V/0396/2018
Ergebnisbericht zur Zukunftswerkstatt Amelsbüren
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage1_Dokumentation_Zukunftswerkstatt_Amelsbueren
28106 Zeichen
1
Zukunftswerkstatt Amelsbüren | Dokumentation
des Beteiligungsprozesses und der Ergebnisse
Amelsbüren. Das Dorf. In Münster.
Wohnen und Leben in Münsters Parklandschaft
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
2
INHALT
3 Anlass und Aufgabenstellung
5 1. Zukunftswerkstatt, 21. September 2017
10 2. Zukunftswerkstatt, 23. Januar 2018
11 Handlungsfelder
12 Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge
18 Ergänzungen und Anmerkungen der Bürgerinnen und
Bürger zu den Handlungsfeldern
3
Amelsbüren, Münsters südlichster und flächenmä-
ßig größter Stadtteil, hat in den letzten Jahren ei-
nen Entwicklungsschub erlebt. Der über Jahrzehn-
te erhalten gebliebene dörfliche Charakter des
Stadtteils droht dabei verloren zu gehen. So ha-
ben das neue Gewerbegebiet Hansa- Business-Park
(seit 2010) und der Autobahnanschluss (seit 2014)
zwar die Anbindung Amelsbürens und damit sei-
ne Attraktivität als Wirtschafts- und Wohnstandort
deutlich verbessert. Durch die Ausbreitung des In-
dustriegebiets besteht jedoch zum einen die Ge-
fahr, dass Amelsbüren von einem Gewerbegürtel
„geschluckt“ wird – eine sorgältige gestalterische
Einbindung ist erforderlich. Zum anderen kommt
die Kaufkraft der neu hinzugewonnen Wohnbür-
ger dem ortsansässigen Einzelhandel nicht im er-
wünschten Umfang zugute, der Geschäftsbesatz
geht zurück. Eine Entwicklung, die jedoch nicht nur
auf ortsinterne Faktoren zurückzuführen ist, son-
dern auf allgemeine Tendenzen im Einzelhandel.
Die Versorgungsfunktion Amelsbürens ist zwar
nicht gefährdet, die Kaufkraftbindung aber ausbau-
fähig. Zugleich hat der Verkehr deutlich zugenom-
men und der Stadtteil hat sich stark ausgedehnt:
Anlass und Aufgabenstellung
Viele neue Wohngebiete wurden erschlossen (s.
S. 4). Das Bevölkerungswachstum hat zu einer teil-
weisen Anonymisierung der Stadtteilgesellschaft
geführt. Der soziale Zusammenhalt könnte gefähr-
det sein, wenn die Identifikation mit dem Stadtteil
– eine wichtige Bedingung auch für bürgerschaftli-
ches Engagement – nicht mehr als selbstverständ-
lich vorausgesetzt werden kann. Zudem war bei
vielen Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck ent-
standen, Amelsbüren übernehme immer mehr ge-
samtstädtische Aufgaben – als wichtiger Wohn-
und Gewerbestandort für die Gesamtstadt –, er-
halte dafür aber keine adäquate Gegenleistung.
So wurde zum Beispiel der Bau von Windenergie-
anlagen oder der Bau einer Forensik im Bereich
des Alexianer Krankenhauses in der Bürgerschaft
intensiv diskutiert.
In dieser Situation haben sich die Stadt Münster
und der Gewerbe- und Handwerkerverein Amels-
büren entschlossen, eine Zukunftswerkstatt für alle
Bürgerinnen und Bürger zu initiieren, um über die
Probleme, aber auch über die Chancen des Stadt-
teils offen zu diskutieren. Auf der Grundlage einer
städtebaulichen Bestandsaufnahme durch das
Dortmunder Planungsbüro Pesch & Partner hatten
die Bürgerinnen und Bürger in zwei Zukunftswerk-
stätten im September 2017 und im Januar 2018
die Möglichkeit, ihre Sorgen und Bedenken zu äu-
ßern und Ideen und Vorschläge zu artikulieren, wie
die Potenziale des Stadtteils erhalten und best-
möglich weiterentwickelt werden können. Die in
der ersten Zukunftswerkstatt am 21. September
2017 genannten Maßnahmenvorschläge wurden
gesammelt, gewichtet und in der zweiten Zu-
kunftswerkstatt am 23. Januar 2018 zu Leitlinien
und Handlungsfeldern konkretisiert. Erste Maßnah-
men und Prioritäten werden genannt, die dazu bei-
tragen werden, dass Amelsbüren auch in Zukunft
ein attraktiver Ortsteil im Süden Münsters bleibt.
4
Siedlungsentwicklung bis 1954
Siedlungsentwicklung bis 1968
Siedlungsentwicklung bis 1977 Siedlungsentwicklung bis 1995/1996
Siedlungsentwicklung bis 2014
Die Schaubilder zeigen die rasante Siedlungsentwicklung in
Amelsbüren von den 1950er Jahren bis heute
5
In der ersten Planungswerkstatt im September
2017 haben rund 120 Bürgerinnen und Bürger die
Möglichkeit genutzt, sich intensiv über die Zukunft
Ihres Stadtteils auszutauschen. Es wurde deutlich,
dass im allgemeinen eine hohe Zufriedenheit mit
dem Wohnstandort besteht, die Qualitäten Amels-
bürens aber durch die oben skizzierten unter-
schiedlichen Entwicklungen durchaus als gefährdet
angesehen wird.
Eine erste Diskussion verschiedener Aspekte der
Stadtentwicklung machte deutlich, wo nach An-
sicht der Bürgerinnen und Bürger dringender
Handlungsbedarf besteht. Im Fokus standen dabei
die Verkehrssitua tion und die Aufenthaltsqualität
des öffentlichen Raums.
1. Zukunftswerkstatt, 21. September 2017
Motorisierter Individualverkehr (MIV), öffentli-
cher Raum. Als unabdingbar wurde eine Reduzie-
rung der Verkehrsmenge und -geschwindigkeit ge-
sehen. Der Verkehr bedrohe die dörfliche Idylle
und damit die Identität Amelsbürens. Es gelte den
Verkehr zu entschleunigen, um die Aufenthalts-
und Gestaltungsqualität der Ortsmitte zu verbes-
sern, aber auch um die Sicherheit der Fußgänger
und Radfahrer zu gewährleisten. Ziel könnte es
sein, Tempo 30 flächendeckend im Ortskern einzu-
führen und über Radarkontrollen die Einhaltung
des Tempolimits zu sichern. Nur so könne die Auf-
enthalts- und Gestaltqualität der ortsbild- und
identitätsprägenden Mitte Amelsbürens rund um
die Kirche gesichert werden.
Die hohe Bedeutung des MIV – etwa für den Pen-
delverkehr zum Arbeitsplatz – wird nicht in Frage
gestellt, autoverkehrsfreie Bereiche werden nicht
gefordert. Jedoch wurde oft der Wunsch geäußert,
zumindest den Durchgangsverkehr zu reduzieren
und die städtebauliche Situation vor allem an der
Davertstraße, rund um die Kirche und an der Kreu-
zung Davertstraße/Otmarsbocholter Straße zu ver-
bessern. Es sollte überlegt werden, wie der Schwer-
lastverkehr weitest gehend aus dem Ortskern he-
rausgehalten werden könne. Im Mittelpunkt der
Planungen müsse Fußgängerfreundlichkeit stehen.
Die schmalen und in Teilen schrägen Bürgerstei-
ge entlang der Davertstraße wurden als nicht roll-
stuhl- bzw rollatorgeeignet bezeichnet. Absenkun-
gen oder niveau gleiche Pflasterungen könnten hier
für mehr Barrierefreiheit und Behindertengerech-
tigkeit sorgen. Der Straßenquerschnitt wird als zu
eng empfunden, um Busverkehr und Schwerlast-
verkehr in beiden Richtungen aufzunehmen. Aller-
dings wurde auch zur Kenntnis genommen, dass
ein Einrichtungsverkehr und eine Umfahrung der
Ortsmitte vermutlich nicht möglich sein werden.
Eine Umgehungsstraße entlang der Bahnlinie wur-
de diskutiert, kleinteiliges Straßenpflaster bzw.
Straßeneinbauten zur Verkehrsberuhigung der Da-
vertstraße empfohlen.
6
Auch weitere Straßen weisen nach Ansicht der
Bürgerinnen und Bürger Verkehrsprobleme auf.
So wird an der Südeinfahrt generell mit hoher Ge-
schwindigkeit gefahren, was eine Gefahr insbe-
sondere für Kinder der angrenzenden Wohnberei-
che darstelle. Aufgrund des Verkehrs werden vie-
le Schulwege für Kinder als gefährlich angesehen
(„Straße Zur Windmühle als Raserstraße“). Die Ver-
kehrsbelastung der Thierstraße habe stark zuge-
nommen. Die steigende Verkehrsbelastung durch
neue Wohngebiete müsse ortsverträglich aufgefan-
gen werden.
Positiv wurde vermerkt, dass genügend Stellplätze
im Ortskerne vorhanden sind und eine akute Park-
platzproblematik nicht besteht.
Radverkehr. Die Situation für den Radverkehr
wurde überwiegend als positiv eingeschätzt. So
gebe es zwar Gefahrenpunkte (Kreisverkehr), die
aber leicht entschärft werden könnten. Die Radwe-
ge wurden – trotz mancher Mängel, z. B. was die
Beleuchtung angeht – insgesamt als ausreichend
empfunden. Die Idee eines Radschnellwegs ent-
lang der Bahntrasse im Zuge des zweigleisigen
Streckenausbaus wird von den Bürgerinnen und
Bürgern weiterhin mit Interesse verfolgt. Der regio-
nale Radverkehr sollte nicht länger an Amelsbüren
vorbeifahren, sondern auch durch den Ort geführt
werden. Voraussetzung dafür seien attraktive Ziele
im Ortskern, z. B. mehr gastronomische Angebote.
ÖPNV: Bahn/Bahnhof. Der Zustand des Bahnhofs
und des Bahnhofsumfelds wurden stark kritisiert.
Der Bahnhof stelle in seiner derzeitigen Gestaltung
keinen würdigen Empfangsbereich dar. Er sei nicht
barrierefrei, wenig gepflegt, der gesamte Bereich
ungeordnet und wenig einladend. Gewünscht wur-
den bessere Beleuchtung des Zugangs, mehr Si-
cherheit, Fahrrradboxen und eine dauerhafte Pfle-
ge des Bereichs. Viele Defekte – etwa Uhr und Laut-
sprecheransage – seien ein Dauerproblem. Der
zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke wurde zwie-
spältig beurteilt. Zum einen ermögliche er eine
noch höhere Taktung der sehr guten Verbindung
nach Münster. Möglicher Güterverkehr könne aber
auch für eine höhere Lärmbelastung sorgen.
ÖPNV: Busverkehr. Die Taktung des Busverkehrs
wird als ausreichend empfunden. Belastungsspit-
zen durch den Schülerverkehr sollten aber besser
aufgefangen werden. In den Nachmittagsstunden
seien die Busse hingegen wenig ausgelastet. Eine
neue Führung des Busverkehrs wurde angeregt, so
könnte z. B. Einrichtungsverkehr innerorts die Auf-
enthaltsqualität des Bereichs um die Kirche erhö-
hen. Gewünscht wurde ein Ausbau der Verbindung
nach Loevelingloh (Linie 18) . Auch die Busver-
knüpfungen müssten überdacht werden. Die Über-
gangszeiten seien in einigen Fällen nicht praxisge-
recht.
1. Zukunftswerkstatt, 21. September 2017
7
Wohnen | Wohnumfeld. Amelsbüren, so der
Tenor der ersten Zukunftswerkstatt, könnte als Mo-
dell entschleunigten Wohnens dienen: Ruhig gele-
gen, in dörflicher, ländlicher Lage, aber zugleich in
direkter Nähe zur Stadtmitte Münsters – und mit
guten öffentlichen Verkehrsverbindungen und
Straßenanbindungen nach Münster, aber auch in
Richtung Ruhrgebiet. Kritisiert wurden fehlende
Wohnprojekte für ältere Menschen in zentraler
Lage, die eine attraktive Alternative zum Einfamili-
enhaus darstellen und es älteren Bewohnern er-
möglichen würden, an ihrem vertrauten Wohn-
standort zu verbleiben, wenn die Familien- und Be-
rufsphase abgeschlossen ist. Auch fehle außerhalb
des Einfamilienhausbereichs bezahlbarer Miet-
wohnraum für Jüngere, was zu Wegzügen führe. Ein
weiterer Kritikpunkt: das Fehlen einer schnellen In-
ternetverbindung (Breitband) insbesondere in den
Außenbereichen. Einigkeit herrschte darüber, dass
durch eine gestalterische Aufwertung des Ortskerns
die Qualität des Wohnstandorts insgesamt verbes-
sert würde.
Soziales | Vereine. Handlungsbedarf sehen die
Bürgerinnen und Bürger insbesondere im Jugend-
bereich. KiTAs seien ausreichend vorhanden, Ju-
gendeinrichtungen fehlten hingegen, vor allem un-
moderierte Orte für Jugendliche, wie ein Bolzplatz
oder ein Skaterpark. Der offene Jugendtreff „platze
aus allen Nähten“. Eine Zusammenarbeit der Ver-
eine mit dem Ziel des Baus und des Unterhalts ei-
ner Mehrzweckhalle/Sporthalle wurde angeregt.
So könnten auch die Vereine untereinander besser
kooperieren. Flächen für das Gerätehaus der Feuer-
wehr seien vorzuhalten.
Freizeit. Als größter Freizeitwert Amelsbürens
wird von den Bürgerinnen und Bürgern neben der
landschaftlichen Einbindung und der nahen Wald-
gebiete vor allem der Kanal gesehen. Der Kanal bie-
te noch weitere bislang ungenutzte Freizeitpoten-
ziale, die z. B. über eine Promenade am Kai genutzt
werden können. Die ausgeprägt hohe Reitkultur
in Amelsbüren sei weiter ausbaufähig, die Reitwe-
ge könnten besser miteinander vernetzt werden.
Auch der Wunsch nach einem Schwimmbad (Er-
lebnisbad), das Amelsbüren touristisch interessan-
ter machen würde, wird geäußert.
Image. Das Image Amelsbürens als vermeintlich
ein bisschen rückständiges Bauerndorf, als klei-
nes Dörfchen oder auch als Schlafgemeinde wird
von den Bürgerinnen und Bürgern nicht als nega-
tiv empfunden, sondern als Chance, den Standort
mit einem sehr eigenständigen Profil zu qualifizie-
ren. Das Davertdorf müsse positiv gedeutet wer-
den, der Kanal als Alleinstellungsmerkmal besser in
Wert gesetzt werden. Amelsbüren sei eine hoch-
attraktive Freizeitdestination mit kurzen Wegen
in die Natur und das Wachstum der Wohnbürger-
schaft sei eigentlich eine Erfolgsstory, die man auch
so erzählen müsse.
1. Zukunftswerkstatt, 21. September 2017
8
Amelsbüren ist als Münsteraner Stadtteil vielen un-
bekannt. Der Wohnstandort gelte zwar als schön,
aber auch als „weit draußen und schlecht erreich-
bar“, was nicht den Tatsachen entspreche. Den-
noch sei die räumliche Trennung von Münster für
das Image positiv, da sie die gewünschte Eigenstän-
digkeit des Stadtteils unterstütze. In diesem Sinne
gelte es auch weiterhin, sich von Münster wie vom
benachbarten Stadtteil Hiltrup abzugrenzen und
auf diese Eigenständigkeit zu setzen.
Als Vorschläge für die Imagebildung Amelsbürens
werden Slogans wie das „westfälische Dorf“, das
„Davert-Dorf“, „Amelsbüren: grün und bunt“, „Dorf
mit Herz“, „Dorf mit Charme“ genannt. Man könne
durchaus „mehr Idylle wagen“ und etwa Fachwerk-
häuser historisch gerecht restaurieren oder zurück-
bauen. Eine mögliche historische Rekonstruktion
ortsbildprägender Gebäude wird von den Bürgerin-
nen und Bürgern als positiv empfunden. Sie könnte
den gewünschten dörflichen Charakter unterstüt-
zen.
Hinsichtlich der den Ort umgebenen Windräder
konnte keine Einigkeit erzielt werden. Die Meinun-
gen blieben geteilt, ob sie nun eher als Symbol ei-
ner energetisch nachhaltigen Zukunftsgestaltung
zu begrüßen seien oder doch eher eine Verschan-
delung der Landschaft darstellten. Widerstand ge-
gen Windkraftanlagen habe es im Stadtteil jedoch
nicht gegeben. Dies gelte auch für andere gesamt-
städtische Entscheidungen, die Amelsbüren betref-
fen. So fühle man sich in Amelsbüren oft als „Ab-
ladefläche für alles, was was man woanders nicht
haben möchte“, habe jedoch versäumt, diese Mei-
nung im Vorfeld anstehender gesamtstädtischer
Entscheidungen offensiv zu vertreten. Hier gebe es
Nachholbedarf.
Handel | Dienstleistungen. Das Einzel han dels-
angebot in Amelsbüren hat sich in den letzten Jah-
ren insgesamt zurückentwickelt. Zum Bereich Ein-
zelhandel, verstanden als inhabergeführter Fach-
handel, ist die Meinung der Bürgerinnen und Bür-
ger realistisch: Dieser Einzelhandel sei als Thema
„durch“, die Einkaufsgewohnheiten hätten sich ver-
ändert, darauf müsse sich der Ort einstellen. Auf
den Ersatz weggefallener bzw. fehlender Sortimen-
te (z. B. Fleisch- und Wurstwaren) müsse aber re-
agiert werden. Qualitativ hochwertige Ergänzun-
gen des Angebots, insbesondere mit touristischem
Bezug, seien ebenfalls möglich.
Wichtig sei es, die Konzentration des Einzelhandels
auf den unmittelbaren Ortskern zu fördern und
den dort vorhandenen Supermarktstandort zu hal-
ten und durch entsprechende Zusatzangebote zu
ergänzen und zu stärken. Für die im Ortskern woh-
nenden, zunehmend älter werdenden Menschen
müsse die fußläufige Erreichbarkeit wichtiger Ver-
sorgungseinrichtungen gesichert werden. Eine in-
takte Grundversorgung im Ortskern wird als Vor-
aussetzung für nachhaltige Belebung verstanden.
Die medizinische Versorgung sei noch gut (Ärzte
und Apotheke sind vorhanden), aber auch hier sei
Vorsorge zu treffen.
Gewünscht werden mehr Cafés, mehr Gastrono-
mie, eine Bäckerei am Ortseingang Maibaumplatz,
auch, um mehr Kaufkraft in den Ort zu holen (z. B.
Radtourismus).
Das Umfeld müsse aufgewertet werden, damit der
Einzelhandel wieder funktioniert. Dafür gelte es die
Eigentümer der Immobilien mit ins Boot zu holen.
Händler und Vereine sollten im Sinne eines schö-
neren Amelsbüren (z. B. durch jahreszeitlichen
Schmuck) besser miteinander kooperieren.
1. Zukunftswerkstatt, 21. September 2017
9
Verkehrsanbindung
1. Zukunftswerkstatt, 21. September 2017
10
Rund 100 Bürgerinnen und Bürger diskutierten die
Maßnahmen und Handlungsvorschläge, die das
Büro Pesch und Partner aus der ersten Bürgerver-
sammlung in Leitlinien und Handlungsfeldern zu-
sammengefasst hatte. Die eher abstrakt fomulier-
ten Leitlinien der Stadtentwicklung sollen Grund-
lage für die zukünftigen Entscheidungen sein. Die
Bürgerinnen und Bürger haben sich daher deutlich
zu folgenden Leitlinien für die Zukunft Amelsbü-
rens bekannt:
Wir in Amelsbüren. Die Gestaltung der Zukunft
Amelsbürens setzt ein hohes Engagement der Bür-
gerinnen und Bürger voraus. Es gilt, die eigenen
Interessen zu artikulieren, den Zusammenhalt zu
stärken und an der Gestaltung des Ortsteils mitzu-
wirken. Mit den Zukunftswerkstätten ist ein gelun-
gener Start für eine sich verstetigende Zusammen-
arbeit erfolgt.
Lebenbendige Ortsmitte. Ziel ist eine gemischte
Nutzung aus Handel, Gastronomie, Dienstleistun-
gen und Wohnen. Alle Altersgruppen sollen in der
Ortsmitte Gelegenheiten für Begegnung und Aus-
tausch sowie Einkaufsmöglichkeiten, soziale und
kulturelle Angebote antreffen. Dies setzt auch ei-
nen öffentlichen Raum voraus, der freundlich ge-
staltet ist und zum Aufenthalt einlädt.
Wohnen in Vielfalt. Vor dem Hintergrund der de-
mographischen Entwicklungen und sich ausdiffe-
renzierender Wohnpräferenzen ist Vorsorge da-
für zu treffen, dass neben Familien alle Alters- und
Nutzergruppen ein adäquates Wohnungsangebot
vorfinden.
Natur und Landschaft. Die Lage inmitten der
Münsterländer Parklandschaft ist auch in Zukunft
ein besonderes Markenzeichen für Amelsbüren: Es
gilt die ökologischen Qualitäten zu schützen, so die
Wohn- und Freizeitqualität zu stärken und gleich-
zeitig ökonomische Potentiale durch die Förde-
rung des Tourismus zu generieren.
2. Zukunftswerkstatt, 23. Januar 2018
LEITLINIEN
WIR IN AMELSBÜREN
ǹ Zusammenhalt stärken
ǹ Interessen artikulieren
ǹ Zusammenarbeit verstetigen
LEBENDIGE ORTSMITTE
ǹ Gemischte Nutzung aus Handel, Gastrono-
mieDienstleistungen und Wohnen entwi-
ckeln
ǹ Öffentlichen Raum mit hoher Aufenthalts-
qualität schaffen
WOHNEN IN VIELFALT
ǹ Angebote für alle Alters- und Nutzergruppen
NATUR UND LANDSCHAFT
ǹ Ökologische Qualitäten schützen
ǹ Wohn- und Freizeitqualität und Tourismus
fördern
In den Handlungsfeldern werden die Ideen und An-
regungen der ersten Zukunftswerkstatt nun kon-
kreter formuliert und auch im Plan festgehalten.
Die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger zu
diesem Konzept war groß. Ihre Ergänzungen und
Anmerkungen zu den einzelnen Handlungsfeldern
sind im Anschluss notiert.
Ein mögliches Handlungsprogramm für Amelsbü-
ren sollte den Schwerpunkt insbesondere in der
Attraktivierung des öffentlichen Raums setzen
und die hierfür notwendigen Maßnahmen prio-
ritär angehen. Dies sind zum einen verkehrliche
Maßnahmen, zum anderen aber auch die Aktivie-
rung und Ansprache der anliegenden Eigentümer.
Ohne die Mitwirkungsbereitschaft der Besitzer und
Eigentümer kann es nicht gelingen, den Stadtteil
für die Zukunft zu rüsten. Diese Mitwirkung gilt es
zu verstetigen und dafür dauerhafte Beteiligungs-
strukturen zu schaffen.
11
HANDLUNGSFELD A | BAHNHOF
A01 Bahnhof | Aufenthaltsqualität
ǹ barrierefreie Gestaltung
ǹ mehr Sicherheit
ǹ Beleuchtung
ǹ Farradboxen
ǹ hohe Müllbelastung
ǹ Pflege / Beschnitt / Räumung
ǹ Uhr und Lautsprecheranlage
defekt
ǹ Bahnhof als Empfangsraum
A02 Lärmbelastung beim Bahnausbau
(Güterverkehr)
A03 Bahnverkehr: höhere Taktung
HANDLUNGSFELD B | ÖPNV
B01 Buslinie 1
ǹ Taktung in Ordnung
ǹ Überfüllung bei Schülerverkehr
B02 Ausbau der Verbindung nach
Loevelingloh (Linie 18)
B03 Überprüfung alternativer
ÖPNV-Routen
HANDLUNGSFELD C | RADVERKEHR
C01 Radwege - Ausbau/Aufwertung
C02 Freizeitroute/Rundweg um
Amelsbüren
C03 Radschnellweg
C04 Gefahrenpunkt
HANDLUNGSFELD D | MIV UND ÖFFENT-
LICHER RAUM
D01 Steigerung der Aufenthaltsqualität
im öffentlichen Raum
ǹ Davertstraße mit Kirche und
Kreuzung als Schwerpunkt
ǹ barrierefreie Gestaltung
ǹ neue gestalterische Impulse
ǹ Etablierung als Dorfkern
D02 Durchgangsverkehr reduzieren
Verkehr entschleunigen
D03 Straßenraum Davertstraße
ǹ zu eng für Bus-/ Schwerlastver-
kehr
D04 Südeinfahrt als Gefahrenpunkt
(hohe Geschwindigkeiten)
D05 Zur Windmühle als Raserstraße/
Parkraumproblematik
D06 Optimierung des Kreisverkehrs
HANDLUNGSFELD E | WOHNEN
E01 Geschosswohnen / Servicewohnen
E02 Wohngebiet in Realisierung
E03 Wohngebiet in Planung
E04 Erweiterungsflächen
HANDLUNGSFELD F | SOZIALES UND
FREIZEIT
F01 Notwendigkeit einer Mehrzweck-/
Festhalle
ǹ mögliche Standortalternativen
ǹ Flächen für Gerätehaus vorhalten
F02 Neue Treffpunkte für Jugendliche
ǹ unmoderierte Orte (z. B. Bolz-
platz/Skaterpark)
HANDLUNGSFELD G | HANDEL UND
DIENSTLEISTUNG
G01 Handel und Dienstleistungen im
Ortskern konzentrieren
ǹ Sicherstellung einer Grundver-
sorgung
ǹ mehr Angebote und Sortimente
ǹ Bedarfe älterer Menschen berück-
sichtigen
ǹ Kaufkraft stärker in den Ort leiten
ǹ Jahreszeitlicher Schmuck
G02 Ortseingang / Maibaumplatz:
ǹ Belebung durch neue Nutzungen:
Café, Bäckerei
G03 Supermarkt K+K: schlechte fuß-
läufige Anbindung
HANDLUNGSFELDER
12
A01 Bahnhof
ǹ Aufenthaltsqualität
ǹ barrierefreie Gestaltung
ǹ mehr Sicherheit
ǹ Beleuchtung verbessern
ǹ Fahrradboxen aufstellen
ǹ Müllbelastung beseitigen
ǹ Pflege und Beschnitt des Grüns
ǹ Uhr- und Lautsprecheranlage reparieren
ǹ Bahnhof als Empfangsraum/Entree gestalten
Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge
HANDLUNGSFELD A | BAHNHOF
A02 Bei Bahnausbau (Güterverkehr)
Lärmbelastung vermeiden
A03 Bahnverkehr attraktivieren: höhere
Taktung anstreben
13
Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge
HANDLUNGSFELD B | ÖPNV
B01 Buslinie 1
ǹ Gute Taktung aufrecht erhalten
ǹ Überfüllung bei Schülerverkehr vermeiden
B02 Ausbau der Verbindung nach Loeve lingloh,
Linie 18
B03 Überprüfung alternativer ÖPNV-Routen
HANDLUNGSFELD C | RADVERKEHR
C01 Ausbau und Aufwertung der Radwege (Vor-
bild Bürgerradweg)
C02 Freizeitroute / Rundweg um Amels büren ein-
richten, Amelsbüren über einen „Bügel“ an re-
gionale Route anhängen
C03 Radschnellweg anlegen
C04 Gefahrenpunkte entschärfen, Konflikte zwi-
schen Verkehrsarten vermeiden
14
D01 Steigerung der Aufenthaltsqualität im öffent-
lichen Raum
ǹ Davertstraße mit Kirche und Kreuzung als
Schwerpunkt
ǹ barrierefreie Gestaltung, neue gestalteri-
sche Impulse
ǹ Etablierung als Dorfkern
D02 Durchgangsverkehr reduzieren / Verkehr ent-
schleunigen
D03 Straßenraum Davertstraße zu eng für Bus- /
Schwerlastverkehr
Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge
HANDLUNGSFELD D | MOTORISIERTER INDIVIDUALVERKEHR / ÖFFENTLICHER RAUM
D04 Südeinfahrt als Gefahrenpunkt entschärfen,
hohe Geschwindigkeit
(Lage: siehe Karte Seite 11)
D05 Zur Windmühle als Raserstraße, Park-
raumproblematik lösen
(Lage: siehe Karte Seite 11)
D06 Optimierung des Kreisverkehrs
(Lage: siehe Karte Seite 11)
15
Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge
HANDLUNGSFELD E | WOHNEN
E01 Geschosswohnen, Service-Wohnen in der
Ortsmitte
E02 Wohngebiet in Realisierung
E03 Wohngebiet in Planung
E04 Erweiterungsflächen
16
F01 Notwendigkeit einer Mehrzweck-/Festhalle
ǹ mögliche Standortalternativen untersu-
chen
ǹ Flächen für Gerätehaus vorhalten
F02 Neue Treffpunkte für Jugendliche
ǹ unmoderierte Orte (z. B. Bolzplatz/Skater-
park)
F03 Kanal als besonderer Wert für Amelsbüren
ǹ Promenade am Kai entwickeln
ǹ Mindestabstand der Bebauung einhalten
(Lage: siehe Karte Seite 11)
Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge
HANDLUNGSFELD F | SOZIALES / FREIZEIT
17
Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge
HANDLUNGSFELD G | HANDEL/DIENSTLEISTUNGEN
G01 Handel und Dienstleistungen im Ortskern
konzentrieren
ǹ Sicherstellung einer Grundversorgung
ǹ mehr Angebote und Sortimente bereitstel-
len
ǹ Bedarfe älterer Menschen berücksichtigen
ǹ Kaufkraft stärker in den Ort leiten
ǹ Jahreszeitlicher Schmuck
G02 Ortseingang / Maibaumplatz
ǹ Belebung durch neue Nutzungen: Café/
Bäckerei …
G03 Supermarkt K+K im Neubaugebiet schlechte
fußläufige Anbindung
(Lage: siehe Karte Seite 11)
18
Handlungsfeld A: Bahnhof
ǹ Taktung von 1 h auf 30 min auch ohne Stre-
ckenausbau realisieren (allerdings dürfte der
zweigleisige Ausbau Voraussetzung für jede hö-
here Taktung sein)
ǹ Im Bahnhofsumfeld gibt es viele zuständige In-
stanzen/Akteure, eine gebündelte Ansprache/
Interessenvertretung durch Verwaltung ist not-
wendig
ǹ Politische Interessenvertretung durch einen Be-
zirksbürgermeister für viele Ortsteile mit unter-
schiedlichen Interessen reicht nicht aus
ǹ Zum Thema Lärmbelastung/Lärmschutz wären
durch diese Interessenvertretung Verhandlun-
gen mit der Bahn zu führen
ǹ Barrierefreie Gestaltung sollte prioritär behan-
delt werden
ǹ Lange Umsteigezeiten reduzieren durch mehr
schienengebundenen Personennahverkehr und
mehr Angebote
ǹ Masterplan Mobilität initiieren – Optimierung
Schienenverkehr
Handlungsfeld B: ÖPNV
ǹ Linie 1 auf 5, Umsteigen problematisch, Opti-
mierung der Schnittstellen
ǹ Linie 1: Taktung 20 min gut, Begegnungsverkehr
schwierig, nicht nur in der Davertstraße, son-
dern in ganz Amelsbüren = Begegnungsverkehr
vermeiden/Linienführung ändern
ǹ Linie 1, Vorschlag: Sprinter (weniger Haltestel-
len, markante Haltepunkte) schnellere Verbin-
dung nach Münster
ǹ schlechte Auslastung (insbesondere am WE
überprüfen), Spitzenstunden mit Überfüllung
ǹ kleinere Busse einsetzen (wie zwischen Hiltrup
und Wolbeck)
ǹ Bedarfsbus: Etablierung neuer Verbindungen,
Erweiterung des Busnetzes
ǹ Amelsbürener Straße von Busverkehr ausschlie-
ßen, andere Linienführung angeregt
ǹ zwei Brücken teilweise unbeleuchtet
Handlungsfeld C: Radverkehr
ǹ Aufwertung Radwege (Fahrbahnbelag am Ka-
nal, Beleuchtung Amelsbürener Straße)
ǹ Radinfrastruktur verbessern (z. B. Mülleimer am
Radweg)
ǹ Anbindung Amelsbürens über einen „Bügel“
findet Zustimmung, Beschilderung fehlt, die auf
Amelsbüren hinweist, Interesse vorhanden
ǹ bahnbegleitender Ausbau der Bahnstrecke
Dortmund - Lünen
ǹ Radverkehr auf Fahrbahn (Gefahren an Engstel-
len mindern)
ǹ Schwerpunkt: Verbesserung der Ausstattung
Handlungsfeld D: MIV und öffentlicher Raum
ǹ Aufwertung Kirchplatz, das Herz Amelsbürens,
durch mehr Aufenthaltsqualität/Verkehrsberu-
higung
ǹ neue Nutzungen (Beispiel Telgte), neue Pflas-
terung als Startschuss für die Aufwertung des
Ortsteils
ǹ Anregung ans Schulamt: zu starker Quellver-
kehr, Kinder werden nahezu ausschließlich mit
dem Auto zur Schule gebracht, Reduzierung
notwendig
ǹ Pater-Kolbe-Straße: Anwohnerverkehr, zu
schnelles Fahren, zu wenig bauliche Maßnah-
men, Rechts-vor-Links-Verkehr, mobiles Display
aufstellen
ǹ Schwerpunkt Kreisverkehr mit Zebra streifen,
Handlungsbedarf Neubaugebiet mit Kindern im
Süden, Gefahrenstellen reduzieren
ǹ Ortsumgehung als Zukunftsvision
ǹ Umfahrung für den Schwerlastverkehr prüfen
ǹ Entlastung Davertstraße schwierig, Bau einer
dritten Brücke im Osten Amelsbürens?
ǹ Geschwindigkeitsbeschränkung wird nicht ein-
gehalten, Fahrverkehr muss stärker kontrolliert
und Fehlverhalten sanktioniert werden
Ergänzungen und Anmerkungen der Bürgerinnen und Bürger zu den Handlungsfeldern
19
Handlungsfeld E: Wohnen
ǹ Service-Wohnen/ergänzende Angebote fehlen
in Ortsmitte
ǹ Modulares, barrierefreies Wohnen im Alter för-
dern
ǹ Übergreifend seniorenfreundliche Standards im
Wohnungsbau einführen
Handlungsfeld F: Soziales und Freizeit
ǹ Standort für Mehrzweckhalle/Festhalle/Sport-
halle festlegen, auch Standort gegenüber Sport-
platz/an Kläranlagen prüfen
ǹ Treffpunkte für Jugendliche schaffen, z. B. in der
Nähe des Sportplatzes
ǹ Schwimmbad in Amelsbüren Vereins-/Schul-
sport, Vision
ǹ Kanal: landschaftsarchitektonische Ausbildung:
Treppenstufen an der Erhöhung (Vorbild Aa-
see-Terrassen, Steigerung der Aufenthaltsqua-
lität)
Ergänzungen und Anmerkungen der Bürgerinnen und Bürger zu den Handlungsfeldern
Handlungsfeld G: Handel und Dienstleistung
ǹ Subventionen für Gewerbetreibende im Orts-
kern?
ǹ Bewusstseinsbildung für lokale Angebote
ǹ schnelles Internet: Breitbandversorgung, Bedarf
ist vorhanden, Initative könnte von Bürgerschaft
und Vereinen aus Amelsbüren ausgehen
ǹ Versorgung im Ortskern oder am Rand (Park-
platz am Ortseingang) G01/G02 als Schwer-
punkte
ǹ Ortskern mit Versorgungsfunktion erhalten,
Standorte definieren, wenige Baulücken nutzen,
Umbau bestehender Immobilien
Berichtsvorlage
6262 Zeichen
V/0396/2018 V/0396/2018 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Ergebnisbericht zur Zukunftswerkstatt Amelsbüren Beratungsfolge 07.06.2018 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht 21.06.2018 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h- nen Bericht Bericht: Anlass / Hintergrund: Auf Grundlage der Vorlage V/0929/2016 hat der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Ve r- kehr und Wohnen am 24.11.2016 beschlossen, für den Stadtteil Amelsbüren im Jahr 2017 eine Z u- kunftswerkstatt in Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro durchführen zu lassen. Hintergründe waren ein Antrag nach § 24 Gemeindeordnung des Gewerbe - und Handwerkervereins vom 18.02.2016 (Anregung Nr. 2016 -0022) „Zukunftswerkstatt Amelsbüren“ an die Bezirksvertretung Münster-Hiltrup sowie die im Zusammenhang mit der o.a. Vorlage untersuchten Stadtteilindik atoren (Bevölkerungsindikatoren, Sozialindikatoren, städtebauliche Indikatoren, Infrastrukturindikatoren), die die Durchführung einer solchen Zukunftswerkstatt für Amelsbüren als sinnvoll hatten erachten lassen. Im Frühjahr des vergangenen Jahres wurden fünf verschiedene Planungsbüros um die Abgabe eines Angebotes zur Durchführung der Zukunftswerkstatt gebeten. Auf Basis der vorgelegten Angebote wurde das Büro Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH aus Dortmund mit der Erarbeitung und Durchführung der Zukunftswerkstatt beauftragt. Nach einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Strukturen und Auswertung der bestehenden Pl a- nungen wurde eine erste öffentliche Veranstaltung am 21.09.2017 durchgeführt, an der ca. 120 Bü r- gerinnen und Bürger teilnahmen. Nachdem zunächst die Ergebnisse der strukturellen Bestandsau f- nahme vorgestellt wurden, wurden anschließend thematische Handlungsfelder diskutiert und eine Perspektive für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils erarbeitet. Das Planungsbüro Pesch Partner hat di ese Ideen und Anregungen anschließend zusammengefasst und verdichtet und in einen Konzeptentwurf überführt, in dem neben allgemeinen Leitlinien die Han d- lungsfelder und erste konkrete Maßnahmen benannt und verortet wurden. Auf der zweiten öffentl i- chen Veranstaltung am 23.01.2018 wurde dieser Entwurf vorgestellt und mit ca. 100 Teilnehmenden Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 03.05.2018 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Göpfert Telefon: 492-6198 Goepfert@stadt- muenster.de - 2 - V/0396/2018 diskutiert. Auf dieser Grundlage aufbauend wurden weitere Hinweise und Ergänzungen in den Ko n- zeptentwurf aufgenommen. Das Planungsbüro Pesch Partner hat nun in Abstimmu ng mit der Verwaltung einen abschließenden Bericht erstellt, in dem der Prozess der Zukunftswerkstatt sowie die Inhalte der beiden Veranstaltu n- gen dokumentiert werden. Die Prozessdokumentation ist dieser Vorlage als Anlage 1 beigefügt. Ergebnis Übergeordnete Leitidee des Handlungskonzeptes ist der von den beteiligten Bürgerinnen und Bü r- gern geäußerte Wunsch, in Amelsbüren auch für die Zukunft die Atmosphäre des Davertdorfs zu e r- halten. Dies zeigt auch , dass die Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohne r in Amelsbüren grundsätzlich hoch ist. Die Identifikation mit dem Ort spiegelt sich zudem in der großen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Prozess der Zukunftswerkstatt wider. Die dörflichen Strukturen, das rege Vereinsleben, die landschaftlichen Q ualitäten von Amelsbüren sollen daher bewahrt und inwert gesetzt werden. Ein Handlungsschwerpunkt liegt in der Attraktivierung des öffentlichen Raumes. Mit der Umgestaltung des Ortskerns, vor allem im Bereich des Umfeldes der St. -Sebastian-Kirche und der Davertstraße zwischen den Straßen „Zum Häpper“ und der „Ottmarsbocholter Straße“ soll eine lebendige Ortsmitte geschaffen werden. Des Weiteren sollen aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger eine alternative Ve r- kehrsführung der Buslinie Nr. 1 sowie Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in diesem Bereich dazu beitragen. Wohnen und Leben soll in Amelsbüren für Menschen allen Alters möglich sein . Neben neuen altengerechten Wohnangeboten ist die Sicherung und Weiterentwicklung des Nahverso r- gungsangebotes im Ortskern ein zentraler Baustein hierfür. Der Bahnhof und das Bahnhofsumfeld wurden von den Amelsbürener Bürgerinnen und Bürgern als weiterer räumlicher Schwerpunkt mit Handlungsbedarf benannt. Konkret sieht das Konzept hier vor allem Maßnahmen zur Barrierefreiheit, Erhöhung der Aufenthaltsqualität und Sicherheit vor. Han d- lungsbedarf wurde zudem auch im Bereich einer Verbesserung der Anbindung an die Innenstadt durch eine Verdichtung des Taktes der Regionalbahnlinie 50 gesehen. Weiteres Vorgehen Die Verwaltung wird den Ergebnisbericht zur Zukunftswerkstatt Amelsbüren auch an den Gewerbe - und Handwerkerverein Amelsbüren übergeben, damit weitere Aktivitäten aus diesem bürgerschaftl i- chen Engagement auf dieser Grundlage konzipiert werden können. Die Ergebnisse der beiden Zukunftswerkstätten werden vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung mit den betroffenen Fachämtern rückgekoppelt, um eine fachliche Einschätzung zu den Umsetzungsmöglichkeiten zu erhalten, ggf. sinnvolle erste Arbeitsschritte zu ident ifizieren und mit den laufenden Aktivitäten der Fachämter zu verknüpfen. Über das Ergebnis der Abstimmungen mit den Fachämtern und ggf. daraus resultierende Vorschläge für erste mögliche Arbeitsschritte ei n- zelner Projekte wird die Verwaltung die Bezirksver tretung Hiltrup und ggf. den Ausschuss für Stad t- planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen anschließend informieren. Die Ratsgremien können diese Prozessdokumentation und die darin formulierten Maßnahmenvo r- schläge als Vorlage nutzen, um durch konkrete Aufträge an die Verwaltung die Umsetzung einzelner Maßnahmen/Projekte anzustoßen und evtl. erforderliche finanzielle Mittel bereitzustellen. Dies könnte z.B. die Umgestaltung der Ortsmitte betreffen, für die in einem ersten Schritt ein Entwurf erstellt we r- den müsste. - 3 - V/0396/2018 i.V. gez. Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage 1: Dokumentation des Beteiligungsprozesses und der Ergebnisse der Zukunftswerkstatt Amelsbüren
Anlage A
3681 Zeichen
Anlage A zur V/0396/2018 Kurzüberblick Die Verwaltung hat gemeinsam mit dem Gewerbe- und Handwerkerverein Amelsbüren eine Zu- kunftswerkstatt durchgeführt. In zwei öffentlichen Veranstaltungen wurden die Ortsmitte und der Bahnhof – inklusive seines Umfeldes – als räumliche Handlungsschwerpunkte herausgearbeitet, die durch verschiedene Maßnahmen aufgewertet werden sollen. Auf diesem Wege soll das „Da- vertdorf“ auch in Zukunft ein attraktiver Wohn- und Lebensstandort für alle sein. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dieser Vorlage wird das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesell- schaft“ verfolgt. Insbesondere liegt der Fokus auf dem Ziel der Weiterentwicklung des Stadtteils Amelbü- ren mit hoher Wohn- und Lebensqualität. Eine untergeordnete Rolle spielt zudem das Ziel hoher Umwelt- und Naturqualität, da der Stadtteil mit seiner Lage zwischen Davert und Dortmund-Ems- Kanal ein hohes Potenzial aufweist. Die vorliegende Prozessdokumentation zum Beteiligungsprozess „Zukunftswerkstatt Amelsbüren“ kann von den Ratsgremien genutzt werden, um auf Grundlage der darin formulierten Maßnah- menvorschläge einzelne Projekte anzustoßen und evtl. erforderliche finanzielle Mittel bereitzustel- len. Das hohe bürgerschaftliche Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort kann diese Aktivitäten sinnvoll begleiten und ergänzen. Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja Nein Zum gegenwärtigen Zeitpunkt entstehen keine Kosten. Ggf. erforderliche Kosten für die Umsetzung einzelner Maßnahmen/Projekte werden zu den jeweils entsprechenden Zeitpunkten in gesonderten Vorlagen zur Entscheidung vorgelegt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig X überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Auf Grundlage der Vorlage V/0929/2016 hat der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen am 24.11.2016 beschlossen, für den Stadtteil Amelsbüren im Jahr 2017 eine Zukunftswerkstatt in Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro durchführen zu lassen. Zudem dient die Maßnahme als Grundlage zur Aufstellung von Bauleitplänen, um der „Erhaltung, Erneuerung, Fortentwicklung, Anpassung und de[m] Umbau vorhandener Ortsteile“ Rechnung tra- gen zu können (§ 1 Abs. 3 i.V.m. § 1 Abs. 6 Nr. 4 BauGB). Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt nehmen in verschiedenen Bereichen auch Themen des Handlungskonzepts Demographischer Wandel auf: Die Leitlinien der zukünftigen Entwicklung in Amelsbüren, die von den teilnehmenden Bürgerin- nen und Bürgern artikuliert wurden, umfassen die Sicherung einer attraktiven, lebendigen Ortsmit- te für alle Altersgruppen. Entsprechende Maßnahmenvorschläge betreffen z.B. die Erweiterung des seniorengerechten Wohnangebots und die Sicherung der Nahversorgung in der Ortsmitte. Die Umgestaltungs-/Aufwertungsmaßnahmen rund um die St. Sebastian Kirche sollen zudem den Austausch und das Miteinander aller Alters- und Nutzergruppen fördern.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (11)
- Davertstraße
- Thierstraße
- Amelsbürener Straße
- Pater-Kolbe-Straße
- Ottmarsbocholter Straße
- Zur Windmühle
- Zum Häpper
- Umgehungsstraße
- Loevelingloh
- Promenade
- Kirchplatz
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0396/2018
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 17.05.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37