0293/2023
Mündliche Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen: Optimierung der musealen Depots, Fortschreibung
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/4514 Vorlagen-Nummer 26.01.2023 0293/2023 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 31.01.2023 Bauausschuss 13.03.2023 Mündliche Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen: Optimierung der musealen Depots, Fortschreibung (AN/2738/2022) 1. Welche konkreten Bedarfe der Museen führen zur Überlegung, dass ein Zentraldepot eingerichtet werden soll? Antwort der Verwaltung: Die Bedarfe der Museen der Stadt Köln sind unterschiedlich und richten sich nach der ent- sprechenden Gesamtsituation in den einzelnen Einrichtungen. Der verantwortungsbewusste und bewahrende Umgang mit Kunstwerken nach den Standards der UNESCO und ICOM-CC gehören zum Selbstverständnis der Kölner Museen. Dieser Ver- antwortung kann ein Großteil der Museen in Hinblick auf die Depotsituation nicht, nur einge- schränkt bzw. in Teilen nur eingeschränkt gerecht werden. Die individuellen Bedarfe der ein- zelnen Museen werden aktuell im Rahmen einer Grundlagenermittlung zusammengetragen und ausgearbeitet (siehe Mitteilung 2738/2022). Grundsätzlich ergeben sich die Bedarfe aus folgenden, je nach Museum variierenden Faktoren: Hausinterne bzw. externe Depots entsprechen nicht den konservatorischen bzw. bauli- chen Anforderungen und sind deshalb zur Unterbringung von Kulturgut nicht geeignet. Hausinterne bzw. externe Depots verfügen nicht über die erforderlichen lüftungstech- nischen Anlagen. Die hausinternen Raumkapazitäten reichen nicht aus, so dass Sammlungsteile ausge- lagert werden müssen, wodurch jährliche Kosten in Höhe von rund 3.320.000,00 Euro entstehen, was eine finanzielle Belastung für die betroffenen Museen darstellt. Ebenfalls aufgrund räumlicher Engpässe müssen Objekte in umgenutzten Räumen (Ausstellungsräume, Technikräume etc.) untergebracht werden. Die externen Depots sind in einem baulich schlechten Zustand (Feuchtigkeit, Schim- mel etc.) mit zum Teil erheblichen Temperaturschwankungen, wodurch der Erhalt der Objekte gefährdet ist. Ein Arbeiten in diesen Depots ist nicht möglich. Aufgrund der Gebäude- und Raumkonstellationen ist eine professionelle Schädlings- kontrolle (IPM) nicht möglich. Es fehlen Einrichtungen (z.B. Quarantäne) zur Vorsorge und Bekämpfung von Schäd- lingen und Schadstoffen. Das MAKK, das KSM und das RGM verfügen nicht über ausreichend Restaurierungs- werkstätten. Zudem entsprechen diese nicht den Richtlinien des Arbeitsschutzes und den musealen Standards. Für diese Häuser müssen innerhalb des Zentraldepots ge- eignete Werkstätten geschaffen werden. 2 Aufgrund von Baumaßnahmen ist für das MAKK, KSM und RGM eine Auslagerung der Gesamtbestände und für das ML eine Auslagerung von Teilbeständen erforderlich. In einem Zentraldepot sollen die üblichen Zuwächse in den Sammlungen berücksich- tigt werden. Die Lager- und Sicherheitstechnik entspricht aktuell nicht den musealen Standards. Die aus den Bedarfen abgeleiteten Ziele für ein Zentraldepot wurden in der Mitteilung 2738/2022, Optimierung der musealen Depots, Fortschreibung, erläutert. Die sich aus den Bedarfen ergebenden musealen Anforderungen und Ziele lassen sich nicht dezentral, sondern nur in einem Zentraldepot realisieren. Gleichzeitig werden auch funktionale Synergien sowie energetische und betriebswirtschaftliche Vorteile erreicht. 2. Um welche Bestände handelt es sich? (Erstellung einer Übersicht: Art und An- zahl der einzulagernden Exponate) Antwort der Verwaltung: Museum Objektgruppen 1 Museum für Ange- wandte Kunst (MAKK) - 4514 Möbel, Textilien, Design-Objekte, Plakate, Gemälde, Graphische Sammlung, Metall-, Glas und Keramikobjekte, Schmuck, Teile hist. Raumausstattung, Karmann Ghia (Auto) bei Generalsanierung 250.000 Objekte auszulagern 2 Museum Ludwig (ML) - 4511 Mixed-Media Objekte, Installationen, digitale Objekte, Außenskulp- turen, 1 Bauwagen und ein Baumstamm von ca. 8,90 m Länge 3 Römisch- Germanisches Mu- seum (RGM) - 4512 Steinobjekte, Mosaike, Wandmalereien, Baukeramik, Keramik, Glas, Metall, Bein/Knochen, Holz, Leder, Textil, Molluskenschalen, Kleinfunde, Skelettreste, Bodenproben, Bleisarkophage, große Hölzer (Bauhölzer) 4 Rautenstrauch – Joest-M useum (RJM ) - 4513 Objekte der verschiedenen Sammlungen, 1 großes Boot 5 M useum Schnütgen (M S) - 4516 Große Holzobjekte 6 NS- Dokumentations- zentrum (NS-DOK) - 4520 Schriftgut, Fotografien, Plakate, 3D-Objekte aller Art, AV-M edien, Gemälde und Zeichnungen 7 Kölnisches Stadt- museum (KSM ) - 4518 Graphische Sammlung, M öbel, Designobjekte, Gläser, Keramik, Textilien, Eisenobjekte, M aschinen, Gipsabgüsse, 1 Auto, 3 Groß- Fahrzeuge, Großobjekte (Objekte der ehemaligen Dauerausstel- lung), Filmmaterial, Skulpturen, Kunsthandwerk, Gemälde 8 Wallraf-Richartz - M useum & Fondati- on Corboud (WRM ) - 4510 Keine Flächenbedarfe für Objekte angemeldet. Im zu errichtenden Erweiterungsbau des M useums entsteht eine zusätzliche Depotflä- che. 9 M useum für Ostasi- atische Kunst (M OK) - 4515 Keine Bedarfe an einem Zentraldepot, da genügend ausbaufähige Räumlichkeiten im Haus vorhanden. Eine Übersicht über die konkret auszulagernden Bestände wird derzeit im Rahmen der Grund- lagenermittlung erstellt. Für jedes M useum wird hierbei durch das beauftragte Depotpla- nungsbüro ein M engengerüst erarbeitet. Dabei werden die Sammlungen eines M useums auf- genommen, die aktuelle Lagersituation erfasst und daraus eine Ableitung für die zukünftige Lagerung nach konservatorischen Standards ermittelt. So ergibt sich in der ersten Auswertungsstufe eine standortunabhängige Darstellung des Flä- 3 chenbedarfs für eine fachgerechte Lagerung der Sammlungen in einem zukünftigen Depot. Diese Auswertung schließt die zukünftige Sammlungsaufteilung, Lagertechnik sowie die dar- aus resultierenden Stellflächenbedarfe mit und ohne Bediengang ein. In der weiteren Phase der Depotplanung dient das Mengengerüst als Grundlage für die wei- terführende Lagertechnikplanung, aber auch für die Grobplanung der Umzugsvorbereitungen und etwaige Reinigungs- und Dekontaminationsmaßnahmen. Über die Volumina / Laufmeter / Objektzahlen lassen sich zeitliche, personelle und materielle Bedarfe rechnerisch ableiten. Die Mengengerüste für alle Museen liegen Ende Februar 2023 vor. Anhand dieser Mengenge- rüste können belastbare Aussagen über die Größenordnung der auszulagernden Bestände gemacht werden. Gez. Charles
Anlage 1 (Vorab-) Auszug Niederschrift Ausschuss Kunst und Kultur
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Geschäftsführung Ausschuss Kunst und Kultur Herr Weis Telefon: (0221) 221-23657 Fax: (0221) 221-24141 E-Mail: Manuel.Weis@STADT- KOELN.DE Datum: 01.02.2023 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 15. Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur vom 31.01.2023 öffentlich 10.3 Beantwortung einer mündliche Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen: Optimierung der musealen Depots, Fortschreibung (AN/2738/2022) 0293/2023 Die Ausschussmitglieder*innen bitten um die Erweiterung der Beratungsfolge um fol- genden Ausschuss: Bauausschuss Der Ausschuss für Kunst und Kultur nimmt die Beantwortung zur Kenntnis.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0293/2023
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 02.02.2023
- Erstellt
- 19.01.2023 15:39