2637/2018
Maßnahmenprogramm Green City Masterplan der Stadt Köln für die Gestaltung nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität in Köln
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Beschlussvorlage Ausschuss
3542 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/64 Vorlagen-Nummer 2637/2018 Freigabedatum 24.08.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Maßnahmenprogramm Green City Masterplan der Stadt Köln für die Gestaltung nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität in Köln Beschlussorgan Verkehrsausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Verkehrsausschuss nimmt den Green City Masterplan der Stadt Köln zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die jeweiligen im Zuständigkeitsbereich der Stadt Köln bzw. ihrer Gesellschaften liegenden Maßnahmen des Green City Masterplans gemäß ihrer Priorität weiter- zuverfolgen. Alternative: keine Verkehrsausschuss 11.09.2018 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Ja, Für die Umsetzung der einzelnen Vorhaben wird es maßnahmenbezogene Einzelvorlagen geben, in denen die haushaltsmäßigen Auswirkungen dargestellt werden, sofern diese nach der geltenden Zu- ständigkeitsordnung beschlusspflichtig sind. Begründung: Im Ratsbeschluss vom 06.02.2018 (Vorlagen-Nr.: 3428/2017) zur Luftreinhaltung wurde die Verwal- tung mit der Erstellung des Masterplans beauftragt: „….Der Rat nimmt die Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge des sog. „Runden Tisches Luftreinhal- tung“ im Hinblick auf die Grenzwerte für Stickoxid zur Kenntnis. Diese sind im Rahmen weiterer Un- tersuchungen zu präzisieren und priorisieren. Kurzfristige Maßnahmen sind möglichst als vom Bund geförderte „Sofortmaßnahmen Saubere Luft 2017 – 2020“ umzusetzen, um Verkehrseinschränkun- gen zu vermeiden. Die Verwaltung wird mit Erstellung des zugehörigen Masterplanes beauftragt….“ Der von der Bundesregierung im Rahmen des Sofortprogramms Saubere Luft 2017 – 2020 geförderte und vom Rat der Stadt Köln in der Sitzung vom 06.02.2018 beauftragte „Masterplan für die Gestal- tung nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität in Köln (Green City Masterplan Köln)“ ist fertiggestellt und liegt dieser Beschlussvorlage als Anlage 1 bei. Der Masterplan enthält eine Vielzahl von möglichen kurz- bis mittelfristig realisierbaren Lösungsan- sätzen zur Luftreinhaltung in der Stadt Köln. Diese basieren auf einer Auswahl von Maßnahmen aus: „Luftreinhalteplan für das Stadtgebiet Köln - Erste Fortschreibung 2012“ , „Runder Tisch“ Luftreinhaltung bzw. Ratsbeschluss 06.02.2018 (Vorlagen-Nr. 3428/2017), Projektskizzen. Die Maßnahmen wurden in die folgenden, relevanten Bereiche gegliedert: Digitalisierung des Verkehrs, Vernetzung im ÖPNV, Radverkehr, Elektrifizierung des Verkehrs, Urbane Logistik. Sie sind soweit wie nötig konkretisiert und möglichst systematisch bzgl. Reduktion der Luftschadstoffe (hier NOx) sowie der maßnahmenbedingten Kosten bewertet und priorisiert worden. Die abschlie- ßend mit sehr hoher bis mittlerer Priorität bewerteten Maßnahmen sollen weiter verfolgt werden. Der Masterplan bildet unter anderem die Grundlage zur Beantragung von Fördermitteln des Bundes im Bereich „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft 2017 – 2020“ zur Gestaltung nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität. Die Stadtverwaltung und die städtischen Gesellschaften stellen Förderanträge mit dem Bezug zum o. g. Masterplan (aktuell „Drit- ter Förderaufruf im Juni 2018“, Antragstellung bis zum 31.08.2018) und handeln entsprechend des 2. Beschlusses des Rates der Stadt Köln vom 06.02.2018. Anlagen: Anlage 1 – Bericht Anlage 2 – Anlagen 1-5-Steckbriefe-05 Anlage 3 – Maßnahmentabelle (Anlage 6)
Anlage 3 - Maßnahmentabelle (Anlage 6)
98 Zeichen
Green City Masterplan Köln Anlage 6: Maßnahmentabelle Anlage 3 - Maßnahmentabelle (Anlage 6)
Anlage 1 - Bericht
76106 Zeichen
Ingenieurgruppe IVV GmbH & Co. KG
Green City Masterplan
der Stadt Köln
im Rahmen des Sofortprogramms
Saubere Luft 2017 – 2020
Gefördert durch:
31. Juli 2018
Anlage 1 - Bericht
Green City Masterplan der Stadt Köln
Masterplan für die Gestaltung nachhaltiger und emissions-
freier Mobilität in Köln
Ansprechpartner bei der Stadt Köln:
Amt für Verkehrsmanagement
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Postfach 10 35 64
50475 Köln
Telefon: 0221 / 221-27172
Telefax: 0221 / 221-27091
Amtsleiter: Patric Stieler
Vertreter: Hartmut Sorich
Stabsstelle: Olga Töpfer
Dieser Masterplan wurde im Rahmen des Sofortprogramms Saubere L uft
2017-2020 durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
gefördert.
Inhaltsverzeichnis
Green City Masterplan Köln
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangssituation .................................................................................. 1
2 Zielsetzung ............................................................................................... 4
3 Grundlagen .............................................................................................. 6
4 Methodik der Bewertung....................................................................... 11
4.1 Vorgehensweise ............................................................. 11
4.2 Maßnahmentabelle und Vorauswahl .............................. 13
4.3 Wirkungsermittlung ......................................................... 15
4.4 Kostenermittlung ............................................................. 18
4.5 Priorisierung .................................................................... 19
5 Maßnahmen ............................................................................................ 21
5.1 Maßnahmenbeschreibung .............................................. 21
5.2 Maßnahmensteckbriefe .................................................. 21
6 Bewertungsergebnis und Prioritäten .................................................. 30
7 Liste der Maßnahmensteckbriefe ........................................................ 43
Abbildungsverzeichnis
Green City Masterplan Köln
Abbildungsverzeichnis
Bild 1-1: Messnetz für Luftschadstoffe in der Stadt Köln .............................. 1
Bild 1-2: Entwicklung der Stickstoffdioxid-Belastungen in der Stadt Köln im
Zeitraum 2009 – 2017 .................................................................... 2
Bild 3-1: Berechnete NO2-Immissionsgesamtbelastungen für drei
Belastungsschwerpunkte, Analyse 2017 und Trendprognose 2020
(Quelle: Ermittlung von NO2-Minderungspotentialen; AVISO 2017)10
Bild 4-1: Schematischer Ablauf des Arbeitsprozesses ............................... 12
Bild 4-2: Struktur der Maßnahmentabelle zur Luftverbesserung in der Stadt
Köln (Tabellenkopf und Maßnahmenbeispiel) .............................. 14
Bild 4-3: Maßnahmen zur Luftverbesserung in der Stadt Köln sortiert nach
Themenfeld .................................................................................. 15
Bild 4-4: Verfahren zur Priorisierung durch Verschneidung von Wirkungen
und Kosten ................................................................................... 19
Bild 6-1: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Digitalisierung
des Verkehrs“ – Teil 1 .................................................................. 31
Bild 6-2: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Digitalisierung
des Verkehrs“ – Teil 2 .................................................................. 32
Bild 6-3: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Vernetzung im
Öffentlichen Personennahverkehr“ .............................................. 34
Bild 6-4: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Radverkehr“ . 35
Bild 6-5: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Elektrifizierung
des Verkehrs“ ............................................................................... 36
Bild 6-6: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Urbane
Logistik“ ........................................................................................ 37
Bild 6-7: Reihung der Prioritäten der Einzelmaßnahmen über alle
Themenfelder – Teil 1 .................................................................. 38
Bild 6-8: Reihung der Prioritäten der Einzelmaßnahmen über alle
Themenfelder – Teil 2 .................................................................. 39
Bild 6-9: Reihung der Prioritäten der Einzelmaßnahmen über alle
Themenfelder – Teil 3 .................................................................. 40
Anlagenverzeichnis
Green City Masterplan Köln
Anlagenverzeichnis
M1: Digitalisierung des Verkehrs
M2: Vernetzung im Öffentlichen Personennahverkehr
M3: Radverkehr
M4: Elektrifizierung des Verkehrs
M5: Urbane Logistik
Maßnahmentabelle
Ausgangssituation 1
Green City Masterplan Köln
1 Ausgangssituation
Wie in anderen Großstädten besteht auch im Kölner Stadtgebiet e ine grenz-
wertüberschreitende Belastung mit dem Luftschadstoff Stickstoff dioxid. Das
Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) NRW be-
treibt auf Kölner Stadtgebiet ein Messnetz mit vier Messcontain ern und
10 Passivsammlern. Zwei der Messcontainer (Rodenkirchen und Cho rweiler)
sowie der Passivsammler in Godorf sind nicht maßgebend durch den Verkehr
beeinflusst und dienen als Hinte rgrund- bzw. Industriemessstell en (vgl. Bild
1-1).
Bild 1-1: Messnetz für Luftsc hadstoffe in der Stadt Köln
Die Belastung der Luft durch den Straßenverkehr, also insbesond ere von
Stickoxiden (NOx) und Feinstaub (PM10) wird an den Messcontaine rn am
Clevischen Ring in Köln-Mülheim und an der Turiner Straße in de r Innenstadt
gemessen. Mit diesen Messungen wurde im Juni 2006 beziehungswei se im
Ausgangssituation 2
Green City Masterplan Köln
März 2007 begonnen. Die Passivsammler dienen zur Vervollständig ung des
Bildes.
Die aktuellen Daten der Luftmessstellen sowie die Messergebnisse zurücklie-
gender Jahre können beim LANUV NRW abgerufen werden 1. Die Entwick-
lung der Stickstoffdioxid-Belast ung an Messstellen mit Verkehrs bezug in der
Stadt Köln im Zeitraum 2009 bis 2017 ist in Bild 1-2 dargestellt.
Bild 1-2: Entwicklung der Stickst offdioxid-Belastungen in der Stadt Köln im
Zeitraum 2009 – 2017
Am Clevischen Ring in Köln-Mülheim wurde im Jahr 2016 mit 63 μg /m³ die
landesweit höchste Belastung gemessen. Mit Ausnahme dieser Mess stelle,
die auch 2017 mit 62 μg/m³ Belastungen in der gleichen Größenor dnung
zeigt, sind die NO2 Belastungen jedoch in den letzten Jahren deutlich rückläu-
fig (ohne Clevischen Ring: zwischen -7,5% und -22%). Sie überschreiten aber
nach wie vor an vielen Messstell en den zulässigen Jahresmittelw ert von
40 μg/m3.
Die näherungsweise Konstanz der Luftschadstoffbelastungen am Cl evischen
Ring lässt sich durch verlagerte Verkehre infolge der Sperrung der Lever-
kusener Brücke für Lkw >3,5 Tonnen und Sperrungen an einem Teil der Ver-
1 LANUV Messwerte:
https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissionen/aktuelle-luftqualitaet/
Ausgangssituation 3
Green City Masterplan Köln
bindungsrampen zwischen der A3 und der B55a erklären. Die so am Clevi-
schen Ring erzeugten Verkehrszunahmen kompensieren die sonst zu erwar-
tenden Schadstoffreduktionen.
Zielsetzung 4
Green City Masterplan Köln
2 Zielsetzung
Vor dem Hintergrund der Ausgangssituation legt die Stadt Köln m it diesem
Dokument den Masterplan für die Gestaltung nachhaltiger und emi ssionsar-
mer Mobilität in Köln vor (Green City Masterplan Köln). Aus ein er Vielzahl
möglicher Lösungsansätze filtert der Masterplan die am besten g eeigneten
Lösungsansätze zur Luftreinhaltung in der Stadt Köln heraus. Zi el des Mas-
terplans ist es, die geplanten Maßnahmen in den relevanten Bereichen
Digitalisierung des Verkehrs
Vernetzung im ÖPNV
Radverkehr
Elektrifizierung des Verkehrs
Urbane Logistik
soweit wie nötig zu konkretisi eren und möglichst systematisch b zgl. Redukti-
on der Luftschadstoffe (hier NOx) und der maßnahmenbedingten Ko sten zu
bewerten.
Im Rahmen des Nationalen Forums Diesel am 2. August 2017 wurde der
Fonds „Nachhaltige Mobilität für die Stadt“ zur Förderung von M aßnahmen
zur Verbesserung der Luftqualität von der Bundesregierung aufge legt. Dieser
Fonds dient der Unterstützung der Kommunen bei der längerfristi gen Gestal-
tung nachhaltiger und lokal emissionsfreier Mobilität. In diese m Kontext hat
die Bundesregierung das Sofortprogramm Saubere Luft 2017 – 2020 als För-
derprogramm eingerichtet. Alle Maßnahmen in diesem Kontext soll en dazu
beitragen, messbare und nachhaltige Beiträge zur Reduzierung vo n Schad-
stoffemissionen zu leisten. Für das Sofortprogramm wurden beste hende För-
derrichtlinien erweitert und neue Förderprogramme aufgelegt.
Alle Städte und Kommunen, die von einer Überschreitung der EU-Grenzwerte
betroffen sind, wurden vom Bund aufgerufen, einen „Masterplan f ür die Ge-
staltung nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität“ (Masterpla n für Saubere
Luft, hier der Green City Master plan Köln) zu erstellen. Dieser stellt die je-
weils geplanten Maßnahmen und deren Wirkung bei der Reduzierung d e r
NO2-Emissionen dar.
Dieser Masterplan soll als Grundlage für die Umsetzung der gepl anten emis-
sionsreduzierenden Maßnahmen in Köln dienen und den Bund bei de r Be-
wertung seiner Förderentscheidungen unterstützen. Er ist Voraus setzung für
die Förderung, vor allem im Rahmen der Förderrichtlinie zur Dig italisierung
Zielsetzung 5
Green City Masterplan Köln
kommunaler Verkehrssysteme im Sofortprogramm Saubere Luft 2017 – 2020.
Damit schafft er zugleich die Vor aussetzung für die Inanspruchn ahme von
Fördermitteln des Bundes.
Grundlagen 6
Green City Masterplan Köln
3 Grundlagen
Um die Luftbelastung dauerhaft senken und damit die Grenzwerte einhalten
zu können, hat die Bezirksregierung Köln einen Luftreinhaltepla n für Köln er-
stellt, der seit 31. Oktober 2006 in Kraft ist. In diesem Plan werden Maßnah-
men beschrieben, die zu einer Reduzierung der Luftschadstoffe führen sollen.
Am 1. Januar 2008 wurde die erste Umweltzone von Nordrhein-West falen in
Köln errichtet, die sich über den inneren Bereich des Stadtgebi etes erstreck-
te. Die Einhaltung der Grenzwerte für Feinstaub PM10 wurde ab 2 009 er-
reicht, allerdings nicht für Stickstoffdioxid. Daher wurde der Luftreinhalteplan
fortgeschrieben (Erste Fortschreibung 2012) und die Umweltzone Köln zum
1. April 2012 nahezu auf das gesamte Stadtgebiet erweitert. Se it dem 1. Ja-
nuar 2013 dürfen Fahrzeuge mit roter Plakette die erweiterte Um weltzone
nicht mehr befahren. Ab dem 1. Juli 2014 wurden Fahrzeuge mit g elber Pla-
kette aus der erweiterten Umweltzone ausgeschlossen.
Derzeit bereitet die Bezirksregierung Köln eine weitere Fortsch reibung des
Luftreinhalteplans Köln vor.
Neben dem Luftreinhalteplan wurde 2014 ein Strategiepapier für die zukünfti-
ge menschen- und umweltgerechte Weiterentwicklung der Mobilität i n K ö l n
(„KöIn mobil 2025“) mit folgenden Grundsätzen erstellt:
Intensivierung der regionalen Abstimmung,
stärkere Ausrichtung auf den Umweltverbund durch Ausbau der ÖV-
Angebote mit höherer Priorität, weitere Maßnahmen zur Förderung des
Radverkehrs sowie durch Steigerung der Aufenthaltsqualität für Fußgän-
ger,
Stärkere Einbettung der Verkehrsplanung in den städtebaulichen Kontext,
Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur,
Sicherung der Erreichbarkeit der Ziele für den Autoverkehr (Wir tschafts- /
Lieferverkehr) und intelligente Steuerung des Anlieferverkehrs,
Sicherung des Logistikknotens Köln durch leistungsfähige Infrastruktur mit
Schwerpunkt auf Quell- und Zielverkehre.
Auf diesen Grundsätzen bauen die weiteren, jeweils spartenbezog enen Pla-
nungskonzepte auf wie
Grundlagen 7
Green City Masterplan Köln
Nahverkehrsplan (2017) mit Konzepten zur Weiterentwicklung des Kölner
Stadtbahnnetzes, zur Weiterentwicklung des Kölner Busnetzes, zu r suk-
zessiven Umstellung des Busnetzes auf E-Busse,
Konzept zur Fortentwicklung des Fahrradverleihsystems,
Anmeldungen zum ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW,
bezirkliche Radverkehrskonzepte,
LKW-Führungskonzept.
Im Rahmen eines Runden Tisches zur Luftreinhalteplanung wurden in ver-
schiedenen Arbeitsgruppen Maßnahmenvorschläge gesammelt und in Steck-
briefen – mehr oder minder detailliert – formuliert. Auch diese Ideen wurden
von der Stadt Köln gesammelt und verarbeitet.
Die in den vorstehenden Planungskonzepten und Ideensammlungen f ormu-
lierten Maßnahmenschwerpunkte bilden die Basis und den Rahmen f ür die
Erstellung des Green City Masterplan Köln, sofern sie der Luftv erbesserung
in der Stadt Köln dienen. Diesbezüglich wurden durch die Stadt Köln in den
vorgegebenen Themenbereichen folgende Maßnahmenschwerpunkte als
betrachtungsrelevant ausgewählt. Sie bilden die Grundlage auf der der Green
City Masterplan Köln entwickelt wurde.
Die nachfolgende Auflistung gibt einen Überblick über die zum S tart der Ar-
beiten vorgegebenen Ideen zur Maßnahmenentwicklung. Dabei ist z u beach-
ten, dass Maßnahmen, die zwischenzeitlich bereits realisiert wurden oder zzt.
realisiert werden (indisponible Maßnahmen), hier nicht Gegensta nd der Be-
trachtungen für den Masterplan sind.
Digitalisierung des Verkehrs
Erhöhung der Auslastung beim MIV durch Förderung und Ausbau digitaler
Plattformen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement und zur Bildung von
Fahrgemeinschaften.
Baustellenmanagement durch Verbesserung der Koordinierung beim
Ausbau digitaler Schnittstellen zwischen Baulastträgern.
Kommunikationsaktivitäten durch Vernetzung der städtischen Verk ehrsin-
formationssysteme zur Navigation und durch Vernetzung der städt ischen
Verkehrssteuerungsstrategien mit der Verkehrszentrale NRW.
Stauhinweise auf Verkehrsleittafeln (Vario-Tafeln).
Grundlagen 8
Green City Masterplan Köln
LKW-Führungskonzept durch Erfassung, Bereitstellung und Aufbere itung
relevanter Informationen zum entsprechenden regionalen Projekt.
Transitverbot für LKW: Erhöhung der Wirksamkeit eines Transitve rbots
durch die Innenstadt durch Digitalisierung.
Umweltsensitive Ampelsteuerung durch netz- und umweltadaptive S teue-
rungsverfahren, Grüne Wellen- und Ampelphasenassistent.
Pförtnerampeln Verkehr: Zuflussdosierung an Zufahrtsstraßen.
Parkraummanagement (Reduzierung Parksuchverkehr über Sensorik.)
Parkraummanagement (Bewohnerparken): Digitalisierung, Automatis ie-
rung und Plausibilisierung des Antrags-, Kontroll- und Bezahlwesens.
Intelligentes Verkehrsmanagement im Sinne einer Verkehrsflussop timie-
rung auf Einzelabschnitten basierend auf digitaler Datenerfassu ng und
Kommunikation.
Steuerung des Reisebusverkehrs durch Einrichtung eines App-basi erten-
Anmelde- und Navigationssystems.
Ausbau der Chipkarte im ÖPNV für eine multimodale Nutzung.
Erweiterung der Kölner ÖPNV-App zu einer „Mobilitäts-App“.
Digitalisierung des Kölner Leihr adsystems durch digitale Vernet zung des
gesamten Systems.
Vernetzung im Öffentlichen Personennahverkehr
Erweiterung Busnetz zur Erschließung wachsender Wohn- und Gewer be-
gebiete durch Einrichtung zusätzlicher Linien, Linienverlängeru ngen und
Taktverdichtung.
Mobilitätsstationen an ÖPNV-Stationen und in Quartieren.
Mobilitätsmanagement.
Ausbau von P+R-Plätzen (Neuanlage und Ausbau).
Ausbau und Förderung des ÖPNV durch Bussonderfahrstreifen und V or-
rangschaltung an Lichtsignalanlagen.
Grundlagen 9
Green City Masterplan Köln
Radverkehr
Ausbau des Radverkehrsnetzes durch Investitionsförderung und Zu wen-
dungen für Unterhaltung (inkl. Verbesserung der Rheinquerungsmö glich-
keiten für den Fahrradverkehr).
Neubau und Herstellung von Radschnellwegen.
Erweiterung des Kölner Leihradsystems.
Förderung des Radverkehrs im laufenden Betrieb.
Elektrifizierung des Verkehrs
Landstromversorgung für Binnenschiffe.
Umstellung der CarSharing- und Taxiflotte auf emissionsarme Fah rzeuge
bzw. Elektrofahrzeuge.
Umrüstung der Fahrzeuge der Stadt Köln und der städtischen Gese ll-
schaften bzw. Umstellung auf Elektro- und Hybridfahrzeuge.
Bereitstellung einer ausreichenden E-Ladeinfrastruktur.
Urbane Logistik
Förderung emissionsarmer bzw. emissionsfreier Lieferverkehr.
Güterverteilzentren durch Förderung entsprechender Logistikdien stleis-
tung der Nahverteilung.
Emissionsarmer bzw. emissionsfreier Lieferverkehr - Hub- and Sp oke
System für die Rheinhäfen (Bahn-Shuttle als Lkw-Ersatz).
Einen spürbaren Beitrag zur Luftverbesserung in der Stadt Köln leistet auch
die kontinuierlich s tattfindende Erneuerung der Fahrzeugflotte: ältere Fahr-
zeuge werden kontinuierlich durch neuere Fahrzeuge mit entsprechend neuer
Antriebs- und Abgastechnik ersetzt. In einer Untersuchung zu NO 2-Min-
derungspotentialen2 an Belastungsschwerpunkten in der Stadt Köln wurde
allein durch den Ansatz der allgemein kontinuierlichen Flottenv eränderung
eine Minderung der NO 2-Gesamtbelastung an drei besonders hoch belaste-
ten Querschnitten von 10 bis 15% errechnet (vgl. Bild 3-1). Die s ist jedoch
2 Ermittlung von NO 2-Minderungspotentialen anhand ei ner verursacherbezogenen Er-
hebung an den Belastungsschwerpunkten Clevischer Ring, Luxembur ger Straße und
Aachener Straße in Köln-Weiden (Rhein Center); durchgeführt von AVISO, dem Inge-
nieurbüro Matthias Rau und Neurosoft; im Auftrag der Stadt Köln; Januar 2018
Grundlagen 10
Green City Masterplan Köln
keine Maßnahme im Entscheidungsbereich der Stadt Köln und insof ern nicht
Bestandteil des vorliegenden Green City Masterplan Köln.
Bild 3-1: Berechnete NO 2-Immissionsgesamtbelastungen für drei Belas-
tungsschwerpunkte, Analyse 2017 und Trendprognose 2020 ........
(Quelle: Ermittlung von NO2-Minderungspotentialen; AVISO 2017)
Im Rahmen der Arbeiten am Masterplan und der damit einhergehend en Kon-
kretisierung sind einige der Maßnahmen angepasst bzw. ausgeschieden oder
ineinander überführt worden. Einzelne Maßnahmen sind auch neu h inzuge-
kommen. Das Ergebnis, die Zusammenstellung der Maßnahmen die na ch
Konkretisierung und Bewertung, die insgesamt den Green City Mas terplan
Köln bildet, ist in Kapitel 5 beschrieben. Das nachfolgende Kap itel 4 zeigt das
Prinzip des Weges dorthin auf.
Aachener Straße
Köln‐Weiden Clevischer Ring Luxemburger
Straße
NO2‐Gesamtbelastung 2017 [μg/m³] 54 63 49
NO2‐Gesamtbelastung 2020 [μg/m³] 46 55 44
Veränderung [%] ‐15% ‐13% ‐10%
berechnete NO2‐Immissionen, Gesamtbelastung in Messhöhe über Gr und
Methodik der Bewertung 11
Green City Masterplan Köln
4 Methodik der Bewertung
4.1 Vorgehensweise
In einem analytischen Prozess (Stufe 1) wurden die in den Theme nbereichen
Digitalisierung des Verkehrssystems, Vernetzung im ÖPNV, Radver kehr,
Elektrifizierung des Verkehrs und Urbane Logistik von der Stadt Köln benann-
ten Maßnahmenschwerpunkte systematisch untersucht. Dabei wurden d i e
spezifische Problemlage und die konkreten Handlungsmöglichkeite n der
Stadt Köln in besonderem Maße berücksichtigt.
Grundlage waren einerseits umfangreiche und aktuell vorliegende Planwerke
wie z.B. Luftreinhalteplan und Nahverkehrsplan, aber auch spezi elle vorhan-
dene Planungen der Verwaltung (z.B. zur Verbesserung der Rheinquerung im
Zuge der Hohenzollernbrücke) und Untersuchungen zu einzelnen Ma ßnah-
men, die von der Stadt Köln für spezielle Fragestellungen in Au ftrag geben
wurden (z.B. zur Umweltsensitiven Ampelsteuerung am Clevischen Ring)
oder die sich allgemein (ggf. anhand anderer Beispielanwendunge n) mit der
Problemlage beschäftigt haben. Entsprechende Quellen, die oft a uch zur Be-
wertung der Maßnahmen herangezogen wurden, sind in den Steckbri efen
benannt. Alle dort vorliegenden Planungen mit thematischem Bezu g zum
Green City Masterplan Köln wurden zusammengeführt und synoptisc h be-
trachtet.
Andererseits wurden in den einzelnen o.g. Themenfeldern Experte nteams
gebildet, um das an verschiedenen Stellen vorhandene Detailwiss en bzw.
das Knowhow verschiedener Fachdisziplinen bedarfsgerecht zusamm enzu-
führen und einzubinden. Die Expertenteams setzten sich im Wesen tlichen
aus Vertretern der Verwaltung, der Verkehrsunternehmen und ande rer örtli-
cher Stellen als Wissensträger zusammen. Dadurch konnten in ver gleichs-
weise kurzer Zeit passgenaue Lösungen entwickelt und bewertet werden.
Die Ergebnisse des analytischen Prozesses wurden in einem anschließenden
Evaluierungsschritt (Stufe 2) auf kurz- bis mittelfristige Machbarkeit, die damit
voraussichtlich verbundenen Kosten und die zu erwartenden Wirku ngen ge-
prüft. Eine grundlegende Hilfe be i der Bewertung gaben Abschätz ungen zu
den erwarteten Wirkungen, die auf der Basis bestehender Untersu chungen
oder – soweit (grobe) Quantifizierungen möglich waren – durch Ü berschlags-
rechnungen erfolgt sind. Die entsprechenden Abschätzungen sind je nach
Maßnahme und der dafür vorliegenden Daten in den Steckbriefen b eschrie-
Methodik der Bewertung 12
Green City Masterplan Köln
ben. Sofern solche Informationen nicht zur Verfügung standen, e rfolgte die
Evaluierung nach der Delphi-Methode, d.h. die verschiedenen pro zessbetei-
ligten Experten geben erfahrungsbasiert Einschätzungen / Erwart ungen ab.
Größere Abweichungen wurden diskutiert (Delphi-Runde) und bei B edarf
nachjustiert.
Das Ergebnis der Evaluierung sind die Zuordnungen der Maßnahmen i n
Wirksamkeits- und Kostenklassen. Sie bilden die Grundlage für d ie abschlie-
ßende Priorisierung (Stufe 3). Damit sollen diejenigen Maßnahme n ausge-
wählt werden, die besonders wirksam sind und in einem vertretba ren Zeit-
und Kostenrahmen liegen.
Die Priorisierung war methodisch der Evaluierung ähnlich: Aufgr und der
Wirksamkeits- und Kostenklassen erfolgte die Einstufung in eine Prioritätsstu-
fe. Diese im ersten Schritt automatisierte Einstufung wurde von den prozess-
beteiligten Experten g eprüft, diskutiert (Delphi-Runde) und bei Bedarf nach-
justiert.
Am Ende des 3-stufigen Arbeitsprozesses stehen nun geeignete un d prakti-
kable Lösungsansätze zur Verbesserung der Luftreinhaltung in de r Stadt
Köln. Die Detailplanung und die Umsetzung dieser Lösungsansätze sind nicht
Bestandteil des Masterplans.
Den Ablauf des Arbeitsprozesses zeigt Bild 4-1 in schematischer Darstellung.
Bild 4-1: Schematischer Ablauf des Arbeitsprozesses
Methodik der Bewertung 13
Green City Masterplan Köln
4.2 Maßnahmentabelle und Vorauswahl
Die aus den Grundlagen in Kap. 3 resultierenden Konzepte und Ma ßnahmen
zur Luftverbesserung in der Stadt Köln wurden zunächst in einer tabellari-
schen Übersicht zusammengestellt. Die Maßnahmentabelle enthält u.a. eine
Kurzbeschreibung jeder Maßnahme, eine Zuordnung zu den Themenbe rei-
chen gemäß Kap. 2, Angaben zur Informationsquelle, zur Zuständigkeit sowie
zum Umsetzungszeitraum. Den Tabellenkopf mit einer Beispielzeil e zeigt Bild
4-2.
Methodik der Bewertung 14
Green City Masterplan Köln
Bild 4-2: Struktur der Maßnahmentabelle zur Luftverbesserung in der Stadt
Köln (Tabellenkopf und Maßnahmenbeispiel)
Die Maßnahmentabelle enthält zudem Angaben über Maßnahmenkosten und
Maßnahmenwirkungen, auf das Bewertungs- und Priorisierungsverfa hren
aufbaut. Die Inhalte der Maßnahmentabelle wurden im weiteren Ar beitspro-
zess kontinuierlich um weiterführende Informationen und erarbei tete Kosten-
und Wirkungs-Ergebnisse ergänzt.
Methodik der Bewertung 15
Green City Masterplan Köln
Insgesamt liegen für diese Untersuchung 39 Maßnahmen zur Luftve rbesse-
rung in der Stadt Köln vor. Die Zuordnung dieser Maßnahmen zu d en The-
menfeldern zeigt Bild 4-3.
Schwerpunkt Anzahl von Maßnahmen
Digitalisierung des Verkehrs 17
Vernetzung im Öffentlichen Personennahverkehr 6
Radverkehr 5
Elektrifizierung des Verkehrs 6
Urbane Logistik 5
Gesamt 39
Bild 4-3: Maßnahmen zur Luftverbesserung in der Stadt Köln sort iert nach
Themenfeld
Kurz- bis mittelfristig umsetzbare Maßnahmen in unmittelbarer o der mittelba-
rer Zuständigkeit der Stadt Köln sind im vorgegeben Zeitrahmen mit hoher
Wahrscheinlichkeit umsetzbar und deshalb im weiteren Verfahren zu bewer-
ten und zu priorisieren. Maßnahmen, die diese Voraussetzungen n icht erfül-
len, wurden im weiteren Verfahren nicht mehr betrachtet. Ebenfa lls nicht be-
trachtet wurden Maßnahmen des Tagesgeschäfts (sog. Sowieso-
Maßnahmen), z.B. Instandhaltung von Fuß- und Radverkehrsanlagen , nach-
frageorientierte Angebotsanpassungen im ÖPNV.
Bereits begonnene Maßnahmen wie z.B. die Erarbeitung und Umsetzung von
Radverkehrsnetzen sind Bestandteil des Green City Masterplan Kö ln, sofern
sie diesbezüglich kurz- bis mittelfristig einen Beitrag leisten.
4.3 Wirkungsermittlung
Die Vorgehensweise bei der Wirkungsermittlung wurde durch die D atenlage
bestimmt. Sofern Wirkungen bereits bei der Maßnahmenentwicklung ermittelt
wurden (z.B. im Rahmen spezieller Studien), konnten sie den jew eiligen Kon-
zepten entnommen werden. Vielfach mussten Wirkungen jedoch aus Analo-
gien abgeleitet werden, indem Studien zu ähnlichen Projekten od er allgemei-
ne Studien zu den entsprechenden Themen ausgewertet wurden. Bes onders
wertvoll war hier die MARLIS-Datenbank zur Bewertung von Maßnah men zur
Methodik der Bewertung 16
Green City Masterplan Köln
Reinhaltung der Luft und deren schadstoffmindernde Wirkung der Bundesan-
stalt für Straßenwesen (BASt)3.
Je nach Themenfeld konnte auch auf andere Datenquellen zurückge griffen
werden, etwa auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg ( KBA), auf
den Ergebnisbericht des Zentralen Datenmonitorings des Förderpr ogramms
Elektromobilität vor Ort des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Inf-
rastruktur (BMVI) oder auf Erfahrungen der bearbeitenden Ingeni eurbüros
aus anderen Projekten (z.B. Klimaschutzkonzepte, Luftreinhaltep läne, Ver-
kehrsentwicklungspläne) bzw. der zuständigen Sachbearbeiter der städti-
schen Verwaltung.
Für netzbezogene Abschätzungen, stand ein Verkehrsmodell zur Ve rfügung,
das bei Verkehrsuntersuchungen in der Stadt Köln bereits einges etzt wurde.
Auf dieser Grundlage konnten z.B. Veränderungen der Fahrleistun g ermittelt
und für die Maßnahmenbewertung herangezogen werden.
Bei einigen Maßnahmen wurde aufgrund von Überschlagsrechnungen die
Einsparung von Verkehrsleistung im Kfz-Verkehr bestimmt.
Aus der eingesparten Fahrleistung konnte zur weitergehenden Abs chätzung
der Wirkung über Emissionsfaktoren des Handbuchs für Emissionsf aktoren
für Straßenverkehr (HBEFA) 4 die Stickoxid-Emission abgeschätzt werden.
Stickoxid-Emissionen wurden in ihrer Gesamtheit als NOx ausgewi esen. An-
dere Datenquellen, wie z.B. die MARLIS-Datenbank und Untersuchungen, die
auf Immissionsmessungen oder -berechnungen beruhen, weisen die Wirkung
von Maßnahmen als Immissionen in NO 2/m³ aus. Da Stickstoffoxide (NOx)
zwar überwiegend als Stickstoffmonoxid (NO) emittiert werden, d iese aber
anschließend zu Stickstoffdioxid (NO 2) oxidieren, macht diese – auf den ers-
ten Blick inkonsistente – Betrachtung bei Emission (Bezug auf N Ox) und Im-
mission (Bezug auf NO2) durchaus Sinn.
Die Ermittlung der Maßnahmenwirkungen ist nur auf Ebene der Ein zelmaß-
nahmen möglich, weil nur auf dieser Ebene Ursache - Wirkungsbez üge
transparent herstellbar sind. Zusätzlich ist der Wirkungsraum a ls Maß für die
3 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung g esammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html, letzter Zugriff: 15.04.2018
4 Handbuch für Emissionsfaktoren für Straßenverkehr (HBEFA); En twickelt durch
INFRAS AG sowie weitere Autoren; http://www.hbefa.net, letzter Zugriff: 19.07.2018
Methodik der Bewertung 17
Green City Masterplan Köln
Flächenhaftigkeit de r Maßnahmenwirkungen (achsenhaft, Stadtbere ich, Ge-
samtstadt) zu berücksichtigen. W irkt eine Maßnahme achsenhaft, kann das
im Einzelfall sehr wertvoll sein (z.B. im Bereich der Messstati onen, sog. Hot-
Spots). Eine stadtweite Wirkung ist jedoch im Allgemeinen höher zu bewer-
ten.
Einzelmaßnahmen werden je nach Wirksamkeit hinsichtlich der NOx -
Einsparung in 5 Wirkungsklassen eingestuft:
1 = sehr geringe Wirkung
(keine feststellbare NOx-Belastungsreduktion bzw. ≤ 1 t/a),
2 = geringe Wirkung
(NOx-Belastungsreduktion ≤ 1 µg/m3 bzw. > 1 bis 10 t/a),
3 = mittlere Wirkung
(NOx-Belastungsreduktion >1 bis 5 µg/m3 bzw. > 10 bis 50 t/a),
4 = hohe Wirkung
(NOx-Belastungsreduktion >5 bis 10 µg/m3 bzw. > 20 bis 100 t/a),
5 = sehr hohe Wirkung
(NOx-Belastungsreduktion > 10 µg/m3 bzw. > 100 t/a).
Die Wirksamkeit der Einzelmaßnahmen und ihre Einstufung in die
5 Wirkungsklassen wurde in einem 3-stufigen Verfahren in Anlehn ung an die
Delphi-Methode validiert, d.h. die verschiedenen prozessbeteili gten Experten
geben erfahrungsbasierte Einschätzungen / Erwartungen ab (Ba-
sis/Grundlage für die Einschätzungen sind die Wirkungsermittlun gen, soweit
in den Steckbriefen vorhanden):
Schritt 1: Plausibilisierung der Maßnahmenwirkungen und der Ers t-
Einstufung in Wirkungsklassen durch Experten des bearbeitenden Ingeni-
eurbüros (Runde externer Experten).
Schritt 2: Plausibilisi erung durch die projek tbearbeitenden Exp erten der
Stadtverwaltung und weiterer betroffener Stellen/Ämter (Runde i nterner
Experten).
Schritt 3: Diskussion größerer Abweichungen und Nachjustierung der Wir-
kungseinstufung bei Bedarf in einer gemeinsamen Runde von exter nen
und internen Experten.
Methodik der Bewertung 18
Green City Masterplan Köln
Diese Vorgehensweise hat sich bei anderen Projekten vielfach be währt und
stellt unter den gegebenen Rahmenbedingungen einen gut vertretb aren
Kompromiss zwischen Zeitaufwand und passgenauen Ergebnissen dar.
4.4 Kostenermittlung
Auch die Vorgehensweise bei der Kostenermittlung wurde durch di e Datenla-
ge bestimmt. Sofern Kosten bereits bei der Maßnahmenentwicklung ermittelt
wurden, konnten sie den jeweiligen Konzepten entnommen werden. Vielfach
mussten Kosten jedoch aus Analogien abgeleitet werden. Je nach Themen-
feld konnte hier z.B. auf Anga ben der Nationalen Plattform Elek tromobilität,
Betriebs- und Investitionskost en der KVB oder auf Erfahrungen d es bearbei-
tenden Ingenieurbüros aus anderen Projekten (z.B. Klimaschutzko nzepte,
Luftreinhaltepläne, Verkehrsentwicklungspläne) bzw. der zuständ igen Sach-
bearbeiter der städtischen Verwaltung zurückgegriffen werden.
Die Ermittlung der Maßnahmenkosten war im Lichte transparenter Ursache–
Wirkungsbezüge wiederum nur auf Ebene der Einzelmaßnahmen mögli ch.
Die für jede Einzelmaßnahme ermittelten Kosten wurden als jährl iche Kosten
ausgewiesen. Die Annuitäten von Investitionskosten wurden anhan d der all-
gemein üblichen Nutzungsdauern berechnet. Betriebskosten wurden als Jah-
reswerte ermittelt. Die Gesamtkosten einer Maßnahme ergeben sic h aus der
Summe der Kosten der Einzelmaßnahmen.
Die Einstufung der Gesamtkosten einer Maßnahme in 5 Kostenklass en (1 =
sehr geringe Kosten bis 5 = sehr hohe Kosten) wurde analog zur Wirkungs-
ermittlung in einem 3-stufigen Verfahren in Anlehnung an die De lphi-Methode
validiert.
Die Kostenklassen für die jährlichen Kosten sind wie folgt definiert:
1 = sehr geringe Kosten: 0 – 49.999 Euro,
2 = geringe Kosten: 50.000 – 199.999 Euro,
3 = mittlere Kosten: 200.000 – 499.999 Euro,
4 = hohe Kosten: 500.000 – 1 Mio. Euro,
5 = sehr hohe Kosten: über 1 Mio. Euro.
Methodik der Bewertung 19
Green City Masterplan Köln
4.5 Priorisierung
Der Priorisierungsprozess besteht aus den folgenden zwei Schritten:
Verschneidung von Wirkungen und Kosten,
Validierung der Ergebnisse in einer Delphi-Runde analog Schritt 3 der
Wirksamkeits- und Kostenermittlung.
Die Maßnahmen zur Luftreinhaltung in der Stadt Köln sind bzgl. Wirksamkeit,
räumlicher Betroffenheit und Kosten nicht gleichwertig. Um die zu priorisie-
renden Maßnahmen von den nicht in hohem Maße zielführenden Maßn ah-
men unterscheiden zu können, ist eine spezifische Bewertungsmet hodik ent-
wickelt worden. Diese muss auf einer qualitativen Basis aufsetz en, da mo-
dellgestützte, quantitative Bewertungen von Einzelmaßnahmen in diesem
Planungsstadium nur sehr begrenzt vorliegen. Bild 4-4 zeigt ein bewährtes
und bei vergleichbaren Fragestellungen bereits häufig angewandt es Verfah-
ren der Priorisierung durch Verschneiden von Wirkungen und Kosten.
Bild 4-4: Verfahren zur Priorisierung durch Verschneidung von W irkungen
und Kosten
Die Zielerreichung von Maßnahmen mit geringer Wirkung, aber hohen Kosten
wird als niedrig eingestuft. Eine sehr hohe Zielerreichung erzi elen hingegen
Methodik der Bewertung 20
Green City Masterplan Köln
Maßnahmen mit hoher Wirkung und geringen Kosten. Eine mittlere bzw. eine
hohe Zielerreichung stellen Zwischenstufen dar.
Diese – gewissermaßen automatisierte – Priorisierung wird durch die Diskus-
sion in der Expertenrunde plausibilisiert und ggf. angepasst. D ie Anpassung
ist in der Maßnahmentabelle dokumentiert.
Maßnahmen 21
Green City Masterplan Köln
5 Maßnahmen
5.1 Maßnahmenbeschreibung
Grundlage für die Beschreibung der Maßnahmen bildet die Maßnahmentabel-
le. Für jeden dort als betrachtungsrelevant eingestuften Maßnah menschwer-
punkt inkl. der damit verbundenen Einzelmaßnahmen ist ein sog. Maßnah-
mensteckbrief entwickelt worden. Jeder Steckbrief enthält alle aktuell verfüg-
baren Informationen über eine Maßnahme, sofern diese zum Verstä ndnis
einer Maßnahme sowie für die Wirksamkeits- und Kostenbewertung relevant
sind.
Die Maßnahmensteckbriefe sind wie folgt aufgebaut:
Beschreibung der Einzelmaßnahmen eines Maßnahmenpaketes,
Informationsquelle,
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen,
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial,
Grundlagen der Wirkungsabschätzung,
Wirkungsabschätzung (Bewertung),
Grundlagen der Kosteneinschätzung,
Kosteneinschätzung (Bewertung),
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung,
Flankierende Maßnahmen.
Die Maßnahmensteckbriefe sind mit den zuständigen Fachabteilung en der
Stadt Köln abgestimmt worden und stellen damit die (!) Wissensbasis für die
Wirksamkeits- und Kostenbewertung dar.
5.2 Maßnahmensteckbriefe
5.2.1 Vorbemerkungen
Insgesamt sind 39 Maßnahmensteckbriefe entwickelt worden. Sie s ind in
5 Themenfelder gruppiert:
Digitalisierung des Verkehrs
Maßnahmen 22
Green City Masterplan Köln
Vernetzung im ÖPNV
Radverkehr
Elektrifizierung des Verkehrs
Urbane Logistik.
Die Maßnahmensteckbriefe sind diesem Bericht als Anlagen beigef ügt. Dort
sind sie eingehend beschrieben und die Grundlagen für die Wirku ngsermitt-
lung und Kostenschätzung kurz erläutert. Die nachfolgenden Kapi tel geben
einen kurzen Überblick über die Maßnahmen in Form einer Aufzählung.
5.2.2 Digitalisierung des Verkehrs
M1.1: Erhöhung der Auslastung beim MIV
Erhöhung der Auslastung beim MIV durch Förderung und Ausbau digitaler
Plattformen zum betrieblichen M obilitätsmanagement und Bildung von
Fahrgemeinschaften.
M1.2: Baustellenmanagement
Baustellenmanagement durch Verbesserung der Koordinierung beim
Ausbau digitaler Schnittstellen zwischen Baulastträgern („Regio nales
Baustellenmanagement“). Es erfolgt eine durchgängige Informatio nswei-
tergabe durch Vernetzung (ViaBaustelle -> Verkehrsmanagementsys tem)
und Anschluss an den MobilitätsDatenMarktplatz.
M1.3: Kommunikationsaktivitäten
Kommunikationsaktivitäten durch Vernetzung der städtischen Verk ehrsin-
formationssysteme zur Navigation (Anschluss an den MobilitätsDa ten-
Marktplatz) durch Vernetzung der städtischen Verkehrssteuerungs strate-
gien mit der Verkehrszentrale NRW zur Aktivierung regionaler Ve rkehrs-
managementstrategien
M1.4: Stauhinweise auf Verkehrsleittafeln (Vario-Tafeln)
Erneuerung der aktuell bestehenden 17 Variotafeln und Ergänzung u m
zwei weitere Standorte, die früher schon einmal bestückt waren. Die neue
Technik ermöglicht erweiterte Ansteuerungsverfahren und verbess erte In-
tegration in das Verkehrsmanagementsystem.
M1.5: Lkw-Führungskonzept
Einbindung des bestehenden Lkw-Führungskonzeptes in digitale Systeme
Maßnahmen 23
Green City Masterplan Köln
durch Erfassung, Bereitstellung, Aufbereitung relevanter Inform ationen
zum regionalen Projekt zur stadtverträglichen Lkw-Navigation ei nschließ-
lich der Herstellung eines eigenen Verkehrszeichenkatasters und geeig-
neter Schnittstellen zur Weitergabe der Informationen an digita le Plattfor-
men.
M1.6: Transitverbot für Lkw
Einrichtung eines Transitverbotes für Lkw durch die Innenstadt und Erhö-
hung der Wirksamkeit (Anordnung nach Aufnahme in die Fortschrei bung
des Luftreinhalteplans durch die Bezirksregierung) durch Digita lisierung
des Wirkbereichs und Bekanntgabe der Regelung in der mCloud und im
Rahmen des Lkw-Führungskonzeptes.
M1.7: Umweltsensitive Ampelsteuerung
Umweltsensitive Ampelsteuerung durch netz- und umweltadaptive S teue-
rungsverfahren und Grüne Wellen- und Ampelphasenassistent sowie
Qualitätssicherung für den Verkehrsfluss. Erneuerung der Lichtzeichenan-
lagen in hochbelasteten Bereichen auf den Stand der Technik (OC ID),
Ansteuerung über das auszubauend e Verkehrsmanagementsystem und
Einführung kooperativer Systeme zu den Fahrzeugen sowie Vervoll stän-
digung des Verkehrslagebildes durch Systemimport von FCD-Daten
(Floating-Car-Data)
M1.8: Parkraummanagement (Reduzierung Parksuchverkehr über Sens o-
rik)
Parkraummanagement (Reduzierung Parksuchverkehr über Sensorik)
durch Bereitstellung kollektiver Verkehrsinformation (z.B. auf dem Mobili-
tätsDatenMarktplatz) zur Belegungssituation im on-street-parkin g. Dazu
erfolgt der Aufbau eines Sensornetzes im Bereich öffentlicher Stellplätze.
M1.9: Parkraummanagement (Bewohnerparken)
Einrichtung weiterer Bewohnerparkbereiche und Digitalisierung, Automati-
sierung und Plausibilisierung des Antrags-, Kontroll- und Bezah lwesens
zum Monitoring und zur verbesserten Parkraumbewirtschaftung
M1.10: Intelligentes Verkehrsmanagement - Verkehrsflussoptimierung auf
Einzelabschnitten basierend auf digitaler Datenerfassung und Ko mmuni-
kation
Diese Maßnahme ist im Verlauf der Abstimmungen mit der Stadt Köln zur
Konkretisierung der Maßnahmen in den Maßnahmen 1.3 Kommunikati-
Maßnahmen 24
Green City Masterplan Köln
onsaktivitäten und 1.7 Umweltsensitive Ampelsteuerung aufgegangen. Ei-
ne weitere Betrachtung (Wirkungsabschätzung) ist nicht erfolgt. Daher
besteht für diese Maßnahme kein Steckbrief.
M1.11: Steuerung des Reisebusverkehrs
Durch die Einrichtung eines App-basierten- Anmelde und Navigati onssys-
tems für Reisebusse sollen Besucherbusse aus der Altstadt auf g eeignete
Standorte verlagert werden. Es erfolgt ein Shuttleservice bedar fsgerecht
durch emissionsarme/-freie Busse.
M1.12: Vernetzung der Buchungs- und Zugangssysteme von ÖV, Leih rad
und CarSharing
Die Buchungs- und Zugangssysteme von ÖV, Leihrad und CarSharing
werden vernetzt durch
- Digitalisierung des Kölner Leihradsystems
- Erweiterung der Kölner ÖPNV-App (KVB-mobil) zu einer „Mobilität s-
App
- Ausbau der Chipkarte im ÖPNV für eine multimodale Nutzung.
M1.13: Pförtnerampeln Verkehr
Zuflussdosierung zur Erhöhung des IV-Widerstandes, um den Umsti eg
auf den Umweltverbund zu forcieren.
M1.14: Intelligentes Verkehrsmanagement – Verkehrsflussoptimier ung
durch Zufahrtsbeschränkung
Die in Köln gleichzeitig fahrende Verkehrsmenge soll durch Zufa hrtsbe-
schränkungen (z.B. gerade/ungerade Kennzeichen alternierend zug elas-
sen) reduziert werden.
Diese Maßnahme war zwar ursprünglich im Maßnahmenset der Aufga-
benstellung enthalten, entspricht jedoch im Grunde nicht der Aufgabe des
Green-City-Masterplan Fahrverbote zu vermeiden, sondern stellt selbst
eine Art von Fahrverbot dar. Daher wurde die Maßnahme in Abstimmung
mit der Stadt Köln nicht weiter betrachtet und kein Steckbrief ausgearbei-
tet.
M1.15: Digitalisierung der LSA- und Kreuzungsgeometriedaten zur Etab-
lierung kooperativer Systeme
Digitalisierung der Signallagepläne und Bereitstellung von MAP- Daten
sowie Aufrüstung der Lichtsignalanlagen zur Bereitstellung von Signalisie-
Maßnahmen 25
Green City Masterplan Köln
rungszuständen zur Generierung von SPaT (Signal Phase and Timing) als
Grundlage zur Einführung von „Ampelphasenassistenten“ und „Grün e-
Welle-Assistenten“
M1.16: ITCS und Fahrgastinformation, Modernisierung und Ausbau
ITCS und Fahrgastinformation, Modernisierung und Ausbau:
- Moderne Fahrgastzählanlagen
- Intelligentes Betriebshofmanagement und zentrales Fuhrparkmanag e-
ment
- Fahrgastinformationssysteme in Linienbussen
M1.17: Digitalisierung bedarfsgesteuerter ÖPNV-Angebote (Ridesharing)
Ergänzung des bestehenden ÖPNV-Angebots durch bedarfsorientiert ein-
gesetzte, flexibel zu buchenden Kleinfahrzeuge mit umweltfreund lichem
Antrieb (Ridesharing). Über die Kunden-App der KVB wird die Rid esha-
ring-Anwendung mit anderen Verkehrsträgern (Bus, Bahn, Bike-Sha ring,
CarSharing) vernetzt. Zunächst Pilotprojekt mit Einsatz von 10 bis 50
Fahrzeugen in abgegrenzten Bedienungsgebieten.
5.2.3 Vernetzung im ÖPNV
M2.1: Erweiterung Stadtbahnnetz
Sieben Neubaumaßnahmen sollen bestehende, teilweise in naher Zukunft
stark anwachsende Stadtteile erstmalig an das Kölner Stadtbahnn etz an-
binden.
Vor dem Hintergrund der langen Realisierungszeiten von Stadtbahnmaß-
nahmen können die hier skizzierten Potenziale jedoch erst in 10 bis 15
Jahren erschlossen werden, so dass lnterimslösungen durch die Einrich-
tung von Buslinien erforderlich werden (siehe M2.2).
M2.2: Erweiterung Busnetz
Zur Erschließung wachsender Wohn- und Gewerbegebiete sollen im Be-
standsnetz Bus-Linienanpassungen erfolgen – durch Einrichtung z usätzli-
cher Linien, Linienverlängerungen und Taktverdichtung.
M2.3: Mobilitätsstationen an ÖPNV-Stationen und in Siedlungsgebieten
Im Auftrag des NVR wird aktuell in enger Abstimmung mit der Sta dt Köln
ein verbundweites Konzept für die Errichtung von Mobilitätsstat ionen an
Maßnahmen 26
Green City Masterplan Köln
ÖPNV-Stationen und in Siedlungsgebieten erstellt. Im Kölner Sta dtgebiet
werden 103 potentielle Standorte untersucht.
M2.4: Mobilitätsmanagement
durch Einrichtung und Ausbau von Kooperationen und Beratung zum Mo-
bilitätsmanagement durch Förderung und Zuwendungen
M2.5: Ausbau von P+R-Plätzen
Ausbau der P+R-Paletten in Porz-Wahn (ca. 300 Stellplätze), Wei den-
West (ca. 570 Stellplätze) und Raderthal (ca. 540 Stellplätze).
M2.6: Bussonderfahrstreifen und Vorrangschaltung an Lichtsignalanlagen
Ausbau und Förderung des ÖPNV durch Bussonderfahrstreifen und V or-
rangschaltung an Lichtsignalanlagen.
5.2.4 Radverkehr
M3.0: Förderung des Radverkehrs
Übergeordneter Steckbrief zu den Maßnahmen zum Radverkehr, um e ine
gemeinsame Bewertung zu ermöglichen.
Die Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs sind in mehreren Steck-
briefen zu einzelnen Themengebieten Radverkehrs beschrieben. Das von
der Stadt Köln verfolgte Ziel der deutlichen Anhebung des Radverkehrs-
anteils kann jedoch nur erreicht werd en, wenn die in den Einzelsteckbrie-
fen (3.1, 3.2, 3.4 und 3.5) beschriebenen Maßnahmen als Maßnahmen-
paket begriffen werden. Die Verfolgung nur einzelner Aspekte führt meist
nur zu lokalen und dort auch nur zu geringfügigen Veränderungen.
Daher wurde ein übergreifender Steckbrief (3.0) zur übergreifenden Wir-
kungsermittlung für die Steckbriefe 3.1, 3.2, 3.4 und 3.5 eingeführt.
M3.1: Ausbau des Radverkehrsnetzes
Ausbau des Radverkehrsnetzes durch die Erstellung sinnvoller Ra dnetz-
Konzepte für die gesamte Stadt und deren konsequente Umsetzung.
M3.2: Radschnellwege
Neubau von Radschnellwegen und Ertüchtigung geeigneter Radwege zu
Radschnellwegen durch Investitionsförderung und Zuwendungen für Un -
terhaltung.
Maßnahmen 27
Green City Masterplan Köln
M3.3: Erweiterung des Kölner Leihradsystems
Erweiterung des Kölner Leihradsyst ems (der KVB) durch zusätzlic he
1.000 Fahrräder auf dann 2.500 Fahrräder und räumliche Erweiter ung auf
die gesamte Umweltzone. Zudem sollen Stationen an ausgewählten Mobi-
litätspunkten eingerichtet werden. Eine Erweiterung der Fahrrad flotte um
E-Bikes, Lastenräder etc. ist vorgesehen.
M3.4: Förderung des Radverkehrs im laufenden Betrieb
Förderung des Radverkehrs im laufenden Betrieb durch Investitio nsförde-
rung und Zuwendungen für
- Radwegsanierungsprogramm
- Markierungen für den Radverkehr im Anschluss an Fahrbahndecken-
sanierungen
- Öffnung von Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr
- mehr als 1.000 neue Fahrradabstellplätze im öffentlichen Straße nraum
pro Jahr
- Behebung von Baumängeln sowie in der Beschilderung auf Velorouten
- Systematische Überprüfung zur Aufhebung der Radwegbenutzungs-
pflicht
- Bürgerservice und Öffentlichkeitsarbeit.
M3.5: Verbesserung der Möglichkeiten zur Rheinquerung
Die Trennwirkung des Rheins im Radverkehr soll abgebaut werden. Dazu
sind die Radwege auf den Rheinbrücken zu verbreitern und besser e Zu-/
Abfahrtsrampen herzustellen.
Weiterhin sollen zwei weitere Querungsmöglichkeiten als Geh-
/Radwegbrücken hergestellt werden."
5.2.5 Elektrifizierung des Verkehrs
M4.1: Landstromversorgung für Binnenschiffe
Bis Ende 2019 sollen 7 Schiffsanlegestellen im Innenbereich der Stadt
Köln mit Schiff-TankE-Anschlüssen zur Landstromversorgung der R hein-
schiffe ausgerüstet werden (4 Anlegestellen am Konrad-Adenauer- Ufer, 2
Anlegestellen im Bereich Am Leystapel und 1 Anlegestelle am Ken nedy-
ufer).
Maßnahmen 28
Green City Masterplan Köln
M4.2: Umstellung der CarSharing-Flotte auf Elektrofahrzeuge
Kurz- bis mittelfristig sollen rund 100 CarSharing-Fahrzeuge au f Elektro-
fahrzeuge umgestellt werden.
M4.3: Umstellung der Taxiflotte auf Elektrofahrzeuge
Kurz- bis mittelfristig soll ein Viertel der Kölner Taxiflotte (300 Fahrzeuge)
auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden (entsprechende Ladeinfra struktur
an strategisch günstigen Taxiplätzen (z.B. Hbf und Flughafen) v orausge-
setzt).
M4.4: Umrüstung der Fahrzeuge von Stadt u. städt. Gesellschafte n, Um-
stellung auf elektrischen Antrieb
Umstellung von insgesamt 209 Fahrzeugen der städtischen Fahrzeu gflot-
te und der stadtnahen Gesellschaften (Stadtwerke, Entsorgungsbe triebe,
Grünpflege, Straßenreinigung etc.) auf elektrischen Antrieb.
Zusätzlich erfolgt ein(e) Ersatz(-beschaffung) von 50 Bussen de r KVB
durch Elektro-Busse.
M4.5: Bereitstellung einer ausreichenden E-Ladeinfrastruktur
Bis zum Jahr 2020 sollen weitere rund 400 Ladepunkte (200 Lades tatio-
nen) im öffentlichen Straßenraum installiert werden. Weitere La destatio-
nen sind in Parkhäusern sowie an den Park-and-Ride-Anlagen geplant.
M4.6: Förderung emissionsarmer bzw. emissionsfreier Lieferverke hr –
Elektromobilität im Lieferverkehr
Beschleunigter Austausch konventionell angetriebener Lieferfahr zeuge
durch E-Fahrzeuge durch Einricht ung von Ladezonen ausschließlic h für
E- (Liefer-) Fahrzeuge und E-Lkw mit (Schnell-) Ladeinfrastrukt ur und
Gewährung längerer Be- und Entladezeitfenster für E- (Liefer-) Fahrzeuge
und emissionsarme Lieferfahrzeuge.
5.2.6 Urbane Logistik
M5.1: Lastenräder
Förderung emissionsarmen bzw. emissionsfreien Lieferverkehrs du rch In-
vestitionsförderung zur Fahrzeugbeschaffung – hier Lastenräder.
M5.2: Mikrodepots
Förderung emissionsarmen bzw. emissionsfreien Lieferverkehrs du rch In-
Maßnahmen 29
Green City Masterplan Köln
vestitionsförderung zum Ausbau der Umlade- und Hub-Funktionen – hier
Mikrodepots.
M5.3: Güterverteilzentren
Güterverteilzentren durch Ausbau der Umlade- und Hub-Funktionen und
Förderung entsprechender Logistikdienstleistung der Nahverteilung.
M5.4: Emissionsarmer bzw. emissi onsfreier Lieferverkehr – Hub- and
Spoke System für die Rheinhäfen (Bahn-Shuttle als Lkw-Ersatz)
Realisierung von Lkw-Ersatzverkehren auf der Schiene mit Quelle und
Ziel links-rheinischer (insbesondere Kölner) Binnenhäfen und (r echtsrhei-
nischen) Industrie- und Handelsunternehmen /-regionen als Empfä n-
ger/Absender.
Bewertungsergebnis und Prioritäten 30
Green City Masterplan Köln
6 Bewertungsergebnis und Prioritäten
Die in den Steckbriefen hergeleiteten und dokumentierten Ergebn isse der
Wirksamkeits- und Kosteneinschätzung wurden in das, in Kap. 4.5 erläuterte
Bewertungsraster überführt. Die resultierenden Prioritätseinstufungen wurden
in einem nachgeordneten Delphi-basierten Plausibilisierungs- un d Diskussi-
onsprozess teilweise angepasst. Dadurch können besondere Umstän de wie
z.B. die Vorbildfunktion der Stadtverwaltung / KVB bei der Entw icklung der
Elektromobilität in Köln berücksichtigt werden.
Das Bewertungsergebnis und die daraus resultierenden Prioritäte n der Ein-
zelmaßnahmen zeigen jeweils einzeln für die Themenfelder Bild 6 -1 bis Bild
6-6.
Die Maßnahmen wurden für die Darstellung nach Priorität sortier t. Bei glei-
cher Priorität wurden weitere Kriterien für die Sortierung hera ngezogen.
Nachfolgend ist die Systematik für die Reihung der Maßnahmen aufgelistet:
Priorität
Erste Hierarchiestufe gemäß der (ggf. durch Experten angepasste n) Prio-
risierung.
Zeitraum
Kurzfristig realisierbare Maßnahmen entfalten schneller ihre Wi rkung und
sind daher gegenüber mittelfristig realisierbaren Maßnahmen zu bevorzu-
gen.
Wirkungsgrad
Haben Maßnahmen die gleiche Priorität und den gleichen Realisie rungs-
zeitraum/-horizont, erhält die stärker wirkende Maßnahme die vordere Po-
sition.
Kosten
Sind alle vorgenannten Kriterien gleich, entscheiden die Kosten . Maß-
nahmen in günstigeren Kostenklassen werden gegenüber teureren M aß-
nahmen bevorzugt.
Nicht bewertete Maßnahmen (z.B. Maßnahmen für die auch kein Ste ckbrief
erstellt wurde oder die zusammen mit anderen Maßnahmen gesammel t be-
wertet wurden) sind in den Tabellen nicht enthalten.
Unter den Tabellen sind weitere Erläuterungen, z.B. zur Einstufung / Priorisie-
rung, angegeben.
Bewertungsergebnis und Prioritäten 31
Green City Masterplan Köln
Bild 6-1: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Digita lisierung
des Verkehrs“ – Teil 1
lfd.
Nr. Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
1.9 Parkraummanagement
(Bewohnerparken)
kurzfristig
(<24 Monate) gering Stadt-
bereich
sehr gering
(0-49.999
€/a)
hohe
Priorität
1.11 Steuerung des
Reisebusverkehrs
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering lokal / klein-
räumig
sehr gering
(0-49.999
€/a)
hohe
Priorität
1.15
Digitalisierung der LSA- und
Kreuzungsgeometriedaten zur
Etablierung kooperativer
Systeme
mittelfristig
(2-7 Jahre) sehr gering achsen-
haft
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
hohe
Priorität
1.6 Transitv erbot für Lkw kurzfristig
(<24 Monate) gering Stadt-
bereich
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
1.17
Digitalisierung
bedarfsgesteuerter ÖPNV-
Angebote (Ridesharing)
kurzfristig
(<24 Monate) gering Stadt-
bereich
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
1.1 Erhöhung der Auslastung beim
MIV
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
1.12
Vernetzung der Buchungs- und
Zugangssysteme von ÖV,
Leihrad und CarSharing
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
1.4 Stauhinweise auf
Verkehrsleittafeln (Vario-Tafeln)
kurzfristig
(<24 Monate) sehr gering achsen-
haft
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
1.3 Kommunikationsaktivitäten mittelfristig
(2-7 Jahre) mittel achsen-
haft
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 32
Green City Masterplan Köln
Bild 6-2: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Digita lisierung
des Verkehrs“ – Teil 2
Entgegen der durch das Raster aufgrund der Kombination von Wirk ungsgrad
und Kostenklasse vorgegebenen Einstufung wurde in der Expertenrunde
die Maßnahme 1.4 auf mittlere Priorität hochgestuft, da sie Voraussetzung
zur Integration der bestehenden Vario-Tafeln in die Routenkonze pte der
Maßnahme 1.3 ist. Es ist keine niedrigere Einstufung als bei M1 .3 sinn-
voll.
die Maßnahme 1.15 auf hohe Priorität gesetzt. Aus Sicht des Sof ortpro-
gramms wäre die Einstufung eigentlich nicht gerechtfertigt, da die Maß-
nahme an sich im Betrachtungszeitraum nur sehr geringe Wirkunge n er-
zeugt. So ergibt sich bei der Einstufung gemäß dem Raster aufgr und der
Kombination von Wirkungsgrad und Kostenklasse eine geringe Prio rität.
Da die Maßnahme jedoch eine Grundlage für weiterführende Maßnahmen
darstellt, sollte sie sobald wie möglich durchgeführt werden. A uch wenn
die Fahrzeugflotte erst in den nächsten Jahren entsprechend koo perativ
lfd.
Nr. Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
1.7 Umweltsensitive
Ampelsteuerung
mittelfristig
(2-7 Jahre) mittel lokal / klein-
räumig
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
1.8
Parkraummanagement
(Reduzierung Parksuchverkehr
über Sensorik)
mittelfristig
(2-7 Jahre) mittel Stadt-
bereich
sehr hoch
(1.000.000
€/a und
mehr)
mittlere
Priorität
1.2 Baustellenmanagement mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
1.16 ITCS und Fahrgastinformation,
Modernisierung und Ausbau
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
sehr hoch
(1.000.000
€/a und
mehr)
mittlere
Priorität
1.5 Lkw-Führungskonzept kurzfristig
(<24 Monate) sehr gering Gesamt-
stadt
gering
(50.000-
199.999 €/a)
geringe
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 33
Green City Masterplan Köln
ausgerüstet wird, sollten die Signalanlagen vorbreitet sein. Nu r so ergibt
sich ein Anreiz zum Erwerb der Assistenzsysteme (ggf. auch für die Her-
steller von Fahrzeugunabhängigen Systemen entsprechende Entwick lun-
gen voranzutreiben).
Maßnahme 1.16 auf mittlere Priorität gesetzt, da die geplanten Maßnah-
men Voraussetzung einer ad-hoc verfügbaren Information und Disp osition
des ÖPNV sind. Sie steigern zudem Sicherheit und Zuverlässigkei t des
ÖPNV. Daher sind die geplanten Maßnahmen von grundlegender Bede u-
tung für Erhalt und Steigerung der Attraktivität des ÖPNV.
Die Maßnahme 1.13 ist in der Bewertungstabelle nicht enthalten, da sie bei
der Bewertung im Steckbrief als nicht zielführend gesehen wird und mit er-
heblichen Zielkonflikten gegenüber anderen Belangen versehen is t. Pförtne-
rung soll lediglich (dosiert) im Zuge umweltsensitiver Ampelste uerungen zur
Verflüssigung des Verkehrs in besonders sensiblen Bereichen (z. B. Hot-
Spots mit besonders hoher Schadstoffbelastung) erfolgen. Diese Art der
Pförtnerung ist in Maßnahme 1.7 „Umweltsensitive Ampelsteuerung “ enthal-
ten.
Bewertungsergebnis und Prioritäten 34
Green City Masterplan Köln
Bild 6-3: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Vernet zung im
Öffentlichen Personennahverkehr“
Die Maßnahme Nr. 2.2 „Erweiterung Busnetz“ “ wurde im Rahmen de r Exper-
tendiskussion in mittlere Priori tät eingestuft. Ergänzende Busa ngebote stär-
ken insgesamt den Umweltverbund und ersetzen dadurch Fahrten im Kfz.-
Verkehr. Sie dienen aktuell der Vermeidung von Überlastungen im ÖPNV bei
zunehmender Bevölkerung und zunehmenden Beschäftigtenzahlen. In der
Summe erzielen ergänzende Busangebote absehbar zwar keine signi fikante
Minderung der Schadstoffemissionen, sie verhindern aber eine un günstige
Verkehrsmittelwahl mit entspre chend nachteiligen Effekten einer verstärkten
Kfz.-Nutzung.
Die Maßnahme 2.5 „Ausbau von P+R-Plätzen“ wurde im Rahmen der E xper-
tendiskussion in mittlere Priorität eingestuft. Dadurch wird di e Einrichtung
übergreifender Informations- und Bezahlsysteme auf allen P+R-Plätzen der
Stadt Köln berücksichtigt. Informa tionen über die aktuell noch verfügbaren
lfd.
Nr. Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
2.4 Mobilitätsmanagement kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
2.2 Erweiterung Busnetz kurzfristig
(<24 Monate) gering achsen-
haft
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
2.3
Mobilitätsstationen an ÖPNV-
Stationen und in
Siedlungsgebieten
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
2.5 Ausbau von P+R-Plätzen mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Stadt-
bereich
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
2.6
Ausbau und Förderung des
ÖPNV durch
Bussonderfahrstreifen und
Vorrangschaltung an
Lichtsignalanlagen
mittelfristig
(2-7 Jahre) sehr gering achsen-
haft
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
geringe
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 35
Green City Masterplan Köln
bzw. nicht mehr verfügbaren Parkplätze beeinflussen die Modalwa hl und
vermeiden Parksuchverkehre.
Bild 6-4: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Radver kehr“
Der Radverkehr stellt einen Sonderfall bei den Bewertungen dar: Die Maß-
nahmen der Steckbriefe 3.1, 3.2, 3.4 und 3.5 wurden in einem übergreifenden
Steckbrief (3.0) bewertet, da die einzelnen Maßnahmen ihre voll e Wirkung
nur als Ganzes entfalten. Die Verfolgung nur einzelner Aspekte führt nur zu
lokalen und dort auch nur zu geringfügigen Veränderungen. Erst die Synergie
und die Netzwirkung der Maßnahmen bringt den gewünschten Erfolg . Daher
sind für die Maßnahmen 3.1, 3.2, 3.4 und 3.5 zwar Steckbriefe v orhanden,
jedoch kein Eintrag in der Bewertungstabelle.
lfd.
Nr. Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
3.0 Förderung des Radverkehrs mittelfristig
(2-7 Jahre) sehr hoch Gesamt-
stadt
sehr hoch
(1.000.000
€/a und
mehr)
sehr hohe
Priorität
3.3 Erweiterung des Kölner
Leihradsystems
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 36
Green City Masterplan Köln
Bild 6-5: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Elektr ifizierung
des Verkehrs“
Entgegen der durch das Raster aufgrund der Kombination von Wirk ungsgrad
und Kostenklasse vorgegebenen Einstufung wurde in der Expertenrunde
die Maßnahme M4.3 auf mittlere Priorität hochgestuft, da bei An rechnung
der Kaufprämie (evtl. bis zu 8.000 EUR) die Umstellung der Taxi flotte
schneller erfolgt und somit auch die Ladeinfrastruktur schnelle r eingerich-
tet werden muss.
die Maßnahme M4.4 auf mittlere Priorität hochgestuft, da die St adt Köln
eine Vorbildfunktion übernimmt und so auch andere Firmen zur Um rüs-
tung angeregt werden.
lfd.
Nr. Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
4.5
Bereitstellung einer
ausreichenden E-
Ladeinfrastruktur
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
4.4
Umrüstung der Fahrzeuge von
Stadt u. städt. Gesellschaften,
Umstellung auf elektrischen
Antrieb
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
sehr hoch
(1.000.000
€/a und
mehr)
mittlere
Priorität
4.6
Förderung emissionsarmer
bzw. emissionsfreier
Lieferverkehr - Elektromobilität
im Lieferverkehr
kurzfristig
(<24 Monate) sehr gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
4.2 Umstellung der CarSharing-
Flotte auf Elektrofahrzeuge
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
4.1 Landstromversorgung für
Binnenschiffe
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Stadt-
bereich
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
4.3 Umstellung der Taxiflotte auf
Elektrofahrzeuge
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 37
Green City Masterplan Köln
die Maßnahme M4.5 auf mittlere Priorität hochgestuft, da Ladein frastruk-
tur eine Voraussetzung für die Akzeptanz E-Mobilität in der Bev ölkerung
ist. Die Ladeinfrastruktur ist eine notwendige Vorleistung für die Elektrifi-
zierung des Kfz-Verkehrs.
die Maßnahme M4.6 auf mittlere Priorität hochgestuft, da eine I nitialzün-
dung mit einigen geförderten Fahrzeugen eine Vorbildfunktion er zeugt.
Die Präsenz von ersten Fahrzeugen im Stadtbild ist eine Vorauss etzung
für die breitere Akzeptanz der E-Mobilität im Lieferverkehr.
Bild 6-6: Prioritäten der Einzelmaßnahmen im Themenfeld „Urbane Logis-
tik“
Die nachfolgende Tabelle (verteilt über Bild 6-7 bis Bild 6-9) gibt die Prioritä-
tenreihung über alle Maßnahmen wieder. Grundlage sind die oben beschrie-
benen Kriterien.
lfd.
Nr. Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
5.4
Emissionsarmer bzw.
emissionsfreier Lieferverkehr -
Hub- and Spoke System für die
Rheinhäfen (Bahn-Shuttle als
Lkw-Ersatz)
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering achsen-
haft
sehr gering
(0-49.999
€/a)
hohe
Priorität
5.1
Lastenräder
(Förderung emissionsarmer
bzw. emissionsfreier
Lieferverkehr)
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
5.3 Güterverteilzentren mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Stadt-
bereich
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
5.2
Mikrodepots
(Förderung emissionsarmer
bzw. emissionsfreier
Lieferverkehr)
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Stadt-
bereich
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 38
Green City Masterplan Köln
Bild 6-7: Reihung der Prioritäten der Einzelmaßnahmen über alle Themen-
felder – Teil 1
Index
lfd.
Nr. Themenfeld Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
1 3.0 Radverkehr Förderung des Radverkehrs mittelfristig
(2-7 Jahre) sehr hoch Gesamt-
stadt
sehr hoch
(1.000.000
€/a und
mehr)
sehr hohe
Priorität
21 . 9 Digitalisierung
des Verkehrs
Parkraummanagement
(Bewohnerparken)
kurzfristig
(<24 Monate) gering Stadt-
bereich
sehr gering
(0-49.999
€/a)
hohe
Priorität
31 . 1 1Digitalisierung
des Verkehrs Steuerung des Reisebusverkehrs mittelfristig
(2-7 Jahre) gering lokal / klein-
räumig
sehr gering
(0-49.999
€/a)
hohe
Priorität
4 5.4 Urbane Logistik
Emissionsarmer bzw.
emissionsfreier Lieferverkehr - Hub-
and Spoke System für die
Rheinhäfen (Bahn-Shuttle als Lkw-
Ersatz)
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering achsen-
haft
sehr gering
(0-49.999
€/a)
hohe
Priorität
51 . 1 5Digitalisierung
des Verkehrs
Digitalisierung der LSA- und
Kreuzungsgeometriedaten zur
Etablierung kooperativer Systeme
mittelfristig
(2-7 Jahre) sehr gering achsen-
haft
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
hohe
Priorität
61 . 6 Digitalisierung
des Verkehrs Transitv erbot für Lkw kurzfristig
(<24 Monate) gering Stadt-
bereich
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
71 . 1 7Digitalisierung
des Verkehrs
Digitalisierung bedarfsgesteuerter
ÖPNV-Angebote (Ridesharing)
kurzfristig
(<24 Monate) gering Stadt-
bereich
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
82 . 4
Vernetzung im
Öffentlichen
Personen-
nahverkehr
Mobilitätsmanagement kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
9 5.1 Urbane Logistik
Lastenräder
(Förderung emissionsarmer bzw.
emissionsfreier Lieferverkehr)
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
10 1.1 Digitalisierung
des Verkehrs
Erhöhung der Auslastung beim
MIV
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
11 1.12 Digitalisierung
des Verkehrs
Vernetzung der Buchungs- und
Zugangssysteme von ÖV, Leihrad
und CarSharing
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 39
Green City Masterplan Köln
Bild 6-8: Reihung der Prioritäten der Einzelmaßnahmen über alle Themen-
felder – Teil 2
Index
lfd.
Nr. Themenfeld Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
12 4.5 Elektrifizierung
des Verkehrs
Bereitstellung einer ausreichenden
E-Ladeinfrastruktur
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
13 2.2
Vernetzung im
Öffentlichen
Personen-
nahverkehr
Erweiterung Busnetz kurzfristig
(<24 Monate) gering achsen-
haft
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
14 4.4 Elektrifizierung
des Verkehrs
Umrüstung der Fahrzeuge von
Stadt u. städt. Gesellschaften,
Umstellung auf elektrischen
Antrieb
kurzfristig
(<24 Monate) gering Gesamt-
stadt
sehr hoch
(1.000.000
€/a und
mehr)
mittlere
Priorität
15 1.4 Digitalisierung
des Verkehrs
Stauhinweise auf
Verkehrsleittafeln (Vario-Tafeln)
kurzfristig
(<24 Monate) sehr gering achsen-
haft
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
16 4.6 Elektrifizierung
des Verkehrs
Förderung emissionsarmer bzw.
emissionsfreier Lieferverkehr -
Elektromobilität im Lieferverkehr
kurzfristig
(<24 Monate) sehr gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
17 1.3 Digitalisierung
des Verkehrs Kommunikationsaktiv itäten mittelfristig
(2-7 Jahre) mittel achsen-
haft
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
18 1.7 Digitalisierung
des Verkehrs Umweltsensitive Ampelsteuerung mittelfristig
(2-7 Jahre) mittel lokal / klein-
räumig
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
19 1.8 Digitalisierung
des Verkehrs
Parkraummanagement
(Reduzierung Parksuchverkehr
über Sensorik)
mittelfristig
(2-7 Jahre) mittel Stadt-
bereich
sehr hoch
(1.000.000
€/a und
mehr)
mittlere
Priorität
20 4.2 Elektrifizierung
des Verkehrs
Umstellung der CarSharing-Flotte
auf Elektrofahrzeuge
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
21 5.3 Urbane Logistik Güterverteilzentren mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Stadt-
bereich
gering
(50.000-
199.999 €/a)
mittlere
Priorität
22 1.2 Digitalisierung
des Verkehrs Baustellenmanagement mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 40
Green City Masterplan Köln
Bild 6-9: Reihung der Prioritäten der Einzelmaßnahmen über alle Themen-
felder – Teil 3
Die Betrachtungen im Rahmen der Maßnahmenbewertungen zeigen, dass es
nicht die eine Maßnahme zur Reduktion der Stickoxide in der Stadt Köln
gibt. Auch wenn einige Maßnahmen zu merklichen Schadstoffeinsparungen –
entweder gesamtstädtisch oder an definierten Hot-Spots – führen , kann eine
Maßnahme allein die z.T. recht hohen Grenzwertüberschreitungen nicht hei-
Index
lfd.
Nr. Themenfeld Titel Zeitraum Wirkungs-
grad
Wirkungs-
raum
Kosten-
kla sse
Priorität
(Ergebnis)
23 2.3
Vernetzung im
Öffentlichen
Personen-
nahverkehr
Mobilitätsstationen an ÖPNV-
Stationen und in
Siedlungsgebieten
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
24 3.3 Radverkehr Erweiterung des Kölner
Leihradsystems
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
25 4.1 Elektrifizierung
des Verkehrs
Landstromversorgung für
Binnenschiffe
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Stadt-
bereich
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
26 5.2 Urbane Logistik
Mikrodepots
(Förderung emissionsarmer bzw.
emissionsfreier Lieferverkehr)
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Stadt-
bereich
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
mittlere
Priorität
27 2.5
Vernetzung im
Öffentlichen
Personen-
nahverkehr
Ausbau v on P+R-Plätzen mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Stadt-
bereich
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität
28 4.3 Elektrifizierung
des Verkehrs
Umstellung der Taxiflotte auf
Elektrofahrzeuge
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
hoch
(500.000-
999.999 €/a)
mittlere
Priorität29 1.16 Digitalisierung
des Verkehrs
ITCS und Fahrgastinformation,
Modernisierung und Ausbau
mittelfristig
(2-7 Jahre) gering Gesamt-
stadt
sehr hoch
(1.000.000
€/a und
mehr)
mittlere
Priorität
30 1.5 Digitalisierung
des Verkehrs Lkw-Führungskonzept kurzfristig
(<24 Monate) sehr gering Gesamt-
stadt
gering
(50.000-
199.999 €/a)
geringe
Priorität
31 2.6
Vernetzung im
Öffentlichen
Personen-
nahverkehr
Ausbau und Förderung des ÖPNV
durch Bussonderfahrstreifen und
Vorrangschaltung an
Lichtsignalanlagen
mittelfristig
(2-7 Jahre) sehr gering achsen-
haft
mittel
(200.000-
499.999 €/a)
geringe
Priorität
Bewertungsergebnis und Prioritäten 41
Green City Masterplan Köln
len. Zur Luftreinhaltung sind im Grunde alle Maßnahmen notwendi g, auch
wenn sie nur kleine Beiträge liefern.
Das Maßnahmenpaket mit dem größten Potential zur Schadstoffeins parung
bei gleichzeitig stadtweiter Wirkung stellt die Förderung des R adverkehrs dar.
Der Förderung des Radverkehrs kommt daher eine besonders hohe P riorität
zu.
Weitere Maßnahmen mit hoher Priorität entfalten ihre Wirkung be sonders in
einzelnen Stadtbereichen bzw. auf bestimmten Verkehrsachsen. Hi er sind
zum einen kostenintensive Maßnahmen zu nennen, wie z.B. die Dig italisie-
rung der Lichtsignalanlagen und Kreuzungsgeometriedaten, die nicht nur eine
Initialzündung zur Etablierung kooperativer Systeme darstellen, sondern auch
eine Grundlage für weitere Maßnahmen im Zuge intelligenter Verk ehrssyste-
me bilden. Zum anderen sind Maßnahmen prioritär, die für die St adt Köln re-
lativ kostengünstig sind, weil sie durch externe Betreiber fina nziert werden.
Hier sind beispielsweise die Steuerung des Reisebusverkehrs als auch die
Förderung des emissionsarmen bzw. emissionsfreien Lieferverkehr s (hier in
Form eines Bahn-Shuttles als Lkw-Ersatz) zu nennen. Diese Maßna hmen
werden durch die Stadt Köln begleitet und bei Bedarf durch flan kierende
Maßnahmen unterstützt.
Die besten Möglichkeiten, gezielt auf Hot-Spots mit besonders h oher Schad-
stoffbelastung einzuwirken, bieten Maßnahmen der Digitalisierun g des Ver-
kehrs. Beispiele hierfür sind umweltsensitive Ampelsteuerungen sowie Kom-
munikationsaktivitäten (hier bezogen auf die Vernetzung der stä dtischen Ver-
kehrsinformationssysteme und die Entwicklung von Strategien zur V e r -
kehrslenkung).
Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die in die mittlere Pri orität einge-
stuften Maßnahmen zur Förderung des emissionsarmen bzw. emissionsfreien
Lieferverkehrs. Neben der Umstellung auf Elektro-Lkw / Elektro- Transporter
hat das Lastenrad eine hohe Bedeutung, zum einen als Teil der L ieferkette
der KEP-Dienste (im Zusammenhang mit den Mikrodepots), zum ande ren
aber auch als eigenständig zu förderndes Verkehrsmittel für kle ine Betriebe
und Privathaushalte.
Um die Verbreitung der Elektromobilität in der Stadt Köln zu be schleunigen,
sollte der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit Priorität vorangetrieben werden.
Auf Grund der Vorbildfunktion der Stadt Köln ist die Umstellung der kommu-
nalen Flotte auf elektrische Antriebe von besonderer Bedeutung. Die beab-
Bewertungsergebnis und Prioritäten 42
Green City Masterplan Köln
sichtigte Umstellung einer großen Zahl von Linienbussen im Rege lbetrieb auf
Elektroantrieb entfaltet über die große Anzahl ÖPNV-Nutzer tagt äglich eine
erhebliche Breitenwirkung.
Liste der Maßnahmensteckbriefe 43
Green City Masterplan Köln
7 Liste der Maßnahmensteckbriefe
Nachfolgend sind die Maßnahmen aufgelistet. Wie in Kapitel 5.2 schon be-
schrieben, ist nicht zu jeder Maßnahme ein Steckbrief ausgefüll t worden.
Maßnahmen ohne Steckbrief sind entsprechend gekennzeichnet. Die Steck-
briefe selbst sind in der Anlage zu diesem Bericht enthalten
M1: Digitalisierung des Verkehrs
M1.1: Erhöhung der Auslastung beim MIV
M1.2: Baustellenmanagement
M1.3: Kommunikationsaktivitäten
M1.4: Stauhinweise auf Verkehrsleittafeln (Vario-Tafeln)
M1.5: Lkw-Führungskonzept
M1.6: Transitverbot für Lkw
M1.7: Umweltsensitive Ampelsteuerung
M1.8: Parkraummanagement (Reduzierung Parksuchverkehr
über Sensorik)
M1.9: Parkraummanagement (Bewohnerparken)
M1.10: Intelligentes Verkehrsmanagement - Verkehrsflussopti-
mierung auf Einzelabschnitten basierend auf digitaler
Datenerfassung und Kommunikation
Kein Steckbrief:
Diese Maßnahme ist im Verlauf der Abstimmungen mit der
Stadt Köln zur Konkretisierung der Maßnahmen in den Maß-
nahmen 1.3 Kommunikationsaktivitäten und 1.7 Umweltsensiti-
ve Ampelsteuerung aufgegangen. Eine weitere Betrachtung
(Wirkungsabschätzung) ist nicht erfolgt. Daher besteht für diese
Maßnahme kein Steckbrief.
M1.11: Steuerung des Reisebusverkehrs
M1.12: Vernetzung der Buchungs- und Zugangssysteme von
ÖV, Leihrad und CarSharing
M1.13: Pförtnerampeln an Zufahrtsstraßen
M1.14: Intelligentes Verkehrsmanagement - Verkehrsflussopti-
mierung durch Zufahrtsbeschränkung
Liste der Maßnahmensteckbriefe 44
Green City Masterplan Köln
Kein Steckbrief:
Diese Maßnahme war zwar ursprünglich im Maßnahmenset der
Aufgabenstellung enthalten, entspricht jedoch im Grunde nicht
der Aufgabe des Green-City-Masterplan Fahrverbote zu ver-
meiden, sondern stellt selbst eine Art von Fahrverbot dar. Da-
her wurde die Maßnahme in Abstimmung mit der Stadt Köln
nicht weiter betrachtet und kein Steckbrief ausgearbeitet.
M1.15: Digitalisierung der LSA- und Kreuzungsgeometriedaten
zur Etablierung kooperativer Systeme
M1.16: ITCS und Fahrgastinformation, Modernisierung und
Ausbau
M1.17: Digitalisierung bedarfsgesteuerter ÖPNV-Angebote (Ri-
desharing)
M2: Vernetzung im Öffentlichen Personennah-
verkehr
M2.1: Erweiterung Stadtbahnnetz
Kein Steckbrief:
Vor dem Hintergrund der langen Realisierungszeiten von
Stadtbahnmaßnahmen können die hier skizzierten Potenziale
jedoch erst in 10 bis 15 Jahren erschlossen werden. Somit ist
dies keine Maßnahme im Rahmen des Sofortprogramms Sau-
bere Luft.
M2.2: Erweiterung Busnetz
M2.3: Mobilitätsstationen an ÖPNV-Stationen und in Sied-
lungsgebieten
M2.4: Mobilitätsmanagement
M2.5: Ausbau von P+R-Plätzen
M2.6: Ausbau und Förderung des ÖPNV durch Bussonder-
fahrstreifen und Vorrangschaltung an Lichtsignalanlagen
M3: Radverkehr
M3.0: Förderung des Radverkehrs
M3.1: Ausbau des Radverkehrsnetzes
Liste der Maßnahmensteckbriefe 45
Green City Masterplan Köln
M3.2: Radschnellwege
M3.3: Erweiterung des Kölner Leihradsystems
M3.4: Förderung des Radverkehrs im laufenden Betrieb
M3.5: Verbesserung der Möglichkeiten zur Rheinquerung
M4: Elektrifizierung des Verkehrs
M4.1: Landstromversorgung für Binnenschiffe
M4.2: Umstellung der CarSharing-Flotte auf Elektrofahrzeuge
M4.3: Umstellung der Taxiflotte auf Elektrofahrzeuge
M4.4: Umrüstung der Fahrzeuge von Stadt u. städt. Gesell-
schaften, Umstellung auf elektrischen Antrieb
M4.5: Bereitstellung einer ausreichenden E-Ladeinfrastruktur
M4.6: Förderung emissionsarmer bzw. emissionsfreier Liefer-
verkehr - Elektromobilität im Lieferverkehr
M5: Urbane Logistik
M5.1: Lastenräder (Förderung emissionsarmer bzw. emissi-
onsfreier Lieferverkehr)
M5.2: Mikrodepots (Förderung emissionsarmer bzw. emissi-
onsfreier Lieferverkehr)
M5.3: Güterverteilzentren
M5.4: Emissionsarmer bzw. emissionsfreier Lieferverkehr -
Hub- and Spoke System für die Rheinhäfen (Bahn-
Shuttle als Lkw-Ersatz)
Maßnahmentabelle
Tel.: +49(0241) 9 46 91-0 Oppenhoffallee 171
Fax: +49(0241) 53 16 22 52066 Aachen
vor@ivv-aachen.de www.ivv-aachen.de
Kontakt: Dr.-Ing. Stephan Krug
Dipl.-Ing. Reiner Vollmer
Ingenieurgruppe für
Verfahrensentwicklung
Verkehrswesen und
Ingenieurgruppe IVV GmbH & Co. KG
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss 01/2026
18507 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
III/64
Vorlagen-Nummer
2637/2018
Stand: 15.01.2026
Sachstandsbericht
Maßnahmenprogramm Green City Masterplan der Stadt Köln für die Gestaltung
nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität in Köln
Beschluss:
Der Verkehrsausschuss nimmt den Green City Masterplan der Stadt Köln zur
Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die jeweiligen im Zuständigkeitsbereich der
Stadt Köln bzw. ihrer Gesellschaften liegenden Maßnahmen des Green City Master-
plans gemäß ihrer Priorität weiterzuverfolgen.
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Einleitung
Der vorliegende Sachstandsbericht informiert über den aktuellen Umsetzungsstand des Green
City Masterplans (GCM) der Stadt Köln sowie über die Verknüpfung mit dem Nachhaltigen
Mobilitätsplan „Besser durch Köln“ (SUMP).
Hintergrund und Zielsetzung
Der Green City Masterplan wurde 2018 als strategisches Maßnahmenprogramm zur Förde-
rung nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität in Köln entwickelt. Ausgangspunkt war der
Bedarf die Luftqualität in Köln zu verbessern und verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren
— insbesondere wegen Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte für Luftschadstoffe.
Der Masterplan enthält eine Vielzahl von kurz- bis mittelfristig realisierbaren Lösungsansätzen
zur Luftreinhaltung in der Stadt Köln. Diese basieren auf einer Auswahl von Maßnahmen aus
dem Luftreinhalteplan 2012, „Runder Tisch Luftreinhaltung“ und weiteren Projektskizzen.
Der GCM verfolgt das Ziel der Bündelung und Priorisierung wirkungsorientierter Maßnahmen
zur Verbesserung der Luftqualität, Reduktion der NO₂-Belastung und Einhaltung der gesetzli-
chen Grenzwerte.
Der Plan teilt die Maßnahmen in fünf zentrale Handlungsfelder:
1. Digitalisierung des V erkehrs
2
z. B. Erneuerung von V erkehrsleittafeln; Lkw-Führungskonzept; Transitverbot für
Lkw; intelligentes V erkehrsmanagement; V ernetzung der Buchungs- und Zugangs-
systeme für ÖV , Leihrad und Carsharing; Digitalisierung der LSA- und Kreuzungs-
geometriedaten zur Etablierung kommunikativer Systeme.
2. V ernetzung im ÖPNV
z. B. Ausbau des Stadtbahn- und Busnetzes; Bau zusätzlicher Mobilstationen; Aus-
bau von P+R-Plätzen; Ausbau und Förderung des ÖPNV durch Bussonderfahr-
streifen.
3. Förderung des Radverkehrs
z. B. Ausbau des Radwegenetzes; Erweiterung des Leihradsystems, Förderung
des Radverkehrs im laufenden Betrieb; V erbesserung der Möglichkeit der Rhein-
querung.
4. Elektrifizierung des V erkehrs
Landstromversorgung für Binnenschiffe; Umstellung des kommunalen Fuhrparks
auf emissionsarme bzw. elektrische Antriebe; Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-
Fahrzeuge.
5. Urbane Logistik
Lastenradförderung (Förderung emissionsarmer Lieferverkehre).
Der Masterplan enthält zudem eine Priorisierung der Maßnahmen nach Wirkung (z. B. auf
NO₂-Reduktion) und Kosten. Maßnahmen mit mittlerer bis sehr hoher Priorität werden „inten-
siv weiterverfolgt“ — sie befinden sich je nach Maßnahme in Vorbereitung oder bereits in Um-
setzung.
Der Green City Masterplan fließt zunehmend in die übergeordnete strategische Mobilitätspla-
nung der Stadt ein und ist ein wesentliches Fundament für den neuen Nachhaltigen Mobilitäts-
plan „Besser durch Köln“ (SUMP), dessen erste Stufe im April 2025 vom Rat beschlossen
wurde.
Umsetzung & aktueller Stand
Der GCM wurde durch das Bundesprogramm „Sofortprogramm Saubere Luft 2017–2020“ ge-
fördert. Der GCM bildete die Basis für die Antragstellung zur Infrastrukturförderung im Rah-
men der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“. Für Köln wurden auf-
bauend auf dem GCM verschiedene Förderanträge gestellt. Neben der Stadt Köln wurden
auch seitens der städtischen Tochterunternehmen und der Messe Köln Förderungen akqui-
riert.
Für die Vorhaben des Amtes für Verkehrsmanagement (64) beträgt die Bundesförderung rund
11,57 Mio. €.
Die konkret umgesetzten Teilprojekte von Amt 64 sind den folgenden Abschnitten zu entneh-
men:
Digitalisierung des Verkehrs
1.1 Echtzeitmonitoring – 2,69 Mio. € Fördermittel
Mit dem durch das Bundesministerium für V erkehr geförderten Projekt Mobilitäts-Cock-
pit Köln – innovativ – integrativ – intelligent (MoCKiii) hat die Stadt Köln gemeinsam
mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V . ein Instrument in den Real-
betrieb überführt, durch das der Wandel in der Mobilität mit den maßgeblichen Para-
metern gemessen wird. Somit wurde ein wesentlicher Bestandteil des Masterplans er-
folgreich umgesetzt.
MoCKiii dient der Echtzeitdatenerfassung und -visualisierung von V erkehrsmengen,
Fahrleistung im MIV , Modal Split, V erkehrsqualität im Hautverkehrsnetz, Emissionen
und Personenaufkommen. Dieses Permanent-Monitoring für das Kölner Stadtgebiet
wird zum Berichtswesen, für das Klimamonitoring und den Nachhaltigen Mobilitätsplan
„Besser durch Köln“ genutzt. Eine Betrachtung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur
Mobilitätswende wird damit versachlicht und quantifizierbar, da die Aufzeichnungen un-
abhängig von Einzelmaßnahmen veranlasst und durchgeführt werden. Mit dieser Vor-
gehensweise können gegebenenfalls unerwünschte gegenläufige Effekte zeitnah er-
kannt und beseitigt werden. Die V erkehrswende kann sich somit messen lassen.
3
Die erste Projektphase (Aufbau der technischen Infrastruktur, Integration von V er-
kehrsdaten, Echtzeit-Luftschadstoffdaten) wurde 2024 abgeschlossen. 2025 wurde mit
MoCKiii² eine Erweiterung um ein CO₂-Klimamonitoring sowie verbesserte Prognosen
auf Grund einer Ausweitung der Datenquellen begonnen. Eine V ollintegration in das
städtische V erkehrsmanagement ist für 2026 vorgesehen.
Damit ist Köln eine der wenigen Großstädte Europas mit einem datengetriebenen, per-
manenten Monitoring von V erkehr und Luftqualität.
1.2 V erkehrssystemmanagement – 3,75 Mio. € Fördermittel
- Digi 1 & 2 (1.54 Mio. € & 0,19 Mio.€ Fördermittel)
Im Rahmen des Projektes wurde das Kölner V erkehrsmanagementsystem mit der
öffentlichen Plattform Mobilithek (vormals MobilitätsDatenMarktplatz (MDM)) des
Bundes verbunden und ein neuer Schnittstellenserver „Open Data“ eingerichtet der
das zur V erfügung stellen von V erkehrsdaten ermöglicht. Auf der Mobilithek wer-
den mobilitätsrelevante Daten öffentlich verfügbar gemacht. So können Parkdaten,
Baustellenmeldungen und Informationen zu V erkehrsstörungen über Navigations-
geräte abgerufen werden. Im Rahmen der Förderung wurden die Restplatzanzei-
gen des Parkleitsystems in der Innenstadt erneuert.
Zudem wurden ein V erkehrszeichenkataster und eine Datenschnittstelle zur Wahr-
nehmung der Aufgaben des regionalen Baustellenmanagements geschaffen. Im
Rahmen des regionalen Baustellenmanagements wird die V ernetzung und der
elektronische Datenaustausch mit dem Landesbetrieb Straßenbau.NRW ausge-
baut. Baustellen und Sperrungen auf Außerortsstraßen und im städtischen Stra-
ßennetz können so besser aufeinander abgestimmt werden.
Darüber hinaus wurden in dem Projekt die Anzeigetafeln des V erkehrsleitsystems
(V ariotafeln) erneuert und das videogestützte V erkehrsbeobachtungssystem auf
digitale T echnologie umgestellt. Damit wurde eine Optimierung der Routenführung
im städtischen Straßennetz durch detailreichere und leichter erfassbare Darstel-
lung realisiert. Darüber hinaus wurden die Ziele der V erkehrsvisualisierung und
Aufschaltung in der V erkehrsleitzentrale sowie die Bereitstellung von Bildern im In-
ternet zur Information der V erkehrsteilnehmer zur V erkehrssituation an kritischen
Streckenabschnitten erreicht.
- Digi 4 – Dauerzählstellen (1.28 Mio. € Fördermittel)
Das Projekt enthält die Förderung für die Einrichtung von Dauerzählstellen an rund
80 Strecken. Das Ziel dieser Zählstellen ist das kontinuierliche Erfassen des V er-
kehrsaufkommens auf dem Hauptstreckennetz der Stadt Köln. Zusätzlich dienen
diese zukünftig bei der Darstellung der aktuellen V erkehrslage, in Prognosemodel-
len des Landesamts für Natur, Umwelt und V erbraucherschutz Nordrhein-Westfa-
len (LANUV) im Rahmen der Luftreinhalteplanung und bei Prognosemodellen für
die Beurteilung städtebaulicher Entwicklungen. Darüber hinaus werden die Daten
zur Erstellung bedarfsgerechter V erkehrssteuerungen oder zur bedarfsgerechten,
nachhaltigen Planung der Straßeninfrastruktur herangezogen. Die Dauerzählstel-
len wurden vornehmlich an den bekannten Hot-Spots mit hoher NO2-Belastung, an
den Rheinbrücken sowie an weiteren Hauptverkehrsachsen installiert. Laut Pla-
nung wurden im Innenstadtbereich 40 Zählstellen auf Videobasis, zur Erhebung
des Rad- und Kfz-V erkehrs eingerichtet. Des Weiteren wurden 40 Zählstellen via
Schleifendetektion für den Kfz-V erkehr umgesetzt.
- Digi 4 – V ario (0,74 Mio. € Fördermittel)
Durch die Förderung hat die Stadt Köln ihren Informationsservice der städtischen
V erkehrsleitzentrale weiter verbessert. So wurden 10 weitere V ariotafeln im Stadt-
gebiet aufgestellt und eine vorhandene T afel wieder eingesetzt. Zur Standortfin-
dung und zur Erarbeitung von situationsspezifischen V erkehrsinformationsstrate-
gien zur V erkehrslenkung, sowie zur Ansteuerung der heutigen LED-T afeln wurde
zunächst ein V erkehrsinformationskonzept erstellt. Das Informationskonzept wurde
in T eilen in den täglichen Betrieb übernommen und wird sukzessive erweitert.
4
Die zusätzlichen V ario-T afeln leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der
Überlastung von stark frequentierten Straßen. So erreichen Informationen über
V erkehrseinschränkungen frühzeitig und zügig mehr V erkehrsteilnehmende und
verbessern das Routing. Darüber hinaus helfen V ario-T afeln, Parksuchverkehre in
der Stadt zu minimieren.
1.3 Lichtsignalanlagen (LSA) – 5,13 Mio. € Fördermittel
In diversen Förderprojekten wurde die Digitalisierung der LSA- und Kreuzungsgeomet-
riedaten zur Etablierung Kooperativer Systeme umgesetzt.
So gab es insgesamt 4 Förderprojekte beim Amt für V erkehrsmanagement, die sich mit
dem Thema der Lichtsignalanlagen beschäftigten:
- Digi 3 (4.15 Mio. € Fördermittel)
Mit dem V orhaben konnte der V erkehrsablauf insbesondere an hochbelasteten
Hauptverkehrsstraßen verbessert werden. Hierzu wurden aufgrund der unter-
schiedlichen Systemvoraussetzungen an mehreren Stellen im Stadtgebiet Lichtsig-
nalanlagen erneuert oder Anpassungen und Funktionserweiterungen vorgenom-
men. So wurden 40 LSA an Strecken mit hohem V erkehrsaufkommen und hoher
Luftschadstoffbelastung erneuert und 120 bestehende Anlagen auf den notwendi-
gen Stand der T echnik ertüchtigt. Zudem wurden an den Hotspots Aachener
Straße, Luxemburger Straße und Justinianstraße drei aktive NOx-Messeinrichtun-
gen implementiert. Alle vorgenannten Anlagen wurden zudem an den städtischen
Verkehrsrechner zur Bereitstellung der Prozessdaten und zur Qualitätssicherung
der Lichtsignalanlagen angeschlossen. Darüber hinaus erfolgten eine Generierung
und Bereitstellung der Geometriedaten für 400 Anlagen. Diese sogenannten MAP-
Dateien greifen die Lücken der kommerziellen digitalen Karte in Fahrzeugen auf
und füllen sie mit Informationen der Lichtsignalanlage. Polygone zur Darstellung
der Kreuzungsdetails (Zufahrten, Aufstellspuren, FG-Furten) sowie Signalgruppen
werden den Fahrbeziehungen zugeordnet. Die Daten werden auf der "Mobilithek"
publiziert. Zudem wurde eine digitale Datenbasis der Lichtsignalanlagen und deren
Anlagenteile zur Qualitätssicherung und zur raschen Erkennung, Erfassung und
Behebung von Störungen erstellt. Weiterhin umfasste das Projekt die Anschaffung
von Street-Ortho-Fotos, welche als Ersatz für V ermessungsdaten einer Kreuzung
dienten. Hiermit wurden kosten- und zeitintensive V ermessungen auf ein Minimum
reduziert. Des Weiteren stehen diese Daten im KölnGIS auch anderen Dienststel-
len zum Gebrauch bereit.
- Digi 4 – VSR-Anschluss (0,32 Mio. € Fördermittel)
Innerhalb des Projektes wurden 37 Lichtsignalanlagen des Landesbetriebs Stra-
ßenbau NRW (Straßen.NRW) im Stadtgebiet der Stadt Köln ertüchtigt und an den
V erkehrsrechner angeschlossen.
Durch diese V ernetzung ist es möglich, einen Defekt an den Anlagen zentral zu er-
kennen und die Störungsbeseitigung umgehend einzuleiten, wodurch V erkehrsstö-
rungen verhindert werden. Ohne eine Aufschaltung der Lichtsignalanlagen an den
V erkehrsrechner sind steuernde Eingriffe nicht situationsbezogen und unmittelbar
möglich, da so ein steuernder Eingriff nur vor Ort am jeweiligen Steuergerät durch-
geführt werden kann. Ziel ist sowohl eine verbesserte Qualitätssicherung der Anla-
gen als auch die Möglichkeit der durchgehenden Überwachung durch die V er-
kehrs- und Tunnelleitzentrale. Zur Umsetzung von voll- oder teilautomatisierten
Fahrvorgängen ist die Bereitstellung von Geometriedaten der Fahrwege (MAP)
und Prozessdaten von Lichtsignalanlagen unerlässlich. Im Rahmen des Projekts
wurden auch für diese Anlagen die MAP-Dateien generiert. Die nun vorhandene
technische Ausstattung der Geräte ermöglicht auch die spätere Bereitgestellung
von Prozessdaten. Sie dienen zur Einführung kooperativer Systeme und der damit
verbundenen Assistenzsysteme wie Ampelphasenassistent und Grüne-Welle-As-
sistent.
- Digi S – V ereLSA (0,22 Mio. € Fördermittel)
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Innerhalb des Projektes wurden 52 Lichtsignalanlagen im Kölner Stadtgebiet er-
tüchtigt und an den V erkehrsrechner der Stadt Köln angeschlossen. Zusätzlich
wurden die MAP-Dateien der Anlagen erstellt.
Das Ziel dahinter war es den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und den
ÖPNV-Anteil am Modal Split zu erhöhen. Hierzu ist die Überwachung der Funktio-
nalität aller Lichtsignalanlagen des Kölner Stadtgebietes und ihr Anschluss an den
Kölner V erkehrsrechner erforderlich. Wichtig ist darüber hinaus, dass nicht nur die
Lichtsignalanlagen, die heute an den ÖPNV-Routen liegen betrachtet werden, son-
dern auch alle anderen, da der stabile Fahrtablauf auch von deren Qualität beein-
flusst wird.
- Digi S – QSM-LSA (0,44 Mio. € Fördermittel)
Das Projekt diente der Einrichtung eines Qualitätsmanagement-T ools. Mit Hilfe die-
ses T ools wird die Funktionalität der Lichtsignalanlagen innerhalb des Stadtgebie-
tes digital überwacht.
V or diesem Projekt erfolgte das Qualitätsmanagement für die Kölner Lichtsignalan-
lagen hauptsächlich durch städtische Mitarbeiter im Bereich von LSA-Planung, Be-
trieb & Unterhaltung. Qualitätsanalysen und -kontrollen einzelner Lichtsignalanla-
gen fanden oft ereignisbezogen durch Anfragen der Politik, Öffentlichkeit, Bürgerin-
nen und Bürger oder Polizei statt. Es fehlte eine übersichtliche und ganzheitliche
Überwachung aller Lichtsignalanlagen hinsichtlich der Funktionsfähigkeit der Teil-
komponenten und der Steuerungen.
Das entwickelte Qualitätsmanagement-T ool analysiert nun die Prozess- und V er-
kehrsdaten der Lichtsignalanlagen dauerhaft und erkennt Unregelmäßigkeiten.
Auch die Qualitätssicherung der ÖPNV-Beschleunigung wird mit der ständigen
Überprüfung der Meldeketten und der Warte- und Signalverlustzeiten einbezogen.
Wichtig für den ÖPNV ist zudem, dass die Detektion aller V erkehrsarten funktions-
sicher ist und die Steuerungsgrundsätze somit beständig aufrechterhalten bleiben.
Das Qualitätsmanagement-T ool unterstützt die Stadt Köln somit darin Qualitäts-
mängel schnell zu identifizieren und zu beseitigen.
Elektrifizierung des Verkehrs
Der kommunale Fuhrpark wird sukzessive elektrifiziert; der Anteil von E-Fahrzeugen steigt
kontinuierlich. Ein flächendeckendes Angebot von Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum wird
bis 2030 angestrebt.
Verknüpfung mit dem Mobilitätsplan „Besser durch Köln“
Der Green City Masterplan dient als wichtige Grundlage und Referenzrahmen für neuere
übergeordnete Mobilitätsstrategien und bildet einen wesentlichen Baustein für den im April
2025 vom Rat beschlossenen Nachhaltigen Mobilitätsplan „Besser durch Köln“ (SUMP). In
Phase 2 (seit Sommer 2025) werden konkrete Maßnahmenpakete ausgearbeitet, in die zahl-
reiche Masterplan-Elemente integriert werden. Der Mobilitätsplan definiert den strategischen
Rahmen bis 2035 und bündelt Maßnahmen in einem übergeordneten, nachhaltigkeitsorientier-
ten Gesamtkonzept und löst damit den Green City Masterplan zukünftig ab.
Bewertung des aktuellen Stands
Der Green City Masterplan war ein wichtiger Baustein in Kölns Strategie hin zu sauberer Luft,
weniger Emissionen und nachhaltiger Mobilität. Er bündelt Maßnahmen, richtet sie nach Prio-
ritäten aus, schafft Fördervoraussetzungen und legt den Grundstein für modernes, umwelt-
freundliches Verkehrs- und Mobilitätsverhalten. Mit Projekten wie MoCKiii zeigt er, dass Köln
bereit ist, datenbasiertes Verkehrsmanagement einzusetzen — also nicht nur umweltpolitisch,
sondern auch technisch moderne Wege zu gehen.
Gleichzeitig zeigt der Umsetzungsstand: Es handelt sich um einen langfristigen Prozess —
viele Maßnahmen sind mittelfristig angelegt, und der Erfolg hängt wesentlich davon ab, ob die
geplanten Schritte systematisch, transparent und konsequent umgesetzt werden.
Die im Green City Masterplan priorisierten Maßnahmen wurden kontinuierlich umgesetzt oder
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in den Nachhaltigen Mobilitätsplan übertragen. Mit dem Mobilitätsplan „Besser durch Köln“
(SUMP) liegt nun ein strategischer Rahmen vor, der die Masterplan-Elemente bündelt, priori-
siert und mit Zeithorizonten versieht. Vor allem im Hinblick auf die Verschärfung der Luft-
schadstoff-Grenzwerte bis 2030 ist diese Vorgehensweise als essenziell einzustufen.
Schlussbemerkung
Die Umsetzung des Green City Masterplans verläuft im vorgesehenen Rahmen. Mit dem Mo-
bilitätsplan „Besser durch Köln“ wurde ein umfassender strategischer Prozess gestartet, der
die Ziele des Masterplans aufgreift, weiterentwickelt und bis 2035 systematisch abbildet und
damit den GCM ablöst.
Die Strategie ist ambitioniert, umfassend und der tatsächliche Wandel wird Zeit brauchen —
viele Maßnahmen sind mittel- bis langfristig angelegt. Der Erfolg hängt stark davon ab, wie
konsequent Planung → Umsetzung → Evaluation verknüpft werden.
Das Gesamtprojektmanagement zur Steuerung und Koordination der Fördermittelbeantra-
gung, eine übergreifende Maßnahmenkoordination und letztendlich die Maßnahmenumset-
zung sind dabei entscheidende Schritte. Die Kommunikation aller Beteiligten kann zudem als
eines der Schlüsselelemente angesehen werden.
Nächste Schritte:
keine
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den:
Anlage 2 - Anlagen_1-5_Steckbriefe_05
280917 Zeichen
Green City Masterplan Köln
Anlage 1:
Maßnahmen M1:
Digitalisierung des Verkehrs
Anlage 2 - Anlagen_1-5_Steckbriefe_05
Steckbrief M1.1 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.1: Erhöhung der Auslastung
beim MIV
Beschreibung der Maßnahme:
Der Besetzungsgrad von Pkw ist oft sehr gering. Je nach Reisezw eck
schwankt der Besetzungsgrad zwischen 1,1 bei dienstlichen Wegen (im Be-
rufsverkehr liegt er nur unwesentlich höher) und 1,7 bei Freize itwegen. Er
beträgt im Mittel über alle Reisezwecke ca. 1,3 Personen pro Pk w. Durch Er-
höhung des Besetzungsgrades sollen Pkw-Fahrten und so Verkehrsl eistung
im Pkw-Verkehr eingespart werden.
Maßnahmen:
Werbung für und Förderung von Fahrgemeinschaften insbesondere im
Berufsverkehr, z.B.
- bei der Stadtverwaltung und stadteigenen Betrieben
- bei großen Arbeitgebern sowie Gewerbegebieten
- im Radio (ggf. im Anschl uss an Verkehrsmeldungen)
Dank digitaler Technik ist es über internetfähige Smartphones oder Navi-
gationssysteme möglich, spontane Fahrgemeinschaften zu vermitteln.
Um die Nutzung der Angebote zu verbessern sind Kooperationen mi t ent-
sprechenden Internetportalen bzw. App-Anbietern wie nordrhein-
westfalen.pendlerportal.de, clevershuttle.org, moia.io, fahrgem ein-
schaft.de, door2door.io, Blabla-Car.de, go-flux.com, oder Flinc .org
1 vorge-
sehen.
Einrichtung weiterer P+M-Parkplätze (Parken und Mitnehmen) für Pendler
im Umland der Stadt Köln.
Die Stadt Köln ruft die anliegenden Gemeinden auf, P+M-Parkplät ze an
den Einfallstraßen in Fahrtrichtung Köln zu errichten. Die Einr ichtung der
P+M-Parkplätze wird von der Stadt Köln mit rund 10.000 € je Ste llplatz ge-
fördert.
Es wird davon ausgegangen, dass innerhalb der nächsten drei Jah re ca.
1 MDR 1 RADIO SACHSEN vom 16.1. 2017: „Die Stadt Leipzig hat gem einsam mit der
Automobil- und Logistikbranche, die rund um das Güterverkehrsze ntrum sowie im
Umfeld des Industrieparks Nord angesiedelt ist, eine zentrale P lattform für Fahrge-
meinschaften gestartet. 13 Unternehmen und das Amt für Wirtschaftsförderung haben
sich mit dem App-Anbieter "Flinc" zusammengetan und bieten den Mitarbeitern die
kostenfreie App, so dass sie sich miteinander vernetzen.“
Steckbrief M1.1 2
Green City Masterplan Köln
1.500 Stellplätze auf P+M-Parkplätzen entstehen.
Die Förderung wird von einem Nachweis abhängig gemacht, dass ei ne
Nachfrage erwartet wird und somit Einsparpotentiale gegeben sin d. Mög-
licherweise können auch Hinweise aus der Bevölkerung (Wunschstandorte
z.B. über digitale Plattformen e rmittelt) als Hinweis zu Einric htung – ggf.
auch zur Erweiterung – von P+M-Plätzen dienen. Dazu ist die Koo peration
mit den umliegenden Städten/Kreisen erforderlich.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung; Arbeitsgruppe Masterplan
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
–
Umsetzungsrisiko/Konfliktpotenzial:
Planung, Bau und Betrieb der P+M-Parkplätze liegt in fremder Verantwortung.
Die Genehmigungssituation ist örtlich unterschiedlich und lässt s e r i ö s e E i n -
schätzung der Umsetzungszeiträume nicht zu.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Wenn eine entsprechende Bewusstseinsbildung bei den Verkehrsteilnehmern
erreicht wird, kann die Zahl der Fahrgemeinschaften weiter steigen.
Schon seit Jahren gibt es Bemühungen die Pkw-Besetzung insbeson dere im
Berufsverkehr zu erhöhen. Im Rahmen von Mobilitätsberatungen in einigen
Firmen wird die Bildung von Fahrgemeinschaften forciert. Maßnah men wie
Mitfahrer-Parkplätze (z.B. an Au tobahn-Anschlussstellen) werden gerne an-
genommen.
Ein (großer) Teil des Potentials ist daher schon in den letzten Jahren abge-
schöpft worden (sicherlich der einfach erreichbare Teil). Die S chwierigkeit
besteht darin, im verbleibenden Restpotential die „richtigen“ M itfahrer zu-
sammenzubringen. Hier können digi tale Kommunikationsplattformen durch-
aus helfen.
Zu beachten ist, dass die Bildung von Fahrgemeinschaften auch z u einer
leichten Verschiebung von ÖV zum IV(-Mitfahrer) führen kann.
Steckbrief M1.1 3
Green City Masterplan Köln
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt2 zeigt für Maßnahmen des
Mobilitätsmanagements mit dem Ziel der Erhöhung des Pkw-
Besetzungsgrades mittlere (Belastungsreduktion 1 - 5 μg/m³) bis geringe (Be-
lastungsreduktion unter 1 μg/m³) Wirkungen bezüglich der NOx-Belastung.
Die Wirkung zusätzlicher P+M-Parkplätze wird folgendermaßen ein geschätzt:
Besonders lohnend ist für die Pendler die Bildung von Fahrgemei nschaften,
wenn am Ziel nur wenig oder teurer Parkraum zur Verfügung steht u n d
gleichzeitig das Ziel mit dem ÖV von P+R-Plätzen aus nicht dire kt (ohne Um-
stieg) bzw. schnell erreichbar ist. Daher wird davon ausgegange n, dass ins-
besondere Pendler mit Zielen im Bereich innerhalb des Gürtels e in Potential
für die Nutzung der P+M-Plätze bilden.
Es wird davon ausgegangen, dass sich zwei bis drei Pkw-Nutzer z usammen-
finden und mit einem Pkw weiterfahren (2,5 Pkw-Fahrten werden z u einer
Fahrt zusammengefasst).
Wird für die Fahrtstrecke auf Kölner Stadtgebiet bis zum Ziel e ine durch-
schnittliche Fahrtstrecke von ca. 14km angenommen, könnten durc h die Nut-
zung der zusätzlichen P+M-Plätze rund 45.000 Pkw-km je Werktag einge-
spart werden. Im Jahr ergibt das eine Fahrleistungseinsparung v on rund 11
Mio. Kfz-km. Das entspricht ca. 3.9t NOx/Jahr.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Eine Quantifizierung bezüglich des Einsatzes von Internetportal en und Apps
zur Bildung von Fahrgemeinschaften speziell für die Stadt Köln ist kaum mög-
lich. Auf Grundlage der MARLIS-Daten wird auch für die Stadt Kö ln von mitt-
leren bis geringen NOx-Einsparungen ausgegangen.
Die NOx-Entlastung durch die zusätzlichen P+M-Plätze wird bezog en auf die
Gesamtstadt als gering eingeschätzt.
Eine besondere Entlastung bestimmter Hot-Spots ist nicht gegeben.
2 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immiss ionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung g esammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
Steckbrief M1.1 4
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Angaben in der MARLIS-Datenbank zu Kosten bezüglich der Erh öhung
des Pkw-Besetzungsgrades durch Mobilitätsmanagement schwanken z wi-
schen gering (0 - 20.000 €) und hoch (100.000 – 1 Mio. €)3.
Die Kosten für die Einrichtung der P+M-Parkplätze entspricht de r vorgegebe-
nen Förderung (10.000 € je Stellplatz). Für die angestrebten 1. 500 Stellplätze
sind somit 15 Mio. € anzusetzen. Die Förderung erfolgt durch St ellplatzablö-
semittel.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Bei entsprechender Kooperationsbereitschaft der lokalen Medien und der
beteiligten Akteure kann – im Sinne der für diese Untersuchung festgelegten
Einstufung – von geringen Kosten (50.000 – 199.000 €) für den T eil des Mo-
bilitätsmanagements ausgegangen werden.
Die zusätzlichen Investitionskosten für die Errichtung von 1.50 0 P+M Park-
plätzen sind als sehr hoch einzustufen. Unter Berücksichtigung der Nut-
zungsdauer von 45 Jahren ergibt sich eine Einstufung in die mit tlere Kosten-
klasse.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit seitens der Stadt und der Unter-
nehmenskommunikation aller beteiligten Akteure
Neue Kanäle für transparente Kommunikation (zum Beispiel: Nutz ung von
Anzeigetafeln in Städten, lokaler Radio- und Fernsehsender etc…)
Einbeziehung der umliegenden Landkreise, v.a. im Hinblick auf den Pend-
lerverkehr (P+M-Parkplätze
Flankierende Maßnahmen:
Förderung des Carsharings
Die Förderung von Carsharing befördert grundsätzlich die Bereitschaft, das
eigene Auto durch differenzierte Mobilitätsangebote zu ersetzen . Dadurch
wird indirekt auch die Bereitschaft zu Fahrgemeinschaften befördert.
- Werbung für Carsharing
- Stellplätze in Carsharing Stellplätze umwidmen
3 Die Einstufung der Kosten in der MARLIS-Datenbank entspricht nicht der für diese
Untersuchung gewählten Abstufung. Die Bezeichnungen „sehr gerin g“, „gering“ etc.
sind daher nicht direkt übertragbar.
Steckbrief M1.2 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.2: Baustellenmanagement
Beschreibung der Maßnahme:
Die digitalen Schnittstellen zwischen Baulastträgern („Regional es Baustel-
lenmanagement“) werden zur Verbesserung der Koordinierung und K ommu-
nikation von Baumaßnahmen ausgebaut. Durchgängige Informationsw eiter-
gabe durch Vernetzung (VIA-Baustelle Verkehrsmanagementsystem) und
Anschluss an den „MobilitätsDatenMarktplatz (MDM)"
Ziel ist die umfassende und frühzeitige Information der Verkehr steilnehmer
über Bauzeiten, so dass die Verkehrsteilnehmer sich auf die Sit uation einstel-
len können. Dabei werden alle Bau stellen berücksichtigt, die Ei nschränkun-
gen für den Verkehrsfluss auf dem „Mobilitätsrelevanten Verkehrsnetz“ (MRV)
verursachen. Alternativrouten werden möglichst von Baustellen freigehalten.
Status Quo:
Der Prozess von Einreichen der Verkehrszeichenpläne im Rahmen e iner
Baumaßnahme bis zur Bereitstellung der Informationen im „Verkeh rskalender
der Stadt Köln“ sieht momentan wie folgt aus:
Einreichen der Verkehrszeichenpläne in Papierform beim zuständ igen
Sachbearbeiter im Sachgebiet Baustellengenehmigungen
Aufnahme der Baumaßnahme durch den Sachbearbeiter – manuell in die
„VIA-Baustelle“-Datenbank1
Erstellung einer Pressemitteilung seitens des Bauherrn – manue ll als
Word-Dokument
Erstellung einer Verkehrsinformation (Schaubild + textliche Ku rzbeschrei-
bung) durch Mitarbeiter der Verkehrsleitzentrale – manuell
Einstellung der Verkehrsinformation in die Imperia Datenbank d urch Mitar-
beiter der Verkehrsleitzentrale – manuell
Veröffentlichung der Verkehrsinformation seitens Imperia Daten bank in
Offene Daten Köln und Internet www.stadt-koeln.de
Darüber hinaus werden heute von der Stadt und deren städtischen Gesell-
schaften langfristig geplante Baumaßnahmen im „Baustellenatlas“ gepflegt.
1 VIA BAUSTELLE ist ein Managementsystem, für die Verwaltung ei ner reibungslosen
Koordination von Baustellen und Straßensondernutzungen; CAOS Co mputersoftware
für Anwendungs-Orientierte Systeme GmbH
Steckbrief M1.2 2
Green City Masterplan Köln
Hierdurch wird die langfristige Planung der Baumaßnahmen koordi niert. Der
Informationsfluss zum Regionalen Baustellenmanagement des Lande sbetrie-
bes Straßenbau NRW fehlt.
Geplante Maßnahme:
Erstellung eines Zugangs (z.B. internetbasierend) und eines Lei dfadens für
Firmen zur Anmeldung/Vorversorgung und zur digitalen Einreichun g von Ver-
kehrszeichenplänen
Erstellung Importschnittstelle zu VIA-Baustelle zur Übernahme der o.g.
Daten
Erweiterung VIA-Baustelle zur Verortung der Baustelleninformat ionen
Erweiterung VIA-Baustelle um Eingabemasken z.B. für Pressemitt eilungen
sowie Verkehrsinformationen/Planskizzen
Erweiterung der Schnittstelle von VIA-Baustelle zum Verkehrsma nage-
mentsystem der Stadt Köln zur Üb ergabe der o.g. Verkehrsinforma tionen
zur Weitergabe an den MDM und die mCloud
Erstellung einer Schnittstelle vom Verkehrsmanagementsystem de r Stadt
Köln zum MDM zur Veröffentlichung der Baustelleninformationen b zw. Er-
eignissen zur verbesserten Routing
Veröffentlichung der Verkehrsinformation via Imperia Datenbank in Offene
Daten Köln und Internet www.stadt-koeln.de sowie mCloud
Zwei Personalstellen zur Versorgung der Baustelleninformatione n im MRV
in VIA-Baustelle und Nachverfolgung der Aktualität der Baustell eninforma-
tionen
Herstellung einer Schnittstelle vom Baustellenatlas (Infrest) z u M D M z u r
Übergabe der Dateien an das Regionale Baustellenmanagement des Lan-
desbetriebes Straßenbau NRW zur verbesserten Koordination von D auer-
baustellen im regionalen Verkehrsnetz
Ziel:
Frühzeitige/zügige Information der Verkehrsteilnehmer über Ver kehrsein-
schränkungen durch Baustellen Verminderung der Behinderungen
Vereinfachung der Nachverfolgung des Genehmigungsstands und St eige-
rung der Terminsicherheit
Steckbrief M1.2 3
Green City Masterplan Köln
Durch frühzeitige Bekanntmachung der Maßnahme Vermeidung von
widersprüchlichen Verkehrsführungen sowie gezieltere Bündelung von
Maßnahmen
Entlastung der Verkehrsleitzentrale um redaktionelle Aufgaben und Kon-
zentration auf die Leitung und Regelung des Verkehrs
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Information über die aktuelle Verkehrslage auf dem MRV (sie he Maß-
nahme 1-3 Kommunikationsaktivitäten) wirkt ergänzend zu den Inf ormationen
bezüglich Verkehrseinschränkung durch Baustellen.
Umsetzungsrisiko/Konfliktpotenzial:
–
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Verminderung der Behinderungen Vermeiden unnötiger Verkehrsbelas-
tungen durch Stau und unnötige Umwege oder die falsche Verkehrs mittel-
wahl
Vereinfachung der Nachverfolgung des Genehmigungsstands und St eige-
rung der Terminsicherheit
Durch frühzeitige Bekanntmachung der Maßnahme Vermeidung von
widersprüchlichen Verkehrsführungen sowie gezieltere Bündelung von
Maßnahmen
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt2 lässt bei Maßnahmen des
Baustellenmanagements i.A. nur geringe Wirkungen (Belastungsred uktion
unter 1 μg/m³) bezüglich der NOx-Belastung erwarten.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die erwarteten Wirkungen werden in die Wirkungsklasse gering eingestuft.
2 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immiss ionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung g esammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
Steckbrief M1.2 4
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Erstellung/Erweiterung eines Zugangs zur digitalen Einreichung von Ver-
kehrszeichenplänen
ca. 10.000 € Grobe Kostenschätzung
Erstellung/Erweiterung Importschnittstelle zu VIA-Baustelle zu r Übernahme
der o.g. Daten
ca. 10.000 € Grobe Kostenschätzung
Erweiterung der Funktionen in VIA-Baustelle zur Verortung von Baumaß-
nahmen
ca. 25.000 € Grobe Kostenschätzung
Erweiterung der Schnittstelle von VIA-Baustelle zur Verkehrsma nagement-
zentrale (Sitraffic Concert) der Stadt Köln
ca. 40.000 € Grobe Kostenschätzung
Einrichtung einer Schnittstelle von Verkehrsmanagementzentrale z u m
MDM sowie zu „offene Daten Köln“ und zur mCloud
ca. 22.000 € (aktueller Förderantrag)
Herstellung einer Schnittstelle vom Baustellenatlas (Infrest) z u M D M z u r
Übergabe der Dateien an das Regionale Baustellenmanagement des Lan-
desbetriebes Straßenbau NRW
ca. 70.000 € (aktueller Förderantrag)
Zwei Personalstellen zur Versorgung der Baustelleninformatione n im MRV
in VIA-Baustelle und Nachverfolgung
Laufende zusätzliche Personalkosten
ca. 150.000 €/Jahr
Insgesamt ergeben sich somit Investitionskosten von 177.000 € u nd jährliche
Kosten von 150.000 €.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten liegen somit unter Berücksichtigung einer Nutzungsda uer für die
Investitionen (Software) von 3 Jahren im mittleren Bereich.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M1.3 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.3: Kommunikationsaktivitäten
Beschreibung der Maßnahme:
Vernetzung der städtischen Verk ehrsinformationssysteme zur Navi gation
(Anschluss an den MobilitätsDatenMarktplatz)
Vernetzung der städtischen Verke hrsinformationssysteme und Verk ehrssteu-
erung mit der Verkehrszentrale NRW zur Aktivierung integrativ v erknüpfter
städtischer und regionaler Verkehrsmanagementstrategien
Im Detail ist u.a. vorgesehen:
1. Aktualisierung und Einrichtu ng des Verkehrsmanagementsystems der
Stadt Köln mit Schnittstelle zum MobilitätsDatenMarktplatz (MDM ) zur
Weiterleitung von Detektordaten als Voraussetzung für optimiertes Rou-
ting
2. Anpassung der Systemebene „Park leitsystem“ als Voraussetzung z u r
Weiterleitung von Parkraumdaten an den MDM zur Verminderung des
Parksuchverkehrs
3. Einrichtung eines Schnittstellenservers von der Lichtsignala nlagensteu-
erungszentrale (Verkehrsrechner) zu „Offene Daten Köln“ bzw. de r
mCloud zur Bereitstellung von Prozessdaten für Mobilitätsdienst leistun-
gen des optimierten Routens und Fahrens in der Stadt
4. Erneuerung des Videosystems auf digitale Technik mit Übertra gungs-
komponenten, Kameras und Videozentrale zur Verkehrsvisualisierung in
der Verkehrsleitzentrale sowie Bereitstellung von aktuellen Bil dern im
Internet zur Information der Verkehrsteilnehmer über die Verkeh rssitua-
tion an kritischen Streckenabschnitten
5. Einkauf von FCD-Daten und Import in das Verkehrsmanagementsy stem
der Stadt Köln zur Verkehrsdetektion auf dem mobilitätsrelevant en Ver-
kehrsnetz (MRV)
6. Aufstellung weiterer 10 LED-Tafeln (Vario-/deWiSta-Tafeln) z ur Ver-
kehrslenkung
Diese Tafeln sollen nicht nur im städtischen Straßennetz, sonde rn auch
im Zulauf auf Köln an strategisch sinnvollen Hauptachsen (auch Auto-
bahnen) positioniert werden.
7. Einrichtung einer 24/7 besetzten Verkehrs- und Tunnelleitzen trale
Steckbrief M1.3 2
Green City Masterplan Köln
8. Entwicklung von ca. 15 - 20 sit uationsspezifischen Strategien zur Ver-
kehrslenkung und technische Versorgung der Schnittstellen zur A nsteu-
erung der LED-Tafeln
Mit dem Ziel:
Frühzeitige/zügige Information der Verkehrsteilnehmer über Ver kehrsein-
schränkungen/Staus via Variotafel etc.
Verbesserung des Routings im Stadtgebiet zur Vermeidung von Pa rksuch-
verkehren und Streckenüberlastungen
Kommunikation zwischen den Beteiligten
damit einher geht die Bündelung von Know-how und die Förderung der Be-
rücksichtigung mehrerer Aspekte bei diversen Problemstellungen
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung; Arbeitsgruppe
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
–
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
–
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt
1 zeigt für Öffentlichkeitsar-
beit bzw. allgemeine Informationen über den Verkehrszustand mei st eine e-
her geringe Wirkung (Belastungsreduktion unter 1 μg/m³) bezügli ch der NOx-
Belastung.
Informationsaktivitäten allgemeiner Art führen zu einer diffuse n Wirksamkeit,
die mit bis zu 1 μg/m³ angesetzt werden kann. Hierzu gehören Ma ßnahmen,
wie eine verbesserte Information über aktuelle oder absehbare B elastungssi-
tuationen und der Apell die Nutzung von Fahrzeugen mit Verbrenn ungsmoto-
ren zu reduzieren bzw. zu vermeiden.
1 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung g esammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
Steckbrief M1.3 3
Green City Masterplan Köln
Entsprechende Maßnahmen sind z.T. bereits durch Systemimplement ierun-
gen vorhanden oder durch Aufbau der Systeme in Umsetzung begriffen.
Individualisierte Informationsaktivitäten – hierzu gehören nebe n der Ansteue-
rung der LED-Tafeln im Straßenraum auch die letztendlich in Nav igationssys-
teme eingespeisten Daten (z.B. über MDM, mCloud oder auch direk t) – be-
ziehen sich auf Verkehrsmanagementstrategien, die spezielle Nut zergruppen
adressieren und über Vernetzung – z.B. mit der Verkehrszentrale des Landes
als Steuerungsstrategien – aktiviert werden können (Bsp. NaviGa r im Raum
Stuttgart). Hierzu ist u.a. eine Analyse der historischen und a ktuellen Ver-
kehrssituationen im Hauptstraßennetz erforderlich. Dies erforde rt ergänzend
zu den vorhandenen stationären Me ssstellen die flächenhafte Aus wertung
von Floating-Car-Data (FCD). Diese Informationen wirken gezielt zu den Zei-
ten mit Problemen und auf die Fahrzeuge, die (voraussichtlich) die Problem-
zonen befahren werden. Somit wirken diese Systeme nicht flächen deckend,
sondern eher achsenhaft.
AVISO kommt in der Untersuchung zu NO 2-Minderungspotentialen2 zu dem
Ergebnis, dass konsequentes permanent eingesetztes optimiertes Routing
gegen Stop&Go die NO 2-Immsission um 1 - 5 μg/m³ senken könnte. Damit
ergäbe sich eine Einstufung in die mittlere Wirkungsklasse.
Temporäre Maßnahmen wirken nur zu den Spitzenzeiten, so dass si ch die
Wirkung hinsichtlich des Jahresmittels an den betroffenen Strec ken reduziert.
Entsprechende Ergebnisse aus dem Projekt dMotion und die Auswer tung der
operativen Funktionen in Düsseldorf zeigen, dass diese Steuerungsstrategien
im Fall von Verkehrsstörungen (ca. 20 % der Betriebszeiten (s. Beitrag zur
AGIT 20173)) zu einer Verbesserung der Reisezeiten der Fahrzeuge beitra-
gen, die den Hinweisen folgen. Somit haben die Fahrer einen Nut zen der die
Befolgung der Anweisung belohnt. Die Befolgungsrate wird im Pro jekt-
schlussbericht zu dMotion4 zwischen 10 und 20% angegeben.
Eine Auswertung von Zähldaten am Hot-Spot Clevischer Ring zeigt , dass in
den 20% am stärksten belasteten Tageszeiten 35 – 40% der Tagesv er-
kehrsmenge abgewickelt wird. Befolgen nun 15% der Fahrzeuge die Umlei-
2 Ermittlung von NO 2-Minderungspotentialen anhand ei ner verursacherbezogenen Er-
hebung an den Belastungsschwerpunkten Clevischer Ring, Luxembur ger Straße und
Aachener Straße in Köln Weiden (Rhein-Center); erstellt von AVISO GmbH im Auftrag
der Stadt Köln; 2018
3 AGIT ‒ Journal für Angewandte Geoinformatik, 3-2017, S. 301-3 08
4 dMotion, Düsseldorf in Motion, Partnerspezifischer Projektsch lussbericht OCA e.V.,
2010
Steckbrief M1.3 4
Green City Masterplan Köln
tungsempfehlungen, werden rund 5 – 6% des Tagesverkehrs umgelei tet. Am
Clevischen Ring wären damit rund 2.600 Kfz/Tag verlagerbar.
Um überschläglich eine Einsparung an NOx-Emissionen abzuschätze n wird
ein Betrachtungsraum von rund 1 km vor und hinter dem Hot-Spot ange-
nommen, in dem diese Verkehre nun nicht mehr emittieren bzw. di e restli-
chen Verkehre einen verbesserten Verkehrsfluss erfahren. Mit Hi lfe des
Handbuches für Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs 5 lassen sich nun,
unter Anwendung der entsprechenden Faktoren, Veränderungen der NOx-
Emissionen abschätzen. Für den Clevischen Ring ergibt sich so e ine lokale
Einsparung an NOx-Emissionen v on rund 1,5 t/Jahr (Summe aus bei den
Richtungen – Umleitungen ggf. richtungsspezifisch zu unterschie dlichen Zei-
ten) für diesen Bereich.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung ist hauptsächlich an den entlasteten Strecken, also achsenhaft
gegeben. Gesamtstädtisch wird die Wirkung durch die längere Fah rstrecke
der umgeleiteten Fahrzeuge teilweise kompensiert. Ist die Umlei tungsstrecke
deutlich länger, kann trotz eines Zeitgewinns der Kraftstoffver brauch und
Schadstoffausstoß über die Summe der Strecke größer werden, als bei der
Fahrt durch den Stau. Die gesamtstädtische Wirkung ist daher be zogen auf
die Schadstoffentlastung gering bis sehr gering.
Die Wirkung temporärer Umleitungsempfehlungen ist bezogen auf d en ent-
lasteten Abschnitt als gering bis mittel anzusetzen. Je nach Be folgungsgrad
kann eine Verflüssigung des Verkehrs am Hot-Spot erreicht werde n. Somit
ergibt sich letztendlich eine Reduktion der Schadstoffbelastung an den kriti-
schen (mit gesundheitsgefährdenden Konzentrationen belasteten) Punkten.
Aufgrund der Möglichkeit flexibel auf die Schadstoffkonzentrati onen an den
kritischen Strecken zu reagieren, erfolgt die Einstufung in die mittlere Wir-
kungsklasse.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Informations-/Kommunikationsmaßnahmen allgemeiner Art
5 Handbuch für Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs (HBEFA) – Version 3.3 /
24.04.2017; Entwickelt durch INFR AS AG mit Inputs weiterer Inst itute; siehe:
http://www.hbefa.net
Steckbrief M1.3 5
Green City Masterplan Köln
Anbindung Concert an MDM
~132.000 € aktueller Förderantrag 6
Ertüchtigung Parkleitsystem mit Anbindung MDM
~676.200 € aktueller Förderantrag
Ertüchtigung Videoverkehrsbeobachtung mit Übertragung an koeln .de und
MDM
~170.000 € aktueller Förderantrag
Einrichtung Schnittstellens erver zu Offene Daten Köln
~20.000 € aktueller Förderantrag
Entwicklung von 30 allgemeiner Informationsstrategien und tech nische
Versorgung der Schnittstellen
~300.000 €
Individualisierte Informations-/Kommunikationsmaßnahmen
Erneuerung 19 LED-Tafeln zur Verkehrsinformation
~2,2 Mio € aktueller Förderantrag (siehe Maßnahme M1.4)
Erweiterung LED-Tafeln um 10 Standorte
1,5 Mio € (grobe Schätzung)
Einrichtung technischer Schnitts tellen zum Import von FCD – Daten
150.000 €
Einrichtung einer 24/7 besetzten Verkehrs- und Tunnelleitzentr ale
4 Mio. € (grob abgeschätzt)
Bezug von FCD-Daten durch Dienstleister
500.000 € jährlich
Entwicklung von 15 - 20 situationsspezifischer Strategien und technische
Versorgung der Schnittstellen
30.000 €
Insgesamt ergeben sich Investitionskosten in Höhe von rund 7,5 Mio. Euro.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
In der Summe der Maßnahmen ergeben sich sehr hohe Investitionskosten.
Verteilt über den Nutzungszeitraum von 15 Jahren liegen die Kos ten in die
Kostenklasse hoch (500.000 bis unter 1 Mio. Euro).
6 Förderantrag der Stadt Köln zur Fördermaßnahme: Digitalisieru ng kommunaler Ver-
kehrssysteme im Förderbereich: Digitalisierung kommunaler Verke hrssysteme – Ers-
ter Aufruf, vom 23.03.2018
Steckbrief M1.3 6
Green City Masterplan Köln
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Die Maßnahmen setzen die Einrichtung einer 24/7 besetzten Verke hrs- und
Tunnelleitzentrale voraus. Mit der Verkehrsleitzentrale und der Tunnelwarte
befindet sich die Stadt im „Vorlaufbetrieb“ Die Betriebsaufnahm e der Zentrale
ist in Ende 2019/Anfang 2020 vorgesehen.
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M1.4 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.4: Stauhinweise auf Verkehrsleit-
tafeln (Vario-Tafeln)
Beschreibung der Maßnahme:
Die Stadt Köln betreibt zurzeit 17 Variotafeln – davon ist ein Standort defekt,
16 sind zzt. in Betrieb. Sie sollen durch modernere Systeme ers etzt werden.
Zusätzlich sind 2 weitere Variotafeln an Standorten vorgesehen, die ursprüng-
lich schon einmal mit Variotafeln bestückt waren, aber aufgrund von Baumaß-
nahmen in den letzten Jahren entfallen sind.
S101 A559, Östlicher Zubringer
S110 Stadtautobahn A4
S113 A555, Bonner Verteiler
S114 A57 Stadtautobahn
S115 Bergisch Gladbacher Straße, AS Dellbrück
S116 B8, Düsseldorfer Straße
S117 Bergisch Gladbacher Straße, Stadtgrenze
S118 Mülheimer Zubringer
S119 Militärring in Höhe Buschweg
S120 Venloer Straße (zzt. Defekt)
S121 Olpener Straße, Ortsgrenze Bergisch Gladbach
S122 Östlicher Zubringer, Am Grauen Stein
S123 B8 Frankfurter Straße, Wahn
S124 Luxemburger Straße, Ortsgrenz e Hürth (zzt. nicht besetzt)
S125 Aachener Straße
S130 Cäcilienstraße
S131 Bayenstraße (zzt. nicht besetzt)
S132 Niederländer Ufer
S133 Pfälzischer Ring
Eine Übersicht zur Lage der Vario-Tafeln gibt das nachfolgende Bild.
Steckbrief M1.4 2
Green City Masterplan Köln
Bild 1: Aufstellorte der Variotafeln
Somit sollen in Zukunft 19 Variotafeln mit moderner Technik betrieben werden.
Die Variotafeln dienen zur Verkehrsinformation, insbesondere zu r Schaltung
von Stauhinweisen und ggf. alternativen Routenempfehlungen. Dam it sollen
Staus reduziert bzw. zusätzliche Staulängen vermieden werden. E s ist beab-
sichtigt, dass
Verkehrsteilnehmer in Stausituationen verstärkt Alternativrout en nut-
zen.
Hinweise auf P+R-Angebote inkl. Angabe des Fahrzeitgewinns geg e-
ben werden und so zum Umsteigen motiviert wird.
Stau noch stärker in das Bewusstsein der MIV-Nutzer kommt und so vor
Antritt der Fahrt über alternative Transportmöglichkeiten nachg edacht
wird.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Maßnahme trägt zum Erfolg der Maßnahme 1.3 Kommunikationsak tivitä-
ten bei, sofern die erneuerten Anzeigetafeln in die im Rahmen der Maßnahme
1.3 entwickelten Strategien integriert werden.
Steckbrief M1.4 3
Green City Masterplan Köln
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
–
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Hinweise bei Stausituationen werden bereits seit der Inbetriebn ahme der Va-
rio-Tafeln vor circa 20 Jahren geschaltet.
Evaluierungen der Wirkung sind jedoch nicht bekannt.
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt 1 zeigt für Verkehrsleitsys-
teme eine mittlere (Belastungsreduktion 1 - 5 μg/m³) bis gering e (Belastungs-
reduktion unter 1 μg/m³) Wirkung bezüglich der NOx-Belastung.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Da schon heute 16 Tafeln in Betrieb sind und nur drei Standorte hinzukommen,
ergibt sich lediglich ein geringer Effekt. Möglicherweise wird durch differenzier-
tere Anzeige (neue Möglichkeiten durch neue Technik) die Aufmerksamkeit der
Verkehrsteilnehmer eher geweckt und die Befolgungsrate leicht verbessert.
Insgesamt wird durch diese Erneuerung der Verkehrsleittechnik gegenüber der
heutigen Situation nur ein geringer Effekt bei der Schadstoffreduktion erwartet.
Die Erneuerung der Technik erscheint jedoch wichtig, da mit Entfall/Ausfall der
mehr und mehr in die Jahre kommenden Anzeigetafeln ein gegenteiliger Effekt
(Verschlechterung der Situation) erfolgen kann.
Ein weiterer Vorteil der neuen Technik ist neben den verbessert en Anzeige-
möglichkeiten die energieeffizientere Anzeige, was zur Senkung der Betriebs-
kosten führt. Hier besteht die Möglichkeit, Energie einzusparen und so zumin-
dest (indirekt) den CO2 Ausstoß des Verkehrs zu reduzieren.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Maßnahme ist in zwei Schritten vorgesehen:
Schritt 1: Umrüstung der Zent rale und von 9 Standorten.
Schritt 2: Umrüstung von 10 weiteren Standorten.
1 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Straßen;-
Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung gesamm elt beschrieben
und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018vv
Steckbrief M1.4 4
Green City Masterplan Köln
Die Kosten für den Umbau werden entsprechend der Kostenschätzun g der
Stadt Köln zur Erneuerung der Anzeigen des Verkehrsleitsystems Köln (Um-
rüstung auf LED-Technik) mit rund 2,2 Mio. Euro angesetzt.
Laufende Kosten für den Betrieb entstehen durch Wartungs-, Strom- und Per-
sonalkosten. Diese Kosten werden als niedrig eingeschätzt. Die Texthinweise
werden im laufenden Betrieb der Verkehrsleitzentrale (VLZ) erstellt.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Investitionskosten sind hoch.
Unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer von 15 Jahren ergibt sich eine Ein-
stufung in die Kostenklasse gering (50.000 bis unter 200.000 €).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Die Personalausstattung zur Bedienung der Anzeigen ist bereits vorhanden.
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M1.5 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.5: Lkw-Führungskonzept
Beschreibung der Maßnahme:
Das Lkw-Führungskonzept beschreibt einen Lkw-Routenplan, welche r die
Erreichbarkeit aller Gewerbegebiete sicherstellt und die Belast ung empfindli-
cher Nutzungen durch Lkw-Verkehre – insbesondere Durchgangsverk ehre in
Wohngebieten – vermeiden soll. Komplettiert wird dieser Routenp lan durch
weitere Informationen, wie Lkw-Beschränkungen hinsichtlich Höhe nbegren-
zungen an Unterführungen oder Lastbegrenzungen auf Brücken.
Bild 1: Lkw-Führungskonzept der Stadt Köln (2012) [Stadt Köln]
Steckbrief M1.5 2
Green City Masterplan Köln
Arbeitspunkte:
Vervielfältigung des Lkw-Routenplans und Verteilung an Spediti onsfir-
men.
Einarbeiten des Lkw-Netzes in den Verkehrskalender Logistik (e xistiert
bereits mit Informationen zu Baustellen und Lkw-Restriktionen:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/verkehr/verkehrskalender-
logistik/)
Bild 2: Beispieldarstellung aus dem Verkehrskalender Logistik
[http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/verkehr/verkehrskalender-logistik/]
Einbindung des Lkw-Netzes und Restriktionen für Lkw in Softwar e, die im
Rahmen des NVR / VRS-Projektes erstellt wird.
Integration des Lkw-Netzes – insbesondere der Restriktionen – in die
Netze der Navigationssysteme. Insbesondere in frei zugängliche Syste-
me (Google, Open-Street-Map). Dazu dient die Bereitstellung der Infor-
mationen auf Datenplattformen, wie dem Mobilitätsdatenmarkplatz und
der mCloud.
Ggf. sind die Anbieter von Navigationssystemen auf das (kostenf reie)
Angebot hinzuweisen.
Erstellung eines digitalen Verkehrszeichenkatasters als Grundl age für
stadtverträgliche Lkw-Navigation sowie Beschaffung mobiler Endg eräte
Steckbrief M1.5 3
Green City Masterplan Köln
zur Eingabe von Veränderungen als Grundlagenversorgung des regi ona-
len Projektes zur stadtverträglichen Lkw-Navigation1.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Maßnahme: Transitverbot für Lkw (Steckbrief M1.6)
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Transitstrecken (Bundesstraßen) für Transportverkehr müssten au fwendiger
geregelt werden.
Es können sich Umwege für den Lkw-Verkehr ergeben. Unterschiedliche Inte-
ressen der Wirtschaft und des Umweltschutzes stehen sich entgegen.
Sofern eine „freiwillige“ Meid ung der sensiblen Strecken nicht erfolgt, sind
Sperrungen (Lkw-Verbote) erforderlich. Die Kontrolle ist sehr s chwierig
(Quell- / Zielverkehr bleibt zulässig) und ggf. personalintensiv.
Automatisierten Kontrollen (z.B. Kennzeichen-Scan) steht ggf. d er Daten-
schutz entgegen.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Ziel ist die Bündelung der Lkw-Verkehre (>3,5 t) auf Hauptverke hrsstrecken
und eine Verlagerung in weniger sensible Bereiche, wie beispiel sweise auf
anbaufreie oder nur mit Gewerbeimmobilien angebaute Strecken. D araus
resultierend ergibt sich eine lokale Entlastung von Wohngebiete n bzw. ande-
ren empfindlichen Bereichen.
Zudem gilt, dass mit einer Bündelung des Verkehrs auf ohnehin s tärker be-
lasteten Strecken oft ein kaum merklicher Anstieg der Belastung einhergeht,
während die Entlastungseffekte im untergeordneten Netz deutlich spürbar
sind.
Von besonderer Bedeutung ist die Integration des Lkw-Führungsne tzes in
Navigationssysteme. Mit zunehmen der Verwendung von Navigationss yste-
men, die fahrzeugspezifische Restriktionen verarbeiten können, steigt auto-
matisch die Befolgung des Lkw-Netzes (solange die Zusatzinfos n ur in spezi-
ellen (teuren) Navis abrufbar sind, ist die Wirkung gering).
1 Siehe hierzu auch: http://www.v m.nrw.de/presse/pressemitteilungen/Archiv-des-VM-
2017/2017_12_21_Lkw-Routing/index.php; zuletzt besucht am 06.07.2018
Steckbrief M1.5 4
Green City Masterplan Köln
Befragungen von Lkw-Fahrern haben ergeben, dass die meisten Lkw -Fahrer
bisher Navigationsgeräte benutzten, jedoch oft keine speziellen L k w -
Navigationsgeräte2. Dies mag zurzeit daran liegen, dass die fahrzeugspezifi-
schen Informationen nicht ausreichend sind und daher die höhere n Kosten
solcher Geräte nicht als lohnenswert gesehen werden. Die (mögli chst flä-
chendeckende) Bereitstellung und Implementierung entsprechender Daten ist
daher essentiell und wird als der Kernpunkt dieser Maßnahme ges ehen. Er-
gänzend zu der Bereitstellung der Daten hat die Bundesregierung ein Förder-
programm zur Ausstattung von Fahrzeugen mit entsprechenden Navi gations-
geräten für den Güterfernverkehr aufgelegt3.
Die Auswertung der MAR LIS-Datenbank der BASt 4 zeigt für Lkw-
Routenkonzepte eine mittlere (Belastungsreduktion 1 - 5 μg/m³) bis geringe
(Belastungsreduktion unter 1 μg /m³) Wirkung bezüglich der NOx-B elastung.
Dies gilt für die Messungen an Hot-Spots jedoch nur, wenn die F ührung der
Lkw-Routen diese Stellen auch umfährt.
Im Rahmen der COST-Aktion 321 5 wurde bezüglich der Lkw-Fahrleistung im
nachgeordneten Straßennetz ein Rückgang der Lkw-Fahrleistung vo n im Mit-
tel -51% (mindestens -31%) festgestellt. Aufgrund der erforderl ichen „Umwe-
ge“ zur Meidung der empfindlichen Netzabschnitte ergibt sich fü r die betrach-
teten Regionen (Stadt und Umland) ein mittlerer Zuwachs der Lkw -
Fahrleistung um +6,6%. Da jedoch die Verweildauer der Lkw im Ne tz nicht so
stark ansteigt (+4,8%), kann davon ausgegangen werden, dass die Verkehre
auf dem Übergeordneten Netz zügiger abgewickelt werden, so dass der glo-
bale Anstieg von Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß weni ger stark
ausfällt als der Fahrleistungszuwachs erwarten lässt. Dies zeig t auch der im
Rahmen der Untersuchung für die Region ermittelte Anstieg des K raftstoff-
verbrauchs um +4,8%. Für die sensiblen Bereiche der Innenstadt und der
2 Fraunhofer IML, Logiball (2010); Stadtverträgliche Navigation von Lkw in der Metropo-
le Ruhr; Forschungsvorhaben im Auftrag der Städte Dortmund und Hamm, der Indust-
rie- und Handelskammer zu Dortmund und der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr.
(siehe auch: http://lkw-navigation.metropoleruhr.de/downloadbereich.html)
3 Siehe hierzu auch: http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/S tV/ Infrastrukturabga-
be/lkw-maut-foerderprogramm-sicherheit-und-umwelt.html?nn=12830; zuletzt besucht
am 26.07.2018
4 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung g esammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
5 Ingenieurgruppe IVV (1999); Stadt verträglicher Güterverkehr – Ermittlung von Maß-
nahmenwirkungen zur umweltfreundlichen Führung des Güterverkehr s in städtischen
Straßennetzen; Forschungsbereich im Rahmen der COST-Aktion 321
Steckbrief M1.5 5
Green City Masterplan Köln
untergeordneten Netzelemente ist in jedem Fall mit einer lokale n Entlastung
zu rechnen. Jedoch ergibt sich in der Gesamtbilanz – insbesonde re hinsicht-
lich des Treibhauseffektes – ein ungünstiger Effekt.
Eine durch Vorher-/Nachher-Zählungen in den Jahren 1997/98 durc hgeführte
Evaluierung des in Bremen zuvor eingeführten Lkw-Führungsnetzes 6 zeigt
kein eindeutiges Bild hinsichtlich der Entlastung der nicht als Lkw-Strecke
gekennzeichneten Straßen. Die Verlagerung vom untergeordneten ( nicht
Lkw-) Netz zu Strecken des Lkw-Führungsnetzes ist nicht in dem Maße er-
folgt, wie zuvor aufgrund einer modelltechnischen Untersuchung abgeschätzt.
Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass seinerzeit die Be kanntma-
chung des Lkw-Netzes lediglich über die Presse sowie eine an Be triebe,
Fernfahrer und Institutionen verteilte Papierkarte erfolgte (en tsprechend der
damaligen Möglichkeiten). Gerade mit Einbeziehung der digitalen Medien und
insbesondere der Navigationssyst eme sollte heutzutage eine bess ere Zieler-
reichung möglich sein. Gleichwohl muss auch zurzeit davon ausge gangen
werden, dass Strecken, die zwar keine Lkw-Strecke sind, aber au ch keine
„harten“ Restriktionen besitzen, vom Lkw-(Durchgangs)-Verkehr g enutzt wer-
den, wenn sonst ein zu großer Umweg entsteht.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Das Lkw-Führungskonzept der Stadt Köln hat derzeit lediglich ei nen empfeh-
lenden Charakter. Dennoch könnten bei einer Umsetzung einige Ge biete mit
überwiegender Wohnnutzung vom Lkw-Transitverkehr entlastet werd en. So
lange jedoch die übergeordneten Lkw-Verbindungsstrecken (Autoba hnen,
Bundes- und Landesstraßen) Restriktionen für den Lkw-Verkehr au fweisen
(wie z.B. die Lkw-Beschränkung der Leverkusener Brücke), wird e s unum-
gänglich sein, dass der Lkw-Verkehr ggf. auch andere als im Lkw -Routenplan
ausgewiesene Strecken befährt.
Abgeleitet aus den Ergebnissen der o.g. Untersuchungen kann auc h für die
Stadt Köln davon ausgegangen werden, dass das Lkw-Führungsnetz im
nachgeordneten Straßennetz deutliche Entlastungen bringen kann. Gesamt-
städtisch ist jedoch kaum mit einer Reduktion der Schadstoffbel astung zu
rechnen.
Die Wirkung auf die Streckenabschnitte, an denen Messstellen (M essstatio-
nen oder Passivsammler) installi ert sind, ist ambivalent zu seh en. Nur einige
6 Ingenieurgruppe IVV und Büro für Verkehrsökologie (BVÖ) (1998 ); Verkehrserhebun-
gen im Rahmen des Lkw-Führungskonzeptes 1997 und 1998 – Erläute rungsbericht;
im Auftrag der Hansestadt Bremen
Steckbrief M1.5 6
Green City Masterplan Köln
der Messstellen liegen an Straßen, die nicht als übergeordnete oder nachge-
ordnete Lkw-Verbindung angegeben sind. Die Messstelle Brühler L andstraße
(mit Passivsammler) wird erst mit dem Neubau der Ortsumgehung M esche-
nich aus dem Lkw-Netz fallen.
Für die Messstellen an Straßen des Lkw-Netzes ist aufgrund der Bündelung
des Lkw-Verkehrs eher mit einer Zunahme der Lkw-Belastung zu rechnen7.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Grundsätzlich liegt die Streckendefinition zum Lkw-Führungsnetz vor und
kann in den offenen Daten der Stadt Köln eingesehen werden.
Darüber hinaus wird auf Grundlage eines aktuellen Förderantrags die Erstel-
lung eines digitalen Verkehrszeichenkatasters für das Stadtgebi et Köln vor-
genommen (~500.000 €).
7 Hierbei wird das als Einzelmaß nahme gelistete Lkw-Durchfahrts verbot nicht berück-
sichtigt, das dazu einen eigenen Steckbrief gibt.
Name / Funktion Lkw-Netz?
Clevischer Ring / Messstelle Ja – übergeor dnete Lkw-Verbindung
Justinianstraße / Passivsammler Ja – nachgeordnete Lkw-Verbindun g
Turiner Straße / Messstelle Ja – nachgeordnete Lkw-Verbindung
Neumarkt / Passivsammler Ja – nachgeordnete Lkw-Verbindung
Aachener Straße; Rhein Center Weiden /
Passivsammler Ja – übergeordnete Lkw-Verbindung
Brühler Landstraße / Passivsammler Ja – nachgeordnete Lkw-Verbindung;
(zumindest bis zum Bau der Ortsumgehung)
Lindweiler Weg / Passivsammler Nein
Luxemburger Straße / Passivsammler Ja – nachgeordnete Lkw-Verbin dung
Bergisch Gladbacher Straße / Passivsammler Ja – nachgeordnete Lkw-Verbindung
Dellbrücker Hauptstraße / Passivsammler Ja – nachgeordnete Lkw-V erbindung
Hauptstraße Porz / Passivsammler Nein
Messpunkte Verkehr:
Steckbrief M1.5 7
Green City Masterplan Köln
Eine Kostenschätzung bezüglich weiterer Arbeitsschritte, wie de r tatsächli-
chen Integration in (Lkw-)Navigationssysteme liegt nicht vor.
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt zeigt für Lkw-
Routenkonzepte meist mittlere Kosten. (20.000 bis 100.000 €).
Um das Lkw-Routenkonzept aktuell zu halten (z.B. Anpassung an v eränderte
Gebietsnutzungen, verändertes Streckennetz, …) wir ein jährlich er Aufwand
von 30.000 € geschätzt.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten für die Digitalisierung des Verkehrszeichenkatasters sowie die
weitere Verbreitung und insbesondere das Vorantreiben der Integ ration in
(Lkw-)Navigationssysteme werden als hoch (550.000 bis 600.000 € ) einge-
schätzt.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Kooperation mit den Herstellern der Grundlagenkarten für Naviga tionssoft-
ware und mit dem VRS bezüglich des im Aufbau befindlichen Lkw-
Routingsystems.
Regelmäßige Aufbereitung aktualisierter Netzdaten.
Bereitstellung der Daten über den VRS und die Datenplattformen.
Flankierende Maßnahmen:
Bewerbung bzw. Bekanntmachung des Verkehrskalenders Logistik u nd
Bereitstellung der Daten in der mCloud und dem Mobilitätsdaten-
Markplatz.
Mitwirkung im Projekt „Stadtverträgliche Lkw-Navigation“ beim NVR /
VRS
Veröffentlichung in den Online Portalen „Kölner Verkehrskalend er“ und
www.mobil-im-Rheinland.de.
Integration des Lkw-Routenpla ns in Lkw-Navigationssysteme.
Steckbrief M1.6 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.6: Transitverbot für Lkw
Beschreibung der Maßnahme:
Transitverbot für Lkw > 7,5t in der Innenstadt (innerhalb der I nneren Kanal-
straße).
Im Rahmen der Erstellung des Lkw-Führungskonzeptes (2012) wurde n auf
der Rheinuferstraße und auf der Nord-Süd-Fahrt bis zur Vorgebir gstraße ho-
he Lkw-Anteile festgestellt. Dieser starke Lkw-Verkehr ist für den Innenstadt-
bereich, der weitestgehend frei von Gewerbegebieten ist, besond ers belas-
tend. Um hier eventuelle Lkw-Durchgangsverkehre zu unterbinden, wurde im
Lkw-Führungskonzept eine Variante mit dem Transitverbot für Lkw über 7,5t
für den Innenstadtbereich entworfen. Die Stadt Köln hat beim Land NRW eine
solche Maßnahme bereits angemeldet.
Für die Genehmigung eines Durchfahrtsverbotes muss der zzt. tat sächlich
vorhandene Durchgangsverkehr ermittelt werden, um die Notwendig keit der
Maßnahme zu dokumentieren. Die Durchführung der teuren Erhebung en ist
Teil der Maßnahme (Vorbereitung).
Bild 1: Zone mit Lkw-Durchfahrtsverbot gem. Vorschlag von 2012 [Stadt Köln]
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Steckbrief M1.6 2
Green City Masterplan Köln
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Maßnahme: Lkw-Führungskonzept (Steckbrief M1.5). Im Lkw-
Führungskonzept ist die ggf. erfolgte Innenstadtsperrung zu berücksichtigen.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Die Kontrolle ist sehr schwierig (Quell-/Zielverkehr bleibt zul ässig) und ggf.
personalintensiv. Automatisierten Kontrollen (z.B. Kennzeichen- Scan) steht
ggf. der Datenschutz entgegen.
Das Risiko erwischt zu werden, ist somit nicht sehr groß. Die B efolgungsrate
daher ggf. klein – insbesondere, wenn relativ große Umwege notw endig wer-
den.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Aufgrund der hohen Lkw-Anteile/-Belastungen an einigen Straßen im Innen-
stadtbereich wird ein nicht unerheblicher Anteil an Durchgangsv erkehren
vermutet. Sollten tatsächlich im Innenstadtbereich die hohen Lk w-Anteile am
Gesamtverkehr nicht dem notwendigen Anlieferverkehr, sondern de m Durch-
gangsverkehr zuzurechnen sein, so könnte ein Transitverbot für Lkw > 7,5t
zur einer Minderung des Lkw-Verkehrs in dem definierten Innenst adtbereich
führen. Die Wirksamkeit eines Transitverbots müsste durch das L andesamt
für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) nachgewiesen we rden.
Dazu sind umfangreiche Verkehrserhebungen erforderlich, in dere n Rahmen
der zzt. tatsächlich vorhandene Lkw-Durchgangsverkehr ermittelt w i r d , z . B .
über Kennzeichenerfassungen.
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt 1 zeigt für Durchfahrtsver-
bote bzw. Lkw-Sperrungen eine hohe Wirkung (Belastungsreduktion 5 - 1 0
μg/m³) bis mittlere Wirkung (Belastungsreduktion 1 - 5 μg/m³) b ezüglich der
NOx-Belastung, seltener auch eine geringe Wirkung (Belastungsre duktion
unter 1 μg/m³). Stuttgart gibt hier nach Inkrafttreten des Durc hgangsverkehrs-
verbotes Rückgänge der NOx-Belastungen von bis zu 15% an.
1 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung g esammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
Steckbrief M1.6 3
Green City Masterplan Köln
Im Rahmen der COST-Aktion 321 2 wurde in den seinerzeit betrachteten Mo-
dellstädten ein deutlicher Rückgang der Lkw-Fahrleistung im Inn enstadtbe-
reich festgestellt. Demgegenü ber zeigten die übrigen Stadtberei che einen
Zuwachs von 3,5%. Auch beim Kraftstoffverbrauch hat die Untersu chung po-
sitive Effekte für die Innenstädte jedoch eine leichte Zunahme für die Ge-
s a m t s t a d t ( i m M i t t e l + 0 , 7 % ) a u s g ewiesen. Damit kann abgeleitet werden,
dass auch bei den Schadstoffen eine Entlastung der empfindliche n Bereiche
möglich ist, jedoch die Gesamtbilanz insbesondere hinsichtlich des Treib-
hauseffektes ungünstig ist.
Mit dem bei der IVV GmbH & Co. KG vorliegenden regionalen Verke hrsmo-
dell, das schon im Zuge mehrerer Untersuchungen im Raum Köln ei ngesetzt
wurde3, ist eine Abschätzung der Wirkungen eines Lkw-Durchfahrtsverbo ts in
der Kölner Innenstadt erfolgt. Die Modellrechnung zeigt Belastungsrückgänge
in der Verbotszone, insbesondere im Zuge der Deutz-Mülheimer St raße, der
Rheinuferstraße sowie der Straßenverbindungen zwischen der Seve rinsbrü-
cke und der Aachener Straße, der Luxemburger Straße und der Vor gebirgs-
straße.
Demgegenüber steigen die Lkw-Belastungen auf den um die Verbots zone
herumführenden Straßen. Zum einen auf dem den Sperrbereich umgebenden
linksrheinischen Ring aus Innerer Kanalstraße / Universitätsstr aße / Weiß-
hausstraße / Am Vorgebirgstor / Bischofsweg / Marktstraße / Sch önhauser
Straße. Rechtsrheinisch ergeben sich u.a. auch Zunahmen auf dem ohnehin
hoch belasteten Clevischen Ring und dem Bergischen Ring. Weiter hin steigt
die Belastung auf dem südlichen Autobahnring.
In der Modellrechnung ergibt sich eine Entlastung der Kölner In nenstadt um
rund 620.000 Lkw-km/Jahr – rund 7 - 8% der Fahrleistung schwere r Lkw
(über 7,5t) im Sperrbereich. Damit könnte die Innenstadt um ca. 0,9t
NOx/Jahr entlastet werden. In der Gesamtstadt steigt aufgrund d er Belas-
tungszunahmen in den Straßen um den Sperrbereich die Lkw-Fahrle istung
um rund 125.000 Lkw-km/Jahr. Auf den Autobahnabschnitten auf de m Stadt-
gebiet nimmt die Lkw-Fahrleistung um rund 990.000 Lkw-km/Jahr zu.
2 Ingenieurgruppe IVV (1999); Stadt verträglicher Güterverkehr – Ermittlung von Maß-
nahmenwirkungen zur umweltfreundlichen Führung des Güterverkehr s in städtischen
Straßennetzen; Forschungsbereich im Rahmen der COST-Aktion 321
3 Da das Modellsystem im Raum Köln insbesondere für Untersuchun gen im Zuge von
ÖV-Maßnahmen eingesetzt wurde, ist für die Straßennetzbelastungen eine Nachkalib-
rierung anhand maßgebender Querschnitte erfolgt. So konnte für die Untersuchung
des Lkw-Durchfahrtsverbotes ei ne (qualitative) Abschätzung der Effekte im Netzmo-
dell ermöglicht werden.
Steckbrief M1.6 4
Green City Masterplan Köln
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Bei der Wirkungsabschätzung ist zu beachten, dass durch die Maß nahme
nicht nur Verkehre, die Köln durchqueren, betroffen sind, sonde rn auch Ver-
kehre, die Quelle und Ziel bzw. mehrere Ziele in Köln haben, jedoch keines in
der Innenstadt. Somit müssen auch Fahrten, die z.B. von Bayenth al/Rader-
berg nach Nippes führen, die Innenstadt umfahren.
Gleichzeitig ist zu berücksichti gen, dass aufgrund der Sperrung der Deutzer
Brücke für Lkw über 3,5t zul. GG schon heute eine gewisse – gut kontrollier-
bare – Restriktion im Ost-West orientierten Durchgangsverkehr gegeben ist.
In der Achse parallel zum Rhein – insbesondere über die Rheinuf erstraße
und ggf. über die Nord-Süd-Fahrt (auch wenn dies in der modellt echnischen
Abschätzung so nicht direkt sichtbar wurde) ist durchaus ein de utlicher
Durchgangsverkehr denkbar, da durch die weit in die Stadt hinei nreichenden
Autobahnstutzen der A57 im Nordwesten und der Östlichen Zubring erstraße
(als Verlängerung der A559) im Südosten sowie die leistungsfähi ge weitge-
hend niveaufreie Verbindung über die Severinsbrücke und weiter über die
Nord-Süd-Fahrt eine gute Verbindung durch die Stadt Köln gegeben ist.
Die zu erwartenden Wirkungen auf die Streckenabschnitte, an den en Mess-
stellen (Messstationen oder Passivsammler) installiert sind, sind je nach Lage
zur Verbotszone unterschiedlich. Da die meisten Messstellen an Straßen in-
stalliert sind, die eine direkte Alternativroute zur Durchfahru ng der Innenstadt
darstellen, wird die Wirkung für die entsprechenden Punkte meis t als neutral
eingestuft (Ausnahme: Clevischer Ring). Messstellen im Bereich der Verbots-
zone sollten einen (leichten) Rückgang des Lkw-Verkehrs und damit auch der
Schadstoffbelastung registrieren.
Insgesamt wird für die Maßnahme eine mittlere Wirkung für die I nnenstadt
und die dortigen Messstellen, jedoch keine (ggf. sogar eine kon traproduktive)
Wirkung für die Gesamtstadt eingeschätzt.
Steckbrief M1.6 5
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Als Grundlage ist die Angemessenheit der Maßnahme nachzuweisen. Dazu
erforderliche Verkehrserhebungen sind mit Kosten von ca. 100.00 0 bis
200.000 € verbunden. Im Bereich der evtl. Anforderung eines Lkw -
Transitverbots (z. B. an der Rheinuferstraße) besteht derzeit k eine Schad-
stoffmessstation, um die Wirksamkeit nachzuweisen. Der Betrieb solch einer
Anlage verursacht Kosten in Höhe von etwa 50.000 € im Jahr.
Die Beschilderung nach StVO wird mit ca. 20.000 € geschätzt. Die Ergänzung
der wegweisenden Beschilderung (auch im weiteren Umfeld) benöti gt ca.
100.000 €.
Kontrollen des fließenden Verkehrs wären durch die Polizei durc hzuführen.
Die damit verbundenen (Personal-)Kosten sind nicht direkt zu beziffern.
Name / Funktion Wirkung durch Transitverbot für
Lkw im Innenstadtbereich
Clevischer Ring / M essstelle N egativ
Justinianstraße / Passivsammler Positiv
Turiner Straße / Messstelle Positiv
Neumarkt / Passivsammler Positiv
Aachener Straße; Rhein Center Weiden /
Passivsammler Neutral
Brühler Landstraße / Passivsammler Neutral
Lindweiler Weg / Passivsammler Neutral
Luxemburger Straße / Passivsammler Neutral (ggf. positiv, da im
Zulaufbereich zur Verbotszone)
Bergisch Gladbacher Straße / Passivsammler Neutral
Dellbrücker Hauptstraße / Passivsammler Neutral
Hauptstraße Porz / Passivsammler Neutral
Messpunkte Verkehr:
Steckbrief M1.6 6
Green City Masterplan Köln
Die Angaben in der MARLIS-Datenbank zu Kosten bezüglich der Ein richtung
von Durchfahrtsverboten und Lkw-Sperrungen schwanken zwischen gering (0
- 20.000 €) und mittel (20.000 – 100.000. €)4.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Im Sinne der für diese Untersuchung festgelegten Einstufung kann von mittle-
ren Kosten (200.000 – 499.000 €) für die Einrichtung eines Lkw-
Durchfahrtsverbotes für die Innenstadt ausgegangen werden.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Rechtskräftig fortgeschriebener Luftreinhalteplan.
Flankierende Maßnahmen:
Kommunikation der Sperrung in den Medien sowie über Verbände etc.
Einarbeiten der Durchfahrtssperrung in Navigationssysteme.
4 Die Einstufung der Kosten in der MARLIS-Datenbank entspricht nicht der für diese
Untersuchung gewählten Abstufung. Die Bezeichnungen „sehr gerin g“, „gering“ etc.
sind daher nicht direkt übertragbar.
Steckbrief M1.7 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.7: Umweltsensitive Ampelsteue-
rung
Beschreibung der Maßnahme:
Die Maßnahme sieht vor, insbesondere die Lichtsignalanlagen an Strecken,
an denen Überschreitungen des NOx-Grenzwertes gemessen wurden, suk-
zessive auf den aktuellen Stand der Technik zu erneuern und die Steuerun-
gen der Anlagen so zu konzipieren, dass der Verkehrsfluss optimiert wird.
Die Kommunikation mit der Zentrale erfolgt vorerst über die Sch nittstelle
OCIT-O V2.0 (heutiger Standard). Über neu einzurichtende Qualit ätsma-
nagementtools wird die Funktion der Anlagen laufend überwacht u nd anfal-
lende Störungen zeitnah erkannt und behoben.
Darüber hinaus ist geplant, netz- und umweltadaptive Steuerungs verfahren
einzusetzen, um wirkungsvolle Grüne Wellen zu schalten. Ggf. we rden dazu
am Beginn der beeinflussten Strecke Pförtnerampeln betrieben 1. Es ist eben-
falls geplant, das Verkehrslagebild durch einen Systemimport von FCD-Daten
(Floating-Car-Data) zu vervollständigen.
Zur Ermöglichung des Einsatzes Kooperativer Systeme und somit zur Etablie-
rung von „Ampelphasenassistenten“ und „Grüne-Welle-Assistenten“ ist für die
Anlagen im Einzugsbereich der Hot-Spots eine Umrüstung der Steu ergeräte
auf die neue Schnittstelle OCIT-O V3.0 (bisher noch kein Serienprodukt); eine
verkehrstechnische Versorgung am Ingenieurarbeitsplatz und in d en Steuer-
geräten zur Generierung der MAP sowie SPaT; die Einrichtung ein er Schnitt-
stelle zum MDM sowie zur mCloud und die Ausstattung der Örtlich keit mit
RSU erforderlich.
Durch den Einsatz Kooperativer Systeme wird das Ziel verfolgt, den Verkehr
möglichst flüssig zu halten, wenig Halte zu erzeugen, sowie die Start/Stopp-
Automatik effizient zu nutzen.
Die von NOx–Grenzwertüberschreitungen betroffenen Straßenabschn itte
sind:
Clevischer Ring
Köln Weiden (Aachener Straße)
1 Im Gegensatz zu den reinen Pförtnerampeln am Stadtrand, die d em direkten Ziel der
Widerstandserhöhung im Individualverkehr dienen, ist das Ziel hier, eine für den nach-
folgenden Abschnitt verträgliche Verkehrsmenge durchzulassen un d so den Verkehr
flüssig zu halten.
Steckbrief M1.7 2
Green City Masterplan Köln
Justinianstraße
N e u m a r k t
Luxemburger Straße
Turiner Straße
Das nachfolgende Bild zeigt die Lage der Strecken im Kölner Stadtgebiet.
Aktuell werden in den Bereichen Luxemburger Straße und Justinianstraße die
Lichtsignalanlagen auf den neuesten Stand der Technik (OCIT2) erneuert und
mit neuen Steuerungen ausgestattet. Die neuen Steuerungen berücksichtigen
die Belange der Stadtbahn (Vorrangschaltung), die Wartezeiten d er Ver-
kehrsströme (Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeugverkehr) wer den über-
wacht und Fahrzeugpulks über mehrere Anlagen durchsignalisiert. Die Er-
2 Zurzeit ist zur Einführung koo perativer Systeme eine Aktualis ierung/Umrüstung der
Steuergeräte auf OCIT-V3.0 zur Zentrale und die Einrichtung ein er Schnittstelle von
der Zentrale zum MDM bzw. zur mCloud vorgesehen
Steckbrief M1.7 3
Green City Masterplan Köln
neuerung umfasst insgesamt 20 Lichtsignalanlagen auf der Luxemb urger
Straße und 4 Anlagen auf der Justinianstraße.
Die neuen Anlagen verfügen dann über eine Detektion in der Haup trichtung,
so dass Fahrzeugpulks zukünftig besser erkannt werden. Zwischen den An-
lagen werden Meldungen ausgetauscht. Zum Beispiel werden Fahrzeugpulks,
die sich von der Nachbaranlage nähern, weitergemeldet, um diese durchfah-
ren zu lassen. So werden unnötige Brems- und Anfahrvorgänge ver hindert
und eine Verstetigung des Verkehrs erreicht. Damit wird ein wic htiger Beitrag
zur Entlastung der Umwelt geleistet.
An den Lichtsignalanlagen der übrigen oben genannten Strecken m üssen
ebenfalls Erneuerungen bzw. Ertüchtigungen der LSA-Infrastruktu r vorge-
nommen und die Steuerungen überarbeitet werden.
Nachfolgend sind die in der Gesamtmaßnahme vorgesehenen Strecke n auf-
gelistet und Beschrieben:
Clevischer Ring (von Mülheimer Zubringer bis Danzierstraße)
DTV: 30.000-45.000 Kfz/d
Streckenlänge: ~2.000 m
10 x LSA Erneuerung, 11 x Optimierung der Steuerung
Köln-Weiden (Goethestraße bis Bunzlauer Straße)
DTV: 21.000 Kfz/d
Streckenlänge: ~400 m
3 x Umrüstung der Anlage (+LED) und Überarbeitung der Steuerung
Neumarkt (Benesisstra ße bis Heumarkt)
DTV: 20.000-26.000 Kfz/d
Streckenlänge: ~1.300 m
11 x LSA Erneuerung und 13 x Überarbeitung der Steuerung
Turiner Straße (Theodor-Heuss-Ring bis Maximinenstraße)
DTV: ~28.000-33.000 Kfz/d
Streckenlänge: ~700 m
5 x LSA Erneuerung, 7 x Optimierung der Steuerung
Alle Standorte (rund 60 LSA)
Für rund 60 LSA Versorgung der –OCIT-O V3.0 Schnittstelle zur Z entrale
und von Zentrale zu MDM zur Veröffentlichung in MDM sowie
Alle Standorte (rund 60 LSA)
Ertüchtigung der verkehrstechnischen Versorgungstools entsprech end Er-
gebnissen aus OCA-Lastenheft
Steckbrief M1.7 4
Green City Masterplan Köln
Alle Standorte (rund 60 LSA)
Ausstattung mit örtlichen Road-Side- Units
Alle Hot-Spots
Insgesamt 6 Messeinrichtungen für NOx-Daten
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung / Arbeitsgruppe Masterplan
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Verflüssigung wird durch verkehrslenkende Maßnahmen, z.B. M 1.3
Kommunikationsaktivitäten, unterstützt.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
–
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Da die Ergebnisse des Modellversuchs am Clevischen Ring zurzeit noch
nicht vorliegen, kann die tatsächliche Wirkung der umweltsensit iven Steue-
rungen in Köln nur abgeschätzt werden. Basis hierfür bildet zum einen eine
modelltechnischen Betrachtung von IVU sowie zum anderen Evaluie rungen
von Maßnahmen in anderen Städten (MARLIS-Datenbank sowie Unters u-
chung von IVU (s.u.)).
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt 3 zeigt für umweltsensitive
LSA-Steuerungen eine mittlere (Belastungsreduktion 1 - 5 μg/m³) bis geringe
(Belastungsreduktion unter 1 μg/m³) Wirkung bezüglich der NOx-Belastung.
Die vom IVU zur umweltsensitiven Verkehrssteuerung am Clevischen Ring im
Jahre 2009 vorgenommenen Simulationsrechnungen 4 zeigen für den sog.
Gutfall 2 (Anpassung der Signalsteuerung und Pförtnersystemen a n den Zu-
fahrtsquerschnitten) Rückgänge der NOx-Emissionen um ca. 5,8 t/ a (-20%).
Bei der Betrachtung der NOx-Einsparungen ist zu beachten, dass sich die
Modellrechnung zur Emission auf Stunden hoher Emissionen bezieh t. Wird
3 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immiss ionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung g esammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
4 IVU - Umweltsensitives Verkehrsmanagement Köln – Offline Simu lation verkehrsbe-
dingter Emissionen und Berechnung und Analyse der resultierende n Immissionen;
2009
Steckbrief M1.7 5
Green City Masterplan Köln
berücksichtigt, dass die Maßnahmen nur einen Teil des Tages und nicht den
ganzen Tag aktiv sind, ergibt sich im Rahmen der dort durchgefü hrten Mo-
dellrechnungen ein Potential der NOx Reduktion der Immissionen zwischen
rund 6% und 9%, je nach Schwellwert ab dem die Beeinflussung du rch die
Steuerung einsetzt. Bezogen auf die Gesamtstadt ergibt sich ein e Reduktion
von weniger als ca. 0,1%.
Eine aktuelle Untersuchung von IVU5 mehrerer – in anderen Städten – umge-
setzter umweltsensitiver LSA-Steuerungen (z.T. auch mit Pförtne rung) zeigt,
dass die tatsächlich erreichten Ergebnisse hinter den oben besc hriebenen
Erwartungen der Modellrechnung zurückbleiben. Die realisierten Maßnahmen
zeigen NOx-Reduktionen meist unter, selten von etwas mehr als 1 µg/m³ (i.a.
bis zu 2,5% Reduktion). Nur unter Ansatz höherer Aktivierungsra ten werden
höhere Minderungen erwartet. Mit stärkerer Aktivierung sind abe r auch
Rückwirkungen auf das vorgelagerte Netz eher gegeben.
Positiv zu berücksichtigen ist die Kombination mit einem Ampelp hasenassis-
tenten, der neben der Optimierung der Motorabschaltung, bei den v o r R o t
wartenden Fahrzeugen, auch die Möglichkeit bietet, sinnvolle Fa hrgeschwin-
digkeiten zu wählen, so dass an der nächsten LSA die Grünphase erreicht
wird – also möglichst ohne Stopp weitergefahren werden kann. Da durch kön-
nen auch in den Zeiten außerhalb der Spitzenbelastungen, also d ann, wenn
voraussichtlich keine Auslösung der Sonderprogramme durch Schad stoff-
messung erfolgt, positive Wirkungen auf den Kraftstoffverbrauch und den
Schadstoffausstoß erreicht werden. In mehreren Studien wurde ge zeigt, dass
die Anpassung der Geschwindigkeit aufgrund der Kenntnis über de n zu er-
wartenden Zustand an der nächsten Lichtsignalanlage durchaus dazu beiträgt
Halte an den LSA zu reduzieren6. Dabei müssen nicht alle Fahrzeuge mit den
entsprechenden Informationen versorgt sein, bzw. sie befolgen. Wenn schon
ein Teil der Fahrzeuge seine Annäherungsgeschwindigkeit optimie rt (egal ob
automatisiert oder aufgrund einer Information des Fahrers, der dann entspre-
chend reagiert), kann sich dies positiv auf den gesamten Fahrze ugpulk aus-
wirken.
Es wird davon ausgegangen, dass bis 2025 ein Großteil der Neufa hrzeuge
mit entsprechender Technologie ausgestattet sein werden. Bis si ch eine wei-
5 Volker Diegmann, IVU Umwelt GmbH; Vortrag auf dem Freiburger Workshop „Luft-
reinhaltung und Modelle“ 15.-16.05.2018
6 Zusammenfassung der Ergebnisse mit Hinweisen auf die Studien:
Michael Zweck; Wirkungsabschät zung GLOSA / TTG “Ergebnissammlun g Deutsch-
land”; Vortrag PUM am 19.04.2018
(GLOSA / TTG = Green Light Optimal Speed Advisory/Time to Green)
Steckbrief M1.7 6
Green City Masterplan Köln
testgehende Durchsetzung der gesamten Pkw-Flotte ergeben hat, w erden
u.U. noch weitere Jahre vergehen, so dass dieser Effekt sich ve rmutlich erst
mittel bis langfristig einstellt. Eine Beschleunigung der Syste mverbreitung in
älteren Fahrzeugen kann sich (indirekt) über Anbieter von fahrz eugunabhän-
gigen Navigationsgeräten oder Handy-Apps ergeben, die den Fahre rn ent-
sprechende Geschwindigkeitsempfehlungen anzeigen.
Da die Akzeptanz zur Befolgung der angezeigten Geschwindigkeite n mit stei-
gendem Verkehrsdruck abnimmt, wirkt sie genau dann, wenn keine Sonder-
programme durch Schadstoffmessung ausgelöst werden besonders gu t. Es
erfolgt damit ein sinnvoller Beitrag zu Senkung der Schadstoffb elastung all-
gemein und so auch der gemessenen Jahresmittelwerte.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die lokale Wirkung an den problematischen Streckenabschnitten k ann als
mittel eingeschätzt werden. Auch wenn die Wirkung für die Gesam tstadt eher
gering sein dürfte7, ist die Maßnahme für die Senkung der NOx-Belastungen
an Belastungsschwerpunkten geeignet.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die zurzeit einschätzbaren Kosten werden von der Fachabteilung der Stadt
Köln folgendermaßen beziffert:
Clevischer Ring (von Mülheimer Zubringer bis Danzierstraße)
10 x LSA Erneuerung, 11 x Optimierung der Steuerung
~3,0 Mio €
Köln-Weiden (Goethestraße bis Bunzlauer Straße)
3 x Umrüstung der Anlage (+LED) und Überarbeitung der Steuerung
~0,5 Mio €
Neumarkt (Benesisstra ße bis Heumarkt)
11 x LSA Erneuerung und 13 x Überarbeitung der Steuerung
~3,0 Mio €
Turiner Straße (Theodor-Heuss-Ring bis Maximinenstraße)
Streckenlänge: ~700 m
5 x LSA Erneuerung, 7 x Optimierung der Steuerung
~1,0 Mio €
7 Ein Teil der Einsparungen im beeinflussten Abschnitt, wird du rch die im Zuge der
Pförtnerung aufgestaute Fahrzeuge wieder kompensiert.
Steckbrief M1.7 7
Green City Masterplan Köln
Alle Standorte (rund 60 LSA)
Aufrüstung der LSA mit OCIT-O V3.0 Schnittstelle von Zentrale z u MDM
und mCloud
~0,6 Mio. € (grobe Schätzung)
Alle Standorte (rund 60 LSA)
Ertüchtigung der verkehrstechnischen Versorgungstools entsprech end Er-
gebnissen aus OCA-Lastenheft
vorabgeschätzt ~0,8 Mio €
Alle Standorte (rund 60 LSA)
Ausstattung mit örtlichen Road-Side-Units
~0,6 Mio. €
Alle Hot-Spots
Insgesamt 6 Messeinrichtungen für NOx-Daten
~0,06 Mio. €
Insgesamt ergeben sich somit Kosten in einer Höhe von rund 10,5 Mio. Euro.
Die Wartung bzw. der Betrieb der Anlagen erfolgt im Rahmen der schon heu-
te üblichen Kostenbudgets.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die oben dargestellten Kosten sind (in der Summe) als sehr hoch einzustu-
fen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Maßnahmen direkt an de n Hot-Spots
wirken und alle Messstellen mit NOx-Grenzwertüberschreitung bed ienen.
Gleichwohl sind die Investitionen auch je Hot-Spot – außer in K öln Weiden –
sehr hoch.
Unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer von komplett erneuerten Anlagen
ergeben sich Kosten im hohen Bereich (500.000 bis unter 1 Mio. €).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Grundvoraussetzung ist die Erweiterung der vorhandenen Sensorik z u r E r -
fassung des Verkehrs und der Umweltdaten. Die Steuergeräte müss en au-
ßerdem aktueller Bauart sein und über einen Verkehrsrechneransc hluss ver-
fügen.
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M1.8 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.8: Parkraummanagement - Re-
duzierung Parksuchverkehr über Sensorik
Beschreibung der Maßnahme:
Die Stellplatzbelegung im öffentlichen Straßenraum soll erfasst und im Rah-
men kollektiver Verkehrsinformati onen bereitgestellt werden. Di e Erfassung
freier Stellplätze erfolgt durch Sensoren (z.B. an Straßenlater nen oder Ge-
bäudefassaden). Bei Montage der Sensoren an Lichtmasten ist die Erfassung
von durchschnittlich 12 Stellplätzen durch einen Sensor möglich.
Anzeige der Parkkapazitäten und Navigation zu freien Parkplätze n erfolgt
über eine zu erstellende App und/oder durch Einbindung in beste hende Navi-
gationssysteme.
Wenn die Führung zu einem Straßenrandstellplatz zwar gewünscht, aber
aufgrund der Belegung nicht möglich ist, können Alternativen in Stellplatzan-
lagen (Parkbauten, -plätze) angeboten werden.
Die Daten können – zusammen mit den Daten von Stellplatzanlagen (Park-
plätze/-häuser, soweit möglich auch die Anlagen privater Betrei ber) auf dem
Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) und in der mCloud bereitgeste llt werden,
so dass auch Dritte die Möglichkeit haben, die Daten in Ihren ( Navigations-)
Systemen einzusetzen.
In Form eines Dashboards erfolgt eine grafische Darstellung.
Des Weiteren werden die Daten den Ordnungsdiensten zur Verfügun g ge-
stellt, so dass die Parkraumüberwachung vereinfacht wird.
Die Erfassung der Straßenrandparkplätze soll in Stufen über 2 J ahre für ins-
gesamt ca. 26.000 Stellplätze im Innenstadtbereich realisiert w erden. Eine
Ausweitung auf das gesamte Stadtgebiet ist nach erfolgreicher E inführung in
der Innenstadt zu prüfen. Dabei sollen auch Wohnviertel mit hoh em Park-
druck einbezogen werden.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Es ergeben sich Überlagerungen mit allen Maßnahmen, bei denen auch
die Zusammenarbeit mit Herstellern von Navigationssystemen erfo rder-
lich/sinnvoll ist.
Steckbrief M1.8 2
Green City Masterplan Köln
(z.B. Steckbriefe M1.2 Baustellen management, M1.5 Lkw-Führungsk on-
zept, M1.6 Transitverbot für Lkw)
Die Maßnahme kann im Grunde auch losgelöst betrieben werden.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
–
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Nach einer Studie der Prognos AG1 ist ein bedeutender Teil der privaten Au-
tofahrten in Städten dem Parksuchverkehr geschuldet. AVISO geht in seiner
Studie zur Ermittlung von NO 2-Minderungspotentialen2 davon aus, dass die
Situation ähnlich zu der in den USA ist. Dort wurde in einer St udie von
Shoup3 ermittelt, dass der Parksuchverkehr bis zu 30% des städtischen Ver-
kehrs ausmacht.
Durch eine Anzeige der Parkkapazitäten und die direkte Navigati on zu freien
Parkplätzen kann der Suchverkehr deutlich verringert werden.
Neben der direkten Einsparung von Kfz-Fahrleistung (insbesonder e im unter-
geordneten Straßennetz) wird auch die Behinderung des fließenden Verkehrs
(in Straßen mit Straßenrandparken) durch Parkplatzsuchende und daher ext-
rem langsam fahrende oder in der zweiten Reihe haltende Fahrzeu ge redu-
ziert. Aus der eingesparten Fahrleistung (langsame Fahrten mit ungünstigem
Wirkungsgrad) sowie der reduzierten Behinderung ergibt sich ein e Reduktion
der Emissionen. Der Effekt durch reduzierte Behinderung ist jed och nicht
quantifizierbar.
Die Abschätzung der möglichen Einsparung erfolgt anhand der Ein stufung
Kölns entsprechend der o.g. Forschungsarbeit der Prognos AG.
Für die möglichen Einsparpotentiale unterscheidet Prognos im Pr ivatverkehr
nach Städteclustern. Die Stadt Köln kann hier in das Städteclus ter 1 einge-
stuft werden. Um den Anteil Kölns an dem Cluster sowie daraus r esultierend
den Anteil der Einsparpotentiale alleine für Köln zu ermitteln, wurde über-
schläglich über die Einwohner (ü18) ein Anteil Kölns von 10,8% am gesamten
Cluster abgeschätzt. Für die möglichen Einsparpotentiale im Wir tschaftsver-
1 Auskunft über verfügbare Parkpl ätze in Städten; durchgeführt von der Prognos AG; im
Auftrag des Forschungsverbands Automobiltechnik E.V.; 2015
2 Ermittlung von NO 2-Minderungspotentialen anhand ei ner verursacherbezogenen Er-
hebung an den Belastungsschwerpunkten Clevischer Ring, Luxembur ger Straße und
Aachener Straße in Köln Weiden (Rhein Center); durchgeführt von AVISO, Ingenieur-
büro Matthias Rau, Neurosoft; im Auftrag der Stadt Köln; 2018
3 The high cost of free parking; Donald Shoup; 2011
Steckbrief M1.8 3
Green City Masterplan Köln
kehr, wird über Raumtypen nach BBSR differenziert. Köln ist als Kernstadt im
Agglomerationsraum einzustufen. Wieder überschläglich über die Einwohner
(ü18) hat Köln hier einen Anteil von 5,67%.4
Somit ergeben sich für Privat- sowie Wirtschaftsverkehr folgend e Einsparpo-
tentiale für die Stadt Köln.
Bild 1: Einsparpotential in der Stadt Köln im Privatverkehr – A bgeleitet aus
Prognos-Studie (2015)
Bild 2: Einsparpotential in der Stadt Köln im Wirtschaftsverkeh r – Abgeleitet
aus Prognos-Studie (2015)
Die vorgesehene Maßnahme geht deutlich über den normalen Entwic klungs-
trend (Szenario „BAU“) hinaus und wäre eher in das Szenario „In novation“
einzustufen. Ausgehend vom Szenario „Innovation“, kann somit al leine im
Privatverkehr eine Reduzierung des Parksuchverkehrs in Köln zu Emissions-
einsparungen von bis zu rund 27 Tonnen NOx pro Jahr führen. Aus privatem
und Wirtschaftsverkehr zusammen ergibt sich ein Einsparpotentia l der NOx-
Emissionen von rund 37 Tonnen je Jahr. Dieser Wert bezieht sich auf die ge-
4 Einwohner ü18 (Cluster 1, Prognos 2015): 8.400.000
Einwohner ü18 (alle Kernstädte in Agglomerationsräumen, Prognos 2015):
16.000.000
Einwohner ü18 (Köln, Zahlenspiegel 2016): 907.599
"BAU" 236,0 25,0 84,3 9,1
"Innovation" 699,0 76,0 249,6 27,0
"Kooperation" 710,0 77,0 253,5 27,4
Fahrleistung NOx Emissionen
[Mio. Fzg.‐km/Jahr] [Tonnen/Jahr]
Cluster 1
(Prognos 2015)
Anteil Köln
(Abschätzung)
Cluster 1
(Prognos 2015)
Anteil Köln
(Abschätzung)
"BAU" 110,0 6,2 62,0 3,5
"Innovation" 324,0 18,4 182,0 10,3
"Kooperation" 331,0 18,8 186,0 10,6
Fahrleistung NOx Emissionen
[Mio. Fzg.‐km/Jahr] [Tonnen/Jahr]
Kernstädte in
Agglomera‐
ti ons räumen
(Prognos 2015)
Anteil Köln
(Abschätzung)
Anteil Köln
(Abschätzung)
Kernstädte in
Agglomerations‐
räumen
(Prognos 2015)
Steckbrief M1.8 4
Green City Masterplan Köln
samte Stadt, bzw. die Summe der Bereiche in denen starke Parksu chverkeh-
re zu erwarten sind.
Die bisher durch die Rheinenergie als städtisches Tochteruntern ehmen pro-
jektierte Ausbaustufe von 26.000 überwachten Stellplätzen 5 erfasst jedoch
nur einen Teil des Gesamtpotentials. Eine grobe Abschätzung der Straßen-
randstellplätze im Bereich mit hohem Parkdruck ergibt eine Anza hl von rund
80.000 Straßenrand-Stellplätzen. Der erfasste Anteil läge damit bei rund
33%. Da die erfassten Stellplätze in den am stärksten frequenti erten Berei-
chen der Stadt liegen, wird davon ausgegangen, dass rund 40% de s gesam-
ten Einsparpotentials der Prognos-Studie realisiert werden kann . Die NOx-
Reduktion läge bei ca. 14,9t pro Jahr.
Eine zweite Möglichkeit der Abschätzung der NOx-Einsparung kann auf Basis
eine Studie von INRIX-Resarch 6 erfolgen. Darin wird für Köln die übliche
Parksuchzeit für Parken im öffentlichen Raum mit 9 Minuten ange geben.
Geht man davon aus, dass diese Suchzeit durch die Sensorik und Informati-
onsbereitstellung auf zwei Minuten reduziert werden kann und di e Suche mit
langsamer Geschwindigkeit (ggf. auch im Stop&Go) erfolgt, so kö nnen je
Stellplatzsuche ca. 1,75 km Fahrstrecke eingespart werden.
Der durchschnittliche Stellplatzumschlag liegt, abgeleitet aus der INRIX-
Angabe von 10 Parkvorgängen pro Woche, bei rund 1,43 Parkvorgän -
gen/Tag. Da die durch die Sensorik erfassten Stellplätze in Ber eichen mit
eher überdurchschnittlichem Stellplatzumschlag liegen wir für d ie Über-
schlagsrechnung von einem Umschlag von 1,6 angenommen.
Es ergeben sich Einsparungen von durchschnittlich rund 65.000 P kw-km pro
Tag. Hochgerechnet auf das Jahr und unter Ansatz eines Emission sfaktors in
Anlehnung an Stop&Go-Fahrten ergibt sich über diesen Weg der Ab schät-
zung eine NOx-Einsparung von rund 13,4t pro Jahr.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Aufgrund der oben beschriebenen Abschätzung wird der Vermeidung von
Parksuchverkehr für die betroffenen Stadtbereiche ein bedeutend es Redukti-
onspotential bei der NOx-Emission zugesprochen.
5 Es sind rund 2.200 Sensoren vorgesehen. Ein Sensor kann bis z u 12 Stellplätze er-
fassen. Dabei muss jedoch davon ausgegangen werden, dass durch ungünstige Ge-
ometrie (Einmündungen, Grundstück szufahrten, Sichtverschattungen) nicht die volle
Kapazität ausgeschöpft werden kann.
6 Die Folgen der Parkplatzproblematik in den Vereinigten Staate n, Großbritannien und
Deutschland; INRIX-Research; Juli 2017
Steckbrief M1.8 5
Green City Masterplan Köln
Die Wirkung auf die Gesamtstadt wird als gering bis mittel eing estuft. Die
Wirkung auf den Innenstadtbereich liegt höher, da hier die Maßn ahme ihren
Schwerpunkt hat. Die Wirkung könnte hier im mittleren Bereich liegen.
Da der Parksuchverkehr – insbesondere bezüglich der Stellplätze im öffentli-
chen Straßenraum – kaum an den durch Überschreitungen betroffen en
Messstationen vorbeiführt, ist die Wirkung auf die Hot-Spots al s gering einzu-
stufen.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Für die Ausbaustufe von 26.000 überwachten Stellplätzen wird fo lgender
Kostenansatz abgeschätzt:
Sensorkosten (Investition)
Schätzung der Stadt Köln: 15 – 20 Mio. Euro
Betriebskosten
Schätzung der Stadt Köln: 2 -3 Mio. Euro je Jahr
Die Kosten können durch die Rheinenergie aufgebracht werden un d sollen
durch die effektivere Stellplatzbewirtschaftung finanziert werd en. Alternati-
ve Modelle können ebenfalls eine Finanzierung gewährleisten.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten sind sehr hoch. Ergibt sich tatsächlich eine effizie ntere Überwa-
chung und so eine Mehreinnahme an Parkgebühren, können sich die Kosten
relativieren.
Verteilt über die Nutzungszeit (Ansatz hier 15 Jahre) ergibt sich (aufgrund der
sehr hohen Betriebskosten) die Einstufung in die Kostenklasse sehr hoch.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Verfügbarkeit von Daten zum verfügbaren Parkraum
Freie Sicht des Sensors auf den zu erfassenden Bereich
Stromversorgung der Sensorik
(ggf. autarke Versorgung über Solarmodule, Strom aus Straßenbel euch-
tung)
Datenschutz muss gewährleistet sein
Flankierende Maßnahmen:
Evtl. Umrüstung der Parkautomaten zur Kopplung an die Überwach ung
Steckbrief M1.9 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.9: Parkraummanagement - Be-
wohnerparken
Beschreibung der Maßnahme:
Einrichtung von weiteren Bewohnerparkgebieten i n der Stadt Köln (sieh grün
und gelb markierte Bereich im Bild 1) mit mehreren tausend bewirtschafteten
Stellplätzen.
Neben der Einrichtung der neuen Bewohnerparkgebiete soll auch die Antrag-
stellung selbst, die Plausibilisierung des Antrags und das Kontroll- und Be-
zahlwesens digitalisiert werden. Neben der Vereinfachung für die Nutzer (An-
tragstellung im Internet möglich) und die Automatisierung in der Verwaltung,
ist so ein verbessertes Monitoring zur Parkraumbewirtschaftung gegeben.
Abgelaufene und gefälsc hte Parkausweise sind leichter und tagesaktuell
durch die Kontrollorgane erkennbar. Missbrauch wird somit eingedämmt.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Verkehrszuwachs bei Verkehrsmitteln des Umweltverbundes (ÖV, Rad) durch
Verlagerung von Teilen der Zielverkehre in die betroffenen Gebiete vo m mo-
torisierten Individualverkehr (MIV).
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
–
Steckbrief M1.9 2
Green City Masterplan Köln
Bild 1: Bestehende und geplante Bewohnerparkbereiche (Quelle der Plan-
grundlage: Stadt Köln; eigene Planerweiterung)
Steckbrief M1.9 3
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Es wird eine deutliche Reduzierung des Parkdrucks – insbesondere tagsüber
durch ausbleibende Berufspendler – erwartet. Die Zielverkehre in das Gebiet
1 (und die korrespondierenden Rückfahrten) sinken, während die Fahrten der
Einwohner kaum betroffen sind, da günstige Anwohnerparkausweise ausge-
geben werden. Das deswegen ein Fahrzeug abgeschafft wird ist selten.
Wenn die Anwohner besser Parkplätze bekommen, wiegt die Zeit und Treib-
stoffeinsparung bei der Parkplatzsuche auf dem Heimweg die Kosten für den
Anwohnerparkausweis auf.
Die Anzahl illegaler, parkdruckverursachter Parkvorgänge geht deutlich zu-
rück. Daraus ergeben sich bessere Bedingungen für Fußgänger und Radfah-
rer (Blockaden durch parkende Fahrzeuge werden reduziert).
Der Parksuchverkehr sinkt, da die Auslastung der Stellplätze zurückgeht.
Die Auswertung der MARLIS -Datenbank der BASt 2 zeigt für Maßnahmen im
ruhenden Verkehr mit Bezug zum Bewohnerparken die Ei nschätzung einer
geringen Wirkung (Belastungsreduktion unter 1 μg/m³) bezüglich der NOx -
Belastung.
Zur überschläglichen Abschätzung einer möglichen Einsparung von NOx -
Emissionen wird auf die Ergebnisse von Vorher-/Nachher-Erhebungen in ei-
nigen der schon eingerichteten Bewohnerparkg ebieten zurückgegriffen. V or
und nach Einführung des Bewohnerparkens wurde die Anzahl der abgestell-
ten Kfz erhoben, mit den zur Verfügung stehenden Stellplätzen in Beziehung
gesetzt (siehe Bild 2) und so ein entsprechender Auslastungsgrad ermittelt.
Die Auswertungen zeigen, dass im Allgemeinen die Auslastung von oft über
110% – vor Einführung des Bewohnerparkens mit v ielen verbotswidrig abge-
stellten Fahrzeuge aufgrund de s hohen Parkdruckes – nach Einführung de s
Bewohnerparkens meist auf unter 90% sinkt (vgl. Bild 3)
1 Gemeint sind hier die auf das Gebiet gerichteten Hinfahrten zur Aktivität, nicht die
durch die Bewohner ausgelösten Rückfahrten zum Gebiet
2 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immissionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung gesammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
Steckbrief M1.9 4
Green City Masterplan Köln
Bild 2: Stellplatzerhebung im öffentlichen Raum vor und nach Einführung
von Bewohnerparken (Datenquelle: Stadt Köln)
Bild 3: Auslastungsgrad der Stellplätze im öffentlichen Raum vor und nach
Einführung von Bewohnerparken
Um nun eine Größenordnung für das Potential der Schadstoffeinsparung in
den geplanten Bewohnerparkgebieten zu ermitteln, wurde die dort vermutete
Stellplatzzahl auf Grundlage der für die bekannten Bewohnerparkgebiete er-
fassten Stellplatzahlen über die Gebietsflächen geschätzt. Mit der Annahme,
dass der durchschnittliche Stellplatzumschlag in den außerhalb der Innen-
stadt gelegenen Gebieten bei ca. 1,2 Parkvorgängen/Tag liegt und unter An-
satz einer durchschnittlichen Pkw-Reiseweite des städtischen Zielverkehrs
bei 1.
Zählung
bei 2.
Zählung
Gebiet (vorher) (nachher) tags nachts tags nachts
Agnesviertel 3.677 3.090 3.536 3.866 2.401 3.275
Gereonsviertel 1.168 1.331 1.322 920 830 720
Belgisches Viertel 2.142 2.441 2.606 2.536 2.005 2.119
City 769 726 803 951 691 424
Rathenauviertel 2.088 2.174 2.591 2.469 1.924 2.229
Severinsviertel 1.939 1.767 2.172 2.270 1.456 1.798
Pantaleonsviertel 1.235 1.037 1.119 1.255 754 918
Südliche Neustadt I 1.648 1.791 1.796 1.846 988 1.626
Südl. Neustadt II 3.049 3.117 3.360 3.702 2.105 2.860
Summe 17.715 17.474 19.305 19.815 13.154 15.969
Abgestellte KFZ Abgestellte KFZAnzahl der Parkplätze
(vorher) (nacher)
Gebiet tags nachts tags nachts
Agnesviertel 96% 105% 78% 106%
Gereonsviertel 113% 79% 62% 54%
Belgisches Viertel 122% 118% 82% 87%
City 104% 124% 95% 58%
Rathenauviertel 124% 118% 89% 103%
Severinsviertel 112% 117% 82% 102%
Pantaleonsviertel 91% 102% 73% 89%
Südliche Neustadt I 109% 112% 55% 91%
Südl. Neustadt II 110% 121% 68% 92%
Über alle Bereiche 109% 112% 75% 91%
Auslastung (nacher)Auslastung (vorher)
Steckbrief M1.9 5
Green City Masterplan Köln
von 6,5 - 7,0 km3, wurde die Verkehrsleistung der nach der Einführung des
Bewohnerparkens das Gebiet nicht mehr anfahrenden Pkw abgeschätzt. Da-
bei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil der Fahrten (Ansatz: 20%) auf andere
Stellplätze ( z.B. Parkbauten, nicht bewirtschaftete Nachbargebiete) aus-
weicht.
Es ergeben sich so – gerechnet über alle angedachten neuen Bewohner-
parkbereiche – Einsparungen von rund 76.000 Pkw-km/Tag. Zusätzlich zu
den verlagerten Pkw-Fahren wird auch mit einer Reduktion des Parksuchver-
kehrs in den neu eingerichteten Bewohnerparkgebieten gerechnet , so dass
der verbleibende Zielverkehr aus Gebietsfremden und zurückkehrenden Be-
wohnern zu den S tellplätzen ca. 11.000 Pkw -km/Tag weniger Verkehrsleis-
tung erzeugt.
Hochgerechnet auf das Jahr4 wird mit ca. 23 Mio. Pkw-km/Jahr weniger Fahr-
leistung gerechnet. Die NOx-Einsparung wird auf rund 8 t/Jahr geschätzt.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung des Bewohnerparkens wird in die Wirkungsklasse gering einge-
stuft.
Eine besondere Wirkung auf einzelne Hot-Spots wird nicht erwartet.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Kosten liegen j e nach Gebietsgröße zwischen 800.000 und 1,6 Millionen
Euro je Bewohnerparkgebiet für Parkscheinautomaten und Beschilderung.
Die Kosten für die rund 20 ab 2019 zur kurz bzw. mittelfristigen Ausweisung
vorgesehen Gebiete liegen somit bei rund 25 Mio. Euro und sind somit für die
Einrichtung als sehr hoch einzustufen.
Die bestehenden Bewohnerparkgebiete Keupstraße und Mülheim haben
2016 Einnahmen in Höhe von 467.000 € erzielt. Bei Einrichtung weiterer Be-
wohnerparkgebiete wird mit ähnlichen Parkgebühreneinnahmen zu rechnen.
Nach einem mehrjährigen Betrieb relativieren si ch die Kosten durch die Ein-
nahmen.
3 Die zum Teil erheblich größere Reiseweite des MIV wur de gekappt, da der teilweise
weit über die Kölner Stadtgrenze hinaus reichende Fahrtanteil nicht auf die Emissi-
onseinsparungen in Köln angerechnet wird.
4 Für die Hochrechnung auf das Jahr werden nur Werktage angesetzt, da an Wochen-
enden Berufs- und Einkaufsverkehr stark reduziert sind.
Steckbrief M1.9 6
Green City Masterplan Köln
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Da die Anwohnerparkgebiete in Zukunft auf D auer (über viele Jahre) betrie-
ben werden sollen, werden vor dem Hintergrund erwarteter Einnahmen die
auf die Nutzungsdauer (Ansatz für die Investitionen hier: 15 Jahre) verteilten
Kosten letztendlich als sehr gering eingestuft.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Ratsbeschluss; Beschluss der Bezirksvertretungen, gesicherte Finanzierung
Flankierende Maßnahmen:
• Ausbau der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Taktverdichtung, Kapa-
zitätserhöhung ÖPNV,
• Ausbau Radwegenetz, Schaffung attraktiver und sicherer Fahrradabstell-
anlagen, Ausbau Car-Sharing-Angebot)
Steckbrief M1.11 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.11: Steuerung des Reisebus-
verkehrs
Beschreibung der Maßnahme:
Teilsperrung der Innenstadt für Touristenbusse/Reisebusse (insb esondere
Schließung der beliebten Ein-/Aussteigepunktes Komödienstraße) und Ein-
richtung eines Reisebusparkplatzes am Stadtrand. Der bestehende „Buspark
Köln“, gelegen am Kuhweg, soll dazu aufgewertet werden. Der Rei se-
busparkplatz wird mit einem E-Bus-Shuttle-Service bedient und m it einer ent-
sprechenden Infrastruktur (z.B. Toilettenanlage/Kiosk/Aufenthal tsraum/Car- +
Bike-Sharing/E-Ladesäulen) ausgerüstet. In konkreter Planung ist ein Shuttle-
Service mit Elektrobussen zwischen dem Touristenbuswarteplatz K uhweg
(linksrheinisch nördlich der Mülheimer Brücke) und der Komödien straße. In
der Adventszeit wird schon heute ein weiterer Shuttleservice zu m P22 der
Messe Köln, gelegen rechtsrheinisch an der Zoobrücke, angeboten. Das heu-
tige Verfahren „Aussteigen an der Komödienstraße und Einsteigen in die Rei-
sebusse am P22“ wird in Zukunft auch auf das Aussteigen und som it voll-
ständiges Shuttlen der Besucher mit Elektrobussen umgestellt.
Zur Unterstützung der Maßnahme soll ein Verbot für Reisebusse i n der In-
nenstadt eingeführt werden. Jedoch müssen Ausnahmegenehmigungen f ü r
die Andienung von Hotels möglich sein.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
–
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Akzeptanz des Angebotes durch die Reisebusfahrer / Reiseveranst alter.
Wahrscheinlich ist hier Widerstand zu erwarten, da die Bequemli chkeit für die
Reisenden abnimmt und der Werbeeffekt des Reisebusses in der Kö lner In-
nenstadt für die Reisebusunternehmer entfällt.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Innenstadt würde durch die Verlagerung der Touristenbusse u nd den
Einsatz von Elektrobussen für den Shuttle-Dienst von Luftschads toffimmissi-
onen entlastet.
Steckbrief M1.11 2
Green City Masterplan Köln
Die Anzahl der verlagerbaren Touristenbusfahrten wird aus Erheb ungen aus
den Jahren 2016 und 2017 abgeleitet. An der Komödienstraße lass en übli-
cherweise rund 65 bis 100 (Mittel der Zählwerte 83) Reisebusse ihre Mitfahrer
an der Komödienstraße aussteigen und nehmen sie später dort ode r in der
Nähe wieder auf. An Adventssamstagen werden in der Komödienstra ße re-
gelmäßig über 200 Reisebusse erwartet (erfasst wurden im Zeitra um 09 – 15
Uhr bis zu 290 Busse).
Die Zeit zwischen Aussteigen und Wiederaufnahme der Reisenden v erbrin-
gen die Busse im Allgemeinen auf dem Busparkplatz am Kuhweg, bz w. im
Advent auch auf dem P22 der Messe Köln. Es ergibt sich somit ei ne Fahrt
nach Köln hinein zur Komödienstraße, von dort zum Busparkplatz, wieder zur
Komödienstraße und schlussendlich wieder aus Köln heraus. Fahre n die
Busse in Zukunft direkt zum Busparkplatz, wird die sich für die Reisebusse
ergebende Einsparung an Fahrtstrecke auf Kölner Stadtgebiet auf rund
196.000 km/Jahr eingeschätzt1. Je nach Himmelsrichtung aus der die Reise-
busse kommen, ist die Streckeneinsparung individuell unterschie dlich, da der
Kuhweg im Norden der Innenstadt liegt.
Eine zusätzliche Einsparung an Schadstoffemission ergibt sich d urch die ent-
fallenen Wartezeiten an der Komödienstraße auf verspätete Reise nde. Oft
stehen die Busse 15 bis 30 Minuten – teilweise mit laufendem Mo tor, um die
Klimaanlage oder die Heizung in Betrieb zu halten.
Die mögliche NOx-Einsparung wird auf ca. 0,64 t/Jahr eingeschätzt2.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Aus der oben beschriebenen Überlegung lässt sich ableiten, dass die NOx-
Einsparung für die Gesamtstadt sehr gering ist. Die Entlastung der Innen-
stadt, insbesondere des Bereiches um den Dom (Komödienstraße) i st jedoch
als gering bis mittel (stark lokal begrenzt) anzusetzen.
Weiterhin ergibt sich ein posit iver Effekt für den Stadtraum, d a ein immer nur
kurz haltender elektrisch betriebener Shuttlebus weit weniger s tört, als meh-
rere oft länger haltende (dieselbetriebene) Reisebusse.
1 Für die fast 32.000 Reisebusse, die jährlich den Bereich Komö dienstraße anfahren,
ergibt sich eine durchschnittliche Streckeneinsparung von etwas mehr als 6 km.
2 Die Einschätzung berücksichtigt neben den eingesparten Fahrze ugkilometern auch
einen Ansatz von 20 Minuten Motorlauf bei 50% der auf Einsteiger wartenden Busse
Steckbrief M1.11 3
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Kosten sind zurzeit kaum kalkulierbar (Die erforderliche An passung der
Ausstattung des bisherigen „Buspark“ am Kuhweg sowie die erford erliche
Anzahl der elektrisch betriebenen Shuttlebusse muss zunächst er mittelt wer-
den). Die Schaffung einer attraktiven Infrastruktur sowie die A nschaffung von
emissionsfreien Pendelbussen wird in jedem Fall zu hohen Invest itionskosten
führen.
Da die Stadt Köln beabsichtigt, den Betrieb des Busparkplatzes und der Shut-
tles an einen externen Betreiber zu vergeben, der die entstehen den Kosten
übernimmt und sich aus den Parkgebühren finanziert, sind die Ko sten für die
Stadt Köln voraussichtlich sehr gering einzustufen.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Aufgrund des Betreibermodells wird von sehr geringen Kosten ausgegangen.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Der Buspark Köln ist nach derzeitiger und geprüfter Einschätzun g der einzige
Alternativstandort. Der Betrieb des Buspark Köln und des Shuttl ebusses soll
als Leistung auf öffentlichen Flächen an einen privaten Betreib er vergeben
werden.
Flankierende Maßnahmen:
Restriktionen für die Einfahrt von Reisebussen in die Innenstadt.
Bekanntmachen der Maßnahme bei Reiseveranstaltern.
Steckbrief M1.12 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.12: Vernetzung der Buchungs-
und Zugangssysteme von ÖV, Leihrad und Car-
Sharing
Beschreibung der Maßnahme:
Schon heute sind viele Mobilitätsdienste (z.B. Leihräder, ÖV-Ti ckets, Car-
Sharing) im mobilen Internet buchbar. Auch der Zugang zu den Di ensten ist
über Chipkarten oder Handytickets oft digitalisiert (z.B. Chipkarte des VRS als
ÖV-Fahrkarte und Zugangsmedium zu Car-Sharing-Anbietern und Leihrädern
der KVB1).
Die Ausleihe von Last enrädern, wird zwar durch die KVB nicht an geboten,
jedoch könnten entsprechende Anbieter (in Köln z.B. donk-ee ode r ggf. auch
die freien Lastenräder2) in das System integriert werden.
Mit dieser Maßnahme sollen weitere Mobilitätsdienste in einer A pp gebündelt
werden. Neben der Integration weiterer Car-Sharing- und Leihrad -Angebote
sowie Taxi ist auch die Einbeziehung einer Belegungsanzeige sow ie eines
Buchungssystems für P+R- und B+R-Anlagen (z.B. Buchung von Fahr radbo-
xen) angedacht.
Auch Fahrradstellplätze in Fahrradtowern 3 sollen über die VRS-Chipkarte
zugänglich bzw. über die KVB-App buchbar sein.
Weiterhin sollen die im Bereich der Regionalverkehr Köln GmbH ( RVK) noch
üblichen Papiertickets (z.B. für Zeitkarten) auch auf Chipkarte n umgestellt
werden. Die E-Tickets werden aufladbar.
Analog zur KVB-App ist auch von der RVK die Einführung eine Mobilitäts-App
mit Handyticket vorgesehen. Auch diese App soll Verkehrsmittelü bergreifend
nutzbar sein.
Wenn die verschiedenen Dienste aus einer App heraus einsehbar u nd buch-
bar werden, wird die Information über die Fülle der Angebote ei nfacher er-
kennbar, so dass bisher unbekannte Angebote in das Bewusstsein der poten-
tiellen Nutzer rücken. Die Handhabung wird vereinfacht, weil ni cht mehr un-
1 Außerhalb Kölns können mit der VRS-Chipkate auch Leihräder aus anderen nextbike-
Systemen ausgeliehen werden.
2 Siehe hierzu auch: https://donk- ee.de/ und https://www.kasimir-lastenrad.de/
3 Auch privat finanzierte, aber durch die KVB betriebene Fahrra dstationen, wie der am
RTL-Gebäude vorgesehene Radtower– werden in das System eingebun den und so
für jedermann nutzbar.
Steckbrief M1.12 2
Green City Masterplan Köln
terschiedliche Buchungssysteme und Zugangsmodalitäten erlernt w erden
müssen. Hemmnisse zum Gebrauch werden so abgebaut.
Im Einzelnen ist vorgesehen:
Digitalisierung des Kölner Leihradsystems
Die Leihradsysteme in Köln sollen vernetzt werden. Das KVB-Rad stellt ei-
ne stadtweite und nachhaltige Grundversorgung an vernetzter Mob ilität
des Umweltverbundes sicher. Dabei sind die unterschiedlichen An bieter
ergänzend so in ein System zusammenzufassen, dass die Kunden ih r
Smartphone als Mobilitätsassistent umfassend nutzen können (Reg istrie-
rung, Ausleihe, multi-modale Navigation, Leistungsübersicht etc.).
Erweiterung der Kölner ÖPNV-App (KVB-mobil) zu einer „Mobilitä ts-App“
Zurzeit ist es möglich, Leihräder (nur KVB-Rad) und – nach vorh eriger Re-
gistrierung – Car-Sharing-Angebote (zzt. nur Cambio, Car2Go und D r i -
veNow) zu buchen.
Durch funktionale Erweiterung de r Kölner ÖPNV-App (KVB-mobil) m it In-
formations-, Buchungs- und Abrechnungsprozess werden weitere, m ulti-
modale Angebote (z.B. weitere Leihrad-Systeme
4, P+R- und B+R-
Angebote) innerhalb der App integriert. So wird die ÖPNV-App zu e i n e r
multimodalen Mobilitäts-App.
Integriert werden soll auch ein Anreizsystem zur Nutzung des Um weltver-
bundes (z.B. in Form von Klimabonuspunkten).
Das hinter der App zur Informationsbereitstellung und -verarbei tung ste-
hende Serversystem soll standardis ierte Schnittstellen (z.B. IP SI, DatexII)
erhalten und wird an bundesweite Mobilitätsplattformen (z.B. Mo bility insi-
de, MobilitätsDaten-Marktplatz, mCloud) angebunden.
Ausbau der Chipkarte im ÖPNV für eine multimodale Nutzung
Die Chipkarte ist als elektronisches Ticket heute das Zugangsme dium für
75 % der Bus- und Bahnfahrten in Köln. Erste Ansätze zur multim odalen
Nutzung sind bereits individuell implementiert (Zugang zu einem C a r -
Sharing-Anbieter und einem Fahrradverleihsystem).
Durch die Realisierung einer Standardschnittstelle, die Ertücht igung des
Hintergrundsystems, einheitliche Kunden- und Kommunikationsproz esse,
etc. soll ein diskriminierungsfreier Zugang für die Integration weiterer An-
gebote geschaffen werden.
Umstellung von Papiertickets der RVK auf Chipkarten
Bei dem Projekt „Zeitkarten auf Chipkarten“ sollen alle Fahrgäs te zukünftig
4 Beispielsweise in Köln schon vertreten: „Donkey Republic“
Steckbrief M1.12 3
Green City Masterplan Köln
komplett auf Papiertickets verzichten. Die reinen e-Tickets kön nen dann
beliebig an Verkaufsstellen, auch im Bus selber, „aufgeladen“ w erden. Zu-
sätzlich werden für alle Abo-Kunden die Möglichkeiten geschaffe n, ihre
Abos digital zu verwalten. Damit können aufwendige und kundenun freund-
liche Arbeitsprozesse in Papierform bei der Aboverwaltung (z. B . Anträge
und Kündigungen) beseitigt werden und ein kundenfreundliches und flexib-
les digitales Ticketing eingeführt werden, das die Hemmschwelle für Fahr-
gäste und deren Zugang zum ÖPNV abbaut.
Mobilitäts-App der RVK
Ähnlich zur KVB-App ist die Einführung einer Mobilitäts-App im Bereich der
RVK vorgesehen. Damit soll es den Fahrgästen zukünftig möglich sein,
verschiedene Mobilitätsformen gebündelt mit einer App zu nutzen . Neben
der Möglichkeit des HandyTickets kann der Fahrgast auf das komp lette
Nahverkehrsangebot der RVK zugreifen und so seine individuelle Reise-
kette planen. Im Zentrum steht dabei die Intermodalität. Dabei kann der
Fahrgast sowohl online selbststä ndig bedarfsorientierte Nahverkehrsange-
bote (z.B. TaxiBus oder AST-Verkehre) buchen, oder auf Sharing-
Angebote, insbesondere (E-)Bike- Verleihsysteme zurückgreifen. D amit
kann die gesamte Mobilitätskette digital abgebildet werden, ins besondere
für die sog. „letzte Meile“. Ziel dieser Maßnahme ist es, die M enschen für
alternative Mobilitätsformen zu begeistern und den Umstieg auf den ÖPNV
zu forcieren.
Quelle:
Projektskizze
Zusammenfassung der Maßnahmen:
Digitalisierung des Kölner Leihradsystems
Erweiterung der Kölner ÖPNV-App (KVB-mobil) zu einer „Mobilitä ts-App“
Ausbau der Chipkarte im ÖPNV für eine multimodale Nutzung
Informationen der RVK als Input zum Arbeitskreis
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Förderung des Radwegeausbaus (Maßnahme 3.4) wirkt positiv a uf die
Leihradnutzung.
Mit den Verbesserungen/Vereinfachungen bei den entsprechenden B u-
chungssystemen und einer Zunahme bei der Nachfrage, macht der A usbau
des Leihradbestandes (Maßnahme 3.3) umso mehr Sinn.
Steckbrief M1.12 4
Green City Masterplan Köln
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Unregulierter Markteintritt verschiedener international operier ender Anbieter,
Interessenkonflikte durch Konzentration auf attraktiven Innenst adtflächen,
Rolle des ÖPNV in der Daseinsvorsorge auf dem Gebiet der vernetzten Mobi-
lität.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Der Zugang zu verschiedenen Mobilitätsdiensten wird vereinfacht . Nutzungs-
hemmnisse, die oft durch Unsicherheit bezüglich „Wie funktionie rt das denn
hier?“ ausgelöst werden, werden abgebaut. Eine (leichte) Versch iebung des
Modal-Split vom Pkw zum Umweltverbund ist möglich.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Effekte sind nicht quantifizierbar und können nur qualitati v eingeschätzt
werden.
Effekte:
Leihradnutzung
Durch die Vernetzung der Anbieter ergibt sich ggf. ein leichter Zuwachs in
der Leihradnutzung (man findet öfter/schneller ein Leihrad). An satz +5%
gegenüber der bisherigen KVB-Rad-Nutzung.
(Dieser Ansatz gilt zusätzlich zu der in der letzten Zeit gem. Angaben der
KVB schon festgestellten starken Zuwächse in der Leihradnutzung).
P + R
Durch die P+R-Besetzt-Anzeige ergibt sich nicht mehr P+B-Nutzun g. Die-
se ist nur zu erwarten, wenn P+R-Potentiale frei sind. Das ist aber auf den
meisten P+R-Plätzen zzt. nicht der Fall.
B + R
Regelmäßige B+R-Nutzer benötigen keine App; sie buchen die Fahrradbox
dauerhaft. Ein positiver Effekt e rgibt sich daher für Gelegenheitsfahrer und
ggf. am Wochenende, wenn die regelmäßigen (Berufs-)Nutzer „ihre “ Box
nicht benötigen. Ggf. wird durch die App eine Optimierung der B oxnutzung
ermöglicht.
Car-Sharing / Multimodalität
Die neuen Verkehrsdienstleistungen wie Carsharing und Fahrradve rleih-
systeme können nur in Synergie mit einem guten ÖPNV erfolgreich sein
und somit die NOX-Belastungen durch den Umstieg vom MIV auf den
Steckbrief M1.12 5
Green City Masterplan Köln
ÖPNV reduzieren. Busse und Bahnen bilden das Primärsystem, auf des-
sen Basis sich die neuen Angebote erfolgreich weiterentwickeln können.
Durch die Umsetzung des Projekts „Multimodale Chipkarte“ wird e in erster
Anreiz die bekannten ÖPV-Verkehrsverbünde zu einem umfassenden Mo-
bilitätsverbund weiterzuentwickeln gesetzt. Dieser entsteht dur ch die Ver-
netzung des ÖPV mit weiteren Verkehrsmitteln und Mobilitätsdien stleis-
tungen.
Ziel ist es, ein aufeinander abgestimmtes Angebot bzw. ein Mult imodal
einsetzbares Ticket anzubieten, um den Zugang zur neuen Mobilit ät für
den Kunden von morgen zu vereinfachen.
Die Effekte dieser Maßnahmen hinsichtlich der NOx-Reduktion sin d vor-
handen jedoch nicht quantifizierbar, da alle konkreten Angaben lediglich
Spekulationen und Schätzungen des menschlichen Verhaltens sind. Somit
können keine genauen Aussagen bezüglich der NOx-Reduktion getro ffen
werden. Der Umweltverbund wird so damit attraktiver gestaltet u nd die
NOx- Reduktion positiv beeinflusst.
Ö P N V
Die Vernetzung mit anderen Mobilitätsdiensten sowie die Vereinf achung
des Zugangs zum ÖV wird den ÖV stärken. Eine Quantifizierung vo n Zu-
wächsen ist nicht möglich, jedoch bilden die Maßnahmen die Grun dlage
dafür, dass der ÖV in der modernen Welt einen gleichberechtigte n Platz
einnehmen kann und seine Kundenpotentiale behält, ggf. auch erweitert.
Die Wirkung der Maßnahmen für sich allein wird daher als gering, im Verbund
mit anderen Maßnahmen (z.B. Verbesserung des Radwegenetzes, Erw eite-
rung des Leihrad- und Car-Sharing-Angebotes, Erweiterung des ÖV -
Angebotes) als mittel eingeschätzt.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Kostenschätzung aus Projektskizze:
Bereich KVB:
500.000 Euro Digitalisierung Leihradsystem
300.000 Euro Erweiterung KVB-App
150.000 Euro Erweiterung Chipkarte
Kosten für Integration P+R / B+R nicht bekannt
Kosten für die Integration neuer Radstationen sind bei den ent sprechen-
den Radstationen anzusetzen. Da die Radstationen (teilweise) pr ivat fi-
nanziert werden (z.B. RTL, ggf. Firmengemeinschaft Butzweiler H of, ggf.
Steckbrief M1.12 6
Green City Masterplan Köln
REWE), sind hier für die Radstationen reduzierte Kosten auszuweisen. Für
die hier betrachtete Maßnahme jedoch nicht.
Kosten bei den Anbietern (Leihradsysteme, Car-Sharing, …)
Die Kosten für die Digitalisierung des Leihradsystems und der E rweiterung
der KVB-App bzw. der Chip-Karte auf Seiten der KVB werden durch d i e
KVB getragen. Zusätzliche Kosten können bei den zu integrierend en An-
bietern (Leihräder, Car-Sharing) entstehen. Ggf. könnte eine Fö rderung
der Integration helfen, Hemmnisse zu vermeiden.
Bereich RVK:
250.000 Euro Pilotprojekt „Zeitkarten auf Chipkarten“ und Einf ührung der
Mobilitäts-App
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Aus der bisher vorliegenden Kostenschätzung der Projektskizze e rgibt sich
insgesamt ein Volumen von 1.200.000 Euro. Davon wird der größte Teil
durch die KVB übernommen.
Die bei den teilnehmenden Anbietern entstehenden Kosten sind ni cht be-
kannt.
Die Investitionskosten werden somit insgesamt als hoch eingeschätzt. Verteilt
über eine voraussichtliche Nutzu ngsdauer zumindest 3 Jahren, fa llen die
Kosten in den mittleren Bereich (200.000 bis unter 500.000 Euro).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M1.13 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.13: Pförtnerampeln an Zufahrts-
straßen
Beschreibung der Maßnahme:
Auf allen großen Zufahrtstraßen, wie Aachener Straße, Dürener Straße und
Luxemburger Straße, werden so genannte Pförtnerampeln installiert, und
zwar dort, wo es ausreichend Rückstauraum und keine Wohnbebauung gibt.
Der nachstehende Plan zeigt die von der Arbeitsgruppe „AG 1 Verkehr des
Runden Tischs – Luftreinhalteplanung“ identifizierten, möglichen Positionen
von Pförtnerampeln.
Das System muss zumindest im Hauptstraßennetz „lückenlos“ sein. Daher
sind weitere Positionen im Hauptstraßennetz erforderlic h1. Das System sollte
ggf. über ein Verkehrsmodell auf „Lücken“ überprüft werden.
Werden nach Inbetriebnahme des Systems bedeutende Verkehrszunahmen
im untergeordneten Straßennetz registriert, sind dort ggf. weitere Maßnah-
men erforderlich.
1 So scheint im angedachten System eine Pförtnerumfahrung über die Ausfahrt von der
A57 zum Militärring und dann zur B9 oder B59 möglich.
Steckbrief M1.13 2
Green City Masterplan Köln
Die Ampel soll auch anzeigen, wie lange die Autofahrer bis zum nächsten
Grün warten müssen. Da der Stau vor den Ampeln recht lang werden kann,
ist die Anzeige entlang des Staus zu wiederholen. Die Einführung der
Pförtnerampeln soll von einer Köln -weiten Kommunikation beg leitet werden,
um den Autofahrern den Sinn der Maßnahme zu erklären.
Zur Einführung der Maßnahme werden die Ampeln so geschaltet, dass sich
nur geringe Wartezeiten ergeben. Diese sollen dann jedoch z.B. wöchentlich
kontinuierlich leicht erhöht werden. So können sich die Autofahrer auf die
Wartezeiten einstellen und ggf. Alternativen, wie beispielsweise Fahrgemein-
schaften oder Vermeidung der Rush-Hour, ins Auge fassen.
Greift die Maßnahme, wird die gleichmäßige und kalkulierbare Steigerung der
Wartezeiten dazu führen, dass sich der Stau vor den Pförtnerampeln auf ein
akzeptables Niveau einpendeln und nicht ausufern wird. Die Maßnahme ist
sozial ausgewogen und betrifft alle Einkommensklassen gleichermaßen.
Wichtig ist die Pförtnerung aller Einfallstraßen, so dass es keine Verlagerun-
gen auf andere Straßen geben kann.
Durch die Maßnahme werden nicht nur die Verkehre mit Zielen in den prob-
lematischen Gebieten betroffen, sondern alle Zielverkehre, die Köln in den
entsprechenden Zeitfenstern anfahren.
Für wichtige Verkehre – z.B. Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei – sind Son-
derlösungen vorzusehen (z.B. Freiräumen des Staus vor de n Einsatzfahrzeu-
gen).
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Eine merkliche posi tive Wirkung auf die Luftqualität wird nur erreicht, wenn
die MIV -Nutzer in bedeutendem Maße auf den Umweltverbund umsteigen.
Die Schaffung entsprechender Kapazitäten im ÖV (inkl. P+R) und Radverkehr
ist erforderlich.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Die zeitliche Verzögerung an den Pförtnerampeln und die damit verbunden
die Verlängerung der Reisezeiten wird von den Autofahrern als Behinderung
empfunden.
Durch den Rückstau dürfen keine gefährlichen Situationen entstehen und
keine Verkehre behindert werden, die Köln nicht als Ziel haben (kein Zustau-
Steckbrief M1.13 3
Green City Masterplan Köln
en vorgelagerter Knotenpunkte, kein Rückstau auf die Autobahnen). Damit
sind die erreichbaren Wartezeiten an einigen Querschnitten ggf. stark be-
grenzt.
Es werden auch Verkehre behindert, die ggf. nicht behi ndert werden sollen
(z.B. Einsatzfahrzeuge, ggf. auch Lieferverkehre).
Durch die Maßnahme werden neue Kapazitäten im innerstädtischen Ver-
kehrsnetz geschaffen, die zeitgleich durch Straßenraumgestaltung, Flächen-
umwidmungen oder geänderte Verkehrsregelung be gleitet werden müssen,
da ansonsten im innerstädtischen Bereichen eine gegenläufige Entwicklung
mit Verbesserung der Reisebedingungen im MIV stattfinden würde.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Pförtnerampeln sollen zu einem Umdenken bei den Autofa hrern führen
und die Bildung von Fahrgemeinschaften und den Umstieg auf Verkehrsmittel
des Umweltverbundes wie Bus und Bahn und Fahrrad fördern.
1. Wirkung auf Hot-Spots:
Eine direkte Wirkung zur Verbesserung des Verkehrsflusses an den Hot -
Spots wird aufgrund der Entfernung zwischen den Pförtnerampeln und den
Hot-Spots nicht erwartet.
Lediglich kann eine indirekte Wirkung durch die Reduktion der Fahrzeugmen-
ge im Stadtgebiet erreicht werden (siehe nächster Punkt).
2. Wirkung allgemein:
Ob durch die Pförtnerung am Stadtrand überhaupt eine Verringerung der
Verkehrsmenge erzielt werden kann, ist keineswegs sicher. So zeigt das Bei-
spiel der Dürener Straße, dass trotz erheblicher Wartezeiten am Knoten Dü-
rener Straße/Militärring das vorgelagerte P+R -Parkhaus „Haus Vorst“ nur
mäßig ausgelastet ist. Der Stau in der Dürener Straße entsteht jedoch seit
Jahren jeden Tag. Die Pförtnerung hat den Effekt, dass die Verkehrslage im
weiterführenden Straßennetz flüssiger wird. Dort holen die Autofahrer die an
der Pförtneranlage „verlorene“ Zeit wieder auf2.
Zu beachten ist auch der Nebeneffekt, dass die Verbesserung der Verkehrs-
situation im Stadtbereich den Pkw -Binnenverkehr fördern könnte. Gesc haffe-
ne Freiräume müssten durch Bremsen des Pkw kompensiert werden. Ob je-
doch so viel Kapazität gewonnen werden kann, dass Fahrspuren reduziert
2 Dieser Effekt ist bei dem Einsatz von lokalen Pförtneranlagen vor koordiniert en Stre-
ckenabschnitten (grüne Wellen) und bei der umweltsensitiven Ampelsteuerung zur
Verflüssigung des Verkehrs durchaus gewünscht.
Steckbrief M1.13 4
Green City Masterplan Köln
und ggf. dem Umweltverbund zur Verfügung gestellt werden können, ist frag-
lich.
Vor dem Hintergrund, dass die St aus in den Zufahrtsstraßen auch starken
Restriktionen unterliegen und nicht beliebig lang werden können, die Behin-
derung des Wirtschaftsverkehrs und der Rettungskräfte unerwünscht ist und
viele Verkehre behindert werden, die im Grunde kein Problem im Stadt ver-
kehr darstellen (Quellen und Ziele im Randbereich kurz innerhalb des
Pförtnerkordons), erscheint die Pförtnerung am Stadtrand zur Verlängerung
der Pkw-Reisezeit nicht zielführend.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die tatsächlich erzielte Wirkung hinsic htlich der Motivation zum Umstieg auf
den Umweltverbund wird als sehr gering eingestuft.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Aussage der Fachabteilung:
Eine seriöse Aussage zu den Kosten ist derzeit nicht möglich. Außer einer
Änderung der Signalprogramme, die möglicherweise einen Austausch von
Steuergeräten erfordern, ist das Informationssystem zu finanzieren. Diese
Maßnahmen sind derzeit nicht Bestandteil des Haushaltsplanes.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Da die Maßnahme konsequent an allen (Haup t-)Zufahrtsstraßen umgesetzt
werden müsste, als auch umfassende innerstädtische Begleitmaßnahmen
erforderlich werden, ist mit sehr hohen Kosten zu rechnen.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Aussage der Fachabteilung:
Grundvoraussetzung ist die Erweiterung der vorhandenen Sensorik zur Er-
fassung des Verkehrs und der Umweltdaten. Die Steuergeräte müssen aktu-
eller Bauart sein und über einen Verkehrsrechneranschluss verfügen.
Flankierende Maßnahmen:
Die Einrichtung von P+R -Anlagen im Vorfe ld der Pförtneranlagen ist zu prü-
fen. Einrichtung von Variotafeln, die auf P+R -Möglichkeiten und den damit
verbundenen Zeitgewinn hinweisen.
Steckbrief M1.15 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.15: Digitalisierung der LSA- und
Kreuzungsgeometriedaten zur Etablierung Ko-
operativer Systeme
Beschreibung der Maßnahme:
Digitalisierung der Signallagepläne und Bereitstellung von MAP-Daten (Nach-
richtenformat für Karten-/Topologie-Information) sowie Aufrüstu n g d e r L i c h t -
signalanlagen (LSA) zur Bereitstellung von Signalisierungszustä nden zur Ge-
nerierung von SPaT ( Signal Phase and Timing) als Grundlage zur Einführung
von „Ampelphasenassistenten“ und „Grüne-Welle-Assistenten“.
Neben der sukzessiven Erneuerung der Lichtsignalanlagen in der Baulast der
Stadt Köln soll zur Ermöglichung einer zeitnahen Einführung Koo perativer
Systeme zusätzlich die bestehende LSA-Infrastruktur ertüchtigt werden. Im
ersten Schritt soll dies an rund 200 Anlagen vornehmlich auf Ko ordinierungs-
strecken mit einer täglichen Verkehrsstärke von rund 15.000-20. 000 Kfz/d
und mehr erfolgen.
Da die Signallagepläne für die meisten Lichtsignalanlagen nur i n Papierform
vorliegen, müssen aktuelle digitale Vermessungsgrundlagen gesch affen und
die Pläne digitalisiert werden.
Zur Bereitstellung der MAP ist eine entsprechende Versorgung am Ingenieur-
arbeitsplatz erforderlich. Je nach Alter und Ausstattung der St euergeräte der
ortsfesten Anlagen ist die Versorgung der MAP-spezifischen Date n im Steu-
ergerät erforderlich oder eine Bereitstellung dieser im Verkehr srech-
ner/Zentrale.
Zur Übermittlung der Signalzustandsdaten zur Erzeugung von SPaT müssen
die Steuergeräte mindestens über die OCIT V1.1 Schnittstelle ve rfügen. Die
Generierung der SPaT soll zum einen zentral und zum anderen übe r ein ein-
zubauendes Modul an Steuergerät erfolgen.
Zur Versendung der MAP und SPaT in der dezentralen Lösung muss die Ört-
lichkeit der Lichtsignalanlagen mit Road-Side-Units (RSU) ausge stattet wer-
den. Für die Zentralenlösung ist ein Datenserver sowie eine Sch nittstelle zu
MDM, mCloud usw. erforderlich.
Zur Durchführung der Maßnahme ist zusätzliches Personal erforderlich.
Quelle:
Arbeitsgruppe Masterplan
Steckbrief M1.15 2
Green City Masterplan Köln
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
–
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Ein mögliches Risiko besteht darin, dass die Entwicklung der entsprechenden
Fahrzeugtechnologie bzw. der APP-Anwendung sich verzögert.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Ampelphasenassistenten und Grüne-Wellen-Assistenten bieten nebe n der
Optimierung der Motorabschaltung bei den vor Rot wartenden Fahr zeugen
auch die Möglichkeit, sinnvolle Fahrgeschwindigkeiten zu wählen, so dass an
der nächsten LSA die Grünphase erreicht wird – also möglichst o hne Stopp
weitergefahren werden kann. Dadurch können positive Wirkungen a uf den
Kraftstoffverbrauch und den Schadstoffausstoß erreicht werden.
In mehreren Studien wurde gezeigt, dass die Anpassung der Geschwindigkeit
aufgrund der Kenntnis über den zu erwartenden Zustand an der nä chsten
Lichtsignalanlage durchaus dazu beiträgt Halte an den LSA zu re duzieren1.
Dabei müssen nicht alle Fahrzeuge mit den entsprechenden Inform ationen
versorgt sein, bzw. sie befolgen. Wenn schon ein Teil der Fahrz euge seine
Annäherungsgeschwindigkeit optimiert (egal ob automatisiert ode r aufgrund
einer Information des Fahrers, der dann entsprechend reagiert), k a n n s i c h
dies positiv auf den gesamten Fahrzeugpulk auswirken.
Es wird davon ausgegangen, dass bis 2025 ein Großteil der Neufa hrzeuge
mit entsprechender Technologie ausgestattet sein wird. Bis sich eine weitest-
gehende Durchsetzung der gesamten Pkw-Flotte ergeben hat, werde n u.U.
noch weitere Jahre vergehen, so dass dieser Effekt sich vermutl ich erst mit-
tel- bis langfristig einstellt. Eine Beschleunigung der Systemv erbreitung in
älteren Fahrzeugen kann sich (indirekt) über Anbieter von fahrz eugunabhän-
gigen Navigationsgeräten oder Handy-Apps ergeben, die den Fahre rn ent-
sprechende Geschwindigkeitsempfehlungen anzeigen.
Es werden Anlagen an hoch belasteten Streckenabschnitten im Sta dtgebiet
mit der beschriebenen Technologie ausgestattet, um ein größtmög liches Wir-
kungsfeld zu bedienen und damit die Hintergrundbelastung sowie die Belas-
tung an den Hot-Spots zu minimieren. Es erfolgt damit ein sinnv oller Beitrag
1 Zusammenfassung der Ergebnisse mit Hinweisen auf die Studien:
Michael Zweck; Wirkungsabschät zung GLOSA / TTG “Ergebnissammlun g Deutsch-
land”; Vortrag PUM am 19.04.2018
(GLOSA / TTG = Green Light Optimal Speed Advisory/Time to Green)
Steckbrief M1.15 3
Green City Masterplan Köln
zu Senkung der Schadstoffbelastung allgemein und so auch der gemessenen
Jahresmittelwerte.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Auch wenn die Fahrzeugflotten erst mit den nächsten Jahren auf die von den
LSA angebotenen Informationen reagieren können (Erneuerung der Fahr-
zeugflotte, Implementierung in fahrzeugunabhängige bzw. Handy-
Navigation), ist es erforderlich, die Maßnahme zeitnah umzusetzen. Auch den
ersten ausgerüsteten Fahrzeugen müssen die Informationen zur Ve rfügung
gestellt werden, damit sich das System etablieren und durchsetzen kann.
Auch wenn die Wirkung Anfangs nur als (sehr) gering einzustufen wäre und
sich das Potential erst mit der Zeit ergibt, ist die Priorität für die Umsetzung
hoch.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die zurzeit einschätzbaren Kosten werden von der Fachabteilung der Stadt
Köln folgendermaßen beziffert:
Erstellung aktueller Vermessungsgrundlage und Digitalisierung der Signal-
lagepläne
Verkehrstechnische Versorgung der MAP am Ingenieursarbeitsplat z
Aufrüstung der LSA auf mindestens OCIT V1.1, Aktualisierung de r Versor-
gungsdaten
Ausstattung der Anlagen mit örtlichen Road-Side-Units (RSU) so wie Modu-
len zur Generierung von SPaT
Datenserver + SPaT-Generator in der Zentrale + Erweiterung der Schnitt-
stelle von Zentrale zu MDM, mCloud etc.
2 Lizenzen für Ingenieurarbeitsplatz LISA+ zur Generierung MAP
Personalkosten (2 Ingenieure + 1 Zeichner)
Die Kosten belaufen sich grob geschätzt auf 8,3 Mio €.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Investitionskosten sind sehr hoch.
Unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer von ca. 15 Jahren ist diese Maß-
nahme in die Kostenklasse hoch einzustufen.
Steckbrief M1.15 4
Green City Masterplan Köln
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M1.16 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.16: ITCS und Fahrgastinforma-
tion, Modernisierung und Ausbau
Beschreibung der Maßnahme:
Maßnahmen bei der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB):
Kern der Überlegung ist es, Verkehrsträger übergreifend zu vernetzen und dem
Kunden an zentralen Punkten „Mobilitätsdrehscheiben“ bereitzust ellen. Die
Grundlage dazu bilden „Kontextsensitive intermodale Fahrgastinf ormations-
systeme“, welche vor allem qualitativ hochwertige Informationen , verlässliche
Daten und standardisierte Schnittstellen benötigen, um „der ste igenden Zahl
an Mobilitätsanbietern und der Diversität der Mobilitätsdienstl eistungen“ die
Komplexität und damit die Ein- und Umstiegshemmnisse für den Ku nden zu
nehmen.
Rückgrat der ÖPNV-Systemarchitektur bildet hierbei das ITCS (In termodal
Transport Control System), welches grundlegend mit dieser Maßna hme mo-
dernisiert und ausgebaut werden soll.
Für den Kunden ist hierbei eine genaue Information über die Wegekette wich-
tig. Die KVB setzt sich zum Ziel, das ITCS an den Anforderungen einer optima-
len Betriebssteuerung auszurichten, allen Fahrgästen, im Regel- wie im Stö-
rungsfall, unabhängig vom genutzten Medium konsistent und präzi se sowie
mittelfristig auch barrierefrei vor und auf jedem Abschnitt der Reise die notwen-
digen Fahrtinformationen in Echtzeit zur Verfügung zu stellen.
Zur Sicherstellung und Erfüllung der zukünftigen Aufgaben besteht ein umfas-
sender Modernisierungs- und Erneuerungsbedarf in den Kommunikat ions-,
ITCS- und FGI-Systemen. Die damit verbundenen Arbeitspakete sind:
1. IP Technologie und Ethernet
Die zukünftigen Anforderungen an die Fahrgastinformation, den - komfort und
die -sicherheit im Fahrzeug, setzen eine moderne technische Infrastruktur vo-
raus, welche nur durch Einführung einer modernen IT-Fahrzeugpla ttform mit
IP-Technologie und entsprechend breitbandigen Kommunikationsweg en für
Sprache und Daten umsetzbar ist.
Diese IT-Fahrzeugplattform bildet zum einen die Grundlage für d ie «Digitale
Mobilität -Fahrzeug und Haltestelle-», mit der die Kommunikatio nsstandards
zwischen Fahrzeug und Haltestelle sowie zwischen Fahrzeug und w eiteren
ÖPNV-Teilnehmern (mobile Endgeräte der Fahrgäste) erst geschaffen werden
können.
Steckbrief M1.16 2
Green City Masterplan Köln
2. Fahrerunterstützung und -sicherheit
In den Bussen und Bahnen der KVB ko mmt eine neue ITCS-Bordrechn er-
Generation zur Fortschreibung der bestehenden ITCS - Funktionalität zum Ein-
satz. Damit soll u.a. eine Verbesserung der Ortungs- und der damit verbunde-
nen Prognosequalität erreicht werden. Die Verbesserungen der Prognose sind
Voraussetzung für eine präzise Fahrgastinformation in Echtzeit. Durch die Er-
weiterung um Navigationsfunktionen in den Bussen sollen bei not wendigen
Dispositionen aus der Betriebslenkung die Fahrer in Störsituationen unterstützt
werden. Für eine verbesserte und einfachere Fahrerinformation u nd -kommu-
nikation sowie der Umsetzung der Digitalisierung von z.B. Werks tattformula-
ren, Dienstplänen und Betriebsanweisungen sind Fahrer Tablets g eplant. Ziel
ist es, über die Digitalisierung der heutigen Abläufe, eine höh ere Fahrer- und
Fahrzeugbereitschaft zu erreichen und damit einen Beitrag zum stetig steigen-
den Transportbedarf zu leisten. Mit Einsatz eines mobilen Notruftasters soll den
Fahrern auch bei Verlassen des Fahrerstandes die notwendige Sicherheit der
Erreichbarkeit der Leitstelle gegeben werden.
3. Fahrgastkomfort und -Sicherheit im Fahrzeug
Der Fahrgastkomfort steht im engen Zusammenspiel mit der Verfügbarkeit von
aktueller Fahrgastinformation in Echtzeit, vor allem in Störung sfällen, sowie
dem Sicherheitsgefühl des Fahrgastes im Fahrzeug. Zu diesem Zwe ck sind
verschiedene Systeme im Fahrzeug vorgesehen, z.B. Videoinnenraumüberwa-
chung oder die Erkennung der Fahrgastbelegung in den Fahrzeugte ilen zur
digitalen Meldung von Besetztgraden durch den Fahrer, automatis ierte Aus-
wertung im Hintergrundsystem ITCS und Weiterleitung der Information an DFI
und online-basierte Medien (Internet und App) zur Lenkung der F ahrgast-
ströme an Haltestellen, Optimierung von Haltezeiten und damit E rmöglichung
von kürzeren Reisezeiten welche aktiv zur Attraktivitätssteiger ung gegenüber
dem IV führen.
Zentrales Augenmerk für die Modernisierung des ITCS-/FGI-Systems bildet die
konsistente, wegbegleitende Fahrgastinformation in Echtzeit vor allem in Stör-
situationen. Ziel ist es, dem Fahrgast zu jeder Zeit von der Pl anung bis zur
Begleitung seiner Fahrt auf den unterschiedlichen zum Einsatz k ommenden
Informationskanälen wie HandyApp , KVB Homepage, im Fahrzeug, au f den
DFI an den Haltestellen die gleiche qualitativ hochwertige Information zu seiner
Fahrt/Reise zur Verfügung zu stellen.
Steckbrief M1.16 3
Green City Masterplan Köln
Maßnahmen bei der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK):
1. Moderne Fahrgastzählanlagen bei der RVK:
Die RVK möchte in allen ihren Bussen, die im Kölner Stadtgebiet unterwegs
sind, moderne Fahrgastzählanlagen einsetzten. Damit können zukü nftig die
Besetzungen in den Bussen exakt ermittelt werden. Insbesondere für die An-
gebotsplanung und die Optimierung des Einsatzes von Bussen (Anz ahl und
Kapazität) können hieraus wichtige Informationen gewonnen werde n. Beson-
ders vor dem Hintergrund, dass alle Linien der RVK, die am Kölner Hauptbahn-
hof im 30-Minuten-Takt enden, zeitweise unter einer hohen Verkehrsbelastung
im Kölner Stadtgebiet leiden. D iese Situation bezieht sich sowo hl auf die Be-
hinderung im Fahrtenlauf als auch auf eine z.T. dadurch bedingte Überlastung
mit Fahrgästen, die sich wiederum nachteilig auf den Fahrgastwechsel und die
Reisezeiten bzw. Pünktlichkeit auswirken. Für den Fahrgast könn en damit Si-
tuationen vermieden werden, in denen er in überfüllte Busse einsteigen muss,
wodurch ggfs. die grundsätzliche Bereitschaft auf den ÖPNV umzu steigen
sinkt. Die Pünktlichkeit und Fahrplaneinhaltung wird jedoch verbessert und so-
mit die Attraktivität insgesamt gesteigert.
2. Intelligentes Betriebshofmanagement und zentrales Fuhrparkma nage-
ment
Mit einer Digitalisierung der Arbeitsprozesse auf den RVK-Betriebshöfen kann
eine signifikante Optimierung hi nsichtlich Fahrzeugeinsatz, Bet ankung, War-
tung und Pflege der Fahrzeuge erreicht werden und damit eine op timale Dis-
position. Neben der Erleichterung von Arbeitsprozessen für die Mitarbeiter
durch Verzicht auf Formulare in Papierform, Pflege aufwendiger Tabellen und
zentrale Steuerungs- und Auswertungsmöglichkeiten können Busse gezielter,
umweltfreundlicher und leistungsoptimierter eingesetzt werden. Auch hinsicht-
lich des benötigten Dieselkraftstoffs lassen sich Optimierungen erzielen.
Die RVK plant, ihre Dienstwagenflotte in Köln und auf den jewei ligen Nieder-
lassungen zentral zu disponieren. Dabei wird ein digitales Verwaltungssystem
helfen, die Auslastungen der Fahrzeuge zu erhöhen und damit die Emission
von Schadstoffen, insbesondere der im Fuhrpark befindlichen Dieselfahrzeuge
zu minimieren. Darüber hinaus kann auch im Bereich der Betankung eine Ver-
besserung hinsichtlich der Menge des Kraftstoffs erreicht werde n. Ebenfalls
sind durch ein zentrales Fuhrparkmanagement der Dienstwagenflotte auch Sy-
nergieeffekte mit anderen städtischen Gesellschaften bzw. der S tadt selber
möglich.
Steckbrief M1.16 4
Green City Masterplan Köln
3. Fahrgastinformationssysteme in Linienbussen
Die RVK möchte ihre Busse sukzessive mit einem Fahrgastinformationssystem
ausstatten. Ziel dieses Systems ist eine verbesserte Kundeninfo rmation im
Bus, vor allem über Anschlussverbindungen, Tarife und alle wich tigen Neuig-
keiten rund um das Thema ÖPNV (Verkehrsstörungen, Fahrplanänder ungen
etc.). Damit soll die Nutzung von Bussen und Bahnen attraktiver gestaltet wer-
den. Durch die flächendeckende Einführung dieses Systems wird i nsbeson-
dere der Bus als Nahverkehrsmittel aufgewertet und kann zu eine r Änderung
des Mobilitätsverhaltens der Menschen beitragen.
Quelle:
KVB und RVK
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Zusätzliches Informationsangebot der KVB aus dem Bereich ÖPNV z u den
Maßnahmen M1-2, M1-3 und M1-4.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
–
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
KVB: Der Zugang zu verschiedenen Mo bilitätsdiensten wird vereinfacht. Nut-
zungshemmnisse, die oft durch Unsicherheit und fehlende Informationen aus-
gelöst werden, werden abgebaut. Eine Verschiebung des Modal Split vom Pkw
zum Umweltverbund ist wahrscheinlich.
RVK: Eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots mit ausreichender Kapa zität
der Fahrzeuge sowie guter Information über Angebot inkl. Echtze itdaten führt
zu einer Steigerung der ÖPNV-Nutzung und damit zu einer Reduzie rung der
Fahrten im MIV.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Effekte sind nicht unmittelbar quantifizierbar und können n eben allgemei-
nen Fahrgaststeigerungen im ÖPNV, die zur Reduzierung des motorisierten IV
führen, nur qualitativ kalkuliert werden.
Die erreichbare Verlagerung von Fahrten im MIV auf den ÖPNV durch die hier
definierten Maßnahmen wird als begrenzt eingeschätzt, sodass di e Wirkung
der kurz- bis mittelfristig möglichen ÖPNV-Maßnahmen auf die Luftreinheit als
gering eingestuft wird.
Steckbrief M1.16 5
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Grundlagen KVB:
IT-Fahrzeugplattform Stadtbahn (171 Fahrzeuge): 18.050.093 €
IT-Fahrzeugplattform Bus (1 63 Fahrzeuge): 2.758.592 €
Modernisierung ITCS-/FGI-Architektur: 8.845.000 €
Zusätzliche Kosten für Personal (2018-2020): 2.177.900 €
Bei einer Nutzungsdauer von 15 Jahren ergeben sich bei KVB Investitionskos-
ten von 1.977.000 €/a. Die zusätzlichen jährlichen Personalkosten bei KVB be-
laufen sich auf 726.000 €. Weiterhin fallen Kosten für Beratung sleistungen in
einem überschaubarem Umfang an.
Grundlagen RVK:
Fahrgastzählanlagen: 300.000 €
Intelligentes Betriebshofmanagement und zentrales Fuhrparkmana gement:
200.000 €
Fahrgastinformationssysteme in Linienbussen: 150.000 €
Die Kosten der RVK für die Einrichtung der Fahrgastzählanlage, des intelligen-
ten Betriebshof- und Fuhrparkmanagements sowie der Fahrgastinfo rmations-
systeme liegt bei 650.000 €. Bei einer Nutzungsdauer von durchs chnittlich
3 Jahren liegen die jährlichen Kosten der RVK bei rund 220.000 €.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
KVB: Aus der bisher vorliegenden K ostenschätzung des Gesamtproj ektum-
fangs ITCS-/ Fahrgastinformationssysteme ergibt sich insgesamt ein Volumen
von ca. 2.700.000 €/Jahr.
RVK: Die jährlichen Kosten der Maßnahme sind als mittel (200.00 0 –
499.999 €) einzustufen.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M1.17 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 1.17: Digitalisierung bedarfsge-
steuerter ÖPNV-Angebote (Ridesharing)
Beschreibung der Maßnahme:
Die Mobilitätsangebote im Kölner ÖPNV sollen unter Anwendung innovativer
Technologien im Rahmen der Digitalisierung weiterentwickelt werden und den
ÖPNV damit langfristig stärken. Das bestehende ÖPNV-Angebot soll durch
eine Ergänzung mit bedarfsorientiert eingesetzten, flexibel zu buchenden
Kleinfahrzeugen mit umweltfreundlichem Antrieb verbessert und digitalisiert
werden (Ridesharing). Die Fahrzeuge sollen zunächst von einem Fahrer ge-
steuert werden, können aber mittel- und langfristig – bei Verfügbarkeit der
Technologie – durch automatisierte Fahrzeuge ersetzt werden. Das bedarfs-
gesteuerte Angebot ergänzt das bestehende klassische ÖPNV-Angebot im
Sinne einer Feinerschließung von Quartieren, schnelleren Direktverbindun-
gen und Angeboten in Räumen und zu Zeiten schwacher Verkehrsnachfrage.
Perspektivisch ist ein Ersatz klassischer ÖPNV-Angebote möglich.
Dieser Ridesharing-Mobilitätsdienst geht individueller als bisher auf die Be-
dürfnisse der Fahrgäste ein, erschließt neue Kundenpotenziale und beschleu-
nigt den Wechsel vom privaten Pkw auf den ÖPNV. Durch die sinnvolle Bün-
delung von einzelnen Fahrtwünschen über die eingesetzte Software können
konventionelle Angebote wie Anruf-Sammeltaxi oder Taxi-Bus zu einem effizi-
enteren und attraktiveren Verkehrsangebot weiterentwickelt werden. Nutzer
teilen sich Fahrten. Dadurch werden die Fahrzeuge und das Fahrpersonal op-
timal eingesetzt und besser ausgelastet. Die private Pkw-Nutzung wird redu-
ziert. Dadurch wird ein Beitrag zur Luftreinhaltung geleistet.
Gestartet werden soll mit einem Pilotprojekt mit Einsatz von 10 bis 50 Fahr-
zeugen in abgegrenzten Bedienungsgebieten. Über die Kunden-App der Köl-
ner Verkehrsbetriebe AG (KVB) wird die Ridesharing-Anwendung mit ande-
ren Verkehrsträgern (Bus, Bahn, Bike-Sharing, Car-Sharing) vernetzt. Bei Er-
folg wird das Ridesharing-System dynamisch auf das gesamte Stadtgebiet
ausgeweitet. Effizienz und Nachhaltigkeit des gesamten Verkehrssystems
steigern werden somit gesteigert. Dazu ist vorgesehen,
ein Nutzungskonzept zu erarbeiten,
eine Softwarelösung zu beschaffen, die
- mithilfe intelligenter Algorithmen ähnliche Fahrtwünsche von Nutzern
auf Fahrzeuge bündelt,
Steckbrief M1.17 2
Green City Masterplan Köln
- über eine App-basierte Plattform Fahrgästen eine Fahrtbuchung in Echt-
zeit ermöglicht, die unabhängig von statischen Fahrplänen oder Routen
ist,
- eine Fahrer-App für die Annahme der Fahraufträge und das Ausf ühren
der Fahrten bereitstellt und
- ein Dispositionsprogramm zur vollautomatischen Betriebssteuerung und
-überwachung enthält.
die Ridesharing-Plattform mit der bestehenden KVB-App zu vernetzen, um
- eine multimodale und intermoda le Fahrtauskunft zu realisieren (Vernet-
zung von Verkehrsträgern),
- das Ridesharing in den bestehenden Tarif zu integrieren,
- ein eTicket nach VDV-Kernapplikation zu generieren und
- vorhandene Online-Zahlungsmöglichkeiten zu nutzen.
Quelle:
Nahverkehrsplan, Projektskizze
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
-
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Das Angebot ist von der Bezirksregierung gemäß PBefG zu genehmigen. Die
Taxibranche könnte gegen die Einführung vorgehen.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die OECD ist in ihrer Studie von 2016 „Shared Mobility“ von einem flächende-
ckenden Einsatz von Ridesharing-Flotten ausgegangen, die vorhandene
Auto- und Busfahrten ersetzen. Am Beispiel Lissabon wurde ermittelt, dass
unter diesen Annahmen 95% weniger öffentliche Parkflächen benötigt wer-
den, keine Staus stattfinden, Verkehrsemissionen um ein Drittel reduziert
werden und 97 % der privaten Autos durch ein solches System ersetzt wer-
den könnten. Die Anzahl der Fahrzeug-km würde um 37 % sinken. Bei einem
Einsatz von emissionsarmen Fahrzeugen würden die Emissionen noch stär-
ker sinken. Weitere Vorteile können der Studie entnommen werden.
Das geplante Pilotprojekt in Köln soll voraussichtlich mit 10 - 50 Fahrzeugen
starten und bei Erfolg dynamisch ausgeweitet werden. Daher wird die kurz-
fristige Reduzierung der Emissionen in absoluten Werten zunächst nicht hoch
Steckbrief M1.17 3
Green City Masterplan Köln
ausfallen. Bei Skalierung auf die gesamte Stadt ist jedoch mittelfristig mit ei-
ner deutlichen Reduzierung der Luftschadstoffe zu rechnen. Für eine langfris-
tige Einhaltung der Luftschadstoffgrenzwerte ist die Maßnahme von grundle-
gender Bedeutung.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
In einem Delphi-basierten Bewertungsprozess ist die kurz- bis mittelfristig zu
erwartende Maßnahmenwirkung als gering eingestuft worden.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Aufgrund einer Anbieteranfrage der KVB sowie aus Erfahrungswerten werden
die Kosten für die Software auf ca. 500 Tsd. Euro geschätzt. Die Vernetzung
der Ridesharing-Plattform mit der bestehenden KVB-App dürfte weitere rund
50 Tsd. Euro benötigen.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Investitionskosten für die Softwarelösung sind hoch.
Unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer von 3 Jahren ist die Maßnahme in
die Kostenklasse gering einzustufen.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Genehmigung der Bezirksregierung
Flankierende Maßnahmen:
Intensive Bekanntmachung des Angebotes
Green City Masterplan Köln
Anlage 2:
Maßnahmen M2:
Vernetzung im Öffentlichen Personen-
nahverkehr
Steckbrief M2.2 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 2.2: Erweiterung Busnetz
Beschreibung der Maßnahme:
Eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung für die Nutzung des ÖPNV kann nur
durch ein attraktives Gesamtsystem erreicht werden. Als integra ler und ver-
netzter Bestandteil des Umweltverbundes sollen Anpassungen im B estands-
netz zur Erschließung wachsender Wohn- und Gewerbegebiete durch Einrich-
tung zusätzlicher Linien, Linienverlängerungen und Taktverdichtung erfolgen.
Die Maßnahme umfasst folgende Themenschwerpunkte:
Dauerhafte Erweiterung des Busnetzes
Einrichtung von Interimsbuslinien im Vorlauf zur Stadtbahnerwe iterung
Einrichtung eines bestellbaren Shuttle-Service
Dauerhafte Erweiterung des Busnetzes
Linie 124: Hbf – Ford
20-Minuten-Takt
Linie 144: Verlängerung
Linie 142: Taktverdichtung
Linie 130: Veränderter Linienweg
Bild 1: Dauerhafte Busnetzerweiterung 2018
Steckbrief M2.2 2
Green City Masterplan Köln
Neben kleineren Linienanpassungen (Linie 130, Linie 142, Linie 144) soll eine
neue Linie (Linie 124) geschaffen werden, die zwischen dem Köln er Hbf und
der Firma Ford verkehrt.
Linie 124
Im Zusammenhang mit dem von der KVB abgeschlossenen Jobticket-
Vertrag mit der Firma Ford ist eine Linie vom Hauptbahnhof zu den Ent-
wicklungs- und Produktionsstätten von Ford bzw. ins Gewerbegebi et
Feldkassel vorgesehen. In Ausrichtung auf die dortigen Zeiten f ür Ar-
beitsbeginn und -ende soll diese Linie montags bis freitags zwi schen
ca. 5:30 und 9:00 Uhr sowie zwischen ca. 13:30 und 18:00 Uhr je weils
in einem 20-Minuten-Takt sowie zwischen ca. 21:30 Uhr und 23:30 Uhr
in einem 30-Minuten-Takt verkehren.
Vorgesehener Linienweg: Hauptbahnhof – Rheinuferstraße – Zoo –
Amsterdamer Straße – Industriestraße – Bremerhavener Straße – S t.-
Leonardus-Straße – Geestemünder Straße – Industriestraße – Edse l-
Ford-Straße – Stadtbahnhaltestelle Merkenich – Edsel-Ford-Straß e –
Robert-Bosch-Straße (Zufahrt REWE)
Die Linie soll als Direktbuslinie mit folgenden Verknüpfungsha ltestellen
zwischen Hauptbahnhof und Geestemünder Straße betrieben werden:
Hauptbahnhof: Verknüpfung zu Stadtbahn-, Bus-, Regional- und
Fernverkehr
Amsterdamer Straße/Gürtel: Stadtbahnlinien 13, 16; Buslinie 14 0
Geestemünder Straße (neu): Stadtbahnlinie 12
Neue Haltestellen:
Auf der Goldgasse in Fahrtrichtung Rheinuferstraße
Geestemünder Straße in Höhe des Knotenpunktes Emdener Straße
Feldkasseler Weg in Fahrtrichtung REWE
Im Bereich der Zufahrt zum REWE-Gelände.
Alle Haltestellen und die Warteposition werden zunächst provis orisch
hergestellt.
Es ist geplant, mit der Firma REWE Gespräche zu führen, um die Bus-
linie langfristig direkt bis zum Frischezentrum zu verlängern.
Steckbrief M2.2 3
Green City Masterplan Köln
Einrichtung von Interimsbuslinien im Vorlauf zur Stadtbahnerweiterung
Im Vorlauf zu folgenden Stadtbahnerweiterungsprojekten sollen Interimsbusli-
nien eingerichtet werden1:
Bild 2: Geplante Interimslösungen 2018
Einrichtung eines bestellbaren Shuttle-Service
Über einen bestellbaren Shuttle-Service sollen Gebiete, die nic ht optimal ans
öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden sind, an zentrale Verkeh rsknoten-
punkten angeschlossen werden.
Der Nutzer meldet sich per App auf dem Smartphone an und wird a n seinem
aktuellen Standort von einem Kleinbus abgeholt. Haltestellen gibt es nicht.
1 Mitteilung Ausschuss 0606/2018, Anhang 1: Maßnahmen für die Kölner Stadtbahnnetz-
erweiterungen
Linie 155: Entlastung Stadtbahn
Linie 178: Entlastung Stadtbahn
Anbindung Uni (2-Stunden-Takt)
Linie 179: Entlastung Stadtbahn
Steckbrief M2.2 4
Green City Masterplan Köln
Grundlage für das System ist die Software eines Start-ups aus San Francisco,
„Chariot“ heißt dieser Shuttle-Service für Pendler. Seit Februar testet Ford die
Idee in London und wie Ford-Chef Gunnar Herrmann der Rundschau berichtet,
soll Köln möglichst schnell folgen – als zweite europäische Stadt.
Das Angebot soll vor allem auf die Abendstunden und die Wochenenden kon-
zentrieren werden. Die Plattform steht bereits, die Technik muss als nächstes
für das Kölner Gebiet entwickelt, Genehmigungen eingeholt werden.
Die Gebiete müsse die KVB definieren, auch die Fahrer der KVB sollen hinter
dem Steuer sitzen. Ford stellt die Kleinbusse mit emissionsfrei er bzw. emissi-
onsarmer Antriebstechnologie und bringt die digitale Buchungste chnik mit. Im
Blick hat die KVB vor allem Stadt teile, in denen es keine Schie nenanbindung
gibt wie Widdersdorf, Esch/Auweiler, Pesch, Rondorf, Libur, Langel und in den
nördlichen Rheindörfern wie Rheinkassel.
Die Transit-Fahrzeuge, die in London unterwegs sind, bieten Platz für 14 Fahr-
gäste. Sie bieten geringen Über-Kopf-Stauraum (für Laptop-Tasch en und
Kleingepäck). Unterwegs sind die Busse von Montag bis Freitag. Die Fahrten
kosten zwischen 1,60 und 2,40 britische Pfund (1,85 und 2,75 Euro), wer eine
Monatskarte kauft, fährt immer für 1,60 Pfund.2
Quelle:
Recherchen IVV
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
–
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Finanzierung des jährlichen betrieblichen Mehraufwands im Stad t- und Re-
gionalbusverkehr
Platzverfügbarkeit für Busspuren/Busschleusen
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots führt zu einer Steigerung der ÖPNV-
Nutzung und damit zu einer Reduzierung der Fahrten im MIV. Die Angebotsan-
passungen im ÖPNV-Angebot sind auch aufgrund von Nachfragesteigerungen
und der damit verbundenen Kapazitätserfordernisse notwendig. Werden diese
Angebotsanpassungen nicht durchgeführt, steht zu befürchten, da ss eine
2 https://www.rundschau-online.de/ region/koeln/buchung-per-app-kvb-und-ford-planen-
bestellbaren-shuttle-service-fuer-pendler-in-koeln-30566586, Le tzter Zugriff:
21.06.2018
Steckbrief M2.2 5
Green City Masterplan Köln
Verlagerung der Nachfrage auf andere Fortbewegungsarten erfolgt und u.a.
hierbei auch eine Zunahme der Fahrzeugkilometerleistung im Kraf tfahrzeug-
verkehr mit Verbrennungsmotoren bewirkt wird. Bei etablierten Verhaltensmus-
tern ist eine spätere Rückverlagerung zu den Verkehrsmitteln des Umweltver-
bundes in der Regel schwierig und oft nur mit hohem Aufwand zu bewirken.
Die Maßnahmen bezüglich der Linien 142, 144 und 130 sind als kontinuierliche
Anpassungen des Angebots auf die sich verändernden Nachfragesit uationen
zu sehen (Sowieso-Maßnahmen). Solche Netz- und Fahrplananpassungen er-
halten die Attraktivität des ÖPNV und haben in der Regel nur eine sehr geringe
Wirkung auf die NOx-Belastung.
Die Einrichtung der Linie 124 als Anbindung der Firma Ford mit dem Haupt-
bahnhof hat in Verbindung mit der Einführung des Job-Tickets da s Potential,
den ÖPNV zu stärken.
Die Einrichtung der Interimsbuslinien ist als Anpassung der Angebotskapazität
an geänderte ÖPNV-Nachfrage einzustufen (Sowieso-Maßnahmen). So lche
Kapazitätsanpassungen erhalten die Attraktivität des ÖPNV, die Wirkung auf
die NOx-Belastung ist in der Regel jedoch sehr gering.
Die Einrichtung eines bestellbaren Shuttle-Service führt zu einer Attraktivitäts-
steigerung des ÖPNV. Gegenläufig können diese Angebote aber auc h bishe-
rige ÖPNV-Angebote konkurrenzieren oder Mobilität im Fuß- und R adverkehr
ersetzen.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung der Maßnahme „Einrichtung eines bestellbaren Shuttl e-Service“
auf die NOx-Belastung ist in einem Delphi-basierten Bewertungsp rozess als
gering eingestuft worden. Die ergänzenden Busangebote stärken i nsgesamt
den Umweltverbund und ersetzen dadurch Fahrten im Kfz.-Verkehr. Diese An-
gebote dienen aktuell zur Vermeidung von Überlastungen im ÖPNV bei zuneh-
mender Bevölkerung und zunehmenden Beschäftigtenzahlen in Köln. Ergän-
zende Busangebote erzielen in der Summe absehbar zwar keine sig nifikante
Minderungswirkung, sie verhindern aber eine ungünstige Verkehrs mittelwahl
mit nachteiligen Effekten.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die jährlichen Betriebskosten für die Linie 124 werden abzüglich möglicher zu-
sätzlicher Erlöse auf rund 830.000 Euro geschätzt.
Kosten für den Shuttle-Service sind zzt. nicht bekannt.
Steckbrief M2.2 6
Green City Masterplan Köln
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten für die Erweiterung des Busnetzes sind als hoch (500.000 bis unter
1 Mio.€) einzustufen.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M2.3 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 2.3: Mobilitätsstationen an ÖPNV-
Stationen und in Siedlungsgebieten
Beschreibung der Maßnahme:
Eine Mobilitätsstation verknüpft verschiedene Verkehrsangebote im Straßen-
raum (CarSharing, Leihfahrräder, Fahrradabstellanlagen, ÖPNV). Mobilitäts-
stationen (auch “Mobilitäts-Hubs” genannt) vereinfachen den Ums tieg auf
emissionsarme Mobilitätsoptionen, indem sie beispielsweise flex iblen und
günstigen Zugang zu Leih-Fahrrädern, (Elektro-) Lastenrädern, e ffizienten /
emissionsarmen oder elektrisch betriebenen Autos und Kleintrans portern
schaffen. Eine Mobilitätsstation beinhaltet in der Regel mehrer e Module, an
den Mobilitätspunkten der Stadt Köln wird als Mindestausstattung zunächst je-
doch nur von 2 Angeboten ausgegangen. Eine Erweiterung des Angebotes ist
bei entsprechendem Bedarf nicht ausgeschlossen.
Unter anderem sollen kurzfristig 5 Bike Tower (vollautomatische Fahrradab-
stellanlagen mit je rund 120 Fahrradabstellplätzen) im Stadtgeb iet errichtet
werden. Das Angebot soll bei Bedarf sukzessive erweitert werden.
Die Mobilitätsstationen sollten primär in unmittelbarer Nähe geeigneter ÖPNV-
Haltestellen und vorzugsweise an Hauptverkehrsachsen platziert und mindes-
tens in den von Emissionen belasteten Innenstadtgebieten (Umwel tzone) flä-
chendeckend verfügbar sein.
An Mobilitätsstationen sollten zudem ausreichende und vandalism ussichere
Stellplätze für Radfahrende zur Verfügung stehen.
Aktuell wird im Auftrag des NVR in enger Abstimmung mit der Sta dt Köln ein
verbundweites Konzept für die Errichtung von Mobilitätsstatione n erstellt. Im
Kölner Stadtgebiet werden 103 potentielle Standorte untersucht.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Mobilitätsstationen erweitern den Einzugsbereich des ÖPNV und v erbessern
seine Erreichbarkeit. Sie tragen dazu bei, insbesondere in verd ichten Sied-
lungsbereichen die Straßeninfrastruktur zu entlasten, die Fahrradmitnahme in
ÖPNV- und SPNV-Fahrzeugen zu reduzieren und so mehr Kapazität f ür wei-
tere Fahrgäste anzubieten.
Steckbrief M2.3 2
Green City Masterplan Köln
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Es gibt kein deutliches Konfliktpotential mit anderen Maßnahmen. Es sollte ver-
mieden werden, Grünanlagen oder sonstige für NO 2 -Filterung und -Verwe-
hung wichtige Freiflächen umzuwandeln. Die Umwandlung bestehender öffent-
licher Parkplätze des MIV setzt einen zusätzlichen Anreiz zur Ä nderung des
Mobilitätsverhaltens.
Problematisch ist aus Kölner Sicht, dass viele ÖPNV-Kunden aus den Umland-
gemeinden zur Umgehung der Tarifzonengrenze mit ihrem privaten PKW Ver-
knüpfungspunkte auf Kölner Stadtgebiet anfahren, statt P&R-Angebote bereits
in ihrer Heimatgemeinde zu nutzen. Eine grundlegende Änderung dieses Ver-
haltens ließe sich jedoch ggf. durch eine Verschiebung der Tarifzonengrenzen
erreichen, würde aber eine grundlegende Modifizierung des Tarif- und Einnah-
meaufteilungs-Systems innerhalb des VRS voraussetzen.1
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Maßnahme wirkt, in dem sie einen Anreiz zum Umstieg auf den Umwelt-
verbund und / oder eine stärkere Multimodalität setzt. Dies sow ohl mittelfristig
nach Bau der Mobilitätsstationen, in dem sie Umstiege auf emissionsfreie oder
emissionsarme Mobilitätsoptionen möglich macht, als auch langfr istig, in dem
sie allgemein Veränderungen im Mobilitätsverhalten bewirkt:
Als Verknüpfungspunkt verschiedener Verkehrsmittel verbessern Mobilitäts-
stationen die Erreichbarkeit von Zielen ohne eigenen Pkw; eine Verlagerung
der privaten Kfz-Nutzung hin zum Umweltverbund setzt ein (Entlastung des
fließenden Verkehrs und somit Senkung der Emissionen durch den MIV).
Stärkung von E-Mobilität auf kürzeren Strecken: über öffentlic he Nutzungs-
systeme (CarSharing) erhält die gesamte Bevölkerung Zugang zu d en
neuen Antriebstechnologien, sofern Elektrofahrzeuge angeboten werden.
In Köln sowie in den innerstädtischen Ballungsräumen ersetzt e in stations-
gebundenes Car-Sharing-Auto mit entsprechend hoher Stationsdichte etwa
12 private PKW2.
CarSharing entlastet den öffent lichen Verkehrsraum vom „Parkdruck“.
Durch CarSharing kann die Lücke zwischen den bisherigen Verkeh rsmitteln
des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad oder zu Fuß) und dem private n
Kraftfahrzeug geschlossen werden.
1 3. Nahverkehrsplan der Stadt Köln, März 2017
2 Cambio Köln
Steckbrief M2.3 3
Green City Masterplan Köln
Bei CarSharing-Nutzern ist eine Veränderung der Verkehrsmittelw ahl zu
Gunsten des Umweltverbundes festzustellen. Laut einer Studie des Bundes-
verbands für Car-Sharing (bcs) aus dem Jahr 2015 haben in Innen städten
78 Prozent der Kunden stationsbasierter CarSharing-Anbieter kein eigenes
Auto mehr. Nach der Entscheidung fürs CarSharing berichten 40 % von ei-
ner sinkenden Nutzung des Pkw, 19 % nutzen häufiger Bus und Bah n und
14 % steigen häufiger aufs Fahrrad. Weiterhin trägt CarSharing auch durch
den Einsatz emissionsarmer Fahrzeuge zur Reduzierung der Schadstoffbe-
lastung bei. Der Elektro-Anteil in den CarSharing-Flotten ist m it 10 Prozent
rund 100-mal höher als im nationalen Pkw-Bestand.3
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt 4 zeigt für Maßnahmen
zur Stärkung des Umweltverbundes eine mittlere (Belastungsreduktion 1 - 5
μg/m³) bis geringe Wirkung (Belastungsreduktion < 1 μg/m³) bezü glich der
NOx-Belastung.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Eine Stärkung des Umweltverbundes kann nur in Zusammenhang mit einem
attraktiven Angebot im ÖPNV und im Radverkehr erreicht werden. Die in Köln
erreichbare Verlagerung von Fahrten im MIV auf den Umweltverbund ist in ei-
nem Delphi-basierten Bewertungsprozess (unter den derzeit gegebenen Rand-
bedingungen) als begrenzt eingeschätzt worden, sodass die Wirkung der Maß-
nahmen auf die Luftreinheit als gering eingestuft wird. Eine Wirkung auf spezi-
elle Hot-Spots ist nicht gegeben.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Es fallen ggf. Kosten für den Bau der Mobilitätsstationen oder verkehrliche An-
passungen im Umfeld an, um eine gute Erreichbarkeit sicherzustellen. Die Kos-
ten hierfür sind stark standortab hängig. Installation, Unterhaltung und Betrieb
erfolgt wie die dazugehörige Bereitstellung der finanziellen Mi ttel durch den
„privaten“ Betreiber des jeweiligen Moduls der Mobilitätsstation:
Für die Errichtung eines Bike-Towers fallen rund 500.000 € an, demgegen-
über stehen jährliche Einnahmen in Höhe von 7.200 € (120 Stellp lätze à
60 €).5 Die Nutzungsdauer wird mit 8 Jahren angenommen.
3 Bundesverband CarSharing e.V. (bcs)
4 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Straßen;
Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung gesamm elt beschrieben
und bewertet werden.
5 https://www.rundschau-online.de/ region/koeln/bike-tower-fuenf-fahrrad-parkhaeuser-
inkoeln-geplant-28956456
Steckbrief M2.3 4
Green City Masterplan Köln
Die Kosten für den Aufbau von Mobilitätsstationen mit Leihfahr rädern und
CarSharing-Fahrzeugen liegt bei rund 60.000 €. Die Nutzungsdaue r wird
mit 8 Jahren angenommen.6
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten für die Errichtung von 10 Mobilitätsstationen (Leihf ahrräder + Car-
Sharing) sowie 5 Bike Towern werden als mittel (200.000-499.999 €) einge-
stuft.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Ein NVR-weites Konzeptes für die Einrichtung von Mobilitätsstationen wird zzt.
erstellt. Auf dieser Grundlage können mit entsprechenden Rats- bzw. BV-
Beschlüssen die erforderlichen Umsetzungsvoraussetzungen in der Stadt Köln
geschaffen werden. Die bundes- und landesrechtlichen Vorgaben ermöglichen
die Maßnahme. Zudem kann teilweise auf entsprechende Fördermittel zurück-
gegriffen werden, beispielsweise über die Förderrichtlinien Nahmobilität (FöRi-
Nah) des Landes NRW zur Förderung von Fahrradstationen und Fahr radab-
stellanlagen. Die Höhe der Förderung beträgt bis zu 80% der zuw endungsfä-
higen Ausgaben, in Ausnahmefällen bis zu 90%. Grundsätzlich liegt die Baga-
tellgrenze bei 20.000 EUR, bei Fahrradabstellanlagen und sonstigen Maßnah-
men bei 5.000 EUR.
Flankierende Maßnahmen:
Die Maßnahmen sollten von einer Öffentlichkeitskampagne begleit et werden,
die für den Umstieg auf emissionsarme oder emissionsfreie Mobilitätsoptionen
wirbt. Zudem müssen Nutzungsbarrieren vermieden werden, indem Nutzung /
Bezahlung von Leihfahrrädern, CarSharing-Fahrzeugen in das ÖPNV -Ticket
eingebunden wird.
6 https://www.waz.de/ staedte/essen/evag-eroeffnet-erste-mobilitaetsstation-am-esse-
ner-landgericht-id211118711.html
Parkplatz Anzahl
Stationen
Investitions‐
kosten [€]
Nutzungsdauer
[Jahre]
Einnahmen
[€/Jahr]
Kosten
[€/Jahr]
Bike Tower 5 500.000 8 7.200 276.500
Mobilstation 10 60.000 8 0 75.000
Summe 351.500
Steckbrief M2.4 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 2.4: Mobilitätsmanagement
Beschreibung der Maßnahme:
Mobilitätsmanagement ist ein systematischer Ansatz zur Veränderung von Mo-
bilität und zur Förderung verkehrsmittelübergreifender Angebote mit der Ziel-
setzung „Förderung des Umweltverbundes“. Durch Information, Beratung und
Öffentlichkeitsarbeit werden Unternehmen und Organisationen zur Einführung
von Angeboten zur Veränderung ihrer Mobilität motiviert. Die damit verbunde-
nen Strategien und Maßnahmen sind nachfrageorientiert, d.h. sie versuchen
das menschliche Verhalten zu beeinflussen. Sie verfolgen das Ziel,
die Nutzungshäufigkeit der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuß,
Rad, ÖPNV) zu erhöhen,
den Zugang zu den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes allen Pe rsonen
und Gruppen zu ermöglichen,
die Effizienz des gesamten Verkehrssystems und der Flächennutz ung zu
verbessern,
das Verkehrsaufkommen im MIV zu reduzieren (durch eine Verring erung
der Anzahl Fahrten, der Wegedistanzen und der Notwendigkeit von Fahrten
mit Verkehrsmitteln des MIV).
Um diese Ziele zu erreichen, werden Kooperationen zwischen unte rschiedli-
chen Akteuren wie Politik, Einrichtungen, Anbietern von Verkehrsdienstleistun-
gen sowie letztlich den Verkehrsteilnehmern initiiert und Syner gien gefördert.
Zusätzlich ist ein hohes Maß an Information, Kommunikation, Organisation und
Koordination zwischen den beteiligten Akteuren erforderlich. Notwendig ist wei-
terhin umfassendes Marketing.
Die Aufgabe des Mobilitätsmanagements wird durch die KVB wahrgenommen,
wobei durch die erweiterten Mobilitätsdienstleistungen mit Car- Sharing und
Leihfahrradsystem auch Angebote über den eigentlichen ÖPNV hinaus bewor-
ben werden. Zielsetzung ist in diesem Fall die Attraktivierung und Stärkung des
ÖPNV bzw. des Umweltverbundes.
Darüber hinaus gibt es Themenfelder im Bereich Mobilitätsmanage ment, die
nicht durch die Aktivitäten der KVB abgedeckt werden, z. B.:
Beratung der Firmen und Betriebe über Angebote des Mobilitätsm anage-
ments und innovativer Mobilitätsdienstleistungen,
Fahrradleasing über den Arbeitgeber,
Förderung der E-Mobilität durch Ladeinfrastruktur auf dem Betr iebsge-
lände,
Steckbrief M2.4 2
Green City Masterplan Köln
Konzepte zur stadtverträglich en Logistik (Lkw-Navigation),
Mitarbeiter-Dienstleistungen z.B. über Pendlerportale, Firmen- Car-Pooling,
Car-Sharing und Fahrzeuge-on-Demand-Angebote.
Für die Bearbeitung der ergänzenden Themenfelder, die nicht durch die Aktivi-
täten der KVB abgedeckt werden, soll eine Personalstelle „Referent/in für Mo-
bilitätsmanagement“ im Amt 64 (Amt für Verkehrsmanagement) eing erichtet
werden.
Quelle:
Stadt Köln, Recherchen IVV
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die durch die neu zu schaffende Personalstelle wahrgenommenen A ufgaben
ergänzen die Aktivitäten der KVB im Bereich Mobilitätsmanagemen t. Eine
Wechselwirkung wird nicht erwartet.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
–
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Betriebliches Mobilitätsmanagement soll Arbeitnehmer dabei unterstützen, die
zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel, hier insbesondere die d es Umwelt-
verbundes, bewusst auszuwählen und zu nutzen. Die Koordinierungsstelle hat
„Hebelwirkung“ für Maßnahmen in anderen Steckbriefen.
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt 1 zeigt für Maßnahmen im
Bereich Mobilitätsmanagement ei ne geringe (Belastungsreduktion unter
1 μg/m³) bis mittlere Wirkung (Belastungsreduktion > 1 μg/m³ bis 5 μg/m³) be-
züglich der NOx-Belastung.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung durch die Einrichtung einer Personalstelle für den Bereich Mobili-
tätsmanagement ist in einem Delphi-basierten Bewertungsprozess als gering
eingestuft worden. Es ist jedoch zu beachten, dass sie eine Heb elwirkung in
Bezug auf die Umsetzung von Maßnahmen entfalten kann.
1 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Straßen;
Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung gesamm elt beschrieben
und bewertet werden.
Steckbrief M2.4 3
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Personalkosten und Personalausstattung bei der Stadt Köln
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten für die Schaffung einer Personalstelle sind in einem Delphi-basier-
ten Bewertungsprozess als gering eingestuft worden (50.000-199.999 €).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Personalausstattung
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M2.5 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 2.5: Ausbau von P+R-Plätzen
Beschreibung der Maßnahme:
Park and Ride (P+R) dient als Schnittstelle zwischen Individualverkehr und Öf-
fentlichem Verkehr. Sowohl im Berufs- als auch im Einkaufs- und Freizeitver-
kehr wird so die Möglichkeit gegeben, den Pkw am Stadtrand abzustellen und
ohne Stau und Parkplatzprobleme mit öffentlichen Verkehrsmittel n in die In-
nenstadt zu gelangen. Zurzeit stehen in Köln an 26 P+R-Plätzen rund 5.000
Stellplätze zur Verfügung. Durch den Bau weiterer P+R-Plätze sowie durch den
Ausbau vorhandener Anlagen können weitere Pkw-Fahrten im Stadtgebiet auf
den öffentlichen Verkehr verlagert werden.
Bild 1: P+R-Parkplätze Köln und Umgebung (Quelle: http://www.s tadt-
koeln.de/leben-in-koeln/verkehr/verkehrskalender-parken/)
Mit dem Ausbau der P+R-Palette in Porz-Wahn (ca. 300 Stellplätze) wurde be-
reits begonnen. Der P+R Weiden-West wird durch eine Parkpalette m i t
570 Stellplätzen erweitert. Zudem soll eine neue P+R-Anlage im Zusammen-
hang mit der 3. Baustufe der Nord-Süd-Bahn am Verteilerkreis in Raderthal
(ca. 540 Stellplätze) errichtet werden.
Auch an weiteren bereits vorhanden P+R-Stellplätzen sind die Kapazitätsgren-
zen erreicht. Die Stadt Köln sieht an vier weiteren P+R-Anlagen Handlungsbe-
darf (Thielenbruch, Königsforst, Zündorf, Sürth).
Raderthal
Steckbrief M2.5 2
Green City Masterplan Köln
Quelle:
Recherchen IVV
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
–
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Das Park-and-Ride-System in Köln ist bereits so gut ausgebaut, dass Maßnah-
men zur Optimierung dieses Angebots schwerpunktmäßig im Zusammenhang
mit dem Ausbau von Verknüpfungspunkten sowie mit der Verbesseru ng der
P+R-Infrastruktur von einzelnen Standorten stehen.
Grundsätzlich sollte sich P+R auf leistungsfähige Verknüpfungspunkte im Au-
ßenbereich des Stadtgebietes k onzentrieren, um Autofahrern weit vor der In-
nenstadt die Möglichkeit zu bieten, auf den ÖPNV umzusteigen. Bei Nutzungs-
änderungen oder Überplanungen ist auch ein Rückbau von P+R-Anla gen im
Kernstadtbereich zu erwägen (z.B. wurde der P+R-Zoo/Flora 2014 privatisiert,
der ehemalige P+R-Platz Severinsbrücke ist seit 2014 bewirtschaftet).
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Durch den Ausbau vorhandener P+R-Plätze am Stadtrand können Ums tei-
geeffekte vom MIV zum ÖPNV bewirkt werden. Durch den Umstieg au f den
ÖPNV werden durchschnittlich rund 10 km (Entfernung in die Inne nstadt) an
Fahrleistung im MIV eingespart. Es wird davon ausgegangen, dass P+R-Plätze
insbesondere im Berufsverkehr genutzt werden und an rund 250 Ta gen pro
Jahr vollständig ausgelastet sind. Der Umschlaggrad an P+R-Plätzen liegt bei
ca. 1,25 Fzg./Tag.
Der Luftreinhalteplan Köln weist für 2008 durch den Straßenverk ehr verur-
sachte NOx-Emissionen in Höhe von 4.864 t/a aus (1.910 t/a ohne BAB)1. Die
Jahresfahrleistung im Stadtgebiet lag 2008 bei 7.213 Mio. Fzg.km (3.537 Mio.
Fzg.km ohne BAB). Rund 50 % (65 % ohne BAB) der ermittelten Emi ssionen
werden durch die Fahrzeuggruppen Pkw und leichte Nfz verursacht.
1 Luftreinhalteplan Köln, 2012
Steckbrief M2.5 3
Green City Masterplan Köln
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Bei vollständiger Auslastung der P+R-Anlagen ergibt sich mit rd. 3 to/Jahr nur
eine geringe Wirkung bezüglich der NOx-Reduktion.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Investitionskosten der Erweiterung der P+R-Anlage Porz-Wah n liegen
bei rund 4,5 Mio. €.
Für den Aufbau der P+R-Anlage Raderthal liegen die Investition skosten bei
12 Mio. €.
Zu den Kosten für die P+R-Anlage Weiden-West liegen keine Info rmatio-
nen vor. Es wird angenommen, dass die Kosten bei 5 - 10 Mio. € liegen.
Die Nutzungsdauer von Stellplätzen beträgt durchschnittlich 45 Jahre. Die jähr-
lichen Kosten liegen damit bei rund 500.000 – 600.000 €.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Investitionskosten für den Auf- und Ausbau der P+R-Anlagen sind als sehr
hoch einzustufen (> 1 Mio. €). Unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer der
Stellplatzanlagen von 45 Jahren ergeben sich hohe Kosten (500.000 bis unter
1 Mio. €).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Parkplatz Anzahl
zusätzlicher
Stellplätze
Entfernung
(einfach) [km]
Arbeits tage
pro Jahr
Umschlag-
grad
Eingesparte
Fzg.km pro Jahr
Weiden-West 570 10 250 1,25 3.562.500
Raderthal 540 10 250 1,25 3.375.000
Porz-Wahn 300 10 250 1,25 1.875.000
Summe 1.410 10 250 1,25 8.812.500
Parkplatz Eingesparte
Fzg.km pro Jahr
NOx -Emission
[g/km]
Nox-Einsparung
[kg/a]
NOx-Einsparung
Gesamt [%]
Weiden-West 3.562.500 0,341 1.216 0,06%
Raderthal 3.375.000 0,341 1.152 0,06%
Porz-Wahn 1.875.000 0,341 640 0,03%
Summe 8.812.500 0,341 3.008 0,16%
Steckbrief M2.6 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 2.6: Bussonderfahrstreifen und
Vorrangschaltung an Lichtsignalanlagen
Beschreibung der Maßnahme:
Die Bevorrechtigung des ÖPNV durch Einrichtung eigener Fahrstre ifen sowie
einer Vorrangschaltung an Lichtsignalanlagen (LSA) tragen zur B eschleuni-
gung und damit zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV bei. Durch Fahrzeitver-
kürzung und Fahrplanstabilität können im Vergleich zum Individualverkehr z.T.
sogar konkurrenzfähige Reisezeiten realisiert werden. Die Beein flussung von
Lichtsignalanlagen unterstützt eine gleichmäßigere Fahrweise, w elche zu ei-
nem geringeren Energieverbrauch und somit letztendlich auch zu geringeren
Emissionen führt.
Um geeignete Streckenabschnitte und Knotenpunkte zu identifizieren, soll eine
Potentialanalyse / Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Die Analyse des
städtischen Straßennetzes soll unter folgenden Randbedingungen erfolgen:
Der Streckenabschnitt wird von Buslinien in dichter Taktfolge befahren.
Die betreffenden Buslinien weisen Verspätungen auf.
Der Streckenabschnitt weist zwei und mehr Fahrstreifen in betr effender
Fahrtrichtung auf.
Der Streckenabschnitt weist kei nen parallelen Stadtbahnbetrieb auf.
Der Eingriff / Änderung muss verhältnismäßig sein, d.h. der Nu tzen muss
das Defizit aufwiegen.
Die Verkehrsführung (insbesondere in Kreuzungsbereichen) muss mach-
bar und nachvollziehbar für alle Verkehrsteilnehmer sein.
In diesem Zusammenhang sollen unter anderem folgende Streckenabschnitte
untersucht werden:
1. Äußere Kanalstraße (zwischen Venloer Straße und Subbelrather Straße):
Buslinien 139, 140, 141 und 143 jeweils im 20-Minuten-Takt.
2. Frankfurter Straße ab Stadtautobahn (B55a) im Zulauf auf die Haltestelle
„Ostheim“ in Fahrtrichtung Porz: Buslinien 151 und 152 jeweils im 20-Minu-
ten-Takt, teilweise Linie 153 im 10-Minuten-Takt.
Die Potentialanalyse / Machbarkeitsstudie liegt noch nicht vor.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Steckbrief M2.6 2
Green City Masterplan Köln
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Aufgrund der Auswirkungen auf das Verkehrsangebot für den MIV ggf. Wech-
selwirkung mit Maßnahme M7.1 zur Umweltsensitiven Ampelsteuerung.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Die Einrichtung eigener Busspuren stellt für den sonstigen Verk ehr eine Re-
duktion der Kapazität dar, sofern diesem dann eine Fahrspur weniger zur Ver-
fügung steht. Auch die Bevorzugung des ÖPNV an Lichtsignalanlagen führt zu
einer Beeinträchtigung des Kfz-Querverkehrs mit verlängerten du rchschnittli-
chen Wartezeiten. Insofern wirken sich diese Maßnahmen positiv auf die Emis-
sionen der Busse aus, sind aber kontraproduktiv für die Emissionen des sons-
tigen Verkehrs. Daher erscheint unter dem Aspekt der Emissionsminderung die
Einrichtung von eigenen Busspuren besonders auf Abschnitten mit hohem Li-
nienbusaufkommen sinnvoll, wo die Busse einen wesentlichen Ante il zu den
Verkehrsemissionen beitragen. Die größte Wirksamkeit dieser Maßnahme wird
im Bereich hochfrequent bedienter Bushaltestellen und Busbahnhöfe gesehen.
Die Flächeninanspruchnahme für eine Separierung der Verkehrsarten ist hoch,
die straßenräumliche Integration eher schwierig.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Mit der gezielten Umsetzung einzelner Maßnahmen kann der Fahrab lauf ver-
stetigt werden (minimale Fahrplan schwankungen, Fahrzeiten für d ie Nutzer
besser kalkulierbar). Im Einzelfall kann die Fahrzeit ggf. um m ehrere Minuten
reduziert werden. Die Maßnahme bewirkt durch die Verstetigung d es Fahrab-
laufs eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes der Busse. Zudem trägt die
Beschleunigung der Busse zu einer Attraktivitätssteigerung des ÖPNV bei.
Die Potentialanalyse / Machbarkeitsstudie liegt noch nicht vor, sodass Maß-
nahmenwirkungen derzeit nicht ermittelt werden können.
„Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt 1 zeigt für die Einrichtung
von Bussonderfahrstreifen und die ÖPNV-Bevorrechtigung an Lichtsignalanla-
gen eine geringe Wirkung (Belastungsreduktion < 1 μg/m³) bezüglich der NOx-
Belastung.
1 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Straßen;-
Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung gesamm elt beschrieben
und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
Steckbrief M2.6 3
Green City Masterplan Köln
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Ein Delphi-basierter Bewertungsprozess führt zu der Erwartung, dass die Be-
vorrechtigung von Bussen durch die Einrichtung von Bussonderfah rstreifen
und Vorrangschaltung an Lichtsignalanlagen kurz- bis mittelfristig nur eine sehr
geringe bis geringe Wirkung auf ausgewählten Achsen auf die Luftreinheit ha-
ben wird.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
-
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Kosten können erst bei Vorliegen eines konkreten Konzepts ermit telt werden.
In Anbetracht der geringen Maßnahmenwirkung haben die Kosten keinen Ein-
fluss auf das Bewertungsergebnis (Priorität der Maßnahme, vgl. Bewertungs-
matrix).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Analyse des möglichen Verkehrsablaufs vor Einrichtung von Busso nderspu-
ren / Sperrung von einzelnen Fahrstreifen.
Flankierende Maßnahmen:
Die Einrichtung von Sonderfahrstreifen erfordert immer eine ges amtstraßen-
räumliche Betrachtung. Die Ziele einer Bevorrechtigung können beispielsweise
auch durch Kap-Haltestellen oder ähnliche Entwurfselementen err eicht wer-
den. Eine Freigabe von Busspuren für den Radverkehr ist in Abhängigkeit von
der Frequentierung, der Fahrgeschwindigkeit und der örtlichen Situation in Be-
tracht zu ziehen.
Green City Masterplan Köln
Anlage 3:
Maßnahmen M3:
Radverkehr
Steckbrief M3.0 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahmengruppe Nr. 3.0: Radverkehr
Vorbemerkung zur Maßnahmengruppe:
Das Fahrrad erfreut sich seit vielen Jahren einer steigenden Be liebtheit als
städtisches Fortbewegungsmittel. Im benachbarten Ausland, vor a llem in den
Niederlanden und in Dänemark, werden schon seit längerer Zeit b edeutende
Anteile des städtischen Verkehrs mit dem Fahrrad abgewickelt. In Deutschland
zeigen Städte wie Münster, Bremen und Freiburg, dass auch hierz ulande be-
deutende Radverkehrsanteile in Großstädten erreichbar sind.
In der Stadt Köln ist der Radverkehr in den letzten Jahren best ändig gewach-
sen. Allein in den Jahren 2006 bis 2017 ist eine Zunahme des Radverkehrsan-
teils um 50% (Anstieg des Anteils von 12% auf 19% des Modal-Split der Kölner
Bevölkerung) erfolgt. Mit der Förderung des Radverkehrs möchte die Stadt
Köln diesen Anstieg weiter vorantreiben und erhöhen.
Bild 1: Szenariendarstellung zu m Radverkehrsanteil der Stadt Köln
(Quelle: Bisherige Entwicklung: „Köln Mobil 2025“1 und Vorabinfor-
mation aus MID 20172; zukünftige Entwicklung; Eigene Schätzung)
1 Köln Mobil 2015; Veröffentlichung der Stadt Köln im Jahre 201 4; https://www.stadt-
koeln.de/mediaasset/content/pdf66/koeln-mobil-2025.pdf; zuletzt besucht: 19.07.2018
2 Befragung zur Mobilität in Deutschland (MID) 2017; durchgefüh rt von der INFAS AG,
Vorabinformationen der Stadt Köln aus der Auswertung der Aufstockung für Köln
Steckbrief M3.0 2
Green City Masterplan Köln
Aufgrund seiner umweltfreundlichen Charakteristik durch den Antrieb per Mus-
kelkraft, ggf. elektrisch unterstützt, ist die Verlagerung von Verkehren auf das
Rad sehr gut zur Reduktion der Schadstoffemission geeignet.
Die Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs sind in mehreren St eckbrie-
fen zu einzelnen Themengebieten beschrieben. Das von der Stadt Köln ver-
folgte Ziel der deutlichen Anhebung des Radverkehrsanteils von zurzeit rund
19% auf 25% an den Wegen der Kölner Bevölkerung bis zum Jahre 2025 kann
jedoch nur erreicht werden, wenn die in den Einzelsteckbriefen (3.1, 3.2, 3.4
und 3.5) beschriebenen Maßnahmen als komplettes Set begriffen werden. Die
Verfolgung nur einzelner Aspekte führt nur zu lokalen und dort auch ggf. nur zu
geringfügigen Veränderungen.
Ein Beispiel mag die Verbesserung der Möglichkeiten zur Querung des Rheins
durch Anpassungen an den Brücken und insbesondere an den Brückenrampen
sein. Diese Maßnahme ist alleinstehend nur lokal – in einem beschränkten Ein-
zugsbereich um den Rhein – wirksam, jedoch sehr teuer. Werden d ie Brü-
cken(rampen) in ein Wegesystem für die Gesamtstadt integriert u nd mit Rad-
schnellwegen/Velorouten verknüpft, ergibt sich eine weiter ausstrahlende Wir-
kung. Kommen nun noch wichtige komplementäre Maßnahmen, wie beispiels-
weise sichere Radstellplätze (im Rahmen des Steckbriefes 3.4) o der die Ein-
richtung von Radschnellwegen (Steckbrief 3.2) hinzu, ergibt sich ein wirksames
Gesamtpaket.
Daher wurde vereinbart, dass die ursprünglich einzeln definiert en Steckbriefe
des Bereiches Radverkehr, die auf die Verbesserung der Radwege/ -anlagen
zielen, als Maßnahmenpaket beurteilt werden sollen. Der Gesamte ffekt der
Maßnahmen wird als größer eingeschätzt als die Summe der Einzel maßnah-
men, da sich diese gegenseitig befördern.
Beschreibung der Maßnahmen:
Die Beschreibung erfolgt in den Steckbriefen:
3.1 Ausbau des Radverkehrsnetzes
3.2 Radschnellwege
3.4 Förderung des Radverkehrs im laufenden Betrieb
3.5 Verbesserung der Möglichkeiten zur Rheinquerung für den Ra dverkehr
Auf eine Beschreibung an dieser Stelle wird daher verzichtet.
Steckbrief M3.0 3
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Maßnahmen zielen alle auf eine deutliche Verbesserung der Verkehrsqua-
lität im Radverkehr ab. Vor dem Hintergrund, dass der Radverkeh rsanteil in
den letzten Jahren auch in Köln stark angestiegen ist und nach wie vor eine
zunehmende Tendenz zum Fahrrad festzustellen ist, wird davon ausgegangen,
dass die vorgesehenen Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs maßge-
bend dazu beitragen, dass der Anteil des Fahrrades am Modalspli t in den
nächsten Jahren (kurz bis mittelfristig) auf rund 25% ansteigt.
Aufgrund der erheblichen Verbesserungen in der Radverkehrsinfra struktur
können auch die Reiseweiten in den nächsten Jahren im Radverkeh r weiter
zunehmen. Maßnahmen die hierzu beitragen, sind neben den Radsch nellwe-
gen und der Reduktion der Trennwirkung des Rheins durch Verbess erungen
an den Brücken(-Rampen) (bzw. Brückenneubauten) auch viele Einz elmaß-
nahmen, die im Rahmen der Netzkonzepte zum Abbau von Widerständen/Be-
hinderungen führen. Der erwartete Anstieg der Reiseweite im Radverkehr wird
zudem durch den starken Zuwachs elektrisch unterstützter Fahrrä der (insbe-
sondere Pedelecs) befeuert.
Für die Abschätzung der möglichen Potentiale zu NOx-Einsparung wurde eine
Auswertung von Reiseweiten und Verkehrsnachfrage sowie der Verk ehrsmit-
telaufteilung aus dem bei IVV vorliegenden Verkehrsmodell vorge nommen.
Dabei wurde für die Verkehrsmittelaufteilung nach Entfernungsklassen flankie-
rend auch die Vorabauswertung der MID 2017 für die Stadt Köln sowie für eine
Zerlegung in 1km Schritten auf die Sonderauswertung der SrV 2013 für Städte
über 500.000 Einwohner3 zurückgegriffen. So konnte ein Schätzmodell für die
NOx-wirksamen Veränderungen aufgrund einer nach Reiseweiten differenzier-
ten Zunahme des Radverkehrs aufgebaut werden.
Die aktuelle mittlere Reiseweite liegt bei knapp 4 km. Gerade in den größeren
Reiseweiten über 5 km ist der Radverkehrsanteil heute noch deutlich geringer
als in den kürzeren Reiseweitenklassen. Fast 23% der Wege unter 5 km und
nur 13% der Wege zwischen 5 und 10 km sind dem Radverkehr zuzuo rdnen.
Durch die beschriebenen Maßnahmen sollte in Zukunft auch in den Reisewei-
ten zwischen 5 und 10 km ein deutlicher Anstieg des Radverkehrsanteils mög-
lich sein.
3 Sonderauswertung zum Forschung sprojekt „Mobilität in Städten – SrV 2013“; SrV-
Stadtgruppe: Oberzentren 500.000 EW und mehr, Topografie: flach; Durchgeführt von
der Technischen Universität Dresden (Prof. Dr.-Ing. Gerd-Axel A hrens), aktualisierte
Version vom 21.05.2015
Steckbrief M3.0 4
Green City Masterplan Köln
Für die oben definierten Szenarien „Ziel“ mit einem Zielwert des Radverkehrs-
anteils von 25 % und „Trend“ mit einem Radverkehrsanteil von 23 % (vgl. Bild
1) wurden Veränderungsraten des Aufkommens nach Entfernungsklassen an-
genommen. Dabei wurde unterstellt, dass in den Reiseweiten bis 3 km mit An-
teilen des nicht motorisierten Verkehrs von (deutlich) über 50 % das Radver-
kehrspotenzial bereits zu einem großen Teil ausgeschöpft ist, so dass hier nur
noch geringe Verlagerungen vom motorisierten Verkehr möglich sind. Insofern
wird deutlich, dass zur Erreichung der angestrebten Zielwerte v or allem Ver-
lagerungen in den höheren Entfernungsklassen erforderlich sind. Bild 2 zeigt
die angenommenen Zuwächse und die daraus resultierenden Radverkehrsan-
teile.
Der Zuwachs im Radverkehr rekrutiert sich jedoch nicht nur aus der Verlage-
rung von Pkw-Fahrten (motorisierter Individualverkehr (MIV). Es muss berück-
sichtigt werden, dass auch bisher im öffentlichen Verkehr (ÖV) abgewickelte
Fahrten zum Radverkehr wechseln. Die Aufteilung der verlagerten Fahrten auf
Abwanderungen vom zwischen MIV und ÖV wurde entsprechend der Mo dal-
Split-Anteile der beiden Verkehrsmittel angenommen.
Steckbrief M3.0 5
Green City Masterplan Köln
Bild 2: Entwicklung von Radverkehrs-Aufkommen und Modal-Split- Anteil in
den Szenarien „TREND“ (oberes Diagramm) und „ZIEL“ (unteres Dia-
gramm)
Basierend auf den zuvor dargestellten Szenarien wurde die errei chbare Ein-
sparung von Kfz-Fahrten und -Verkehrsleistung und daraus die Ve ränderung
der NOx-Emission abgeschätzt (siehe Bild 3). Hochgerechnet auf das Jahr wird
daher in den Szenrien Trend und Ziel mit einer Einsparung von r und 147 bis
219 Mio. Pkw-km gerechnet. Daraus resultierend wird die Einsparung an NOx-
Emissionen in der Spannbreite von rund 50 bis 75 t NOx/Jahr eingeschätzt.
Steckbrief M3.0 6
Green City Masterplan Köln
Szenario ZIEL TREND
Radverkehrsanteil ca. 25 % ca. 23 %
Veränderung mittl. Reiseweite Rad + 8,2 % + 5,5 %
Saldo Pkw-Fahrten pro Werktag - 153.000 - 104.000
Saldo Pkw-km pro Jahr - 219 Mio. - 147 Mio.
Saldo NOx-Emission [t/a] - 75 - 50
Bild 3: Wirkungsabschätzung der Szenarien „ZIEL“ und „TREND“
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Erhöhung des Radverkehrsanteils am Modal-Split wirkt gesamt städtisch.
Eine spezielle Wirkung auf einzelne Hot-Spots wird nicht erwartet.
Aus der Abschätzung der NOx-Einsparung ergibt sich eine hohe Wirkung auf-
grund eingesparter Kfz-km.
Die zunächst als nicht wünschenswert erscheinende Verlagerung v om ÖV,
kann bei näherer Betrachtung aber durchaus positive Effekte nach sich ziehen,
da so im heute teils überlasteten ÖV Kapazitätsreserven zur Auf nahme von
Verlagerungen des Pkw-Verkehrs zum ÖV generiert werden.
Hier nicht quantifizierte positive Effekte ergeben sich durch die Entlastung des
ÖV. Da ein Teil des Radverkehrszuwachses vom ÖV kommt, ergeben sich dort
Kapazitäten für weitere Nutzer, ggf. auch Abwanderungen vom Pkw.
Da der Radverkehr selbst weitgehend emissionsfrei ist, da nur ein Teil (bei Pe-
delecs) über elektrische Energie – und somit teilweise sekundär fossil – betrie-
ben wird, ergibt sich auch im Hinblick auf die Hintergrundbelas tung ein Vorteil
gegenüber anderen Maßnahmen.
Die intensive (Steckbriefübergreifende) Wirkung der Förderung d es Radver-
kehrs (Verbesserung des Infrastrukturabgebotes) wird – auch weg en der wei-
teren bedeutenden positiven Effekte – in die Wirkungsklasse sehr hoch einge-
stuft.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Insbesondere für die Verbesserung der Rheinquerungen inklusive von radfah-
rtauglichen Rampen an den Rheinbrücken sind sehr hohe Investiti onskosten
zu erwarten.
Steckbrief M3.0 7
Green City Masterplan Köln
Auch die Kosten für die Schnellradwege dürften eher im sehr hoh en Kosten-
bereich liegen.
Die Kosten der meisten Maßnahmen sind, da die Arbeiten oft im Zuge anderer
(Straßen-)Baumaßnahmen anfallen, kaum von den Kosten der überge ordne-
ten Baumaßnahme zu trennen. Gegenüber den sowieso anfallenden K osten
sind die auf den Radverkehr bezogenen Kosten eher gering.
Die durch die Maßnahmen anfallen zusätzlichen Kosten des laufen den Be-
triebs liegen in ihrer Summe im mittleren bis hohen Bereich.
Für die einzelnen Kosteneinschätzungen sei auf die entsprechend en Steck-
briefe verwiesen.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Insgesamt fallen für die Verbesserung des Radverkehrs, um ein gesamt-städ-
tisches, leistungsfähiges Radverkehrssystem zu etablieren, sehr hohe Investi-
tionskosten an.
Auch unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer (z.B. 45 Jahre fü r Radwege)
sind die Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs jährlich anfallenden Kos-
ten (inkl. des erforderlichen Unterhalts) sehr hoch (über 1 Mio. Euro).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
Öffentlichkeitsarbeit
Unterstützende Hilfsmittel, zur Vereinfachung der Radnutzung (z.B. KVB-App)
Steckbrief M3.1 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 3.1: Ausbau des Radverkehrsnet-
zes
Beschreibung der Maßnahme:
Ausbau des Radverkehrsnetzes durch Förderung der Investitionen und Zuwen-
dungen für die Unterhaltung. Vorgesehen sind u.a. Maßnahmen im Zuge be-
stehender Radverkehrskonzepte für die Stadtteile Klettenberg, Lindenthal und
Sülz1 sowie für den Bereich der Kölner Innenstadt2. Für Ehrenfeld wird zurzeit
ein Radverkehrskonzept erarbeitet, das 2019 durch die Bezirksve rtretung be-
schlossen werden soll. Die Radverkehrskonzepte für die restlich en Stadtteile
sollen in Kürze folgen. Bis Ende 2019 sollen alle Stadtteile zu mindest auf der
Netzebene bearbeitet sein.
Im Rahmen der Radverkehrskonzepte werden Radverkehrsnetze, die entspre-
chend des jeweiligen Straßencharakters verschiedene Ausprägungen der Rad-
verkehrsführung beinhalten, definiert. Ziel ist es, eine klare Zuordnung der Me-
thoden „Trennen“ oder „Mischen“ von Kfz- und Radverkehr vorzune hmen und
ein flächendeckendes Radverkehrsangebot ohne Netzlücken zu schaffen. Auf
dem Radwegenetz soll der Radverkehr möglichst gebündelt abgewic kelt wer-
den.
Die Netzdichte soll es ermöglichen von allen Quellen und Zielen in maximal
200m Entfernung das Radwegenetz zu erreichen.
Dazu wird ein mehrstufiges Netzkonzept verfolgt:
G e l b e s N e t z
Straßen mit großer Bedeutung für den Kfz-Verkehr
Trennung von Kfz- und Radverkehr
Ggf. neue Aufteilung des Straßenraumes
Grünes Netz
Straßen auf denen Kfz- und Radverkehr im Mischverkehr (Verträgliche Ab-
wicklung / gegenseitige Rücksichtnahme) abgewickelt werden.
Ggf. erfolgt auch hier eine neue Aufteilung des Straßenraumes
Fahrradstraßen
Fahrradstraßen dienen zur vorrangigen Abwicklung des Fahrradver kehrs.
Der Kfz-Verkehr ist hier Gast und soll sich dem Radverkehr unte rordnen.
Sie bilden einen Teil des grünen Netzes.
1 Radverkehrskonzept für die Stadtteile Klettenberg, Lindenthal und Sülz; erstellt von AB
Stadtverkehr GbR Büro für Stadtverkehrsplanung; im Auftrag der Stadt Köln, 2013
2 Radverkehrskonzept für die Kölner Innenstadt; erstellt vom Pl anungsbüro VIA eG; im
Auftrag der Stadt Köln, 2016
Steckbrief M3.1 2
Green City Masterplan Köln
Das nachfolgende Bild 1 ist aus dem Radverkehrskonzept für die Kölner Innen-
stadt entnommen und zeigt die oben beschriebenen Netzstufen.
Bild 1: Radverkehrsnetz für die Kölner Innenstadt
Quelle der Grundlage: Radverkehrskonzept für die Kölner Innenstadt;
erstellt vom Planungsbüro VIA eG; im Auftrag der Stadt Köln, 2016
Steckbrief M3.1 3
Green City Masterplan Köln
Bild 2: Beispiel für eine geplante Fahrradstraße: Bachemer Str aße im Zuge
des Radverkehrskonzeptes für die Stadtteile Klettenberg, Lindenthal,
Sülz
Quelle: Radverkehrskonzept für die Stadtteile Klettenberg, Lindenthal
und Sülz; erstellt von AB Stadtverkehr GbR Büro für Stadtverkehrs-
planung; im Auftrag der Stadt Köln, 2013
Steckbrief M3.1 4
Green City Masterplan Köln
Grundsätzlich soll das Radverkehrsnetz die in der nachfolgenden Tabelle auf-
geführten Kriterien erfüllen.
Quelle:
Projektskizze
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Grundsätzlich korrespondiert die Maßnahme mit den weiteren Maßnahmen zur
Radverkehrsinfrastruktur (M3.2, M3.4 und M3.5).
Die Verbesserung des Radwegenetzes kann auch die Leihradnutzung steigern
(M3.3). Verbesserungen/Vereinfachungen bei den entsprechenden Buchungs-
systemen sind somit korrespondierende Maßnahmen.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
-
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Konzeption und die Umsetzung von konsistenten Wegenetzen sind für den
effizienten Einsatz von Verkehrsmitteln von hoher Bedeutung. Er st durch die
Hauptkriterien für das Radverkehrsnetz
Kriterium Beschreibung
Sicherheit
Auf den Radverkehrsverbindungen ist durchgängig ein hohes Maß a n
Verkehrs s i cherhei t gewä hrl ei s tet. Auf verkehrs a rmen Wegen s pi elt auch der Aspekt
der sozialen Kontrolle eine wichtige Rolle (Führung entlang ang ebauter Straßen,
Beleuchtung, etc.).
Zusammen‐
hang
Die Routen bilden ein zusammenhängendes und dichtes Netz, das k eine Lücken
aufweist und alle wichtigen Quellen und Ziele des Radverkehrs, alle Ortsteile und
wichtigen Nachbarorte verbindet und erschließt.
Direktheit
Für den Alltagsverkehr werden immer möglichst direkte Routen an geboten. Umwege
werden minimiert. Innerhalb der Ortslagen wird eine hohe Netzdu rchlässigkeit
gewährl ei s tet.
Komfort
Die Führung der Radfahrer ermöglicht einen zügigen und störungs arm e n
Verkehrsfluss, was insbesondere durch die Minimierung der Konfl ikte mit anderen
Verkehrs tei l nehmern und ei ne a ns pruchs gerechte Befa hrba rkei t (Belagqualität)
e rre icht w ird.
Attraktivität
Die Radverkehrsverbindungen sind so gestaltet, dass sie sich in die Umgebung
einpassen und das Radfahren attraktiv ist. Hierzu zählen eine g eringe Lärm‐ und
A bgasbe läst igung sow ie die Führung durch e in m öglichst re izvolles s tä dteba ul i ches
und landschaftliches Umfeld.
Quelle: Radverkehrskonzept für die Stadtteile Klettenberg, Lind enthal und Sülz; erstellt von AB Stadtverkehr GbR Büro
für Stadtverkehrsplanung; im Auftrag der Stadt Köln, 2013; inha ltlich angelehnt an C.R.O.W. 199410
Steckbrief M3.1 5
Green City Masterplan Köln
Netzwirkung wird eine flächenhafte Verknüpfung von Quellen und Zielen mög-
lich. Daher ist die konsequente Vernetzung leistungsfähiger und sicherer Rad-
wege von hoher Bedeutung für die Förderung des Radverkehrs. Die Verbes-
serung einzelner Radwege-Achsen oder punktuelle Verbesserungen können
den Radverkehrsanteil nicht so steigern, wie es durch die Verbundwirkung ver-
netzter Maßnahmen erfolgt.
Die Umsetzung der im Rahmen der Netzkonzeptionen erarbeiteten M aßnah-
men ist also von zentraler Bedeutung für die Weiterentwicklung des Radver-
kehrs. Beispiele aus dem Ausland (Niederlande, Dänemark) zeigen, dass gute
Radverkehrsnetze von den Verkehrsteilnehmern gerne angenommen werden.
Die Maßnahme M3.1 bildet daher einen wichtigen Teilaspekt in der Gesamtbe-
urteilung des Radverkehrs (siehe M3.0).
Für die Wirkungsabschätzung wird auf den übergeordneten Steckbrief 3.0 ver-
wiesen.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Da die Wirkungsabschätzungen für alle Maßnahmen zum Radwegesystem ge-
bündelt betrachtet werden, entfällt dieser Punkt.
Für die Wirkungsabschätzung wird auf den übergeordneten Steckbrief 3.0 ver-
wiesen.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Für die Einrichtung (Konzeption und Umsetzung) leistungsfähiger Radver-
kehrsnetze – nicht nur in den schon durch Untersuchungen betrac hteten Be-
reiche, sondern in allen Stadtbe zirken – ist sicherlich mit hoh en Investitions-
kosten (über 1 Mio. €) zu rechnen.
Die zusätzlichen Kosten des laufenden Betriebs liegen voraussichtlich im mitt-
leren Bereich (im Grunde handelt es sich, nachdem die Radwege eingerichtet
sind, um eine normale Unterhaltung).
Werden die Investitionen zum Netzaufbau über die Nutzungsdauer der Rad-
verkehrsanlagen verteilt (Ansatz: 45 Jahre), wird zusammen mit dem laufen-
den Betrieb eine Einstufung in den mittleren Kostenbereich (200.000 bis unter
500.000 €/Jahr) erwartet.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten werden aufgrund der Verteilung über die Nutzungsdauer in die mitt-
lere Kostenklasse eingestuft.
Steckbrief M3.1 6
Green City Masterplan Köln
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M3.2 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 3.2: Radschnellwege
Beschreibung der Maßnahme:
Im Zuge der Radverkehrskonzepte für die Stadt Köln ist auch die Einrichtung
von Radschnellwegen vorgesehen. Damit folgt Köln den nun auch in Deutsch-
land aktuellen Trend, ein Angebot für den weiter ausgreifenden Radverkehr zu
schaffen. Beispiele insbesondere aus den Niederlanden und Dänem ark zei-
gen, dass auch über längere, als in Deutschland bisher übliche Reiseweiten im
Radverkehr ein Nachfragepotential besteht bzw. geweckt werden kann.
Insbesondere vor dem Hintergrund der größeren Verbreitung von e lektrisch
unterstützen Fahrrädern (Pedelecs / E-Bikes) wird das Fahrrad mehr und mehr
für längere Strecken und für Menschen attraktiv, die sich bishe r größere Dis-
tanzen mit dem Fahrrad nicht zugetraut haben.
Das Bild 1 zeigt das von der Stadt Köln angestrebte Radschnellw egenetz im
Raum Köln. Ein Teil davon ist der schon in der Planung befindliche Radschnell-
weg Köln – Frechen. Es werden die umliegenden Städte und Gemein den mit
Köln sowie die Kölner Bezirke mit der Innenstadt verbunden. Um die Altstadt
wird ein Radschnellwegring (vgl. Bild 2) eingerichtet.
Dazu werden, soweit erforderlich,
Wege neu angelegt (Neubau)
geeignete Radwege zu Radschnellwegen ertüchtigt
bestehende Straßen(abschnitte) zu Fahrradstraßen umgerüstet.
Die Verknüpfungen mit den umliegenden Städten und Gemeinden erfordert die
Kooperation der Gebietskörperschaften bei der Konzeption, der konkreten Pla-
nung und der Umsetzung der einzelnen Wegeverbindungen. Es ist d arauf zu
achten, dass die Wegeverbindungen soweit wie möglich konsequent durchge-
bunden werden, da eine lückenhafte Ausführung der Schnellwegeve rbindun-
gen auch nur bruchstückhafte Wirkung entfaltet.
Quelle:
Projektskizze
Steckbrief M3.2 2
Green City Masterplan Köln
Bild 1: Konzept der Radschnellwege für die Region Köln entspre chend des
Planungswettbewerbs Köln / Rhein-Erft-Kreis
Quelle: Stadt Köln, Amt für Straßen und Verkehrstechnik, Abt. Ver-
kehrsplanung; 2017
Steckbrief M3.2 3
Green City Masterplan Köln
Bild 2: Radschnellwegering im Bereich der Kölner Innenstadt
Quelle: Radverkehrskonzept für die Kölner Innenstadt; erstellt vom
Planungsbüro VIA eG; im Auftrag der Stadt Köln, 2016
Steckbrief M3.2 4
Green City Masterplan Köln
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Verbesserung des Radschnellwegenetzes kann auch die Leihrad nutzung
(M3.3) steigern. Verbesserungen/Vereinfachungen bei den entspre chenden
Buchungssystemen sind somit korrespondierende Maßnahmen.
Gute und breite Radwege fördern auch die Nutzung von Lastenrädern (M5.1).
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
-
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die aktuelle Reiseweite liegt nach Auswertung der Befragung Mob ilität in
Deutschland (MID)1 bei ca. 4 km. Radschnellwege bieten die Möglichkeit den
Radverkehr auch für größere Distanzen attraktiv zu machen. Insbesondere vor
dem Hintergrund des stark zunehmenden Anteils elektrisch unterstützter Fahr-
räder, ist auch bei der täglichen Fahrradnutzung (Berufs- und Einkaufsverkehr)
mit deutlich längeren Reiseweiten zu rechnen.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Da die Wirkungsabschätzungen für alle Maßnahmen zum Radwegesystem ge-
bündelt betrachtet werden, entfällt dieser Punkt.
Für die Wirkungsabschätzung wird auf den übergeordneten Steckbrief 3.0 ver-
wiesen.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Länge des angedachten Gesamtnetzes beträgt rund 200 km (vgl . Bild 1).
Ohne Berücksichtigung der zusätzlichen Bedarfsstrecken entfallen auf das Ge-
biet der Stadt Köln rund 90 km (Strecken des Planungswettbewerb s und Be-
darfsstrecken). Unter der Annahme, dass ca. 60% der Strecken ei nen neuen
Ausbau erfordern, wird der Aufwand für die Radschnellwege der Stadt Köln auf
rund 50 bis 60 Mio. Euro geschätzt.
Die jährlichen Kosten für den Unterhalt (von besonderer Bedeutu n g i s t b e i
hochwertigen Radwegen auch der Winterdienst) sind zzt. kaum einzuschätzen.
Teilweise ergibt sich keine Erhöhung der bisherigen Kosten (Füh rung auf be-
1 Auswertung der MID 2017 für Köln (Material zur Verfügung gest ellt aus der für Köln
erfolgten Aufstockung der Befragung „Mobilität in Deutschland“)
Reiseweitenverlängerungen, die sich durch die zunehmende Nutzung von Pedelecs er-
geben, sind nicht berücksichtigt.
Steckbrief M3.2 5
Green City Masterplan Köln
stehenden Straßen/Wegen). Bei Neubaustrecken und teilweise auch bei Aus-
baustrecken sowie auf Abschnitten, die bisher keinen Winterdienst erhalten ha-
ben, ergeben sich merkliche Kosten je Jahr.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Investitionskosten sind sehr hoch.
Unter Berücksichtigung einer Nutzungsdauer von 45 Jahren und der zzt. noch
nicht bekannten jährlichen zusätzlichen Unterhaltskosten (inkl. Winterdienst)
ergibt auch bezüglich der jährlichen Kosten die Einstufung in die Kostenklasse
„sehr hoch“ (über 1 Mio. Euro).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M3.3 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 3.3: Erweiterung des Kölner Leih-
radsystems
Beschreibung der Maßnahme:
Erweiterung des Kölner Leihradsystems der KVB um zusätzliche 1. 000 Fahr-
räder auf dann insgesamt 2.500 Fahrräder 1. Die räumliche Verbreitung der
Leihräder soll auf die gesamte Umweltzone erweitert werden.
Bild 1: Umweltzone Köln, Quelle : http://www.stadt-koeln.de/leben-in-
koeln/umwelt-tiere/luft-umweltzone/die-koelner-umweltzone
Zusätzlich sollen Stationen mit Leihrädern an ausgewählten Mobilitätspunkten
eingerichtet werden. Eine darüberhinausgehende Erweiterung der Fahrrad-
flotte um elektrisch unterstützte Fahrräder (Pedelecs) (station sgebunden auf-
grund erforderlicher Lademöglichkeiten), Lastenräder etc. ist vorgesehen.
Quelle:
Luftreinhalteplan
1 Weitere Leihradanbieter in Kö ln sind neben der KVB die Deutsc he Bahn mit ca. 1800
Rädern und Donkey Republic mit zunächst 250 Rädern.
Mobike will zeitnah mit 600 Rädern in Köln starten.
Steckbrief M3.3 2
Green City Masterplan Köln
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Verbesserung des Radwegenetzes kann auch die Leihradnutzung s t e i -
gern. Verbesserungen/Vereinfachungen bei den entsprechenden Buc hungs-
systemen (Maßnahme 1.12) ist in jedem Fall eine korrespondieren de Maß-
nahme.
Anlage von Mobilitätsstationen mit Leihrädern (vgl. auch Maßnahme 2.3).
E-Bikes (Pedelecs), die aufgelad en an Mobilitätsstationen zur V erfügung ste-
hen, erweitern den Aktionsradius. Das zusätzliche Angebot kann sich auch po-
sitiv auf die Nutzung „normaler“ Leihräder auswirken.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
-
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Laut Angaben der KVB liegt die durchschnittliche Luftlinienentfernung, die täg-
lich mit einem KVB-Rad zurückgelegt wird, bei 2,5 km. Im Spitzenmonat (Som-
mer, warme Temperaturen) liegt der Wert bei 3,4 km. In diesem (Spitzen-)Mo-
nat wurde auch die 2 Mio. Ausle ihe seit Bestehen des KVB-Rad An gebotes
registriert. Im Jahr 2017 konnten rund 930.000 Ausleihen festge stellt werden.
Aktuell gibt es rund 74.000 registrierte Kunden. Jedes Fahrrad wird zwischen
drei bis vier Mal am Tag ausgeliehen.
Da mit Anschaffung der neuen Leihräder auch das Verbreitungsgeb iet erwei-
tert wird, werden auch neue Kunden erschlossen. Für das bestehende Verbrei-
tungsgebiet gilt, dass mehr Kunden bedient werden können, da di e Fahrrad-
verfügbarkeit deutlich steigt. Die Unzufriedenheit über mangeln de Verfügbar-
keit sinkt und somit dürfte die Häufigkeit der Leihradnutzung steigen.
Werden die 1.000 zusätzlichen Leihräder genauso gut angenommen wie das
bestehende Angebot, ergibt sich ein Fahrtenpotential von rund 3 .000 Fahr-
ten/Tag mit durchschnittlich je 2.5 km Luftlinienentfernung. Da es sich um eine
durchschnittliche tägliche Fahrtenzahl handelt, ergeben sich so mit rund
1,095 Mio. Rad-Fahrten im Jahr.
Diese Fahrten ersetzen teilweise Pkw-Fahrten, jedoch auch Fahrten die schon
heute im Umweltverbund erfolgen: ÖV-Fahrten und Fahrten mit dem eigenen
Rad.
Steckbrief M3.3 3
Green City Masterplan Köln
Im Rahmen einer Befragung de r KVB zur Leih-Rad-Nutzung 2 wurde festge-
stellt, dass knapp 42% das Rad im Vor- oder Nachlauf einer ÖV-F ahrt nutzen
(Zubringer zum Bahnhof). Es ist davon auszugehen, dass hier oft ÖV-Fahren
(Bus / (U-) Strab) oder Fahrten mit dem eigenen Rad ersetzt werden. Im Städ-
tischen Raum sind für diese Fahrten nur selten Pkw-Fahrten übli ch. Es ist je-
doch denkbar, dass durch die so verbesserte Anbindung an den Ba hnhof
grundsätzlich Pkw-Fahrten der gesamten Wegstrecke ersetzt werden. Dies ist
jedoch aus den Ergebnissen nicht quantifizierbar. Die Befragung ergab auch,
dass rund 37% der Leihradnutzer nun ihr eigenes Fahrrad seltener einsetzen.
Betrachtet man den Modal-Split in den für die Leihräder in Frag e kommenden
Entfernungsklassen (bis zu 8 km), so zeigt die Auswertung der S RV 20133,
dass in Oberzentren mit mehr als 500.000 Einwohnern und flacher Topografie
rund 32% dieser Fahrten mit dem MIV (Pkw/Krad) durchgeführt werden. Geht
man nun davon aus, dass die durch die zusätzlichen Leihräder ersetzten Fahr-
ten eine ähnliche Verkehrsmittelaufteilung aufweisen, ergibt si ch ein Potential
von rund 960 ersetzten Personenfahrten mit Pkw je Tag. Unter Be rücksichti-
gung eines Besetzungsgrades von 1,2 Personen je Pkw und einem U mweg-
faktor von 1,25 gegenüber den 2,5km Luftlinie, kann die durch die zusätzlichen
Leihräder ersetzte Pkw-Fahrleistung auf rund 913.000 Pkw-km geschätzt wer-
den.
Die hierdurch eingesparte Menge an NOx lässt sich über die paus chale Ver-
rechnung mit Pkw-Emissionsfaktoren des HB-EFA (Fahrzeugflotte 2020, Fahr-
ten im städtischen Kontext) abschätzen. Es ergibt sich eine Ein sparung von
rund 0,31 t NOx je Jahr. Gegenüber der insgesamt auf den Kölner Stadtstraßen
emittierten NOx-Menge von über 1,9 Mio. t/Jahr ergibt sich somi t eine Entlas-
tung unter einem Promille.
Geht man davon aus, dass durch Verbesserungen der Radverkehrsan lagen
eine stärkere Bereitschaft der Fahrradnutzung und eine positive re Einstellung
zum Radfahren erreicht wird, ist ggf. eine weitere Steigerung d er Leihradnut-
zung möglich. Die Wirkung wird bezüglich der NOx-Einsparung ins gesamt je-
doch nur ein sehr geringes Niveau erreichen.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung auf die NOx-Einsparung wird als sehr gering eingeschätzt.
2 Online-Befragung der KVB-Rad-Ku nden vom 04.04. bis 13.04.2018
3 Sonderauswertung zum Forschung sprojekt „Mobilität in Städten – SrV 2013“; SrV-
Stadtgruppe: Oberzentren 500.000 EW und mehr, Topografie: flach; Durchgeführt von
der Technischen Universität Dresden (Prof. Dr.-Ing. Gerd-Axel A hrens), aktualisierte
Version vom 21.05.2015
Steckbrief M3.3 4
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
In der Projektskizze wurden folgende Kosten abgeschätzt:
560.000 Euro Anschaffung (ca. 560 Euro je Rad erscheint durchau s günstig,
bei der hohen Stückzahl aber realistisch).
360.000 Euro/Jahr Betrieb
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Investitionskosten sind hoch. Unter Berücksichtigung der Nu tzungsdauer
von 8 Jahren ergibt sich inklusive der laufenden Kosten eine Einstufung in die
mittlere Kostenklasse.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M3.4 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 3.4: Förderung des Radverkehrs
im laufenden Betrieb
Beschreibung der Maßnahme:
Förderung des Radverkehrs im laufenden Betrieb durch Investitio nsförderung
und Zuwendungen für Einzelmaßnahmen, die Stück für Stück das Ra dver-
kehrssystem in Köln verbessern.
Viele der Maßnahmen können im Zuge von Baumaßnahmen, die im Grundsatz
durch andere Auslöser (z.B. Bau/Sanierung von Ver- und Entsorgu ngsleitun-
gen, Veränderungen der Verkehrsführung etc.) erforderlich werden, auf einfa-
che Weise (mit) erfolgen.
Als Merkposten sind im Rahmen dieser Maßnahme zu nennen:
Markierungen für den Radverkehr im Anschluss an Fahrbahndecken sanie-
rungen
(Radfahrstreifen, Angebotsstreifen, Aufstellflächen im Kreuzungsbereich)
Öffnung von Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr
Einrichtung von mindestens 1.000 neuen Fahrradabstellplätzen i m öffentli-
chen Straßenraum pro Jahr
Behebung von Baumängeln
z.B. im Rahmen des Radwegsanierungsprogramms
Verbesserung der Beschilderung auf Velorouten
Systematische Überprüfung zur Au fhebung der Radwegbenutzungspflicht
Bürgerservice und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Radverkehrsanlagen werden so auch außerhalb der durch konkr ete Rad-
verkehrskonzepte betrachtete und mit detaillierten Maßnahmenpaketen verse-
henen Bereichen laufend verbessert.
Die durchgeführten Maßnahmen beachten die gleichen Kriterien, wie sie auch
im Rahmen der schon erarbeiteten konkreten Netzkonzepte für die Bereiche
Klettenberg, Lindenthal und Sülz sowie für die Kölner Innenstad t Anwendung
finden.
Quelle:
Luftreinhalteplan
Steckbrief M3.4 2
Green City Masterplan Köln
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die hier angesprochenen lokalen Verbesserungen des Radwegenetzes ergän-
zen sich mit den weiteren Maßnahmen zur Verbesserung und Vervol lständi-
gung des Radverkehrsnetzes.
Dies kann auch die Leihradnutzung steigern. Die Erweiterung des Leihradsys-
tems und die Verbesserungen/Vereinfachungen bei den entsprechen den Bu-
chungssystemen sind somit korrespondierende Maßnahmen.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
-
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Eine Wirkungsabschätzung für diese Einzelmaßnahmen ist nicht möglich. Jede
punktuelle Maßnahme für sich entfaltet nur eine verschwindend g eringe Wir-
kung. Erst im Verbund der Maßnahmen – insbesondere mit den Maßnahmen,
die auf zusammenhängende Netzstrukturen abzielen – wird eine merkliche Er-
höhung des Radverkehrsanteils erfolgen.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Da die Wirkungsabschätzungen für alle Maßnahmen zum Radwegesystem ge-
bündelt betrachtet werden, entfällt dieser Punkt.
Für die Wirkungsabschätzung wird auf den übergeordneten Steckbrief 3.0 ver-
wiesen.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Kosten für die Weiterentwicklung der Radwege und Radabstellanlagen im
Zuge von Straßenbau- und -erhaltungsmaßnahmen ist der auf den Radverkehr
entfallende Anteil kaum abzuspalten. Ein entsprechender Wert is t nicht be-
kannt. Er geht in den allgemeinen Kosten für Straßen und Wege auf.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die zusätzlichen – über die sowieso üblichen Maßnahmen hinausgehenden –
jährlichen Aufwendungen für den Radverkehr im Zuge allgemein erforderlicher
Bau- und Erhaltungsmaßnahmen, werden als gering eingestuft.
Die größeren Kostenblöcke zur Radverkehrsförderung sind in den anderen
Steckbriefen enthalten.
Steckbrief M3.4 3
Green City Masterplan Köln
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M3.5 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 3.5: Verbesserung der Möglichkei-
ten zur Rheinquerung für den Radverkehr
Beschreibung der Maßnahme:
Ein bedeutender Punkt, um ein leistungsfähiges gesamtstädtische s Radver-
kehrssystem zu erreichen, ist die Verbesserung der Möglichkeite n zur Rhein-
querung für den Fahrradverkehr. Im Rahmen des Radverkehrskonzep tes für
die Kölner Innenstadt werden auch Maßnahmen zur Ertüchtigung de r Rhein-
brücken für die Fahrradnutzung aufgezeigt. Zurzeit stellt der R hein aufgrund
der teilweise schwierigen Nutzbarkeit der Rheinbrücken – insbesondere an den
Rampen von/zu den Brücken – eine deutliche Trennwirkung im Radv erkehr
dar.
Die besonders wichtigen Rheinbrücken im Innenstadtbereich sind in der Dar-
stellung des Radverkehrsnetzes für die Kölner Innenstadt in Bild 1 erkennbar.
Beispiele für Maßnahmen zur Verringerung der Trennwirkung und z ur Erhö-
hung des Radverkehrsanteils bei Wegen zwischen den Rheinseiten sind:
Realisierung einer Fahrradrampe zum Breslauer Platz (vorläufig in einer de-
montierbaren Ausführung).
Mit dieser Rampe wird eine direkte Verbindung vom Breslauer Pla tz zum
Geh-/Radweg an der Nordseite der Hohenzollernbrücke geschaffen.
Verbreiterung des Geh- und Radwegs auf der Südseite der Hohenz ollern-
brücke
Verbreiterung des Geh- und Radwegs an der Südbrücke 1
(ggf. im Zuge des geplanten S-Bahnausbaus)
Schaffung von weiteren Rampen an Rheinbrücken zur Verbesserung d er
Zugänglichkeit (z. B. als Ersatz/Ergänzung der wenig komfortabl en
Schiebrillen an Treppen).
Herstellung von zwei neuen Brückenverbindungen für den Fuß- un d Rad-
verkehr
Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass die Brückenverbindungen ku rz- bis
mittelfristig realisiert werden können, sind sie hier der Vollständigkeit halber
mit genannt. Langfristig sind die Verbindung gerade für den umw egeemp-
findlichen, nicht motorisierten Verkehr von großer Bedeutung.
1 Die Maßnahme ist auch vor dem Hintergrund der städtebaulichen Entwicklungen „Park-
stadt Süd“ (linksrheinisch) und im Deutzer Hafen (rechtsrheinisch) zu sehen.
Weitere Bedeutung hat die Südbrücke als Element im Radschnellweg-Ring (siehe auch
Maßnahme 3.2 Radschnellwege)
Steckbrief M3.5 2
Green City Masterplan Köln
Bild 1: Ausschnitt aus dem Radverkehrsnetz für die Kölner Innenstadt
Quelle der Grundlage: Radverkehrskonzept für die Kölner Innenst adt; erstellt
vom Planungsbüro VIA eG; im Auftrag der Stadt Köln, 2016
Darüber hinaus sind auch die beiden Autobahnbrücken Rodenkirche ner Brü-
cke im Zuge der A4 und Leverkusener Brücke im Zuge der A1 zu ne nnen.
Während die Stadt Köln mit der Radverkehrsanbindung der Rodenki chener
Brücke weitestgehend zufrieden ist, sollen im Zuge des anstehenden Neubaus
Steckbrief M3.5 3
Green City Masterplan Köln
der Leverkusener Brücke besser nutzbare Rampen von/zur Brücke geschaffen
werden.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Stadt Köln hat als Grundlage für die Abschätzung des Potent ials von zu-
sätzlichem Radverkehr über den Rhein im Jahre 2015 Zählungen des Radver-
kehrs an den Rheinbrücken (7 Brücken von der Mülheimer Brücke i m Norden
bis zur Rodenkirchener Brücke im Süden) durchgeführt2. Für den Kfz-Verkehr
wurden Auswertungen über alle 4 städtischen, für den Kfz-Verkehr nutzbaren,
Brücken3 durchgeführt. Es wurden sowohl alle Kfz als auch der, auf einen fahr-
radwirksamen Bereich (Wirkungsbereich) bezogene Pkw-Anteil darg estellt4.
Vergleicht man den über die Brücken abgewickelten Pkw-Verkehr in Höhe von
137.500 Pkw/Tag (bezogen auf den von der Stadt Köln angesetzten Wirkungs-
bereich – die Gesamtsumme der Pkw liegt bei ca. 264.000 Kfz/Tag ) mit den
erfassten Radfahrern5 (16.050 Radfahrer/Tag), ergibt sich – unter Ansatz eines
Pkw-Besetzungsgrades von 1,2 – ein Verhältnis von Personen mit Fahrrad zu
Personen mit Pkw von ca. 1/10.
Das Verhältnis aus der Auswertung der aktuellen Erhebung zur Mo bilität in
Deutschland (MID mit Aufstockung für die Stadt Köln 2017) zeigt für die Stadt
Köln (Kölner Bevölkerung) im Mittel ein Verhältnis von ca. 1/2. Auch wenn man
davon ausgeht, dass über die Brücken viele Fahrzeuge aus dem Um land fah-
ren, und hierfür ein deutlich MIV-lastiger Modal-Split anzusetzen ist (Verhältnis
Rad/MIV: 1/56), wird deutlich, dass der Radverkehr auf den Rheinquerungen
im Verhältnis zum gesamtstädtischen Bild stark unterrepräsentie rt ist. Dies
zeigt eine deutliche Trennwirkung des Rheins für Radfahrer.
Wird die Trennwirkung verringert, die Rheinquerung also erleich tert, ist mit
deutlichen Zunahmen im, den Rhein querenden Radverkehr zu rechnen.
Aus der obigen Überlegung wäre zu vermuten, dass die Radverkehr smenge
über den Rhein mehr als verdreifacht werden könnte, wenn die Tr ennwirkung
2 Die Erhebung wurde von der Stadt Köln auf einen „statistische n Mittelwert“ (Oktober
Faktor) normiert.
3 Mülheimer Brücke, Zoobrücke, Deutzer Brücke und Severinsbrück e
4 Der Wirkungsbereich der potentiellen Umsteiger vom Pkw auf da s Fahrrad liegt im Be-
reich einer Radstrecke von bis zu 9 km ab der Hohenzollernbrücke.
Der Bezug zur Hohenzollernbrücke ist in dem seinerzeitigen Ziel begründet, eine Ab-
schätzung für die Verbesserungen an der Hohenzollernbrücke zu erhalten.
5 Für die Radfahrer stehen zusä tzlich die Geh-/Radwege an Eisenbahnbrücken (Hohen-
zollernbrücke und Südbrücke) sowie der (für den Pkw hier außen vor gelassenen) Ro-
denkirchener Autobahnbrücke zur Verfügung
6 Verhältnis für NRW gem. Mobilität in Deutschland (MID) 2017; Kurzreport; Herausge-
geben vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Steckbrief M3.5 4
Green City Masterplan Köln
weitgehend beseitigt wird. Bei Ansatz des seinerzeit ermittelten durchschnittli-
chen täglichen Radverkehrs über die Rheinbrücken von rund 16.00 0 Radfah-
rern/Tag und einer durchschnittlichen Reiseweite im Radverkehr von 4 km7,
ergibt sich ein Potential von rund 128.000 Rad-km. Ca. 65% könnten vom MIV
abgezogen werden – die weiteren 35% rekrutieren sich vom ÖV und in gerin-
gerem Maße vom Fußgängerverkehr. Unter Berücksichtigung des Besetzungs-
grades ergibt sich ein Einsparungspotential von rund 25,4 Mio. Pkw-km/Jahr.
Die NOx-Einsparung wird daher auf über 8,5 t/Jahr geschätzt.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Im Verbund mit weiteren Maßnahmen zur Erhöhung des Rad-Anteils und der
Reiseweite im Radverkehr (z.B. Radschnellwege, Fahrradstraßen) ergibt sich
für die Rheinquerungen ein noch größeres Potential.
Da die Wirkungsabschätzungen für alle Maßnahmen zum Radwegesystem ge-
bündelt betrachtet werden, entfällt dieser Punkt.
Für die Wirkungsabschätzung wird auf den übergeordneten Steckbrief 3.0 ver-
wiesen.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Für die Verbesserung der Rheinquerungen inklusive von radfahrer tauglichen
Rampen an den Rheinbrücken sind sehr hohe Investitionskosten zu erwarten.
Allein für die Rampe zur Hohenzollernbrücke am Breslauer Platz liegen die In-
vestitionskosten bei ca. 1,35 Mio. € sowie die Folgeaufwendunge n je Jahr bei
183.000 € (gem. Beschlussvorlage vom April 2018).
Ohne die neuen Brückenverbindungen werden die Investitionen für die Ertüch-
tigung der bestehenden Brücken (inklusive Verbesserung der Ramp ensitua-
tion) auf rund 4 Mio. € geschätzt.
Die beiden neuen Radverkehrsbrücken werden aus der Kostenschätzung aus-
genommen, da eine kurz- bis mittelfristige Realisierung unwahrscheinlich ist.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Insgesamt fallen für die Verbesserung der Möglichkeiten zur Rheinquerung für
den Radverkehr sehr hohe Kosten an. Auch wenn die Investitionsk osten auf
7 Auswertung der MID 2017 für Köln (Material von der Stadt Köln zur Verfügung gestellt
aus der für Köln erfolgten Aufstockung der Befragung „Mobilität in Deutschland“)
Reiseweitenverlängerungen, die sich durch die zunehmende Nutzung von Pedelecs er-
geben, sind nicht berücksichtigt.
Steckbrief M3.5 5
Green City Masterplan Köln
die Nutzungsdauer von 65 Jahren verteilt werden, sind die jährl ichen Kosten
noch in die Kostenklasse hoch einzustufen.
Vor dem Hintergrund, dass die Rampe am Breslauer Platz aufgrund von Glei-
serweiterungen der DB-Anlagen nach einigen Jahren demontiert und nach der
Gleiserweiterung wieder aufgebaut werden muss, sind die Kosten eher im obe-
ren Bereich der hohen Kosten einzuschätzen.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Green City Masterplan Köln
Anlage 4:
Maßnahmen M4:
Elektrifizierung des Verkehrs
Steckbrief M4.1 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 4.1: Landstromversorgung für
Binnenschiffe
Beschreibung der Maßnahme:
Entlang der Bundeswasserstrasse „Rhein“ verfügt Köln über ca. 1 00 Anlege-
stellen. Diese Anlegestellen werden von unterschiedlichen Schif fstypen
(Frachtschiffe und Hotel- bzw. Fahrgastkabinenschiffe) genutzt, die während
ihrer Liegezeit erhebliche Lärm- und Schadstoffemissionen verursachen. Per-
spektivisch kann mit einer flächendeckenden Anbindung der Binnenschifffahrt
an das vorhandene Stromnetz eine moderne Landstrominfrastruktur geschaf-
fen werden, die langfristig Lärm- und Schadstoffemissionen verm eidet. Bis
Ende 2019 erfolgt die Projektierung zur Herrichtung von Schiff- TankE-
Anschlüssen an sieben Schiffsanlegestellen im Innenbereich der Stadt Köln
(4 Anlegestellen am Konrad-Adenauer-Ufer, 2 Anlegestellen im Be reich Am
Leystapel und 1 Anlegestelle am Kennedyufer) zur Landstromverso rgung der
Rheinschiffe. Dies umfasst neben der Beschaffung und Installati on von La-
destationen für Binnenschiffe auch Betrieb, Wartung und Entstör ung des
Stromladesäulensystems. Das Bedienkonzept für die Nutzer sieht ein siche-
res IT-seitiges Zugangs- und Bezahlverfahren über eine App-Anwendung vor.
Konrad-Adenauer-Ufer
Kennedy-Ufer
Am Leystapel
Bild 1: Standorte der Landstromanlagen (eigene Darstellung, Kartengrundla-
ge: Bing)
Steckbrief M4.1 2
Green City Masterplan Köln
Die landseitige Stromversorgung der Binnenschifffahrt wird aus dem stationä-
ren Stromnetz sichergestellt.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung; RheinEnergie AG- Projektie rung Land-
strom
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
-
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Die Vorinvestitionen schiffsseitig und landseitig sowie erhöhte Betriebskosten
für Ökostrom lassen sich bisher betriebswirtschaftlich weder au f Seiten der
Reeder noch von Energieversorgungsunternehmen darstellen. Im Fa zit ist
Landstrom deutlich teurer als bordseitig erzeugter Strom.
Ab Januar 2019 treten EU-weit neue, strenge Emissionsstandards (NRMM)
für Binnenschiffe in Kraft. Diese gelten jedoch nur für neue Binnenschiffe.
Am 01. Juni 2018 ist eine Änderung der RheinSchPV zur Landstrom nutzung
in Kraft getreten (§ 7.06 (3) RheinSchPV). Der Betreiber einer Liegestelle,
eines Landgangsteges etc. entscheidet sich, ob Landstrom zur Ve rfügung
gestellt werden soll und ob die Sc hifffahrt zur Nutzung des Lan dstroms ver-
pflichtet werden soll.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Hauptemissionen der Schiffe in die Atmosphäre sind CO 2; NOx und SO2.
Die CO 2 Emissionen sind eine direkte Folge der Energieerzeugung für de n
Vorschub des Schiffes und für die Hilfsenergien (Strom, Kühlung etc.). Die
NOx Emissionen hängen von dem Verbrennungsprozess im Motor ab u nd
können durch die Technologie des Motors beeinflusst werden. Die SO2 Emis-
sionen hängen von dem Schwefelgehalt im Treibstoff ab. Die betr achteten
Schiffsklassen fahren in der Regel mit einer Mischung aus Schwe röl (Heavy
Fuel Oil: HFO) und Diesel (Gas Oil). Die Emissionen für den Fak tor Diesel
liegen bei 2,63 kg/l. Hieraus ergibt sich je Anleger im Sinne e ines „Dieselvor-
ganges“ = 306,37 t CO 2/a. Die Einsparung der Emissionen bei Anleger mit
Stromversorgung ergibt bei Einsatz von Ökostromzertifikaten = 0.
Durchschnittliche Liegezeit an den Anlegestellen in Köln beträgt zwischen 8 –
14 Std.
Steckbrief M4.1 3
Green City Masterplan Köln
Der Wirkungsraum der Maßnahme ist dabei auf eine Achse entlang des
Rheins begrenzt.
Nach einer Studie der Environ International Corporation für den Hafen Long
Beach (2004) kann eine Verringerung der NOx-Emission um 99% und d e r
PM-Emissionen um 83% – 97% erzielt werden. Abzuziehen sind die Emissio-
nen der Stromerzeugung, welche durch die Verordnung von Ökostro m einge-
spart werden können. Im Fazit variiert die Reduktion je Schiffs klasse und Lie-
gezeit an den Anlegestellen.
Für Hotelschiffe sind in Köln jährliche Emissions-Einsparungen von 700 t
CO2, 25 kg PM und 500 kg NOx möglich. Für Frachtschiffe sind die E missi-
onseinsparungen in Köln nur sehr gering. Die Investition in Lan dstrom zur
Reduzierung der Luftverschmutzung ist daher vor allem für Hotel schiffe loh-
nend.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung auf die Luftreinhalt der Stadt Köln durch die kurz- bis mittelfristi-
ge geplante Installation von 7 Landstromanlagen wirkt lediglich entlang einer
Achse und ist in Anbetracht der vorstehend benannten Emissions-
Einsparungen insgesamt als gering einzustufen.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Investitionskosten für eine Säule bis 63 A ca. 12.000 € - 15.0 00 € (abhän-
gig von Laufzeit und Zins), inkl. Anschluss, Fundament, Rammsch utz und
Installation für Frachtschiffe. Je nach Versorgungslage zzgl. N etzan-
schlusskosten.
Für Hotel/ Fahrgastkabinenschiffe müssen die Kosten je nach An schluss-
leistung und Netzanschlusskosten bedarfsweise kalkuliert werden ( c a .
150.000 € - 200.00 € pro Station).
Einnahmen durch Nutzungsgebühr.
Die Gesamtkosten für die Installation der 7 vorgesehenen Ladest ationen be-
trägt 2,1 Mio. €. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer vo n 10 Jahren
liegen die jährlichen Investitionskosten bei rund 210.000 €.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer liegen die Investition skosten für
die Errichtung der 7 Landstromanalgen im mittleren Bereich (200 .000-
499.999 €).
Steckbrief M4.1 4
Green City Masterplan Köln
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Bestehende Steckerstandards an Schiffen
Vorhandene Infrastruktur im Hafen
Vergabe der Anlegeplätze (Vermietung/ Verpachtung)
Zugang zum Stromnetz
Hochwassergebiet
Entfernung der einzelnen Liegeplätze zueinander
Flankierende Maßnahmen:
Demontierbarkeit der Ladestationen bei Hochwasser
Aufrüstung der Schiffe mit den passenden Anschlüssen / Aufbau eines
Trenntrafos an Bord (Kosten ca. 50.000€)
WICHTIG ist die Verpflichtung der ankernden Schiffe zur Abnahme d e s
Landstroms, andernfalls ist ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich.
Steckbrief M4.2 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 4.2: Umstellung der CarSharing-
Flotte auf Elektrofahrzeuge
Beschreibung der Maßnahme:
Durch Fördermaßnahmen soll der CarSharing-Flotte der Umstieg au f Elektro-
fahrzeuge erleichtert werden.
Für eine hohe Nutzungsdichte der CarSharing-Flotte ist es essentiell, dass die
rund 1.200 Mitarbeiter der Kölner Stadtverwaltung für ihre Dien stfahrten Car-
Sharing nutzen. Abends und am Wochenende stehen diese Fahrzeuge dann
den Kölner Bevölkerung zur Verfügung.
Elektrofahrzeuge werden im CarSharing in Köln bereits seit 2012 stadtweit ein-
gesetzt. Ein kontinuierlicher Ausbau ist geplant. Wichtigster Teil der Vorhaben-
beschreibung ist eine Nutzungsgarantie:
2017 wurden 15.000 städtische Dienstfahren (575.000 km) mit Car Sharing-
Fahrzeugen zurückgelegt, 5% (30.000 km) davon mit E-Fahrzeugen.
Angestrebt wird, ein Drittel der städtischen CarSharing-Dienstf ahrten emissi-
onsfrei mit E-Fahrzeugen zu erledigen. Für eine kostendeckende Nutzung die-
ser weiteren E-Fahrzeuge soll eine Nutzungsvereinbarung zwische n CarSha-
ring-Anbietern und der Stadt Köln ausgehandelt werden.
Die langjährige Erfahrung zeigt, dass das Nutzungsverhalten der CarSharing-
Kunden in punkto E-Mobilität von großer Zögerlichkeit geprägt i st: Trotz Ta-
rifgleichheit mit konventionellen Standardfahrzeugen, intensiver Schulung und
Werbung liegt die Auslastung der E-Fahrzeuge 2017 nur halb so hoch wie die
der Verbrennungsmodelle.
Mit den nun zur Verfügung stehenden Modellen, wie z. B. dem Ren ault ZOE
Z.E. 40, sollte sich das Thema der mangelnden Reichweite erübri gen: Bleibt
doch das Gros der städtischen Dienstfahrten (90 %) unterhalb von 100 km.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung;
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Maßnahme ergänzt unter dem Fokus CarSharing den Aus- und Aufbau von
Mobilitätsstationen (vgl. Maßnahme 2.3).
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
-
Steckbrief M4.2 2
Green City Masterplan Köln
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Kurz- bis mittelfristig wird die Umstellung von rund 100 CarSha ring-Fahrzeu-
gen auf Elektrofahrzeuge erwartet.
Die durchschnittliche Jahresfahrleistung der CarSharing-Fahrze uge liegt
bei rund 18.00 Kilometern1
NOx-Einsparung: 0,341 g / km 2.
Bei Umstellung von rund 100 CarSharing-Fahrzeugen auf Elektrofa hrzeuge
können jährlich bis zu 600 kg NOX eingespart werden.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die direkte Wirkung der Umstellung der CarSharing-Flotte auf El ektrofahr-
zeuge auf die NOx-Emissionen in der Stadt ist als sehr gering einzustufen. Die
Maßnahme schafft jedoch einen An reiz zum Umstieg auf Elektromob ilität.
Durch die zunehmende Verbreitung und die Möglichkeit der Nutzung von Elekt-
rofahrzeugen ist mittelfristig eine allgemeine Verhaltensänderung möglich, so-
dass die Gesamtwirkung der Maßnahme auf die Luftreinheit der Stadt in einem
Delphi-basierten Bewertungsprozess als gering eingestuft wurde (statt sehr ge-
ring).
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Mehrkosten eines Elektrofahrzeugs liegen im Vergleich zum Dieselfahr-
zeug bei ca. 10.000 Euro.
Ein Teil der Mehrkosten kann durch Fördermaßnahmen, wie der Ka ufprä-
mie in Höhe von 4.000 €, aufgefangen werden. Die Mehrkosten für Elektro-
Pkw reduzieren sich somit bereits auf rund 6.000 €.
Die Nutzungsdauer von Elektro-Pkw wird mit 5 Jahren kalkuliert, sodass die
jährlichen Kosten bei 1.200 € liegen. Die Investitionskosten für die Umstellung
von 100 CarSharing-Fahrzeugen auf Elektrofahrzeuge liegt somit bei rund
120.000 €.
1 Wirkung von E-Car Sharing Sy stemen auf Mobilität und Umwelt i n urbanen Räumen
(WiMobil), 2016
2 Pkw-Emissionsfaktoren nach HB-EFA (Fahrzeugflotte 2020, Fahrt en im städtischen
Kontext)
Anz. Fahrzeuge Jahresfahrleistung
[km]
NOx‐Emission
[g/km]
Nox‐Einsparung
[kg/a]
NOx‐Einsparung
Gesamt [%]
100 18.000 0,341 614 0,03%
Steckbrief M4.2 3
Green City Masterplan Köln
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten sind als gering einzustufen (50.000-199.000 €).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Nutzungsgarantie für mindestens 12 E-Fahrzeuge durch Mitarbeiter der Stadt-
verwaltung oder des Stadtwerkekonzerns.
Flankierende Maßnahmen:
Dienstanordnung zur vorrangigen Nutzung von E-Fahrzeugen (ÖPNV, Fahr-
rad) nach dem Modell der Stadtverwaltung Aachen.
Reduzierte Gebühren für die Parkraumnutzung durch e-CarSharing-Fahrzeuge
entsprechend dem Carsharing-Gesetz vom 5. Juli 2017.
Steckbrief M4.3 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 4.3: Umstellung der Taxiflotte auf
Elektrofahrzeuge
Beschreibung der Maßnahme:
Taxis sind oft rund um die Uhr unterwegs und fahren zu 90 Proze nt innerhalb
der Stadt. In Köln gibt es über 1.200 Taxis. Durch den Einsatz von emissions-
armen Fahrzeugen könnten somit im großen Umfang Stickoxide eing espart
werden.
Durch Fördermaßnahmen soll der Kölner Taxiflotte der Umstieg au f Elektro-
fahrzeuge erleichtert werden. Das Projekt GuEST (Gemeinschaftsprojekt Nut-
zungsuntersuchungen von Elektrotaxis in Stuttgart) hat gezeigt, dass Einmal-
förderungen (beim Kauf eines Fahrzeugs) ohne zusätzliche massiv e Begleit-
maßnahmen zu kurz greifen und eher Risiken und Enttäuschungspotentiale bei
den Nutzern verstärken. Besonders unter den sich noch entwickel nden Rah-
menbedingungen ist eine integrative Betreuung und Förderung der Unterneh-
mer nötig.
In GuEST gab es bereits konkrete Empfehlungen für Begleitmaßnahmen:
Exklusive Bereitstellungsmöglichkeiten und Ladesäulen,
Kurze Bereitstellungszeiten (Priorisierung geladener Fahrzeuge ),
Spezifische Angebote zur Senkung der Betriebskosten, insbesond ere
beim Stromtarif,
Erhalt der Taxikonzession nur mit Elektrofahrzeug,
Spezielle Fahraufträge möglichst auf E-Taxis konzentrieren, in sbesondere
möglich durch Organisationen der öffentlichen Hand: Bluttranspo rte, Ku-
rierfahrten.
Eine deutliche Sichtbarkeit der E-Taxis (auffällige, einheitliche Beklebung bzw.
Gestaltung der Fahrzeuge) auf den Straßen und Bereitstellungzon e n is t e in
wichtiger Faktor der Werbung, Verbreitung und Außenrepräsentation für die E-
Mobilität bzw. E-Taxis.
Ein Gespräch mit einem Vertreter der Kölner Taxiunternehmen hat ergeben,
dass ein Einstieg des Taxigewerbes in die E-Mobilität mittelfri stig erfolgen
kann, Verfügbarkeit von Schnellladeinfrastruktur an strategisch günstigen Ta-
xiplätzen (z.B. Hbf und Flughafen) sowie Verfügbarkeit geeignet er E-Fahr-
zeuge vorausgesetzt. Die Zeitverluste durch den (Schnell-) Ladevorgang kön-
nen durch eine entsprechende Priorisierung in der Warteschlange kompensiert
werden. Dies ist besonders an Verkehrsknoten mit typischerweise langen War-
tezeiten wie Hbf und Flughafen ein Anreiz.
Steckbrief M4.3 2
Green City Masterplan Köln
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
–
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Derzeit sind nur wenige geeignete E-Fahrzeuge für den Taxibetri eb auf dem
Markt. Viele der aktuell verfügbaren Elektro-Pkw sind Minis und Kleinwagen
und nicht für den Taxibetrieb geeignet. Die Reichweite der aktu ell auf dem
Markt verfügbaren Elektrofahrzeuge liegt im Realbetrieb bei bis zu 200 km. Das
Forschungsprojekt GuEST E-Taxis hat zudem gezeigt, dass der Energiebedarf
im realen Taxi-Betrieb um ein Drittel höher ist als im „normale n“ Einsatz als
PKW. Um die Lade- und somit auch Standzeiten der Taxis möglichst gering zu
halten, ist zumindest an ausgewählten Taxiständen eine ausreichende Schnell-
ladeinfrastruktur notwendig.
Das Gespräch mit einem Vertreter der Kölner Taxiunternehmen hat unterstri-
chen, dass aufgrund der aktuell verfügbaren Fahrzeugmodelle kei ne Umstel-
lung der Taxiflotte auf Elektrofahrzeuge möglich ist. Zudem können die Taxiun-
ternehmer aufgrund der angespannten Marktsituation keine Mehrko sten tra-
gen.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Taxis sind oft rund um die Uhr unterwegs und fahren zu 90 Proz ent inner-
halb der Stadt. In Köln gibt es über 1.200 Fahrzeuge. Durch den Einsatz
von emissionsarmen Fahrzeugen mit Eco-Taxi-Zertifikat könnten s omit im
großen Umfang Stickoxide eingespart werden.
Die durchschnittliche Tagesfahrleistung eines Taxis beträgt 20 0 km. Bei ei-
nem Einsatz der Fahrzeuge an rund 300 Tagen pro Jahr ergibt sic h eine
durchschnittliche Jahresfahrleistung von 60.000 Kilometern.
NOx-Einsparung: 0,433 g / km 1.
Aufgrund der aktuellen Fahrzeugverfügbarkeit (bzw. Nicht-Verfügbarkeit) wird
davon ausgegangen, dass kurz- bis mittelfristig nur bis zu eine m Viertel der
Fahrzeugflotte (300 Fahrzeuge) auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden kann
1 Pkw-Emissionsfaktoren nach HB- EFA (Diesel Fahrzeugflotte (Euro6 und Euro6d) 2020,
Fahrten im städtischen Kontext)
Steckbrief M4.3 3
Green City Masterplan Köln
(entsprechende Ladeinfrastruktur an strategisch günstigen Taxip lätzen (z.B.
Hbf und Flughafen) vorausgesetzt).
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung auf die Luftreinheit bei Umstellung von 25 % der Fa hrzeugflotte
ist als gering einzustufen. Eine spürbare Wirkung auf die Luftreinheit wird sich
erst mit Umstellung der gesamten Taxiflotte mittel- bis langfristig einstellen.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die finanzielle Förderung pro Fahrzeug müsste die Mehrkosten ei nes E-Fahr-
zeugs kompensieren, sodass es für die Unternehmer keinen preislichen Unter-
schied macht, ob sie ein E-Fahrzeug oder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmo-
tor (Diesel) kaufen. Eine Prämie von 10.000 € pro Fahrzeug zum Ausgleich der
Mehrkosten erscheint realistisch.
Ein Teil der Mehrkosten kann durch Fördermaßnahmen, wie dem Umw eltbo-
nus in Höhe von 4.000 €, aufgefangen werden. Aktuell wird sogar eine Ver-
dopplung der Kaufprämie für Taxen erwogen. Die Mehrkosten für E lektrofahr-
zeuge reduzieren sich somit bereits auf rund 6.000 €.
Die Nutzungsdauer der Fahrzeuge beträgt durchschnittlich 3 Jahre, sodass die
jährlichen Kosten bei 2.000 € liegen.
Die Investitionskosten für die Umstellung von 25 % der Taxiflot te auf Elektro-
fahrzeuge liegt damit bei rund 600.000 €.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Investitionskosten für die Umstellung von 25 % der Taxiflot te sind unter
Berücksichtigung aktueller Fördermöglichkeiten sowie einer Absc hreibung
über 3 Jahre als hoch einzustufen (500.000-999.999 €). Zusätzli ch entstehen
Kosten durch den Aufbau der (Schnell-) Ladeinfrastruktur am Hbf sowie am
Flughafen.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Es ist ein umfassendes (möglichst induktives) Schnellladenetz a n den Taxen-
ständen notwendig, damit die Wartezeiten zum Laden genutzt werden können
Anz. Fahrzeuge Jahresfahrleistung
[km]
NOx‐Emission
[g/km]
Nox‐Einsparung
[kg/a]
NOx‐Einsparung
Gesamt [%]
300 60.000 0,433 7.794 0,41%
Steckbrief M4.3 4
Green City Masterplan Köln
und es im Stadtgebiet nicht zu Staus an den Ladesäulen kommt (v gl. Maß-
nahme M4.5 – Bereitstellung einer ausreichenden E-Ladeinfrastruktur).
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M4.4 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 4.4: Umstellung der Fahrzeuge von
Stadt und städtischen Gesellschaften auf elektri-
schen Antrieb
Beschreibung der Maßnahme:
Umstellung der städtischen Fahrzeugflotte und der Flotte der st adtnahen Ge-
sellschaften (Stadtwerke, Entsorgungsbetriebe, Grünpflege, Straßenreinigung
etc.) auf elektrischen Antrieb.
Die Maßnahme umfasst auch den Umbau des Fuhrparks der Abfallwirtschafts-
betriebe (AWB):
Schritt 1 Projektstudie:
Umbau eines Standard-Kolonnenfahrzeugs der AWB (MB Vario) mit Elekt-
roachse als Prototyp für Feldtest im städtischen Tageseinsatz der AWB.
Schritt 2 Serienprojekt (nach er folgreicher Projektstudie):
Umbau des AWB-Fuhrparks mit Elektroanrieb – ca. 40 MB Vario.
Neben dem Umbau des AWB Fuhrparks sollen weitere Fahrzeuge der städ-
tischen Fahrzeugflotte sukzessive auf elektrischen Antrieb umgestellt wer-
den. Eine Analyse zur potenzielle n Umstellung der städtischen F ahrzeug-
flotte auf E-Mobilität aus 2017 hat gezeigt, dass für 60 Fahrze uge ein so-
fortiger Ersatzbedarf besteht (kurzfristig weitere 41 Fahrzeuge und mittel-
fristig weitere 26 Fahrzeuge). In diesem Zusammenhang wurden vo n Sei-
ten der städtischen Dienststellen Anfang 2018 bereits Fördermittel zur Be-
schaffung von 58 Elektrofahrzeugen beantragt, für weitere 111 F ahrzeuge
wurden durch stadtnahe Gesellschaften Fördermittel beantragt:
- 12 Fahrzeuge der Klasse L (Krafträder)
- 88 Fahrzeuge der Klasse M (Pkw und Kleinbusse),
- 36 Fahrzeuge der Klasse N (Lkw und Lieferfahrzeuge) und
- 33 Sonderfahrzeuge.
Zusätzlich sollen 50 Busse der KVB auf Elektro-Busse umgestell t werden.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Steckbrief M4.4 2
Green City Masterplan Köln
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
1. Richtungsweisend: Mit dieser Maßnahme kann erstmalig im komm unalen
Bereich ein Nutzfahrzeug für den innerstädtischen Einsatz abgas seitig
optimiert werden, ohne seine Funktion und damit die Akzeptanz d er An-
wender zu beeinträchtigen.
2. Übertragbarkeit auf andere Bereiche der Stadt Köln (zum Beis piel Fahr-
zeuge der Ämter 52, 66, 67) und auf andere Städte, da der Umbau mit
dem meistgenutzten Fahrzeugmodell erfolgt.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Einschränkung der Reichweite bei Pkw auf max. 100 km,
Praxistauglichkeit muss noch belegt werden.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Der Luftreinhalteplan Köln weist für 2008 durch den Straßenverk ehr verur-
sachte NOx-Emissionen in Höhe von 4.864 t/a aus (1.910 t/a ohne BAB)1. Die
Jahresfahrleistung im Stadtgebiet lag 2008 bei 7.213 Mio. Fzg.km (3.537 Mio.
Fzg.km ohne BAB). Rund 50 % (65 % ohne BAB) der ermittelten Emi ssionen
werden durch die Fahrzeuggruppen Pkw und leichte Nfz verursacht . Durch
schwere Nutzfahrzeuge entstehen w eitere 46 % (29 % ohne BAB) de r NOx-
Emissionen im Straßenverkehr.
Hier besteht mittel- bis langfristig ein großes Potential zur R eduzierung der
Emissionswerte (vgl. Bild 1).
1 Luftreinhalteplan Köln, 2012
Bild 1: Übersicht der jährliche NOx-Einsparungen
Fahrzeug‐
segment
Anz.
Fahrzeuge
NOx ‐Einsparung
[g/km]
Jahres‐
fahrleistung [km]
NOx‐Einsparung
[kg/Jahr]
NOx‐Einsparung
Gesamt [%]
schwere Nutzfzg.
(Umbau MB Vario) 40 1,6 8.000 501 0,03%
Pkw 88 0,3 8.000 24 0 0,01%
Nutzfahrzeuge 36 0,5 8.000 132 0,01%
Krafträde
r 12 0,1 8.000 8 0,00%
Sonderfahrzeuge 33 1,6 8.000 422 0,02%
Linienbusse 50 3,4 50.000 8.500 0,44%
Summe 259 9.804 0,51%
Steckbrief M4.4 3
Green City Masterplan Köln
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Umstellung der Fahrzeuge von Stadt und städtischen Gesellsc haften auf
Elektrofahrzeuge weist in Bezug auf die Luftreinheit kurz- bis mittelfristig einen
geringen Wirkungsgrad auf. Entscheidend für eine möglichst weite Verbreitung
von Elektrofahrzeugen ist jedoch, dass ihre Förderung zeitnah vorangetrieben
wird. Neben der direkten Reduktion der Schadstoffe durch Elektr ofahrzeuge
nehmen Stadt Köln und städtische Gesellschaften mit der Integration von Elekt-
rofahrzeugen in den kommunalen Fuhrpark eine Vorbildfunktion ein. Sie bele-
gen damit den Willen zur Verbesserung der Luftqualität, zeigen ihre Innovati-
onsbereitschaft und beweisen die Funktionalität z.B. von Elektr o-Pkws im All-
tagsbetrieb. Neben der direkten Wirkung durch die Reduzierung d er NOx-
Emission der eingesetzten Elektrofahrzeuge entsteht eine positi ve Wirkung
beim Kaufverhalten von Privatpersonen und Unternehmen.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Umbau MB Vario
- Die Kosten des ersten Prototyps übernimmt die BPW Bergische A chsen
KG. Die Kosten für den Umbau eines Fahrzeugs liegen bei rund
100.000 €2.
Beschaffung Fahrzeuge der Klasse M:
- Kosten für ein Elektro-Nutzfahrzeug sind abhängig vom Fahrzeu gtyp
(z. B. VW eGolf: ca. 35.000 Euro, VW Golf 1.6 TDI: ca. 25.000 E uro);
Mehrkosten im Vergleich zum Dieselfahrzeug: ca. 10.000 Euro.
- Ein Teil der Mehrkosten kann durch Fördermaßnahmen, wie dem U m-
weltbonus in Höhe von 4.000 €, aufgefangen werden. Die Mehrkosten für
Elektro-Pkw reduzieren sich somit bereits auf rund 6.000 €.
Beschaffung Fahrzeuge der Klasse N (Lkw und Lieferfahrzeuge):
- Kosten für ein Elektro-Nutzfahrzeug sind abhängig vom Fahrzeu gtyp
(z. B. Iveco Daily Electric: ca. 100.000 Euro, Iveco Diesel Eur o 6: ca.
40.000 - 50.000 Euro); Mehrkosten im Vergleich zum Dieselfahrzeug: ca.
50.000 - 60.000 Euro.
Beschaffung Fahrzeuge der Klasse L (Krafträder):
2 https://www.eurotra nsport.de/news/e-mobilitaet-von-bpw-zum-nachruesten-paul-nutz-
fahrzeuge-baut-mercedes-vario-um-9835418.html
Steckbrief M4.4 4
Green City Masterplan Köln
- Kosten für ein Elektro-Kraftrad sind abhängig vom Fahrzeugtyp (z. B.
BMW C evolution: ca. 14.000 Euro, BMW C 400 X: ca. 7.000 Euro); Mehr-
kosten im Vergleich zum Benzinfahrzeug: ca. 7.000 Euro.
Beschaffung Sonderfahrzeuge:
- Die Mehrkosten eines elektrisch betriebenen Sonderfahrzeuges werden
mit rund 20.000 € veranschlagt.
Beschaffung Elektro-Busse
- Die Mehrkosten für die Beschaffung eines Elektrobusses liegen bei rund
400.000 €3.
Die durchschnittliche Nutzungsdauer der Fahrzeuge wird mit 5 bi s 12 Jahren
angenommen (vgl. Bild 2). Die Investitionskosten werden auf diesen Zeitraum
umgelegt.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Investitionskosten für die Umstellung von 259 Fahrzeugen vo n Stadt und
städtischen Gesellschaften auf Elektrofahrzeuge sind als sehr h och einzustu-
fen (> 1.000.000 €).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
ab 2020: Fertigstellung eines neuen Betriebshofes der AWB mit professio-
neller Ladeinfrastruktur,
mittel-/langfristig: Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrast ruktur.
3 http://www.spiegel.de/auto/aktuell/elektrobusse-in-deutschlan d-zu-teuer-zu-unzuverla-
essig-zu-aufwendig-a-1138185.html
Bild 2: Übersicht der Investitio nskosten (Mehrkosten für Elektrofahrzeuge im
Vergleich zu Verbrennerfahrzeuge)
Fahrzeug‐
segment
Anz.
Fahrzeuge
Kosten je
Fahrzeug [€]
Nutzungsdauer
[Jahre]
Kosten Gesamt
[€]
schwere Nutzfzg.
(Umbau MB Vario) 40 100.000 10 400.000
Pkw 88 6.000 5 105.600
Nutzfahrzeuge 36 50.000 1 0 180.000
Krafträder 12 7.000 5 16.800
Sonderfahrzeuge 33 20.000 1 0 66.000
Linienbusse 50 400.000 12 1.666.667
Summe 259 2.435.067
Steckbrief M4.4 5
Green City Masterplan Köln
Flankierende Maßnahmen:
als Schaufenster-Projekt nutzen / Multiplikator in Köln, NRW u nd Deutsch-
land,
positives Image absolut innovativer Maßnahmen bewerben.
Steckbrief M4.5 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 4.5: Bereitstellung einer ausrei-
chenden E-Ladeinfrastruktur
Beschreibung der Maßnahme:
Aufstellung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur an besonders geeigneten
Standorten im städtischen Gebiet. Bevorzugte Standorte sind Ort e, an denen
sich kontinuierlich viele Menschen für eine begrenzte Zeit aufh alten, z.B. Ein-
kaufszentren, Baumärkte, Schwimm bäder und Mobilitätsstationen ( vgl. Maß-
nahme M2.3).
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Bei Förderung der Beschaffung von Elektrofahrzeugen (vgl. Maßnahmen M4.2,
M4.3, M4.4 und M4.6) ist der Ausbau einer ausreichenden E-Ladeinfrastruktur
von besonderer Bedeutung.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Verfügbarkeit von Flächen:
öffentlicher Raum ist nur begrenz verfügbar, Notwendigkeit von Koopera-
tion mit Grundstückseigentümern bei Errichtung von Ladeinfrastr uktur an
halböffentlichen und privaten Standorten, Nutzungskonflikte in Gebieten mit
heute schon hohem Parkdruck
Netzinfrastruktur und Netzkapazität:
Insbesondere an hoch frequentierten Standorten muss sichergeste llt sein,
dass die vorhandenen Netzkapazitäten für die E-Ladeinfrastruktu r ausrei-
chen oder ggf. auch aufgerüstet werden können.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Die Auswertung der MARLIS-Datenbank der BASt 1 zeigt für den Aufbau von
Ladeinfrastruktur eine geringe Wirkung (Belastungsreduktion < 1 μg/m³) be-
1 MARLIS: Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Bezug auf Immis sionen an Stra-
ßen;-Datenbank der BASt, in der Maßnahmen zur Luftreinhaltung gesammelt be-
schrieben und bewertet werden.
https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Fachthemen/v3-
MARLIS/MARLIS-DB/MARLIS_node.html
letzter Zugriff: 15.04.2018
Steckbrief M4.5 2
Green City Masterplan Köln
züglich der Schadstoff-Belastung (NOx und PM10). Dies wird darauf zurückge-
führt, dass zzt. Verfügbarkeit / Bezahlbarkeit / Akzeptanz von Elektrofahrzeu-
gen nur eingeschränkt gegeben ist. Dementsprechend kann zzt. ke ine hohe
Nutzung der Ladeinfrastruktur erwartet werden. Dies dürfte sich aber mittelfris-
tig ändern.
Stickoxid-Emissionen können durch eine weite Verbreitung von al ternativen
Antriebskonzepten wie Hybride und batterieelektrische Fahrzeuge deutlich re-
duziert werden. Bei reinen Elektrofahrzeugen entstehen durch den Fahrbetrieb
keine lokalen NOx-Emissionen.
Ein dichtes Ladeinfrastruktur-Netz schafft erst die Voraussetzungen für die Ver-
breitung von Elektrofahrzeugen bei Unternehmen und Privatpersonen. Eine gut
ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur hilft, das Vertrauen potentieller Elekt-
rofahrzeugkäufer zu gewinnen.
Von 1.000 Fahrzeugen, die in Deutschland zugelassen sind, verfü gen zurzeit
2 Fahrzeuge über einen elektrischen Antrieb (entsprechend 0,2 %).2 Im Zulas-
sungsbezirk Köln sind aktuell rund 2.000 Elektrofahrzeuge zugelassen3. Rund
1,5 % aller Neuzulassungen in 2017 waren Fahrzeuge mit elektris chem An-
trieb. Köln liegt hier mit 1,3 % leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Bei gleich-
bleibender Entwicklung der Zulassungszahlen wird sich die Anzahl an Elektro-
fahrzeugen bis 2020 in etwa verdoppeln.
Zurzeit stehen im Raum Köln rund 200 öffentlich zugängliche Lad epunkte zur
Verfügung, die zu 100 Prozent mit Ökostrom aus regenerativen Qu ellen ver-
sorgt werden.4 Neben der RheinEnergie (Marke „TankE“), die den Großteil der
halböffentlichen Stationen betreibt, treten in kleinerem Umfang auch andere
Ladesäulenanbieter wie z.B. Aldi Süd oder RWE auf. Dieses Netz an Ladesta-
tionen dürfte in den kommenden Jahren eine weitere Verdichtung erfahren. Der
Rat der Stadt Köln hat beschlossen, bis 2020 weitere rund 400 L adepunkte
(200 Ladestationen) im öffentlichen Straßenraum zu installieren . Zudem sind
weitere Ladestationen in Parkhäusern sowie an den Park-and-Ride -Anlagen
geplant. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur stellt eine erhebliche Steigerung und
damit eine deutliche Verbesserung der Verfügbarkeit dar.
2 Kraftfahrt-Bundesamt, Flens burg 2018 (Stand: 01.01.2018)
3 Kraftfahrt-Bundesamt, Flens burg 2018 (Stand: 01.06.2018)
4 https://www.tanke.info/index. php/einleitung-tanke.html, letzter Zugriff: 30.05.2018
Steckbrief M4.5 3
Green City Masterplan Köln
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Ladesäulen selbst haben nur eine indirekte Wirkung auf die Entwicklung
der NOx-Belastung, sie sind jedoch Voraussetzung für die weitere Verbreitung
von Elektrofahrzeugen. Eine spürbare Wirkung der Umstellung auf Elektrofahr-
zeuge auf die Luftreinheit wird sich erst mittel- bis langfrist ig einstellen. Daher
ist die kurz- bis mittelfristige Wirkung der Maßnahme in einem Delphi-basierten
Bewertungsprozess als gering eingestuft worden. Entscheidend für eine mög-
lichst weite Verbreitung von Elektrofahrzeugen ist jedoch, dass nicht nur die
Fahrzeugförderung zeitnah vorangetrieben wird, sondern insbeson dere auch
der bedarfsorientierte Aufbau der Ladeinfrastruktur. Nur so las sen sich auch
mittel- bis langfristig Erfolge erzielen.
Der Ladeinfrastrukturausbau muss daher kurzfristig vorangetrieben werden.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Kosten je Normalladesäule mit 2 Ladepunkten (11 oder 22 kW):
Investitionskosten inkl. Netzanschluss: 11.000 €
Betriebskosten: 1.500 € / Jahr
Die einmaligen Investitionskosten für den Aufbau von 200 Ladesä ulen liegen
bei 2,2 Mio. €. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 10 Jahren er-
geben sich jährliche Kosten von 520.000 € (Investitionskosten u nd jährliche
Betriebskosten).
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die einmaligen Investitionskosten für den Aufbau der Ladeinfrastruktur sind als
sehr hoch einzustufen. Unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer von 10 Jah-
ren ergeben sich jährliche Kosten in Höhe von 520.000 €, die al s hoch einzu-
stufen sind (500.000 bis unter 1 Mio. €).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
geeignete Ladestandorte, ausreichende Netzkapazitäten, Akzeptanz
Flankierende Maßnahmen:
Einbindung der Ladeinfrastruktur in möglichst universelles Bez ahlsystem
Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen
Einheitliche kommunale Regelungen
Übergreifende regionale Strukturen
Steckbrief M4.6 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 4.6: Förderung emissionsarmer
bzw. emissionsfreier Lieferverkehr - Elektromobi-
lität im Lieferverkehr
Beschreibung der Maßnahme:
Die Deutsche Post/DHL hat einen Teil ihrer Lieferflotte in Köln bereits im Sep-
tember 2016 auf E-Fahrzeuge umgestellt (66 sog. E-Scooter)1.
Die Firma Hermes will bis 2025 insgesamt 1.500 vollelektrische Lieferfahr-
zeuge im Einsatz haben und damit alle großen deutschen Innenstä dte anfah-
ren (strategische Partnerschaft mit dem Daimler-Konzern)2.
Damit die E-Fahrzeuge schneller und auch bei anderen Firmen in den Einsatz
kommen, soll der Austausch konventionell angetriebener Lieferfahrzeuge (v.a.
Diesel) durch E- (Liefer-) Fahrzeuge beschleunigt werden durch:
1. Einrichtung von Ladezonen aussch ließlich für E- (Liefer-) Fahrzeuge (und
emissionsarme Lieferfahrzeuge).
2. Einrichtung von Ladezonen aussch ließlich für E- (Liefer-) Fa hrzeuge und
E-Lkw mit (Schnell-) Ladeinfrastruktur.
3. Gewährung längerer Be- und Entladezeitfenster in ausgewählte n Berei-
chen für E- (Liefer-) Fahrzeuge (und emissionsarme Lieferfahrzeuge).
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Ausbau Ladeinfrastruktur (M4.5).
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Aus Gesprächen mit anderen Paketdienstleistern (z.B. DPD) wurde ersichtlich,
dass für diese der Einsatz von E-Scootern nicht in Betracht kom mt, da diese
andere Betriebsmodelle haben (z.B. keine eigene Fahrzeugflotte, selbständige
Fahrer) und andere Zusammensetzungen der Lieferungen auf den Routen ha-
ben (Notwendigkeit von größeren Lieferfahrzeugen als E-Scooter).
1 http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/deuts che-post-dhl-group-star-
tet-leise-und-saubere-paketzustellung-koeln
http://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2016/deut-
sche_post_dhl_group_startet_leise_saubere_paketzustellung_koeln.html
2 http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/h ermes-paketzustel-
ler-will-e-fahrzeuge-von-daimler-einsetzen/19804514.html
Steckbrief M4.6 2
Green City Masterplan Köln
Hier ist die Umstellung allein deshalb schon ein Problem, da de rzeit keine
zweckmäßigen, vollelektrischen Serientransportfahrzeuge auf dem Markt sind.
Das gleiche Problem dürften auch Handwerksbetriebe sowie andere kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) haben, die gerne auf vollelektrische Transport-
fahrzeuge umstellen würden. Auch die Investitionsmehrkosten für Elektrofahr-
zeuge stellen aktuell noch eine große Hürde für die Umstellung der Fahrzeug-
flotten dar.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Eine Veränderung der Fahrzeugverfügbarkeit ist kurz- bis mittel fristig abseh-
bar. So kündigt Mercedes den eSprinter für 2019 an, der bei ein er maximalen
Zuladung von 900 kg eine Reichweite von bis zu 150 km aufweist 3. Eine Um-
stellung der Fahrzeugflotten wird jedoch erst mittel- bis langfristig erwartet.
Der Luftreinhalteplan Köln weist für 2008 durch den Straßenverk ehr verur-
sachte NOx-Emissionen in Höhe von 4.864 t/a (1.910 t/a ohne BAB) aus4. Die
Jahresfahrleistung im Stadtgebiet lag 2008 bei 7.213 Mio. Fzg.km (3.537 Mio.
Fzg.km ohne BAB). Rund 50 % (65 % ohne BAB) der ermittelten Emi ssionen
werden durch die Fahrzeuggruppen Pkw und leichte Nfz verursacht . Durch
schwere Nutzfahrzeuge entstehen w eitere 46 % (29 % ohne BAB) de r NOx-
Emissionen im Straßenverkehr.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Maßnahme dient als Vorbereitung für einen emissionsarmen bzw. emissi-
onsfreien Lieferverkehr. Derzeit sind noch keine zweckmäßigen v ollelektri-
schen Serientransportfahrzeuge auf dem Markt, sodass als Ergebn is eines
Delphi-basierten Bewertungsprozesses nur eine sehr geringe Wirk ung der
Maßnahme auf die Luftreinhalt der Stadt Köln zu erwarten ist.
Entscheidend ist jedoch, dass die Umstellung der Fahrzeugflotte n auf emissi-
onsarme Antriebe unterstützt und beschleunigt wird, sodass mittel- bis langfris-
tig ein Beitrag auf die Luftreinhalt der Stadt Köln geleistet wird.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
-
3 https://www.elektro auto-news.net/2018/evito-mercedes-benz-vans-150-kilometer-
elektrischer-reichweite, letzter Zugriff: 04.07.2018
4 Luftreinhalteplan Köln, 2012
Steckbrief M4.6 3
Green City Masterplan Köln
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Kosten können erst bei Vorliegen eines konkreten Konzepts ermit telt werden.
In Anbetracht der geringen Maßnahmenwirkung haben die Kosten keinen Ein-
fluss auf das Bewertungsergebnis (Priorität der Maßnahme, vgl. Bewertungs-
matrix).
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Vorhandensein eines entsprechenden Fahrzeugangebots am Markt v on
Transportfahrzeugen.
Kostenstruktur (Anschaffung, B etrieb, Wartung) muss betriebswirtschaftlich
mit konventionellen Fahrzeugen mithalten können.
Flankierende Maßnahmen:
Ggf. regulatorische Vorgab en (Dieselfahrverbote),
Ggf. Anreizsysteme (z.B. Kaufprämien).
Green City Masterplan Köln
Anlage 5:
Maßnahmen M5:
Urbane Logistik
Steckbrief M5.1 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 5.1: Förderung emissionsarmer
bzw. emissionsfreier Lieferverkehr - Lastenrad
Beschreibung der Maßnahme:
Die Verwendung von Lastenrädern im städtischen Wirtschaftsverkehr (Zustel-
lung / Abholung / Erbringung von Dienstleistungen) wird geförde rt. Dazu ist
vorgesehen:
Ein Logistikkonzept zu erarbeiten und umzusetzen.
Darin wird die Nutzung von Mikrodepots (Maßnahme 5.2) und Güterverteil-
zentren zur Nahverteilung (Maßnahm e 5.3) berücksichtigt, soweit d i e s e
Maßnahmen auch umgesetzt werden.
Schaffung großzügiger Lieferzonen zum sicheren Abstellen der L astenrä-
der, ohne den fließenden Verkehr zu behindern.
Berücksichtigung der fahrgeometrischen Bedürfnisse von Lastenr ädern bei
der Ausweisung / dem (Aus-)Bau von Radwegen.
Im Innenstadtbereich wird der Fahrradverkehr in Zukunft vermehr t auf der
Straße abgewickelt (Aufhebung der Radwegebenutzungpflicht).
Förderung bei der Anschaffung von Lastenrädern
Die Stadt Köln erarbeitet ein Förderkonzept für gewerblich genutzte Lasten-
fahrräder. Dafür steht ein Budget von rund 100.000 Euro im Jahr 2018 zur
Verfügung. Bei Erfolg wird das Förderprogramm fortgesetzt. Das Budget
wird in den nächsten Jahren in ähnlicher Größenordnung fortgeführt.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Maßnahme ist im Zusammenhang mit der Einrichtung von Mikrod epots
(Maßnahme 5.2) oder Güterverteilzentren (Maßnahme 5.3) besonder s wir-
kungsvoll. Weiterhin ist die Verbesserung der Radwege (Maßnahmen 3.1 und
3.2) einhergehend mit der Schaffung geeigneter Abstellmöglichkeiten für Las-
tenfahrräder von Vorteil.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Die Umwandlung von Stellplätzen in Lieferzonen führt ggf. zu Wi derstand bei
den Anliegern. Die Reduktion der Anzahl öffentlicher Pkw-Stellp lätze führt bei
Steckbrief M5.1 2
Green City Masterplan Köln
hohem Parkdruck ggf. zu mehr Parksuchverkehr. Dem könnte durch Informa-
tion entgegengewirkt werden (siehe auch Maßnahme 1.8 zu Parkrau mma-
nagement „Reduzierung Parksuchverkehr über Sensorik“).
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Im Forschungsbericht des DLR zur Untersuchung des Einsatzes von Fahrrä-
dern im Wirtschaftsverkehr (WIV-RAD) 1 wird das Potential zur Einsparung von
Lieferfahrten durch den Einsatz von Lastenrädern für verschiedene Räume be-
leuchtet. Die nachfolgenden Tabellen/Daten sind aus dem o.g. Forschungsbe-
richt entnommen:
1 DLR (2016); Untersuchung des Einsatzes von Fahrrädern im Wirt schaftsverkehr (WIV-
Rad), Schlussbericht an das Bundesministerium für Verkehr und d igitale Infrastruktur
(BMVI); FoPS 70.0884/2013
Kernstädte Verdichtetes Umland Ländliche Kreise Gesamt
absolut absolut absolut
(Anteil) (Anteil) (Anteil)
Anzahl Kreise 70 (17%) 161 (39,1%) 181 (43,9%) 412 (100%)
Einwohner 23.792.913 (29,1%) 36.358.941 (44,4%) 21.650.403 (26,5%) 81.802.25 7 (100%)
Fläche [km²] 12.927 (3,6%) 130.343 (36,5%) 213.838 (59,9%) 357.108 (100%)
Fahrzeugbestand 11.680.655 (23,3%) 23.701.253 (47,2%) 14.787.130 (29,5%) 50.169.03 8 (100%)
Strukturdaten
Kernstädte Verdichtetes Umland Ländliche Kreise Gesamt
Bezugsgröße 1.127 (100%) 1.771 (100%) 981 (100% 3.879 (100%)
Szenario 1
10km/Tag 107 (9,5%) 130 (7,4%) 74 (7,5%) 311 (8,0%)
Szenario 2
20 km/Tag 168 (14,9%) 219 (12,3%) 127 (13,0%) 514 (13,3%)
Szenario 3
30 km/Tag 262 (23,2%) 402 (22,7%) 212 (21,6%) 875 (22,6%)
Verlagerbarer Anteil von Fahrten
Mio. Fahrten
Kernstädte Verdichtetes Umland Ländliche Kreise Gesamt
Bezugsgröße 28.662 (100%) 50.302 (100%) 25.824 (100%) 104.788 (100%)
Szenario 1
10 km/Tag 284 (1,0%) 375 (0,7%) 169 (0,7%) 828 (0,8%)
Szenario 2
20 km/Tag 587 (2,0%) 717 (1,4%) 360 (1,4%) 1.664 (1,6%)
Szenario 3
30 km/Tag 1.087 (3,8%) 1.824 (3,6%) 832 (3,2%) 3.743 (3,6%)
Verlagerbarer Anteil von Fahrleistung
Mio. Fz‐km
Steckbrief M5.1 3
Green City Masterplan Köln
Die Abschätzung berücksichtigt im Grunde nicht, dass durch neue Verteilzen-
tren das Potential an kurzen und somit radaffinen Fahrten steigen könnte. Die
angenommene Einsparung dürfte somit nicht zu optimistisch sein.
Die Internetseite Cargobike.Jetzt 2 bietet viele Informationen zu Lastenrädern
inklusive Förderungsmöglichkeiten. Weitere Informationen insbes ondere zu
Abmessungen und Preisen können der Internetseite nutzrad.de 3 entnommen
werden.
Wendet man die Ergebnisse des DLR-Forschungsberichtes auf Köln als Kern-
stadt an, so sollte es möglich sein, dass mindestens 8 % der in nerstädtischen
Lieferverkehre Kölns ersetzt werden. Dies gilt; wenn die Lasten räder für eine
Fahrtenlänge von bis zu 10km/Tag (max. Einzelfahrt 5km, Transpo rtgewicht
50kg) – entsprechend dem Szenario 1 der o.g. Studie – eingesetz t werden.
Aufgrund der rasanten Entwicklung bei den elektrisch unterstützen Fahrrädern,
wird davon ausgegangen, dass in naher Zukunft auch der Einsatz über
20km/Tag (max. Einzelfahrt 7km) – entsprechend dem Szenario 2 der o.g. Stu-
die – angesetzt werden kann.
Die Kernstädte haben einen Anteil von rund 35% an der verlagerb aren Fahr-
leistung. Mit rund 1,08 Mio. Einwohnern hat Köln einen (großen) Anteil von rund
4,5% an den Kernstädten. Überträgt man dies auf das in der DLR- Studie für
Kernstädte insgesamt ermittelte Einsparpotential an NOx bei ein er Fahrtweite
von max. 20km, sind das rund 14,4t pro Jahr.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Hinsichtlich des Einsparpotentials ist festzuhalten, dass es si ch mit dem Ein-
sparpotential der Maßnahme 5.2 (Mikrodepots) überlagert. Die dort als Ersatz
für einen Teil der Verteilfahrten berücksichtigten Lastenfahrrä der dürfte einen
großen Anteil am dem oben beschriebenen Potential ausmachen.
2 http://www.cargobike.jetzt; Zuletzt aufgerufen 18.04.2018
3 http://www.nutzrad.de; Zuletzt aufgerufen 18.04.2018
CO2/Jahr NOx/Jahr PM/Jahr
Szenario 1
10 km/Tag 311 Mio. 8% 828 Mio. 1% 154.263 t 452 t 23 t
Szenario 2
20 km/Tag 514 Mio. 13% 1.664 Mio. 2% 310.170 t 909 t 45 t
Szenario 3
30 km/Tag 875 Mio. 23% 3.743 Mio. 4% 697.750 t 2.046 t 102 t
ReduktionspotenzialVerlagerbare Fahrten
Anzahl
Verlagerbare Fahrleistung
km
Steckbrief M5.1 4
Green City Masterplan Köln
Abmindernd ist zu berücksichti gen, dass das ausgewiesene Potent ial für die
gesamte Stadt gilt und davon ausgeht, dass auch das gesamte Pot ential aus-
geschöpft wird. Dies wird kaum möglich sein, da am Stadtrand sowie an Tagen
mit schlechtem Wetter die Fahrradnutzung im Alltagsverkehr abni mmt. Wenn
schon die Hälfte des ausgewiesenen Potentials aktiviert werden könnte, wäre
es ein großer Erfolg.
Die erreichbare gesamtstädtische Wirkung wird daher als gering eingestuft,
auch wenn die Ausschöpfung des gesamten Potentials eine etwas höhere (ggf.
mittlere) Wirkung verspricht.
Eine spezielle Wirkung auf einzelne Hot-Spots wird nicht erwartet.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Kosten zur Umwandlung von Straßenrandparken in Lieferzonen, ggf. mit Sperr-
maßnahmen (Poller) zur Reservierung für Lastenräder.
Höhere Kosten beim Neu-/Ausbau von Radwegen.
Seit März 2018 ist eine Förderung von E-Lastenrädern durch die Bundesregie-
rung vorgesehen 4: 30% der Anschaffungskosten, max. 2.500 Euro. Jedoch
sind zzt. (Stand 28.03.2018) nur Anträge möglich, da das Hausha ltsgesetz
noch in Kraft treten muss.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Förderung der Lastenräder durch die Stadt Köln: 100.000 Euro je Jahr. Die
Dauer der Förderung ist noch nicht festgelegt.
Darüber hinaus fallen Kosten in geringem Umfang für die Vermarktung der För-
dermaßnahme an: 30.000 Euro im ersten Jahr sowie 10.000 Euro je Folgejahr.
Die Kosten für den Radwegeausbau sind bei den Maßnahmen 3.1, 3.2 und 3.4
enthalten.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Einrichten von Güterverteilzentren oder Microdepots in der Inne nstadt bzw.
den in das System einbezogenen Stadtteilzentren wäre vorteilhaft.
Flankierende Maßnahmen:
Konsequentes Ahnden von Kfz-Parken (auch des Lieferverkehrs) auf Rad- und
Fußwegen und in zweiter Reihe.
4 Link zum Merkblatt für die Antragstellung: https://fms.bafa.de/BafaFrame/kleinserien ;
zuletzt geöffnet 19.04.2018
Steckbrief M5.1 5
Green City Masterplan Köln
Zufahrtmöglichkeit für die Lastenräder zu Fußgängerzonen.
Steckbrief M5.2 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 5.2: Förderung emissionsarmer
bzw. emissionsfreier Lieferverkehr - Mikrodepots
Beschreibung der Maßnahme:
Entwicklung eines stadtverträglichen, ökologisch und ökonomisch sinnvollen
Anlieferungsmodells für die Stadt Köln durch eine veränderte Lo gistik auf der
letzten Meile. Alternative Zustellkonzepte unter Einsatz von Mi krodepots wer-
den z.B. durch die Bereitstellung von Logistikflächen, die Sich erung der Zu-
und Abfahrtsmöglichkeiten zu den Mikrodepots, Unterstützung und Begleitung
der Organisation etc. gestärkt. Intensive Gespräche mit Kurier- u n d P a k e t -
diensten (KEP-Dienste) sind schon erfolgt.
Dabei sollen die Pakete von einem Mikrodepot aus mit Sackkarren u n d
(elektrisch unterstützen) Lastenrädern feinverteilt werden. Die L i e f e r u n g d e r
Pakete zum Mikrodepot erfolgt im Idealfall durch einen E-Lkw.
Potentielle Mikrodepots können ehem. Kioske, Container, nicht g enutzte Hin-
terhöfe oder Teile nicht genutzter Ladenflächen, kleine Ladenlokale, Garagen,
Parkhäuser u.v.m. sein. Die Anforderungen an ein Mikrodepot stellen sich zzt.
wie folgt dar1:
Befestigte Fläche
Je Dienstleister ca. 50m² (Minimum)
(20m² Container + Fläche für Lastenrad + Abstellfläche 7,5t Lkw)
Stromanschluss, Sanitäranlagen
Lademöglichkeit E-Fahrzeug
Be- und Entladezone/Stellplatz E-Fahrzeug + Rangierfläche für jeden Nut-
zer
Abtrennbare/getrennte abschließbare Bereiche für die einzelnen Dienstleis-
ter
Für 7,5t-Fahrzeug erreichbar (freie An- und Abfahrt)
Ausreichende Türbreiten
(Lastenfahrräder beachten)
Die Anforderungen an die Flächen und Wege zur Ver- und Entsorgu ng von
Mikrodepots sollten zukünftig bei der Erstellung städtebaulicher Entwicklungs-
konzepte berücksichtigt werden. Mit Rücksicht auf den starken D ruck auf die
1 Die Anforderungen wurden seitens der Unternehmen in den Facha rbeitsgruppen „Wirt-
schaftsverkehr“ der Stadt Köln zusammengestellt.
Steckbrief M5.2 2
Green City Masterplan Köln
Flächen und den besonderen Anforderungen an die städtebauliche Dichte ist
der Flächenbedarf sorgfältig abzuwägen.
Ziel der Maßnahme ist eine weitestgehend emissionsfreie Zustellung im KEP-
Bereich auf der letzten Meile.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die Maßnahme steht ggf. in Konkurrenz zu lokalen Güterverteilze ntren. Es ist
eine Koordinierung der Maßnahmen erforderlich.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Seitens der Stadt Köln ist die Aufstellung von Containern im Innenstadtbereich
aus Gründen der Stadtgestaltung und der hohen Flächenkonkurrenz im öffent-
lichen Straßenland unerwünscht. Ein solches Mikrodepot kann led iglich im
Rahmen eines Pilotprojektes für einen beschränkten Zeitraum ein gerichtet
werden.
Der Erwerb bzw. die Anmietung von Immobilien ist gerade in der Innenstadt
sehr kostenintensiv.
Mikrodepots, die lieferantenübergreifend genutzt werden, sind e ffektiver aber
schwierig zu organisieren.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Aufgrund der schon erfolgten Gespräche der Stadt Köln mit den KEP-Diensten
wird davon ausgegangen, dass 4 – 6 KEP-Dienste zurzeit an der Nutzung von
Mikrodepots in der Stadt Köln interessiert sind. In einer erste n Ausbaustufe
könnte durch die Einrichtung von rund 13, zum Teil von mehreren Dienstleis-
tern gemeinsam genutzten, Depots in der Kölner Innenstadt rund 27 Zustell-
touren (Fahrten mit Diesel-Lieferfahrzeugen durch die Zustellbezirke) – in dem
in Bild 1 dargestellten Bereich – ersetzt werden. Voraussetzung hierfür ist die
Bereitstellung geeigneter Flächen.
Die innerhalb der Zustellbezirke bisher gefahrene Strecke liegt je Zustelltour
zwischen 20 und 30 km am Tag. Das Mittel der Unternehmensangabe n liegt
bei rund 30 km/Tag. Die Zufahrtsstrecke vom Hauptdepot zum Zust ellbezirk
und zurück kann im Durchschnitt mit etwas mehr als 50 km/Tag angesetzt wer-
den.
Steckbrief M5.2 3
Green City Masterplan Köln
Bei 250 bis 300 Tagen mit Zustellungen pro Jahr ergibt sich ein e eingesparte
Lkw-Fahrleistung in den Zustellgebieten der Kölner Innenstadt von ca. 36.800
Lkw-km/Jahr. Die im Grunde diese Strecke im Stop&Go fahrenden Zustellfahr-
zeuge hätten rund 242 kg NOx/Jahr erzeugt, das durch die emissionsfreie Zu-
stellung (Lastenräder, fußläufig) nun eingespart wird. Wird auc h die Beliefe-
rung der Mikrodepots auf E-Lkw umgestellt, können weitere rund 165 kg
NOx/Jahr eingespart werden. Für die erste kurzfristige Umsetzun gsstufe liegt
das Einsparpotential somit bei rund 406 kg NOx/Jahr.
Bild 1: Bereich der ersten Ausbaustufe zur Einrichtung von ca. 13 Mikrode-
pots in der Kölner Innenstadt
Mittelfristig ist die Erweiterung des Konzeptes auf andere Stadtbereiche denk-
bar. Die Firmen haben hier insbesondere Neustadt-Süd, Neustadt-Nord, Niehl,
Deutz inkl. Poll, Ehrenfeld, Belgisches Viertel und Nippes gena nnt. Mit 8 wei-
Steckbrief M5.2 4
Green City Masterplan Köln
teren Depots wären dann weitere 255 kg NOx/Jahr einzusparen. Die mittelfris-
tig erreichbare Einsparung für Köln wird damit auf rund 660 kg NOx/Jahr ge-
schätzt.
Das Potential für die gesamte Stadt Köln ist um ein Vielfaches größer. Nach
einer Studie von KE-Consult2 liegt das Sendungsaufkommen in der Stadt Köln
bei 45 Mio. KEP-Sendungen pro Jahr. Davon sind rund 6 Mio. Zustellungen auf
den Stadtbezirk Innenstadt bezogen. Bei 150 bis max. 200 Sendungen je Tour
eines Zustellfahrzeugs ergeben sich somit für Köln rund 270.000 Touren, für
die Innenstadt rund 35.000 Touren.
Nach internen Berechnungen im Rahmen einer Studie der TH Nürnbe rg zum
Mikro-Depot-Konzept in Nürnberg 3 können etwa 30% der Pakete durch Las-
tenräder ausgeliefert werden. Somit könnte bei der Ausweitung d es Projektes
auf alle Paketdienste und die gesamte Fläche für die Kölner Innenstadt gegen-
über dem zzt. angesetzten mittelfristigen Ziel die 4 bis 5-fach e Einsparung an
Fahrleistung bzw. NOx erreicht werden. Für die gesamte Stadt Kö ln ergäbe
sich ein Faktor von rund 20.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung der Maßnahme ist in den ersten Stufen insbesondere auf Bereiche
beschränkt. Mit stärkerem Ausbau erfolgt eine gesamtstädtische Wirkung.
In der ersten Ausbaustufe wird die Wirkung als gering eingeschätzt. Sofern die
Maßnahme schnell wächst und das Potential weitgehend ausgeschöp ft wird,
kann sich eine mittlere Wirkung einstellen.
Eine besondere Wirkung auf bestimmte Hot-Spots ist nicht zu erwarten.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Sofern die Stadt Köln sich an den Kosten für die Mikrodepots beteiligt, wird von
200 bis 400 €/Monat je Depotnutzer/Logistiker ausgegangen. Unte r der Vo-
raussetzung, dass sich im Durchschnitt vier Logistiker an einem Mikrodepot
beteiligen, liegen für die mittelfristig veranschlagten 21 Depots die Kosten so-
2 Urbane Logistik; Vortrag auf dem 8. Logistikforum der Stadt K öln am 16.11.2017; KE-
Consult Kurte & Esser GbR Wirtschafts- und Verkehrsberatung
3 Pilotprojekt zur Nachhaltigen Stadtlogistik durch KEP-Dienste mit dem Mikro-Depot-
Konzept auf dem Gebiet der Stadt Nürnberg; Erstellt von Prof. D r.-Ing Bogdanski, Ma-
rius Bayer und Markus Seidenkran z; gefördert durch das Bayerisc hen Staatsministe-
rium des Inneren, für Bau und Verkehr, der IHK Nürnberg für Mit telfranken und dem
Wirtschaftsreferat der Stadt Nürnberg
Steckbrief M5.2 5
Green City Masterplan Köln
mit bei rund 300.000 €/Jahr. Dabei nicht berücksichtigt sind Kosten für die Er-
tüchtigung der Fläche bzw. der Immobilie, welche sehr stark von Standort ab-
hängen und aus diesem Grunde hier nicht abgeschätzt werden können.
Hinzu kommen Personalkosten für die Betreuung durch die Stadt Köln in Höhe
von ca. 40.000 €/Jahr, damit das Konzept weiter vorangetrieben bzw. auf ho-
hem Niveau erhalten werden kann.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Kosten sind als gering einzustufen.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
–
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M5.3 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 5.3: Güterverteilzentren
Beschreibung der Maßnahme:
Die Maßnahme Güterverteilzentrum basiert auf dem Konzept „Binnenstadtser-
vice“ aus den Niederlanden. Die Geschäfte können ein städtische s Sammel-
und Verteilzentrum als Lieferadresse angeben. Von dort aus wird eine konso-
lidierte Belieferung durchgeführt sowie Verpackungen, leere Behälter u.a. wie-
der mitgenommen. Die Kunden des Service zahlen dafür eine monatliche Ge-
bühr. Dabei ist es wichtig, dass der Empfänger der eigentliche Kunde ist und
nicht der Logistikdienstleister. In Nimwegen startete der Service mit 20 Einzel-
händlern und hatte nach einem Jahr bereits 100 Kunden. Das Konzept wird in
diversen Städten (gem. Angabe der Webseite 14 Städte, z.B.: Amsterdam und
Rotterdam) in den Niederlanden praktiziert1.
In Abgrenzung zu den Mikrohubs ist liegt der Schwerpunkt auf pa lettisierter
Ware bzw. Ware in standardisierten Transporthilfsmitteln wie Ro llwagen o.ä.
Ein Konsolidierungspunkt für solche Waren erfordert im Vergleich zu Mikrode-
pots einen höheren Flächenbedarf sowie aufgrund höherer Sendungsgewichte
und -volumen auch eine Anlieferung durch (größere) Lkw. Güterverteilzentren
verfügen idealerweise über eine eingehauste Anlieferung.
Um diese Maßnahme umzusetzen, wird die Stadt Köln Flächen suche n und
dort die Voraussetzungen schaffen, dass Güterverteilzentren eingerichtet wer-
den können. Neben der direkten Bereitstellung von Flächen bzw. Immobilien
ist ggf. an einigen Standorten die Schaffung der erforderlichen rechtlichen Rah-
menbedingungen nötig (Baurecht, Anpassung von Gebietstypen, Ber ücksich-
tigung in der Bauleitplanung).
Kriterien zur Auswahl der Flächen für Güterverteilzentren sind:
Ausreichende Flächengröße
Abhängig vom angestrebten Zielbezirk und der beteiligten Firmen /Händler.
Die Größe muss durch eine vorangehende Machbarkeitsstudie abgeschätzt
werden.
Gute Erreichbarkeit von außerhalb
- Wenig stauanfällige Zu-/Abfahrt
- Wenig empfindliche Strecken hi nsichtlich der Gebietsnutzung
Gute Zuordnung zum Zielbereich
1 http://www.binnenstadservice.nl /; zuletzt besucht 27.06.2018
Steckbrief M5.3 2
Green City Masterplan Köln
- Nicht zu weit vom Zie lbereich entfernt
Möglichkeit neben E-Lkw auch Lastenräder einzusetzen oder die A bho-
lung durch Geschäftsleute ggf. zu Fuß zu etablieren.
Weiterhin ist eine Anschubfinanzierung zur Beschaffung umweltfr eundlicher
Lieferfahrzeuge vorgesehen.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Die konsolidierte Belieferung vom Güterverteilzentrum zum Kunde n kann
durch Lastenfahrräder (Steckbrief M 5.1) oder Elektrofahrzeuge (Steckbrief M
4.6) durchgeführt werden. Erst in dieser Kombination entfaltet die Maßnahme
eine Wirkung bei der Schadstoffreduktion. Die Belieferung des Z ielbereiches
mit Kfz mit Verbrennungsmotor bietet nicht den gewünschten Reduktionseffekt
bezüglich NOx.
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
Mangelnde Kooperationsbereitschaft der Empfänger (z.B. des Einzelhandels).
Mangelnde Bereitschaft der liefernden Firmen (z.B. KEP-Dienstleister) könnte
durch eine direkte Bestellung zur neuen Lieferadresse des Verteilzentrums ggf.
umgangen werden.
Mangelnde Flächenverfügbarkeit für oder mangelndes Kapital zur Bereitstel-
lung (Erwerb / Anmietung) von Flächen/Immobilien für das/die Ko nsolidie-
rungszentrum/-zentren.
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Im Rahmen der COST-Aktion 321 2 wurde eine sehr ähnliche Maßnahme un-
tersucht (Güterverteilzentrum (GVT) / City-Terminal). Dort wurde eingeschätzt,
dass rund 40% der auf die Innenstadt bezogenen Andienungen über ein GVT
umgeleitet und so effektiver abgewickelt werden können. Bezügli ch der Lkw-
Fahrleistung ergab sich im Mittel keine Reduktion in der Innenstadt, da die Be-
lieferung mit kleinen Fahrzeugen den Effekt der Bündelung wiede r aufhebt.
Durch Bündelungseffekte bei der Bedienung des GVT ergeben sich im Umland
2 Ingenieurgruppe IVV (1999); Stadtverträglicher Güterverkehr – Ermittlung von Maßnah-
menwirkungen zur umweltfreundlichen Führung des Güterverkehrs in städtischen Stra-
ßennetzen; Forschungsbereich im Rahmen der COST-Aktion 321
Steckbrief M5.3 3
Green City Masterplan Köln
geringfügige Fahrleistungseinsparungen. Es muss jedoch festgeha lten wer-
den, dass die Ergebnisse über die untersuchten Modellstädte deutlich streuen.
Es ist davon auszugehen, dass die Lage des GVT eine bedeutende Rolle
spielt.
Seinerzeit wurde nur eine minimale Reduktion des Kraftstoffverbrauchs festge-
stellt. Da heutzutage jedoch davon ausgegangen werden kann, das s bei der
Innenstadtbelieferung vom GVT auch (oder vornehmlich) Fahrzeuge mit Elekt-
romotor, zumindest mit weniger NOx-Ausstoß, oder auch Lastenräd er einge-
setzt werden können, sollte eine Reduktion der NOx-Belastung erreichbar sein.
Eine weitere, im Rahmen der COST-Aktion betrachteten Maßnahme i st die
„Kooperation von Händlern – Einrichtung von Ladehöfen“. Auch hi er erfolgt –
ähnlich wie bei den Modellvorhaben in den Niederlanden – ein Zu sammen-
schluss von kleineren und mittleren Betrieben des Einzelhandels zur Einrich-
tung von Ladehöfen. Anstelle der Belieferung jedes einzelnen Händlers erfolgt
eine gebündelte Lieferung zum Ladehof. Ähnlich wie bei den Güte rverteilzen-
tren wurde auch hier davon ausgegangen, dass rund 40% der auf die Stadtteil-
zentren ausgerichteten Fahrten effektiver werden (z.B. eine Auslastungsdefizit
von 20% auf 5% reduziert werden kann). Bezogen auf die Innensta dt ergab
sich eine Reduktion der Lkw-Fahrleistung um 2,5%. Die Gesamtstadt profitiert
von einem Rückgang der Lkw-Fahrleistung um rund 0,65%. Bei dieser Ausprä-
gung der Maßnahme wurde davon ausgegangen, dass die Ladehöfe sehr nahe
bei den Geschäften liegen. Dadurch liegt der Effekt hauptsächli ch in der Bün-
delung der Belieferung mehrerer Läden auf einen Punkt.
In Enschede und Amsterdam (bis 2016 auch in Utrecht) werden ein e Art GVT
in Kombination mit E-Lkw betrieben. Die Belieferung einiger Ziele in der Innen-
stadt erfolgt von dort aus mit E-Lkw (Cargohopper), die durch, auf dem Fahr-
zeugdach installierte Solarzellen besonders umweltfreundlich fahren3.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Die Wirkung für den so von Lieferfahrzeugen mit Dieselbetrieb entlasteten Be-
reich wird mit gering bis mitte l eingestuft, sofern eine bedeutende Anzahl von
3 Die Ladezone im Blick – Anforderungen an die Güterversorgung in Köln und Lever-
kusen; Erstellt von KE-Consult – Kurte & Esser GbR im Auftrag der IHK zu Köln, Januar
2018 – Seite 59; (Anmerkung: In Utrecht wurde der Betrieb des C argohopper Ende
2016 (zumindest zeitweilig) eingestellt.
http://www.mowin.net/fileadmin/mowin/dokumente/Logistik-
Tag/2014_06_25/Bert_Roozendaal_-_Implementierung_eines_Zero_Emission_Citylo-
gistikkonzeptes_in_Amsterdam.pdf; Zuletzt aufgerufen: 26.06.2018
Steckbrief M5.3 4
Green City Masterplan Köln
den ansässigen Firmen zur Kooperation bewegt werden kann. Für die Gesamt-
stadt wird die Wirkung eher gering sein.
Es dürfte schwierig sein, ein solches Projekt kurz bis mittelfr istig aufzusetzen.
Eine geeignete Fläche, für die ggf. erst ein (vorhabenbezogener) B-Plan erstellt
werden muss, zu finden und eine Kooperation von teilnehmenden H ändlern
einzuwerben wird nicht einfach.
Vor dem Hintergrund der aufwändigen Organisation und der im Gru nde kon-
kurrenzierenden Maßnahme der Mikrodepots, erfolgt die Einstufun g des Wir-
kungspotentials bezüglich der NOx-Einsparung als gering.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Für den Aufbau des Service in den Niederlanden war eine Anschub finanzie-
rung über vier Jahre hinweg notwendig, bis der Service tragfähi g wurde. Die
Höhe der Anschubfinanzierung ist nicht bekannt.
Cargohopper wurde in Utrecht 2016 wohl aufgrund fehlender Subve ntion ein-
gestellt4.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Die Suche von Flächen sowie das Einwerben der teilnehmenden Firmen erfor-
dert Kosten in geringer Höhe (50.000 – 199.000 €).
Die tatsächliche Etablierung des Systems mit Bereitstellung der Flächen inkl.
einer Anschubfinanzierung ggf. für entsprechende Fahrzeuge wird Kosten zu-
mindest im mittleren Bereich (200.000 – 499.000 €) erzeugen.
Um den Fortbestand der Maßnahme zu sichern, ist Personaleinsatz erforder-
lich. Jährliche Kosten hierfür werden auf 30.000 Euro geschätzt.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Kooperation von Einzelhändlern, um eine kritische Masse für die Umsetzung
zu erreichen
Anschubfinanzierung notwendig
Einzelhändler zahlen für value-added Services
(Unter dem Strich kann es jedoch zur Kostenreduktion bei den Hä ndlern
führen)
4 https://www.rtvutrecht.nl/ni euws/1545368/milieuproject-cargohopper-verdwijnt-ge-
ruisloos.html; zuletzt aufgerufen: 27.06.2018
Darin angegeben: Unterstützung 2009: 160.000 € sowie darauf noch einmal 80.000 €
Steckbrief M5.3 5
Green City Masterplan Köln
Betreiber muss gefunden werden
Flächen/Immobilien für Güterverteilzentren suchen und nutzbar machen
Die Lage ist sorgfältig auszuwählen, um Fahrleistungszuwächse zu vermei-
den
Flankierende Maßnahmen:
–
Steckbrief M5.4 1
Green City Masterplan Köln
Maßnahme Nr. 5.4: Förderung emissionsarmer
bzw. emissionsfreier Lieferverkehr – Konzeption
und Errichtung eines regionalen Hub- and Spoke
Systems für die Rheinhäfen (Bahn-Shuttle als
Lkw-Ersatz)
Beschreibung der Maßnahme:
Realisierung von Lkw-Ersatzverkehren auf der Schiene mit Quelle und Ziel
linksrheinischer Binnenhäfen und rechtsrheinischen Industrie- und Handelsun-
ternehmen als Empfänger/Absender.
Zurzeit ist noch unklar, wie die Stadt Köln diese Maßnahmen fördert.
Denkbar wäre eine Einflussnahme auf die Abfertigungsgebühren in den Häfen.
Container, die zwischen Schiff und Bahn umgeladen werden, werden mit einer
niedrigeren Gebühr belegt als der Umschlag vom/zum Lkw.
Quelle:
Runder Tisch – Luftreinhalteplanung
Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen:
Umgehung der „Brückenproblematik“; Entlastung des Straßenverkeh rs, Ein-
sparung von CO2-Emissionen und Feinstaub
Umsetzungsrisiko / Konfliktpotenzial:
–
Grundlagen der Wirkungsabschätzung:
Im Rahmen einer Studie wird zurzeit die Möglichkeit zur Verlagerung von Ver-
kehren zwischen den Rheinhäfen Köln-Niehl und Neuss und dem Umland von
der Straße (Lkw) auf die Schiene (Güterzüge) geprüft. Dabei werden nicht nur
die bestehenden Verkehre zwischen den Häfen und den Industriest andorten
betrachtet, sondern auch mögliche Verlagerungen von bisherigen Lkw-Verkeh-
ren zwischen den ZARA-Häfen 1 und den betrachteten Industrieregionen auf
gebrochene Transporte zwischen den ZARA-Häfen und den Rheinhäfen Köln-
Niehl und Neuss per Schiff und von dort weiter mit der Bahn zu den Industrie-
regionen.
1 ZARA-Häfen: Zeebrugge, Antwe rpen, Rotterdam, Amsterdam
Steckbrief M5.4 2
Green City Masterplan Köln
Projektpartner in der durch Planco sowie dem TÜV Rheinland Intertraffic durch-
geführten Studie2 sind:
CTS Container Ter minal GmbH Köln
KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH
RheinCargo GmbH & Co. KG
IHK Mittlerer Niederrhein
IHK Siegen
IHK Köln (Projektkoordination).
Im Rahmen der Prüfung wurden lediglich die folgenden Zielregion en als loh-
nend identifiziert:
Limburg
Geschätztes Verlagerungspotential: 10.200 Lkw-Fahrten/Jahr (5.1 00 Lkw-
Fahrten je Richtung)
Siegen-Kreuztal.
Geschätztes Verlagerungspotential: 9.600 Lkw-Fahrten/Jahr (4.80 0 Lkw-
Fahrten je Richtung)
Die Beziehungen zu weiteren Regionen wurden zwar geprüft, sind jedoch hin-
sichtlich des (hafenbezogenen) Güterverkehrsaufkommens bzw. des Betriebs-
aufwandes nicht wirtschaftlich zu betreiben.
Für Köln entlastend wirkt die Maßnahme durch den Ersatz von Lkw -Fahrten
vom und zum Hafen Köln-Niehl durch Bahnverkehre. Insbesondere kurze Ver-
bindungen zur A3 verlaufen über die Mülheimer Brücke und damit durch stark
belastete Stadtbereiche. Dies betrifft besonders den Clevischen Ring in Köln-
Mülheim3.
Beide in der Studie als lohnend identifizierten Ziele liegen re chtsrheinisch im
Westen (Kreuztal; erreichbar über die A4) bzw. Südwesten Kölns (Limburg;
erreichbar über die A3). Wenn diese Verkehre nicht auf der Stra ße, sondern
auf der Schiene abgewickelt werden, ergibt sich zwischen dem Ha fen Niehl
und der A3 eine Entlastung von rund 19.800 Lkw-Fahrten/Jahr, die auch die in
2 Die Studie zur Verlagerung von Lkw-Verkehren mit Bezug zum Ha fen Niehl auf die
Schiene ist zurzeit noch in der Bearbeitung. Die hier verwendeten Ergebnisse sind spe-
ziell für diesen Steckbrief vorab übergeben worden. Die Studie soll Ende 2019/Anfang
2020 fertiggestellt werden.
3 Zurzeit werden auch Fahrten von/zu nordöstlich gelegenen Ziel en, die normalerweise
über die wenig empfindliche Industriestraße zur A1 abgewickelt werden aufgrund der
Sperrung der Leverkusener Brücke über die Mülheimer Brücke und den Clevischen
Ring abgewickelt.
Steckbrief M5.4 3
Green City Masterplan Köln
Köln am höchsten mit NOx belastete Messstelle am Clevischen Ring entlasten.
Die eingesparte Fahrleistung auf Kölner Stadtgebiet liegt bei ca. 284.000 Lkw-
km/Jahr. Die mögliche Einsparung an NOx-Emission wird auf ca. 2 48 kg/Jahr
geschätzt.
Aufgrund der weiteren durchaus beachtlichen Transportstrecke vo n weiteren
rund 75 km bis Kreuztal bzw. ca. 100 km bis Limburg ergibt sich ein zusätzli-
cher globaler Entlastungseffekt.
Allgemein entlastend wirken auch die eingesparten Lkw-Fahrten, die über den
Autobahnring Köln passieren. Sofern sich die Verbindung etabliert, ist denkbar,
dass in Zukunft auch Lkw-Fahrten die bisher direkt von den ZARA-Häfen nach
Kreuztal oder Limburg fahren dann per Schiff zum Hafen Niehl un d von dort
weiter mit der Bahn zum Ziel transportiert werden. Aufgrund der gegenüber der
täglichen Belastung auf den Autobahnen geringen Lkw-Menge ist d er Entlas-
tungseffekt in der Stadt voraussichtlich kaum messbar, für die globale Schad-
stoffbelastung ist das Entlastungspotential aufgrund der langen Transportweite
sehr positiv zu werten.
Wirkungsabschätzung (Bewertung):
Für die Stadt Köln insgesamt ist die Entlastung gering. Da mit der Maßnahme
lokal jedoch die Messstelle mit den höchsten Überschreitungen d es NOx-
Grenzwertes entlastet wird, ist die Maßnahme empfehlenswert.
Grundlagen der Kosteneinschätzung:
Die Machbarkeitsstudie soll Aussagen zur Wirtschaftlichkeit des Projekts ge-
ben. Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen die oben genannten Strecken kostende-
ckend betreibbar.
Kosteneinschätzung (Bewertung):
Kosten für die Stadt Köln sind zzt. nicht bekannt.
Die Kosten für die Stadt Köln werden als sehr gering eingestuft , da die Maß-
nahme im Grunde durch die Betreiber finanziert wird. Für die St adt Köln kom-
men Kosten zur Betreuung und ggf. weiteren Akzeptanzwerbung in Frage.
Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für die Umsetzung:
Wirtschaftlichkeit des Projekts; falls nicht: Subventionierung notwendig
Flankierende Maßnahmen:
–
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2637/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 24.08.2018
- Erstellt
- 08.08.2018 12:27