AN/1434/2020
Aufwertung des Kriegerplatzes
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Gem. Änderungsantrag (Grüne BV5)
3250 Zeichen
Grüne Linke FDP Gut Klimafreunde Frau Bezirksbürgermeisterin Dr. Diana Siebert Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 02.12.2020 AN/1434/2020 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 5 (Nippes) Aufwertung des Kriegerplatzes - Gemeinsamer Zusatzantrag von Grünen, Linken, FDP, GUT und Klimafreunden - Sehr geehrter Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, wir bitten Sie, den folgenden Zusatzantrag auf die Tagesordnung der Sitzung der BV Nippes am 03.12.2020 zu setzen. Die Bezirksvertretung Nippes möge beschließen: Die Bezirksvertretung beauftragt die Stadtverwaltung, im Zuge der Aufwertung des Krieger- platzes neben dem Kriegerdenkmal eine große Stele zu errichten, die historisch-kritisch auf die Umwidmung des Friedhofs zum Kriegerplatz die gesellschaftlich zugedachte Funktion von Kriegerdenkmälern als sogenannte Heldenverehrung allgemein und das Kriegerdenkmal in Longerich im Besonderen hinweist. Hierzu sollen neben dem in der Vergangenheit schon involvierten Amt 4512 (hier: Boden- denkmalpflege) auch Amt 48 (Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege) und das NS- Dokumentationszentrum (Amt 4520) als Fachämter einbezogen werden. - 2 - Begründung: Es gibt derzeit eine Debatte über den Umgang mit Denkmälern und Straßennamen aus der Hohenzollern/Preußen, Weimarer und Nazizeit (1814 bis 1945), die weit über Fachkreise hinausgeht. Neben Vorschlägen, solche Denkmäler abzureißen, einzumotten oder in einem Park zusammen zu fassen, gibt es die denkmalpflegerische Auffassung, dass die entspre- chenden Denkmäler und Straßennamen (hier: „Krieger“-Platz) historisch-kritisch eingerahmt werden sollen. Letzteres Vorgehen ist für den Kriegerplatz in Longerich ratsam. Denn gerade durch das Kriegerdenkmal wird deutlich, warum – das ist vielleicht sogar ein wenig makaber! – ausge- rechnet ein Friedhof an der Dionysius-Kirche zu einem „Kriegerplatz“ wurde. Das Kriegerdenkmal entstand nach 1871 zur Erinnerung an die Gefallenen der Kriege 1864, 1866 und 1870/71. Diese Kriege führte Preußen gegen Staaten, die heute in der Europäi- schen Union „in Vielfalt geeint“ sind. Soldaten wurden für Interessen eines Obrigkeitsstaates in den Krieg und damit allzu oft in den Tod geschickt. Inzwischen ergänzte man eine Gedenktafel für die Gewaltopfer und Gefallenen der beiden Weltkriege. An einem öffentlich zugänglichen Platz sollte daran erinnert werden, dass es nicht nur Opfer, sondern auch Initiator*innen, Befehlshaber und überhaupt Täter der Kriege gab. Eine größere Stele ermöglicht, nicht nur abstrakt an Gewaltopfer und Gefallene der beiden Weltkriege zu erinnern, sondern auch die Akteure zu benennen, denen in den fünf Kriegen auf beiden Seiten Menschen zum Opfer gefallen sind. Eine größere Stele ermöglicht zudem, historisch-kritisch auf die Funktion von Kriegerdenk- mälern als sogenannte Heldenverehrung seit dem 19. Jahrhundert mit ihrem Sieger- und Opfer-Kult allgemein und das Kriegerdenkmal in Longerich im Besonderen hinzuweisen. gez. Beckhaus gez. Frank gez. Urmetzer gez. Schlieper gez. Feuser
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1434/2020
- Typ
- Gem. Änderungsantrag BV5 (Grüne)
- Datum
- 03.12.2020
- Erstellt
- 03.12.2020 11:52