AN/1573/2024
Die Funktionsfähigkeit des Kölner Taxigewerbes sicherstellen – Uber und andere Mietwagenanbieter stärker kontrollieren
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
SPD Antrag nach § 3
7589 Zeichen
An den Vorsitzenden des AVR Herrn Bernd Petelkau Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 15.11.2024 AN/1573/2024 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 02.12.2024 Die Funktionsfähigkeit des Kölner Taxigewerbes sicherstellen – Uber und andere Mietwagenanbieter stärker kontrollieren Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des AVR am 02.12.2024 zu setzen. Der AVR beschließt: 1. Die Verwaltung wird beauftragt, die im Gutachten zur Funktionsfähigkeit des Kölner Taxi- gewerbes vorgeschlagenen Maßnahmen zur Regulierung der Mietwagenbranche zeitnah umzusetzen. Dazu gehören u. a. die Empfehlung, die Anzahl der Taxikonzessionen per- spektivisch zu reduzieren, sowie verstärkte Kontrollen zur Einhaltung der geltenden Vor- schriften, insbesondere der Rückkehrpflicht für Mietwagen und der rechtlichen Voraus- setzungen für die Erteilung von Mietwagenkonzessionen. 2. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, bei der Aufstellung des Stellenplans und des Haus- halts die notwendigen personellen Ressourcen und finanziellen Mittel einzuplanen, um die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Kölner Taxigewerbes im kommenden Jahr zu gewährleisten. 3. Die Stadt Köln muss sicherstellen, dass das Taxigewerbe als wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und der Daseinsvorsorge erhalten bleibt. Dafür soll die Stadt Köln die rechtlichen Möglichkeiten zur Einführung eines Mindesttarifs für Mietwagendienste prüfen und diesen zeitnah umsetzen. Ziel ist es, unfaire Preiskon- kurrenz und Dumpingpreise im Markt zu verhindern, um eine nachhaltige Sicherstellung - 2 - des Taxigewerbes als wesentlichen Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs zu gewährleisten. Hierzu soll ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, das die Gefähr- dung der öffentlichen Verkehrsinteressen durch die aktuelle Preispolitik der Mietwagen- branche untersucht und die rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung eines sol- chen Mindesttarifs klärt. 4. Die Stadt Köln soll die Übernahme des Hamburger Modells zur betriebswirtschaftlichen Überprüfung von Mietwagen- und Taxiunternehmen prüfen. Dies soll die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Anbieter sicherstellen und verhindern, dass Unternehmen durch unlau- tere Praktiken wie das Unterbieten des Mindestlohns oder die Umgehung von gesetzli- chen Vorschriften den Markt verzerren. 5. Die Oberbürgermeisterin wird gebeten, gemeinsam mit dem Ordnungsamt, der Polizei und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (Zoll) über Möglichkeiten zu beraten, wie die be- stehenden Kontrollen zur Einhaltung des Mindestlohngesetzes und zur Bekämpfung von Schwarzarbeit in der Mietwagenbranche ausgeweitet und intensiviert werden können. 6. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, bis zur Ratssitzung am 12.12.2024 einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung der im Gutachten zur Funktionsfähigkeit des Kölner Taxige- werbes vorgeschlagenen Maßnahmen und der Beschlusspunkte aus diesem Antrag vor- zulegen. Begründung: Das Kölner Taxigewerbe ist ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Personennahver- kehrs (ÖPNV) und der Daseinsvorsorge. Es übernimmt eine wichtige ergänzende Funktion im Verkehrsnetz der Stadt, insbesondere für Senior*innen, mobilitätseingeschränkte Men- schen und Personen, die keinen Zugang zu App-basierten Diensten haben. Ein von der Stadt beauftragtes Gutachten zur Funktionsfähigkeit des Kölner Taxigewerbes aus dem No- vember 2023 zeigt jedoch auf, dass das Taxigewerbe durch eine Vielzahl von Faktoren in seiner Existenz und Funktionsfähigkeit bedroht ist. Dazu gehören neben den Folgen der Pandemie insbesondere der zunehmende Wettbewerb durch appvermittelte Mietwagenan- bieter. Der Markteintritt von Uber im April 2019, gefolgt von FreeNow Ride und Bolt, belas- tete das Kölner Taxigewerbe schwer. Während die Anzahl der Taxis leicht zurückging (ca. - 4,7%), verdoppelte sich die Anzahl der genehmigten Mietwagen fast (ca. +96%). Besonders bemerkenswert ist der deutliche Anstieg seit 2019/2020, etwa zeitgleich mit dem Markteintritt von Uber. Diese starke Zunahme App-vermittelter Mietwagen stellt eine ernsthafte Bedro- hung für die Funktionsfähigkeit des Kölner Taxigewerbes dar. Dies lässt sich auch in ande- ren Städten wie Frankfurt, Düsseldorf und Berlin beobachten. Hamburg hingegen hat es mit konsequenter Gegensteuerung geschafft, die Zahl der App-vermittelten Mietwagen niedrig zu halten. Das Gutachten zeigt weitere besorgniserregende Entwicklung auf. Zum Beispiel hätten Betriebsprüfungen in anderen Städten gezeigt, dass das Geschäftsmodell als Subun- ternehmer von Uber oder Bolt betriebswirtschaftlich kaum legal betrieben werden kann. Die Plattformen gäben oft nicht kostendeckende Entgelte vor und behielten übermäßige Umsatz- provisionen ein. Dies zwinge die Betriebe in die Schwarzarbeit und Umsatzverkürzung. Ver- stöße gegen Schwarzarbeits- und Mindestlohngesetze könnten relativ einfach erkannt wer- den. Diese Entwicklungen gefährden die Bereitstellung eines verlässlichen und fairen Mobili- tätsangebots für die Bürgerinnen und Bürger. Die Stadtverwaltung hat in ihrer Antwort auf die Anfrage der SPD-Fraktion „Taxigewerbe als Teil des ÖPNV erhalten – Wie kann die Stadt Uber und Co. stärker kontrollieren?" zwar an- gekündigt, die im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen zur Sicherung des Taxigewerbes zu prüfen, und befindet sich dazu im Austausch mit anderen Städten. Allerdings hat sie gleichzeitig erklärt, dass es bislang keinen konkreten Zeitplan für die Umsetzung gebe. Auch - 3 - weist die Verwaltung darauf hin, dass Städte wie München und Düsseldorf bereits Rechtsan- waltskanzleien mit der Prüfung der Gefährdung der öffentlichen Verkehrsinteressen beauf- tragt hätten, während für Köln ein entsprechendes Gutachten noch ausstehe. Die Antwort zeigt, dass es jetzt einen klaren politischen Auftrag braucht. Der Ausschuss soll gegenüber der Verwaltung noch einmal unterstreichen, dass die Sicherung der Funktionsfähigkeit des Taxigewerbes eine hohe Priorität hat. Mit diesem Antrag erteilt der Rat deshalb der Stadtver- waltung den Auftrag, umgehend aktiv zu werden und die notwendigen Schritte einzuleiten, um ein entsprechendes Gutachten zu in Auftrag zu geben und die weiteren im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen zu ergreifen. Hierbei soll auch das jüngste - durch den Bun- desverband Taxi beauftragte - Gutachten „Kommunale Regulierung im Taxi- und Mietwagen- markt“ aus dem November 2024 (veröffentlicht am 13.11.2024) Berücksichtigung finden. Es muss Anspruch Kölns als viertgrößte Kommune sein, hier an der Spitze zu stehen und jen- seits der vorliegenden Gutachten der verschiedenen Stakeholder einen rechtsicheren Weg bei der Umsetzung der rechtlichen Maßgaben des Personenbeförderungsgesetzes zu erar- beiten; die stets mit dem Ziel, das Taxiwesen als wichtiger Bestandteil des ÖPNV zu erhal- ten. Ein verbindlicher Zeitplan ist dabei unerlässlich, um sicherzustellen, dass die angekün- digten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden. Mit freundlichen Grüßen gez. Thomas Breustedt SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1573/2024
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 15.11.2024
- Erstellt
- 15.11.2024 08:22