanz. Die Beeinflussung dessen ist jedoch wesentlich
von bundesweiten Rahmenvorgaben abhängig und weniger auf kommunaler Ebene
steuerbar.
Qualitative Ziele:
Der Verkehr wirkt sich maßgeblich auf viele Bereiche der Umwelt aus. So hängt die
Belastung durch Luftschadstoffe, Lärm oder der CO 2-Ausstoß in erheblichem Maße
von der Wahl des Verkehrsmittels ab. Daher soll der Umweltverbund im Modal Split
gestärkt werden.
• Erhöhung des Wegeanteils des Fußgängerverkehrs
• Weitere Stärkung des Fahrradverkehrs
• Stärkung des ÖPNV/SPNV
• Minderung des Kfz-Anteils im Regionalverkehr (Pendler)
Quantitative Ziele:
Für den Masterplan Mobilität Münster (MMM 2035+) wurde im Januar 2022 vom
Gutachterbüro die Bestandsanalyse als Ausgangsbasis für alle kommenden Schritte
des Planungsprozesses erarbeitet. Ein umfangreicher Zwischenbericht wurde dem
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
48
AVM zum 02.02.2022 vorgelegt (vgl. V/0897/2021). Im Weiteren werden auf Basis des
Zwischenberichtes und den daraus abzuleitenden Trends Ziele für den Bereich
Mobilität erarbeitet und von der Politik beschlossen. Im Vergleich zu den Vorherigen
Umweltdaten (Zielwert 2025: 70 % des Verkehrs der Münsteraner entfallen auf den
Umweltverbund) findet eine Neuausrichtung des Zielwertes (Zielwert 2035) statt, der
aktuelle Beschlüsse aber auch erkennbare Trends berücksichtigt und in den
kommenden Umweltdaten Aufnahme finden soll. Die Ergebnisse des Masterplan
Mobilität Münster werden im März/April 2024 vorliegen. Nach der Beratung des
Schlussberichtes werden begründete und belastbare neue Zielwerte zum Modal Split
vorliegen.
Entwicklung:
Die Entwicklung in Münster seit 1982 zeigt im Mittel einen Anstieg des
Umweltverbundes bis ins Jahr 2013. Der Anteil des Umweltverbundes ist gegenüber
der Autonutzung nochmals deutlich gestiegen, so dass der Umweltverbund 2013
erstmals über 60 % lag. Die 2019er und auch die 2022er Erhebung bestätigen diese
Werte aus 2013 auf hohem Niveau. Trotz stark wachsender Einwohnerzahlen verliert
der Pkw als Verkehrsmittel weiter an Bedeutung. Inzwischen sind fast 70 % aller
Fahrten dem Umweltverbund zuzuordnen.
Das Fahrrad bleibt Verkehrsträger Nr.1.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Den Rahmen für das zukünftige Verkehrsgeschehen in Münster wird der Ende 2019
in Auftrag gegebene „Masterplan Mobilität Münster 2035+“ (MMM2035+) vorgegeben.
Der Abschlussbericht zum MMM2035+ wird voraussichtlich im 1. Quartal 2024
vorliegen. Aktuelle (geplante) Maßnahmen sind u.a.:
V/0728/2020 Grundsatzbeschluss für ein "Integriertes Parkraumkonzept Münster
V/0034/2023 Integriertes Parkraumkonzept Münster: Bestandsanalyse, Ziele und
zweites Pilotprojekt
V/0341/2021 Durchführung eines Interessenbekundungsverfahrens zur Vergabe von
stationsbasierten Carsharing-Stellplätzen
V/1186/2019 Fahrradnetz-Planung erarbeiten
V/0249/2022 Fahrradnetz 2.0
/1052/2020 Multi- und intermodale Mobilität stärken - Neue Mobilstationen
für Münster
V/0312/2021 Elektro-Ladesäulenkonzept Münster 2021 zur Förderung der
Elektromobilität
V/0101/2023 Gestattung privater Ladesäulen im öffentlichen Straßenraum
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Stadtplanungsamt; Amt für Mobilität und Tiefbau:
• Mobilitätsbefragung 2022 zum werktäglichen Verkehrsverhalten der Bevölkerung
in Münster,
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
49
• Radverkehrskonzept Stadt Münster (V/0647/2016)
• Mobilität Münster/Münsterland 2050 (V/0625/2010)
Weitere Daten: Stadtwerke Münster
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Entwicklung der Fahrgastnachfrage
auf den Stadtbussen [Fahrgäste in
Mio./Jahr]
45 46 49 k.A16. 3117 47
Länge der Radwege [km] 476 480 480 480 480 480
1990 200718
Anteil des Umweltverbundes am
regionalen Verkehr (Einpendler) [%]
21,9 19,1
Anteil des Umweltverbundes am
Gesamtverkehr [%]
52,9 52,1
16 Im Jahr 2020 erfolgte bedingt durch die Pandemie keine Erhebung.
17 pandemiebedingt
18 Ab 2007 keine Datenerhebung.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
50
Umweltmedium/Ressource:
Wasser
Indikator:
Guter ökologischer und chemischer Zustand (Gewässergüteklasse II-III oder
besser) bzw. Potenzial für alle Fließgewässer (gem. EG-WRRL)
Definition:
Der gute ökologische Zustand bzw. Potenzial der Fließgewässer ist ein zentrales Ziel
der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Die Zustandsbewertung und Zielerreichung wird
durch ein regelmäßiges Monitoring seitens des Landes NRW durchgeführt. In diesem
Verfahren sind die größeren Fließgewässer (Münstersche Aa, Werse, Angel,
Mecklenbach, Kinderbach, Emmerbach, Kreuzbach, Getterbach, Flothbach,
Offerbach und Kannenbach) eingebunden.
Für die übrigen namenhaften Gewässer wird der Indikator der Gewässergüte auf der
Grundlage eigener Untersuchungen herangezogen.
Dieser Indikator gibt den Anteil der Gewässerabschnitte von Fließgewässern an,
deren Gewässergüteklasse mit der Klasse II-III (kritisch belastet) oder besser bewertet
wird. Die Angabe erfolgt in Prozent.
Erläuterung:
Die "biologische Gewässergüte" nach dem Saprobiensystem lässt vor allem die
Beeinträchtigung der Gewässer durch biologisch leicht abbaubare Stoffe und die sich
daraus ergebenden Defizite im Sauerstoffhaushalt erkennen. Bei der Überwachung
der Fließgewässer ist die biologische Gewässergüte ein Leitparameter für die
Beschaffenheit des Gewässers.
Datenlage/Grafik:
Abbildung 23: Fließgewässerabschnitte mit Gewässergüteklasse II-III oder besser [Anteile der
Fließgewässerabschnitte in Prozent]
86
89
89
89
85
91,1
86
98
95,7
0
25
50
75
100
2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022
Anteile der
Fließgewässerabschnitte in %
Fließgewässerabschnitte
mit Gewässergüteklasse II-III oder besser
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
51
Qualitative Ziele:
Gewässer sind in Münster ein prägendes Element. Die Sicherung und Verbesserung
des ökologischen Zustandes von Oberflächengewässern und Grundwasser ist eine
Herausforderung für die Zukunft. Der Erhalt von Auen und Retentionsräumen schützt
vor Hochwassergefahren. Als strategisches Entwicklungsteilziel der Nachhaltigkeits-
strategie Münster (Nr. 2.1.2) befindet sich das Grundwasser und alle Oberflächen-
gewässer in einem guten ökologischen und chemischen Zustand.
Ziele:
• Generelle Vermeidung starker Verschmutzungen in allen Münsteraner Gewässern
• Einhaltung der Qualitätsziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
• Verbesserung der Wasserqualität des Aasees
• Nachhaltige Sicherung einer guten Qualität und Quantität des Grundwassers
Quantitative Ziele:
100% der Fließgewässerabschnitte haben bis 2027 eine Gewässergüteklasse II-III
oder besser.
Erläuterung:
Sanierungsziel gemäß WRRL ist in NRW der gute ökologische Zustand für 40% und
das gute ökologische Potenzial für 60% der Gewässer bis 2027.
Der gute Zustand ist definiert als ein Zustand, der von einem "sehr guten" (d.h.
weitgehend anthropogen unbeeinflussten) Zustand nur geringfügig abweicht. Er ist
ausgerichtet auf die Vielfältigkeit vorhandener Pflanzen- und Tierarten und die
morphologische Gewässerausprägung.
Da die Regelungen der WRRL sich in Münster im Wesentlichen auf die
Hauptgewässer beziehen und die weiteren Gewässer nicht erfassen, wird als
Vergleichsmaßstab die Gewässergüte herangezogen, die für alle namhaften
Gewässer in Münster regelmäßig geprüft wird. Im Vordergrund steht die Beseitigung
von stark verschmutzten Gewässern ab Gewässergüteklasse III. Der zudem
angestrebten Erhöhung des Anteils von Gewässern mit Gewässergüteklasse II sind
z.T. naturräumlich bedingte Grenzen gesetzt.
Entwicklung:
Seit dem Jahr 2002 ist eine deutliche Verbesserung der Gewässergüte zu erkennen.
Die Verbesserung der Gesamtsituation ist in erster Linie auf zahlreiche Maßnahmen
zurückzuführen, die auf einen konsequenten Gewässerschutz abzielen. Eine weitere
Verbesserung der Gewässergüte erweist sich bislang insbesondere bei kleinen
Gewässern mit geringer Wasserführung im Sommer als schwierig.
Die Auswertung der Ergebnisse für den Zeitraum 2021/2022 ergibt für die
Gewässergüteklasse II 46%, Güteklasse II-III 50% und Güteklasse III 4%. Die
biologische Güteklasse konnte sich in dem letzten Berichtszeitraum nicht weiter
verbessern. Insgesamt war in den letzten Jahren aufgrund der trockenen Sommer an
vielen Probestellen vor allem kleinerer Bäche und/oder Oberläufe ein Austrocknen
eingetreten, so dass teils erst spät im Jahr in Restwasserzonen nach kurzfristigen
Niederschlägen noch physikalisch-chemische Messungen durchgeführt werden
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
52
konnten, ohne dass eine Besiedlung mit Makroorganismen begonnen hatte. Diese
Probestellen blieben in der Auswertung ohne Berücksichtigung, da sonst das Ergebnis
verfälscht wäre.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen zur Abwasserreinigung und Abwasserableitung aus dem
Abwasserbeseitigungskonzept (ABK)
• Programmmaßnahmen aus dem Bewirtschaftungsplan für
NRW/Umsetzungsfahrpläne zur WRRL
• Ökologische Verbesserung der kleineren Gewässer
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Mobilität und Tiefbauamt
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Stadtwerke Münster
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Privater Trinkwasserverbrauch
[l/Tag je Einwohner]
103,13 103,7 107,99 107,51 102,94
Nitrat im Trinkwasser (Mittelwert der vier
Wassergewinnungsgebiete) in mg/l
10,3 11,4 10,7 10,6 9,6
Microcystine (Toxine der Cyanobakterien/
„Blaualgen“) im Aasee, Mittelwert der
Jahresmesswerte [µg/l]
8,24 k.A.19 k.A. k.A. k.A.
19 Ab 2019 sind keine Microcystin-Analysen erfolgt, da keine Belastungssituation vorlag.
Anhang 1 – Ersatzgeldmaßnahmen 2021-2022
53
Projekt Landschafts-
pflegerische Maßnahmen
NSG
LSG
LB
Nutzung
vor
Maßnahme
Nachfolge-
nutzung
Stand des Projekts Baukosten
Gehölzarbeiten
Teich Haus
Dyckburg
Kopfweidenpflege
Gehölzrückschnitt
LSG Gehölz Gehölz Beendet 3.590,- €
Aufforstung
westl. Sportplatz
Teutonia
Coerde
Aufforstung mit
standortheimischen
Laubgehölzen
Brachfläche Wald Entwicklungspflege 11.743,- €
Beteiligung
Ökokonto
Havixbeck
Anlage einer Feldhecke
Anlage von Blühstreifen
Acker Gehölz und
Hoch-
staudenflur
Beendet 71.550,- €
Kiebitzschutz
Vennheide
Anlage einer Blänke LSG Acker und
Grünland-
brache
Extensives
Grünland
Beendet 3.590,- €
Kleingewässer
am
Twerenfeldweg
Entschlammung
Optimierung durch
Vertiefung
LSG Feucht-
biotop
Feuchtbiotop Beendet 820,- €
Heckenneuanla
ge Emshof
Anlage einer Feldhecke
aus standortheimischen
Gehölzen
LSG Grünland Gehölz Beendet 1.550,- €
92.843,- €
Inhaltsverzeichnis
1. Umweltindikatoren für Münster............................................................................ 1
2. Fortschreibung von Umweltdaten und -zielen ..................................................... 2
Abfall ....................................................................................................................... 3
Abwasser ................................................................................................................ 8
Biodiversität .......................................................................................................... 11
Boden/Fläche........................................................................................................ 18
Grün ...................................................................................................................... 24
Klima/Energie ....................................................................................................... 27
Lärmimmissionen .................................................................................................. 30
Luftschadstoffe ..................................................................................................... 33
Natur und Landschaft - Schutzgebiete .................................................................. 36
Natur und Landschaft - Eingriffsregelung ............................................................. 39
Umweltmanagement ............................................................................................. 44
Verkehr/Mobilität ................................................................................................... 46
Wasser ................................................................................................................. 50
Anhang………………………………………………………………………………………54
Fotonachweis Titelseite:
Jens Röther (Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit)
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
2
1. Umweltindikatoren für Münster
Mit den Umweltdaten 2009 hat die Stadt Münster erstmals Umweltindikatoren
festgelegt, mittels derer die Umweltsituation in Münster regelmäßig beobachtet und
gesteuert werden kann. Die Umweltdaten werden im 2-jährlichen Turnus
fortgeschrieben, um jeweils einen schnellen Überblick über Zustand, Entwicklung und
Steuerungsnotwendigkeiten der Umwelt zu erlangen.
Zielsetzung der Umweltindikatoren im Überblick
• Zusammenschau der relevanten Umweltbelange
• Kontinuierliche Umweltbeobachtung und –dokumentation
• Darstellung von Entwicklungstrends
• Abgleich mit festgelegten Zielsetzungen zum Umweltschutz
• Ableitung von Handlungserfordernissen
2. Fortschreibung von Umweltdaten und -zielen
Die vorliegende Fortschreibung der Umweltdaten umfasst in dieser Ausgabe die Jahre
2021 bis 2022.
Für folgende Umweltmedien liegen Umweltindikatoren vor:
• Abfall
• Abwasser
• Biodiversität
• Boden/Fläche
• Grün
• Klima/Energie
• Lärmimmissionen
• Luftschadstoffe
• Natur und Landschaft (Schutzgebiete und Eingriffsregelung)
• Umweltmanagement
• Verkehr/Mobilität
• Wasser
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
3
Umweltmedium/Ressource:
Abfall
Indikator:
Siedlungsabfälle
Definition:
Der Indikator gibt das jährliche Siedlungsabfallaufkommen der Bevölkerung pro Kopf
an [kg/E*Jahr].
Erläuterung:
Die Siedlungsabfälle setzen sich aus den Haushaltsabfällen (Hausmüll, Sperrmüll,
Wertstoff u.ä.) und sonstigen Siedlungsabfällen wie Baurestabfälle, Rückstände der
Stadtreinigung und Gewerbeabfälle zusammen. Der Bezug auf die Bevölkerungszahl
stellt die relative Vergleichsmöglichkeit sicher.
Abbildung 1: Entwicklung der spezifischen Gesamtabfallmenge pro Kopf in den Jahren 2016 bis 2022 [Kilogramm
pro Einwohner]
Qualitative Ziele:
Bis 2030 wollen die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) gemeinsam mit allen
Bürgerinnen und Bürgern sowie Kooperations- und Netzwerkpartnerinnen und -
partnern ein ambitioniertes Ziel erreichen, das maßgeblich auf die Klimaziele der Stadt
Münster einzahlt:
Münster soll eine Hauptstadt der Abfallvermeidung werden.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
4
Abfälle sollen wann und wo immer es geht vermieden werden, noch verbleibende
Wertstoffe werden optimal genutzt. Die awm intensivieren dazu in die
Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partner und in Netzwerken, um so u.a. noch
mehr konkrete Angebote zur Abfallvermeidung in Münster zu schaffen,
Wertstofftrennung und Wertstoffverwertung zu optimieren, gemeinsam Lösungen für
einen nachhaltigen Lebensstil zu schaffen und entsprechend auch durch
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Bürgerschaft die Bevölkerung zu
sensibilisieren. Auf dem Weg zu einer Zero-Waste-Kreislaufwirtschaft ist die stoffliche
Verwertung der noch verbleibenden Abfälle erstes Ziel. Wichtige Bedeutung kommt
auch der Erzeugung erneuerbarer Energien aus Abfallsortierresten zu.
Quantitative Ziele:
Beim Umweltmedium Abfall ist festzustellen, dass der bisherige Zielwert für das Jahr
2020 beim Indikator „Abfallaufkommen (nur Haushalte) pro Kopf der Bevölkerung“ von
425 kg/EW*a in den letzten Jahren erreicht bzw. unterschritten wurde. Künftig soll
daher der gesamte Siedlungsabfall in den Fokus genommen werden (2020).
Im Hinblick auf die ambitionierten Ziele der Vision 2030 werden Prognoseannahmen
getroffen, die bis 2030 erreicht werden sollen. In Anlehnung an das aktuelle
Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Münster (AWK 2023) wurde hierfür der
Durchschnitt der in den letzten vier Jahren (2019 bis 2022) erfassten
Siedlungsabfallmengen herangezogen. Diese Durchschnittsmenge liegt bei ca. 478
kg/(E*a).
Zu den Siedlungsabfällen zählen neben den reinen Haushaltsabfällen auch weitere,
von den AWM in Münster erfassten bzw. angedienten Abfälle (Gesamtabfallmenge).
Ausgehend von Vermeidungsmaßnahmen und einer angenommenen Verlagerung
von Wertstoffen aus dem Restabfall in die vorhandenen Getrenntsysteme werden die
Gesamtabfallmengen um ca. 21 kg/(E*a) auf etwa 457 kg/(E*a) sinken. Hierbei wurde
auch das zukünftige Bevölkerungswachs-tum für die Stadt Münster berücksichtigt.
Entwicklung:
In Münster geht die Pro-Kopf-Gesamtabfallmenge zurück. Zwischen 2016 und 2019
sank diese um insgesamt 19 kg/(E*a), was auf den Rückgang in den Privathaushalten
zurückzuführen ist.
Die Jahre 2020 und 2021 waren durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Die
Beschränkungen, mehr Homeoffice und die grundsätzliche Verlagerung der
Aktivitäten in den häuslichen Bereich (weniger Außer-Haus-Konsum, mehr Take-
Away-Produkte und Versandbestellungen) sowie die zeitweise Schließung der
Recyclinghöfe hatte bei einigen Abfallarten Einfluss auf die Abfallmenge, was sich
insgesamt in einem Anstieg der Gesamtabfallmenge im Jahr 2020 äußert.
Im Jahr 2022 ist die Abfallmenge unter das „Vor-Corona-Niveau“ auf die bisher
niedrigste Pro-Kopf-Menge von 440 kg gesunken. Mögliche Gründe könnten in der
Unsicherheit und eine dadurch ausgelöste Konsumzurückhaltung sowie dem
Nachlassen der (vorgezogenen) Neuanschaffungen liegen.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
5
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Über gezielte Aufklärung- und Informationskampagnen sowie ein umfangreiches und
zielgruppen-spezifisch ausgerichtetes nachhaltigkeitspädagogisches Angebot soll
erreicht werden, dass die Münsteranerinnen und Münsteraner ihr eigenes Potenzial
zur Abfallvermeidung, richtigen Abfalltrennung und Stadtsauberkeit erkennen,
entsprechend handeln und so auf partnerschaftlicher Ebene zur Erreichung der Vision
2030 aktiv beitragen.
Die awm intensivieren in diesem Kontext außerdem die Zusammenarbeit mit
Partnerinnen und Partner und in Netzwerken, um so u.a. noch mehr konkrete
Angebote zur Abfallvermeidung in Münster zu schaffen, Wertstofftrennung und
Wertstoffverwertung zu optimieren, gemeinsam Lösungen für einen nachhaltigen
Lebensstil zu schaffen und entsprechend auch durch Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren aus der Bürgerschaft die Bevölkerung zu sensibilisieren;
Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit/Bildung für nachhaltige Entwicklung:
Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere über
Pressearbeit
Social Media Kommunikation
Kampagnenarbeit (insb. zu den Themen Abfallvermeidung, optimale
Wertstofftrennung, Stadtsauberkeit)
Internetauftritt (Relaunch der Internetpräsenz in 2022)
Broschüren/Flyer
Eigene Aktionen und Events zu Schwerpunktthemen
Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen in Münster zu
Schwerpunkthemen (insb. Nachhaltigkeitsthemen)
Beteiligungsformate, z.B. awm-Ideenwettbewerb für noch mehr Abfallvermeidung
und Stadtsauberkeit in Münster (Wettbewerb läuft 2023, soll aber Wirkung
entfalten bis 2030 – mehr dazu unter „Ausblick“)
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Beratung:
Netzwerkarbeit BNE
Exkursionen, insb. für Schulklassen am Deponie-Erlebnispfad
(handlungsorientiertes Lernen an 12 Stationen)
Recyclinghofführungen für Kita-Kinder
Beratung vor Ort in Schulen und Kitas für Lehr- und Betreuungspersonal
Telefonische, persönliche und schriftliche Beratung durch den awm-
Kundenservice
Schulungen zur Abfallvermeidung/richtigen Abfalltrennung in Unterkünften für
geflüchtete Menschen
Vorträge in Präsenz und digital für Erwachsene
Beratung auf Veranstaltungen wie z.B. Mieterfesten, auf Wochen- und
Nachhaltigkeitsmärkten
Konzeption und Ausleihe von Bildungsmaterialien
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
6
Eigene Angebote zur Abfallvermeidung („Wechselstuben“ auf den Recyclinghöfen,
Online-Tausch-und-Verschenkmarkt)
Kooperationsprojekte und strategische Zusammenarbeit mit
Netzwerkpartnerinnen und -partner regional und überregional zu den Themen
Abfall, Energie, Klima. Beispiele für Kooperationen:
Münster für Mehrweg (Vermeidung von Verpackungsabfällen)
Fairteilbar Münster (Vermeidung von Lebensmittelabfällen)
Leihothek Münster (Ressourcen sparen durch „Leihen statt kaufen“)
Studio Formagora (Upcycling)
Stabsstelle Klima (Klimatraining)
Stadtlabor Münster (Kompost Festival)
Fachhochschule Münster (u.a. Kooperation im Projekt „kreisl/circularHUB)
Ausblick:
Die awm werden die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger und
Netzwerkpartnerinnen und -partner weiter intensivieren.
Der 2023 ausgerufene Ideenwettbewerb ist ein Beispiel für ein Beteiligungsformat,
das bis 2030 Wirkung entfalten soll. Von Mitte Mai bis Ende August können alle
Münsteranerinnen und Münsteraner – ob als Einzelperson, Gruppe, Verein,
Schule, Kita oder Unternehmen unter www.awm.muenster.de/allewirkenmit ihre
Ideen einreichen. Zur schnellen Orientierung gibt es dazu vier Kategorien Abfall-
vermeidung (allgemein), Schwerpunkt Upcycling und Wiederverwendung,
Schwerpunkt: richtig trennen und Wertstoffe gewinnen und die Kategorie
Stadtsauberkeit. 117 Ideen wurden bei diesem Wettbewerb eingereicht. Alle
Münsteranerinnen und Münsteraner konnten für ihre Lieblingsideen online
abstimmen, im nächsten Schritt schließt sich die Bewertung einer Fachjury an. Pro
Kategorie gewinnen die zwei am besten bewerteten Ideen. Sie werden mit der
Unterstützung der awm umgesetzt. Es entstehen weitere konkrete und dauerhafte
Angebote zur Abfallvermeidung und Stadtsauberkeit in Münster, die awm
erweitern ihr Netzwerk, die Akteure vernetzen sich untereinander und es entstehen
Ideen für weitere gemeinsame Projekte.
Sauberkeitspatenschaften unterjährig: Aktuell (Stand Sommer 2023) sind 634
Münsteranerinnen und Münster (als Einzelpersonen oder in Gruppen) regelmäßig
als Sauberkeitspaten unterwegs und befreien Spielplätze, Grünflächen etc. von
achtlos weggeworfenem Abfall. Die awm unterstützen diesen Engagement mit
entsprechendem Sammelequipment und der Entsorgung der gesammelten
Abfälle. Um dem hohen Engagement der Bevölkerung zukünftig einen noch
besseren Rahmen bieten zu können, wird das Konzept der Sammelpatenschaften
aktuell überarbeitet.
Weitere Einrichtungen/Angebote zur Abfallvermeidung: Im Rahmen der
Weiterentwicklung des Recyclinghofkonzepts sollen Rücknahmebereiche für
wiederverwendbare Gegenstände auf einzelnen Höfen entstehen. Ein
Gebrauchtwarenkaufhaus mit Repair-Einrichtungen an einem getrennten Standort
(bzw. angegliedert) und die Integration von ReUse-Projekten an einem der Höfe,
ist ebenfalls vorstellbar.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
7
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Geschäftsberichte AWM/Abfallwirtschaftskonzept Stadt Münster
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Gesamtaufkommen
Siedlungsabfälle [t]
177.025 165.903 171.403 174.975 176.119 175.146
Anteil verwertete
Siedlungsabfälle [%]
81 77 79 80 81 82
Gesamtaufkommen
Abfälle aus Haushalten
[t]
131.775 130.557 129.486 131.983 131.739 119.750
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
8
Umweltmedium/Ressource:
Abwasser
Indikator:
Eliminationsleistungen der kommunalen Kläranlagen
Definition:
Als Indikatoren dienen Kennzahlen, die die Reinigungsleistung der Kläranlagen
bezüglich der Parameter Kohlenstoff (CSB), Stickstoff (TN b) und Phosphor (P ges)
beschreiben.
Erläuterung:
Ein Ziel kommunaler Abwasserreinigungsanlagen besteht im Abbau von Kohlenstoff,
Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Diese Stoffe sind soweit zu reduzieren, wie
dies nach dem Stand der Technik möglich ist.
Für die Beurteilung der Reinigungsleistung einer Kläranlage werden die
Reinigungsleistungen für CSB, TN b und P ges, herangezogen. Diese werden aus den
gemessenen Konzentrationen im Zulauf zur Kläranlage und dem Ablauf der
Kläranlage berechnet.
Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA)
führt jährlich im Rahmen des DWA-Leistungsnachweises eine bundesweite
Datenerhebung bei Betreibern kommunaler Kläranlagen durch. Anhand dieser Daten
werden u. a. die bundesweiten Mittelwerte für die Reinigungsleistungen bestimmt. In
Abbildung 1 sind die Mittelwerte des DWA-Leistungsnachweises sowie die Ergebnisse
der Münsteraner Kläranlagen aus 2022 dargestellt.
Da die Rahmenbedingungen zum Betrieb von Kläranlagen bundesweit unterschiedlich
sind (z. B. angewandte Verfahrenstechniken, Ausbaugröße, Industrieabwasseranteil)
sind die von der DWA errechneten Mittelwerte als Richtwerte zu verstehen.
Abbildung 2: Ergebnisse der Reinigungsleistung 2022 (bundesweiter Mittelwert, Münsteraner Kläranlagen)
[Prozent]
95,4
84,6
93
96,7
99,4
99,97
97,2
99
99,98
96,8
99,6
99,97
93,7
99,6
99,95
80
85
90
95
100
CSB [%] TNb [%] Pges [%]
Reinigungsleistung in Prozent
Ergebnisse der Reinigungsleistung 2022
Mittelwert bundesweiter Kläranlagen Hauptkläranlage Münster
Kläranlage Am Loddenbach Kläranlage Hiltrup
Kläranlage Geist
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
9
Für die Münsteraner Kläranlagen wird zudem, in Abhängigkeit der jeweils
behandelten, jährlichen Abwassermengen, ein gewichteter Jahresmittelwert für die
Reinigungsleistungen bestimmt. Die Abbildung 3 zeigt die Entwicklung der
Münsteraner Abbauraten von 2020 bis 2022.
Abbildung 3: Ergebnisse der Münsteraner Abbauraten 2020-2022 [Gewichtete Mittelwerte in Prozent]
Ziele:
Neben den Rechtsanforderungen der Abwasserbeseitigung und –reinigung sind für
den Betrieb der Kläranlagen u. a. die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie
(WRRL) entscheidend. Zur Erreichung der Ziele der WRRL ist eine moderne,
leistungsfähige Abwasserbehandlung unumgänglich.
Zur Anpassung an die steigenden Bevölkerungszahlen und an höhere Anforderungen
an die Ablaufqualität des Abwassers wird der Kläranlagenbetrieb, unter
Berücksichtigung klimafreundlicher, ressourcen- und energiesparender Verfahren,
umfangreich optimiert bzw. erneuert.
Wesentliche Maßnahmen zur Zielerreichung
Anlage Ausbaugröße
[EW]
aktuelle Maßnahmen geplante Fertigstellung
Hauptkläranlage 300.000 Kapazitätserweiterung auf
422.000 EWCSB bzw. 444.200
EWBSB
2028
Erweiterte Phosphatelimination
durch Bau einer
Mehrschichtfiltration
2026
Eliminierung von Spurenstoffen
durch Bau einer 4.
Reinigungsstufe
2026
96,46
99,39
99,97
96,53
99,35
99,97
96,61
99,39
99,97
96
97
98
99
100
CSB [%] TNb [%] Pges [%]
Abbauraten in Prozent
Münsteraner Abbauraten 2020-2022
2020 2021 2022
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
10
Am Loddenbach 45.000 Bau einer Lageranlage für
kohlenstoffhaltige Chemikalien
zur Verbesserung der
Stickstoffelimination
2023/2024
Sanierung der
Niederspannungshauptverteilung
und Optimierung der
Anlagensteuerung
2025
Hiltrup 30.000 Sanierung der
Belüftungseinrichtung im
Belebungsbecken
2024
Sanierung der
Niederspannungshauptverteilung
und Optimierung der
Anlagensteuerung
2025
Geist 18.000 Sanierung der
Niederspannungshauptverteilung
und Optimierung der
Anlagensteuerung
2025
Nienberge-
Häger
500 Umbau/Rückbau der Kläranlage.
Bau eines Pumpwerks zur
Ableitung des Abwassers zur
HKA
2025
Die Hauptkläranlage Münster mit einer Ausbaugröße von 300.000 EW wird auf
420.000 EW erweitert. Zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen und Spurenstoffe (z.
B. Industriechemikalien, Arzneimittelrückstände) wird die Anlage um einen
Mehrschichtfilter und eine Aktivkohlefiltration (4. Reinigungsstufe) ergänzt. Der
Umbau soll ca. 2028 abgeschlossen sein.
Im Süden Münsters ist der Neubau einer zentralen Kläranlage am vorhandenen
Standort der KA Hiltrup für ca. 2031 geplant. Auch hier wird die Ausbaugröße erhöht
und die Anlage mit einer 4. Reinigungsstufe ausgerüstet. Durch Umschlüsse im
Kanalnetz werden die bisherigen Kläranlagenstandorte Am Loddenbach
(Gremmendorf) und Geist (Kappenberger Damm) langfristig entfallen.
Ausblick:
Nach Fertigstellung der o. g. Maßnahmen können weitere Indikatoren z. B. für
Energie- und Klimakennzahlen und/oder die Eliminationsleistungen für Spurenstoffe
gebildet werden.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Mobilität und Tiefbau
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
11
Umweltmedium/Ressource:
Biodiversität
Indikator:
Repräsentative Arten
Definition:
Für ausgewählte Indikatorarten erfolgt im 3-5 jährigen Turnus im Auftrag der Stadt
Münster eine Erhebung der Bestandssituation bzw. der Populationsentwicklung in
Münster durch die NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.. Die Indikatorarten 1
geben stellvertretend Hinweise auf die Entwicklung der Biodiversität der wichtigsten
Lebensraumtypen:
Erhebung: Wiesenschaumkraut (frische-feuchte Wiesen), Laubfrosch
(Stillgewässer), (vgl. Umweltdaten 2010/2011 und 2016-2018)
Erhebung: Steinbeißer (Fließgewässer), Schwanenblume (Gewässerufer),
(vgl. Umweltdaten 2012/2013 und 2016-2018)
Erhebung: Korn-/Mohnblume (Acker/Feldflur), Mehl- und Rauchschwalben
(Siedlung), (vgl. Umweltdaten 2014/2015 und 2019/2020)
Erhebung: Hohe Schlüsselblume (Wald), Kaisermantel/Kleiner Eisvogel
(Waldränder), (vgl. Umweltdaten 2016-2018)
Jährliche Erhebung Kiebitz seit 2014 (Feuchtwiesen, Brachflächen)
Erläuterung:
Die Bestandsentwicklung der repräsentativen Arten steht stellvertretend für die
Bestandsentwicklung vieler anderer Arten. Sie zeigt die Qualität von Biotopen und die
Eignung der Landschaft als Lebensraum.
Qualitative Ziele:
Auf der Grundlage eines Beschlusses des Hauptausschusses vom 29.09.2010 ist die
Stadt Münster dem „Bündnis für biologische Vielfalt“ im Rahmen der Deklaration
„Biologische Vielfalt in Kommunen“ beigetreten. Die Stadt verpflichtet sich damit die
Biodiversität in folgenden Bereichen zu fördern:
1. Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich
2. Arten und Biotopschutz
3. Nachhaltige Nutzung
4. Bewusstseinsbildung und Kooperation.
Die Zielsetzung weiterer Umweltmedien/Ressourcen sind auch im Sinne der
Biodiversität von Relevanz (z. B. Boden/Fläche, Wasser, Grün).
1 Indikatorarten, welche im aktuellen Berichtszeitraum erhoben wurden sind fett gedruckt. Die
Ergebnisse der Erhebungen werden in diesem Kapitel vorgestellt.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
12
Als strategisches Entwicklungsteilziel der Nachhaltigkeitsstrategie Münster (Nr. 2.1.3)
ist die regionsspezifische Arten- und Sortenvielfalt (Flora und Fauna) erhalten oder
hat zugenommen.
Quantitative Ziele:
Erreichung nachhaltiger Populationsgrößen bzw. Siedlungsdichten der gewählten
Referenzarten.
1. Wiesenschaumkraut
Abbildung 4: Entwicklung der Bestände des Wiesenschaumkrauts in verschiedenen Biotoptypen von 2012 bis
2022 [Anzahl der Bestände]
Entwicklung:
Das Wiesenschaumkraut ( Cardamine pratensis) ist eine Pflanzenart, die in frischen
bis feuchten Grünland vorkommt. Vor einigen Jahrzehnten war sie in Münster weit
verbreitet, aber aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft und des zunehmenden
Flächenverbrauchs ist ihr Bestand zurückgegangen. Im Rahmen der zweiten
Fortführung der Kartierung dieser Art seit 2012 wurden im Außenbereich von Münster
halbquantitative Untersuchungen auf neun Probeflächen mit jeweils einer Fläche von
1 km² durchgeführt.
Die Ergebnisse der Kartierung zeigen, dass die Anzahl der Individuen (n=51.579) im
Vergleich zu 2017 (n=60.692) zurückgegangen ist, jedoch hat sich die Anzahl der
Wiesenschaumkraut-Bestände erhöht (Abbildung 4). Basierend auf den vorliegenden
Daten wird trotz möglicher methodischer Unsicherheiten davon ausgegangen, dass
der Bestand insgesamt stabil ist. Um die langfristige Erhaltung dieser Art auf lokaler
Ebene sicherzustellen, ist es weiterhin erforderlich, geeignete Lebensräume zu
bewahren und zu entwickeln.
61
17
40
6
4
128
105
38
44
12
0
199
161
58
15
9
0
246
0
50
100
150
200
250
300
Gräben Grünland Säume und
Brachen
Gehölze Sonstige Gesamt
Anzahl der Bestände
Biotoptypen
Entwicklung des Wiesenschaumkrauts
2012
2017
2022
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
13
2. Laubfrosch
Abbildung 5: Entwicklung der Größe der festgestellten Rufergemeinschaften des Laubfrosches von 2017 bis
2022 [Anzahl der Rufergemeinschaften]
Entwicklung:
Laubfrösche ( Hyla arborea ) haben ihren Lebensraum in reich strukturierten
Landschaften, die aus Kleingewässern, extensiv genutzten Grünlandflächen und
Heckenstrukturen bestehen. Seit den 1970er Jahren haben die Intensivierung der
Landwirtschaft, die Homogenisierung der Landschaft und die Eutrophierung von
Gewässern zu einem dramatischen Rückgang der Laubfroschpopulationen in Münster
geführt. Im Rahmen der Erfolgskontrolle der Schutz- und Optimierungsmaßnahmen
der letzten Jahre wurde eine Bestandsaufnahme der rufenden Laubfrösche an den
Projektgewässern durchgeführt.
Diese Zählung ergab, dass in 34 Gewässern knapp 1.100 rufende Laubfrösche
nachgewiesen wurden, was im Vergleich zur vorherigen Überprüfung im Jahr 2017
(792 Rufe) eine deutliche Steigerung darstellt. Besorgniserregend ist jedoch die
Entwicklung in Wolbeck, wo die Anzahl der rufenden Laubfrösche seit 20 Jahren
rückläufig ist. In diesem Bereich wurde eine weitere Abnahme der örtlichen Population
festgestellt, wobei die Anzahl der rufenden Frösche auf 18 gesunken ist (2017: 24).
Der NABU empfiehlt dringende und effektive Maßnahmen, um das Aussterben vor Ort
zu verhindern.
Insgesamt hat sich die Laubfroschpopulation in Münster trotz der rückläufigen Anzahl
der rufenden Gewässer stabilisiert. Dies ist auf die gestiegenen Ruferzahlen im
Bereich des Truppenübungsplatzes Handorf sowie auf die neu entstandenen
Standorte in Nienberge, Kinderhaus und Coerde zurückzuführen.
9
9
5
6
2
16
4
3
13
2
0
5
10
15
20
1-5 6-10 11-20 21-100 >100
Anzahl der Rufergemeinschaften
Größe der Rufergemeinschaften
Entwicklung der Rufergemeinschaften
2017
2022
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
14
3. Waldrandgebundene Tagfalter
Entwicklung:
Da über waldrandgebundene Großschmetterlinge im Stadtgebiet außerhalb der
Davert und der Hohen Ward nur begrenzte Informationen vorliegen, wurde im
Rahmen des Biodiversitätsmonitorings eine Erfassung der beiden Tagfalterarten, des
Kleinen Eisvogels ( Limenitis camilla ) und des Kaisermantels ( Argynnis paphia ),
durchgeführt. Diese beiden Arten sind typischerweise in blütenreichen Waldaußen-
und -innenrändern anzutreffen. Der Kleine Eisvogel ist in der Roten Liste NRW als
"stark gefährdet" klassifiziert, während sich der Kaisermantel auf der Vorwarnliste
befindet.
Die Erfassung wurde auf denselben Flächen durchgeführt wie im Jahr 2016, und zwar
unter günstigen Witterungsbedingungen. Die sieben untersuchten Flächen bieten
potenziell Lebensraum für diese beiden Arten. Im Rahmen der Erfassung konnten 64
Individuen des Kleinen Eisvogels (im Vergleich zu 54 im Jahr 2016) und 48 Individuen
des Kaisermantels (im Vergleich zu 40 im Jahr 2016) kartiert werden.
Die leicht gestiegenen Erfassungszahlen deuten darauf hin, dass die Populationen
dieser beiden Tagfalterarten sich in den untersuchten Flächen im Stadtgebiet
stabilisieren können. Um diese Arten zu erhalten und zu fördern, ist es von großer
Bedeutung, die lokalen Vorkommen zu schützen und Wanderkorridore für den
Austausch der Populationen einzurichten.
0
10
20
30
40
50
60
70
Kleiner Eisvogel Kaisermantel
Anzahl der Bestände
Entwicklung der Bestände
2016 2021
Abbildung 6: Entwicklung der Bestände der Großschmetterlinge Kleiner Eisvogel und Kaisermantel von
2016 bis 2021 [Anzahl der Bestände]
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
15
4. Hohe Schlüsselblume
Abbildung 7 Entwicklung der Individuen der Hohen Schlüsselblume von 2016 zu 2021 [Anzahl der Individuen]
Entwicklung:
Die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) ist eine auffällig blühende Pflanzenart, die
in nährstoffreichen, feuchten Wäldern, schattigen Ufergebieten und feuchten Wiesen
gedeiht. In Münster ist sie weit verbreitet und kommt auf nährstoffarmen, sandigen
Böden und in Bachauen vor. Im Rahmen einer Bestandserfassung wurden neun
Gebiete im Außenbereich der Stadt mit einer Fläche von jeweils 1 Quadratkilometer
untersucht. Dabei wurden 79 Bestände festgestellt, die insgesamt mehr als 4.000
Exemplare umfassen. Im Vergleich zu 2016 (mehr als 8.000 Exemplare) wurde eine
geringere Anzahl von Individuen beobachtet. Diese Reduktion wird auf die
Witterungsbedingungen im Frühjahr sowie mögliche methodische Unschärfe
zurückgeführt.
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
9000Anzahl der Bestände
Entwicklung der Individuen
2016 2021
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90Anzahl der Bestände
Entwicklung der Bestände
2016 2021
Abbildung 8 Entwicklung der Bestände der Hohen Schlüsselblume von 2016 zu 2021 [Anzahl der Bestände]
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
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Nach Einschätzung des NABU ist der aktuelle Bestand noch ausreichend, um die
lokale Population langfristig zu erhalten. Es ist jedoch von Bedeutung, die Bestände
sorgfältig zu beobachten, um mögliche Rückgänge zu identifizieren. Es ist
entscheidend, Gefährdungen wie den direkten Verlust von Lebensräumen durch
Baumaßnahmen zu vermeiden, um den Schutz dieser Art sicherzustellen.
5. Kiebitz
Abbildung 9: Entwicklung der Brutpaare des Kiebitz von 2003 bis 2022 [Anzahl der Brutpaare]
Entwicklung:
Bei der Erfassung des Kiebitzbestandes durch die NABU-Naturschutzstation
Münsterland wurde im Jahr 2021 eine Anzahl von 60 Brutpaaren festgestellt, während
im Jahr 2022 69 Brutpaare gezählt wurden. Dies zeigt einen geringfügigen Anstieg
der Brutpaare nach einem drastischen Rückgang in den vorherigen Berichtsjahren
(2018: 106 Brutpaare, 2019: 59 Brutpaare). Laut Angaben des NABU wurde im Jahr
2021 der für die Populationserhaltung erforderliche Schwellenwert von 0,8 flüggen
Küken pro Brutpaar mit 0,92 übertroffen. Jedoch fiel der Bruterfolg im Jahr 2022 auf
0,4, was als unzureichend angesehen wird, um die lokale Population zu stabilisieren.
Verschiedene Faktoren bedrohen den Fortbestand der Kiebitzpopulation in Münster.
Die Art nutzt häufig Ackerflächen oder Sekundärbiotope wie Gewerbebrachen zur
Brut, da natürliche Lebensräume wie feuchtes Grünland fehlen. Frühjahrstrockenheit,
Ackernutzung und Prädatorendruck führen jedoch häufig zu erfolglosen Bruten auf
diesen Flächen. Hinzu kommt, dass Bauprojekte die standorttreuen Kiebitze aus ihren
Lebensräumen vertreiben. Ein Beispiel ist das neue Wohngebiet an der Kötterstraße
in Handorf, das derzeit etwa 10 % des gesamten Kiebitzbestandes der Region
gefährdet.
Laut Einschätzungen des NABU wird die münstersche Kiebitzpopulation ohne
erhebliche positive Veränderungen in Bezug auf die "ökologische Grundqualität"
geeigneter Flächen und die Freigabe neuer Gebiete voraussichtlich weiter abnehmen.
346
120 120 106
59 59 60 69
0
50
100
150
200
250
300
350
400
2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Anzahl der Brutpaare
Entwicklung der Kiebitz-Brutpaare
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
17
Um diesem weiteren Rückgang entgegenzuwirken, hat die Stadt Münster in
Zusammenarbeit mit der örtlichen Landwirtschaft, der NABU-Naturschutzstation
Münsterland und der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft das Projekt "Kiebitzschutz
Münster" ins Leben gerufen.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Für die einzelnen Arten des Biodiversitätsmonitorings werden in den Projektberichten
der NABU-Naturschutzstation Münsterland artspezifische Maßnahmen zur
Optimierung, zur Ausweitung und zum Schutz der Lebensräume benannt.
Konkrete Maßnahmen sind im Zuge des weiteren Monitorings und nach Definierung
von Zielgrößen noch festzulegen.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. im Auftrag des Amtes für Grünflächen und
Umweltschutz.
Weitere Daten: Jahresstatistik des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung,
Verkehrsplanung
Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW),
Landwirtschaftszählung 2020
Weitere Daten zum Umweltmedium2:
2010 2016 2020 2021 2022
Anteil der Ackerflächen an der
landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche [%]
82,6 82,8 81,4 k.A. k.A.
Anteil der Grünlandflächen an der
landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche [%]
16,0 16,6 17,9 k.A. k.A.
Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen an
der landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche
[%]
1,3 1,4 3,43 k.A. k.A.
Anzahl der ökologisch wirtschaftenden
Betriebe [Stück]
5 7 9 k.A. k.A.
2 Daten sind der Landwirtschaftszählung 2020 zu entnehmen, die in den Jahren 2021/2022 nicht
aktualisiert wurde.
3 Seitens der Stadt Münster werden zurzeit zwei Ackerflächen in einer Größenordnung von 20,2 ha für
Ökolandbau verpachtet.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
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Umweltmedium/Ressource:
Boden/Fläche
Indikator:
Flächen für Siedlung und Verkehr (FSuV)
Definition:
Die Statistik der Flächenerhebung wurde 2016 bundesweit auf die Auswertung der
„Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssysteme (ALKIS)” umgestellt. IT.NRW
führt hierzu aus: „Die Umstellung „führte zu grundlegenden methodischen
Änderungen, die eine Neuzuordnung der Nutzungsarten erforderte. Vergleiche mit
früheren Ergebnissen sind daher nur noch sehr eingeschränkt möglich; dieses betrifft
besonders die Nutzungsarten Siedlung und Verkehr “ (IT.NRW, Pressemeldung
16.09.2019).
Was bedeutet dieses im Einzelnen? Während sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche
nach dem „Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB)“ aus der Gebäude- und
Freifläche, der Betriebsfläche (ohne Abbauland), der Erholungsfläche sowie der
Friedhofsfläche errechnete, änderten sich mit dem Wechsel der Erhebungsgrundlage
von ALB zu ALKIS teilweise die Begriffsinhalte der für die Nutzungskategorien
verwendeten Bezeichnungen. So enthält die Fläche für Siedlung und Verkehr (FSuV)
nach ALKIS gegenüber der Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV) nach ALB noch
zusätzlich folgende Nutzungskategorien: „Betriebsfläche - Abbauland“,
„Landwirtschaftliche Betriebsfläche“, „Forstwirtschaftliche Betriebsfläche“,
„Verkehrsübungsplatz“, „Dressurplatz“, „Freizeitanlage“ sowie „Historische Anlage“.
Nicht mehr zur FSuV zählt dagegen die „Verkehrsbegleitfläche Wasserstraße“
(Statistische Ämter des Bundes und des Landes, Methodenbericht zur
Flächenerhebung, 2019, Seiten 14-15).
Erläuterung:
IT.NRW weist in einer Pressemitteilung vom 31.08.2023 zum Flächenverbrauch auf
die Entwicklung der Siedlungsfläche hin: Ende 2022 waren 16,8% der Landesfläche
NRW Flächen für „Siedlung“ genutzt (Quelle: www.it.nrw/nrw-landesflaeche-flaechen-
fuer-siedlung-125407). Für Münster lag der vergleichbare Wert bei 24,5%. Hier lässt
sich für den Betrachtungszeitraum ab 2016 eine leichte Verringerung in der Kategorie
„Siedlungsfläche“ feststellen. Stetige Steigerungen sind nur in den Unterkategorien
„Wohnbaufläche“ und auch der „Flächen gemischter Nutzung“ (hierin enthalten:
„Gebäude- und Freiflächen, Mischnutzung mit Wohnen) um je 0,3 %-Punkte fest-
stellen. Die Verkehrsflächen entwickelten sich tendenziell negativ bzw. bleiben in
einigen Jahren sogar unverändert. Damit ergibt sich in der Zusammenfassung ein
uneinheitliches Bild.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
19
Abbildung 10: Entwicklung der Flächen für Siedlung und Verkehr, der Verkehrsfläche, der Siedlungsfläche mit
Teilflächen Wohnbaufläche sowie Industrie- und Gewerbefläche 31.12.2016 - 31.12.2022 jeweils im Vergleich zum
vorangegangenen Jahr und insgesamt seit 2016
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
20
Eine Betrachtung der Entwicklung der gesamten Bodenflächen für Münster nach
Nutzungsarten vom 31.12.2016 bis zum 31.12.2022 (vgl. Tabelle 1 am Ende des
Kapitels) macht die Problematik der veränderten Art der Flächenerhebung deutlich.
So gab es in der Flächenkategorie ‚Unland, vegetationslose Fläche‘ einen Anstieg von
2016 mit 232 ha über 444 ha (2018) um dann auf einen Wert von 409 ha im Jahr 2022
zu landen. Es ist zu vermuten, dass insbesondere sogenannte Verkehrsbegleitflächen
aus den eigentlichen Flächen aufgrund der Verfahrensumstellung herausgerechnet
und dann in der Kategorie ‚Unland, vegetationslose Fläche‘ zwischengebucht wurden.
Ein Blick auf die Entwicklung der Wohnbaufläche zeigt, dass diese von 3.023 ha
(2016) auf 3.135 ha (2022) um 112 ha und damit kontinuierlich gestiegen ist,
wohingegen Industrie- und Gewerbeflächen und landwirtschaftliche Flächen in jedem
Jahr abgenommen haben.
Belastbare Aussagen zur Flächenentwicklung, insbesondere zur Entwicklung des
Indikators ‚Flächen für Siedlung und Verkehr (FSuV)‘ und damit zur Beschreibung des
Flächenverbrauchs werden nach der erfolgten Umstellung sicherlich erst nach einem
längeren Betrachtungszeitraum möglich sein. Damit ermöglicht die aktuell abgebildete
Entwicklung leider keine belastbare Interpretation, sondern kann nur deskriptiv
dargestellt werden.
Leitlinien und Entwicklungsziele
Am 12.12.2012 hat der Rat der Stadt Münster mit der Vorlage V/0288/2012/1 einen
Zielwert von 30 ha/Jahr zur Begrenzung des weiteren Zuwachses an Siedlungs-und
Verkehrsfläche in Münster bis zum Jahr 2020 beschlossen. Eine Überschreitung ist
vom Rat nur als begründet vertretbar benannt worden, um der Entwicklung des
Oberzentrums Münster aufgrund der besonderen Funktionen, der Bedarfe aus
Einwohnerentwicklung und aus Arbeitsplatzentwicklung angemessen gerecht werden
zu können. Die Verwaltung wurde beauftragt, angesichts der angespannten Lage auf
dem Wohnungsmarkt insbesondere im Segment des preisgünstigen Wohnraums
dafür Sorge zu tragen, dass eine nachhaltige Flächenentwicklung nicht zu Lasten von
Menschen mit geringen und mittleren Einkommen geht. Dieser Beschluss gilt bis
heute unverändert weiter.
Darüber hinaus führt die Nachhaltigkeitsstrategie 2030 aus, dass grundsätzlich alle
Menschen die Möglichkeit haben sollen, bezahlbar, umwelt- und sozialgerecht sowie
gesund in Münster zu wohnen, zugleich sollen die natürlichen Lebensgrundlagen
erhalten bleiben und die biologische Vielfalt verbessert werden. Dies erfolgt unter
Berücksichtigung der Notwendigkeit zur Anpassung an den Klimawandel, der
Erholungsfunktion und der Produktion von Lebensmitteln. Entwicklungspotentiale im
bebauten Bestand sollen grundsätzlich vor der Inanspruchnahme neuer
Außenbereichsflächen genutzt werden (Vorlagen Nr. V/0669/2019 und
V/0699/2019/1).
Qualitative und quantitative Ziele:
Der Boden ist aufgrund seiner vielfältigen Funktionen im Naturhaushalt ein
unverzichtbares Gut. Sein Verlust ist nicht ausgleichbar. Münster hat in der „Allianz
für die Fläche“ beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und
Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen mitgewirkt und dort seine
Erfahrungen mit ressourcenschonender Siedlungsentwicklung eingebracht. Als eine
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
21
von sechs Pilotkommunen ist Münster 2014 vom Umweltministerium NRW mit dem
„Meilenstein“ als flächensparende Kommune zertifiziert worden (Meilenstein „Gold“).
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (Vorlagen Nr. V/0648/2017,
Nr. V/0515/2018 und Nr. V/0669/2019) wurden zum Erhalt der natürlichen
Lebensgrundlagen strategische Entwicklungsziele formuliert, wonach
Entwicklungspotentiale grundsätzlich im bebauten Bestand vor der Inanspruchnahme
neuer Flächen im Außenbereich genutzt werden sollen. Im operativen Zielmodus
bedeutet dieses, die Versiegelung so gering wie möglich zu halten. Dies in Kenntnis
der Tatsache, dass Münster eine weiter wachsende Stadt ist und von 2011 bis 2022
die Einwohnerzahl von 296.440 auf 319.441 Einwohner und damit um 7,8 Prozent
zugenommen hat. Als weiteres Ziel wurde formuliert, dass das Verhältnis von Flächen
für Siedlung und Verkehr (FSuV) je Einwohner/-in kontinuierlich sinken soll.
Mit der Beschlussfassung zum Maßnahmenprogramm 2019 - 2022 der Nachhaltig-
keitsstrategie Münster 2030 (Vorlagen Nr. V/0669/2019) wurden weitere konkrete
Maßnahmen zur flächensparenden Entwicklung formuliert; u.a. wurden im Bereich der
Innenentwicklung die Entwicklung der Kasernenstandorte und die Wiedernutzung von
Flächen wie z. B. ehemaliger Stadthafen, Beresa, Lancier genannt.
Während auf Landesebene mit dem Landeskabinettsbeschluss zum neuen Landes-
entwicklungsplan am 19.02.2019 der 5 ha-Zielwert (d. h. die Begrenzung der täglichen
Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 5 ha und langfristig auf Netto Null)
gestrichen wurde, hält Münster grundsätzlich an seinem Zielwert beim Flächen-
verbrauch von maximal 30 ha pro Jahr fest. Auch die vom Rat beschlossene
Fortschreibung des ‚Wohnsiedlungskonzeptes 2030‘ und die dort formulierte
Ausweisung und Erschließung neuer Wohnbauflächen auf vorherigen Freiflächen
bleibt mit einer Inanspruchnahme von 10 - 14 ha Bruttofläche für Wohnbauzwecke
unter dem Zielwert (Vorlage Nr. V/0224/2019).
Datenherkunft/Zuständigkeit:
IT.NRW (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung) auf der Basis von
Angaben des Vermessungs- und Katasteramtes der Stadt Münster („Amtliches
Liegenschaftskataster- Informationssystem – ALKIS“); Jahres-Statistik des
Stadtplanungsamtes.
Weitere Daten: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Flächen für Siedlung
und Verkehr [ha]
davon:
Siedlung [ha]
.
Verkehr [ha]
10.130
7.458
2.672
10.155
7.483
2.672
10.037
7.455
2.618
10.053
7.447
2.605
10.021
7.417
2.605
10.042
7.438
2.604
10.022
7.423
2.599
Anzahl erfasster
Altlasten-/Verdachts-
flächen [Stück]
643 671 672 677 682 684 682
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
22
Noch nicht bewertete
Altlasten-
/Verdachtsflächen [%]4
8 5 5 5 3 3 0
4 Veränderungen basieren auch auf der Neuaufnahme unbewerteter bzw. Entlassung bereits
bewerteter Altlasten-/Verdachtsflächen.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
23
in ha Anteil
an Insg. in ha in ha in ha in ha in ha in ha Anteil
an Insg.
Siedlung 7.458 24,6 % 7.483 7.455 7.447 7.414 7.438 7.423 24,5 %
davon
Wohnbaufläche 3.023 10,0 % 3.031 3.049 3.104 3.113 3.125 3.135 10,3 %
Industrie- und Gewerbefläche 1.236 4,1 % 1.228 1.207 1.211 1.194 1.202 1.190 3,9 %
darunter Industrie und Gewerbe 634 2,1 % 616 601 608 594 601 585 1,9 %
Halde 21 0,1 % 20 20 20 6 6 6 0,0 %
Bergbaubetrieb /
Tagebau, Grube, Steinbruch – – – – 0 – –
Fläche gemischter Nutzung 784 2,6 % 801 811 843 847 862 887 2,9 %
Fläche besond. funktionaler Prägung 912 3,0 % 912 909 837 835 838 842 2,8 %
Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche 1.427 4,7 % 1.435 1.404 1.378 1.365 1.349 1.307 4,3 %
darunter Grünanlage 890 2,9 % 889 871 869 856 840 801 2,6 %
Friedhof 56 0,2 % 55 55 54 54 55 55 0,2 %
Verkehr 2.672 8,8 % 2.672 2.618 2.605 2.607 2.604 2.599 8,6 %
davon
Straßenverkehr 1.835 6,1 % 1.819 1.818 1.785 1.793 1.800 1.755 5,8 %
Weg 488 1,6 % 509 480 500 496 492 540 1,8 %
Platz 75 0,2 % 74 80 81 81 80 79 0,3 %
Bahnverkehr 263 0,9 % 259 229 226 225 218 211 0,7 %
Flugverkehr 2 0,0 % 2 2 2 2 2 2 0,0 %
Schiffsverkehr 9 0,0 % 9 9 10 10 11 11 0,0 %
FSuV [ Summe
"Siedlung" + "Verkehr" ] 10.130 33,4 % 10.155 10.073 10.052 10.021 10.042 10.022 33,0 %
Vegetation 19.563 64,5 % 19.579 19.666 19.687 19.713 19.691 19.703 65,0 %
davon
Landwirtschaft 13.556 44,7 % 13.439 13.352 13.288 13.268 13.200 13.147 43,3 %
Wald 4.867 16,0 % 4.861 4.885 4.925 4.934 4.981 4.983 16,4 %
Gehölz 534 1,8 % 497 609 662 671 692 782 2,6 %
Heide 250 0,8 % 255 256 256 255 239 235 0,8 %
Moor – – – – – – –
Sumpf 124 0,4 % 125 121 128 149 149 147 0,5 %
Unland, Vegetationslose Fläche 232 0,8 % 402 444 429 437 431 409 1,3 %
Gewässer 636 2,1 % 595 589 589 594 595 603 2,0 %
davon
Fließgewässer 367 1,2 % 325 315 311 310 310 309 1,0 %
Hafenbecken 6 0,0 % 6 6 6 7 7 7 0,0 %
Stehendes Gewässer 263 0,9 % 264 268 272 277 278 287 0,9 %
Meer – – – – – – –
Bodenfläche insgesamt 30.328 100 % 30.328 30.328 30.328 30.328 30.328 30.328 100 %
Quelle: IT.NRW, Landesdatenbank
Bodenfläche am:
(jeweils 31.12. des Jahres)
Bodenfläche der Stadt Münster nach Nutzungsarten 2016 - 2022
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
24
Umweltmedium/Ressource:
Grün
Indikator:
Bauliche Eingriffe in das Grünsystem
Definition:
Der Indikator gibt die jährliche Anzahl der baulichen Eingriffe in das Grünsystem der
Stadt Münster an. Berücksichtigt werden Eingriffe (> 500 m² versiegelte Fläche) in die
Grünzüge sowie den 1. und 2. Grünring gemäß Grünordnung der Stadt Münster.
Ausgenommen sind privilegierte Vorhaben im Außenbereich.
Erläuterung:
Das Grünsystem der Stadt Münster ist von maßgeblicher Bedeutung für die
Freiraumsicherung. Es stellt die Grundvoraussetzung dafür dar, dass der Freiraum
seine Funktionen für Freizeit und Erholung einerseits sowie Natur-/ Landschaftsschutz
und Stadtökologie andererseits erfüllen kann. Flächenverluste in diesen Bereichen
führen zu nachhaltigen Beeinträchtigungen der Freiraumfunktionen.
Abbildung 11: Eingriffe in das Grünsystem von 2017 bis 2022 [Anzahl der Eingriffe]
Qualitative Ziele:
Sicherung des kohärenten Systems der städtischen Grünzüge und Grünringe gemäß
Grünordnung.
Weitere Ziele mit Bezug zu öffentlichen Grünflächen:
• Sicherstellung der Erreichbarkeit und Vernetzung von Grünflächen
• Bereitstellung geeigneter Angebote für alle Nutzergruppen
• Ausstattung aller Stadtteile mit qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten
Grünflächen
• Bedarfsgerechte Pflege zur nachhaltigen Sicherstellung der Funktionalität
• Gewährleistung der stadtökologischen Funktionen von Grünflächen, z. B. für das
Stadtklima oder als Lebensraum für Tiere und Pflanzen
0
3
0
1
0
0
0
1
2
3
4
5
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Anzahl der Eingriffe
Eingriffe in das Grünsystem
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
25
Quantitative Ziele:
Als maßgeblicher Indikator wird die Anzahl der baulichen Eingriffe in das Grünsystem
der Stadt Münster erhoben. Ziel ist es, derartige Eingriffe gänzlich zu vermeiden. Die
Zielsetzung entspricht der Nachhaltigkeitsstrategie Münster (operatives Ziel Nr. 2.1.4).
Auf die Festlegung quantitativer Zielwerte für städtisches Grün wurde bislang
weitestgehend Abstand genommen, da sich maßgebende Faktoren wie
Aufenthaltsqualitäten, räumliche Vernetzung oder stadtökologische Funktionen
quantitativ schwierig abbilden lassen. Stattdessen bildet die Grünordnung Münster
das Rückgrat der Grünversorgung.
Vor dem Hintergrund stetig steigender Anforderungen an die Leistung von urbanem
Grün prüft das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit die Möglichkeiten des
zielorientierten Einsatzes von quantitativen Indikatoren und Orientierungswerten für
die Versorgung, Erreichbarkeit und (klima-)ökologische Funktionsfähigkeit.
Das Bundesamt für Naturschutz legt mit der Schrift „Stadtnatur erfassen, schützen,
entwickeln: Orientierungswerte und Kenngrößen für das öffentliche Grün“ (BfN-
Schriften 653-2023) hierzu einen Orientierungsrahmen vor, der u.a. folgende Aspekte
abdeckt:
Orientierungswerte für die Versorgung mit öffentlichen Grünflächen/Freiräumen
Orientierungswerte für klimawirksame Grünflächen
Orientierungswerte für natur-/biodiversitätswirksame Grünflächen
Entwicklung:
In den Jahren 2021 bis 2022 wurden keine Eingriffe von mehr als 500 m² versiegelte
Fläche innerhalb des städtischen Grünsystems vorgenommen bzw.
bauplanungsrechtlich vorbereitet.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Vermeidung von Eingriffen in das Grünsystem.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Öffentliche Grünflächen [ha] 394 395 397 397 394
Öffentliche Grünflächen je
Einwohner [m²/EW]
12,7 12,7 12,7 12,6 12,4
Spielplatzflächen [ha] 47 47 48 49 49
Anzahl Spielplätze [Stück] 311 315 315 316 325
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
26
Erfasste Einzelbäume /
überwiegend Straßenbäume gemäß
Baumdatenbank
[Stück]
47.727 49.443 49.410 k.A. k.A.
Gesamtanzahl Straßen- und
Anlagenbäume [Stück]5
k.A. k.A. k.A. ca.
124.000
ca.
142.000
5 Nach der Luftbild-Befliegung im Jahr 2020 wurden alle Baumstandorte auf Basis einer digitalen 3D-
Punktwolken-Analyse neu ermittelt. Dabei wurden zunächst die in städtischen Flächen vorhandenen
Baumstandorte erfasst und zugeordnet. Die notwendigen örtlichen Abgleiche dauern aktuell noch an.
Der Baumbestand in den städtischen Wäldern wird in der angegebenen Summe nicht berücksichtigt.
Sie stellt ausschließlich Baumstandorte innerhalb von Flächen in der Zuständigkeit des Amtes für
Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit dar und beinhaltet Straßen- und Anlagenbäume.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
27
Umweltmedium/Ressource:
Klima/Energie
Indikator:
Kohlendioxid-Emissionen
Definition:
Der Indikator gibt die lokale CO2-Emission pro Einwohnerinnen und Einwohner durch
die Nutzung fossiler Energieträger an. Die Emissionen umfassen energiebedingte
Emissionen (Raumwärme, Prozesswärme, Elektrizität) und
personenverkehrsbedingte Emissionen. Die Angabe erfolgt in Tonnen CO 2 pro
Einwohner und Jahr [t/E*a].
Die Daten entstammen der stadtweiten Energie- und Treibhausgasbilanz, die nach
dem BISKO-Standard jährlich fortgeschrieben und veröffentlicht wird (V/0131/2023).
Erläuterung:
Der Indikator setzt die stadtweiten Gesamtemissionen ins Verhältnis zu der
Einwohnerzahl und gibt damit die CO2-Emissionen je Einwohner aus.
Abbildung 12: Entwicklung der CO2 Emissionen von 1990 bis 2021 [Tonnen pro Einwohnerinnen und Einwohner]6
Qualitative Ziele:
Der Klimawandel zwingt zum Handeln. Durch den sparsamen und effizienten Einsatz
von Energie und die Nutzung regenerativer Energien kann der Ausstoß
klimaschädlicher CO2-Emissionen begrenzt werden.
6 Daten für 2022 liegen noch nicht vor.
10,1
9,4
9,4
9,5
8,0
6,7
6,6
6,4
6,4
6,0
5,7
5,7
0
2
4
6
8
10
12
1990 1995 2000 2005 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Tonnen pro Einwohnerinnen und
Einwohner [t/E]
Entwicklung der CO2 Emissionen je Einwohner
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
28
Ziele:
• Reduzierung der CO2-Emissionen durch Senkung des Energieverbrauchs im
Bereich Wärme, Strom und Verkehr
• Steigerung des Anteils der Nutzung und Erzeugung regenerativer Energien
Quantitative Ziele:
Mit der Konzeptstudie „Münster Klimaneutralität 2030“ wurde aufgezeigt welche
Veränderungen auf lokaler, aber auch auf nationaler Ebene auf den Weg gebracht
werden müssen um eine Klimaneutralität 2030 erreichen zu können. Seitdem wurden
fortlaufend weitere Maßnahmen und Projekte beschlossen und auf den Weg gebracht,
die auf eine Zielerreichung einzahlen. Münster Klimaneutralität 2030
• Reduzierung des Endenergieverbrauchs um 50 % bis 2030 (ggü. 1990)
• Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 95 % bis 2030 (ggü. 1990)
Entwicklung:
Mit dem stetigen Ausbau der Klimaschutzaktivitäten und dem voranschreitenden
Ausbau der erneuerbaren Energien konnte in Münster bis Ende des Jahres 2021 eine
Reduzierung der CO 2-Emissionen pro Kopf der Bevölkerung um knapp 43 %
gegenüber dem Jahr 1990 erreicht werden. Die absolute Reduzierung von 1990 bis
2020 beläuft sich wegen der gestiegenen Bevölkerungszahlen auf 31 %.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Strategie und Projekte gemäß „Masterplan 100 % Klimaschutz – Münster
Klimaschutz 2050“ (vgl. Vorlage V/0689/2017)
• Maßnahmen und Projekte gemäß „Handlungsprogramm Klimaschutz 2030“ (vgl.
Vorlage V/0770/2019)
• Maßnahmen und Projekte gemäß Konzeptstudie „Münster Klimaneutralität 2030“
(vgl. Vorlage V/0628/2021)
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen der Stadt Münster und ihrer
Tochterunternehmen, insbesondere von der Stadtwerke Münster GmbH, und wurden
in der stadtweiten Energie- und Treibhausgasbilanzierung aggregiert.
Zuständig für die Bilanzierung ist die Stabsstelle Klima/Dez OB.
Weitere Daten zum Umweltmedium:7
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Sonnenenergie Photovoltaik
[kWp]
47.680 52.340 58.226 65.680 75.777 86.350
7 Daten für 2022 liegen teilweise noch nicht vor.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
29
Sonnenenergie Thermie
(m² Kollektorfläche)
25.849 23.351 23.741 24.296 25.196 25.688
Stromverbrauch
[kWh/Einw./Jahr]
4.195 4.224 4.157 4.026 3.991 k.A.
Heizenergiebedarf
[kWh/Einw./Jahr]
10.407 10.190 9.937 10.020 9.845 k.A.
Kommunaler
Heizenergiebedarf
[Mio kWh/Jahr]8
78,64 72,34 69,23 62,20 76,3 64,3
Stromverbrauch
kommunale Einrichtungen
[Mio kWh/Jahr]9
27,8 27,3 26,4 24,8 25,4 26,2
Anteil erneuerbarer
Energien am Gesamt-
Energieverbrauch der Stadt
[%]
5,50 5,71 6,73 7,15 7,8 k.A.
8 Nicht witterungsbereinigter Heizenergiebedarf.
9 Ggü. den bisherigen Angaben in den Vorjahren unter Einbeziehung aller technische Einrichtungen
wie Lichtsignalanlagen und Pumpwerke.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
30
Umweltmedium/Ressource:
Lärmimmissionen
Indikator:
Lärmbelastung an Hauptverkehrsstraßen
Definition:
Geschätzte Anzahl der Menschen an Hauptverkehrsstraßen, d. h. Straßen mit mehr
als 3 Mio. Kfz/Jahr, die in Häusern wohnen mit Schallpegeln an der Fassade von
Lden >55 dB(A) tags oder Lnight >50 dB(A) nachts bzw.
Lden >70 dB(A) tags oder Lnight >60 dB(A) nachts
Lden repräsentiert die tägliche Lärmbelastung der Anwohner, L night repräsentiert die
nächtliche Lärmbelastung der Anwohner.
Erläuterung:
In Münster werden auf der Grundlage der Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und Bekämpfung von
Umgebungslärm vom 25.06.2002 die Gebiete ermittelt, bei denen die Lärmbelastung
durch Verkehr besonders hoch ist.
Abbildung 13: Menschen an Hauptverkehrsstraßen mit Lärmbelastung [Anzahl an Menschen]10
10 Vergleichbarkeit aufgrund der veränderten Berechnungsvorschriften erheblich eingeschränkt (S.32).
27575
26600
99500
16496
16700
71300
1952
2200
7800
2535
2900
10700
0
20000
40000
60000
80000
100000
120000
2013 2017 2022
Anzahl an Menschen
Menschen an Hauptverkehrstraßen mit Lärmbelastung
> 55 dB(A) tags bzw. > 50 dB(A) nachts
> 70 dB(A) tags bzw. > 60 dB(A) nachts
tags > 55 nachts > 50 tags > 70 nachts > 60
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
31
Qualitative Ziele:
Der allgegenwärtige Lärm hat sich zu einem zentralen Umweltschutzthema entwickelt.
Die Gesundheit gefährdende oder die Lebensqualität mindernde Lärmpegel sollen
daher vermieden werden.
Zum Vergleich: Die vorsorgeorientierten Orientierungswerten der DIN 18005 für
Allgemeine Wohngebiete betragen 55 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts.
Lärmimmissionen >70 dB(A) tags und >60dB(A) nachts spiegeln die Schwelle der
Gesundheitsgefährdung wider.
Ziele:
Senkung der Anzahl der Münsteranerinnen und Münsteraner, die von
gesundheitsgefährdenden bzw. erheblich belästigenden Lärmimmissionen betroffen
sind.
Kurzfristig: Vermeidung von Gesundheitsgefährdung (> 65 dB(A)/55 dB(A))
Mittelfristig: Minderung der erheblichen Belästigung (>60 dB(A)/50 dB(A))
Langfristig: Vermeidung von erheblicher Belästigung (>55 dB(A)/45 dB(A))
[Immissionswerte = Lden/Lnight]
Quantitative Ziele:
Der aktuelle Lärmaktionsplan ist im März 2021 beschlossen worden. Im
Lärmaktionsplan wurde eine Priorisierung der besonders lärmbelasteten
Maßnahmenbereiche vorgenommen. Vorrangig wurden für die Maßnahmenbereiche
der ersten Priorität Maßnahmen entwickelt. Durch die Umsetzung der Maßnahmen
wären ca. 11.120 Menschen besser vor Lärm geschützt. Weitere Informationen sind
der Vorlage V/0077/2021 zu entnehmen.
Entwicklung:
Im Jahr 2012 wurde das relevante Straßennetz Münsters im Rahmen der 2. Stufe der
Lärmaktionsplanung untersucht. Im Jahr 2017 ist die Lärmkartierung für die 3.
Runde11 der Lärmaktionsplanung durchgeführt worden.
Folgend sind die Ergebnisse der 3. Runde des Lärmaktionsplans sowie die seiner
vorangegangenen Runden grob beschrieben. Die Lärmbelastungen an
Hauptverkehrsstraßen sind 2013 im Vergleich zu 2008 vor allem nachts signifikant
zurückgegangen. Diese Lärmminderung geht überwiegend auf die verminderte
Höchstgeschwindigkeit im Hauptverkehrsstraßennetz zurück. Im Jahr 2017 sind die
Lärmbelastungen im Nachtzeitraum geringfügig höher. Zum Februar 2019 wurden 15
ausgewählte Hauptverkehrsstraßen für eine Geschwindigkeitsänderung im
Innenstadtbereich auf Tempo 30 vorgeschlagen. Mit der straßenverkehrsrechtlichen
Prüfung konnte auf 9 Straßenabschnitten Tempo 30 angeordnet werden. Die im
Lärmaktionsplan der 3. Runde (Ratsbeschluss März 2021) empfohlene
11 Seit der „3. Runde“ werden die Fortschreibungen der Lärmaktionspläne mit „Runden“ bezeichnet
(vormals „Stufen“).
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
32
straßenverkehrsrechtliche Prüfung weiterer Tempo-30 Abschnitte ist noch nicht
abgeschlossen.
Die Lärmkartierung für die 4. Runde ist im Jahr 2022 erstellt worden. In der 4. Runde
der Lärmkartierung wurden neue Berechnungsvorschriften eingeführt. Diese
überführen neue europäische Berechnungsvorschriften in nationales Recht. Die
Änderung der Berechnungsvorschriften hat zur Folge, dass die Ergebnisse der
Lärmkartierung der dritten und der vierten Runde nicht vergleichbar sind. Der
Lärmaktionsplan der 4. Runde wird zurzeit erarbeitet und wird zum Sommer 2024
vorgelegt.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung,
• Maßnahmen der Fahrbahnsanierung mit Einsatz von Fahrbahnbelägen mit
lärmmindernder Wirkung und
• Straßenräumliche Maßnahmen zur Lärmminderung.
• (Förderprogramm Passiver Schallschutz: Ergänzend für Maßnahmenbereiche, für
die sonst keine Möglichkeiten einer aktiven Reduzierung der Lärmemissionen
gesehen werden)
Datenherkunft/Zuständigkeit:
LANUV NRW/Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2008 2017 2022
Geschätzte Zahl der von Umgebungslärm durch Schienenlärm
der Eisenbahnen des Bundes in ihren Wohnungen belasteten Menschen12:
LDEN > 55 dB(A) tags 14.600 25.790 15000
LNIGHT > 50 dB(A) nachts 12.100 20.050 11640
LDEN > 70 dB(A) tags 1.630 1.410 240
LNIGHT > 60 dB(A) nachts 2.790 2.600 1440
12 Die Vergleichbarkeit ist aufgrund der veränderten Berechnungsvorschriften erheblich eingeschränkt.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
33
Umweltmedium/Ressource:
Luftschadstoffe
Indikator:
Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Immissionen
Definition:
Jahresmittel für NO 2 [µg/m³] und Anzahl der Tage mit Überschreitung des
Tagesgrenzwertes für PM10 [Überschreitungstage > 50 µg/m³] an der kontinuierlichen
Mess-Station Weseler Straße.
Erläuterung:
Der Grenzwert für das NO 2-Jahresmittel liegt bei 40 µg/m³ (ab 2010). Für PM10 gilt
ein Tagesgrenzwert von 50 µg/m³, der maximal an 35 Tagen pro Jahr überschritten
werden darf. PM10 umfasst alle Feinstäube <10 Mikrometer, die als
gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Zentrale Quelle für lokale Feinstaub- und
Stickstoffdioxidbelastungen ist der Straßenverkehr.
Abbildung 14: Jahresmittelwert NO2 [µg/m³]
Abbildung 15: Überschreitungstage PM 10 > 50 µg/m³
38
38
38
33
27
25
24
20
30
40
50
60
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
NO2 µg/m3
Entwicklung der Jahresmittelwerte N02
5
10
12
6
2
2
4
0
10
20
30
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Tage
Überschreitungstage PM 10 > 50 µg/m³
Zielwert 2010: < 36 Überschreitungstage
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
34
Qualitative Ziele:
Feinstäube und Stickoxide stehen im Brennpunkt der Diskussionen zu
Luftschadstoffen. Ozon ist als Hauptverursacher des Sommersmogs mit zu
betrachten. Um mögliche Gesundheitsgefahren und nachteilige Umweltfolgen zu
mindern ist es erforderlich, dass die entsprechenden Luftbelastungen gemindert
werden.
Ziele:
• Einhaltung der Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit der EU-
Luftqualitätsrichtlinie für die Leitsubstanzen Ozon, PM10 und NO2
• Verringerung der flächenhaften Stickstoffdepositionen
Quantitative Ziele
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für NO2 von 40 µg/m³ als Jahresmittelwert ab
2010
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für PM10 von < 36 Überschreitungstage mit
> 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für Ozon von < 26 Überschreitungstage mit 120
µg/m³ (8 Std.-Mittel)
Entwicklung:
Die Stickstoffimmissionen sind von 2009 bis 2022 rückläufig. Der Grenzwert für
Stickstoffimmissionen (Jahresmittelwert) werden seit 2013 an der Weseler Straße
nicht mehr überschritten. Hierfür sind verschiedene Faktoren ursächlich
(meteorologische Bedingungen, Emissionsverhalten der Fahrzeugflotte etc.). Als eine
Maßnahme zur Minderung der Immissionen besteht seit dem 1. Januar 2010 im
Stadtkern von Münster eine Umweltzone. Die Regelungen für die Einfahrt in die
Umweltzone wurden 2014 nochmals verschärft. An der Mess-Station „Bült“ trat 2017
erstmals keine Überschreitung des NO2-Grenzwertes mehr auf.
Die PM10-Belastung fluktuiert seit Jahren auf niedrigem Niveau. Ein eindeutiger Trend
ist nicht erkennbar.
Hinsichtlich der Einhaltung des EU-Grenzwertes für Ozon von < 26
Überschreitungstage mit 120 µg/m³ (8 Std.-Mittel) traten 2018 und 2019
Überschreitungen des Grenzwertes auf. Seit 2020 wird der Wert wieder deutlich
unterschritten. Die Entwicklung wird hier beobachtet. Eine eindeutige Ursache (z.B.
die extremen meteorologischen Bedingungen) lässt sich bislang nicht belegen.
Im Jahr 2022 wurde eine EU-Initiative zur Anpassung der Grenzwerte für
Luftschadstoffe gestartet. Die Grenzwerte für den Jahresmittelwert von Feinstaub und
Stickstoffdioxid sollen halbiert werden. Insbesondere beim Schadstoff Stickstoffdioxid
wären weitere Anstrengungen zur Reduktion der Emissionen erforderlich um die
schärferen Grenzwerte einhalten zu können.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
35
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Mit Hilfe des Luftqualitätsplans (2009) wurden Maßnahmen zur Minderung der
Belastungen eingeleitet (z. B. Umweltzone). Im Jahr 2014 wurde er nochmals
aktualisiert.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
LANUV NRW/Bezirksregierung Münster
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Ozon-Immissionen Münster Geist
[Überschreitungstage mit 120 µg/m³
(8 Std.-Mittel)]
40 32 19 8 16
Ozon-Immissionen (Jahresmittelwert)
Münster-Geist [µg/m³]
50 49 49 46 51
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
36
Umweltmedium/Ressource:
Natur und Landschaft – Schutzgebiete
Indikator:
Schutzgebiete
Definition:
Fläche der Schutzgebiete (Naturschutzgebiete/Landschaftsschutzgebiete) in Hektar
[ha].
Erläuterung:
Der Indikator gibt den Stand der Sicherung der für Natur und Landschaft bedeutsamen
Flächen wieder. Nicht enthalten sind die Geschützten Landschaftsbestandteile mit
einer Gesamtgröße von 159 ha.
Abbildung 16: Gesamtfläche der Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete [ha]
Vergleichswert: 4.686 ha BSN-Flächen
(BSN = Bereiche für den Schutz der Natur gemäß Regionalplan 2014)
Qualitative Ziele:
Die unterschiedlichen Naturräume und Nutzungsformen haben zur Ausbildung der für
Münster typischen Landschaften und Lebensräume geführt. Diese gilt es zu sichern
und zu optimieren.
Ziele:
• Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen
2133 2135 2135 2135 2135 2135
9941 9939 9939 9939 9939 9939
0
2000
4000
6000
8000
10000
12000
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Fläche in ha
Naturschutzgebiete und Landschaftschutzgebiete
NSG LSG
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
37
• Schutz der bedeutsamen Natur- und Kulturlandschaften
• Erhaltung und Entwicklung der natürlichen Vielfalt der Tier- und
Pflanzenwelt/Biodiversität von Arten und Lebensgemeinschaften
• Anreicherung strukturarmer Landschaftsräume mit gliedernden und belebenden
Elementen
• Sicherung der Landschaft für die Erholung des Menschen
Quantitative Ziele:
Als Vergleichsmaßstab für die Größe der zu schützenden Gebiete wird
näherungsweise auf die Flächen, die im des Regionalplan als „Bereiche für den
Schutz der Natur (BSN)“ dargestellt sind, zurückgegriffen. Dabei handelt es sich um
ökologisch hochwertige und daher schutzwürdige und schutzbedürftige Gebiete. „Bei
der Umsetzung der BSN kommt auf die Träger der Landschaftsplanung die Aufgabe
zu, unter Beachtung der lokal bestehenden Bedingungen Umsetzungskonzepte zum
Aufbau eines Biotopverbundsystems zu entwickeln. Sie wählen aus den
fachplanerischen Instrumenten die notwendigen Festsetzungen (z. B.
Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, geschützte Landschaftsbestandteile)
aus und bestimmen deren gebietsscharfe Abgrenzung“ (Regionalplan Münsterland
2014). Der Regionalplan verzeichnet insgesamt 4.686 ha als BSN-Flächen. Die
Konkretisierung der Schutzausweisungen erfolgt somit über die Landschaftspläne.
Ziel ist daher auch eine flächendeckende Landschaftsplanung für den Außenbereich
von Münster.
Entwicklung:
Die Entwicklung der Schutzgebiete ist in den letzten Jahren unverändert geblieben.13
Damit stehen zur Zeit weiterhin ca. 7 % des Stadtgebietes unter Naturschutz. Im BSN-
Flächen des Regionalplans umfassen zum Vergleich ca. 15 % des Stadtgebiets.
Der Anteil der Landschaftsschutzgebiete am Stadtgebiet beträgt ca. 33 %.
Mit der im Jahr 2021 neu in Kraft getretenen Naturdenkmalverordnung für den
bebauten Bereich erhöht sich die Anzahl der Naturdenkmäler für den Zeitraum 2021-
2022 auf nunmehr 352 Stück. Bei einzelnen Naturdenkmalen mussten in den Jahren
2021-2022 durch natürliche Abgänge in Folge von Sturmereignissen oder
Krankheitsbefall Verluste von Einzelbäumen hingenommen werden. Hierzu zählt die
imposante Blutbuche (ND Nr. 50) im Botanischen Garten, die nach dem Befall mit
einem Brandkrustenpilz gefällt werden musste.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Umsetzung der Landschaftspläne 1-3
• Aufstellung des Landschaftsplans 4
13 Die geringfügige Verringerung der LSG-Fläche um ca. 2 ha beruht auf grafischen Bereinigungen in
Folge neuer Grundlagenkarten und hat keine materiellen Gründe.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
38
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Jahresstatistik des Stadtplanungsamtes
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Waldfläche [ha] 4.885 4.925 4.943 4.981 4.983
Landwirtschaftliche Fläche [ha] 13.352 13.288 13.268 13.200 13.147
Städtische landwirtschaftliche
Pachtfläche [ha]
1.007 1.007 1.012 991 981
Anzahl der Naturdenkmale 323 320 320 352 352
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
39
Umweltmedium/Ressource:
Natur und Landschaft – Eingriffsregelung
Indikatoren:
1. Ersatzgeld
2. Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von Bebauungsplänen
und Satzungen nach § 34 BauGB
3. Größe des Flächenpools im Kompensationsflächenkataster
Erläuterung:
Die Indikatoren setzen den Beschluss der Vorlage V/0619/2013 um, über die
Abwicklung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung regelmäßig zu berichten.
1. Ersatzgeld
Definition:
Übersicht über Einnahmen, Ausgaben und über die für landschaftspflegerische oder
Artenschutzmaßnahmen noch zur Verfügung stehenden Ersatzgelder [ €] nach
Landesnaturschutzgesetz im Zusammenhang mit Eingriffen in Boden, Natur und
Landschaft.
Abbildung 17: Bilanz Finanzmittel Ersatzgeld [Euro]
Das Ersatzgeld steht für landschaftspflegerische und artenschutzspezifische
Maßnahmen zur Verfügung.
109.287
14.414
361.875
158.069
218.220
92.843
143.655
65.226
0
100000
200000
300000
400000
2020
Stand:
31.12.20
2022
Stand:
31.12.22
Euro
Bilanz Finanzmittel Ersatzgeld
Einnahmen Haben* Ausgaben Verfügbar
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
40
Finanzbilanz Ersatzgelder 2022– Stand: 31.12.2022
Frei verfügbare Finanzmittel am 31.12.2020: 143.655,- €
Einnahmen gesamt 2021 - 2022: 14.414,- €
Haben: 158.069,- €
Ausgaben: 92.843,- €
Frei verfügbares Ersatzgeld 31.12.2022: 65.226,- €
Eine Übersicht über die im Zeitraum zwischen 2021 und 2022 geplanten, sich bereits
in der Realisierung befindlichen bzw. abgeschlossenen landschaftspflegerischen
Maßnahmen ist als Anlage beigefügt.
Entwicklung:
Die Entwicklung der Einnahmen über Ersatzgeld ist eng an die Genehmigung von
Windkraftanlagen und Mobilfunkmasten gebunden. Auf der Grundlage des hierfür zu
verwendenden Bewertungsverfahrens für mastenartige Eingriffe wird immer ein Teil
des Ausgleichs über die Zahlung von Ersatzgeld abgegolten. Auch in den nächsten
Jahren ist mit der Errichtung neuer Anlagen zu rechnen, so dass voraussichtlich
weitere Mittel vereinnahmt werden. Bei allen anderen Eingriffsvorhaben dringt die
Stadt Münster darauf, dass der entsprechende Ausgleich durch den jeweiligen
Vorhabenträger nachgewiesen wird.
2. Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von Bebauungsplänen und
Satzungen nach § 34 BauGB
Definition:
Im Zuge der planrechtlichen Aufstellung von Bebauungsplänen und Satzungen nach
§ 34 (4) BauGB werden Freiflächen im Außenbereich für Siedlungs- und
Verkehrsflächen „verbraucht“. Für den naturschutz- und forstrechtlichen Ausgleich der
Eingriffe werden z. T. landwirtschaftliche Produktionsflächen in Anspruch genommen.
Dargestellt werden der „Flächenverbrauch“ durch entsprechende Verfahren mit
zugeordnetem Ausgleich und die Entwicklung gegenüber der letzten Berichtsperiode.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
41
Abbildung 18: Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von Bebauungsplänen und Satzungen nach § 34
BauGB [ha]
Im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2022 sind 15 Bebauungspläne zur Rechtskraft
gelangt.
Sechs davon umfassen Änderungen bestehender Bebauungspläne vorhandener
Gewerbe- und Wohnbauflächen. Die meisten Bebauungspläne liegen im Innenbereich
und sind im Hinblick auf eine Inanspruchnahme landwirtschaftlich genutzter Flächen
irrelevant. Im Detail handelt es sich dabei vor allem um eine Verdichtung oder
Arrondierung vorhandener Bebauung innerhalb von bereits bestehenden Baugebieten
sowie einer Anpassung der Nutzungsmöglichkeiten innerhalb von Gewerbegebieten.
Die Verdichtung geht zwar häufig materiell mit einer Erhöhung des
Versiegelungsgrades einher, jedoch wird eine zulässige Grundfläche von 20.000 m²
nicht überschritten. Rechtlich sind diese Verfahren in sechs Fällen nach § 13a BauGB
eingestuft, so dass die erfolgten Eingriffe von der Ausgleichsverpflichtung freigestellt
sind. Mit einer Grundfläche im Sinne des § 13a Absatz 1 Satz 2 von weniger als
10.000 m² ist ein weiterer Bebauungsplan im Außenbereich für Wohnnutzung nach
§ 13b in das beschleunigte Verfahren einbezogen worden und demnach ebenfalls
nicht ausgleichspflichtig.
Drei Bebauungspläne mit einer Gesamtfläche von ca. 32,4 ha nehmen in einer
Größenordnung von 31,3 ha landwirtschaftlich genutzte Ackerflächen im
Wesentlichen für Wohn- und Verkehrszwecke in Anspruch. Bei der restlichen Fläche
von 0,8 ha handelt es sich um intensiv genutztes Grünland. Insgesamt sind von den
15 zur Rechtskraft gelangten Bebauungsplänen jedoch nur vier ausgleichsrelevant.
Die zugeordnete Kompensationsfläche beträgt insgesamt ca. 9,6 ha und umfasst
neben naturschutzrechtlichen (rd. 8,3 ha) auch forstrechtlichen Ausgleich (rd. 1,3 ha)
für eine Inanspruchnahme von Wald im Innenbereich. Über die geplante Entwicklung
von neuen Baugebieten im Außenbereich hinaus ist die Stadt Münster auch weiterhin
in erheblichem Maße um eine Reduzierung des Flächenverbrauchs durch eine
forcierte Innenentwicklung bemüht.
1,3
32,4
0
0,6
1,1
9,6
0
0
0
5
10
15
20
25
30
35
40
2019-2020 2021-2022
ha
Jahr
Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von
Bebauungsplänen und Satzungen nach § 34 BauGB [ha]
Eingriff in landw.
Flächen*
Eingriff in forstw.
Flächen*
Ausgleich auf landw.
Flächen
Ausgleich auf sonst.
Flächen
* ohne Ausgleich u.
bestehendes Planrecht
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
42
3. Größe des Flächenpools im Kompensationsflächenkataster
Definition:
Die nicht für Eingriffe in Boden, Natur und Landschaft gebundenen Flächen im
Flächenpool des Kompensationsflächenkatasters („Komkat“) stehen für zukünftige
Kompensationsflächenbedarfe zur Verfügung.
Abbildung 19: Poolflächen im Kompensationskataster nach Nutzung [ha]
Entwicklung:
Im städtischen Flächenpool sind insgesamt ca. 39,20 ha zuordnungsfähige
Kompensationsflächen vorhanden (Stand: 31.12.2022). Diese teilen sich auf
ca. 1,83 ha Uferrandstreifen (16 Flächen) und ca. 37.38 ha sonstige Flächen
(18 Flächen) auf.
Die letztgenannten Poolflächen gliedern sich derzeit in folgende Flächennutzungen
auf (Flächenanteile geschätzt)
Acker ca. 16,04 ha
Intensiv genutztes Grünland ca. 15,56 ha
Brachflächen ca. 2,09 ha
Gehölz- und Gewässerflächen ca. 3,30 ha
Innenbereichsflächen ca. 0,38 ha
-----------------------------------------------------------------------
Summe: ca. 37,38 ha
19,09
14,35
1,07
3,30
0,27
1,99
40,07
16,04
15,56
2,09
3,30
0,38
1,83
39,20
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
Acker
Intensives
Grünland
Brachflächen
Gehölz-/
Gewässer
Innenbereichs-
flächen
Uferrand-
streifen
Gesamt
Fläche in ha
Poolflächen im Kompensationsflächenkataster
Stand:
31.12.20
Stand:
31.12.22
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
43
Die Entwicklung des Flächenpools für Kompensationsmaßnahmen ist mit der
städtischen Siedlungsentwicklung und sonstigen umweltrelevanten Planungen
unmittelbar verknüpft. Insbesondere die Bebauungsplanverfahren im Innenbereich
(nach § 13a BauGB) führen aufgrund der planungsrechtlichen Bedingungen häufig zu
einer Befreiung von Kompensationsverpflichtungen. Ein Teil der zur Rechtskraft
gelangenden, kompensationspflichtigen Verfahren wird Vorhaben bezogen
durchgeführt. Hierbei stellt der jeweilige Vorhabenträger Kompensationsflächen in
entsprechender Größenordnung zur Verfügung.
Auch wenn im Vergleich zur letzten Berichtsperiode das Flächenpoolangebot durch
erfolgten Flächenzuwachs in der Summe nur um weniger als 1 ha geringer ausfällt,
werden die Poolflächen im Kompensationsflächenkataster von insgesamt 39,2 ha
perspektivisch bis 2030 nicht zur Abdeckung des Bedarfs ausreichen. Hintergrund
sind die in den nächsten Jahren voraussichtlich anfallenden erheblichen
Kompensationsbedarfe der großen Baugebiete in den verschiedenen Stadtteilen. Um
handlungsfähig zu bleiben werden bei Vorliegen entsprechender liegenschaftlicher
Angebote von Seiten der Landwirtschaft und gleichzeitiger potenzieller
naturschutzfachlicher Eignung der Flächen weiterer Grunderwerb zur Aufstockung
des Flächenpools vorgenommen, um auch mittelfristig Kompensationsflächen in
Münster zur Verfügung stellen zu können. Darüber hinaus wird sich die Verwaltung
auch um den Ankauf von Ökopunkten privater Ökokontoträger bemühen, um einem
Mangel an Kompensationsflächen entgegenzutreten.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
44
Umweltmedium/Ressource:
Umweltmanagement
Indikator:
ÖKOPROFIT-Betriebe
Definition:
Anzahl der Betriebe, die sich am Projekt ÖKOPROFIT der Stadt Münster beteiligen.
Erläuterung:
Seit 2001 unterstützt die Stadt Münster im Rahmen des Projektes ÖKOPROFIT
Unternehmen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen u.a.
in den Bereichen Energie, Abfall, Wasser und Rohstoffe. In dem Zeitraum 2020-2022
führte sie dieses Projekt in Kooperation mit dem Kreis Warendorf durch. Der Indikator
ist ein Maßstab für das Umweltengagement von Unternehmen in Münster.
Abbildung 20: Gesamtzahl und Anzahl im Auszeichnungsjahr der Ökoprofit-Betriebe
Qualitative Ziele:
Betriebliche Prozesse haben erheblichen Einfluss auf die Umwelt. Durch Optimierung
dieser Prozesse und Umsetzung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen kann
die Umwelt entlastet werden (z. B. reduzierter Wasserverbrauch, Energieeinsparung,
Abfallvermeidung, Einführung von Managementsystemen u.a.m.).
Ziele:
• Förderung der Nachhaltigkeit und des betrieblichen Umweltschutzes in
Münsteraner Unternehmen
• Ausbau des Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagements im Konzern Stadt Münster
11 12 10 9 9 6 12
72
84
94 103 112 118
130
0
25
50
75
100
125
150
2010 2012 2013 2015 2017 2020 2022
Anzahl Betriebe
ÖKOPROFIT-Betriebe
Gesamtzahl und Anzahl im Auszeichnungsjahr
pro Jahr gesamt
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
45
Quantitative Ziele:
Eine konkrete Zielvorgabe für die Anzahl der Betriebe, die sich pro Jahr am
ÖKOPROFIT beteiligen, lässt sich nicht benennen. Primäres Ziel ist es, das
erfolgreiche ÖKOPROFIT-Projekt dauerhaft in Münster zu etablieren.
Entwicklung:
Seit Beginn des Projektes im Jahr 2000 wurden in 12 Durchgängen 130 münsteraner
Unternehmen und Institutionen erstmalig ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden vor
Ort mittlerweile 44 Betriebe rezertifiziert, d. h. sie unterzogen sich einer erneuten
Überprüfung ihrer fortgeschrittenen Maßnahmen im betrieblichen Umweltschutz und
Nachhaltigkeitsmanagement. Sie haben damit das Umweltmanagementsystem in
ihrem Unternehmen weitergehend etabliert. Bislang konnte die Kontinuität im Sinne
der Zielfestlegung erhalten bleiben.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Einwerbung weiterer Unternehmen und Institutionen.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Kontakte / Beratungen in der
Umweltberatung
3.878 4.775 3.00814 3.121 3.315
Elektronische Erfassung /
Bearbeitung von Kundenanliegen
in IMSware-Umweltservice15
3.285 3.287 3.821 2.517 1.836
14 In der Umweltberatung sind die Kontakt-Zahlen seit 2020 eingebrochen, weil der
Stadtwerke City-Shop coronabedingt monatelang geschlossen hatte. In dieser Zeit konnte
die Umweltberatung nur telefonische Beratungen anbieten. Nach der Wiederöffnung konnten
aufgrund bestehender Kontaktbeschränkungen in der 2. Jahreshälfte 2022 persönliche
Beratungen nur reduziert erfolgen. Am 10. November 2022 endete die städtische
Umweltberatung
15 Die Anliegen im Umweltservice (incl. online-Mängelmeldungen) wurden überwiegend von
den 3 Eingangsstellen für Bürgerkontakte im Amt 67, der Umweltberatung ( 492-6767) dem
Vorzimmer / Sekretariat (492-6701/-6702) und der Grünflächenpflege ( 492-6741) nach
Telefonkontakt mit Bürgerinnen und Bürgern in IMSware-Umweltservice elektronisch erfasst
und bearbeitet.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
46
Umweltmedium/Ressource:
Verkehr/Mobilität
Indikator:
Anteil Umweltverbund am Modal Split
Definition:
Anteil des Umweltverbundes (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV/SPNV) am Modal Split in
Prozent [%].
Erläuterung:
Der Modal Split bezeichnet die Verteilung des Verkehrs auf die verschiedenen
Verkehrsträger. Für den Indikator relevant ist der Anteil des Umweltverbundes
(Fußgänger*innen, Radfahrende, ÖPNV/SPNV) am Gesamtverkehr.
Abbildung 21: Anteile der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) von 1982 bis 2022 [in Prozent]
Insgesamt ergibt sich kein konsistentes Bild über die Zeitreihe. Dies liegt
insbesondere daran, dass der Anteil im Fußverkehr stark schwankt. Der Grund dafür
sind Differenzen in der Methodik zwischen den einzelnen Erhebungen. Der Anteil der
„Sonstigen“ die in 2019 erstmalig erhoben wurden und die starken Schwankungen im
Fußverkehr beeinflussen die anderen Werte signifikant. Um diesen Einfluss zu
auszuschalten, wurden in der Abbildung 22 der Fußverkehr und Sonstige heraus
gerechnet.
Die Eliminierung der methodischen Verzerrungen führt zu einem konsistenten
Ergebnis. Festzustellen ist bis 2013 ein stetiger Rückgang des Pkw-Anteils bei
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
47
gleichzeitiger Zunahme der Anteile von Fahrrad und ÖPNV. Die 2019er Erhebung
bestätigt die Werte aus 2013 auf hohem Niveau, trotz stark wachsender
Einwohnerzahlen.
Abbildung 22: Anteile der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) von 1982 bis 2022 [in Prozent]
Darüberhinausgehend sind für die langfristige Bewertung des Verkehrs unter
Nachhaltigkeitsaspekten aber auch künftige Anteile der Elektromobilität im Kfz-
Verkehr sowie der Fahrzeugbesetzungsgrad, der zurzeit in Münster 1,15
Personen/Pkw beträgt, von Relevanz. Die Beeinflussung dessen ist jedoch wesentlich
von bundesweiten Rahmenvorgaben abhängig und weniger auf kommunaler Ebene
steuerbar.
Qualitative Ziele:
Der Verkehr wirkt sich maßgeblich auf viele Bereiche der Umwelt aus. So hängt die
Belastung durch Luftschadstoffe, Lärm oder der CO 2-Ausstoß in erheblichem Maße
von der Wahl des Verkehrsmittels ab. Daher soll der Umweltverbund im Modal Split
gestärkt werden.
• Erhöhung des Wegeanteils des Fußgängerverkehrs
• Weitere Stärkung des Fahrradverkehrs
• Stärkung des ÖPNV/SPNV
• Minderung des Kfz-Anteils im Regionalverkehr (Pendler)
Quantitative Ziele:
Für den Masterplan Mobilität Münster (MMM 2035+) wurde im Januar 2022 vom
Gutachterbüro die Bestandsanalyse als Ausgangsbasis für alle kommenden Schritte
des Planungsprozesses erarbeitet. Ein umfangreicher Zwischenbericht wurde dem
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
48
AVM zum 02.02.2022 vorgelegt (vgl. V/0897/2021). Im Weiteren werden auf Basis des
Zwischenberichtes und den daraus abzuleitenden Trends Ziele für den Bereich
Mobilität erarbeitet und von der Politik beschlossen. Im Vergleich zu den Vorherigen
Umweltdaten (Zielwert 2025: 70 % des Verkehrs der Münsteraner entfallen auf den
Umweltverbund) findet eine Neuausrichtung des Zielwertes (Zielwert 2035) statt, der
aktuelle Beschlüsse aber auch erkennbare Trends berücksichtigt und in den
kommenden Umweltdaten Aufnahme finden soll. Die Ergebnisse des Masterplan
Mobilität Münster werden im März/April 2024 vorliegen. Nach der Beratung des
Schlussberichtes werden begründete und belastbare neue Zielwerte zum Modal Split
vorliegen.
Entwicklung:
Die Entwicklung in Münster seit 1982 zeigt im Mittel einen Anstieg des
Umweltverbundes bis ins Jahr 2013. Der Anteil des Umweltverbundes ist gegenüber
der Autonutzung nochmals deutlich gestiegen, so dass der Umweltverbund 2013
erstmals über 60 % lag. Die 2019er und auch die 2022er Erhebung bestätigen diese
Werte aus 2013 auf hohem Niveau. Trotz stark wachsender Einwohnerzahlen verliert
der Pkw als Verkehrsmittel weiter an Bedeutung. Inzwischen sind fast 70 % aller
Fahrten dem Umweltverbund zuzuordnen.
Das Fahrrad bleibt Verkehrsträger Nr.1.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Den Rahmen für das zukünftige Verkehrsgeschehen in Münster wird der Ende 2019
in Auftrag gegebene „Masterplan Mobilität Münster 2035+“ (MMM2035+) vorgegeben.
Der Abschlussbericht zum MMM2035+ wird voraussichtlich im 1. Quartal 2024
vorliegen. Aktuelle (geplante) Maßnahmen sind u.a.:
V/0728/2020 Grundsatzbeschluss für ein "Integriertes Parkraumkonzept Münster
V/0034/2023 Integriertes Parkraumkonzept Münster: Bestandsanalyse, Ziele und
zweites Pilotprojekt
V/0341/2021 Durchführung eines Interessenbekundungsverfahrens zur Vergabe von
stationsbasierten Carsharing-Stellplätzen
V/1186/2019 Fahrradnetz-Planung erarbeiten
V/0249/2022 Fahrradnetz 2.0
/1052/2020 Multi- und intermodale Mobilität stärken - Neue Mobilstationen
für Münster
V/0312/2021 Elektro-Ladesäulenkonzept Münster 2021 zur Förderung der
Elektromobilität
V/0101/2023 Gestattung privater Ladesäulen im öffentlichen Straßenraum
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Stadtplanungsamt; Amt für Mobilität und Tiefbau:
• Mobilitätsbefragung 2022 zum werktäglichen Verkehrsverhalten der Bevölkerung
in Münster,
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
49
• Radverkehrskonzept Stadt Münster (V/0647/2016)
• Mobilität Münster/Münsterland 2050 (V/0625/2010)
Weitere Daten: Stadtwerke Münster
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Entwicklung der Fahrgastnachfrage
auf den Stadtbussen [Fahrgäste in
Mio./Jahr]
45 46 49 k.A16. 3117 47
Länge der Radwege [km] 476 480 480 480 480 480
1990 200718
Anteil des Umweltverbundes am
regionalen Verkehr (Einpendler) [%]
21,9 19,1
Anteil des Umweltverbundes am
Gesamtverkehr [%]
52,9 52,1
16 Im Jahr 2020 erfolgte bedingt durch die Pandemie keine Erhebung.
17 pandemiebedingt
18 Ab 2007 keine Datenerhebung.
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
50
Umweltmedium/Ressource:
Wasser
Indikator:
Guter ökologischer und chemischer Zustand (Gewässergüteklasse II-III oder
besser) bzw. Potenzial für alle Fließgewässer (gem. EG-WRRL)
Definition:
Der gute ökologische Zustand bzw. Potenzial der Fließgewässer ist ein zentrales Ziel
der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Die Zustandsbewertung und Zielerreichung wird
durch ein regelmäßiges Monitoring seitens des Landes NRW durchgeführt. In diesem
Verfahren sind die größeren Fließgewässer (Münstersche Aa, Werse, Angel,
Mecklenbach, Kinderbach, Emmerbach, Kreuzbach, Getterbach, Flothbach,
Offerbach und Kannenbach) eingebunden.
Für die übrigen namenhaften Gewässer wird der Indikator der Gewässergüte auf der
Grundlage eigener Untersuchungen herangezogen.
Dieser Indikator gibt den Anteil der Gewässerabschnitte von Fließgewässern an,
deren Gewässergüteklasse mit der Klasse II-III (kritisch belastet) oder besser bewertet
wird. Die Angabe erfolgt in Prozent.
Erläuterung:
Die "biologische Gewässergüte" nach dem Saprobiensystem lässt vor allem die
Beeinträchtigung der Gewässer durch biologisch leicht abbaubare Stoffe und die sich
daraus ergebenden Defizite im Sauerstoffhaushalt erkennen. Bei der Überwachung
der Fließgewässer ist die biologische Gewässergüte ein Leitparameter für die
Beschaffenheit des Gewässers.
Datenlage/Grafik:
Abbildung 23: Fließgewässerabschnitte mit Gewässergüteklasse II-III oder besser [Anteile der
Fließgewässerabschnitte in Prozent]
86
89
89
89
85
91,1
86
98
95,7
0
25
50
75
100
2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022
Anteile der
Fließgewässerabschnitte in %
Fließgewässerabschnitte
mit Gewässergüteklasse II-III oder besser
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
51
Qualitative Ziele:
Gewässer sind in Münster ein prägendes Element. Die Sicherung und Verbesserung
des ökologischen Zustandes von Oberflächengewässern und Grundwasser ist eine
Herausforderung für die Zukunft. Der Erhalt von Auen und Retentionsräumen schützt
vor Hochwassergefahren. Als strategisches Entwicklungsteilziel der Nachhaltigkeits-
strategie Münster (Nr. 2.1.2) befindet sich das Grundwasser und alle Oberflächen-
gewässer in einem guten ökologischen und chemischen Zustand.
Ziele:
• Generelle Vermeidung starker Verschmutzungen in allen Münsteraner Gewässern
• Einhaltung der Qualitätsziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
• Verbesserung der Wasserqualität des Aasees
• Nachhaltige Sicherung einer guten Qualität und Quantität des Grundwassers
Quantitative Ziele:
100% der Fließgewässerabschnitte haben bis 2027 eine Gewässergüteklasse II-III
oder besser.
Erläuterung:
Sanierungsziel gemäß WRRL ist in NRW der gute ökologische Zustand für 40% und
das gute ökologische Potenzial für 60% der Gewässer bis 2027.
Der gute Zustand ist definiert als ein Zustand, der von einem "sehr guten" (d.h.
weitgehend anthropogen unbeeinflussten) Zustand nur geringfügig abweicht. Er ist
ausgerichtet auf die Vielfältigkeit vorhandener Pflanzen- und Tierarten und die
morphologische Gewässerausprägung.
Da die Regelungen der WRRL sich in Münster im Wesentlichen auf die
Hauptgewässer beziehen und die weiteren Gewässer nicht erfassen, wird als
Vergleichsmaßstab die Gewässergüte herangezogen, die für alle namhaften
Gewässer in Münster regelmäßig geprüft wird. Im Vordergrund steht die Beseitigung
von stark verschmutzten Gewässern ab Gewässergüteklasse III. Der zudem
angestrebten Erhöhung des Anteils von Gewässern mit Gewässergüteklasse II sind
z.T. naturräumlich bedingte Grenzen gesetzt.
Entwicklung:
Seit dem Jahr 2002 ist eine deutliche Verbesserung der Gewässergüte zu erkennen.
Die Verbesserung der Gesamtsituation ist in erster Linie auf zahlreiche Maßnahmen
zurückzuführen, die auf einen konsequenten Gewässerschutz abzielen. Eine weitere
Verbesserung der Gewässergüte erweist sich bislang insbesondere bei kleinen
Gewässern mit geringer Wasserführung im Sommer als schwierig.
Die Auswertung der Ergebnisse für den Zeitraum 2021/2022 ergibt für die
Gewässergüteklasse II 46%, Güteklasse II-III 50% und Güteklasse III 4%. Die
biologische Güteklasse konnte sich in dem letzten Berichtszeitraum nicht weiter
verbessern. Insgesamt war in den letzten Jahren aufgrund der trockenen Sommer an
vielen Probestellen vor allem kleinerer Bäche und/oder Oberläufe ein Austrocknen
eingetreten, so dass teils erst spät im Jahr in Restwasserzonen nach kurzfristigen
Niederschlägen noch physikalisch-chemische Messungen durchgeführt werden
Umweltdaten Münster 2021 - 2022
52
konnten, ohne dass eine Besiedlung mit Makroorganismen begonnen hatte. Diese
Probestellen blieben in der Auswertung ohne Berücksichtigung, da sonst das Ergebnis
verfälscht wäre.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen zur Abwasserreinigung und Abwasserableitung aus dem
Abwasserbeseitigungskonzept (ABK)
• Programmmaßnahmen aus dem Bewirtschaftungsplan für
NRW/Umsetzungsfahrpläne zur WRRL
• Ökologische Verbesserung der kleineren Gewässer
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Mobilität und Tiefbauamt
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Stadtwerke Münster
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2018 2019 2020 2021 2022
Privater Trinkwasserverbrauch
[l/Tag je Einwohner]
103,13 103,7 107,99 107,51 102,94
Nitrat im Trinkwasser (Mittelwert der vier
Wassergewinnungsgebiete) in mg/l
10,3 11,4 10,7 10,6 9,6
Microcystine (Toxine der Cyanobakterien/
„Blaualgen“) im Aasee, Mittelwert der
Jahresmesswerte [µg/l]
8,24 k.A.19 k.A. k.A. k.A.
19 Ab 2019 sind keine Microcystin-Analysen erfolgt, da keine Belastungssituation vorlag.
Anhang 1 – Ersatzgeldmaßnahmen 2021-2022
53
Projekt Landschafts-
pflegerische Maßnahmen
NSG
LSG
LB
Nutzung
vor
Maßnahme
Nachfolge-
nutzung
Stand des Projekts Baukosten
Gehölzarbeiten
Teich Haus
Dyckburg
Kopfweidenpflege
Gehölzrückschnitt
LSG Gehölz Gehölz Beendet 3.590,- €
Aufforstung
westl. Sportplatz
Teutonia
Coerde
Aufforstung mit
standortheimischen
Laubgehölzen
Brachfläche Wald Entwicklungspflege 11.743,- €
Beteiligung
Ökokonto
Havixbeck
Anlage einer Feldhecke
Anlage von Blühstreifen
Acker Gehölz und
Hoch-
staudenflur
Beendet 71.550,- €
Kiebitzschutz
Vennheide
Anlage einer Blänke LSG Acker und
Grünland-
brache
Extensives
Grünland
Beendet 3.590,- €
Kleingewässer
am
Twerenfeldweg
Entschlammung
Optimierung durch
Vertiefung
LSG Feucht-
biotop
Feuchtbiotop Beendet 820,- €
Heckenneuanla
ge Emshof
Anlage einer Feldhecke
aus standortheimischen
Gehölzen
LSG Grünland Gehölz Beendet 1.550,- €
92.843,- €
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (9)
- Kötterstraße
- Weseler Straße
- Kappenberger Damm
- Twerenfeldweg
- Wasserstraße
- Kinderhaus
- Kreuzbach
- Flothbach
- Werse
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0760/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 20.12.2023
- Erstellt
- 20.12.2023 14:08