1454/2023
Jahresbericht 2021/22 der Naturschutzwacht Bezirk 3 (Hr. Jösting)
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Mitteilung BV
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Dezernat, Dienststelle VIII/57/571 Vorlagen-Nummer 31.05.2023 1454/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 12.06.2023 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 28.08.2023 Jahresbericht 2021/22 der Naturschutzwacht Bezirk 3 (Hr. Jösting) Am 29. Dezember 2022 übermittelte Herr Jösting, Naturschutzwart für den Stadtbezirk 3 (Lin- denthal), seinen Bericht für die Jahre 2021 und 2022 an die Untere Naturschutzbehörde. Die Untere Naturschutzbehörde bedankt sich für seinen Einsatz, der einen wichtigen Beitrag zur Aufdeckung und Beseitigung von Missständen darstellt. Zu den von Herrn Jösting dokumentierten Punkten nimmt die Untere Naturschutzbehörde wie folgt Stellung: 1. Durch das Freischneiden von Bäumen und Sträuchern werden illegale Müllablage- rungen begünstigt: Herr Jösting schlägt vor das Grün wie eine Hecke zu schneiden, damit das Astwerk dich- ter bleibt. Außerdem verweist er auf den positiven Effekt im Sommer, dass die Böden nicht zusätzlich der Sonneneinstrahlung und Austrocknung ausgesetzt sind. Dieses Vorgehen wird in Absprache mit dem Grünflächenamt geprüft. 2. Missachtung der „Handstrauß-Regel“; kommerzielles Sammeln von Bärlauch: Entsprechende Hinweistafeln, die das Sammeln von Bärlauch/Maiglöckchen thematisie- ren, sind in der Unteren Naturschutzbehörde derzeit in Planung und sollen im kommenden Jahr installiert werden. Diese w erden in enger Abstimmung mit dem Sachgebiet Arten- schutz erstellt. Es wird überlegt, ob eine zusätzliche Information über die Medien sinnvoll ist. 3. Tipibau aus Totholz im Grüngürtel: Die Untere Naturschutzbehörde prüft, ob im Rahmen der Erstellung der Hinweistafeln für Bärlauch und Maiglöckchen ebenfalls eine Passage zur Bedeutung von Totholz auf den Tafeln aufgenommen werden sollte. 4. Entnahme von Pflanzen (Stadtwald), Beschneiden von Pflanzen (Stadtwald) und Brennholzklau (Müngersdorf Nähe Tierpark): Dieses Jahr plant das Ordnungsamt die „Offensive Grün“ in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde. Hierbei werden bestimmte Schutzgebiete auf Ordnungswidrigkeiten in Bezug auf den Natur- und Landschaftsschutz verstärkt kontrolliert. 5. „Pflanzenflüchtlinge“ aus Kleingärten und Entsorgung von Grünschnitt: Aktuell wird in der Unteren Naturschutzbehörde eine Grünschnittkampagne für nächstes Jahr entwickelt. Ziel ist es, Kleingartenvereine und Bürger aufzuklären, dass Grünschnitt 2 auch Müll ist, welche Auswirkungen die illegale Entsorgung von Grünschnitt auf die Natur hat und wie dieser ordnungsgemäß entsorgt wird. 6. Slacklining (Stadtwald – Unter den Eichen): Derzeit werden neue Eingangsschilder für die Schutzgebiete in der Unteren Naturschutz- behörde geplant. Das Verbot des Slacklinings ist als Piktogrammvorschlag für die Gestal- tung der Schilder für die Landschaftsschutzgebiete aufgenommen worden. 7. Vorkommen des Japanischen Knöterichs (Neophyt) (Obstbaumwiese bei FREILUGA und Straßendreieck Militärring auf Widdersdorfer Str.): Die Untere Naturschutzbehörde untersucht aktuell auf verschiedenen Flächen unter- schiedliche Vorgehensweisen, um Neophyten zu bekämpfen. Die von Herrn Jösting ge- meldeten Flächen will die Untere Naturschutzbehörde genauer begutachten und anschlie- ßend in Absprache mit dem Grünflächenamt ein entsprechendes Vorgehen bestimmen. 8. Schlittschuhlaufen auf zugefrorenem Lindenthaler Kanal trotz Verbotsschilder: Hierfür ist die Untere Naturschutzbehörde nicht zuständig. Eine verstärkte Präsenz des Ordnungsamtes an Eistagen wird empfohlen. 9. Hunde ohne Leine, Hundekot (Stadtwald): Die Untere Naturschutzbehörde plant derzeit eine Hundekampagne über das richtige Ver- halten mit Hund in den verschiedenen Schutzgebieten. Hierzu werden eine Internetseite und ein Hundeflyer gestaltet. Darüber hinaus umfasst die „Offensive Grün“ des Ordnungs- amtes und der Unteren Naturschutzbehörde auch Ordnungswidrigkeiten von Hundehaltern in Bezug auf den Natur- und Landschaftsschutz. 10. Anschaffung dünner Baumwollwesten für Naturwarte im Sommer: Die Untere Naturschutzbehörde klärt intern, ob sie den Vorschlag von Herrn Jösting unter- stützt. gez. Peschen
Naturwartbericht 20212022 Bezirk 3
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Frank Jösting, Naturwart Bezirk 3 Jahresbericht 2021/2022 Durch die Erleichterungen/Aufhebung der Corona-Sanktionen hat sich die Müllproblematik aus 2020 (Überquellende Mülleimer) wieder auf ein „Normalmaß“ in meinem Gebiet reduziert. Rabenvögel haben dadurch nicht mehr so oft die Möglichkeit, den Müll aus den übervollen Eimern zu verteilen. Dennoch wird Müll gerne illegal z.B. entlang der Parkbuchten am Militärring entsorgt. Auch das massive Freischneiden und Aufasten von Bäumen und Sträuchern, durch das Grünflächenamt, an Straßen, Bürgersteigen und Wegen führt leider auch dazu, dass Müll schnell ins Grün geworfen oder gekippt wird. Wenn das Grün an diesen Übergängen hier weiter dicht bliebe und man es vielleicht mehr wie eine Hecke schneiden würde, kann Müll dort nicht so leicht- durch das dichte Astwerk- entsorgt werden. Zudem sind die Böden dieser Grünflächen in den heißen und trockenen Sommermonaten auf natürliche weise geschützt und nicht zusätzlich der Sonneneinstrahlung und Austrocknung ausgesetzt. Leider hat die Dürre der letzten 3 Jahre massiv unseren alten Baumbestand im Grüngürtel reduziert. Erfreulicher Weise verbleibt mehr und mehr Totholz im Grüngürtel liegen und sorgt so für eine natürliche Boden-Beschattung und fungiert als Feuchtespeicher und bietet Vögeln und Kleinsäugern Deckung und Nistmöglichkeiten. Diese sehr positiven Effekte werden allerdings durch den Bau von unzähligen Tipis an vielen Stellen im Grüngürtel zu Nichte gemacht. Zusätzlich wird leider alles im Umfeld der Tipis plattgetrampelt. Eltern die ich darauf anspreche, wenn ich Sie beim Bau solcher Tipis antreffe, reagieren recht gleichgültig oder mit grenzwertigen Kommentaren mir gegenüber. Ignoranz und Dreistigkeit erlebe ich leider auch bei vielen Sammlern von Bärlauch, die in einer Amphibienwanderzone sammeln. Die „Handstrauß-Regel“, die die Entnahmemenge beschreibt, will keiner kennen und das man auf Kröten und Molche treten kann, ist vielen egal. Gerade in 2022 hatte ich sehr viele gewerbliche Sammler, die mit großen 601-1201 Säcken flächenweise, den Bärlauch abernteten und mit 5-6 Personen aktiv waren. In der Regel kamen diese Personen innert einer halben Stunde nach meinem „Rauswurf“ aus dem Unterholz wieder zurück, um weiter zu machen. Hier ist die Stadt gefordert umgehend etwas zu unternehmen und das pflücken von Bärlauch im Amphibienwandergebiet zu untersagen. In anderen Bereichen ist auf die maximale Entnahmemenge hinzuweisen. Auch sind die Medien (WDR / Stadtanzeiger) anzuhalten korrekt über Entnahmemengen zu unterrichten. Es wäre sehr schön, wenn ich im kommenden Frühjahr 2023 bereits von der Stadt unterstütz würde durch Hinweistafeln oder ähnliches. Aufgefallen sind mir im Frühjahr auch mehrere Personen, die Buschwindröschen und Schneeglöckchen im Stadtwald ausgegraben haben oder dies versucht haben, bis ich dann eingeschritten bin. Ein Unrechtbewusstsein konnte ich bei diesen Menschen leider gar nicht feststellen. Einem Mann musste ich sogar mit dem Rad verfolgen, bis er anhielt und dann erst bereit war mir zu zuhören. Frank Jösting, Naturwart Bezirk 3 Jahresbericht 2021/2022 In Müngersdorf und in der Nähe vom Tierpark hatte ich 2 Personen beim Brennholzklau im Stadtwald ertappt. Meine Nachfrage auf einen Entnahmeschein wurde zunächst bejaht und dabei weiter gesägt. Nachdem ich mich ausgewiesen hatte und den Nachweis sehen wollte waren die Herrschaften dann sehr kleinlaut. Einen Mann hatte ich dabei erwischt wie er Schneebeeren-Sträucher im Stadtwald kräftig geschnitten hatte, um damit Besen zu fertigen. Der Mann konnte oder wollte mich nicht verstehen und schien mir aus Osteuropa zu kommen. Mit „Händen und Füßen“ habe ich ihn dann aber von seinem Vorhaben abgebracht und er ist weiter gegangen. Die Entsorgung von Grünschnitt im Grüngürtel im Umfeld von Kleingärten in meinem Gebiet hat sich nach meiner Wahrnehmung etwas reduziert. Dennoch sollten die Vereine regelmäßig darauf Aufmerksam gemacht werden, dass Abkippen von Grünschnitt/Kompost im Stadtwald bzw. außerhalb der Kleingartenanlage untersagt ist. Hier und da wurzeln auch Bambusgräser außerhalb der Kleingärten im Stadtwald. Die Stadt Köln sollte von den jeweiligen Parzellenpächtern verlangen diese „Pflanzenflüchtlinge“ wieder aus der Natur zu entfernen. Oder Ihnen die Entfernung in Rechnung stellen. Hier könnte man die Vereinsvorstände zunächst anschreiben. Unter den Eichen im Stadtwald zwischen Kitschburger Straße und Fürst-Pückler-Straße und auch an der Bachemer Straße, Nähe Haus am See, sind immer wieder Fitnesstrainer mit 1-5 Teilnehmern, die Slacklining betreiben oder Ringe o.ä. an den Ästen anbringen, um Übungen durchzuführen. In der Regel wurde auf meine Erklärungen mit Verständnis reagiert und die Bänder abgenommen. Habe hier auf die speziell eingerichteten Slackline-Parks hingewiesen. Im Bereich der Obstbaumwiese an der Belvedere Straßen in Müngersdorf findet sich am Zaun zur FREILUGA bzw. zur ehemaligen Baumschule eine große Fläche auf der japanischer Knöterich wächst und sich stark vermehrt. Dieser Neophyt taucht auch im Straßendreieck, zwischen den Abfahrten vom Militärring(beide Richtungen) auf die Widdersdorfer Straße auf und sollte bekämpft werden. Zugenommen hat in meinem Gebiet ebenfalls das Aufhängen von kleinen bunten Deko- Gegenständen im öffentlichen Sträuchern und kleinen Bäumen zu Weihnachten und Ostern. Die meist aus Plastik, Metall oder auch Glas bestehenden Gegenstände werden leider nicht immer wieder abgenommen oder beschädigte Gegenstände bleiben einfach am Boden liegen. (Braunsfeld-Clarenbachplatz entlang der Bahnschienen, Müngersdorf-neben dem Sportplatz/Hundewiese, Beethovenpark- nördlicher Bereich, Marsdorf- Dürenerstr. / Autobahnbrücke) Frank Jösting, Naturwart Bezirk 3 Jahresbericht 2021/2022 Die sehr kalten Tage, die wir jetzt vor Weihnachten noch hatten, ließen den Lindenthaler Kanal zufrieren und lockten viele Kinder mit Schlittschuhen auf das Eis. Ich machte einige Eltern auf die Verbotsschilder aufmerksam und wies darauf hin, dass die Eisdecke nach den paar kalten Tagen nicht unbedingt gleichmäßig gefroren sei, um alle zu tragen. Ich solle mich um meine Sachen kümmern und den Kindern nicht den Spaß verderben. Sie könnten die Situation schon selbst beurteilen bekam ich zur Antwort. So reagieren leider auch viele Hundebesitzer, die Ihre Hunde nicht anleinen und der Meinung sind, dass Ihre Hunde in den Stadtwald koten dürfen und die Hinterlassenschaften nicht entfernt werden müssen. Dies sei Wald und Natur. Wenn es mich stört kann ich den Haufen ja selbst entfernen, musste ich mir erst kürzlich anhören. Massiv angeschriene wurde ich auch schon, weil ich nur gefragt habe ob es denn sein muss das der Hund hier hinmacht? Die in der Regel nicht angeleinten Hunde stromern auch gerne durchs Unterholz und jagen aufgeschreckten Kaninchen oder Eichhörnchen nach. Natürlich hören die Hunde in diesen Momenten nicht auf Ihre Besitzer-innen. Oft bemerken die Besitzer-innen dies auch nicht oder wollen es auch nicht sehen. Oder sind mit dem Handy beschäftigt. Nach meiner Erfahrung bringen Ansprachen hier auch nichts oder führen nur zu unschönen Antworten. Leider musste ich zum Jahresende auch feststellen, dass 3 junge Bäume von unbekannten, mit einer Axt, gefällt wurden. Alle drei Bäume standen nur wenige Schritte auseinander und wurden in einem Zeitraum von ca. 2 Monaten gefällt. (Stammdurchmesser ca. 10-12cm) Aufgrund der letzten sehr heißen Sommer, möchte ich die Anschaffung von dünnen & leichten Baumwoll-Westen, für die Naturwarte anregen. Die vorhandenen Jacken sind einfach nicht sommertauglich. Alternativ vielleicht ein T-Shirt oder dünnes Sweatshirt mit dem Naturwart-Schriftzug. Sollten sich noch Fragen durch den Bericht ergeben, sprechen Sie mich bitte an. Köln, 29.12.2022 Frank Jösting
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1454/2023
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 31.05.2023
- Erstellt
- 02.05.2023 16:38