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2221/2023

Beantwortung einer Anfrage zum Thema "Kinderschutz im Stadtbezirk"

Beantwortung einer Anfrage (BV) 17.07.2023

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 14.08.2023, TOP 7.1.8

Beantwortung einer Anfrage (BV)

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Beantwortung einer Anfrage (BV)

8426 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
IV/512/2 
 
Vorlagen-Nummer 
 2221/2023 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 14.08.2023 
 
Beantwortung einer Anfrage zum Thema "Kinderschutz im Stadtbezirk" 
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen wird immer wichtiger. Dies zeigen steigende Vor-
kommnisse von sexueller Gewalt, physischer Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen als auch 
unter Kinder und Jugendlichen. 
In diesem Kontext stellt die SPD-Fraktion der BV Mülheim folgende Fragen: 
1. Welche Angebote im Rahmen des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes stehen im 
Stadtteil zur Verfügung? Wieviel Kinderschutzfälle sind der Stadt im Jahr 2022 bekannt ge-
worden? 
2. Wie viele Fachkräfte der Sozialen Arbeit, sind unabhängig ihres Rechtsauftrages (Schulso-
zialarbeit, Fachkräfte in der Schuleingangsphase, Multiprofessionelle Teams, Integrationshel-
fer, insoweit erfahrene Fachkraft, u.a.m.) und ihres Anstellungsverhältnisses (Land/Kom-
mune/freie Träger) im Stadtteil im Kontext des Kinderschutzes aktiv? (Bitte nach Auftrag und 
Anzahl und Stellenanteil auflisten) 
3. Welche Beratungsangebote und pädagogische Projekte werden im Raum Jugendarbeit, 
des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes und Schule angeboten (stadtortspezifische, 
kommunale, landes- oder bundesweite Programme)? 
4. Wie werden die im Kinderschutz nicht geschulten Fachkräfte und die Erziehungsberechtig-
ten im Kontext des Kinderschutzes eingebunden? 
 
 
Die Jugend- und Schulverwaltung dankt der Bezirksvertretung für ihr Interesse an diesem be-
deutsamen Thema und nimmt aufgrund der umfänglichen und übergreifenden Einzelfragen 
eine Beantwortung nach thematischen Schwerpunkten wie folgt vor. Die Beantwortung be-
zieht sich auf die von Seiten der Jugend- und Schulverwaltung umgesetzten bzw. geförderten 
Angebote, da diesbezüglich eine Auskunft erteilt werden kann:  
 
Kinderschutzfälle 2022:  
Im Jahr 2022 gingen im Bezirksjugendamt Mülheim 819 Mitteilungen über eine mögliche Kin-
deswohlgefährdung in laufenden Fällen oder Neufällen ein, die in der Folge vom Allgemeinen 
Sozialen Dienst und dem Gefährdungsmeldungssofortdienst bearbeitet wurden. In wieweit 
aus diesen Mitteilungen tatsächliche Kindesschutzfälle resultieren, wurde statistisch nicht er-
fasst und ist rückblickend nicht auswertbar.  
 
Intervenierender Kinder- und Jugendschutz:  
Das kommunale Jugendamt hat die Verantwortung, den Schutz von Kindern und Jugendli-
chen sicherzustellen und Gefährdungsfälle zu bearbeiten.  
Hier sind der Allgemeine Soziale Dienst und der Gefährdungsmeldungssofortdienst tätig.  
Im Bezirksjugendamt Mülheim gibt es 40,75 Personalstellen im Allgemeinen Sozialen Dienst 
sowie 8,75 Stellen im Gefährdungsmeldungssofortdienst.

2 
 
Nicht geschulte Fachkräfte haben die Möglichkeit sich beim Gefährdungsmeldungssofort-
dienst anonym beraten zu lassen. Zudem besucht der Gefährdungsmeldungssofortdienst re-
gelmäßig die Schulen und Kitas im Bezirk, um sich auszutauschen und zu informieren. 
Erziehungsberechtigte werden in eine Gefährdungseinschätzung gemäß des §8a Absatz 1 
SGBVIII einbezogen, sofern das Kindeswohl hierdurch nicht gefährdet ist. 
 
Präventiver Kinder- und Jugendschutz:  
Präventiver Kinder- und Jugendschutz ist darauf ausgerichtet, möglichst frühzeitig ein breit ge-
fächertes Angebot an Unterstützungs- und Beratungsleistungen für Kinder, Jugendliche und 
Familien zur Verfügung zu stellen und somit Resilienz zu stärken und Gefährdungslagen zu 
vermeiden.  
Folgende kommunal geförderten Angebote, die den präventiven Kinder- und Jugendschutz 
unterstützen, werden im Stadtbezirk Mülheim vorgehalten:  
 
Jugendeinrichtungen:  
- August-Bebel-Haus (Krahnenstr.1) 
- Jugend- und Nachbarschaftshaus Bodestraße (Bodestr. 18) 
- Jugendladen Mülheim (Keupstr. 93) 
- Jugend- und Nachbarschaftshaus am Donewald/ Henry´s Hope (Auguste-Kowalski-
Str. 84a)  
- Don-Bosco-Club (Tiefenthalstr. 38) 
- Jugendhaus Treffer (Guilleaumestr. 16) 
- Jugend- und Gemeinschaftszentrum Salamander (Johannesweg 5c) 
- Kinder- und Jugendtreff Picco (Piccoloministr. 528) 
- Jugendzentrum Pauline (Paulinenhofstr. 32) 
- Jugendzentrum digital/ Jugendpark (Sachsenbergstr.) 
- Area 51 (Galileistr. 8) 
- Jugendeinrichtung TeeNTown (Ulitzkastr. 34) 
- Offene Tür Haus der Jugend (Lippeweg 29) 
- Offene Tür Support 51 (Charlierstr. 11a) 
- Kölner Selbsthilfe e.V./Rixdorfer Str. (Rixdorfer Str. 52) 
- Lobby für Mädchen: Mädchenzentrum I (Buchheimer Str. 56) 
- OT St. John (Ricarda-Huch-Str. 5a) 
Die Jugendeinrichtungen sind mit bis zu 3,5 Personalstellen ausgestattet.  
 
Jugendtreffs:  
- DellChill (Grafmühlenweg 4) 
- Jugendtreff HKS51 (Heinz-Kühn-Str. 41) 
 
Jugendwerkstätten: 
- Jugendwerkstatt und Schulmüdeneinrichtung (Stegerwaldsiedlung/Pfälzischer Ring, 
100-102) 
- Jugendwerkstatt und Schulmüdeneinrichtung (Berliner Str. 31-33) 
- 2 Jugendberatungsstellen im Übergang Schule-Beruf (Stegerwaldsiedlung/Pfälzischer 
Ring 100-102) 
 
Familienhäuser: 
Es handelt sich um niedrigschwellige sozialraumorientiertes Angebote, welche in enger Ko-
operation mit dem Bezirksjugendamt Mülheim durchgeführt werden. 
- Familienladen Buchforst (Dellbrücker Str. 34) 
- Buchheimer Treff „BuchT“ 
- Familienhaus Buchforst (Kasseler Str. 21) 
 
Familienberatungsstellen der durch das Land anerkannten Beratungsstellen: 
- CSH Familienberatungsstelle (Knauffstraße 14) 
 
Zweigstelle der städtischen Familienberatung: 
Buchheimer Str. 64

3 
 
Angebote im Rahmen der „KinderWillkommen-Besuche“ (KiWi) für den Bezirk Mülheim 
 
Sozialraumorientierte Projekte in Federführung des Bezirksjugendamtes Mülheim:  
Dellbrück/ Holweide: 
- „Büro Drei60“ 
Es findet multifaktorielle Beratung statt, um dem Beratungs- und Unterstützungsbedarf im So-
zialraum zu entsprechen. Es wird Soforthilfe geleistet und/ oder die Beratende werden an die 
entsprechenden Institutionen angebunden. 
- „Mütter- Kinder-Spiele- und Beratungstreff“  
Eltern werden beim Einfinden in die Elternrolle und Meistern der Herausforderungen des All-
tags mit einem kleinen Kind unterstützt. Es wird ein niedrigschwelliges Angebot und Aus-
tausch mit anderen Eltern geboten.  
 
Höhenhaus/ Buchheim: 
- „Checkpoint Schäl Sick“ 
Strukturschwache Familien werden bei der Anbindung an vorhandene Institutionen und sozial-
räumliche Ressourcen unterstützt.  
- „Zusammen getrennt“ 
Eltern in Trennung werden befähigt, sich weiter an den Bedürfnissen ihrer Kinder zu orientie-
ren. 
 
Präventiver Kinder- und Jugendschutz in Schule:  
Schulsozialarbeiter*innen verfolgen einen kooperativen Kinder-und Jugendschutz mit allen pä-
dagogischen Mitarbeiter*innen an der Schule. Dabei gilt es, für Risikofaktoren zu sensibilisie-
ren, Gefahrenlagen frühzeitig zu erkennen und zu einem offenen Klima an der Schule beizu-
tragen. Fachkräfte der Schulsozialarbeit verstehen sich als Teil der Verantwortungsgemein-
schaft innerhalb eines kollektiven Schutzauftrages. 
Niederschwellige Angebote für Kinder und Jugendliche sind vor allem präventiv ausgerichtet. 
So gehört soziale Gruppenarbeit zu den Grundlagen der Schulsozialarbeit. In Kooperation mit 
Lehrkräften werden unterschiedliche Programme, wie z. B. Lions Quest oder schulübergrei-
fend ein Jugendschutzparcours durchgeführt, die der Stärkung der Persönlichkeit von Kindern 
und Jugendlichen dienen. Die Angebote und Maßnahmen beruhen auf den Grundsätzen der 
Freiwilligkeit und der Vertraulichkeit. 
Fachkräfte der Schulsozialarbeit, die auf Grundlage der Kölner Konzeption Schulsozialarbeit 
an Schulen durchführen, sind im Bezirk Mülheim an 2 Förderschulen, 2 Hauptschulen, 3 Real-
schulen, 4 Gymnasien, 5 Gesamtschul-Standorten, 2 Berufskolleg-Standorten und über Trä-
ger der freien Wohlfahrtspflege an 20 Grundschulen beschäftigt.  
Das Stellenvolumen beträgt bis auf wenige Ausnahmen jeweils 1,0 Vollzeitäquivalent. 
Darüber hinaus sind 2 Landesstellen MPT „Integration durch Bildung für neu zugereiste Schü-
ler*innen“ an 3 Schulen (1 Gymnasium, 1 Grundschule, 1 Hauptschule) eingesetzt.  
Die Fachkräfte „MPT-Stellen Inklusion“, Sozialpädagogische Fachkräfte in der Schuleingangs-
phase, Integrationshelfende verfolgen aufgrund differierender Erlasse und Rechtsgrundlagen 
besondere, oft in den Unterricht eingebettete sozialpädagogische Aufgaben. Über „Geld statt 
Stellen-Fachkräfte“ liegen der Fachdienststelle keine Informationen vor.

Beratungsverlauf (1)

14.08.2023 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 7.1.8 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (30)

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  • Straße 3
  • Straße 2
  • Straße 6

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Details

Aktenzeichen
2221/2023
Typ
Beantwortung einer Anfrage (BV)
Datum
17.07.2023
Erstellt
10.07.2023 18:49