3708/2024
Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion bezüglich der Situation an der Alfred-Schütte-Allee (AN/1167/2024)
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Beantwortung einer Anfrage (BV)
7440 Zeichen
Dezernat, Dienststelle I/32/32/0 Vorlagen-Nummer 3708/2024 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 7 (Porz) 01.04.2025 Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion bezüglich der Situation an der Alfred-Schütte-Allee (AN/1167/2024) Mit der Anfrage AN/1167/2024 „Lärm- und Sicherheitsprobleme durch die Raser- und Po- serszene an der Alfred-Schütte-Allee sowie die verkehrliche Belastung durch Veranstaltungen auf dem Festivalgelände“ bittet die SPD-Fraktion um Beantwortung folgender Fragen zur Situation an der Alfred-Schütte-Allee. Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung: Frage: 1. Welche konkreten Maßnahmen wurden seit dem letzten Bericht ergriffen, um die Lärm- und Sicherheitsprobleme durch die Raser- und Poserszene an der Alfred- Schütte-Allee zu reduzieren? Seit dem letzten Bericht wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Lärm- und Sicherheitsproblemen, die durch die Raser- und Poserszene auf der Alfred- Schütte-Allee entstehen, effektiv zu begegnen. Diese Maßnahmen basieren auf einer umfassenden Analyse der Situation und einer engen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Köln und der Polizei. Ein zentrales Element zur Reduzierung der Geschwindigkeiten der Fahrzeuge war die bauliche Umgestaltung der Fahrbahn. Durch den Bau von Mittelinseln und die Einrich- tung von wechselseitigen Parkflächen wurde die Fahrbahn verengt und verschwenkt, so dass der Verkehrsfluss gezielt verlangsamt werden konnte. Besonders hervorzuheben ist, dass dabei auch die besonderen Anforderungen des Schwerlastverkehrs berücksichtigt wurden. Die sorgfältige Positionierung der bauli- chen Elemente gewährleistet den uneingeschränkten Zugang zu den Grundstückszu- fahrten, um die Befahrbarkeit für die ansässigen Industriebetriebe sicherzustellen. Ein weiterer wesentlicher Schritt ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgän- ger*innen. Im Bereich Müllergasse wurde ein neuer, barrierefreier Fußgängerüberweg eingerichtet, der die sichere Erreichbarkeit der Poller Wiesen sowie der Bushaltestelle „Schüttewerk“ gewährleistet. Dieser Zebrastreifen wurde mit taktilen Elementen und einer Beleuchtung versehen, um insbesondere für Menschen mit Behinderung eine si- chere Querung zu ermöglichen. Die verkehrliche Neustrukturierung umfasst auch eine Änderung der Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Alfred-Schütte-Allee/Am Schnellert. Durch die Umkehrung der Vor- fahrt sind nun die Straße Am Schnellert und der südliche Abzweig der Alfred-Schütte- 2 Allee vorfahrtsberechtigt. Diese Maßnahme verbessert die Sicherheit und den Ver- kehrsfluss im Bereich der Kreuzung deutlich. Besonders im Hinblick auf den Radverkehr wurde Augenmerk auf die Optimierung der Fahrradstraße gelegt. Es wurden zusätzliche Fahrradabstellanlagen entlang der Route installiert, und es erfolgten neue Markierungen zwischen Drehbrücke und Südbrücke, die den neuesten Kölner Fahrradstraßenstandards entsprechen. Diese Standards um- fassen neben großformatigen Piktogrammen auch Sicherheitstrennstreifen, die das Ri- siko von sog. Dooring-Unfällen (plötzliches Öffnen von Autotüren) verringern sollen. Die neu eingeführte rote Begleitlinie wird künftig als Wiedererkennungsmerkmal für Kölner Fahrradstraßen dienen und soll die Sichtbarkeit und Erkennbarkeit dieser Ver- kehrsbereiche erheblich verbessern. Die regelmäßige Geschwindigkeitsüberwachung an verschiedenen Standorten der Alf- red-Schütte-Allee durch semistationäre Messsysteme soll die Verkehrssicherheit erhö- hen. Seit März 2023 wurden semistationäre Anlagen regelmäßig an verschiedenen Stellen der Straße eingesetzt, um eine lückenlose Geschwindigkeitsüberwachung in beide Fahrtrichtungen rund um die Uhr sicherzustellen. In Abhängigkeit von der Umsetzung der temporären Sperrung und deren Auswirkun- gen wird eine Geschwindigkeitsüberwachung auf der Alfred-Schütte-Allee zukünftig entbehrlich. Parallel dazu hat der Ordnungsdienst der Stadt Köln seine Kontrolltätigkeiten seit An- fang 2023 deutlich intensiviert. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Überwachung und Dokumentation von Lärmbelästigungen und Ruhestörungen, die vor allem durch die Ansammlungen der Poserszene entstehen, sondern auch die Einhaltung der Vorschrif- ten zur ordnungsgemäßen Abfallentsorgung. Durch regelmäßige Kontrollen wird das Verhalten im öffentlichen Raum gezielt überwacht, um den Schutz der Nachtruhe ge- mäß § 9 Abs. 1 des Landes-Immissionsschutzgesetzes (LImschG NRW) und den Bestimmungen der Kölner Stadtordnung durchzusetzen. Diese Maßnahmen verdeutlichen, dass die Stadt Köln entschlossen handelt, um die Sicherheit und Lebensqualität an der Alfred-Schütte-Allee zu erhöhen und das rück- sichtslose Verhalten der Raser- und Poserszene konsequent einzudämmen. 2. Wann ist mit der Umsetzung der bereits beschlossenen Sperrung der Alfred- Schütte-Allee zu rechnen? Mitte Februar dieses Jahres hat die Verwaltung – wie von der Bezirksvertretung-Porz beschlossen – auf der Alfred-Schütte-Allee in Höhe des Überwegs an der Müllergasse zwei Drehschranken eingebaut, die die Durchfahrt von Kraftfahrzeugen an Wochenen- den und Feiertagen künftig verhindern. Die Unterbindung des Durchgangsverkehrs auf der Alfred-Schütte-Allee verbessert die verkehrliche Situation insgesamt. Nach Einbau der Schranken erfolgt die Sperrung der Alfred-Schütte-Allee für den Durchgangsverkehr freitags ab 18 Uhr bis montags 6 Uhr und an Feiertagen von 0 bis 24 Uhr. 3. Wie bewertet die Verwaltung die aktuelle Verkehrssituation im Umfeld der Alfred- Schütte-Allee und des Festivalgeländes in Bezug auf die Sicherheit der Anwoh- ner und Besucher? Die Verwaltung bewertet die Verkehrssituation im Umfeld der Alfred-Schütte-Allee und des Festivalgeländes als herausfordernd. In Reaktion auf die komplexen Anforderun- gen vor Ort wurden seit Jahresbeginn umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Si- cherheit von Anwohner*innen und Besucher*innen nachhaltig zu gewährleisten. Dazu gehört die Geschwindigkeitsüberwachung, die zu unterschiedlichen Tageszeiten und an Wochenenden, häufig in enger Kooperation mit der Polizei, durchgeführt werden. Rechtliche Einschränkungen machen es den Ordnungskräften der Stadt Köln teilweise unmöglich in den fließenden Verkehr einzugreifen, doch bei parkenden Fahrzeugen wurde eine Ansprache konsequent durchgeführt. Sportwagen der sogenannten Poser- 3 Szene waren nur vereinzelt im Bereich anzutreffen, und illegale Straßenrennen konn- ten während der Kontrollen nicht bestätigt werden. Insgesamt stellt die Verwaltung fest, dass trotz der anspruchsvollen Bedingungen die ergriffenen Maßnahmen dazu beitragen, die Situation stabil zu halten und potenzielle Gefahren für Anwohner*innen und Besucher*innen erfolgreich zu minimieren. 4. Welche zusätzlichen Maßnahmen plant die Verwaltung, um die Lärmbelästigung und die verkehrliche Belastung im Bereich der Alfred-Schütte-Allee zu minimie- ren, insbesondere zum Schutz der in der Unterkunft für Geflüchtete lebenden Kinder? In Abhängigkeit aktueller Erkenntnisse werden in Abstimmung mit der Polizei regelmä- ßig in der Umgebung der Alfred-Schütte-Allee mobile Geschwindigkeitsüberwachun- gen durchgeführt. Des Weiteren wird gegen Ruhestörungen vor Ort eingeschritten, Maßnahmen zur Beendigung eingeleitet und eine Ahndung im Rahmen des Ordnungs- widrigkeitenverfahrens eingeleitet.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3708/2024
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 06.03.2025
- Erstellt
- 20.11.2024 14:36