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2233/2021

Positionierung der Stadt Köln im Rahmen der aktuellen Restitutionsverhandlungen zwischen der Bundesregierung Deutschand und Nigeria zum Umgang mit 94 Kunstwerken im Rautenstrauch-Joest-Muesum aus dem ehemaligen Königreich Benin (Nigeria)

Mitteilung Ausschuss 10.06.2021

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 15.06.2021, TOP 8.9

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

10617 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/VII/4 
 
Vorlagen-Nummer  10.06.2021 
 2233/2021 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 15.06.2021 
 
Positionierung der Stadt Köln im Rahmen der aktuellen Restitutionsverhandlungen zwischen 
der Bundesregierung Deutschand und Nigeria zum Umgang mit 94 Kunstwerken im 
Rautenstrauch-Joest-Muesum aus dem ehemaligen Königreich Benin (Nigeria) 
Das Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) bewahrt mit insgesamt 94 höfischen Kunstwerken aus dem 
Königtum Benin nach Berlin, Sachsen und Hamburg die viertgrößte Sammlung in Deutschland und ist 
zudem das einzige kommunale Museum, das eine solche Sammlung besitzt. Die 94 Hofkunstwerke 
des RJM gelangten zwischen 1899 und 1967 als Schenkungen und Ankäufe in die Sammlung. Es gilt 
als sicher, dass alle zu den im Februar 1897 von der britischen Armee aus dem Königspalast Benin 
tausenden geraubten Kunstwerken gehören. Nach der Unabhängigkeit von Nigeria 1960, forderte 
Nigeria erfolglos die Restitution der geraubten Kunstwerke, die sich heute in europäischen und nord-
amerikanischen Museen befinden.  
Die Bundesregierung, die Bundesländer und die kommunalen Spitzenverbände haben 2019 Eckpunk-
te zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten verabschiedet. Sie haben sich darin zur 
Rückführung von Objekten, „deren Aneignung in rechtlich und/oder ethisch heute nicht mehr vertret-
barer Weise erfolgte“ bereit erklärt. Dies ist bei den hier in Rede stehenden Artefakten ohne Zweifel 
der Fall. Seit 2020 hat die Bundesregierung daher den Dialog mit Nigeria intensiviert und die Grund-
lage für die gemeinsame Erklärung vom 29. April 2021 geschaffen, nach der die Bundesregierung in 
Abstimmung mit den anderen Beteiligten in Gespräche über Rückgaben sowie Kooperationen und 
damit verbundene unterschiedliche kuratorische Möglichkeiten treten soll, wie hier verbleibende 
Hofkunstwerke in den Museen präsentiert werden können. 
Die Stadt Köln und das RJM sind sich der gewaltvollen Geschichte, die mit den höfischen Kunstwer-
ken aus dem Königreich Benin verbunden ist, sehr bewusst und setzen sich in enger Abstimmung mit 
der Bundesregierung für Rückgaben von geraubten Kunstwerken an Nigeria ein. 
 
Informationen zur Benin-Sammlung des RJM 
Das RJM bewahrt eine bedeutende Sammlung des Königreichs Benin. Die ältesten und hochwertigs-
ten Kunstwerke datieren aus der Zeit zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert und der größte Teil von 
Mitte des 18. bis Ende des 19. Jahrhunderts.  
 
65 der 94 Benin-Bronzen des RJM wurden bereits vor 1902 von der Familie Rautenstrauch in Aukti-
onshäusern in London erworben und der Stadt Köln geschenkt. Zusammen bilden sie 400 Jahre Ge-
schichte eines der wichtigsten Königsreiche des Afrikanischen Kontinents ab.

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Trotz ihrer internationalen Bedeutung stand eine historische und ikonografische Einordnung dieser 94 
Hofkunstwerke noch aus. Dank der großzügigen Hilfe der Museumsgesellschaft RJM e.V. mit Mitteln 
aus dem Vermächtnis von Ludwig Theodor von Rautenstrauch veranlasste das RJM 2020 einen ers-
ten Überblick über die Herkunft der Sammlung höfischer Kunstwerke aus dem Königtum Benin. Ein 
erster sammlungshistorischer Bericht sowie das komplette Inventar der Benin-Sammlung des RJM 
sind seit Januar 2020 auf der Webseite des RJM zugänglich:  
www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/Hofkunstwerke-aus-dem-Koenigreich-Benin  
Eine erste Grundlagenstudie zur Analyse der Techniken und Materialien der Beniner Sammlung höfi-
scher Kunstwerke für eine bessere historische und materielle Einordnung der Sammlung wurde eben-
falls von der Museumsgesellschaft RJM e.V. mit Mitteln aus dem Vermächtnis von Ludwig Theodor 
von Rautenstrauch gefördert. 
 
Nur drei der 94 Benin Stücken waren bislang in der Dauerausstellung des RJM zu sehen.  
Seit der Eröffnung der Ausstellung „RESIST! Die Kunst des Widerstands“ am 1. April 2021, sind alle 
94 Hofkunstwerke des RJM im Raum „BENIN 1897“ vollständig präsentiert. In diesem Raum, der von 
der nigerianischen Künstlerin und Kunsthistorikern Peju Layiwola kuratiert wurde, steht die Frage der 
Restitution der geraubten Hofkunstwerke im Zentrum.  
 
Seit 2019 ist das RJM Mitglied der „Benin Dialog Group“ (BDG), einer seit 2010 bestehenden Initiati-
ve, in der Museen aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich und Schweden, 
die Sammlungen von Hofkunstwerken aus dem Königreich Benin bewahren, mit nigerianischen Part-
ner*innen, darunter die nigerianische „National Commission for Museums and Monuments“ und Ver-
treter*innen des Königshofs von Benin, zusammenarbeiten. Die BDG unterstützt wie auch die Bun-
desregierung Deutschland den Aufbau des „Edo Museum of West African Art“ (EMOWAA). Sie dient 
als wichtiges internationales Abstimmungsgremium zwischen den Museen. Die fünf in der BDG ver-
tretenen deutschen Museen, darunter das RJM, beraten die Bundesregierung in den aktuellen Ver-
handlungen mit Nigeria. 
 
 
Status Quo der Verhandlungen: 
Zur Vorbereitung der am 29. April 2021 von Kulturstaatsministerin Monika Grütters einberufenen digi-
talen Gesprächsrunde zum Umgang mit den sogenannten Benin-Bronzen fand ein digitales Treffen 
zwischen Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Dr. Andreas Görgen vom Auswärtigen Amt, der Bei-
geordneten Susanne Laugwitz-Aulbach und Museumsdirektorin Nanette Snoep statt. 
Am 29. April 2021 haben Susanne Laugwitz-Aulbach und Nanette Snoep an der von Kulturstaatsmi-
nisterin Monika Grütters einberufenen Gesprächsrunde teilgenommen. Vertreten waren fünf deutsche 
Museen der Benin Dialog Group (Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin, Staatliche Kunstsammlun-
gen Dresden, Museum am Rothenbaum Hamburg, Linden-Museum Stuttgart, Rautenstrauch-Joest-
Museum Köln), das Auswärtige Amt, politische Vertreter*innen der betroffenen Bundesländer, die 
Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten sowie der 
Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder als Leiter der Kontaktstelle für Sammlungsgut aus ko-
lonialen Kontexten in Deutschland.  
Vereinbart wurde dabei, bis Sommer 2021 konkrete Handlungsschritte und einen Fahrplan zu Fragen 
der Rückführung von Benin-Bronzen zu entwickeln – dies in Abstimmung mit Vertreter*innen der ni-
gerianischen Seite, insbesondere der von der nigerianischen Regierung, dem Gouverneur des Bun-
desstaates Edo sowie der dem Königshaus von Benin unterstützten zivilgesellschaftlichen Initiative, 
des Legacy Restoration Trust (LRT).

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Diese Abstimmung erfolgt gemäß der Beschlüsse vom 29. April 2021 durch das Auswärtige Amt, das 
auf seiner letzten Reise nach Nigeria vom 17. – 21. Mai 2021 von Prof. Dr. Hermann Parzinger von 
der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Prof. Dr. Barbara Plankensteiner vom Museum am Rothen-
baum - Kulturen und Künste der Welt, Hamburg, begleitet wurde. Neben Rückgaben soll mit den ni-
gerianischen Partner*innen auch erörtert werden, ob und wie Benin-Bronzen künftig ebenfalls in 
Deutschland gezeigt werden können. 
Wie vereinbart, hat das RJM im Sinne einer größtmöglichen Transparenz eine Aufstellung der 94 
Hofkunstwerken aus dem Königreich Benin in ihrer Sammlung der von Bund und Ländern finanzierten 
„Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland“ für eine webbasierte Auf-
stellung aller im Besitz der Museen befindlichen Benin-Bronzen (www.cp3c.de) zur Verfügung gestellt 
und wird diese Angaben bis Ende 2021 Schritt für Schritt mit weiteren Informationen zu den Proveni-
enzen dieser Artefakte ergänzen. Diese Dokumentation soll mittelfristig zusätzlich neben der Website 
des RJM auch über ein Portal für Sammlungsgut aus kolonialen Kontext innerhalb der Deutschen 
Digitalen Bibliothek und sowie ab 2022 über das beim Museum am Rothenbaum Hamburg angesie-
delten, von der Siemens Kunststiftung finanzierten, Projektes „Digital Benin“ online zugänglich ge-
macht werden. 
Parallel sollen die politischen, rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Rückgaben 
der Benin-Bronzen und für weitere Lösungen geschaffen werden. 
Auf diesen Grundlagen sollen im Verlaufe des Jahres 2022 erste Rückgaben aus der Bundesrepublik 
Deutschland an den Legacy Restoration Trust (LRT) bzw. den von ihm geführten „Edo Museum of 
West African Art“ (EMOWAA) in Benin-City erfolgen.  
 
 
Ergebnisse der Informationsrunde im Nachgang zur Delegationsreise 
Vom 17. bis zum 21. Mai 2021 führten Dr. Andreas Görgen, Leiter Kultur Auswärtiges Amt, Prof. Dr. 
Hermann Parzinger von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Prof. Dr. Barbara Plankensteiner 
vom Museum am Rothenbaum - Kulturen und Künste der Welt, Hamburg, eine Delegationsreise be-
treffend der Museumskooperation/Rückgabe von Benin-Bronzen durch und informierten über die Er-
gebnisse am 26.05.2021: 
 Erste Rückgaben werden 2022 stattfinden 
 Eine Delegation des EMOWAA Museum wird die betreffenden deutschen Museen im Sommer 
besuchen 
 Weitere Verhandlungen werden in den kommenden Monaten unter der Leitung des Auswärti-
gen Amts stattfinden 
 Prof. Dr. Parzinger und Prof. Dr. Plankensteiner vertreten die deutsche Museen.

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Vertiefende Informationen:  
 Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „RESIST! Conversations“ zur Restitutionsdebatten hat 
das RJM am 14. Mai 2021 die internationale digitale Diskussion „Benin 1897 – Köln 2021“ mit 
Sprecher*innen aus Nigeria, Großbritannien, Südafrika und Deutschland veranstaltet.  
 In ihrer Willkommensbotschaft positionierte sich Frau Oberbürgermeisterin Reker deutlich für 
die Rückgabe der Benin Bronzen: „Wir haben das Ziel, die Kunst nach Nigeria zurückzubrin-
gen. Ich bin froh, dass wir alle mutig genug sind, anders zu handeln“.   
Siehe die gesamte Diskussion auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=BWB-hgJ2go 
 
 
GEMEINSAME ERKLÄRUNG ZUM UMGANG MIT DEN BENIN-BRONZEN IN DEUTSCHEN MUSE-
EN:  
https://www.bundesregierung.de/resource/blob/997532/1902050/38d01f18cd1a3c1f102497ec468f414
b/2021-04-29-gemeinsame-erklaerung-data.pdf?download=1 
 
Pressemitteilung der Stadt Köln vom 30.04.21: Umgang mit den Benin-Bronzen in deutschen Museen 
Stadt Köln begrüßt die Ergebnisse der digitalen Gesprächsrunde:  
https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/23296/index.html 
 
 
Bericht „Traces of History connecting the Kingdom of Benin with the Rautenstrauch-Joest-Museum in 
Cologne“: 
http://www.museenkoeln.de/Downloads/rjm/Benin%20Bronzes%20RJM%20Report%20Bedorf_03032
1.pdf 
 
Inventar der Benin Hofkunstwerke des RJM: 
http://rjm-resist.de/portfolio-item/benin-bronzen/ 
 
Gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (1)

15.06.2021 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 8.9 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2233/2021
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
10.06.2021
Erstellt
09.06.2021 09:18