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V/0115/2022

Dialogverfahren Wolbecker Straße - Ergebnisse und weiteres Verfahren

Vorlagen 06.04.2022

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Nächste Beratung: Ausschuss für Verkehr und Mobilität, Sitzung am 11.05.2022, TOP 8.2

Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage A

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Ansehen

Dokumentation Dialogverfahren Wolbecker Straße

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Ansehen

Beschlussvorlage

24631 Zeichen

V/0115/2022
V/0115/2022
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Dialogverfahren Wolbecker Straße - Ergebnisse und weiteres Verfahren
Beratungsfolge
03.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
05.05.2022 Betriebsausschuss Münster Marketing Anhörung
11.05.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Die Ergebnisse des Dialogverfahrens sowie die diesbezügliche Dokumentation und
Rahmenplanung werden als Grundlage für das weitere Verfahren zur Kenntnis genommen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Ergebnisse des bisherigen Verfahrens in einem
dreistufigen Verfahren, unterschieden nach
 2.1 Ad-hoc-Maßnahmen,
 2.2 Zwischenlösungen sowie
 2.3 Entwurfs- und Ausführungsplanungen
zur dauerhaften Umgestaltung des gesamten Bereichs zwischen Hansaring und Servatiiplatz
unter Berücksichtigung angemessener Beteiligungsformate zur weiteren Beschlussfassung
auszuarbeiten.
3. Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Verwaltung kurzfristig eine öffentliche Vor-Ort-
Werkstatt plant. Hierbei werden die wesentlichen Ergebnisse des Dialogverfahrens
vorgestellt sowie auf Grundlage des Rahmenplans mögliche erste „Ad-hoc-Maßnahmen“ zur
Diskussion gestellt
II. Finanzielle Auswirkungen:
Aus den genannten Beschlusspunkten ergeben sich keine unmittelbaren finanziellen Auswirkungen.
Amt für Mobilität und Tiefbau
14.04.2022
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Bentler
T elefon:492-6504
Bentler@stadt-muenster.de

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V/0115/2022
Begründung:
Mit Beschluss der Vorlagen V/0062/2020 „Stadtverträgliche Mobilität: Moderiertes Dialogverfahren zur
Neuaufteilung des Verkehrsraums an der Wolbecker Straße“ sowie V/1081/2020/1 „Stadtverträgliche
Mobilität: Moderiertes Dialogverfahren zur Neugestaltung des Straßenraums an der Wolbecker Straße
zwischen Servatiiplatz und Hansaring – Verhandlungsvergabe“ wurde die Verwaltung beauftragt, eine
entsprechende Ausschreibung in die Wege zu leiten. Im Rahmen einer Verhandlungsvergabe wurde
die Bietergemeinschaft Urban Catalyst (Berlin) und SHP Ingenieure (Hannover) unter Beteiligung von
modulorbeat (Münster) mit der Konzeptionierung und Durchführung des Dialogverfahrens beauftragt.
Das Dialogverfahren wurde Herbst vergangenen Jahres durchgeführt. Zentrales Element war dabei
ein Reallabor auf der Wolbecker Straße, das vom 17.09.2021 – 26.09.2021 stattgefunden hat.
Nun liegt der Abschlussbericht „Dokumentation Dialogverfahren Wolbecker Straße“ ergänzt um einen
Rahmenplan vor. Der Abschlussbericht, der über den Sitzungsdienst digital abgerufen werden kann,
gibt einen Überblick zum durchgeführten Verfahren, den wesentlichen Ergebnissen und gleichzeitig
einen Ausblick auf die nun folgenden Schritte. In dem Abschlussbericht werden
 das Dialogverfahren – insbesondere das im Rahmen des Verfahrens durchgeführte Reallabor
– umfassend dokumentiert,
 die dabei erzielten Ergebnisse festgehalten und hinsichtlich ihrer Bedeutung für das weitere
Verfahren eingeordnet,
 Leitlinien für die weitere Planung und die Einbeziehung von Anliegenden entwickelt,
 weiterführende Schritte in einem strategischen Rahmenplan planerisch dargestellt sowie
 gutachterliche Handlungsempfehlungen für das weitere Verfahren skizziert.
Die Ergebnisse aus der stadträumlichen und verkehrlichen Analyse, aus dem Reallabor sowie deren
Übertragung in einen Rahmenplan bilden die Grundlage für die Handlungsempfehlungen durch die
bearbeitenden Büros. Diese gliedern sich in gutachterliche Empfehlungen für die weiteren
Verfahrensschritte sowie für das weitere planerische Vorgehen mit konkreten, sofort umsetzbaren
Maßnahmen ab dem Jahr 2022.
Die Ergebnisse des Reallabors einschließlich Rahmenplan sollen im Rahmen einer öffentlichen
Werkstatt im Quartier an der Wolbecker Straße präsentiert und besprochen werden. Dieses wird
voraussichtlich Ende Mai / Anfang Juni 2022 geschehen. Im Rahmen der öffentlichen Werkstatt sollen
die weiteren Verfahrensschritte vorgestellt und erste Ad-hoc-Maßnahmen erörtert sowie
Empfehlungen erarbeitet werden. Diese sollen nach Prüfung sowie ggf. erforderlicher
Beschlussfassung möglichst beginnend im Herbst umgesetzt werden.
Ausgangslage
Die Wolbecker Straße ist in im Abschnitt zwischen Servatiiplatz und Hansaring ein multifunktionaler,
hoch verdichteter Stadtraum mit rd. 10.000 Kfz/T ag,einem hohen Anteil an Durchgangsverkehr und
ca. 9.000 Radfahrer:innen/T ag. Hier treffen vielfältige Interessen und Bedürfnisse in Hinblick auf
Lebensraum, Aufenthaltsraum, Arbeitsraum und T eilhabe an der Mobilität zusammenkommen.
Entsprechend unterschiedlich sind die Blickwinkel, die gewählten Verkehrsmittel und das Verhalten im
Verkehr. Im Alltag nutzen Menschen die Wolbecker Straße häufig mit dem Fahrrad oder zu Fuß.
Kurze Wege zum Einkaufen oder zur Schule werden zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt. Als
Bestandteil des Hauptverkehrsstraßennetzes hat der Abschnitt gleichzeitig überörtliche Bedeutung,
denn die Wolbecker Straße ist eine wichtige radiale Verbindung zwischen Umland und Innenstadt.
Somit überlagern sich unterschiedliche Nutzungen und Anforderungen an den Straßenraum. Für die
vielfältigen Nutzungsansprüche ist der zur Verfügung stehende Platz nicht ausreichend. Dieses
beinhalten Konfliktpotenziale: Radfahrende und Zufußgehende kommen sich auf den weitgehend
nicht ausreichenden Nebenanlagen „in die Quere“. Auf der Straße hingegen fühlen sich Radfahrende
auch nach Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht wegen der hohen Anzahl fahrender und

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parkender PKW häufig unsicher. Auch sind die Unterschiede zwischen den gefahrenen
Geschwindigkeiten noch groß (ca. T empo15 km/h Radverkehr gegenüber T empo30 km/h MIV), was
häufiges Überholen bei oftmals zu geringen Sicherheitsabständen bedeutet. Cafés und Restaurants
hätten gerne mehr Außensitze, es fehlen aber geeignete Flächen. Lieferverkehre blockieren in ihrer
„Parkplatznot“ oftmals die Straße und machen sie zusätzlich unübersichtlich und unsicher. Busse
fahren wegen blockierter Straße Verspätungen ein und den Haltestellen fehlen teilweise separate
Aufstellflächen für die Fahrgäste.
Mit dem Dialogverfahren Wolbecker Straße stellt sich die Stadt Münster pro-aktiv und exemplarisch
der Aufgabe, wie die Neugestaltung des öffentlichen Straßenraums einhergehen kann mit einer fairen
Neuaufteilung zwischen den unterschiedlichen verkehrlichen Nutzungsarten und -ansprüchen: Wie
kann die Wolbecker Straße für alle am Verkehr T eilnehmenden sicherer und entspannter werden?
Wie kann das Umfeld freundlicher und grüner, wie können Begegnungszonen gestaltet werden? Dies
waren zentrale Fragestellungen zum Einstieg in das Dialogverfahren Wolbecker Straße, in dem nach
Zukunftsbildern und Lösungen für den rund 900 Meter langen Abschnitt zwischen Servatiiplatz und
Hansaring gesucht wird.
Umsetzung des Dialogverfahrens
Das Dialogverfahren umfasste mehrere Phasen. Aufbauend auf eine umfassende verkehrliche und
stadträumliche Analyse wurde vom 17.09. bis 26.09.2022 ein Reallabor vor Ort durchgeführt.
Innerhalb des Reallabors – umgesetzt als verdichteter Verkehrsversuch mit hohem Beteiligungsanteil
– wurden der Austausch zwischen den Nutzenden gefördert und perspektivische Ideen gesammelt,
die nun in darauf aufbauende Verfahrensschritten im Hinblick auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten
geprüft und in konkrete Planungen überführt werden.
Das zehntägige Reallabor war das zentrale Beteiligungselement des Dialogverfahrens. Im Vorfeld
wurden Anliegende und Nutzende durch begleitendende Öffentlichkeitsarbeit über das bevorstehende
Reallabor und die damit einhergehende temporäre Umgestaltung der Straße informiert. Im Fokus
stand der ca. 400 Meter lange Abschnitt zwischen Bremer Platz im Westen und Dortmunder
Straße/Sophienstraße im Osten. Begleitet wurde die Umgestaltung durch vielfältige
Beteiligungsformate. Zentrale Anlaufstelle war ein mobiler Marktstand auf dem Parkplatz eines
Lebensmitteleinzelhändlers. Im Reallabor wurden verkehrliche Maßnahmen, etwa T empo 20, das
Radfahren im Mischverkehr auf der Straße und die Herausnahme von Fahrbahnradparken,
versuchsweise umgesetzt. Vor Ort gab es die Möglichkeit des praktischen Ausprobierens und des
unmittelbaren Austauschs über Eindrücke und Erfahrungen. Rückmeldungen der Nutzenden wurden
vor Ort festgehalten, um sie bei den weiteren Planungen berücksichtigen zu können. Im Zuge der
durchgeführten Maßnahmen hat die Verkehrsplanung zudem wichtige Erkenntnisse zu den
unmittelbaren verkehrlichen Auswirkungen der erprobten Elemente gewonnen.
Mit der vorliegenden Dokumentation werden die Ergebnisse des ersten Verfahrensschrittes
zusammengefasst. Sie bilden die Grundlage für die nun folgenden Schritte mit Einleitung des

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formalen Planungsprozesses. Dies sind neben einer umfassenden und bildstarken Vorstellung der im
Rahmen des Reallabors durchgeführten Maßnahmen und der in der Beteiligung erzielten Ergebnisse,
insbesondere der erarbeitete Rahmenplan.
Ziele des Reallabors
Mit dem Dialogverfahren und dem dabei durchgeführten Reallabor wurde für die Wolbecker Straße
ein öffentlicher und transparenter Planungsansatz gewählt, bei dem frühzeitig, vor dem eigentlichen
Verfahren in die Beteiligung eingestiegen wurde. Reallabore zeichnen sich dadurch aus, dass
unterschiedliche Menschen zusammenkommen, um zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten und
auszuprobieren. Das Reallabor wurde als offener Prozesse gestaltet, um aus den Ergebnissen zu
lernen.
Dieser Ansatz ermöglichte Anwohnenden und Nutzenden, Vertreterinnen und Vertretern aus Politik
und Verwaltung sich im direkten Dialog fachlich begleitet durch Planungsbüros über Ergebnisse
auszutauschen und diese weiterzudenken. Im Vordergrund stand dabei das gegenseitige Verstehen
und gemeinsame Lernen in einem experimentellen Umfeld.
Bei den umgesetzten Maßnahmen ging es darum, Raum erlebbar zu machen und Lösungsvorschläge
zu diskutieren. Unterschiedliche Perspektiven auf den Straßenraum wurden herausgearbeitet, um für
alltägliche Konfliktsituationen und -themen zu sensibilisieren. Ziel war es, auf diese Weise bereits vor
dem Einstieg in das eigentliche Verfahren, wichtige Hinweise zu bekommen, in welche Richtung sich
die weiteren Planungen entwickeln sollen. Die Ergebnisse aus dem Reallabor werden für das weitere
Verfahren dokumentiert, fließen in die Leitlinien für die Umgestaltung der Wolbecker Straße ein und
sind eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung eines Rahmenplans.
Maßnahmen der verkehrlichen Umgestaltung
Ein wesentlicher Bestandteil des Reallabors war die versuchsweise Anwendung verkehrlicher
Maßnahmen, mit denen der Straßenraum umverteilt, die Verkehrssicherheit verbessert und die
Aufenthaltsqualität in den Seitenräumen gestärkt werden sollten. Hierbei wurden bevorzugt
Maßnahmen ausgewählt, die mit vertretbarem Aufwand und Mitteleinsatz eine sichtbare Veränderung
im Straßenraum erzielen konnten. Im Detail wurden folgende verkehrlichen Elemente umgesetzt:
 Herabsetzung des T emposauf 20 km/h
 Radverkehr verpflichtend auf der Fahrbahn
 Aktivierung von Pkw-Stellplätzen am Fahrbahnrand für andere Nutzungen
 Verbesserung der Überquerbarkeit
Das T empolimit wurde für die Projekttage von 30km/ auf 20 km/h gesenkt und damit die
Geschwindigkeit von Autofahrenden und Radfahrenden einander angenähert. Um die Wirksamkeit
dieser Maßnahme auf das Geschwindigkeitsniveau einordnen zu können, wurden während des
Reallabors Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt und ein Dialogdisplay eingesetzt.

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Beteiligungsformate im Rahmen des Dialogverfahrens
Charakteristisch für das Dialogverfahren war nicht nur die frühzeitige Einbindung von Bürgerinnen und
Bürgern, sondern auch die Vielfalt der Beteiligungsangebote, mit denen unterschiedliche Zielgruppen
von Nutzenden angesprochen wurden. Partizipative Formate, wie eine interaktive Plakatwand an der
Eisenbahnunterführung, moderierte Spaziergänge oder ein Feedback-Barometer boten
zielgruppenspezifische Möglichkeiten, Kritik, Anregungen und eigene Ideen einzubringen. Ein
Marktstand auf dem Parkplatz eines Lebensmitteleinzelhandels war zentraler Anlaufpunkt. Hier gab
es auch einen regelmäßigen Mittagstisch, der zum Austausch mit der Verwaltung einlud.
Darüber hinaus gab es die Möglichkeit im Internet an einer digitalen Befragung teilzunehmen. Dieses
Angebot ermöglichte es, ortsungebunden Rückmeldungen zu geben und hatte insbesondere
Pendlerinnen und Pendler als Zielgruppe. Als Zwischenstand wurden erste Ergebnisse in einen
begehbaren Plan übertragen und bei der Abschlussveranstaltung zum Reallabor als Grundlage für
den Rahmenplan vorgestellt.
Auswertung der Ergebnisse
Die Rückmeldungen aus dem Reallabor wurden im Nachgang ausgewertet. Erfasst wurden sie über
das Feedback-Barometer an, dass an der Anlaufstation an der Wolbecker Straße aufgestellt war,
Beteiligungskarten mit qualitativen Rückmeldungen zu den Themenfeldern „Feedback“,
„Gefahrenstellen“ und „Zukunftsvisionen“ und durch eine von der Stadt Münster durchgeführte Online-
Umfrage. Das Feedback-Barometer visualisierte die Meinungen zu vier Einzelmaßnahmen (T empo
20, Radverkehr auf der Fahrbahn, weniger PKW-Stellplätze, Querungshilfe) des Reallabors. In der
Mehrzahl waren die Rückmeldungen zu den einzelnen Maßnahmen zustimmend. Gut zwei Drittel
äußerten sich positiv zu den im Reallabor umgesetzten Maßnahmen. Eine detaillierte Auswertung
findet sich in der Dokumentation ab Seite 35.
Um die zahlreichen Hinweise und Eindrücke aus der Bevölkerung, die über die Beteiligungskarten,
per Mail oder während der abschließenden Abschlussveranstaltung geäußert wurden, in die
Rahmenplanung einfließen zu lassen, wurden die Rückmeldungen, unterschieden nach
entwurfstechnischen, verkehrstechnischen und ordnungsrechtlichen Elementen, kategorisiert. In der
Beteiligung wurden darüber hinaus weitere Elemente wie Konzepte oder Marketingmaßnahmen, die
sich nicht in die genannten Kategorien einordnen lassen.

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Fachliche Beurteilung der temporären Umgestaltung
Während des zehntägigen Projektzeitraums wurden verschiedene Maßnahmen im Straßenraum
getestet, sodass hier bereits wertvolle Erfahrungen zu deren positiven wie negativen Auswirkungen
gemacht werden konnten. Folgende Elemente des Reallabors wurden aus fachlicher Sicht als
Qualitäten des Reallabors gewertet:
 weniger Konflikte im Seitenraum; Flanieren auf breiten Gehwegen möglich
 T empo 20 überwiegend eingehalten (entsprechend der begleitenden
Geschwindigkeitsmessung)
 Radfahrende können beim T empo 20 im fließenden Verkehr mitfahren; weniger
Überholvorgänge und damit ein geringes Konfliktpotenzial
 Mittelinsel als Überquerungshilfe und Element zur Verkehrsberuhigung
 Aufzeigen von Flächenpotenzialen; freigewordene Flächen wurden bespielt
Eine Sonderstellung nimmt an dieser Stelle, die Einführung von T empo20 ein. Diese konnte zwar im
Verkehrsversuch umgesetzt werden und zeigte dort positiv zu bewertende Auswirkungen. Allerdings
fehlt auf Grundlage aktuell geltender Vorschriften die rechtliche Grundlage, T empo20 im genannten
Bereich über einen längeren Zeitraum auszuprobieren oder dauerhaft umzusetzen. Solange es für die
Umsetzung von T empo 20 keinen gesetzlichen Rahmen gibt, wird das Augenmerk daher darauf
liegen, mit welchen anderen Maßnahmen eine Angleichung des Geschwindigkeitsniveaus von
Radfahrenden und MIV in die Wege geleitet werden kann und welche Schritte hierzu nötig sind.
Bei der temporäreren Umgestaltung des Straßenraums konnten aber auch einige Mängel
identifiziert werden, die u.a. auf den experimentellen Charakter des Reallabors,
begrenzte Kapazitäten oder die kurze Vorbereitungszeit zurückzuführen sind. Folgende Punkte
gilt es bei einer Überarbeitung des Entwurfs daher zu beachten:
 Knotenpunkt Wolbecker Straße/Bremer Platz: Linksabbiegen für Radfahrende aus Richtung
Osten verbessern
 Positionierung der Mittelinsel prüfen – Überquerungsbedarf besteht weiter östlich
 Absperrbaken, die das Radfahren auf den Gehwegen unterbinden sollten, beeinträchtigen
auch die Barrierefreiheit
 weiterhin parkende Fahrräder auf Gehwegen, zusätzliches Angebot an Fahrradstellplätzen
nicht ausreichend
 unübersichtliche Anzahl von Verkehrsschildern (insbesondere durch Beschilderung zur
Parkregelung)
 Ladezonen wurden nur teilweise angenommen, Lieferverkehr hält weiterhin am Fahrbahnrand
Leitlinien für die weitere Planung
Aufbauend auf die Bestandsanalyse, den Erfahrungen aus dem Reallabor und den Rückmeldungen
der Nutzenden schlägt das Büro Urban Catalyst elf Leitlinien für die Wolbecker Straße zwischen
Servatiiplatz und Hansaring vor. Diese sollen als „Kompass“ für die nachhaltige Zukunftsgestaltung
der Straße dienen. Gesprächen und Beteiligungskarten abgeleitet.

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V/0115/2022
Die Wolbecker Straße wird in Zukunft …
 eine Straße sowohl zum Durchfahren als auch zum Verweilen.
 eine grüne und klimafreundliche Straße.
 für alle am Verkehr T eilnehmendensicherer gestaltet.
 ein Ort mit gerechter Straßenraumaufteilung.
 ein Verkehrsraum, der auf besonderer Rücksichtnahme basiert.
 eine wichtige Verbindung zwischen Innenstadt und Münsteraner Umland bleiben – mit
entschleunigtem Abschnitt.
 ein Begegnungsort mit hoher Aufenthaltsqualität für Quartiersbewohner*innen und für die
gesamte Stadtgesellschaft.
 ein Raum mit vielen unterschiedlichen Nahversorgungs- und Gastronomieangeboten sowie
Freiräumen bleibt.
 gemeinsam im Dialog entwickelt.
 in einem komplexen Interessensaugleich neu verhandelt.
 ein Raum mit wenigen Pkw-Parkflächen und geordnetem Fahrradparken.
Rahmenplan als Navigationsinstrument
Auf Grundlage der Ergebnisse des Reallabors und unter Berücksichtigung der verkehrstechnischen
Rahmenbedingungen wurde ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet. Während die Leitlinien die
übergeordneten konzeptionellen Ziele benennen, verortet der Rahmenplan diese im Straßenraum und
zeigt Umgestaltungserfordernisse entlang des Straßenverlaufs auf. Der städtebauliche Rahmenplan
stellt eine wesentliche Grundlage für die weitere Planung dar. Er dient als Navigationsinstrument,
dass Einzelmaßnahmen und Projekte in die langfristige, strategische Entwicklung der Wolbecker
Straße einbettet.
Der Rahmenplan berücksichtigt Vorgaben, die sich aus aktuellen Planungsprozessen (Masterplan
Münster Mobilität 2035+, Innenstadtkonzept – INSEK, Fahrradnetzplanung), und der übergeordneten
Verkehrsfunktion ergeben. Die Wolbecker Straße ist eine Hauptverkehrsstraße und wichtige
Verbindungsstraße zwischen Innenstadt und Umland und soll diese Funktion auch zukünftig erfüllen.
Zudem ist die Straße eine Hauptachse im ÖPNV, so dass die Befahrbarkeit für den Busverkehr sowie
die gute Erreichbarkeit der Bushaltestellen weiterhin sichergestellt werden muss. Für den Radverkehr
ergibt sich die besondere Situation, dass die Veloroute zwar entlang der parallel verlaufenden
Schillerstraße (Fahrradstraße) geführt wird, gleichzeitig aber auf der Wolbecker Straße mit einem
erheblichen Anteil an Quell- und Zielverkehren zu den vielfältigen Nutzungen entlang der Straße zu
rechnen ist.
Dem Rahmenplan liegen nachfolgende ordnende und gestalterische Ziele zugrunde:
 Fair und transparent: Angemessene Flächenaufteilung schaffen
 Rücksichtsvoll und besonnen: Mehr Raum für Zufußgehende schaffen
 Sicher und entschleunigt: Geschwindigkeitsangleichung prüfen
 Identitätsstiftend und umsichtig: Hansaplatz und Bremer Platz als wichtige Stadteingänge am
Übergang vom Münsteraner Umland zur Innenstadt qualifizieren
 Klimaschützend und gesund: Begrünungsstrategien entwickeln
 Grün und einladend: Aufenthaltsqualität der Seitenräume stärken
 Vielseitig und durchlässig: Plätze multifunktional nutzen
Handlungsempfehlungen für das weitere Verfahren
Die Ergebnisse aus der stadträumlichen und verkehrlichen Analyse, aus dem Reallabor sowie die
Weiterführung in den Rahmenplan mit ergänzender verkehrlicher Vertiefung bilden die Grundlage für
die Handlungsempfehlungen. Ziel ist es dabei, die im Reallabor bewährte Elemente bei den weiteren
Planungen zu berücksichtigen. Eine Einführung von Tempo 20 sollte geprüft werden, sobald es hierfür
einen rechtlichen Rahmen gibt. Die Handlungsempfehlungen gliedern sich in Empfehlungen für den
weiteren Umgang mit den Ergebnissen aus dem Dialogverfahren Wolbecker Straße, sowie ein darauf
aufbauendes dreistufiges Verfahren als Umsetzungsstrategie für die im Rahmenplan vorgestellten
Maßnahmen.

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V/0115/2022
Im Sinne eines partizipativen Prozesses mit Dialogverfahren sowie eines testenden und lernenden
Planungsansatzes, der mit dem Reallabor gewählt wurde, empfiehlt das Planungsbüro weiterhin ein
prozessuales und weiterhin auf Dialog setzendes Vorgehen. Die Ergebnisse des Rahmenplans, der
verkehrlichen Vertiefungen sowie die Leitlinien für die weitere Planung sind zeitnah mit der
Stadtbevölkerung, der Verwaltung sowie der Politik zu diskutieren, um Rückmeldungen aufzunehmen
und sie im weiteren Planungs- und Gestaltungsprozess zu berücksichtigen. Hierfür wird insbesondere
die eingangs erwähnte öffentliche Werkstatt zur Vorstellung und Diskussion des Rahmenplans und
zentraler Maßnahmen, z.B. Umgang mit Radverkehr, Umgang mit Anlieferung, Stärkung des ÖPNV
für Pendlerinnen und Pendler sowie Koordination von Nutzungen auf freiwerdenden Flächen
vorgeschlagen.
Im Anschluss an die Vorstellung der Ergebnisse sollen die nächsten Schritte zur Umsetzung in die
Wege geleitet werden. Für das weitere Verfahren wird daher vorgeschlagen, in einem dreistufigen
Verfahren schrittweise vorzugehen. Auch hierbei sollte wieder genügend Platz für den Dialog mit den
Nutzenden und Anliegenden eingeplant werden. Die einzelnen Phasen unterscheiden sich nach:
 Ad-hoc-Maßnahmen auf Basis der im Rahmen der Werkstatt entwickelten Ergebnisse,
Maßnahmen benennt, die möglichst noch in 2022 mit einfachen Mitteln umzusetzen sind.
bspw.
- Bau von Sitzgelegenheiten für niedrigschwelligen Aufenthalt in den Seitenräumen
- Umnutzung von Kfz-Stellplätzen in Radabstellanlagen, Sitzgelegenheiten und Außensitze
für Gastronomie, Aktivierung von Stellplätze durch Anwohnende/Anliegende
- Begrünungsstrategien des Straßenraums
 Zwischenlösungen auf Basis weiterführender Planungen im Anschluss an einen konkreten
anordnungsreifen verkehrstechnischen Entwurfs, die ab 2023 Maßnahmen in die Wege leiten,
die inhaltlich bereits auf die dauerhafte Umgestaltung einzahlen
bspw.
- Verlegung des Radverkehrs auf die Straße (Mischverkehr)
- Erleichterung der Querung zwischen dm und REWE-Markt für Fußgänger*innen
- Testen eines Logistik/Mobilitäts-Hubs auf dem REWE-Parkplatz in Abstimmung mit
- dem Eigentümer
- Qualifizierung Stadteingang Hansaplatz in Abstimmung mit der aktuellen Umgestaltung
- Umgestaltung des Kreuzungsbereichs und Stadteingangs Bremer Platz
- Angleichung der Geschwindigkeit von Radfahrenden und MIV
 Entwurfsplanungen zur dauerhaften Umgestaltung des gesamten Bereichs zwischen
Hansaring und Servatiiplatz von Hauswand zu Hauswand
Ausblick
Das Dialogverfahren Wolbecker Straße startete im September 2021 mit dem zehntägigen Reallabor.
In den folgenden Verfahrensschritten geht es nun darum, die Ergebnisse in konkrete Planungen
umzusetzen. Aufbauend auf die für Ende Mai / Anfang Juni 2022 vorgesehene öffentliche Werkstatt
zur Präsentation der Ergebnisse, sollen möglichst noch in 2022 erste Ad-hoc-Maßnahmen umgesetzt
werden. Parallel bereitet die Verwaltung ebenfalls aufbauend auf die Ergebnisse, die Ausschreibung
der Entwurfs- und Ausführungsplanung vor. Die Vergabe eines entsprechenden Auftrags kann bei
planmäßigem Verlauf bis Ende 2022 erfolgen. Die Vergabe der baulichen Maßnahmen unterscheidet
sich voraussichtlich nach zwei Bauabschnitten. Während die Vorbereitung der Ausschreibung
baulicher Maßnahmen im östlichen Bereich (von der Bremer Straße bis zum Hansaring) unmittelbar
im Anschluss an die Ausführungsplanung erfolgen kann, ist die bauliche Umsetzung westlich
(Servatii-platz bis Bremer Straße) abhängig von weiteren Maßnahmen (Mobility Hub, Neubau am
Servatiiplatz, Veloroute) im Umfeld. In der Zeit bis zur baulichen Umsetzung der Entwurfsplanung
werden verkehrliche Lösungen, die auf das Planungsziel einzahlen, soweit möglich interimsweise
umgesetzt. In den weiteren Verfahrensschritten werden den Handlungsempfehlungen aus dem
Dialogverfahren folgend weitere Beteiligungsmöglichkeiten angeboten. Die politischen Gremien
werden über die weiteren Schritte fortlaufend informiert und an entsprechender Stelle in die
Entscheidung eingebunden.

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V/0115/2022
In Vertretung
gez. Robin Denstorff
Stadtbaurat
Anlagen:
Anlage A
Dokumentation Dialogverfahren Wolbecker Straße (steht digital im Sitzungsdienst zur Verfügung)

Anlage A

2489 Zeichen

Anlage A zur V/0115/2022
Kurzüberblick
Mit dem moderierten Dialogverfahren zur Neuaufteilung des Verkehrsraums zwischen
Servatiiplatz und Hansaring wurde ein Prozess zur Weiterentwicklung von Straßenräumen im
Sinne einer stadtverträglichen Mobilität in die Wege geleitet.
Die Vorlage befasst sich mit den Ergebnissen und den sich daraus ergebenden
Handlungsansätzen des „Dialogverfahren Wolbecker Straße“. Für die nächsten Schritte wird ein
dreistufiges Verfahren unterschieden nach Ad-hoc-Maßnahmen, Zwischenlösungen und
endgültiger Entwurfsplanung vorgeschlagen.
Ziele/Teilziele/Zielerreichung
Mit dem moderierten Dialogverfahren zur Neuaufteilung des Verkehrsraums zwischen
Servatiiplatz und Hansaring verfolgt die Stadt Münster das Ziel einer zeitgemäßen Einbindung von
Anliegern in Planungsprozesse. Nachdem erfolgreichen Einstieg sollen die Ziele auch in den nun
folgenden Verfahrensschritten gestärkt werden.
Inhaltlich ordnet sich das Dialogverfahren in weitere Stadtentwicklungsprozesse der Stadt Münster
ein. Das Dialogverfahren hat sowohl eine Schnittmenge zum Masterplan Mobilität Münster 2035+
als auch zum Integrierten Innenstadtentwicklungskonzept (InSEK).
Finanzierung
Produktgruppe:
Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein
Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw.
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw.
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein
Bereits veranschlagt? Ja Nein
Aus den genannten Beschlusspunkten ergeben sich keine unmittelbaren finanziellen Auswirkun-
gen
Pflichtigkeitsgrad
Die Maßnahme/Leistung
ist
vollständig
pflichtig
x überwiegend
pflichtig
überwiegend
freiwillig
vollständig
freiwillig
Die vorgesehenen Beteiligungsverfahren gehen über das Maß der gesetzlich vorgeschriebenen
Beteiligung hinaus.
Die Beauftragung des Verfahrens erfolgte auf Grundlage der Beschlüsse der Vorlagen
V/0062/2020 „Stadtverträgliche Mobilität: Moderiertes Dialogverfahren zur Neuaufteilung des
Verkehrsraums an der Wolbecker Straße“ sowie V/1081/2020/1 „Stadtverträgliche Mobilität:
Moderiertes Dialogverfahren zur Neugestaltung des Straßenraums an der Wolbecker Straße
zwischen Servatiiplatz und Hansaring – Verhandlungsvergabe“.
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)
Zeitgemäße Beteiligungsverfahren sind ein wesentliches Instrument der T eilhabein der
Stadtgesellschaft.

Dokumentation Dialogverfahren Wolbecker Straße

86304 Zeichen

Amt für Mobilität und Tiefbau, Münster Marketing
Dokumentation
Dialogverfahren Wolbecker Straße

Impressum
 » Herausgeberin
Stadt Münster
Amt für Mobilität und Tiefbau 
Albersloher Weg 33 
48155 Münster 
Münster Marketing 
Klemensstraße 10 
48143 Münster
 » Konzept und Umsetzung des Reallabors
Urban Catalyst GmbH: 
Anna Bernegg
Jürgen Höfler
Theresa Kalmer
Sarah Oßwald
Franka von Pflug
Johanna Westermann
Modulorbeat:
Marc Günnewig
Annalotte Irmler
Jan Kampshoff
Simon Neumayer
SHP Ingenieure: 
Peter Bischoff
Fabienne Korte
 » Inhaltliche Bearbeitung der Broschüre
Urban Catalyst GmbH
 » Weitere Informationen
www.stadt-muenster.de/wolbecker 
www.mobil-in-muenster.de/wolbecker
Münster, April 2022

Amt für Mobilität und Tiefbau, Münster Marketing
Dokumentation
Dialogverfahren Wolbecker Straße

Abbildungsverzeichnis
 » Ralf Emmerich: S. 24; S. 25 Mitte rechts, unten rechts;  S. 26/27 unten;  
S. 31 oben links  
 » Hubertus Huvermann: Cover; S. 8; S. 10; S. 17 Mitte rechts, unten; S. 18; 
S. 23; S. 27 Mitte rechts; S. 56
 » modulorbeat: S.20; S. 27 oben; S. 33; S. 50; S. 54/55
 » Münster Marketing/Brigitte Kappenberg: S. 6; S. 27 oben rechts, Mitte 
links;  S. 29; S. 31 Mitte links; S. 34
 » Münster Marketing/Charlotte Seick: S. 31 unten
 » SHP Ingenieure: S. 17 oben, 
 » Stadt Münster/Münsterview: S. 43 
 » Urban Catalyst: S. 16; S. 22 Mitte links, unten links; S. 25 links;  S. 28;  
S. 31 oben rechts, Mitte rechts
 » Matthias Wüstefeld: S. 21 oben rechts

Ein besonderer Dank geht an: 
 » Andreas Lating vom Lyrikkeller
 » ADFC Münster
 » Bar Levin
 » Bun Bites Beef
 » Casa Pazzi
 » Dorothea Bister
 » Dr. Andrea Dittrich-Wesbuer
 » Leonie Nienhaus, B-Side
 » Glow Kitchen
 » Hartmut Brasch
 » Indro e.V.
 » Jörn Müller, City-Trödel-Raffelland
 » Julia Hansel, Fuss e.V.
 » Leonie Nienhaus, B-Side
 » Montmartre
 » Peperoni
 » Pianohaus Micke
 » Pommbuur-Fritten 
 » Salam Kitchen
 » Sascha Kullak, B-Side
 » Stefan Spitzer, REWE-Markt Wolbecker Straße
 » Ströer
 » Svea Öhlschläger
 » Teilchen & Beschleuniger
 » Ulrich Koch, Gardinen Rauch
 » und natürlich alle Besucher:innen und Teilnehmer:innen des Reallabors Wolbecker     
 Straße

7
Inhalt
A Einführung 9
B Ausgangsbedingungen des Dialogverfahrens   
Dialogverfahren zur Neuordnung der Wolbecker Straße  11
Stadt- und straßenräumliche Betrachtung 14
C Dokumentation Reallabor  
Ziele des Reallabors 19
Maßnahmen der verkehrlichen Umgestaltung 21
Programm und Formate 24
D Auswertung der Ergebnisse  
Ergebnisse aus dem Reallabor 35
Rahmenplan als Navigationssystem  45
E Schlussbetrachtungen 
Handlungsempfehlungen für das weitere Dialogverfahren 51
Ausblick 53

8

9
A Einführung
Die Wolbecker Straße ist Hauptverkehrsstraße 
und zugleich Alltagsraum. Sie verbindet die 
Innenstadt Münsters mit dem Umland und 
versorgt die Anwohnenden mit vielfältigen 
Angeboten des täglichen Bedarfs. Die Straße 
steht für ein Nebeneinander von Durchqueren 
und Verweilen. Die Wolbecker Straße ist le-
bendig, urban und hip – aber gleichzeitig auch 
überlastet und ein Unfallhotspot. Hier ist auf 
wenig Raum eine Menge los, Konflikte zwischen 
den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmenden 
sind allgegenwärtig. Die vielseitigen Nutzungen 
spiegeln sich in der Aufteilung des Straßen-
raums heute noch kaum wider, dem motori-
sierten Individualverkehr (MIV) ist ein Großteil 
des verfügbaren Raums zugeschrieben. Mit der 
Einführung Streckengeschwindigkeit Tempo 30 
(2019) und der Aufhebung der Radwegbenut-
zungspflicht (2020) wurde die Straße in den 
letzten Jahren bereits an neue Anforderungen 
angepasst. In Zukunft soll die Wolbecker Straße 
weiter an Sicherheit und Aufenthaltsqualität 
gewinnen und dennoch Hauptverkehrsachse 
bleiben. 
Um Zukunftsvisionen zu entwickeln, wie „Die 
Wolbecker“ sicherer, freundlicher und grüner 
werden kann, hat die Stadt Münster ein Dialog-
verfahren für den rund 900 Meter langen Ab-
schnitt zwischen Servattiplatz und Hansaring 
einberufen. Nach dem Motto „erst testen, dann 
planen“ startete dieses im September 2021 mit 
einem zehntägigen Reallabor und damit verbun-
denen verkehrlichen Maßnahmen auf dem knapp 
400 Meter langen Abschnitt zwischen Bremer 
Platz und Dortmunder Straße. Aus den gewonne-
nen Erkenntnissen wurden anschließend Hand-
lungsempfehlungen und ein Rahmenplan mit 
konkreten Umgestaltungsvorschlägen abgeleitet. 
Mit dem moderierten Dialogverfahren für die 
Wolbecker Straße stellt sich die Stadt Münster 
proaktiv einer Debatte für eine zukunftsori-
entierte Gestaltung innerstädtischer Straßen-
räume. Unter diesem Motto sucht die Stadt 
Münster gemeinsam mit zahlreichen Beteilig-
ten nach Antworten auf die Frage: Wie können 
wir die Innenstadt zukunftsfähig machen? Im 
Vordergrund des zehntägigen Reallabors stan-
den daher gleichermaßen der Dialog mit den 
Nutzer*innen der Straße sowie das Ausprobie-
ren konkreter verkehrlicher Maßnahmen. Ziel 
war es, die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu 
erfassen, um diese in der anschließenden Pla-
nung bestmöglich berücksichtigen zu können. 
Durch unterschiedliche Beteiligungsformate 
wurden viele verschiedene Nutzer*innengrup-
pen angesprochen und deren Meinungen fest-
gehalten: motorisierte und nicht motorisierte 
Verkehrsteilnehmer*innen, Anwohner*innen, 
Expert*innen und insbesondere Gruppen, deren 
Bedürfnisse und Alltagsroutinen oft zu wenig 
berücksichtigt werden, wie zum Beispiel Men-
schen mit Rollstuhl oder Kinderwagen, Kinder 
und Senior*innen. 
In dieser Dokumentation werden zunächst in 
Teil B die Ausgangsbedingungen des Dialog-
verfahrens und der Straße vorgestellt. In Teil C 
werden die Zielsetzung und die Formate des 
Reallabors aufgezeigt. Die Auswertung des 
Reallabors, die planerische Übersetzung in den 
Rahmenplan und die verkehrliche Vertiefung 
werden in Teil D dargestellt. Schlussbetrach-
tungen wie Handlungsempfehlungen für den 
weiteren Prozess befinden sich in Teil E.

10

11
B Ausgangsbedingungen 
des Dialogverfahrens
Auf der Wolbecker Straße kommen wie unter einem Brennglas unterschiedliche Interessen und 
Entwicklungen zusammen: Als Alltagsort wird die Wolbecker Straße vor allem von Fußgänger*in-
nen und Radfahrer*innen zum Einkaufen und Kaffeetrinken oder als Weg zur Schule genutzt. 
Gleichzeitig stellt sie für alle Verkehrsteilnehmer*innen eine wichtige Verbindung in die Innen-
stadt dar. Somit überlagern sich unterschiedliche Nutzungen und Anforderungen an den Straßen-
raum, insbesondere auch für die Pendler*innen aus der Stadtregion. Sie bergen Konfliktpotenziale, 
die besonders auf dem Abschnitt der Wolbecker Straße zwischen Brremer Straße und Hansaplatz 
deutlich werden: So kommen sich zum Beispiel Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen auf den 
Gehwegen in die Quere, Fahrradfahrer*innen fühlen sich oftmals durch die hohe Anzahl an fah-
renden und parkenden PKW auf der Straße unsicher, Cafés und Restaurants verfügen über wenig 
Fläche für Außensitze.
Gleichzeitig verändert sich auch in Münster das Mobilitätsverhalten: Es zeigt sich in einer Zunah-
me des Radverkehrs und ÖPNV sowie in einer wachsenden Vielfalt der Verkehrsmittel wie E-Bikes, 
Lastenfahrräder, E-Roller, E-Autos etc., aber auch in neuen Formen gemeinschaftlich genutzter 
Verkehrsmittel. Somit müssen in Zukunft auch der Parkraum für Shared Mobility und Ladestatio-
nen für Verkehrsmittel mit Elektroantrieb sowie für Lieferdienste stärker mitgedacht werden. Aber 
auch Veränderungen der Gewerbenutzungen in den Erdgeschosszonen sowie drängende Zukunfts-
themen wie die Anpassung an den Klimawandel stellen neue Anforderungen an die Wolbecker 
Straße. Teil B zeigt zunächst den Gesamtprozess des Dialogverfahrens auf. Anschließend wird die 
Wolbecker Straße unter stadt- und straßenräumlichen Gesichtspunkten vorgestellt.
Dialogverfahren zur Neuordnung der Wolbecker Straße 
Um die vielfältigen und teils gegensätzlichen 
Interessen und Anliegen in Bezug auf die 
Wolbecker Straße zu fassen und in Einklang 
zu bringen, entschied sich die Stadt Münster 
Anfang 2021 für die Initiierung eines Dialogver-
fahrens. Das Herz des Dialogverfahrens stellte 
das zehntägige Reallabor dar, in dem die unter-
schiedlichen Perspektiven und Themen auf-
gegriffen und zur Diskussion gestellt wurden.
Dafür wurde die Straße in diesem Zeitraum 
auch verkehrlich umgestaltet und mit einer mo-
bilen Basisstation und unterschiedlichen Betei-
ligungsformaten begleitet. Das Reallabor wurde 
zuvor durch eine stadträumliche und verkehr-
liche Analyse, die Gestaltung eines grafischen 
Erscheinungsbildes, die Entwicklung von Betei-
ligungsformaten und durch die Aktivierung und 
Ansprache der Anlieger: innen vorbereitet. Die 
Ergebnisse aus dem Reallabor stellten im Nach-
gang eine wichtige Grundlage für die Erarbei-
tung eines Rahmenplans und der verkehrlichen 
Vertiefungen dar.

12

13

14
Stadt- und straßenräumliche Betrachtung
Die Grundlage für die verkehrliche Umgestaltung und die Formate des Reallabors war eine intensive 
Auseinandersetzung mit dem Stadt- und Straßenraum:
Stadträumliche Betrachtung
Der zwischen Eisenbahnbrücke und Hansaring 
gelegene innerstädtische Abschnitt der Wolbe-
cker Straße verbindet den Hauptbahnhof sowie 
das Bahnhofs- und Hansaviertel mit den umlie-
genden Wohnquartieren.
 » Städtebau
Geschlossene, drei- bis viergeschossige Block-
randstrukturen sowie einzelne öffentliche Plätze 
(Bremer Platz, Hansaplatz, Zumsandeplatz) 
prägen die Wolbecker Straße. Unregelmäßige 
Blockgrößen erzeugen ein abwechslungsreiches 
stadträumliches Ensemble, wobei die Durchwe-
gung an einzelnen Abschnitten nur für nicht mo-
torisierte Verkehrsteilnehmer*innen ermöglicht 
wird (bspw. REWE-Parkplatz, Linnebornstiege).
 » Angrenzende Nutzungen
Die Wolbecker Straße ist vor allem zwischen Bre-
mer Platz und Dortmunder Straße eine wichtige 
Schlagader mit intensiver Nutzung der Erdge-
schosszonen durch die umliegenden Anwoh-
ner*innen der umliegenden Quartiere. Mit ei-
nem vielfältigen gastronomischen Angebot und 
diversen Einzelhandelsbetrieben übernimmt die 
Wolbecker Straße wesentliche Funktionen der 
Nahversorgung. Fachmärkte für Lebensmittel 
und Drogeriebedarf, Fachgeschäfte wie Bäckerlä-
den und Friseursalons decken die Grundversor-
gung für den täglichen und mittelfristigen Be-
darf. Diese hohe Angebotsdichte im Straßenzug 
trägt zu einer hohen Bekanntheit und starken 
Nutzung des Straßenzuges, vor allem durch die 
Nachbarschaft, bei. 
Dieser Nutzungsmix wird in den letzten Jahren 
durch zahlreiche gastronomische Angebote 
und vereinzelte Kindertagesstätten überlagert. 
Handel und Gastronomie sind in Veränderung, 
zahlreiche neue Geschäfte und Lokale, die sich 
insbesondere auch an ein junges studentisches 
Zielpublikum wenden, wurden innerhalb der
etzten zehn Jahre eröffnet. Damit verbunden
sind Aufwertungstendenzen sowie eine höhe-
re Nachfrage und Besucher*innenfrequenz im 
Bereich dieses Straßenabschnitts. Zahlreiche 
soziale Einrichtungen (Overbergschule, Kinder-
tagesstätten, Senior*inneneinrichtung, Zweig-
stelle der Stadtbibliothek, Drogenhilfezentrum 
etc.) verstärken zusätzlich die Bedeutung der 
Wolbecker Straße für das Quartier.
 » Nachbarschaften und angrenzende  
Akteur:innen
Mit den unterschiedlichen Angeboten auf der 
Wolbecker Straße geht eine heterogene Nut-
zer*innenstruktur einher. Während Personen 
mit Substitutions- oder Drogenproblemen 
vornehmlich den benachbarten Bremer Platz 
als Treffpunkt nutzen, kommt das studentische 
Milieu abends gerne zwischen Dortmunder Stra-
ße und Linnebornstiege zusammen. Vor- und 
nachmittags nutzen Kinder und Jugendliche die 
Außenräume der umliegenden Bildungsinsti-
tutionen. Während der Öffnungszeiten werden 
die Einkaufmöglichkeiten von der Nachbarschaft 
wahrgenommen. Wenngleich einige Gruppen 
sich räumlich voneinander abgrenzen und zeit-
lich versetzt agieren, kommt es aufgrund der 
räumlichen Nähe zu Überlappungen und Inter-
essenskonflikten. Insgesamt kann das Quartier 
des angrenzenden Hansaviertels aufgrund der 
vielseitigen Akteur*innenkonstellationen als sehr 
dynamisch und urban beschrieben werden.
 
Die Entwicklung des angrenzenden Hansaviertels 
erfährt auch bundesweite Aufmerksamkeit. Es 
wurde als eines von vier Pilotquartieren der Na-
tionalen Stadtentwicklungspolitik 2021 im Pro-
gramm „Stadt gemeinsam gestalten. Neue Model-
le der Quartiersentwicklung“ ausgezeichnet. Aus 
zivilgesellschaftlicher Initiative heraus entsteht im 
Rahmen des Pilotprojekts ein umfassender Prozess 
der Quartiersentwicklung, in dem neue Formate 
der Mitbestimmung und Mitgestaltung unter Ko-
ordination des Hansaforums erprobt werden.

15
Straßenräumliche Betrachtung
Im Folgenden wird die Ausgangssituation der 
Wolbecker Straße für die unterschiedlichen 
Verkehrsarten Rad- und Fußverkehr, öffentli-
cher Personennahverkehr (ÖPNV) und Kfz-
Verkehr dargestellt und analysiert:
 » Radverkehr – Schnittstelle zur Veloroute
Auf Höhe der Eisenbahnunterführung wurden 
in den letzten Jahren durchschnittlich etwa 
9.000 Radfahrende am Tag gezählt. Damit 
ergibt sich ein Verkehrsaufkommen, das in 
diesem Abschnitt annähernd dem des Kfz-Ver-
kehrs entspricht. Da die Veloroute zwischen 
Everswinkel und Münster, die sich in diesem 
Abschnitt noch im Planungsstadium befindet, 
zwischen Everswinkel und Münster am Bremer 
Platz auf die parallel verlaufende Schillerstraße 
verschwenkt, ist die Radverkehrsfrequenz im 
östlichen Teil der Wolbecker Straße vermutlich 
etwas geringer. Dennoch kommt dem Rad-
verkehr aufgrund der vielen Ziele entlang des 
innerstädtischen Abschnitts der Wolbecker 
Straße eine wesentliche Bedeutung zu. 
Der Radverkehr verläuft auf schmalen, baulich 
angelegten Radfahrstreifen sowie weitgehend 
im Seitenraum. Große Hinweisschilder am Stra-
ßenrand weisen explizit darauf hin, dass diese 
Radwege nicht benutzungspflichtig sind und das 
„Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt“ ist. Auffällig 
ist zudem der offensichtliche Mangel an Fahrrad-
abstellanlagen im Straßenraum, fast überall wer-
den Fahrräder an den Fassaden auf den Gehwe-
gen abgestellt. Auch eine Vielzahl an verwaisten 
Rädern, von denen viele nicht mehr fahrtüchtig 
sind, sind im Straßenraum vorzufinden.
 » Fußverkehr – Schmaler Seitenraum mit vie-
len Hindernissen
Für Zufußgehende stellen die abgestellten 
Fahrräder auf den ohnehin sehr schmalen Geh-
wegen ein Hindernis dar. Sie bergen ein Gefah-
renpotenzial, da sie Zufußgehende zwingen, auf 
die Radwege auszuweichen. 
Weitere Engstellen ergeben sich durch diverse 
Einbauten (Verkehrsschilder, Straßenbeleuch-
tung) oder werden von haltenden Fahrzeugen 
verursacht. Durch das Ausweichen der Fußgän-
ger*innen auf Radwege ergeben sich an diesen 
Stellen zusätzliche Konflikte zwischen den Ver-
kehrsteilnehmenden. Besondere problematisch 
sind diese Hindernisse auch im Hinblick auf die 
Barrierefreiheit.
 » Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) – 
Hauptachse im ÖPNV
Mit den Stadtbuslinien 11, 22, 33/34, der Nacht-
buslinie N 84 sowie weiteren Regionallinien 
ergeben sich etwa 500 Busfahrten pro Tag. 
Alle drei Minuten fährt tagsüber ein Bus unter 
der Eisenbahnbrücke hindurch. Allein aus den 
Stadtbussen steigen täglich etwa 1.500 bis 2.000 
Fahrgäste an den drei Haltestellen Bremer Platz, 
Sternstraße und Sophienstraße ein oder aus. 
Damit stellt die Wolbecker Straße eine wichtige 
Achse im ÖPNV-Netz Münsters dar.
Mit einem Abstand von etwa 300 Metern sind 
Bushaltestellen aus dem Einzugsbereich auf 
sehr kurzen Wegen erreichbar. Der dichte Hal-
testellenabstand führt jedoch auch dazu, dass 
die Busse in kurzen Abständen halten müssen, 
um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen, so 
dass die Busse häufig das Geschwindigkeits-
niveau im Kfz-Verkehr vorgeben.
 » Kfz-Verkehr – Hauptachse für den   
Autoverkehr
Die Wolbecker Straße ist eine Hauptverkehrs-
straße in der Stadt Münster und Teil des klas-
sifizierten Straßennetzes (Kreisstraße 9). Als 
Hauptachse in die Stadt hat sie eine zentrale 
Verbindungsfunktion zwischen der Innenstadt, 
den Außenbezirken und der Stadtregion. An 
Werktagen verkehren etwa 10.000 Kraftfahr-
zeuge auf der Wolbecker Straße. Seit Anfang 
2019 gilt zwischen dem Bremer Platz und dem 
Hansaring aus Lärmschutzgründen eine Stre-
ckengeschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. 
Aufgrund der vielen Geschäfte und gastronomi-
schen Einrichtungen in den Erdgeschosszonen 
kommt der Wolbecker Straße auch eine hohe 
Erschließungs- und Aufenthaltsfunktion zu. Für 
den Kfz-Verkehr gibt es daher straßenbegleiten-
de Stellplätze für Besucher*innen, Kunden*in-
nen- und Lieferverkehre, die überwiegend

16
bewirtschaftet sind. Die Parkregelung ist derzeit 
uneinheitlich: Stellenweise gibt es eine Bewirt-
schaftung mit Parkschein, andernorts ein einge-
schränktes Halteverbot mit unterschiedlichen 
zeitlichen Einschränkungen, teilweise ist auch 
freies Parken erlaubt.
 » Unfallgeschehen
Zwischen dem Servatiiplatz und der Dortmun-
der Straße ereigneten sich in den letzten Jahren 
zahlreiche Unfälle mit Leicht- und Schwerver-
letzten (Quelle: Stadt Münster, Unfalldaten 
der Polizei 2018-2020). Die Auswertung der 
Unfalltypensteckkarte zeigt, dass bei einem 
Großteil der Unfälle Radfahrende beteiligt sind. 
Ziel muss daher es sein, die Verkehrssicherheit 
insbesondere für diese Gruppe zu verbes-
sern und Unfallfolgen zu vermeiden, indem 
bspw. Radfahrende stärker in das Blickfeld des 
Kfz-Verkehr gerückt werden, diesen mehr Raum 
gegeben wird und die Geschwindigkeit des 
Kfz-Verkehrs herabgesetzt wird.
Das Umfeld der Wolbecker Straße wird von einer 
aktiven Nachbarschaft mitgestaltet. 
Die Wolbecker Straße ist heute 
von lebendigen Erdgeschosszo -
nen mit Gastronomien und Ein-
zelhandel geprägt. Seit 2020 ist 
die Radwegebenutzungspflicht 
an der Wolbecker Straße zwi-
schen Servatiiplatz und Hansa-
ring aufgehoben. Radfahrende 
können sowohl auf der Fahrbahn 
als auch auf dem schmalen Rad-
weg fahren.

17
Im Bereich des Reallabors zählt die Wolbecker Straße mit drei Bushal-
testellen je Richtung eine hohe Haltestellendichte.
Die vorhandenen Fahrradabstellflächen am Fahrbahnrand reichen für 
die hohe Anzahl an Fahrrädern nicht aus.
Verkehrswidrig abge -
stellte Pkw verengen den 
Seitenraum zusätzlich.
Auf dem Gehweg 
abgestellte Fahrräder 
nötigen Zufußgehende 
auf den Radweg auszu -
weichen, was zu Konflik -
ten führt.

18

19
C Dokumentation     
Reallabor 
Das Reallabor wurde in einem kompakten Zeitraum von zehn Tagen im September 2021 durch-
geführt. Zur Umsetzung gehörte neben verkehrlichen Umgestaltungen ein Rahmenprogramm mit 
vielseitigen Dialog- und Beteiligungsformaten wie Spaziergängen, Mittagstischen, Beteiligungs-
karten, einem Open-Air-Kino und einem Nachbarschaftsgespräch. Das für das Reallabor eigens 
angefertigte Mobiliar – bestehend aus Hockern, Aufstellern und einem umgebauten Marktstand 
– trug zur Sichtbarkeit der Aktion im Straßenraum bei. Im Rahmen des Reallabors gelang es, viele 
Menschen zu beteiligen, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen Austausch über Zu-
kunftsvisionen und Gestaltungsideen anzustoßen. Die verschiedenen Formate wurden durch ein 
interdisziplinäres Team aus beauftragten Planungsbüros und der Stadtverwaltung durchgehend 
begleitet. Teil C zeigt sowohl die Ziele des Reallabors als auch die verkehrlichen Maßnahmen sowie 
die Inhalte der Beteiligungsformate auf.
Ziele des Reallabors
Das gegenseitige Lernen in einem experimen-
tellen Umfeld stand beim Reallabor Wolbecker 
Straße im Vordergrund. Anstatt die Wolbecker 
Straße direkt umzugestalten, wurde ein vorlau-
fender Planungsansatz gewählt, der sich durch 
ein schrittweises Testen und Diskutieren von 
Umgestaltungsvorschlägen auszeichnet. Die-
ser Ansatz ermöglicht sowohl Bürger*innen, 
Anwohner*innen als auch der Verwaltung ein 
Miteinander-Lernen im direkten Dialog sowie 
anhand von Ergebnissen. Als Beteiligungsform 
wurde daher ein Reallabor gewählt, das sich 
dadurch auszeichnet, dass unterschiedliche 
Akteur*innen aus Verwaltung, Planungsdiszi-
plinen und Stadtgesellschaft zusammenkom-
men, um zukunftsfähige Lösungen zu erarbei-
ten und auszuprobieren. 
Das Reallabor verfolgte mehrere Ziele: 
Verschiedene Zielgruppen ansprechen 
und Nutzer*innen ins Gespräch bringen:
Im Reallabor des Dialogverfahrens Wolbecker 
Straße sollten unterschiedliche Perspektiven auf 
den Raum verdeutlicht und sichtbar werden. Die 
vielfältigen, teils gegensätzlichen Interessen, die 
an der Wolbecker Straße bestehen, sollten dabei 
herausgearbeitet werden. Das Reallabor diente 
als Plattform, durch die unterschiedliche Nut-
zer*innen-/Zielgruppen (wie Bewohner*innen, 
Menschen mit Behinderung, Fußgänger*innen, 
Radfahrer*innen, Autofahrer*innen) miteinander 
ins Gespräch kommen, um für unterschiedliche 
Perspektiven, alltägliche Konfliktsituationen und 
-themen sensibilisiert zu werden.

20
Raum erlebbar machen und Lösungs-
vorschläge diskutieren:
Ein weiteres Ziel war es, durch den veränder-
ten Straßenraum eine neue Umgebung und 
damit ein neues Raumerleben zu ermöglichen 
und einen greifbaren Kontext für Dialog und 
Kritik zu schaffen, um mit den Nutzer*innen 
über die Weiterentwicklung der Wolbecker 
Straße in Austausch zu treten. Dafür wurden 
Lösungsansätze (siehe Maßnahmen der ver-
kehrlichen Umgestaltung) ausprobiert und 
Veränderungsmöglichkeiten der Wolbecker 
Straße zur Diskussion gestellt. Auf Grundlage 
der städtebaulichen und verkehrlichen Analyse 
wurden schließlich Maßnahmen als Vorschlä-
ge entwickelt, die für den Zeitraum des Realla-
bors temporär auf der Straße angewendet und 
getestet wurden.
Offenen Prozess gestalten und aus 
Ergebnissen lernen:
Das Reallabor war als offener Experimentier- 
und Dialogprozess angelegt, in dem unter-
schiedlichste Themen und Anregungen einge-
bracht werden konnten. Auf diese Art sollte ein 
gegenseitiges Lernen für Nutzer*innen, An-
wohner*innen und die Verwaltung ermöglicht 
werden. Aus den Ergebnissen wurde schließlich 
ein Rahmenplan mit konkreten Umgestaltungs-
vorschlägen, eine verkehrliche Vertiefung sowie 
Empfehlungen für den weiteren Prozess erar-
beitet (siehe Kapitel D).
Vielfältige Nutzer:innengruppen kamen miteinan-
der in Austausch und diskutierten ihre Perspektven 
und Einschätzungen zur Wolbecker Straße.

21
Maßnahmen der verkehrlichen Umgestaltung
Ein wesentlicher Bestandteil des Reallabors 
war das Testen verkehrlicher Maßnahmen, mit 
denen der Straßenraum umverteilt, die Ver-
kehrssicherheit verbessert und die Aufenthalts-
qualität in den Seitenräumen gestärkt werden 
sollten. Aufgrund des kompakten Zeitraums der 
temporären Umgestaltung und der kurzen Vor-
bereitungszeit wurden bevorzugt Maßnahmen 
ausgewählt, die mit vertretbarem Aufwand und 
Mitteleinsatz eine sichtbare Veränderung im 
Straßenraum erzielen konnten. Im Detail wurden 
folgende verkehrlichen Elemente umgesetzt:
Herabsetzung des Tempos auf 20 km/h
Zwischen Bremer Straße und Dortmunder Stra-
ße wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
von 30 auf 20 km/h reduziert. Bei dieser Ge-
schwindigkeit können die meisten Radfahrenden 
gut im Kfz-Verkehr mitfahren, so dass weniger 
Überholvorgänge zu erwarten sind und Kon-
fliktsituationen verhindert werden. Durch gerin-
gere Geschwindigkeiten können in der Regel die 
Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*in-
nen erhöht und Unfälle vermieden werden.
Radverkehr auf der Fahrbahn
Um den Fußgänger*innen im Seitenraum mehr 
Platz zur Verfügung zu stellen, wurde der Rad-
verkehr stadtauswärts zwischen Linnebornstiege 
und Dortmunder Straße sowie stadteinwärts 
zwischen Sophienstraße und Sauerländer Weg 
auf die Fahrbahn geführt und damit ein „Misch-
verkehr“ eingeführt. Die Nutzung der Fahrbahn 
durch Radfahrende war nun nicht mehr freiwil-
lig, sondern bindend. Die baulich angelegten 
Radwege im Seitenraum wurden den Gehwegen 
zugeordnet und mit Piktogrammen entspre-
chend gekennzeichnet. Die Verbreiterung der 
teilweise sehr schmalen Gehwege sollte die 
Verkehrs- und Aufenthaltsqualität für Fußgän-
ger*innen verbessern. 
Vom zusätzlichen Platzangebot sollten insbe-
sondere auch mobilitätseingeschränkte Perso-
nen und Kinder, die weiterhin mit dem Fahrrad 
auf dem Gehweg fuhren, profitieren. Durch die 
getrennte Führung sollte sich zudem das Kon-
fliktpotenzial zwischen Zufußgehenden und 
Radfahrenden verringern.
Aktivierung von Pkw-Stellplätzen
Während des Reallabors wurden 25 Stellplät-
ze am Fahrbahnrand, die zuvor mit Parkschein 
bewirtschaftet wurden, für neue Nutzungen zur 
Verfügung gestellt. Die freigewordenen Flächen 
konnten beispielsweise mit Sitzmöglichkei-
ten eingerichtet oder von Initiativen bespielt 
werden. Stellplätze, auf denen im Bestand ein 
eingeschränktes Halteverbot gilt, blieben über-
wiegend erhalten oder wurden als Lieferzonen 
zum Be- und Entladen kenntlich gemacht. Eini-
ge Stellplätze wurden auch für die temporäre 
Verkehrsführung der Radfahrenden benötigt. 
Der Bespielung der Stellplätze war ein Aufruf 
vorausgegangen. Diesem folgten beispielsweise 
die beiden benachbarten Bars „Bun Bites Beef“ 
und „Bar Levin“. Diese zimmerten sich auf dem 
Fahrbahnrand einen temporären Außengast-
ronomiebereich mit Tischen und Bänken aus 
Europaletten und Holzresten. Andere Gewerbe-
treibende machten Angebote auf einem Teil des 
Gehwegs: Das „Pianohaus Micke“ stellte ein Kla-
vier auf den Bürgersteig, das von zahlreichen Pas-
sant*innen bespielt wurde. Mitglieder des ADFC 
rollten einen Kunstrasen auf dem Seitenstreifen 
aus. Andreas Lating vom Lyrikkeller tippte auf 
seiner Schreibmaschine spontane Texte auf 
Themenvorschlag von Passant*innen auf einer 
Anhängerplattform. Am letzten Wochenende 
frittierten „Pommbuur-Fritten“ in ihrer mobilen 
Küche Pommes – dort, wo sonst Autos parken.
Verbesserung der Überquerbarkeit
Um Fußgänger*innen das Überqueren der 
Wolbecker Straße zu erleichtern und den Ver-
kehr zu entschleunigen, wurde auf Höhe der 
Haltestelle Sternstraße eine Querungshilfe in 
Form einer breiten und überlangen Mittelinsel

22
eingerichtet. Ein positiver Nebeneffekt dieser 
Maßnahme im Hinblick auf die Verkehrssi-
cherheit ist die Entschleunigung des MIV, der 
um die Verkehrsinsel herumgeleitet wurde. 
Die Mittelinsel wurde dabei so platziert, dass 
Radfahrende zwar an einem haltenden Bus 
vorbeifahren können, der Kfz-Verkehr diese 
jedoch nicht überholen konnte. Der Bus konnte 
die Haltestelle so als Pulkführer verlassen und 
Verlustzeiten auch bei hohem Verkehrsaufkom-
men geringhalten. Um im Notfall Einsatz- und 
Rettungsfahrzeugen auch bei zwei gegenüber-
liegend haltenden Bussen ein Durchkommen 
zu sichern, wurde die Mittelinsel entsprechend 
breit und überfahrbar ausgebildet.
Ob mit einem Kunstrasen, Palmen, einer mobi-
len Küche, Lyrik oder Klavier – wie vielfältig die 
Möglichkeiten sind Stellplätze zu bespielen, zeigte 
sich während des Reallabors.

23
Das Tempolimit wurde für die Projekttage von 30 auf 20 km/h gesenkt 
und damit die Geschwindigkeit von Autofahrenden und Radfahrenden 
einander angenähert.
Fahrradfahrer*innen wurden im Rahmen des Reallabors auf die Fahr -
bahn geleitet. Die Radwege wurden den Zufußgehenden zugewiesen.
Eine temporäre Mittelinsel auf Höhe der Bushaltestelle Sternstraße 
erleichterte Fußgänger*innen das Überqueren der Fahrbahn.

24
Programm und Formate
Die Straße anders als gewohnt zu erleben und 
sich darüber auszutauschen – darin lag ein 
wesentlicher Fokus des Reallabors. Der Ort des 
Austauschs war die Basisstation auf dem beleb-
ten REWE-Parkplatz: An einem umgestalteten, 
acht Meter langen Marktstand konnten Passie-
rende und Interessierte täglich zwischen 10:00 
und 18:00 Uhr mit dem Reallabor-Team – be-
stehend aus Mitarbeitenden der beauftragten 
Büros Urban Catalyst und modulorbeat – sowie 
Vertreter*innen der Verwaltung ins Gespräch 
kommen und sich über das Reallabor informie-
ren. Um viele unterschiedliche Perspektiven auf 
die Straße einzufangen und leicht ins Gespräch 
zu kommen, wurden viele verschiedene Beteili-
gungsformate angeboten.
Das Programm startete am ersten Wochenende 
mit Aktionen. Dazu gehörten eine künstlerische 
Herangehensweise an die Straße im Rahmen 
eines Zeichenworkshops. In moderierten Spa-
ziergängen konnte das vielseitige Wissen der 
Teilnehmenden über die Straße für den Prozess 
erschlossen werden. Während des Nachbar-
schaftsgesprächs wurden unterschiedliche 
Perspektiven auf die Straße und Wünsche an 
eine Umgestaltung von Anwohner*innen ein-
gebracht. Anschließend konnten sich Interes-
sierte während einer Filmvorführung von men-
schen- und umweltgerechten Umgestaltungen 
städtischer Räume inspirieren lassen. Unter 
der Woche stand das Erleben der verkehrlichen 
Umgestaltungen sowie der Austausch darüber 
im Vordergrund. Teil des zweiten Wochenen-
des waren die Abschlussveranstaltung und eine 
Ausstellung der Meinungen und Ergebnisse. 
Eine Konstante im Programm stellte der tägli-
che Mittagstisch an der Basisstation als Dialog-
format dar.
Die unterschiedlichen Beteiligungsformate 
luden zum Austausch ein und sollten vor allem 
auch Spaß machen. Das buntgestreifte Realla-
bor-Mobiliar bestehend aus Holzhockern und 
Aufstellern unterstützte die Sichtbarkeit der 
Basisstation. Zum Programm gehörten folgende 
Formate: 
Ein Info-Flyer mit den wesentlichen Programm-
punkten wurde vorab in der Nachbarschaft verteilt. 
Direkt vor Ort baute das modulorbeat-Team einige 
Tage vor dem Start ihr eigens für das Reallabor 
entworfenes Mobiliar.

25
Auftaktevent
Das Auftaktevent verwandelte einen Transit-
raum in einen Aufenthaltsraum und ermög-
lichte den Besucher*innen einen Bereich des 
Tunnels unter der Eisenbahnbrücke neu zu 
erleben. Das Setting regte zum Austausch über 
die Maßnahmen des Reallabors, die Wolbecker 
Straße und ihrer Zukunftsvisionen an.
Die Eröffnung des Reallabors fand unter der Eisenbahn-
brücke statt und läutete die Projekttage mit Musik und 
informellen Gesprächen ein.

26
Interaktionswand und Plakatwand
Beim Vorbeigehen schnell eine Idee zur Zukunfts-
vision für die Wolbecker Straße hinterlassen – das 
ermöglichte die insgesamt 20 Meter lange In-
teraktionswand unter der Eisenbahnbrücke. Auf 
einem Plan der Wolbecker Straße konnten Pas-
sant*innen zudem Ideen für die Straße, Lieblings-
orte und Gefahrenstellen und vieles mehr ein-
zeichnen. Am Ende der Woche waren die Plakate 
gefüllt mit Informationen zu den Fragen „Was ist 
für die Zukunft der Straße besonders wichtig?“, 
„Wie nutzt Du die Straße?“ und viele weitere. 
Wissenswerte und anregende Verkehrsfakten 
waren auf der gegenüberliegenden Straßenseite 
angeklebt. Die 22 Poster zeigten Hintergrundinfor-
mationen und sollten zum Nachdenken über die 
Themen Verkehrsmittelwahl, Flächenverteilung 
und Verkehrsverhalten anregen. 
Gespräche an der Basisstation
Über Flyer an die Nachbarschaft, Social Media, 
Presseartikel und Radio-Teaser wurde auf das 
Reallabor aufmerksam gemacht. Die meisten 
Besucher*innen kamen allerdings spontan zur 
Basisstation und äußerten sich über den Ist-Zu-
stand und die verkehrlichen Umgestaltungen im 
Rahmen des Reallabors. Das Projektteam, das an 
pinken Warnwesten zu erkennen war, bestand 
sowohl aus Mitarbeitenden der beauftragten Bü-
ros als auch aus Vertreter*innen der Verwaltung 
der Stadt Münster. So konnten Bürger*innen 
ihre Anregungen, Kritik und Erfahrungen direkt 
an zuständige Mitarbeiter*innen herantragen. 
Die Stadtverwaltung wurde für die Passant*in-
nen greifbar, deren Redebedarf über die Straße 
ungebrochen groß war. Es beteiligten sich  
Bürger*innen zwischen 6 und 92 Jahren.
Offener Mittagstisch
Einen zentralen Programmpunkt des Reallabors 
stellte der tägliche Mittagstisch an der Basissta-
tion dar. Das Angebot diente als niederschwel-
liger Türöffner für die Kontaktaufnahme zu 
Passant*innen und entewickelte sich zum Treff-
punkt in der Nachbarschaft. Für die kostenlose 
Verpflegung sorgten umliegende Gastronomien 
mit großem Engagement.
Zeichenworkshop
Eine künstlerische Herangehensweise an die 
Straße bot der Zeichenworkshop am ersten 
Wochenende. Unter der Anleitung einer Illustra-
torin brachten große und kleine Teilnehmer*in-
nen ihre Eindrücke und Visionen der Wolbecker 
Straße zu Papier. Die entstandene Collage veran-
schaulicht die drängenden Themen der Wolbe-
cker Straße wie zum Beispiel den motorisierten 
Verkehr mit seinen negativen Auswirkungen 
wie Lärmemissionen und erhöhter Unfallgefahr. 
Auch der Wunsch nach mehr gegenseitiger 
Rücksichtnahme und mehr Platz für Fußgän-
ger*innen und Fahrradfahrer*innen fand in der 
Collage Platz.
Die Wände unter der Eisenbahnbrücke boten Raum 
sowohl für Interaktion (stadteinwärts) also auch für 
Fakten zur Wolbecker Straße (stadtauswärts).

27
Beim gemeinsamen Zeichnen, Basteln 
und Kleben wurden Ideen und Visionen 
auf einer Collage zusammengebracht.
Der Mittagstisch von der umliegenden Gastro-
nomie schuf eine gute Grundlage für Gespräche.
An der mobilen Basisstation auf 
dem Supermarkt-Parkplatz kamen 
Interessierte mit dem Projektteam 
und Vertreter*innen der Verwaltung 
ins Gespräch.

28
Moderierte Spaziergänge
Die Aktivitäten auf der Wolbecker Straße sind 
hoch, der Raum ist knapp. Und jede Nutzer*in-
nengruppe hat eine eigene Perspektive auf die 
Straße. Um dieses Bürger*innenwissen zu er-
schließen, wurden drei moderierte Spaziergänge 
durchgeführt, die den Teilnehmenden Raum 
gaben, ihre eigenen Ansichten einzubringen 
und die Herausforderungen an Ort und Stelle zu 
veranschaulichen. So schilderten beispielsweise 
Teilnehmende mit körperlichen Einschränkun-
gen ihre Probleme im Alltag, die die aktuelle 
Gestaltung der Wolbecker Straße nach sich zieht. 
So sind Rad- und Fußwege für blinde Menschen 
nur schwer auseinanderzuhalten, da es nur op-
tische Kennzeichnungen auf den Wegen gibt. 
Quer geparkte Fahrräder bergen Gefahren, da sie 
Zufußgehende dazu zwingen, auf den Radweg 
auszuweichen. Auch seien die Bordsteinkanten 
der Fußwege höher als die der Radwege, was 
Rollstuhl-Fahrer*innen beim Queren von Sei-
tenstraßen ebenfalls zur Nutzung des Radwegs 
zwinge. Teilnehmer*innen gaben der Gruppe mit, 
dass Zufußgehende in Statistiken zum Modal Split 
in der Regel zu kurz kämen: So seien ÖPNV-Nut-
zer*innen einen erheblichen Teil ihrer Wege 
zu Fuß unterwegs, werden aber – aufgrund der 
höheren Kilometerzahl – als ÖPNV-Nutzer*innen 
gezählt. 
Anwohner*innen machten auf weitere Verände-
rungen der Straße aufmerksam: Läden des täg-
lichen Bedarfs würden zu hippen Kneipen und 
Restaurants verwandelt. Das unterstütze Gentri-
fizierungstendenzen und steigende Mieten im 
Hansaviertel. Veränderungen auf der Wolbecker 
Straße zur Steigerung der Lebensqualität und 
zur Abmilderung von Verkehrsproblemen soll-
ten aber keineswegs aus Sorge vor Aufwertungs-
tendenzen unterbunden werden. 
Einige Radfahrende äußerten, dass sie sich auf 
der Fahrbahn unsicher fühlten und einen separa-
ten Radweg bevorzugen würden. Andere Teil-
nehmende befürworteten die Nutzungspflicht 
der Fahrbahn für Radfahrende insbesondere bei 
Tempo 20 km/h im Rahmen der verkehrlichen 
Umgestaltungen. An vielen Beispielen wurde 
während der Spaziergänge deutlich, dass Maß-
nahmen zusammengedacht werden müssen. 
Auch das angedachte Quartiersparkhaus sollte 
unterschiedliche Nutzungen zusammenden-
ken. So sollte es auch über öffentliche Toiletten 
verfügen. Die Umbenennung des Parkhauses in 
„Quartiersparkhaus“ würde die neue Ausrich-
tung auf Anwohner*innen verdeutlichen und sei 
damit zu begrüßen. Ein anderes Preissystem sei 
allerdings eine Voraussetzung für die Akzeptanz 
einer Reduzierung von Pkw-Stellplätzen.

29
Die Stadtspaziergänge boten allen Beteiligten Einblicke in unter -
schiedliche Perspektiven und Herausforderungen der Straße.

30
Nachbarschaftsgespräch
„Was macht die Wolbecker Straße in Zukunft 
aus?“ lautete die zentrale Frage des Nachbar-
schaftsgesprächs. In der niedrigschwelligen 
Diskussion auf dem Supermarktparkplatz gab es 
zunächst Einblicke aus Perspektive der Verwal-
tung, der Planung und von Nachbarschaftsinitiati-
ven, bis schließlich die Teilnehmenden ihre ganz 
unterschiedlichen individuellen Sicht- 
weisen einbrachten. 
Anwohner*innen begrüßten jene Zukunftsvi-
sionen, die auf eine geringere Dominanz des 
Autoverkehrs im Viertel setzen. Den Vorstoß 
„Lastenräder statt Lieferfahrzeuge“ teilten aller-
dings nicht alle in der Runde. Lokale Händler*in-
nen seien auf Transporter angewiesen und der 
ohnehin knappe Parkraum im Viertel sei durch 
die Maßnahmen im Rahmen des Reallabors 
noch eingeschränkter. Fahrradfahrende äußer-
ten sich dagegen positiv zur Reduzierung von 
Pkw-Stellplätzen. Neben der Verbesserung von 
Sichtachsen und einem größeren Platzangebot 
würden sich mit weniger Stellplätzen auch fol-
genschwere „Dooring-Unfälle“ – also Unfälle in 
Folge unaufmerksam geöffneter Pkw-Türen – 
verringern lassen.
Pendler*innen gaben der Runde mit, dass das 
ÖPNV-Angebot zwischen Innenstadt und Umland 
noch unzureichend sei. 
Viele in der Runde wünschten sich eine „ver-
kehrsberuhigte Wolbecker“. Die Teilnehmenden 
waren sich darüber einig, dass die gesammelten 
Ideen und Anregungen des Reallabors keinesfalls 
im Planungsdickicht verschwinden dürften. 
Open-Air-Kino
Inspiration für eine andere Stadtplanung gab der 
Dokumentarfilm „The Human Scale“. Der Film 
des dänischen Architekten und Stadtplaners Jan 
Gehl geht am Beispiel von fünf Metropolen der 
Frage einer lebenswerten Stadt nach und zeigt 
Möglichkeiten auf, wie sie nach den Bedürfnissen 
des Menschen gestaltet werden können, um die 
Lebensqualität zu verbessern. Gehl erklärt die 
Bedürfnisse der Menschen nach mehr Fuß- und 
Radwegen und nach mehr Orten, die zum 
Verweilen und zur Begegnung einladen, zum 
wichtigsten Maßstab für die Stadtplanung. Der 
Film ist damit auch als Kritik an der autogerechten 
Stadt zu verstehen. Die temporäre Umwandlung 
des Supermarkt-Parkplatzes in ein Open-Air-Kino 
zeigte beispielhaft, wie ein scheinbar monofunkti-
onaler Ort neu genutzt werden kann.
Beteiligungskarten
Bei den Gesprächen an der Basisstation wurden 
die Teilnehmer*innen angehalten, ihre Anre-
gungen dem Projektteam auf Beteiligungskarten 
zu hinterlassen. An einer Schautafel neben der 
Basisstation sammelte und strukturierte das Pro-
jektteam die Karten thematisch und ordnete sie 
Überthemen zu. Aus dem Reallabor resultierten 
insgesamt knapp 600 Beteiligungskarten (siehe 
Auswertung der Beteiligungskarten in Teil D).
Maßnahmenboard
Neben den Beteiligungskarten konnten die Be-
sucher*innen auf zwei Tafeln an der Basisstation 
ihren Meinungen Ausdruck verleihen. Auf einem 
Plan der Straße verorteten die Teilnehmer*innen 
Lieblingsorte, Räume mit hoher Aufenthaltsqua-
lität, Problemstellen und gefährliche Querungen. 
Aufsteller mit konkreten Anregungen wie „mehr 
Bäume“, „mehr Mikrofreiräume“, „mehr Stellplät-
ze“, „mehr Platz fürs Rad“, „mehr Außengastro-
nomie“ oder „mehr Sitzmöglichkeiten“ konnten 
auf einem Plan der Straße platziert werden. Die 
Anzahl der Anregungen an räumlichen Verände-
rungen wuchs während des zehntägigen Labors 
stetig. Die Hinweise bildeten eine Grundlage für 
Gespräche und Diskussionen.
Feedback-Barometer
Auf einem Feedback-Barometer konnten die Teil-
nehmer*innen vier verkehrliche Umgestaltungen 
„20 km/h für alle“, „Querungshilfen“, „Fahrräder 
auf der Fahrbahn“ und „weniger Pkw-Stellplät-
ze“ als positiv oder negativ bewerten, indem sie 
Klebepunkte verteilten. Die Farbe der Punkte gab 
Auskunft über die überwiegende Fortbewegungs-
art der Befragten: Fahrradfahrer*innen punkteten 
in grün, Fußgänger*innen klebten blaue und 
Autofahrer*innen pinke Punkte.

31
Beim Nachbarschaftsgespräch tauschten sich Bürger*innen mit Vertre-
ter*innen von Wissenschaft, Verwaltung und Bürgerinitiativen über die 
Zukunft der Wolbecker Straße aus.
Knapp 600 Beteiligungskarten hinterließen die 
Teilnehmenden im Laufe des Reallabors dem 
Projektteam.
Das Feedback-Barometer zeigte ein Stimmungsbild über die Akzeptanz 
der verkehrlichen Maßnahmen. Punkte im äußeren Bereich markierten 
positive Bewertungen, im inneren negative. Die Unterschiedlichen Far -
ben der Punkte zeigen die Verkehrsmittelart der Teilnehmenden an.
Supermarkt-Parkplatz mal anders – im Rahmen des Open-Air-Kinos zeigte ein Dokumentarfilm
Beispiele wie durch eine andere Stadtplanung die Lebensqualität für Menschen in Städten erhöht werden kann.

32
Abschlussveranstaltung  
und Ausstellung
Die Ergebnisse des Reallabors wurden schließlich 
zusammengeführt und in der Abschlussveranstal-
tung am Hansaplatz diskutiert und ausgestellt. 
Aus den unterschiedlichen Beiträgen auf den Be-
teiligungskarten wurden die herausgearbeiteten 
Leitlinien für die Entwicklung und Umgestaltung 
auf dem Hansaplatz aus- und vorgestellt. An-
schließend konnten sie von den Teilnehmer*in-
nen bewertet und priorisiert werden. 
Während der Abschlussveranstaltung teilten 
einige Anlieger*innen und Nutzer*innen ihre 
Eindrücke, die sie über den Zeitraum des Realla-
bors gesammelt hatten. Die breiteren Gehwege 
empfanden die Beteiligten als spürbare Verbes-
serung. Auch die niedrigen Geschwindigkeiten 
von 20 km/h auf der Straße für Kfz- und Rad-
verkehr sowie die neuen Flächen auf den ehe-
maligen Stellplätzen wurden als Verbesserung 
benannt. Die gemeinsame Nutzung der Straße 
von Rad- und Kfz-Verkehr wurde dagegen un-
terschiedlich bewertet. 
Konkrete Maßnahmen und Umgestaltungs-
vorschläge wurden parallel zur Diskussion auf 
einem begehbaren Plan festgehalten. Die Ergeb-
nisse aus dem Reallabor und die Diskussions-
beiträge wurden schließlich von Expert*innen 
aus den beauftragten Büros hinsichtlich ihrer 
Umsetzbarkeit planerisch bewertet. Stadtbaurat 
Robin Denstorff ordnete das Reallabor in den 
Kontext der Verkehrsversuche ein, die an unter-
schiedlichen Stellen der Stadt im Sommer 2021 
stattfanden (siehe Ergebnisse in Teil D).
Begehbarer Plan
Während der Abschlussveranstaltung wurden 
die diskutierten Ergebnisse des Reallabors an-
hand eines begehbaren Plans zusammenfassend 
vorgestellt sowie ergänzende Anmerkungen der 
Teilnehmer*innen eingetragen. Der sechs Meter 
lange Plan zeigte den Verlauf der Wolbecker 
Straße zwischen Servattiiplatz und Hansaring 
mit ihren unterschiedlichen Abschnitten auf. 
Einflussgebende Rahmenbedingungen aus dem 
Umfeld sowie Konsens- und Konfliktpunkte zur 
Umgestaltung konnten mit dem interaktiven 
Instrument und durch den spielerischen Aus-
handlungsprozess anschaulich herausgearbeitet 
werden. Ziel der Arbeit am begehbaren Plan 
war es, die Diskussion mit direktem Raumbe-
zug zu führen und den Plan als „zeichnerisches 
Protokoll“ einzusetzen. Zugleich sollte ein Stim-
mungsbild entstehen, das den Umfang und die 
Möglichkeiten zur Umgestaltung der Straße 
von den unterschiedlichen Akteur*innen auf-
zeigt. Der begehbare Plan ist somit eine erste 
Arbeitsgrundlage zur fachlichen Bewertung von 
Ideen und Maßnahmen und wird im Rahmen der 
weiteren Arbeit als städtebaulicher Rahmenplan 
ausgearbeitet und abgestimmt.

33
Auf der Abschlussveranstaltung diskutierten Teilnehmer*innen 
die Ergebnisse des Reallabors. Die Diskussionsbeiträge wurden 
parallel auf einem begehbaren Plan festgehalten, der für die 
weitere Bearbeitung eine wichtige Grundlage darstellt.

34

35
D Auswertung der     
Ergebnisse 
Am Ende des zehntägigen Reallabors waren vielfältige Ergebnisse über die unterschiedlichen Betei-
ligungsformate eingegangen. In diesem Kapitel werden zunächst die quantitativ ermittelten Ergeb-
nisse aus dem Feedback-Barometer, der Online-Umfrage und den Beteiligungskarten dargestellt 
sowie sechs ermittelte Themenfelder erörtert. Schlussfolgerungen aus den gewonnenen Erkennt-
nissen aus den Gesprächen und Beteiligungskarten wurden in Form von Leitlinien für die Wolbe-
cker Straße formuliert. Auch die auf der Abschlussveranstaltung diskutierten konkreten Vorschläge 
zur Umgestaltung werden im Kapitel dargestellt. 
Aus fachlicher Sicht wurden anschließend die temporären Umgestaltungen beurteilt sowie die 
Beteiligungsergebnisse eingeordnet. Schließlich wurden in einem Rahmenplan die Ergebnisse 
zusammengefasst und Ziele für die weitere Planung beschrieben. 
Ergebnisse aus dem Reallabor
Die Auswertungen der Beteiligungsergebnisse, 
insbesondere der zahlreichen Beteiligungs-
karten, bildeten zusammen mit der Ableitung 
der Leitlinien und den Ergebnissen aus der 
Abschlussveranstaltung die Grundlage für die 
weitere Planung.
Stimmungsbild zu den verkehrlichen 
Umgestaltungen
Die Meinungen zu den verkehrlichen Umge-
staltungen waren überwiegend positiv. Erfasst 
wurden sie über das Feedback-Barometer an 
der Basisstation und durch eine von der Stadt 
Münster durchgeführte Online-Umfrage im 
Nachgang des Reallabors. Das Feedback-Ba-
rometer an der Basisstation visualisierte die 
Meinungen zu vier Einzelmaßnahmen (Tem-
po 20, Mittelinsel, Mischverkehr, Aktivierung 
Pkw-Stellplätze) des Reallabors. Am Ende zeig-
ten 2.166 Punkte von über 500 Teilnehmer*in-
nen eine überwiegend positive Beurteilung 
der Maßnahmen: 83% der Befragten stuften die 
vier abgefragten Maßnahmen als positiv ein. 
92% der Fußgänger*innen, 87% der Fahrradfah-
rer*innen, aber auch 58% der Autofahrenden 
begrüßten die Umgestaltungen. Auch in der 
durch die Stadt durchgeführten Online-Umfra-
ge, an der sich 112 Personen beteiligten, zeigte 
ein gemischtes aber in der Mehrheit positives 
Stimmungsbild auf die temporären Impulse 
auf. Pendler*innen waren mit einem Anteil von 
30% stärker an der Online-Umfrage vertreten als 
während des Reallabors.
Große Zustimmung erhielt die temporäre 
Querungshilfe/Mittelinsel (Zustimmung Feed-
back-Barometer: 90%, Online-Umfrage: 70%). 
Auch die Resonanz auf die anderen temporären 
Maßnahmen war überwiegend positiv: „Tem-
polimit auf 20 km/h“ (Feedback-Barometer: 
86%; Online-Umfrage: 58%), „Radfahren auf der 
Fahrbahn“ (Feedback-Barometer: 80%, On-
line-Umfrage: 60%), „weniger Pkw-Stellplätze“ 
(Feedback-Barometer: 77%, Online-Umfrage: 
66%). Fahrradfahrer*innen waren mit 50% am 
Gesamtanteil überdurchschnittlich stark an der 
Feedback-Barometer-Umfrage vertreten. 30% 
der Befragten ordneten sich zur Gruppe der 
Zufußgehenden und 20% der Autofahrenden zu. 
Bei der Online-Umfrage waren die breiteren 
Gehwege als Maßnahme des Reallabors am

36
beliebtesten: 82% der Befragten vergaben dafür 
eine positive Schulnote (Note 1, 2 oder 3). 
Während mehr als zwei Drittel der online Be-
fragten die Auswirkungen der Maßnahmen 
auf die Sicherheit und die Aufenthaltsqualität 
positiv einschätzten, waren es beim Thema 
Verkehrsfluss nur 55%. Rund 70% der Befragten 
würden es begrüßen, die Maßnahmen in der 
vorgeschlagenen oder einer angepassten Form 
weiterzuführen. 
Cluster zentraler Themen aus den Be-
teiligungskarten 
 » Methodik der Auswertung
Im Rahmen des zehntägigen Reallabors konn-
ten Bürger*innen ihre Ideen, Wünsche und 
Anregungen zur Umgestaltung der Wolbecker 
Straße in unterschiedlichen Formaten einbrin-
gen. Die Beteiligungskarten gab es in drei Aus-
führungen: „Feedback“, „Gefahrenstellen“ und 
„Zukunftsvisionen“. Aus dem Prozess resultier-
ten insgesamt 571 ausgefüllte Beteiligungskar-
ten und zehn E-Mails, welche rund 150 ver-
schiedene Ideen und Meinungen zur Zukunft 
der Wolbecker Straße beinhalten. Aufgrund von 
Mehrfachnennungen von Ideen pro Karte wur-
de dabei jede Nennung berücksichtigt, sodass 
in der Auswertung insgesamt 1.135 Stimmen 
gezählt wurden. 
Die Auswertung erfolgte stufenweise. Zunächst 
wurden die Beteiligungskarten thematisch geord-
net und an der Basisstation in Schaukästen ge-
hängt. Im Nachgang des Reallabors wurden sechs 
Themenfelder abgeleitet. Dabei wurden die Rück-
meldungen thematisch zusammengefasst, wobei 
je Themenfeld nur die zehn meistgenannten 
Umgestaltungsideen Berücksichtigung fanden. 
Die Themen und die Häufigkeit der Nennungen 
sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

37
Fahrradfahren Stimmen
Fahrräder auf Fahrbahn statt auf dem Gehweg 99
Fahrräder nicht auf der Fahrbahn 32
Ausbau Wolbecker Straße zur Fahrradstraße 26
Radfahrschutzstreifen auf Fahrbahn 6
Entschleunigung
Tempo 20 für alle Verkehrsteilehmer:innen 42
reine Einbahnstraße 33
Tempo 30 24
Verkehrs-/ Geschwindigkeitskontrollen 24
ruhender Verkehr
mehr Fahrradstellplätze 42
Alternativen schaffen: z.B. P&R, bessere ÖPNV-Anbindung 35
Parkhaus/ Quartiersgaragen/ Tiefgaragen ausbauen 14
Anwohnerparkplätze weiterhin gewährleisten und ausbauen 13
öffentlicher Raum
mehr Begrünung/ Bäume 95
mehr Platz für Außengastronomie 63
mehr Bänke/ Sitzmöglichkeiten 33
Gehweg
breiterer Gehweg (und Radweg) 81
mehr Querungshilfen für Fußgänger:innen 51
Fahrrad- und Rollerparkverbot auf dem Gehweg 11
Autofreiheit
autofreie Wolbecker Straße 51
Parkplätze im Straßenraum reduzieren 44
verkehrsberuhigte Wolbecker Straße: z.B keine Durchfahrt von PKW, 
aber Anlieferung möglich
35
Insgesamt wurden 1.135 Stim-
men auf 571 Beteiligungskarten 
gezählt. Die Tabelle zeigt eine 
Übersicht der Nennungen je 
Themenfeld.

38
Ergebnisse der Auswertung
Aus den Ergebnissen der Auswertung wurden 
die sechs Themenfelder „Fahrradfahren“, „Ent-
schleunigung“, „Ruhender Verkehr“, „öffentli-
cher Raum“, „Zufußgehen“ und „Autofreiheit“ 
abgeleitet. Das Ergebnis der Auswertung zeigt, 
dass eine Veränderung der Wolbecker Straße 
von den meisten Nutzer*innen begrüßt und 
erwünscht wird. Vor allem eine gerechtere Ver-
teilung der Straßenflächen auf die unterschied-
lichen Verkehrsteilnehmer*innen steht dabei 
im Fokus der weiteren Betrachtung.
 » „Fahrradfahren“
Die Verlegung des Radwegs auf die Fahrbahn 
wurde kontrovers diskutiert. Zwar wurde die 
Verlegung des Radwegs auf die Fahrbahn von 
einem Großteil begrüßt, da mehr Platz für Fuß-
gänger*innen und Außengastronomie geschaf-
fen wurden. Gleichzeitig fühlten sich vor allem 
jüngere und ältere Radfahrer*innen, sowie Fa-
milien auf der Straße zwischen den vielen PKW 
aktuell noch unsicher.
 » „Entschleunigung“
In diesem Themenfeld zeigte sich, dass sich vor 
allem Anwohner*innen bzw. Fußgänger*innen 
und Radfahrer*innen eine deutliche Entschleu-
nigung, d.h. geringeres Tempo und Geschwin-
digkeitskontrollen auf der Wolbecker Straße 
wünschen. Im Gegensatz dazu stellt die Wolbe-
cker Straße für motorisierte Pendler*innen eine 
wichtige Verbindung dar.
 » „Ruhender Verkehr“
Grundsätzlich wurde eine Reduktion von 
PKW-Stellplätzen in der Wolbecker Straße von 
vielen Teilnehmer.innen begrüßt. Gleichzeitig 
wurden Stellflächen für Anwohner*innen oder 
Anlieferungen weiterhin als wichtig empfun-
den. Darüber hinaus wurde zum einen die 
Neuverteilung von Parkplatzflächen in Fahrra-
dabstellplätze für gut befunden. Gleichzeitig 
wurden auch park & ride mit verbesserter 
ÖPNV-Anbindung für Pendler*innen begrüßt.
„Ich wünsche mir, dass die Straße 
mehr in Gänze gedacht wird – Radfahrer*innen 
müssen schon ab der Brücke auf die Straße und bis 
zum Hohenzollernring.“
„Die Geschwindigkeitsbegren-
zung von 20 km/h finde ich gut, da man so als 
Fahrradfahrer auf der Straße nicht um sein Leben 
fürchten muss und mehr Platz für Fußgänger*in-
nen entsteht.“
„Für mich als Pendlerin aus dem 
östlichen Umland sind die Maßnahmen ein 
zusätzliches Verkehrshindernis.“
„Im Moment stehen die Radfahrer im Stau der Au-
tos. Besser: Einbahnstraße + Radwege.“
„Parkmöglichkeiten für behin-
derte Menschen, alte Leute aber auch für die 
Anlieferung der Läden müssen bleiben!“
„Als älterer Mensch bin ich ängst -
lich auf der Fahrbahn neben Bus und Auto. Im 
Alter wird man unsicherer, aber ich möchte wei-
terhin beweglich bleiben und mit dem Rad fahren 
können.“
„Das Radfahren auf der Fahrbahn 
sollte aber keine Pflicht sein, damit unsichere 
Fahrradfahrer*innen, z.B. ältere oder beeinträch-
tigte Menschen, auch auf dem Radweg fahren 
können.“

39
 » „Öffentlicher Raum“
Deutlich wurde in diesen Themenfeld, dass die 
Wolbecker Straße einen wichtigen öffentlichen 
Raum in Münster darstellt und auch heute 
schon als Begegnungsort genutzt wird. Der 
öffentliche Raum sollte dabei in Zukunft weiter 
gestärkt werden, die Aufenthaltsqualität und 
Begrünung gefördert werden. 
 » „Zufußgehen“
Eine Verbreiterung der Gehwege und ein Ausbau 
von Querungshilfen für Fußgänger*innen wurde 
begrüßt, auch weil sie mehr Barrierefreiheit in 
der Wolbecker Straße bieten:
 » „Autofreiheit“
Eine autofreie bzw. verkehrsberuhigte Wolbe-
cker Straße wurde vor allem von Anwohner*in-
nen vorgeschlagen. Eine Nutzung der Wolbe-
cker Straße für PKW wurde ausschließlich für 
Anlieferungen etc. möglich sein.
„Ich wünsche mir für die Zukunft 
der Wolbecker Straße einen breiten Bürger*in-
nensteig, der inklusiv und barrierefrei ist und allen 
Menschen das stressfreie Laufen ermöglicht.“
„Ein breiterer Fußgängerweg 
wäre toll, dieser sollte dann aber nicht durch die 
Außengastronomie vollgestellt werden.“
„Ich wünsche mir für die Zukunft 
der Wolbecker Straße mehr Barrierefreiheit. 
Bei einer Umgestaltung sollten von Anfang an 
die Belange von Menschen mit Behinderungen 
berücksichtigt werden.“
„Der ruhende Verkehr sollte einen anderen 
Platz, z.B. in einem Parkhaus, bekommen.“
„Die Seitenstraß en sollten nur 
für Anwohnerparken frei sein. Sie werden derzeit 
massiv von Touristen etc. genutzt.“
„Parkplätze könnten als mögliche Fläche für 
Freizeitgestaltung und einen Markt umgenutzt 
werden.“
„Am besten komplett ohne Autos. 
Die Straße hat jetzt so viele tolle Restaurants, 
Cafés, Läden – wenn nun der Lärm und Gestank 
weg wäre, wäre es perfekt.“
„Es wäre ein Traum, wenn die 
Wolbecker Straße autofrei wäre, man eine gro-
ße Radspur hätte und ansonsten die tolle Gastro- 
und Einkaufswelt mehr Platz und Ruhe hätte.“
„Ich wünsche mir die Wolbecker 
Straße als Ort der Begegnung, wo man einfach 
sein möchte, auf dem Boden Pizza essen & spontan 
mit Fremden in Kontakt treten kann.“
„Ich wünsche mir eine Wolbecker 
Straße mit entsiegelten Flächen, viel Grün und 
Möglichkeiten, Beete oder Hochbeete anzulegen.“
„Ich wünsche mir auch 
gastro-unabhängige Sitzmöglichkeiten  
auf der Straße.“
„Vor allem für die ansässige 
Gastronomie und das Gewerbe wären größere 
Flächen ohne MIV hilfreich, da sie größere Außen-
gastronomie betreiben könnten.“

40
… eine Straße sowohl zum Durch -
fahren als auch Verweilen.
»  Funktion Mikroebene, Aufenthaltsqualität 
Der Abschnitt Servattiiplatz-Hansaring 
soll den Ansprüchen – Mobilität und Auf -
enthalt – gerecht werden. Der Gestaltung 
der Übergangsbereiche zwischen unter -
schiedlichen Abschnitten kommt für eine 
eindeutigen Unterscheidung der Zonen 
eine wichtige Bedeutung zu.
... für alle Verkehrsteilnehmer*in -
nen sicherer gestaltet.
»Sicherheit
Die Zahl der Verkehrsunfälle insbesonde -
re mit Personenschaden soll minimiert 
werden. Fuß- und Fahrradverkehr werden 
getrennt. Der in Teilen nur 1,6 Meter brei -
te Fußweg soll verbreitert werden.
… eine grüne und klimafreundli -
che Straße.
» Klimaschutz
Die Umgestaltung steht im Zeichen des Kli-
maschutzes und der Klimaanpassung. Ent-
siegelungen und die Schaffung von neuen 
Grünflächen im öffentlichen Raum führen 
zu einer Verbesserung des Mikroklimas. 
Weitere klimarobuste Umgestaltungen wie 
beispielsweise die Schaffung von Wasser -
flächen und schattenspendenden Objek -
ten u.a. sollen umgesetzt werden.
... ein Ort mit gerechter Straßen -
raumaufteilung.
» Neuaufteilung der Flächen
Die Straßenraumgestaltung soll an ein 
sich verändertes Mobilitätsverhalten an -
gepasst werden. Die Verteilung der Ver -
kehrsmittel soll sich in der Aufteilung des 
Straßenraums widerspiegeln. Grundlage 
einer Neugestaltung sind die Bedürfnisse 
der Anwohner*innen, diese gilt es neu 
auszuloten und zu verhandeln.
… ein Verkehrsraum, der auf 
besonderer Rücksichtnahme 
basiert.
» Verhalten
Der schmale Verkehrsraum erfordert in 
einem besonderen Maße ein umsichtiges 
und rücksichtsvolles Verhalten aller Ver -
kehrsteilnehmer*innen. Die Einhaltung 
von §1 der Straßenverkehrsordnung: 
„ständige Vorsicht und gegenseitige 
Rücksicht“ ist hier besonders wichtig. 
Insbesondere den schwächsten Verkehr -
steilnehmer*innen ist eine erhöhte Auf -
merksamkeit einzuräumen.
… eine wichtige Verbindung 
zwischen Innenstadt und Müns -
teraner Umland bleiben – mit 
entschleunigtem Abschnitt.
» Funktion
Die Wolbecker Straße bleibt eine wichti -
ge Zubringerstraße zwischen Innenstadt 
und Münsteraner Umland. Sie übernimmt 
eine wichtige Funktion für die Stadt-Um -
land-Beziehung insbesondere für Pend -
ler*innen. Im schmalen und lebendigen 
Abschnitt Servattiiplatz-Hansaring wer -
den Umgestaltungen im Interesse der An -
wohner*innen und Nutzer*innen durch -
geführt.
Leitlinien für die Wolbecker Straße  
Die elf Leitlinien für die Wolbecker Straße dienen als „Kompass“ für die 
nachhaltige Zukunftsgestaltung der Straße und geben eine Orientierung für deren 
Umgestaltung. Sie wurden aus den Gesprächen und Beteiligungskarten abgeleitet.
Die Wolbecker Straße* wird in Zukunft …

41
… ein Begegnungsort mit hoher 
Aufenthaltsqualität für Quar -
tiersbewohner*innen und für die 
gesamte Stadtgesellschaft. 
» Nutzer:innen
Sowohl die Anwohner*innen als auch die 
Nutzer*innen sind sehr gemischt. Sie ha -
ben unterschiedliche Ansprüche an den 
Raum, die Infrastruktur und die Angebo -
te. Attraktive Aufenthalts- und Verweilor -
te auch ohne Konsumpflicht sollen dazu 
einladen, das Quartier als Gemeinschafts- 
und Erlebnisraum zu nutzen. Es besteht 
ein Bedarf an weiteren öffentlichen Sitz -
gelegenheiten sowie an öffentlichen To -
iletten (z.B. Quartiersgarage, Hansaplatz).
… ein Raum mit vielen unter -
schiedlichen Nahversorgungs- 
und Gastronomieangeboten sowie 
Freiräumen bleibt.
» Angebote
Die Straße soll in ihrer Lebendigkeit ge -
stärkt werden und sich durch eine vielfäl -
tige Mischung an Nutzungen auszeichnen. 
Die Erdgeschossnutzungen sollen sich in 
Zukunft stärker in den Außenbereich aus -
dehnen können. Bei der Gestaltung des 
Straßenraums sollen Flächen für temporäre 
Events und Freiräume für Initiativen Berück-
sichtigung finden. Die Angebote sollen sich 
an den Bedürfnissen der Anwohner*innen 
sowie der Stadtgesellschaft orientieren.
… gemeinsam im Dialog. 
» Prozess 
Der Gestaltungs- und Planungsprozess 
soll dialogisch mit lokalen Aktuer*innen 
und Anwohner*innen umgesetzt wer -
den. Die Gestaltung soll im Prozess mit 
temporären Umgestaltungen ausgetes -
tet und schrittweise konsolidiert werden 
(vgl. Pop-Up -Radwege, Reallabor).
… in einem komplexen Interes -
sensaugleich neu verhandelt.
» Prozess
Vielfältige Partikularinteressen treffen auf 
der Wolbecker Straße aufeinander. Eine 
verkehrliche Umgestaltung kann nicht 
alle Perspektiven im gleichen Ausmaß 
befrieden, weshalb ein transparenter Pla -
nungsprozess von hoher Bedeutung ist.
... ein Raum mit wenigen 
Pkw-Parkflächen und geordnetem 
Fahrradparken.
» ruhender Verkehr 
Der Fahrbahnrand soll in Zukunft weniger 
Pkw-Stellplätze aufweisen, sondern Zonen 
zum Be- und Entladen. Zum Parken soll das 
angedachte Quartiersparkhaus am Bahnhof ge -
nutzt werden. Die Pkw-freien Fahrbahnränder 
erhöhen die Aufenthaltsqualität und die Sicht 
auf die Straße. Zudem wird die Sicherheit ver -
bessert und sogenannten „Dooring-Unfällen“ 
vorgebeugt. Fahrräder sollen nicht mehr quer 
auf dem Gehweg, sondern in erster Linie auf 
ausgewiesenen Fahrradstellplätzen neben dem 
Fahrstreifen abgestellt werden.
* auf dem Abschnitt 
Servatiiplatz - Hansaring

42
 » Vorschläge zur Umgestaltung aus der Ab-
schlussveranstaltung
Während der Abschlussveranstaltung wurden 
die diskutierten Ergebnisse des Reallabors 
anhand eines begehbaren Plans zusammenfas-
send vorgestellt sowie ergänzende Anmerkun-
gen der Teilnehmer*innen eingetragen. 
Folgende Punkte wurden dabei herausgearbeitet: 
Große Zustimmung erfuhr die Verbreiterung 
der Gehwege, da dieser öffentliche Raum in-
tensiv als Ort für Begegnungen genutzt wird. 
Konflikte wurden vor allem im häufigen Queren 
auf Höhe des REWE-Parkplatzes sowie an den 
Kreuzungspunkten Bremer Platz/Schaumburgs-
traße und Bremer Platz/Sauerländer Weg ge-
sehen, wofür es in Zukunft Lösungen braucht. 
Dabei wurden sowohl die stärkere Nutzung der 
Gehwege von Fußgänger*innen als auch zur 
Steigerung der Aufenthaltsqualität begrüßt. Es 
wurden neben mehr Platz für Außengastrono-
mie auch konsumfreie Aufenthaltsmöglichkei-
ten wie beispielsweise Bänke auf der Wolbe-
cker Straße gefordert. Da der Straßenraum in 
diesem Abschnitt insgesamt einen sehr hohen 
Versiegelungsgrad und wenig Bäume oder 
Grünräume aufweist, wurde auf der Straße auch 
Begrünung gefordert. 
Die Frage der Führung des Radverkehrs in der 
Wolbecker Straße wurde diskutiert, da sich die 
Radfahrer*innen teilweise unsicher zwischen 
den Autos fühlen. Gleichzeitig wurde der Platz 
auf den Gehwegen und die Reduktion der Ge-
schwindigkeit positiv bewertet. Dabei wurde 
angemerkt, dass Fahrradfahrer*innen bereits 
weiter westlich auf die Fahrbahn geleitet wer-
den sollten, wenn die Führung des Radverkehrs 
auf der Fahrbahn gelegt werden sollte. Die 
Wolbecker Straße sollte dabei mit der Schiller-
straße, die als Fahrradstraße weiter ausgebaut 
werden soll, stärker zusammen gedacht wer-
den. Es ist dabei davon auszugehen, dass Rad-
fahrer*innen weiterhin die Wolbecker Straße 
nutzen werden, da dort die Ziele und Quellen 
wie z.B. Supermärkte, Schulen und Kitas liegen.
Die Reduktion der Stellplätze im Straßenraum 
wurde als zentral herausgearbeitet, um zusätz-
lichen Platz für den Fuß- und Radverkehr in der 
Wolbecker Straße zu schaffen. Dabei wurden 
gleichzeitig Lösungen für die Parksituation von 
Anwohner*innen gefordert. Gleichzeitig wurde 
ein Ausbau der Fahrradabstellanlagen entlang 
der Wolbecker Straße sowie ein verstärktes Ma-
nagement dieser gefordert, z.B. durch die Entfer-
nung von verwaisten Fahr- und Schrotträdern.
Konkret wurde dabei auf die geplante Erweite-
rung des Parkhauses am Bremer Platz verwie-
sen, die als zentral für eine Parkplatzreduktion 
auf der Wohlbecker Straße angesehen wurde. 
Gleichzeitig wurde in der Diskussion angespro-
chen, noch mehr Anwohner*innenparkplätze 
und Fahrradparkplätze und Logistik-Hubs 
(für Paketverteilung etc.) umzusetzen. Der 
REWE-Parkplatz wurde als zentrale Fläche für 
eine neue Programmatik des Stadtraums he-
rausgearbeitet. Hier wird vor allem die Stadt 
Münster gefragt sein, mit dem Eigentümer ins 
Gespräch zu kommen, um ggf. Teilflächen z.B. 
für Car- und Bikesharing-Angebote in Zukunft 
zur Verfügung stellen zu können. Gleichzeitig 
müssen aber auch erforderliche Stellplatznach-
weise und Lieferzonen mitgedacht werden. 
Grundsätzlich wurde festgehalten, dass die 
Wolbecker Straße weiterhin als effizienter 
Verkehrskorridor für alle Mobilitätsarten ver-
standen werden soll. Vor allem für Pendler*in-
nen stellt die Straße weiterhin einen wichtigen 
Zugang zu Innenstadt Münsters dar. So wurden 
Lösungen für Pendler*innen von außerhalb des 
Rings in die Stadt gefordert und z.B. die Idee ei-
ner P&R-Station am Kanal mit ÖPNV-Anbindung 
eingebracht.

43
 » Beurteilung der temporären Umgestaltung
Während des zehntägigen Projektzeitraums 
wurden verschiedene Maßnahmen im Straßen-
raum getestet, sodass hier bereits wertvolle 
Erfahrungen zu deren positiven wie negativen 
Auswirkungen gemacht werden konnten.
Folgende Elemente des Reallabors wurden aus 
fachlicher Sicht als Qualitäten des Entwurfs 
gewertet: 
 » weniger Konflikte im Seitenraum, Flanieren 
auf breiten Gehwegen möglich
 » Tempo 20 überwiegend eingehalten 
 (entsprechend Untersuchung)
 » Radfahrende können beim Tempo 20 im 
fließenden Verkehr mitfahren, weniger 
Überholvorgänge und damit ein geringes 
Konfliktpotenzial
 » Mittelinsel als Überquerungshilfe und  
Element zur Verkehrsberuhigung 
 » Aufzeigen von Flächenpotenzialen, freige-
wordene Flächen wurden bespielt 
Bei der temporäreren Umgestaltung des Stra-
ßenraums konnten aber auch einige Mängel 
des Entwurfs identifiziert werden, die u.a. auf 
den experimentellen Charakter des Reallabors, 
begrenzte Kapazitäten oder die kurze Vorberei-
tungszeit zurückzuführen sind. Folgende Punk-
te gilt es bei einer Überarbeitung des Entwurfs 
daher zu beachten:
 » Knotenpunkt Wolbecker Straße/Bremer 
Platz: Linksabbiegen für Radfahrende aus 
Richtung Osten verbessern
 » Positionierung der Mittelinsel prüfen – 
Überquerungsbedarf besteht weiter östlich
 » Absperrbaken, die das Radfahren auf den 
Gehwegen unterbinden sollten, beein-
trächtigen auch die Barrierefreiheit
 » weiterhin parkende Fahrräder auf Gehwe-
gen, zusätzliches Angebot nicht ausrei-
chend
 » Schilderwald (insbesondere durch Beschil-
derung zur Parkregelung)
 » Ladezonen wurden nur teilweise ange-
nommen, Lieferverkehr hält weiterhin am 
Fahrbahnrand
Der begehbare Plan als 
gemeinsames Ergebnis der 
Abschlussveranstaltung

44
 » Einordnung der Beteiligungsergebnisse
Um die zahlreichen Hinweise und Eindrücke aus 
der Bevölkerung, die über die Beteiligungskar-
ten, per Mail oder während der abschließen-
den Abschlussveranstaltung geäußert wurden, 
in die Rahmenplanung einfließen zu lassen, 
wurden Aspekte mit besonders vielen Nen-
nungen kategorisiert. Für die weitere Planung 
ergeben sich aus verkehrlicher Sicht folgende 
entwurfstechnische, verkehrstechnische und 
ordnungsrechtliche Elemente:
Entwurfstechnische Elemente
 » breite Seitenräume (Gastro, Sitzmöglich-
keiten, Begrünung)
 » mehr Überquerungshilfen
 » Anpassung der Radverkehrsführung
 » bauliche Trennung der Verkehrsarten oder 
 » Schutzstreifen oder 
 » Radverkehr im Mischverkehr (Variante aus 
dem Reallabor)
 » mehr Fahrradabstellanlagen
 » Reduzierung der Pkw-Stellplätze (Rege-
lung Lieferverkehr)
Verkehrstechnische Elemente
 » Anpassung der Signalsteuerung im Sinne 
einer grünen Welle für den Radverkehr
Ordnungsrechtliche Elemente
 » Tempo 20/30 km/h
 » Geschwindigkeitskontrollen
 » Anpassung der Parkraumbewirtschaftung 
(eingeschränktes Haltverbot zur Gewäh-
rung von Ladezonen)
 » (raschere) Entfernung von verwaisten 
Fahrrädern
Aus der Beteiligung gingen darüber hinaus 
weitere Elemente hervor, die in diesem Rahmen 
nicht vertieft berücksichtigt werden konnten, 
aber dennoch als wichtig erachtet werden und 
im Rahmen anderer Formate weiterverfolgt 
werden sollten:
 » Kampagne für mehr Rücksichtnahme
 » Aufwertung des Umfeldes (Hansaplatz, 
Raum für Nachbarschaft, Urban Gardening)
 » Anwohnerparkkonzept, Quartiersgaragen 
(Integriertes Parkraumkonzept)
 » Anlieger-/Einbahnstraßenregelung in um-
liegenden Wohnstraßen
 » P&R, Shuttleservice, Angebote für  
Pendler*innen
Zudem gibt es einige Punkte, die in der Beteili-
gung zwar viele Nennungen erhielten, aufgrund 
der nachfolgend beschriebenen Rahmenbedin-
gungen aber mittelfristig nicht ohne Weiteres 
umsetzbar sind:
 » Autofreie Wolbecker Straße
 » Reine Einbahnstraße
 » Ausbau zur Fahrradstraße
 » Schritttempo, Tempo 10 km/h

45
Rahmenplan als Navigationsinstrument 
Auf Grundlage der Ergebnisse des Reallabors und unter Berücksichtigung der verkehrstechnischen 
Rahmenbedingungen wurde im weiteren Verfahren ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet, 
der Projekte und Entwicklungsdynamiken im Umfeld in Bezug zu den Erkenntnissen aus dem Re-
allabor stellt und Umgestaltungserfordernisse entlang des Straßenverlaufs aufzeigt. Ergänzend 
wurden in einem Vertiefungsbereich erste verkehrstechnische Überlegungen skizziert, die in den 
kommenden Monaten weiter ausgearbeitet und diskutiert werden sollen. Die Ergebnisse aus den 
Beteiligungskarten und der Abschlussveranstaltung wurden zunächst fachlich eingeordnet und mit 
den Erfahrungen aus der temporären Umgestaltung zusammengeführt.
Aufgaben und Bedeutung 
der Rahmenplanung 
Der städtebauliche Rahmenplan stellt eine 
wesentliche Grundlage für die weitere Planung 
dar. Er dient als Navigationsinstrument, dass 
Einzelmaßnahmen und Projekte in die langfris-
tige, strategische Entwicklung der Wolbecker 
Straße einbettet. Neben den veränderten ver-
kehrlichen Ansprüchen werden auch Schnitt-
stellen zu anderen Fachämtern (z.B. Amt für 
Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit) und 
Nachbarschaftsinitiativen (z.B. Hansaforum) 
sichtbar, die es im weiteren Planungsverlauf 
einzubinden gilt. Mit dem gewählten partizi-
pativen Dialogverfahren zur Umgestaltung der 
Wolbecker Straße hat die Stadt einen Planungs-
prozess angestoßen, der auch weiterhin verfolgt 
werden sollte. Das hohe Interesse am Reallabor 
machte deutlich, dass die Nachbarschaft in eine 
Neugestaltung einbezogen werden möchte, die 
Umsetzung schrittweise erfolgen sollte und eine 
sektorübergreifende, integrierte Zusammenar-
beit der städtischen Fachämter notwendig wird. 
Als informelles Planungsinstrument im Vor-
feld der rechtsverbindlichen Planung fungiert 
der Rahmenplan als Bindeglied zwischen den 
Ergebnissen der Reallabors, umliegenden Bau-
projekten mit hoher Strahlkraft sowie lokalen 
Initiativen und zeigt Entwicklungspotentiale des 
Stadtraums auf. Im Zentrum stehen die Interes-
senlagen der unterschiedlichen Nutzer*innen-
gruppen, um diese im weiteren Planungs- und 
Beteiligungsprozess angemessen einbeziehen zu 
können. Er kann als zentrale Entscheidungshilfe 
für übergeordnete Behörden bei der Beurteilung 
der weiteren städtebaulichen und verkehrlichen 
Planungsschritte herangezogen werden.
Konzeptionelle Grundlagen für den 
Rahmenplan
Aus den übergeordneten Planwerken (Innen-
stadtkonzept – INSEK, Masterplan Münster Mo-
bilität 2035+), die zur Zeit erarbeitet werden, 
sowie den Vorgaben der Verwaltung der Stadt 
Münster ergeben sich verschiedene Rahmenbe-
dingungen, die es bei der Konzeption des Stra-
ßenraums zu berücksichtigen gilt. Insbesondere 
beziehen sich diese auf die Netzfunktion der 
Wolbecker Straße für die unterschiedlichen 
Verkehrsarten. Da die Wolbecker Straße eine 
Hauptverkehrsstraße und wichtige Verbin-
dungsstraße zwischen der Innenstadt und dem 
Umland ist, kann beispielsweise die Idee einer 
Einbahnstraße nicht ohne Weiteres verfolgt 
werden. Zudem ist die Straße eine Hauptach-
se im ÖPNV, sodass die Befahrbarkeit für den 
Busverkehr sowie die gute Erreichbarkeit der 
Bushaltestellen weiterhin sichergestellt werden 
muss. Im Radverkehr ergibt sich die besondere 
Situation, dass die Hauptverbindung im Netz 
zwar auf der parallel verlaufenden Schillerstra-
ße (Fahrradstraße) verläuft, gleichzeitig aber 
auf der Wolbecker Straße mit einem erhebli-
chen Anteil an Quell- und Zielverkehren zu den 
vielfältigen Nutzungen entlang der Straße zu 
rechnen ist. Im Hinblick auf die angestrebte Mo -
bilitätswende sollte der Radverkehr ohnehin in 
besonderem Maße gefördert werden, sodass eine 
komfortable Radverkehrsführung unabdingbar 
ist. Für den Fußverkehr ist die Wolbecker Straße 
gleichzeitig Verbindungsweg,  Einkaufsbereich 
und Verweilort, wodurch sich wiederum das 
Erfordernis einer hohen Aufenthaltsqualität in 
den Seitenräumen ergibt.

46
Der Betrachtungsraum des Rahmenplans geht 
in westlicher Richtung über den Bereich des 
Reallabors hinaus und berücksichtigt wichtige 
Wegbeziehungen in die Innenstadt. Am östli-
chen Ende wird vor allem der Hansaplatz als 
zentraler Knotenpunkt zwischen Stadtumland-
gemeinden, Hansaring und Hohenzollernring 
aufgegriffen.
Wolbecker Straße als Lebensader der 
Nachbarschaft
Insgesamt wird deutlich, dass zwischen den 
Wünschen der Bevölkerung und Erfahrungen 
des Reallabors aus fachlicher Sicht eine große 
Schnittmenge besteht, die sich im Wesentlichen 
auch mit den übergeordneten Rahmenbedin-
gungen decken. Für die weitere Planung wird 
daher folgende Zielsetzung vorgeschlagen: Die 
Wolbecker Straße als gemeinsamen, sicheren 
und lebenswerten Straßenraum neu denken. 
Hieraus lassen sich wiederum sieben zentrale 
– drei ordnende und vier gestalterische – Ent-
wicklungsziele für die weitere Planung ableiten, 
welche auch im Rahmenplan ersichtlich werden: 
 » Ordnende Ziele
1. Fair und transparent: Angemessene Flä-
chenaufteilung schaffen 
Zentrales Anliegen der Bürger*innen war die 
Neuaufteilung des Straßenraums. Den vielfäl-
tigen Wünschen der Nutzenden kann nicht 
einzeln begegnet werden – vielmehr ist eine 
übergeordnete und grundsätzliche Neuorga-
nisation der Verkehrsabläufe in den Blick zu 
nehmen. Dies betrifft die Verkehrsträger im un-
terschiedlichen Ausmaß, wobei die Sicherheit 
aller Verkehrsteilnehmenden höchste Priorität 
hat. Da der Raum zwischen der angrenzenden 
Bebauung begrenzt ist und nicht alle Wünsche 
befriedigt werden können, braucht es transpa-
rente Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse, 
um eine hohe Akzeptanz der Neugestaltung 
erreichen zu können. Durch einen zunehmen-
den Anteil des ÖPNV sowie nicht-motorisierter 
Verkehrsteilnehmer*innen am Verkehrsauf-
kommen müssen zudem die Prämissen der 
Flächenverteilung überdacht werden.
Die Wolbecker Straße soll auch weiterhin eine 
qualifizierte Straße für den motorisierten Indi-
vidualverkehr und eine Hauptachse des ÖPNV 
bleiben. Damit rückt die Neuorganisation des 
ruhenden Verkehrs, die Radwegeführung und 
die Gestaltung der Seitenräume in den Fokus. In 
den weiterführenden Planungsschritten gilt es 
die Verkehrsabläufe so konfliktfrei wie möglich zu 
gestalten und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. 
2. Rücksichtsvoll und besonnen: Mehr   
Raum für Fußgänger*innen schaffen
Die Nutzenden der Wolbecker Straße haben sehr 
unterschiedliche Interessen an die Funktionali-
tät und Gestaltung der Straße und der Seiten-
bereiche. Autofahrer*innen, Fußgänger*innen, 
Einkaufende, Querende, Nutzer*innen des ÖPNV, 
Gäste der Gastronomienangebote, Pendler*innen 
und viele mehr treffen hier auf engstem Raum 
aufeinander und kommen häufig miteinander in 
Konflikt. Bislang mussten schwächere Verkehr-
steilnehmende wie Fußgänger*innen, mobilitäts-
eingeschränkte Personen sowie alte und junge 
Nutzer*innen hinter den Interessen der motori-
sierten Verkehrsteilnehmenden zurücktreten. Die 
Bedürfnisse dieser Gruppen sollen nun bei der 
Neugestaltung des Streckenabschnitts eine be-
sondere Berücksichtigung finden. 
3. Sicher und entschleunigt: Geschwindig-
keitsangleichung prüfen 
Die unterschiedlichen Nutzer*innengruppen 
haben nicht nur verschiedene Interessen und 
Ansprüche an den Straßenraum, sondern 
durchqueren den Stadtraum auch mit unter-
schiedlichen Geschwindigkeiten, was vielfach zu 
Konflikten führt. Eine Angleichung dieser Tempi 
durch eine weitere Begrenzung der Maximalge-
schwindigkeit könnte diesen entgegenwirken. 
Die Maßnahme bedarf einer vertieften Analyse 
und Diskussion von Fachplaner*innen, der städ-
tischen Verwaltung und den Genehmigungsbe-
hörden .

47
 » Gestalterische Ziele
1. Identitätsstiftend und umsichtig: 
Hansaplatz und Bremer Platz als wich-
tige Stadteingänge am Übergang vom 
Münsteraner Umland zur Innenstadt 
qualifizieren
Der Hansaplatz und der Kreuzungsbereich 
Bremer Platz sind wichtige Stadtplätze in der 
Nachbarschaft und werden von Anwohner*in-
nen, Pendler*innen, Flanierenden und Konsu-
mierenden stark frequentiert. In ihrer heutigen 
Gestaltung besitzen sie allerdings eine geringe 
Aufenthaltsqualität: Die Stadträume sind we-
nig repräsentativ gestaltet. Die Kreuzungsbe-
reiche sind zudem für motorisierte wie auch 
nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer*innen 
konfliktbehaftet. Eine Umgestaltung der Wol-
becker Straße sollte auch diese beiden tangie-
renden Stadträume einbeziehen und dort die 
Verkehrssicherheit erhöhen.
2. Klimaschützend und gesund: Begrü-
nungsstrategien entwickeln 
Auf die zunehmenden Auswirkungen des Klima-
wandels muss auch die Gestaltung der Straßen-
räume reagieren. Der Streckenabschnitt ist ein 
hoch versiegelter Raum, der für zunehmende 
Starkregenereignisse noch nicht gewappnet ist. 
Zukünftige Gestaltungs- und Planungsprämis-
sen sollten sich den veränderten Rahmenbe-
dingungen stellen und passgenaue Lösungen 
entwickeln. Dies umfasst insbesondere die 
Wahl der Oberflächen und deren Materialität. 
Begrünungsstrategien können zudem die Le-
bensqualität der Anwohner*innen erhöhen und 
eine stärkere Identität der Nachbarschaft mit 
dem Stadtteil herstellen. 
3. Grün und einladend: Aufenthaltsqualität 
der Seitenräume stärken 
Die Organisation und Gestaltung der Wolbe-
cker Straße in Kombination mit der hohen 
Frequentierung und den knappen Flächenres-
sourcen lösen Konflikte zwischen den unter-
schiedlichen Verkehrsteilnehmendengruppen 
aus, die nicht immer glimpflich enden. 
Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicher-
heit und Aufenthaltsqualität können dazu bei-
tragen, dass die Straße stärker als Aufenthalts-
ort denn als Transitraum wahrgenommen wird. 
Derzeit ist die Aufenthaltsqualität der Seiten-
räume beschränkt und konsumfreie Sitzange-
bote kaum vorhanden. So kann beispielsweise 
eine Begrünung der Seitenräume zur Erhöhung 
der Aufenthaltsqualität beitragen. 
4. Vielseitig und durchlässig: Zentrale Plät-
ze multifunktional nutzen
Der Streckenabschnitt wird vom Servattiiplatz 
und Hansplatz eingefasst – dazwischen gibt es 
kaum Freiräume und auch die Durchwegung 
der Blockstrukturen ist nur an wenigen Stellen 
gegeben. Der REWE-Parkplatz ist aus diesem 
Grund bereits heute auch eine wichtige Ver-
bindungsachse für nicht motorisierte Verkehr-
steilnehmende. Weitere Angebote – neben den 
Nutzungen als Parkplatz und als Abkürzung 
– könnte diesen Raum qualifizieren und einen 
Mehrwert für die Wolbecker Straße in diesem 
Streckenabschnitt erzeugen. Eine Multicodierung 
weiterer Flächen trägt zu deren Attraktivität bei.

48
Verkleinerte Darstellung des Rahmenplans

49

50

51
E Schlussbetrachtungen 
Mit der Entscheidung die Wolbecker Straße in einem dialogorientierten Verfahren mit der lokalen 
Bevölkerung umzugestalten, konnte den besonderen Rahmenbedingungen (Akteur*innenvielfalt, 
dynamische Nachbarschaft, überlagernde Nutzungsinteresse usw.) dieses Streckenabschnitts 
Rechnung getragen werden. Innerhalb des Reallabors – umgesetzt als verdichteter Verkehrsversuch 
mit hohem Beteiligungsanteil – wurden gemeinsame Dialoge zwischen den Nutzenden gefördert 
und Perspektiven gesammelt werden, die es im weiteren Planungsverlauf zu konkretisieren gilt.
Handlungsempfehlungen für das weitere Dialogverfahren
Die folgenden Empfehlungen für das weite-
re Vorgehen wurden aus drei verschiedenen 
Grundlagen abgeleitet: aus der stadträumlichen 
und verkehrlichen Analyse, aus den Auswertun-
gen des Reallabors sowie aus der Weiterfüh-
rung in den Rahmenplan als Grundlage für eine 
verkehrliche€ Vertiefung. Die Handlungsemp-
fehlungen umfassen sowohl Vorgehensweisen 
für die Prozessgestaltung des Umbaus der Wol-
becker Straße als auch ein darauf aufbauendes 
dreistufiges Verfahren als Umsetzungsstrategie 
für die im Rahmenplan vorgestellten Maßnah-
men.
1. Klärung übergeordneter  
Rahmenbedingungen 
Die Wolbecker Straße befindet sich im Span-
nungsfeld zwischen ihren Funktionen als All-
tagsort für Zufußgehende und Radfahrende 
und Hauptverkehrsstraße mit einem hohen 
Anteil an motorisierten Durchgangsverkehr.   
Im Rahmen der übergeordneten Planung ist die 
Funktion der Wolbecker Straße im Gesamtstra-
ßennetz mit der jeweiligen Bedeutung der Ver-
kehrsarten für den innerstädtischen Strecken-
abschnitt zwischen Hansaring und Servatiiplatz 
noch zu klären. Mit Blick auf den Radverkehr ist 
das Verhältnis der Wolbecker Straße und der 
parallel verlaufenden – als Fahrradstraße ausge-
wiesenen – Schillerstraße herauszuarbeiten: Die 
Wolbecker Straße ist insbesondere für Radfah-
rende Ziel und Quelle, so dass die Schillerstraße 
für diese Zielgruppe nur bedingt als Alternative 
zur Wolbecker Straße in Frage kommt. Auch im 
Masterplan Mobilität Münster 2035+ sollte die 
Frage der zukünftigen Funktion der Wolbecker 
Straße im Abschnitt zwischen Servatiiplatz und 
‚Ring‘ vertiefend aufgenommen werden. 
2. Empfehlungen für das   
weitere Dialogverfahren   
Wolbecker Straße
Im Sinne eines partizipativen Prozesses mit Dia-
logverfahren sowie eines testenden und lernen-
den Planungsansatzes, der mit dem Reallabor 
gewählt wurde, empfehlen die beauftragten 
Büros ein prozessuales und weiterhin auf Dia-
log setzendes Vorgehen. Das heißt, die Ergeb-
nisse des Dialogverfahrens sind zeitnah mit 
der Stadtbevölkerung, der Verwaltung sowie 
der Politik zu diskutieren. Die Rückmeldungen 
sollen im weiteren Planungs- und Gestaltungs-
prozess Berücksichtigung finden. Je höher der 
Grad der Beteiligung, desto höher später die 
Akzeptanz der Maßnahmen zur Umgestaltung 
der Straße. 
Neben der Präsentation der Ergebnisse des 
Dialogverfahrens in den politischen Gremien 
schlagen die beauftragten Büros für den Früh-

52
sommer 2022 eine Werkstatt für die stadtweite 
Öffentlichkeit sowie für lokale Stakeholder vor 
Ort vor. Dabei sollen die Ergebnisse des bishe-
rigen Dialogverfahrens und des Rahmenplans 
vorgestellt und diskutiert werden. Außerdem 
sollen zentrale Maßnahmen weiterentwickelt 
und zeitlich erörtert werden. Zu den zentralen 
Maßnahmen zählen u.a. Vorschläge für den 
Fuß- und Radverkehr, die Anlieferung, die Stär-
kung des ÖPNV für Pendler*innen sowie die 
Koordination von Nutzungen auf freiwerden-
den Flächen.
3. Schrittweises Vorgehen
Im Anschluss an die Werkstatt und in Abstim-
mung mit den politischen Gremien werden die 
nächsten Schritte zur Umsetzung formuliert. 
Für das weitere Verfahren wird ein dreistufiges 
Vorgehen vorgeschlagen. Auch hierbei sollte 
wieder genügend Platz für den Dialog mit den 
Nutzer*innen und Anlieger*innen vor Ort ein-
geplant werden. Die einzelnen Phasen unter-
scheiden sich durch:
 » Ad-hoc-Maßnahmen
Dazu zählen im Rahmen der Werkstatt entwi-
ckelte Ergebnisse und die daraus abgeleiteten 
Maßnahmen. Diese können möglichst noch 
2022 mit einfachen Mitteln umgesetzt werden. 
So werden beispielsweise Raumpotentiale 
durch die Herausnahme sämtlicher Parkplätze 
frei. Die Flächen können mit neuen Nutzungen 
bespielt, getestet und erprobt werden wie zum 
Beispiel:
 » Bau von Sitzgelegenheiten für niedrig-
schwelligen Aufenthalt in den Seitenräu-
men
 » Umnutzung von Kfz-Stellplätzen in Rad-
abstellanlagen, Ladezonen, Sitzgelegen-
heiten und Außensitze für Gastronomie, 
Aktivierung von Stellplätze durch Anwoh-
ner*innen/Anlieger*innen
 » Mobiles Grün 
 » Zwischenlösungen
Nach einer fachlichen Weiterentwicklung der 
Zielperspektive und unter Einbeziehung der 
gewonnenen Erfahrung aus den Ad-hoc-Maß-
nahmen können ab 2023 bereits aufwendigere 
Maßnahmen umgesetzt und erprobt werden. 
Diese sollen bereits als erste Bausteine einer 
langfristigen Umgestaltung der Wolbecker 
Straße fungieren bzw. Aufschluss geben, welche 
Maßnahmen für die Nutzenden vor Ort geeig-
net sind. Hierzu zählen beispielsweise die fol-
genden Maßnahmen: 
 » Verlegung des Radverkehrs auf die Stra-
ße (Mischverkehr) - Radwege  werden zu 
Gehwegen
 » Herausnahme sämtlicher Parkplätze in 
diesem Abschnitt
 » Erleichterung der Querung zwischen 
dm-Drogeriemarkt und REWE-Markt für 
Fußgänger*innen
 » Qualifizierung des Stadteingangs Hansa-
platz in Abstimmung mit der aktuellen 
Umgestaltung
 » Umgestaltung des Kreuzungsbereichs und 
Stadteingangs Bremer Platz
 » (begleitende) Maßnahmen zur Anglei-
chung der Geschwindigkeiten von Rad-
fahrenden und MIV im Mischverkehr (z.B. 
Mittelinsel, Dialogdisplays, Zusatzzeichen 
„Verkehrsversuch“) 
 » Entwurfsplanungen zur dauerhaften Umge-
staltung
Nach einer kritischen Auswertung und Reflek-
tion der temporären Maßnahmen soll sich eine 
verbindliche Entwurfsplanung für die Umge-
staltung anschließen, welche den gesamten 
Bereich zwischen ‚Ring‘ und Servatiiplatz von 
Hauswand zu Hauswand (Umsetzung ab/nach 
2025 im Zuge der Umgestaltungen am Bremer 
Platz – Münster Mobility Hub und Medienhaus 
mit WDR am Servatiiplatz) einschließt.

Mit dem gewählten Prozessdesign soll es auch 
weiterhin möglich werden, Maßnahmen zu 
testen, anschließend zu konsolidieren oder 
auch zu verwerfen. Für eine spürbare Verbes-
serung der Wolbecker Straße braucht es eine 
abgestimmte Prozessgestaltung mit wichtigen 
Meilensteinen und zeitlichen Zielperspektiven, 
in der die einzelnen Aspekte stark ineinander-
greifen müssen. 
Auch weiterhin soll die Öffentlichkeit kontinu-
ierlich und transparent eingebunden werden. 
Unterschiedliche Beteiligungsformate sind 
dafür zu entwickeln, um es vielfältigen Zielgrup-
pen zu ermöglichen, Teil des Umgestaltungs-
prozesses zu werden. Innerhalb des dreistufi-
gen Verfahrens ist neben dem Planungsprozess 
also ein passendes Beteiligungskonzept zu 
entwickeln. 
Für die Fachverwaltung gilt es Rahmenbedin-
gungen zu klären. So sollen die Perspektiven 
unterschiedlicher Fachverwaltungen (z.B. 
Ordnungsamt, Umwelt- und Freiraumplanung, 
Münster Marketing) eingeholt und diskutiert 
werden, um eine gemeinsame Zielperspek-
tive zu formulieren. Außerdem müssen ver-
kehrsrechtliche Festlegungen geprüft werden. 
Beispielsweise ist „Tempo 20“ in der gültigen 
Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen und 
somit verkehrsordnungsrechtlich derzeit nicht 
umsetzbar. Im internen Dialog der betroffenen 
Fachämter als auch im Dialog mit den überge-
ordneten Genehmigungsbehörden ist ein per-
spektivischer Lösungsweg zur Angleichung der 
Geschwindigkeiten von Radfahrenden und Kfz 
im Mischverkehr zu entwickeln. 
Ausblick
Die Vorgehensweise „erst testen, dann planen“ für die Umgestaltung der Wolbecker Straße ist 
aufgegangen. Das Dialogverfahren Wolbecker Straße startete im September 2021 mit dem zehntä-
gigen Reallabor. Mit den vorliegenden Ergebnissen wurde nun die Grundlage für das weitere parti-
zipative und dialogorientierte Vorgehen zur Umgestaltung der Wolbecker Straße gelegt. 
Im Sinne eines lernenden und kooperativen Planungsansatzes soll die Beteiligung der Stadtbevöl-
kerung, Nutzer*innen und lokalen Anlieger*innen ein wichtiger Bestandteil bei der Neugestaltung 
des Streckenabschnitts bleiben. Weiterhin sollen Ergebnisse mit der lokalen Bevölkerung und 
Stakeholdern rückgekoppelt und schließlich umgesetzt werden. Ebenfalls von hoher Bedeutung 
ist es in den kommenden Monaten zentrale Leitplanken und Weichenstellungen zu setzen, um 
den Prozess zielorientiert weiterführen und erste – aus den Ergebnissen abzuleitende Maßnahmen 
– auf die „Straße“ zu bringen. Die große Resonanz und das hohe Interesse am Reallabor machen 
deutlich, dass das Dialogverfahren mit dem Ziel, die Ergebnisse und Rückmeldungen sichtbar 
zu machen, konsequent fortgeführt werden muss, um die Wolbecker Straße in Zukunft sicherer, 
freundlicher und grüner zu gestalten. 
53

56

Beratungsverlauf (3)

03.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 5.7 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
05.05.2022 Betriebsausschuss Münster Marketing
TOP 3 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
11.05.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität
TOP 8.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (15)

  • Klemensstraße 10
  • Wolbecker Straße 51
  • Schillerstraße
  • Dortmunder Straße
  • Sophienstraße
  • Bremer Straße
  • Albersloher Weg 33
  • Bremer Platz
  • Hansaplatz
  • Hansaring 42
  • Servatiiplatz
  • Hohenzollernring
  • Linnebornstiege
  • Sauerländer Weg
  • Sternstraße

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Details

Aktenzeichen
V/0115/2022
Typ
Vorlagen
Datum
06.04.2022
Erstellt
14.02.2022 10:17