4084/2023
Schenkung des Werks „Born Athlete American: Laurie Hernandez II" (2020) der Künstlerin Jeanette Mundt an das Museum Ludwig
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Anlage 2 Wertgutachten 1
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Wabi Sabi Fine Art UG (haftungsbeschränkt) Joëlle Romba Sachverständige für europäische und amerikanische Kunst nach 1945 Dubrowstrasse 17 14163 Berlin Tel: +49 30 45 30 50 70 1 GUTACHTEN P 047/2023 Gutachten zum Zweck der Wertbestimmung einer Sachzuwendung Wabi Sabi Fine Art UG (haftungsbeschränkt) Joëlle Romba Sachverständige für europäische und amerikanische Kunst nach 1945 Dubrowstrasse 17 14163 Berlin Tel: +49 30 45 30 50 70 2 Herrn Roland Moskat Berlin, den 15. September 2023 Gutachten zum Zweck der Wertbestimmung für eine Sachzuwendung 1. Auftragserteilung Am 15. Juni 2023 erhielt Wabi Sabi Fine Art UG (haftungsbeschränkt) vertreten durch die Geschäftsführerin Joëlle Romba (im Weiteren: A uftragnehmerin) den Auftrag von Roland Moskat ein Gutachten zum Zweck der Wertermittlung für eine Sachzuwendung ein Gemälde von Jeannette Mundt zu bewerten. Eine fundierte kunsthistorische Einordnung wurde nicht beauftragt. Es wurden alle zur Auftragserfüllung erforderlichen Auskünfte vom Auftraggeber erteilt und für die Dauer der Bearbeitung alle notwendigen Unterlagen zur Verfügung gestellt. Hierzu gehörten: - Abbildungsmaterial - Bilddaten zum Kunstwerk - Literatur- und Ausstellungsverzeichnis - Angaben zur Provenienz - Echtheitszertifikat vom Künstler 2. Bewertungsverfahren In diesem Gutachten soll der Verkehrswert zum Bewertungsstichtag festgestellt werden. Dieser Wert wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach Beschaffenheit des Kunst gegenstandes bei einem Ankauf im Kunsthandel (Primärmarkt) oder über eine Auktion (Sekundärmarkt) abzüglich aller Kosten, Margen und Gebühren aufzuwenden wäre. Seite 2 von 5 Wabi Sabi Fine Art UG (haftungsbeschränkt) Joëlle Romba Sachverständige für europäische und amerikanische Kunst nach 1945 Dubrowstrasse 17 14163 Berlin Tel: +49 30 45 30 50 70 3 Zur Ermittlung des angegeben Wertes wurden Ergebnisse nationaler und internationaler Auktionen seit 1985 ausgewertet und gewichtet. Es wurden vor allem Verkaufspreise in Galerien und Kunsthandlungen zum Vergleich herangezogen, da diese die Marktsituation vor allem bei Zeitgenössischer Kunst (Produktion ab dem Jahr 2000) realistischer abbilden. Bewertungsstichtag Als Bewertungsstichtag gilt der 15. September 2023. 3. Besichtigung der Kunstgegenstände Das zu begutachtende Kunstwerk wurde per aussagekräftigem Bildmaterial bewertet. Eine Besichtigung fand nicht statt. 4. Methode der Bewertung: Vergleichswertverfahren Unter der Voraussetzung, dass genügend Vergleichspreise vorliegen , ist das Vergleichswertverfahren bei Kunstgegenständen grundsätzlich die einfachste und zuverlässigste Methode zur Wertermittlung. Mit Ausnahme von Auflagenkunst (Grafik, Multiples u.ä.) handelt es sich bei Kunstgegenständen immer um Unikate, der unmittelbare Preisvergleich ist daher nicht möglich. Aus diesem Grund müssen ermittelte Verkaufspreise von vergleichbaren Objekten abgeleitet werden: „Bei dieser Ableitung geht es darum, zeitnah zum Stichtag tatsächlich erzielte Verkaufspreise solcher Vergleichsobj ekte zu ermitteln, die nach Künstler, Schaffensperiode, Technik, Qualität, dargestelltem Sujet, Maß, Provenienz und Erhaltungszustand mit dem zu bewertenden Objekt in etwa vergleichbar sind. Abweichungen des Vergleichsobjektes vom zu bewertenden Kunstwerk müssen bei der Bewertung ihren Niederschlag finden.“ (vgl. Viskorf, DStZ 2002, S. 881/882). Bei der Ermittlung von Vergleichsobjekten wurden die Auktionsergebnisse verschiedener Datenbanken (artnet.com, artprice.com) zeitnah zum Bewertungsstichtag gewichtet und ausgewertet. In diesem Fall war es erforderlich, Verkaufsfälle im einschlägigen Kunsthandel abzufragen und hinzuzuziehen. Bei der Ermittlung des Verkehrswertes jedes einzelnen Kunstgegenstandes wurde methodisch wie folgt verfahren: Zunächst wurden entsprechend den Vorgaben des Bundesfinanzhofs (vgl. BFH, DStRE 2002, S. 460): Seite 3 von 5 Wabi Sabi Fine Art UG (haftungsbeschränkt) Joëlle Romba Sachverständige für europäische und amerikanische Kunst nach 1945 Dubrowstrasse 17 14163 Berlin Tel: +49 30 45 30 50 70 4 • „Zeitnahe Verkäufe vergleichbarer Werke ... ermittelt“. Dies erfolgte unter Hinzuziehung der zuvor erwähnten Hilfsmittel. • In einem zweiten Schritt wurde überprüft, ob die veröffentlichten Preise auch vergleichbar sind. Da die veröffentlichten Auktionsergebnisse nur zum Teil die Auktionsmargen (seller’s commission und buyer’s premium) ausweisen, müssen diese entsprechend berücksichtigt werden. Diese wurden ins Verhältnis zu den abgefragten Preisen im Primärmarkt gesetzt und ausgewertet. • weiteren Schritt erfolgte die tatsächliche Bewertung im engeren Sinne, wobei sämtliche wertbildende Faktoren, die den Wert eines Kunstgegenstandes beeinflussen können, gewichtet wurden. Geprüft wurde u.a. die Echtheit, die Qualität, der Zustand, die Signatur und Datierung, die Provenienz, die Marktgängigkeit (Sujet und Format) und die Bedeutung innerhalb des künstlerischen Œuvres. • Bei der abschließenden Bestimmung des Wertes wurde ein Schätzwert angegeben. Der Schätzwert des Verkaufspreises ist in EUR genannt. Die jeweils gültige Mehrwertsteuer wurde nicht berücksichtigt. Die Erstellung des Gutachtens erfolgte nach bestem Wissen und Gewissen. Eine Gewährleistung oder Zusicherung für die Erlösbarkeit der gemachten Preisschätzung wird nicht übernommen. 5. Sachverständige Beantwortung des Auftragsgegenstandes: Der Erhaltungszustand des Gemäldes von Jeanette Mundt ist gut. Aus den für die Beantwortung der Gutachtenfrage herangezogenen Quellen und Kunstdatenbanken sind keine Vergleichsbeispiele anwendbar. Die Nachfrage bei einschlägigen Galerien ergab, dass Angebote vergleichbarer Arbeiten nicht zur Verfügung stehen, da es sich um ein Gemälde aus einer sehr gefragten und daher ausverkauften Serie im Oeuvre der Künstlerin handelt. 6. Zusammenfassung: Unter Berücksichtigung der oben beschriebenen Bewertungskriterien ergeben sich für das Gemälde von Jeanette Mundt ein Wert von EUR 95.000, - zum Stichtag 15. September 2023. Berlin, den 15. September 2023 Joëlle Romba, Kunsthistorikerin, M.A. Wabi Sabi Fine Art UG Bitte beachten Sie, dass dieses Dokument ausschließlich für den Auftraggeber bestimmt ist. Das Kopieren des Dokuments oder Teilen daraus bedarf der vorherigen Zustimmung der Verfasserin. Seite 4 von 5 Wabi Sabi Fine Art UG (haftungsbeschränkt) Joëlle Romba Sachverständige für europäische und amerikanische Kunst nach 1945 Dubrowstrasse 17 14163 Berlin Tel: +49 30 45 30 50 70 5 I ) Objektbeschreibung und Schätzung: Jeanette Mundt (amerikan. geb. 1982, lebt in New York) Born Athlete American: Laurie Hernandez II, 2020 Öl auf Leinwand 188,88 x 243,84 cm Provenienz: Societé, Berlin Wert: EUR 95.000,- Seite 5 von 5
Anlage 3 Wertgutachten 2
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SOCIETE Wertbestätigung Jeanette Mundt Born Athlete American: Laurie Hernandez Il, 2020 Oil on canvas 182.88 x 243.84 cm 72x96in € 105,000.00 SOCIETE Wichelhaus GmbH Wielandstrasse 26 10707 Berlin Deutschland Societe / Wielandstrasse 26 / 10707 Berlin / Germany / +49 30 261 03283 / contact@societeberlin.com
Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 4084/2023 Freigabedatum 15.01.2024 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Schenkung des Werks „Born Athlete American: Laurie Hernandez II" (2020) der Künstlerin Jeanette Mundt an das Museum Ludwig Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat nimmt die großzügige Schenkung des Werks „Born Athlete American: Laurie Her- nandez II“ durch Roland Moskat an das Museum Ludwig mit Dank an. Ausschuss Kunst und Kultur 30.01.2024 Rat 06.02.2024 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Für die Künstlerin Jeanette Mundt (*1982) kann jedes noch so flüchtige Moment und alltägliche Motiv ins Zentrum ihrer großformatigen Malereien rücken. Mit privaten Fotos, Bildern aus der Google-Bilder-Suche oder Social-Media-Accounts, die sie auf unterschiedliche Weise verzerrt und einem ironisch-komödiantischen Blick unterzieht, konfiguriert die Künstlerin immer wieder neue Bilder, um sie als Zeitzeugnis kulturkritisch verhandelbar zu machen. Mit scharfem Blick und mittels vermeintlich trivialen Bildmotiven schaut Jeanette Mundt kritisch auf popkulturelle Phänomene mit einem Fokus auf den US-amerikanischen Raum und schafft dabei einen ein- zigartig differenzierten Blick auf die Wirkmacht von Bildern und ihrer endlosen Veränderlichkeit. Das Werk Born Athlete American: Laurie Hernandez II (2020) beruht auf Fotomontagen des Teams der United States Women's Olympics Gymnastics 2016, die ursprünglich in der New York Times veröffentlicht wurden. Vor harten V-Formen in den Nationalfarben der USA kompri- miert die Künstlerin die dynamische Bewegung einer Olympionikin in schnittartig aneinander- gesetzte Bildfragmente. Mittels der stotternden Wiedergabe des weiblichen Körpers kommen- tiert Mundt einerseits den fetischistischen Kommunikationsmodus ihres Ausgangsmaterials und weist die Olympischen Spiele andererseits als gewaltvoll nationalistisches Phänomen aus. Die strenge Farbfeldabfolge des Bildhintergrunds erinnert an modernistische Abstraktionen à la Kenneth Noland, Jasper Johns oder Barnett Newman und spiegelt zeitgleich das Wechselspiel zwischen Nationalismus und Geschlecht wider. Nicht nur aufgrund dieser kunsthistorischen Referenzen fügt sich das Werk so gut in die Samm- lung des Museum Ludwig ein. Mit ihrem wiederkehrenden Interesse an der US-amerikanischen Populärkultur und deren Bildwelten schließt sich die Künstlerin unmittelbar an eine Vielzahl von US-amerikanischen Künstler*innen und den großen Bestand von Pop-Art-Werken der Samm- lung des Museum Ludwig an. Mit jeder von ihr gewählten Bildquelle verhandelt die Künstlerin grundsätzliche Fragen nach der Qualität von Bildern im digitalen Raum, ihren Geschwindigkei- ten, ihrer kulturprägenden und performativen Natur. Nicht zuletzt dieses Interesse ist es, das in der Sammlung des Museum Ludwig in Werken von Wade Guyton oder Avery Singer Anschluss findet und das Werk zu einer wunderbaren Ergänzung für die Sammlung macht. Der Sammler Roland Moskat, Steuerberater und Partner in der Düsseldorfer Kanzlei Gante- führer, ist dem Museum Ludwig seit vielen Jahren verbunden. Mit der Schenkung möchte er die Arbeit des Museums unterstützen. Gerade auch aus seiner Tätigkeit als langjähriger Steu- erberater der Kunststiftung im Museum Ludwig ist es ihm eine besondere Freude, das Mu- seum Ludwig mit dieser Schenkung zu unterstützen und Jeanette Mundt als Künstlerin einen Platz in der Sammlung des Museums zu verschaffen. Somit begleitet er die Arbeit des Mu- seum Ludwig nicht nur privat, sondern auch beruflich. Außerdem empfindet es der Schenker als Ehre, sich in die lange Tradition der Schenker*innen und Sammler*innen einschreiben zu können, die die Geschichte des Museums geprägt haben. Das Objekt hat einen Wert in Höhe von ca. 100.000 Euro. Zwei entsprechende Wertgutachten liegen vor. Mit der Schenkung sind keine Auflagen und keine Zusatzkosten verbunden. Ein Schenkungsvertrag wird noch geschlossen und eine Spendenquittung erstellt. 3 Anlagen: Wertgutachten 1 Wertgutachten 2 Bild der Schenkung
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Wielandstraße 26
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 4084/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 15.01.2024
- Erstellt
- 13.12.2023 13:18