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3699/2023

Beantwortung der Anfrage des Einzelmandatsträgers Hengstenberg (AfD) aus der Sitzung der Bezirksvertretung 9 (Mülheim) vom 18.09.2023 betr.: "Halsbandsittiche in Köln" (AN/1570/2023)

Beantwortung einer Anfrage (BV) 14.11.2023

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 27.11.2023, TOP 7.1.2

Beantwortung einer Anfrage (BV)

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Beantwortung einer Anfrage (BV)

3988 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VIII/57/571 
 
Vorlagen-Nummer 
 3699/2023 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 27.11.2023 
 
Beantwortung der Anfrage des Einzelmandatsträgers Hengstenberg (AfD) aus der 
Sitzung der Bezirksvertretung 9 (Mülheim) vom 18.09.2023 betr.: "Halsbandsittiche in 
Köln" (AN/1570/2023) 
Fragen des Einzelmandatsträgers Hengstenberg (AfD) in der Bezirksvertretung 9 (Mül-
heim): 
 
1. Welche Erkenntnisse rühren aus dem Forschungsprojekt, welches beim Bundesamt 
für Naturschutz in Auftrag gegeben wurde? 
 
2. Ist die Ausbreitung und wilde Vermehrung dieser Art langfristig steuerbar? 
 
3. Welche natürlichen Feinde haben diese Papageien? 
 
4. Liegen Erkenntnisse vor, wann diese Spezies auch Gelege von Singvögeln plündern? 
 
5. Welche Nahrung steht den Tieren im Winter zur Verfügung? 
 
 
Die Verwaltung beantwortet wie folgt: 
 
Zu 1. 
Das BfN hat eine Invasivitätsbewertung für die beiden Arten Großer Alexandersittich (Psitta-
cula eupatria) und Halsbandsittich (Psittacula krameri) in 2015 durchgeführt. Beide Arten gel-
ten als etabliert und werden als „potentiell invasiv“ eingestuft. Sie werden auf der Beobach-
tungsliste aufgeführt. Ein direkter Handlungsbedarf ergibt sich hieraus nicht.  
Beide Arten besiedeln in Deutschland vorzugsweise die Ballungsräume und halten sich über-
wiegend in Wohngebieten und städtischen Parkanlagen mit alten Baumbeständen auf. Außer-
halb der Brutzeit streifen die Vögel zur Nahrungssuche auch weiter umher. Im Winterhalbjahr 
sammeln die Vögel sich zu hunderten an gemeinsamen Schlafbäumen.  
Negative Auswirkungen auf heimische Vogelarten und Fledermäuse können vor allem durch 
Höhlenkonkurrenz und damit verbundenen aggressivem Verhalten bestehen. Eine Gefähr-
dung heimischer Arten ist bisher allerdings nicht bekannt. Zu möglichen negativen Auswirkun-
gen bestehen noch Wissenslücken, hier benennt das BfN weiteren Forschungsbedarf. Die Po-
pulationszahlen nehmen deutschlandweit zu. Der Reproduktionserfolg ist in wärmeren Regio-
nen höher. Strenge Winter können zu Populationsverlusten führen. 
 
 
Zu 2.

2 
 
Beide Sitticharten benötigen bestimmte klimatische Bedingungen. Gute Voraussetzungen fin-
den sie im Rheinland im Bereich Köln, Bonn und Düsseldorf. Die Temperaturen in den urba-
nen Gebieten liegen um ca. 1 °C über denen im Umland, die Frostperiode ist um 25% vermin-
dert und die Vegetationsperiode um 8-10 Tage verlängert. In den angrenzenden Mittelgebir-
gen kommen die Sittiche daher bisher noch nicht vor. Sittiche sind, wie alle Papageienvögel 
auf Bruthöhlen angewiesen, außerdem erfolgt immer nur eine einzige Brut mit 2- 6 (durch-
schnittlich 4) Eiern. Der Vergleich mit den Straßentauben ist nicht stimmig – diese brüten 
mehrfach im Jahr und sind was die Brutplatzwahl betrifft sehr viel flexibler.  
Eine Bekämpfung bzw. Reduzierung der Bestände ist zurzeit nicht notwendig. 
 
 
Zu 3. 
Als natürliche Feinde kommen vor allem Greifvögel in Betracht. Wanderfalken und Habichte 
machen Jagd auf Sittiche in der Luft, beide Arten kommen in Köln auch innerstädtisch vor. 
Möglicherweise werden Sittiche nachts auch von Waldkäuzen an den Schlafbäumen erbeutet. 
Marder können Gelege erbeuten. 
 
 
Zu 4. 
Sittiche sind Pflanzenfresser. Die Nahrung von Halsbandsittichen besteht vor allem aus 
Früchten, Blättern, Blüten, Knospen und Samen verschiedener Pflanzen. Gefressen werden 
vor allem Früchte der Platane, Knospen, Blüten und Stiele der Blätter der Rosskastanie. Au-
ßerdem werden häufig auch Früchte von Obstbäumen gefressen.  
Eier und Jungvögel anderer Vogelarten sind nicht teil des Nahrungsspektrums. Es kann aber 
im Rahmen der Konkurrenz um Nisthöhlen zu Verlusten bei Jungvögeln und Fledermäusen 
kommen.  
 
 
Zu 5. 
Auch im Winter finden die Sittiche genügend natürliche Nahrung. Regelmäßig konnte beo-
bachtet werden, dass Halsbandsittiche an Futterstellen für heimische Wildvögel fressen.

Beratungsverlauf (1)

27.11.2023 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 7.1.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3699/2023
Typ
Beantwortung einer Anfrage (BV)
Datum
14.11.2023
Erstellt
10.11.2023 10:27