1274/2021
Hält das Stromnetz auch in Zukunft?
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Anlage zur Beantwortung 1274-2021
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Hält das Stromnetz auch in Zukunft? Anfrage der Fraktion DIE LINKE. vom 25.02.2021 1. Wie hat sich in den Stadtteilen des Stadtbezirks Kalk und im Kalker Stadtteilen insgesamt der Pro-Kopf-Stromverbrauch seit 1995 entwickelt? Der Pro-Kopf-Strom-Verbrauch ist in der Bundesrepublik Deutschland bis etwa zum Jahr 2010 kontinuierlich angestiegen. Seit diesem Zeitpunkt sinkt der Verbrauch der Haus- haltskunden. Dies wird vornehmlich auf den Einsatz energieeffizienter Haushaltsgeräte und Leuchtmittel sowie grundsätzlich energieschonenderer Verhaltensweisen zurück- geführt. Die nachfolgende Tabelle zeigt anschaulich die Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauchs bei Haushaltskunden (Standard-Lastprofil): Stadtteil Verbrauch 2015 (kWh) Verbrauch 2019 (kWh) Rel. Verbrauchsrückgang Humboldt-Gremberg 1.613 1.543 - 5,4 % Kalk 1.830 1.753 - 4,2 % Vingst 1.430 1.387 - 3,0 % Höhenberg 1.567 1.464 - 6,6 % Ostheim 1.541 1.464 - 5,0 % Merheim 1.485 1.413 - 4,9 % Brück 1.847 1.743 - 5,6 % Rath/Heumar 2.114 2.005 - 5,2 % Neu-Brück 1.227 1.140 - 7,1 % Stadtbezirk Kalk Gesamt 1.652 1.563 - 5,4 % Verbrauchsdaten für das Jahr 2020 liegen noch nicht in Gänze vor. Aufgrund des rollier- enden Ablese- und Abrechnungsverfahrens für Haushaltskunden werden die endgültigen Verbräuche erst im laufenden Jahr ermittelt. Es zeichnet sich allerdings ab, dass durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen der Pro-Kopf-Verbrauch gestiegen ist. 2. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, damit das Stromnetz die zukünftig zu erwartenden Stromlasten zuverlässig übertragen kann? Mit dem Themenfeld der Elektromobilität und der Bereitstellung von ausreichend Kapazitäten für die Bedarfe der Ladeinfrastruktur befasst sich die Rheinische NETZGesellschaft mbH (RNG) seit geraumer Zeit. Die RNG hat eigene Untersuchungen durchgeführt sowie Prognosen erstellt, um den aus der Zunahme der Elektromobilität resultierenden steigenden Netzanforderungen gezielt und nachhaltig nachkommen zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bereits in den Planungs- und Erneuerungsstrategien berücksichtigt. Zudem haben die Untersuchungen bestätigt, dass das derzeitige Stromnetz in Köln robust und leistungsfähig für die zukünftige Versorgungsaufgabe ausgebaut ist. Bereits in der Vergangenheit wurde eine erneut steigende Abnahme angenommen, wodurch in der Regel noch Reserven im Stromnetz vorhanden sind. Für die kommenden Jahre sind damit höchstens einzelne, lokal begrenzte Netzengpässe zu erwarten, die aber durch geeignete technische Maßnahmen behoben werden können. Als wesentliche Maßnahme setzt die RNG bereits bei allen Neubau- und Erneuerungs- maßnahmen Betriebsmittel mit höherer Stromtragfähigkeit (z.B. Kabel mit größerem Querschnitt) ein. Damit wird das Stromnetz sukzessive für höhere Lasten ertüchtigt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit ein Lademanagement einzusetzen, um im Ausnahme- fall eine Reduzierung der Ladeleistung anzufordern. Dies hat die RNG bereits in einem Pilotprojekt erprobt und kann vor allem als zeitliche Überbrückung hilfreich sein, um bereits einen Anschluss zu ermöglichen, auch wenn Netzausbaubedarf besteht. Die RNG unterstützt aktiv die Energie- und Klimawende, weshalb das Netz nicht nur über strategische Maßnahmen zur Zukunftssicherung ausgebaut wird, sondern natürlich auch bedarfsorientiert, um den Kundinnen und Kunden jederzeit die bedarfsgerechte Ladung ihrer Elektrofahrzeuge zu ermöglichen. 3. Wie viele sogenannte Wallboxen gibt es bereits in den Kalker Stadtteilen und wie ist die derzeitige und prognostizierte Entwicklung? Im Hinblick darauf, dass Wallboxen bis zu einer Leistung von 11 kW nicht genehmig- ungspflichtig sind, kann hierzu keine gesicherte Antwort erfolgen. Leider erhält die RNG in vielen Fällen keine Information vom Anschlussnehmer oder dessen Installateur. Derzeit sind für den Stadtteil Kalk 10 Wallboxen/Ladesäulen verzeichnet. Angesichts der, erst in den letzten Monaten auch unter Berücksichtigung der vielen Fördermaßnahmen von Bund und dem Land NRW, aufgetretenen höheren Marktdynamik, ist eher von einer derzeit noch überschaubaren Anzahl von Wallboxen in Kalk auszugehen. Mit Blick auf die Hochlaufkurve beim Erwerb von Fahrzeugen rechnen die RNG allerdings mit erheblichen Wachstumsquoten. Bezogen auf den öffentlichen Raum existieren in Köln heute rund 150 Ladesäulen der RheinEnergie. Weitere, mehr als 200, Ladesäulen werden durch die TankE GmbH im Rahmen des Ladeinfrastrukturprojektes „Köln“ innerhalb dieses Jahres in Betrieb gehen. Jede Ladesäule weist in aller Regel mehrere Ladepunkte auf, so dass die Zahl der Fahrzeuge, die gleichzeitig laden können, weitaus größer ist. 4. Kann sichergestellt werden, dass jede beantragte Wallbox genehmigt werden wird und wenn nein, wie wird dem abgeholfen? Wallboxen bis zu einer Leistung von 11 kW sind nicht genehmigungspflichtig. Sofern eine Genehmigungspflicht besteht, ist derzeit grundsätzlich von einer Genehmigung auszu- gehen. In Einzelfällen kann es je nach Höhe der Leistungsanfrage und räumlicher Häufung von Ladestationen in einem Netzbereich dazu kommen, dass ein Netzausbau erforderlich wird. Dies kann zu einer Verzögerung des Anschlusses führen oder eine befristete Reduzierung der Leistung bis zur Realisierung des Netzausbaus erforderlich machen. 5. Auf wessen Kosten würde die Verlegung und Installation einer stärkeren Stromleitung zum Beispiel zu einer Tiefgarage oder eines gesamten Stadtteils erfolgen? Die Kosten für die Instandhaltung, die Erneuerung oder den Ausbau des Stromnetzes trägt der jeweilige Netzbetreiber, in Kalk also die RNG. Sofern ein bestehender Anschluss an das Stromnetz für die Installation von Wallboxen verstärkt oder ein neuer Anschluss hergestellt werden muss, sind die Kosten vom Anschlussnehmer zu tragen.
Beantwortung einer Anfrage (BV)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/02-8/0 Vorlagen-Nummer 1274/2021 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 8 (Kalk) 22.04.2021 TOP 9.1.5 Hält das Stromnetz auch in Zukunft? Beantwortung der Anfrage der Fraktion DIE LINKE. vom 25.02.2021 aus der Sitzung der Bezirksvertretung Kalk vom 04.03.2021, TOP 9.2.7 (AN/0376/2021) Die Fraktion DIE LINKE. hat zur Sitzung der Bezirksvertretung Kalk am 04.03.2021 eine Anfrage zum Thema „Hält das Stromnetz auch in Zukunft?“ gestellt. Die Antwort der RheinEnergie AG ist als Anlage beigefügt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1274/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 07.04.2021
- Erstellt
- 07.04.2021 09:19