2009/0323
Klimaschutz-Projekt: Darmstädter Vivarium, Innovative Energieversorgung im Rahmen des Investitionsprogrammes Klimaschutz
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2009/0323
20931 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
23.11.2009
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I EAD
Grünflächen- und Umweltamt
Eigenbetrieb
Immobilienmanagement
Darmstadt
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Agenda-Büro
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2009/0323
Magistratsbeschluss-Nr.
Betreff: Klimaschutz-Projekt: Darmstädter Vivarium,
Innovative Energieversorgung im Rahmen des Investitionsprogrammes Klimaschutz
Vorlage vom: 12.11.2009
Beschlussvorschlag:
Der Magistrat nimmt den Zwischenbericht über die Optionen zur innovativen Energieversorgung für das
Darmstädter Vivarium zur Kenntnis.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Beschluss des Magistrats vom
2
...
Begründungsseite zur MV 2009/0323:
Der Magistrat hat mit Beschluss vom 15.07.2009 anlässlich der Vorstellung des Investitions-
programmes Klimaschutz für die Jahre 2009 ff vorbehaltlich abschließender Beschluss-fassungen
grundsätzlich einem Investivprogramm für das Vivarium zugestimmt (MV 2009/0235).
Diese Vorlage berichtet über den gegenwärtigen Sachstand.
Das Energieversorgungssystem des Vivariums bedarf dringender zukunftsorientierter Investitionen in
den Segmenten Wärme, Wärmenetz, Energiebedarf und –verteilung, alternative Energieversorgung
etc.
A. Vorlaufplanung:
Zur Ermittlung des Status Quo und Erstellung einer zukunfts- und nutzerorientierten Investivplanung
„Energieversorgung Vivarium“ hat das Agenda-Büro im April 2009 mit Hilfe des Vivariums, der HSE-
Technik und des Eigenbetriebes IDA bei der TU Darmstadt eine interdisziplinäre Seminararbeit mit
ausführlichen Fragestellungen in Auftrag gegeben.
Die Ergebnisse dieser Arbeit sollten belastbare Kostenschätzungen und Effizienzeinstufungen der
anstehenden investiven Entscheidungen liefern und Folgeschritte ermöglichen.
B. Zwischenergebnis:
Auf 460 Seiten haben Studenten der TU Darmstadt mit Unterstützung der MitarbeiterInnen des
Vivariums und unter Leitung des Centrum für interdisziplinäre Studienprogramme (CISP) den
energetischen Bestand im Vivarium erfasst, bewertet und Handlungsempfehlungen erarbeitet zu den
Handlungsfeldern:
I. Energiebedarf und Wärmenetze im Vivarium
II. Innovative Energieversorgung / Apparative Maßnahmen zur Reduktion des Energiebedarfs
III. Kraft-Wärme-Kopplung im Vivarium
IV. Energetische Nutzung von Biomasse
V. Wärmepumpen im Vivarium
VI. Geothermie als Möglichkeit der Wärmebereitstellung
VII. Solarthermie im Vivarium
VIII. Photovoltaik im Vivarium
Die Teilergebnisse im Einzelnen lauten:
I. Energiebedarf und Wärmenetze im Vivarium
Diese Teilarbeit beschäftigt sich grundsätzlich mit dem Nahwärmenetz und seinen Komponenten im
Vivarium unter Präferierung einer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als geeigneten Wärmeerzeuger der
Grundlasten und Installation eines Gas-Brennwertkessels zur Bewältigung der Spitzenlasten.
Nach Erfassung und Aktualisierung der installierten Heizleitung im Vivarium und Auswertung von
Gasverbrauchs-Liniendiagrammen für die Jahre 2006-2009 in Gänze und für einzelne Gebäude
wurde für 1999-2008 ein durchschnittlicher Gasverbrauch i.H.v. 395 kWh pro m² und Jahr ermittelt.
(Spitzenwert 2004: 465 kWh pro m² und Jahr)
Im energetischen Ranking (z.B. nach EnEV) reiht sich das Vivarium damit im tief roten Bereich ein!
3
...
Die Teilarbeit untersuchte zwei Wärmenetze für das Vivarium.
Das Wärmenetz 1
(Heizzentrale Aquarium, ausgelegt für 469 kW Spitzenlast bei 125 kW Grundlast)
versorgt 8 Gebäude.
Unter Nutzung vorhandener Brennkessel, Rohrleitungsverlegung, Erwerb von Wärmeübergabe-
stationen, Pumpen etc werden die Kosten auf 98.700 € geschätzt
Bei Umsetzung dieser Maßnahme rechnet die TUD mit:
- einer Wirkungsgradsteigerung von 95 % (alt) auf 104 % (neu)
- einer Gasverbrauchsreduktion um ca. 22 % von 1,102 Mio kWh/a auf 855 Tausend kWh/a
- einer CO2-Reduktion von ca. 44 Tonnen /anno
[Grafik TUD: Darstellung des Wärmenetzes 1: Heizzentrale Aquarium]
Das Wärmenetz 2
(Heizzentrale Werkstatt, ausgelegt für 467 kW Spitzenlast bei 125 kW Grundlast)
versorgt ebenfalls 8 Gebäude.
Unter Nutzung vorhandener Brennkessel, Rohrleitungsverlegung, Erwerb von Wärmeübergabe-
stationen, Pumpen und
Anschaffung eines Gas-Brennwertkessels etc werden die Kosten auf
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...
125.377 € geschätzt.
Bei Umsetzung dieser Maßnahme rechnet die TUD mit:
- einer Wirkungsgradsteigerung von 95 % (alt) auf 107 % (neu)
- einer Gasverbrauchsreduktion um ca. 25 % von 1,102 Mio kWh/a auf 831 Tausend kWh/a
- einer CO2-Reduktion von ca. 49 Tonnen /anno
KfW-Finanzierungszuschüsse z.B. für neu errichtete Trassenmeter liegen im Bereich des
Möglichen; die genauen Voraussetzungen müssen aber noch gesondert geprüft werden!
Im ökonomischen Vergleich der Varianten führen die Netzausbauvarianten 1 und 2 gegenüber dem
Ist-Zustand zu jährlichen Kostenreduktionen (Gas & Sonstiges) von jeweils ca. 20.000,- € und damit
unter Annahme einer Gaspreisbeibehaltung und ohne geprüfte Zuschussakquise zu
Amortisationszeiten von 5 – 6 Jahren.
[Grafik TUD: Variantenvergleich]
Empfehlungen der TUD-Arbeit „Energiebedarf und Wärmenetze im Vivarium“
1. Gaszähler anbringen in allen einzelnen Gebäuden, die nicht an das Netz angeschlossen
sind/werden.
2. Aus ökonomischer Sicht sind beide Wärmenetze lohnend.
3. Aus ökologischer Sicht sind beide Varianten dem Ist-Zustand vorzuziehen.
4. Die Teilarbeit empfiehlt für den jetzigen Stand, den Bau eines Nahwärmenetzes mit Heizzentrale
im Aquarium, da keine neuen Heizanlagen gekauft werden müssen.
5. Die Teilarbeit empfiehlt allerdings auch zu prüfen, ob der Einsatz eines BHKW auf Erdgas- bzw.
Biogasbasis in Kombination mit einem Nahwärmenetz sinnvoll ist.
II. Innovative Energieversorgung / Apparative Maßnahmen zur Reduktion des Energiebedarfs
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...
Diese Teilarbeit untersuchte konkret apparative Maßnahmen
zur Reduktion des Energiebedarfs für:
1. das Aquarien- und Terrarienhaus
2. das Affenhaus / Afrikahaus
3. das Binturonghaus
4. die Watvogelanlage
Im Aquarien- und Terrarienhaus beläuft sich der aktuelle
Energiebedarf auf
• Gas: 207 MWh/Jahr und 14.200 € /Jahr
• Strom: 85 MWh/Jahr und 14.700 € /Jahr
Der CO2-Ausstoß beträgt ca. 90 Tonnen /Jahr und liegt damit
um ein Mehrfaches über dem Wert eines Einfamilienhauses.
Nach Erfassung des StatusQuo und der Nutzerbedürfnisse prüft diese Teilarbeit kostengünstige
Maßnahmen wie das Abklemmen von Heizungsrohren, eine Heizungsneuregelung, das Isolieren der
Aquarien, das Heizen der Aquarien mit Warmwasser sowie den Ersatz vorhandener Leuchtmittel vor.
Empfehlungen der TUD-Arbeit zum Aquarien- und Terrarienhaus:
Wegen des hohen Aufwandes von Isolierungsmaßnahmen schlägt die Teilarbeit die Umsetzung
folgender (Teil-)Maßnahmen vor:
1.1 Aquarienheizung Investitionsvolumen: 10.000,- €
1.2 Beleuchtung Investitionsvolumen: 3.500,- €
1.3 Wärmestrahler Investitionsvolumen: 190,- €
Dem Investitionsvolumen „Aquarien- und Terrarienhaus“ i.H.v. ca. 13.700,- € stehen gegenüber:
• Kosteneinsparungen i.H.v. 11.400 € jährlich
• Energieeinsparung (in kWh) von 31 % jährlich
• CO2-Reduktion i.H.v. 42 %
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Im Affenhaus / Afrikahaus beläuft sich der aktuelle Energiebedarf auf
• Gas: 222 MWh/Jahr und 15.213 € /Jahr
Der CO2-Ausstoß beträgt ca. 44 Tonnen /Jahr
Geprüft wurden Nachtabsenkungen, Wärmerückgewinnung, Einsatz anderer Heizsysteme und das
Ersetzen elektrischer Geräte.
Empfehlungen der TUD-Arbeit zum Affenhaus / Afrikahaus:
Einzig die Nachtabsenkung von 25 °C auf 23° C verspricht bei einem Kosteneinsatz von 1.000 € eine
• Energiekosteneinsparung von 530 € jährlich (Amortisation in 2 Jahren)
• CO2-Reduktion von 1,55 Tonnen
Alle anderen geprüften Maßnahmen werden von der TUD-Arbeit als nicht lohnenswert verworfen.
###
Im Binturong-Haus beläuft sich der aktuelle Energiebedarf auf
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...
• Gas: 85,3 MWh/Jahr und 5.850 € /Jahr
Der CO2-Ausstoß beträgt ca. 17 Tonnen /Jahr
Geprüft wurden Nachtabsenkungen, Dunkelstrahlerheizung, Energieschirm, Lüftungsregelung,
Wärmerückgewinnung und das Ersetzen elektrischer Geräte.
Empfehlungen der TUD-Arbeit zum Binturong-Haus:
Nach Effizienzprüfung schlägt diese Teilarbeit folgende Arbeiten vor:
3.1 Nachtabsenkung Investitionsvolumen: 0,- € Einsparung/anno: 230 €
3.2 Dunkelstrahlerheizung Investitionsvolumen: 10.000,- € Einsparung/anno: 1.500 €
3.3 Energieschirm Investitionsvolumen: 5.000,- € Einsparung/anno: 680 €
Dem Investitionsvolumen „Binturonghaus“ i.H.v. ca. 15.000,- € stehen gegenüber:
• Kosteneinsparungen i.H.v. 2.400 € jährlich (Amortisation in 7 Jahren)
• Wartungskosten Dunkelstrahlerheizung i.H.v. 250,- € jährlich
• Energieeinsparung (in kWh) von 45 % jährlich
• CO2-Reduktion i.H.v. 45 %
Alle anderen geprüften Maßnahmen werden von der TUD-Arbeit als nicht lohnenswert verworfen.
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In der Watvogelanlage beläuft sich der aktuelle Energiebedarf auf
• Gas: 29 MWh/Jahr und 2.000 € /Jahr
Der CO2-Ausstoß beträgt ca. 6 Tonnen /Jahr
Geprüft wurden Temperaturreduzierungen durch Nachtabsenkungen und der gezielte Einsatz von
Wärmestrahlern.
Empfehlungen der TUD-Arbeit zur Watvogelanlage:
Nach Effizienzprüfung schlägt diese Teilarbeit folgende Arbeiten vor:
4.1 Nachtabsenkung Investitionsvolumen: 1.582,- € Einsparung/anno: 875 €
4.2 Wärmestrahler Investitionsvolumen: 975,- € Einsparung/anno: 360 €
Dem Investitionsvolumen „Watvogelanlage“ i.H.v. ca. 2.560,- € stehen gegenüber:
• Kosteneinsparungen i.H.v. 1.235 € jährlich (Amortisation in 2 Jahren)
• Energieeinsparung (in kWh) von 65 % jährlich
• CO2-Reduktion i.H.v. 62 %
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Empfehlungen der TUD-Arbeit „Innovative Energieversorgung / Apparative Maßnahmen zur
Reduktion des Energiebedarfs“:
1. Hohes Einsparpotential möglich bei Umsetzung der vorgeschlagenen Investitionsmaßnahmen
2. Investitionsvolumina von ca. 32.200,- € stehen jährliche Einsparungen von ca. 15.600,- €
entgegen (Amortisation in 2 Jahren) bei gleichzeitiger CO2-Minderung von 50,5 Tonnen.
III. Innovative Kraft-Wärme-Kopplung im Vivarium
7
...
Ausgehend von einem ökonomisch wünschenswerten Betrieb von 5.000 Betriebsstunden pro Jahr für
eine KWK-Anlage hat diese Teilarbeit nach einer Bestands- und Potenzialanalyse und unter
Würdigung der Grund- und Spitzenlasten den Einsatz eines sog. Blockheizkraftwerkes im Vivarium
geprüft.
Als optimaler Standort wurde die Aquarienhalle mit vorhandenem Brennwertkessel eruiert, alle
anderen Gebäude wären über ein Wärmenetz (siehe Teilarbeit 1) zu versorgen.
Unter Einbezug momentan günstiger Zuschüsse beim Erwerb von Blockheizkraftwerken geht die
Teilarbeit von einem Investitionsvolumen i.H.v. 51.400 € aus.
Unter Einbezug von Nutzungsdauer und währenddessen anfallenden verbrauchs- und
betriebsgebundenen Kosten errechnet die Teilarbeit bei Anschaffung eines BHKW unter
Berücksichtigung von
• Mineralölsteuerrückerstattung
• Eingesparter Stromsteuer
• Einnahmen aus Stromeinspeisung
• Verdrängtem Strombezug und
• Boni für erzeugtem Strom
einen jährlich erwirtschaften Betrag i.H.v. 7.660,- € (Kostenersparnis) gegenüber der Beibehaltung
des gegenwärtigen Heizungssystemes bei gleichzeitig ansprechender Amortisationszeit von 4-5
Jahren
[Grafik TUD: Amortisationszeit KWK]
Empfehlungen der TUD-Arbeit „Kraft-Wärme-Kopplung im Vivarium“
1. Klassischer KWK - Anwendungsfall liegt vor
2. Kurze Amortisationszeit spricht für die Realisierung des KWK
3. Risiken sind überschaubar
4. Ressourcen können gewinnbringend eingespart werden
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...
5. Vorerst Verzicht auf Ausweitung des Wärmeverbundes empfohlen
6. Energetische Sanierung der Gebäude notwendig
7. Genaue Ermittlung des Wärmebedarfs je Gebäude erforderlich
IV. Energetische Nutzung von Biomasse
Das nicht unbeträchtliche Biomasseaufkommens im Vivarium i.H.v. 217.000 KG / Jahr (Mist, Stroh,
Gemüse) verschlingt jährlich Entsorgungskosten i.H.v. 32.000,- €
Diese Teilarbeit prüfte daher die grundsätzliche Verwertbarkeit der anfallenden Biomasse.
Dabei wurden folgende Verwertungsmöglichkeiten wie folgt geprüft:
• Bio-Chemische Umsetzung: keine Option wegen der Zusammensetzung des Materials
• Thermo-Chemische Umsetzung: fehlende Serienreife, Schwachstellen im Verfahren, nicht
sinnvoll für Vivarium
• Verbrennung: Gemüseanteil am Biomüll verschlechtert Wirkungsgrad
Im Verbrennungsverfahren könnte ein entsprechend ausgelegter Heizkessel ohne Gemüse einen
Wirkungsgrad von 85 % (bei 100 kW-Anlage), mit Gemüse von 70 % aufweisen.
Aufgrund von Gesamtwärmebedarfsberechnungen könnten nicht unbeträchtliche Anteile des
Energiebedarfs gedeckt werden.
[Grafik TUD:
Wärmeleistung durch Biomasse]
Als Ergänzung zum Energielieferanten „Mist, Stroh, Gemüse“ wurde als anzukaufender Füllbrennstoff
Hackschnitzel eingerechnet.
Bewertet wurden ebenfalls die Pelletierung der anfallenden Biomasse (Problem: hohe Feuchte des
Grundmaterials) und die Entsorgung über vorhandene Biogasanlagen und Kompostanlagen in der
Region sowie Spezialentsorger für Biomasse (ReFood) geprüft.
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...
Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen gehen alternativ vom Erwerb eines geeigneten 100-kW bzw.
500-kW -Heizkessels aus. Vergleichsbasis für die Wirtschaftlichkeitsberechnung sind die anfallenden
Abfallentsorgungskosten für die Biomasse incl. anfallender Gaskosten zur Energieversorgung des
Vivariums, insgesamt 115.000 €.
Abhängig von der Mitverwertung/Mitverbrennung von Obst und Gemüse und der Größe der
eingesetzten Heizanlage errechnet die Teilarbeit für Energieversorgung des Vivariums (Gas) ein
jährliches Einsparpotenzial zwischen 52.000 € und 75.000 €.
Empfehlungen der TUD-Arbeit „Energetische Nutzung von Biomasse“
1. Einsatz eines 500 kW-Heizkessels ohne Verbrennung der Obst- und Gemüseanfälle incl.
Biomassespezialentsorgung (Bsp. ReFood)
2. Jährlichen Betriebsausgaben i.H.v. 43.100 € stehen ersparte Gasversorgungskosten von 71.900 €
gegenüber.
3. Zuschuss für Biomasseverfeuerungsanlage durch Bank für Infrastruktur möglich!
V. Wärmepumpen im Vivarium
Diese Teilarbeit beschäftigte sich mit
dem Einsatz von Wärmepumpen im
Vivarium (Luft/Wasser,
Wasser/Wasser, Sole/Wasser)
Unter Berücksichtigung der geo-
logischen und gebäudetechnischen
Voraussetzungen wurde eine
Potenzialanalyse aller vorhandenen
Gebäude durchgeführt und am
Referenzgebäude „Aquarium“ der
Einsatz unter bestimmten Annahmen
konkret geprüft.
Mit Hilfe von 3 Entwicklungs-
Szenarien wurden spezifischer
Wärmebedarf pro m²/a und
Gesamtwärmebedarf in einer
Wirtschaftlichkeitsberechnung
aufgenommen.
Ausgangspunkt waren Investitions-
kosten i.H.v. 110.000 € netto
(abzüglich 16.500 € staatliche
Förderung)
Aufgrund der hohen
Investitionskosten entwickelt sich bei
einer Laufzeit von 20 Jahren ein finanzielles Einsparpotenzial erst ab einem Wärmebedarf von 375
kWh /a*m²
Empfehlungen der TUD-Arbeit „Wärmepumpen im Vivarium“
1. Vor weitergehenden Entscheidungen müssen die genauen Verbrauchszahlen der Gebäude
ermittelt (hohe Investmentkosten) und Wärmepumpen exakt dimensioniert werden.
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...
2. Der Einsatz der Wärmepumpentechnik ist grundsätzlich für 9 Gebäude denkbar.
3. Die Arbeit schlägt den verstärkten Einsatz der Photovoltaiktechnik zur Stromgewinnung vor!
VI. Geothermie als Möglichkeit der Wärmebereitstellung
Nach Ermittlung der durchschnittlichen Wärmemenge pro Jahr i.H.v. 1.020.826 kWh prüfte diese
Teilarbeit den Einsatz von 3 Geothermieanlagen mit unterschiedlicher Auslastung (200 kW, 150 kW,
100 kW)
Aufgrund der geologischen Rahmenbedingungen wurde die „Tiefe Erdwärmesonde“ als möglich
realisierbare Technik ermittelt.
Abhängig von der Leistungsfähigkeit der eingesetzten Anlage könnten Wärmemenge zwischen
653.000 kWh und 989.000 kWh generiert werden.
Allerdings stehen dem auch Investitionskosten zwischen 690.000 € und 1.200.000 € gegenüber!
Bei konstant bleibenden Energiepreisen ist die Anlage nach Ergebnissen der TUD-Teilarbeit nicht
wirtschaftlich, bei Gaspreissteigerungen von 10 % und Strompreissteigerungen von 4 % dagegen
schon.
Empfehlungen der TUD-Arbeit „Geothermie als Möglichkeit der Wärmebereitstellung“
1. Eine Realisierung ist ökologisch sinnvoll, ökonomisch nur unter bestimmten Annahmen.
2. Es sollten erst weitere Projekte bzw. Forschungsergebnisse abgewartet werden.
VII. Solarthermie im Vivarium
Ausgehend von einem gemittelten Gas-
verbrauch für die Jahre 1999 -2008 wurde das
zusammenhängende Wärmenetz „Aquarium“
(Aquarium, Verwaltung, Watvögel,
Dromedare, Nasenbären) mit 60-%-igem
Anteil am Gesamtbedarf als Hauptverbraucher
eruiert und als Referenz für die Anlage einer
solarthermischen Anlage ausgesucht.
Unter Berücksichtigung von Bedarf und
Nutzeransprüche entschied sich die Arbeit für
den Einsatz von Vakuumröhrenkollektoren.
Die vorhandenen Gebäude wurden auf die
solare Verwertbarkeit hin geprüft (Dach-
neigung, Ausrichtung, Statik, Verschattung)
Bewertet wurden Anlagengrößen
von 40, 75, 100, 125 und 150
Kollektoren (entspricht
Kollektorflächen von 150 m² bis
450 m²)
Unter Berücksichtigung der
Investitionskosten (1.200 € netto
pro Kollektor), Begleit- und
Wartungskosten einerseits,
bestimmten Annahmen zur
Energiepreis- und
Inflationsentwicklung schlägt die
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...
Arbeit nach Vollzug von Kapitalwert- und Annuitätenmethode eine Kollektorfläche zwischen 225 m²
und 375 m² vor (75 – 125 Kollektoren).
Dabei könnten ökologisch 26 – 38 Tonnen CO2 eingespart werden.
[Grafik TUD: Ökonomisches Konzept Solarthermie durch Biomasse]
Empfehlungen der TUD-Arbeit „Solarthermie im Vivarium“
Ökonomisch und ökologisch ist der Bau einer 100 oder 125 Kollektoren umfassenden
Solarthermieanlage sinnvoll.
VIII. Photovoltaik im Vivarium
Ausgehend von grundsätzlich einzuhaltenden Parametern zur Anlage einer PV-Anlage prüfte diese
Teilarbeit unter Würdigung von Gebäudesubstanz, Nutzungszweck, Ausrichtung, Verschattung und
Dachkonstruktion zunächst die Anlagenerrichtung auf 3 Gebäuden (Makakenhaus, Wirtschafts-
gebäude 1 + 2)
Makakenhaus und das Wirtschaftsgebäude 1 / Kaupiana sind demnach grundsätzlich geeignet, das
Wirtschaftsgebäude 2 bedürfte zunächst einer Dachsanierung.
[Grafik TUD:
Dimensionierung am Bsp. Kaupiana]
Im weiteren Verlauf wurden zusätzlich der Stall und das Watvogelhaus mit einbezogen.
Unter Berücksichtigung der Einspeisevergütungen würde bei Eigenfinanzierung (106.000,- €) mit
Amortisationszeiten von 14 Jahren zu rechnen sein.
Empfehlungen der TUD-Arbeit „Solarthermie im Vivarium“
12
...
1. Ökonomisch und ökologisch ist der Bau von PV-Anlagen sinnvoll auf dem Makakenhaus, Stall,
Watvögelhaus und Wirtschaftsgebäude 1
2. Gesamtleistung sollte wegen höherer Einspeisevergütungen unter 30 kWp bleiben
###
C. Zwischenbewertung:
Den vorliegenden Arbeiten und Ergebnissen zur Einschätzung des energetischen Sanierungs- und
Investitionsaufwandes im Darmstädter Vivarium durch die TUD gebührt außerordentlicher Dank!
Auch wenn die Teilergebnisse untereinander nicht abgestimmt und tlw. inkompatibel erscheinen,
bieten die Ergebnisse wertvolle Eckdaten und Basisinformationen für weitergehende Entscheidungen.
Infolge dessen wird es Aufgabe der Fachverwaltung (Agenda-Büro, Vivarium, IDA, EAD) und nach
Möglichkeit der HSE_Technik sein, vor dem Hintergrund der städtischen finanziellen
Rahmenbedingungen die Empfehlungen der TUD gesamtheitlich zu betrachten und zu bewerten, um
den städtischen Gremien entscheidungsreife Empfehlungen vorlegen zu können.
Maßgeblich werden dabei Nutzeransprüche, Realisierungsmöglichkeiten, Optionen der Drittmittel-
Akquise (Zuschüsse oder Bürgerbeteiligungen z.B. zu Photovoltaik-Anlagen) sowie Effizienzkriterien
sein.
Zu gegebener Zeit werden nach Prüfung und Bewertung konkrete Vorschläge zur Umsetzung /
Realisierung vorgelegt.
Darmstadt, den 12.11.2009
561-Klimaschutz-investiv
Dezernat I Dezernat VI
Walter Hoffmann Dieter Wenzel
Oberbürgermeister Stadtrat
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2009/0323
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 12.11.2009
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00