2731/2023
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktionen CDU, SPD und FDP aus der Sitzung der BV Mülheim
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Beantwortung einer Anfrage (BV)
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Dezernat, Dienststelle IV/51/513 Vorlagen-Nummer 2731/2023 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 18.09.2023 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktionen CDU, SPD und FDP aus der Sitzung der BV Mülheim vom 19. Januar 2023 (AN/0154/2023) betreffend der Personalsituation in Kitas Die Fraktionen CDU, SPD und FDP der BV 9 bitten die Verwaltung gem. AN/0154/2023 um Auskunft zur Personalsituation in den Kindertageseirichtungen, bezogen auf den Bezirk Mül- heim. Die nachstehenden Fragen werden wie folgt beantwortet: 1. Wie entwickelten sich die Personalausfallzahlen in städtischen Kindertagesstätten im SB Mülheim 2021 und 2022 (bitte zum Vergleich mit einem vorpandemischen Jahr die Zahlen für 2019 miteinbeziehen) und wie bewertet die Verwaltung die Entwicklung der Ausfallzah- len für 2023? 2. Wie bewertet die Verwaltung die Auskömmlichkeit des derzeitigen Personalstandes und die künftige Personalentwicklung an Kindertagesstätten im SB Mülheim? 3. Welche Möglichkeiten haben Eltern, wenn sie (sehr) kurzfristig erfahren, dass ein Kinder- gartenbesuch wegen Personalausfall nicht stattfinden kann, um ihr Kind am betreffenden Tag anderweitig zu versorgen? 4. Werden den Eltern anteilige Rückerstattungen oder Gutschriften auf den Elternbeitrags- konten für solche Ausfallzeiten gewährt? 5. Wie ist die Situation (Ausfallzeiten, Ausweichmöglichkeiten im Falle kurzfristiger Personal- ausfälle, Entwicklungsperspektive, Personalstand u.s.w.) an Kindergärten in privater bzw. caritativer Trägerschaft aus Sicht der Verwaltung? Zu 1: Die Verwaltung führt keine Statistiken, die eine Beantwortung der sehr bezirksspezifischen Fragestellung ermöglichen. Über die Jahre 2019 bis heute kann konstatiert werden, dass sich die Personalsituation in vielen der städtischen Kitas verschärft hat und ein Anstieg sowohl des Krankenstandes, als auch der vakanten Stellen zu verzeichnen ist. Dies gilt nicht nur für den Bezirk Mülheim sondern für das gesamte Kölner Stadtgebiet. Bedingt durch den Fachkräfte- mangel und die dünne Personaldecke kann es schneller zu Ausfallzeiten in den Kitas kom- men, wenn Mitarbeitende dann noch krankheitsbedingt ausfallen. Denn versucht die jeweilige Kita-Leitung, mit dem Ihr zur Verfügung stehenden Personal ein bestmögliches Bildungs- und Betreuungsangebot für die Kinder anzubieten. 2 Zu 2: In den Kitas des Bezirks Mülheim sind derzeit ca. 20 Stellen vakant, weiterhin stehen ca. 15 Personen aufgrund von längerfristigen Ausfallzeiten nicht zur Verfügung. In allen 215 städti- schen Kitas sind es rund 200 Stellen, die nicht besetzt sind. Insofern entspricht die Situation in Mülheim etwa dem gesamtstädtischen Bild. Es bedarf dringend zusätzlicher, qualifizierter Fachkräfte, die gem. Personalverordnung für den Kita-Betrieb eingestellt werden können. Für den Kita Bereich steht den pädagogischen Fachkräften ein amtseigenes, sehr umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm zur Verfügung. Zu 3: Jede Kita-Leitung ist angehalten, zusammen mit dem Elternrat Handlungsstrategien zu entwi- ckeln bzw. abzustimmen, wie im Fall der Kürzung von Betreuungszeiten weiterhin ein einge- schränktes Bildungs- und Betreuungsangebot möglich ist. Die Schließung einer Kita ist der seltene Einzelfall und ist im Bezirk Mülheim 2023 unserer Erhebung nach bisher nur an zwei Tagen in der Kita Im Riephagen vorgekommen. Müssen personalbedingt Öffnungszeiten oder die Anzahl der betreuten Kinder reduziert werden, stehen keine alternativen Betreuungsmög- lichkeiten seitens der Stadt für die entstehenden Ausfallzeiten zur Verfügung. Zu 4: Bei erhöhten Ausfallzeiten besteht die Möglichkeit des Antrags auf Rückforderung zu viel ge- zahlter Beiträge, das bedeutet, dass auch entsprechend weniger gezahlt wird. Zur Vermei- dung einer Überzahlung wird bei langfristigen Kürzungen ein Gespräch mit den Eltern geführt, um eine Vertragsänderung abzuschließen. Wenn der Regelbetrieb wieder möglich ist, besteht für die Familien natürlich die Möglichkeit, den Vertrag wieder auf den ursprünglichen Stunden- umfang anzupassen. Zu 5: Grundsätzlich leidet die gesamte Trägerlandschaft unter dem bestehenden Fachkräftemangel. Gem. Bertelsmannstiftung fehlen in der Perspektive über 24.000 Fachkräfte nur in NRW. Inso- fern kommt es auch bei privaten bzw. caritativen Trägern zu Ausfällen / Reduzierung von Be- treuungszeiten. Genaue Angaben bzw. trägerinterne Regelungen hierüber liegen der Verwal- tung allerdings nicht vor.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2731/2023
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 25.08.2023
- Erstellt
- 24.08.2023 11:05