2815/2020
Annahme einer Geldzuwendung für den Ankauf eines Kunstwerkes von Wade Guyton für das Museum Ludwig
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Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 2815/2020 Freigabedatum 19.11.2020 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Annahme einer Geldzuwendung für den Ankauf eines Kunstwerkes von Wade Guyton für das Museum Ludwig Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat nimmt die zweckgebundene Schenkung im Wert von ca. 805.235 € (umgerechnet rd. 900.000 US $ netto; Betrag kann je nach Wechselkurs zum Kaufdatum abweichen) für den Erwerb des Kunstwerkes Untitled, 2020 von Wade Guyton für das Museum Ludwig mit Dank an. Rat 10.12.2020 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen 805.235 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 805.235 € 100 % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung Die Schenkung ermöglicht den Ankauf des Kunstwerkes Untitled, 2020 von Wade Guyton für das Museum Ludwig. Der Schenker möchte damit einen Beitrag zur zeitgenössischen Kunst am Standort Köln leisten. Das Werk Untitled, 2020 hat ausweislich eines externen Gutachtens einen Versicherungswert von ca. 900.000 US $ (umgerechnet ca. 766.890 €; Stand: 29.10.2020). Der Kaufpreis einschließlich der Ein- fuhrumsatzsteuer von rd. 805.235 € wird vom Schenker übernommen. Wade Guyton *1972 in Hammond (IN, USA), lebt in New York (NY, USA) Untitled, 2020 Epson UltraChrome HDX-Tintenstrahldruck auf Leinen 236,2 x 139,7 cm 3 Wade Guyton ist vornehmlich für seine mit Tintenstrahldruckern erschaffenen Leinwandbilder be- kannt. Sein Material bezieht der US-amerikanische Künstler aus dem endlosen und sich stetig erwei- ternden Bildpool der Kunstgeschichte und des Internets. Bezüge zur Pop Art, Minimal Art, Konzept- kunst oder zur Architektur- und Designgeschichte finden sich in seinem Werk ebenso wie Reprodukti- onen von Zeitungs-Websites und Produktwerbung. Durch die künstlerische Strategie des „Samplings“ von Motiven und die Verbindung von analogen und digitalen Bildtechnologien, Bearbeitungs- und Reproduktionsverfahren werfen seine Arbeiten Fragen nach künstlerischer Autonomie, Autorschaft und Authentizität auf – vor allem, da der Entstehungsprozess mitunter dem Zufall unterworfen ist. Dies zeigt sich besonders deutlich an Feuerbildern wie diesem, die in Guytons Werk mehrfach und in Variation auftauchen, was gerade auch in der jüngst stattgefundenen Retrospektive des Künstlers im Museum Ludwig (ZWEI DEKADEN. MCMXCIX–MMXIX, 16.11.2019 – 1.3.2020) gleich im ersten Ausstellungsraum offenkundig wurde. Seit 2005 produzierte Guyton sie in unterschiedlicher Anord- nung, Farbigkeit und Farbintensität je nach Füllstand des Druckertoners und anderen technologi- schen Faktoren, auf die er nur bedingt Einfluss nehmen kann. Auch für dieses Werk überlagerte er ein vorgefundenes Bild von Feuer mit getippten Us und übertrug die Komposition in seinem üblichen Verfahren mithilfe eines Computers und eines Tintenstrahldruckers auf grundierte Leinwand. Die U-Flammenbilder markierten Mitte der 2000er Jahre eine Zäsur im Œuvre des Künstlers, der sich im Catalogue Raisonné folgendermaßen dazu äußert: „Nach der Formalismus-Ausstellung [im Kunst- verein in Hamburg 2004/2005] wurde mir klar, dass ich von den Arbeiten mit Rohleinen genug hatte. Ich begann, grundierte Leinwände zu verwenden und zog sie auf Rahmen auf, damit sie der Malerei näher kamen. Das Feuer war aufrüttelnder, aggressiver, irgendwie mehr camp – und es war ein bild- hafteres Bild. Es war ein Scan aus einem Buch. Auch mit der Tinte passierte an den Konturen der Flammen so einiges.“ Nachdem 2014 eines der Bilder aus der Serie in der Ankündigung einer Auktion zu einem extrem hohen Schätzpreis angeboten wurde, reproduzierte der Künstler es kurzerhand in 12-facher Auflage und postete entsprechende Fotos aus dem Studio auf seinem Instagram-Account. Damit stellte er nicht nur den Unikatcharakter des angebotenen Werks noch einmal selbst zur Verhandlung, sondern auch die Definitionshoheit des Kunstmarkts über den Wert seiner Arbeiten. Schließlich überstieg der Verkaufspreis (über 3,5 Millionen USD) jedoch sogar noch den angegebenen Schätzwert. Es ist ein außerordentlicher Gewinn für die Sammlung, neben Zeichnungen, zwei „monochromen“ Bildern und dem fünfteiligen Gemälde aus der Schultze Projects Ausstellung 2007 noch ein beson- ders charakteristisches Werk des Künstlers in den Bestand aufzunehmen, da sich der Buchstabe U und das Feuer als zentrale Motive und Wiedererkennungsmerkmale ins sowohl malerische als auch zeichnerische und skulpturale Werk von Wade Guyton eingeschrieben haben. Noch dazu zeigt das Gemälde, wie sich Guyton auch sein eigenes Werk immer wieder neu aneignet, um dies genauso wie andere Bildwelten auf die Möglichkeiten und Grenzen der Reproduzierbarkeit zu befragen. Die Zuwendung wird im Teilfinanzplan 0402 - Museum Ludwig in Teilplanzeile 1 - Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen auf der Finanzstelle 4511-0402-0-2000 - Ankaufsetat Mu- seum Ludwig vereinnahmt. Im Rahmen der flexiblen Haushaltsbewirtschaftung werden Auszahlungs- ermächtigungen in Höhe der Zuwendung in Teilplanzeile 9 - Auszahlungen für den Erwerb von be- weglichem Anlagevermögen auf der o.g. Finanzstelle bereitgestellt. Folgeaufwendungen in Form von Abschreibungen oder Lagerkosten fallen nicht an. Der Schenker bittet aus steuerlichen Gründen um Realisierung seiner Schenkung noch in 2020 und beabsichtigt, den Kaufpreis im Dezember 2020 zu überweisen Über den Betrag der Schenkung wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Haushaltsbewirtschaftung in der Corona-Krise Die Hauptaufgabe der wissenschaftlichen Museen ist der Auf- und Ausbau von Kunst- und Kulturgut durch Sammeln, Erhalten und Forschen. Durch die zweckgebundene Schenkung kann das Museum Ludwig das Kunstwerk von Wade Guyton erwerben, welches den bestehenden Sammlungsbestand 4 hervorragend ergänzt und zur Sicherung der bestehenden Strukturen beiträgt. Anlage Abbildung Wade Guyton, Untitled, 2020 © Wade Guyton
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 2815/2020
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 19.11.2020
- Erstellt
- 09.09.2020 12:24