V/0695/2012
Mehr Raum für Menschen, Modernisierung der Stadtbücherei
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Berichtsvorlage
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V/0695/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Stadtbücherei Betrifft Mehr Raum für Menschen, Modernisierung der Stadtbücherei Beratungsfolge 27.09.2012 Kulturausschuss Bericht Bericht: „Mehr Raum für Menschen“ – Modernisierung der Stadtbücherei Die Einrichtung der Stadtbücherei am Alten Steinweg entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Bibliothek. Es sind Änderungen erforderlich , um dem medialen Wandel und dem veränderten Kundenverhalten Rechnung zu tragen. Die Stadtbücherei orientiert sich b ei ihren Plänen an den Entwicklungen im europäischen Ausland insbesondere in den Niederlanden und Dänemark. In Deutschland beginnen die Bibliotheken erst , sich mit den Veränderungen aus- einanderzusetzen. 1. Ausgangssituation Die Welt der Medien und Informationen hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant verändert. Gedruckte Medien und Bücher im k lassischen Format verlieren an Bedeutung. Sie we r- den zunehmend durch virtuelle Zugänge und digitale Medien ersetzt, die nicht mehr an Ort und Zeit gebunden sind. Parallel dazu hat sich die Inanspruchnahme der Stadtbücherei deutlich verändert. Zwar ist die Nachfrage nach der Ausleihe gedruckter Bücher und Trägermedien wie z.B. CDs u n- verändert hoch. Es haben aber deutliche Verschiebungen stattgefunden. Mehr denn je gefragt sind Kinderbücher und –medien. Die Nutzung in der Kinderbücherei ist in den ver- gangenen zehn Jahren von 231.000 auf 356.000 Ausleihen (+ 54 %) gestiegen. Unverä n- dert ist die Nachfrage nach Romanen und Hörbüchern, Spielfilmen und Spielen sowohl in Form der klassischen Gesellschaftsspiele als auch die Konsolenspiele. Rückläufig ist die Nutzung der Sachliteratur – stark nach gefragt ist hier nur noch das A k- tuelle und das Besondere. Ferner wird bei speziellen Fragestellungen z.B. im Rahmen von Facharbeiten auf das Sachbuch zurückgegriffen. Vorlagen-Nr.: V/0695/2012 Auskunft erteilt: Frau Rasche Ruf: 492 42 00 E-Mail: RascheM@stadt-muenster.de Datum: 06.09.2012 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0695/2012 Rasant zugenommen - mit Steigerungsraten von 100 % in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr – hat die Nachfrage nach Mue nsterload.de , dem E-Book-Angebot der Stadtb ü- cherei. Wesentlich verändert hat sich das Verhalten der Kunden in der Stadtbücherei und deren Erwartungen an die Dienstleistungen der Bibliothek. Immer mehr Menschen kommen in die Stadtbücherei am Alten Steinweg, um hier zu le r- nen – einzeln oder in der Gruppe. Lernräume, PC-Arbeitsplätze mit Internetzugang, Lese- und Arbeitsplätze sind nahezu während der gesamten Öffnungszeiten der Stadtbücherei ausgelastet. Angesichts der unüberschaubaren und grenzenlosen Informationsflut im Internet suchen die Menschen nach Orientierung. Mehr denn je ist die Informations - und Recherchekom- petenz der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei gefragt. Dies ze igt insbe- sondere die hohe Nachfrage nach Schulungen für die Schüler und Schülerinnen der Oberstufe. In Sachen E-Book und E-Book-Reader bevorzugen viele Menschen die Beratung in einer nicht-kommerziellen Einrichtung und vertrauen auf die Fachkenntnis und die technische Kompetenz der Bibliotheksmitarbeiter. Heute kommt es in Bibliotheken mehr auf die anregende und empfehlende Präsentation einer Medienauswahl an als auf eine große Menge von Medien. Virtuelle und reale Ang e- bote müssen in den Räumen der Bibliothek gleichberechtigt präsent und sichtbar sein. 2. Ziele Mit den Veränderungen in ihrer Einrichtung verfolgt die Stadtbücherei folgende Ziele: Mehr Orientierung bieten beim realen und virtuellen Medien- und Informationsangebot Mehr Raum und attraktive Angebote für Kinder, Familien und Jugendliche schaffen Die virtuellen Angebote in der Stadtbücherei sichtbar machen – die Inhalte erlebbar machen Die Aufenthaltsqualität erhöhen – attraktivere Lern- und Lesebereiche schaffen 3. Die vorgesehenen Veränderungen 3.1. Erdgeschoss – einladend – inspirierend – aktuell - kommunikativ Im Erdgeschossbereich hinter Foyer und Verbuchungszone wird eine Leselounge eing e- richtet und so mehr Raum für Menschen geschaffen. Kombiniert damit werden halbhohe Regale, in denen ein aktuelle s und besonderes Medi- enangebot in Szene gesetzt wird. Das Angebot an aktuellen Zeitschriften wird hier ko n- zentriert. Reader werden angeboten, die das Lesen von E -Books erlauben. Hier kann man neue Formen des Lesens erproben und sich dem wachsenden Markt der e-Medien annähern. Auf Bildschirmen werden tagesaktuelle Nachrichten präsentiert, aus der ganzen Welt, aus der Region und aus der Stadtbücherei. Stimmungslicht schafft Atmosphäre und hellt den tendenziell dunklen Bereich auf. Die heutige Supermarkt-Atmosphäre (hohe Regale, wenig Aufenthaltsqualität) verschwi n- det – es entsteht ein Bereich, der dazu einlädt Entdeckungen zu machen, Neues zu erfah- 3 V/0695/2012 ren, sich gemütlich zum Lesen nieder zu lassen oder sich auch mit anderen Besuchern über das Gelesene und Gesehene auszutauschen. 3.2. Untergeschoss / Kinderbücherei – Mehr Raum für Kinder und Familien Die Bücher und Medien für Jugendliche werden hier nicht mehr angeboten. Durch Fortfall der Regale entsteht so mehr Raum für Kinder. Bei Bedarf werden verschlissene Sitzmöbel ersetzt, größere Veränderungen sind hier nicht geplant. 3.3. Untergeschoss / Mediothek – ein attraktiver Freizeittreff für Jugendliche Hier entsteht ein Bereich für Jugendliche – nicht nur mit dem Buch - und Medienangebot aus der Kinderbücherei. Freunde treffen, Chillen und Lesen (Sic!) sind als Freizeitvergn ü- gen bei den meisten Jugendlichen sehr beliebt. Außerdem haben „Games“ einen hohen Stellenwert in der Freizeit. Neben einem anregend gestalteten Medienangebot sollte der Jugendbereich daher mit al- tersgerechten einladenden Sitzmöbeln ausgestaltet werden. Da Jugendliche gern g e- meinsam spielen, werden Plätze für das gemeinsame Spielen an Bildschirmen gescha f- fen. So entsteht ein attraktiver Freizeittreff für Jugendliche, wo gleichzeitig auch Anregung zum Lesen gegeben und der Gefahr der Vereinzelung vorgebeugt wird. Der Raum wird durch eine veränderte Präsentation der Medien im Untergeschoss g e- schaffen. An die Stelle der voluminösen Tröge treten platzsparendere Möbel für CDs und DVDs. Dabei wird davon ausgegangen, dass es zukünftig immer weniger Musiktonträger geben wird. Außerdem werden die Hörbücher zukünftig im „Literarischen Salon“ im 1. OG angeboten. 3.4. Der andere Bauteil – Lernen – Lesen - Literatur (vom Untergeschoss bis zur 2. Etage) Dieser Bauteil – in der Sprache der Architekten „Das Schiff“ – behält seinen Charakter als klassische Bibliothek – so wie vor mehr als 25 Jahren geplant. Hier sollen lediglich mehr Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden und Sitzmöbel ersetzt werden, die nach 20 Jahren intensivster Nutzung zerschlissen sind. Dabei soll im 1. OG ein „Literarischer Salon“ entstehen, wo das gesamte Roman - und Hörbuchangebot der Stadtbücherei präsentiert wird. Es soll zugleich ein Ort für kleine lit e- rarische Veranstaltungen und selbstorganisierte Lesezirkel sein. Auch durch diese Maßnahmen wird mehr Raum für Menschen geschaffen und die Mö g- lichkeit gegeben, sich in der Bibliothek zum gemeinsamen Lernen und zum Austausch über das Gelesene zu treffen. 3.5. Ein elektronisches Leitsystem Für Bibliotheken gibt es heute elektronische Leitsysteme, die direkt am Katalog den Standort des Gesuchten anzeigen und die Auffindbarkeit in der Bibliothek erleichtern. Solch ein System soll im Zuge der Neueinrichtung auch für die Stadtbücherei Münster an- geschafft werden. Es entlastet die Mitarbeiter und gibt ihnen den notwendigen Freiraum für ihre neuen Aufgaben. 4. Kosten Nach einer ersten Schätzung liegen die Kosten für die beschriebenen Maßnahme bei ca. 300.000 € Davon entfallen auf 4 V/0695/2012 Möblierung 220.000 € Digitale Technik (incl. Leitsystem) 60.000 € Planungskosten 20.000 € Über diesen Betrag wurde ein Antrag auf Gewährung eines Zuschusses aus den Gewinn- ausschüttungen der Sparkasse Münsterland-Ost gestellt. 5. Zeitplan Die Detailplanung kann im zweiten Quartal 2013 erfolgen. Wenn mit der Umsetzung im zweiten Halbjahr 2013 begonnen wird, kann die Maßnahme in 2014 abgeschlosse n wer- den. Für dieses Jahr kann versucht werden, für einen bestimmten Bereich (z. B. Jugend) Landesmittel ein zu werben. Eine Ausdehnung der Maß nahme auf das Jahr 2015 ist möglich, erschwert jedoch die Umsetzung, da die Veränderungen in ihrer Reihenfolge voneinander abhängig sind und nicht separat durchgeführt werden können. I. V. gez. Dr. Hanke Stadträtin
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0695/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.09.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37