V/1115/2016
Umweltdaten Münster 2014/2015
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Anlage 1 Umweltdaten 2014-15_14.02.2017
65576 Zeichen
Umweltdaten Münster 2014/15
Anlage 1
0
50
100
150
200
2009 2014
Mohn
Kornblume
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Umweltindikatoren für Münster............................................................................ 3
2. Fortschreibung von Umweltdaten und -zielen ..................................................... 3
3. Umweltindikatoren im Überblick .......................................................................... 4
Abfall ....................................................................................................................... 7
Abwasser .............................................................................................................. 11
Biodiversität .......................................................................................................... 14
Boden/Fläche ....................................................................................................... 19
Grün ...................................................................................................................... 23
Lärmimmissionen.................................................................................................. 28
Luftschadstoffe ..................................................................................................... 31
Natur und Landschaft - Schutzgebiete .................................................................. 34
Natur und Landschaft - Eingriffsregelung ............................................................. 37
Umweltmanagement ............................................................................................. 41
Verkehr/Mobilität ................................................................................................... 43
Wasser ................................................................................................................. 46
3
1. Umweltindikatoren für Münster
Mit den Umweltdaten 2009 hat die Stadt Münster erst mals Umweltindikatoren
festgelegt, mittels derer die Umweltsituation in Mü nster regelmäßig beobachtet und
gesteuert werden kann. Die Umweltdaten werden im 2- jährlichen Turnus
fortgeschrieben, um jeweils einen schnellen Überbli ck über Zustand, Entwicklung
und Steuerungsnotwendigkeiten der Umwelt zu erlangen.
Zielsetzung der Umweltindikatoren im Überblick
• Zusammenschau der relevanten Umweltbelange
• Kontinuierliche Umweltbeobachtung und –dokumentat ion
• Darstellung von Entwicklungstrends
• Abgleich mit festgelegten Zielsetzungen zum Umwel tschutz
• Ableitung von Handlungserfordernissen
2. Fortschreibung von Umweltdaten und -zielen
Die vorliegende Fortschreibung der Umweltdaten umfa sst in dieser Ausgabe die
beiden Jahre 2014 und 2015.
Für folgende Umweltmedien liegen Umweltindikatoren vor:
•
Abfall
• Abwasser
• Biodiversität
• Boden/Fläche
• Grün
• Klima/Energie
• Lärm
• Luft
• Natur und Landschaft (einschließlich Thema Eingriffsregelung)
• Umweltmanagement
• Verkehr/Mobilität
• Wasser
4
3. Umweltindikatoren im Überblick
Umwelt-
medium
Indikator Letzter
Ist-Wert
(Jahr)
Neuer
Ist-Wert 1
2014 /
2015
Soll-Wert
(Zieljahr)
Abfall Abfälle und Wertstoffe aus
Haushalten [kg/EW*a]
431
(2013)
479/426 425
(2020)
Abwasser
Stickstoff-Emissionen aus
Kläranlagen / Nges-Ablauffracht
[t/a].
128
(2013)
126/126
120
(2010)
Kupfer in Klärschlämmen [mg/kg] 334
(2013)
384/388 550
(2010)
Zink in Klärschlämmen [mg/kg] 411
(2013)
496/468 1.400
(2010)
Boden/Fläche Jährlicher Zuwachs der Siedlungs-
und Verkehrsfläche [ha/a]
51
(2013)
8/39 30
(2020)
Biodivers ität
Bestandentwicklung ausgewählter
Indikatorarten
- Wiesenschaumkraut
Anzahl Individuen Grünland
- Laubfrosch
Anzahl Individuen (Rufer)
besiedelte Gewässer
- Schwanenblume
- Vorkommen am Emmerbach
- Vorkommen an der Aa
- Steinbeißer
besiedelte Gewässer
- Mohnblumen
Anzahl der Vorkommen
- Kornblumen
Anzahl der Vorkommen
> 5.000
(2012)
279
13
(2013)
stark
schwach
4
(2013)
k.A.
k.A.
k.A.
710/-
21/-
k.A.
k.A.
164/-
19/-
wird noch
festgelegt
1 Nicht für jeden Indikator liegt eine jährliche Fortschreibung vor.
5
Umwelt-
medium
Indikator Letzter
Ist-Wert
(Jahr)
Neuer
Ist-Wert 1
2014 /
2015
Soll-Wert
(Zieljahr)
Biodiversität
- Rauchschwalben
Brutpaare auf Vergleichsflächen
(n = 117)
- Mehlschwalben
Brutpaare auf Vergleichsflächen
(n = 33)
729
(2009)
303
(2009)
-/694
-/176
Grü n Eingriffe in das Grünsystem [St./a] 0 (2013) 0/0 0
Klima /
Energie
Kohlendioxid-Emissionen [t/EW*a] 6,7
(2013)
6,6/6,5 5,4
(2020)
Anteil der erneuerbaren Energien
am Energieverbrauch der Stadt [%]
3,7
(2013)
4,7/5,5 20
(2020)
Natur und
Landschaft
Fläche der Naturschutzgebiete [ha] 1.905
(2013)
2.133
/2.133
(4.668)
Vergleichs-
wert BSN
im
Regional-
plan
Natur und
Landschaft
Ausgleichsflächen im Rahmen von
Bebauungsplänen [ha]
0 (2013)
0/0,48
Kein
Zielwert
Lärm -
immissionen
Lärmbelastung an
Hauptverkehrsstraßen
L
den >55 dB(A) [Einwohner tags]
27.5754
(2013)
k.A. Liegt
noch
nicht vor
Lnight >50 dB(A) nachts
[Einwohner nachts]
16.496
(2013)
k.A. Liegt
noch
nicht vor
Lden >70 dB(A) tags [Einwohner
tags]
1.952
(2013)
k.A. Liegt
noch
nicht vor
Lnight >60 dB(A) nachts
[Einwohner nachts]
2.535
(2013)
k.A. Liegt
noch
nicht vor
6
Umwelt-
medium
Indikator Letzter
Ist-Wert
(Jahr)
Neuer
Ist-Wert 1
2014 /
2015
Soll-Wert
(Zieljahr)
Luftschad -
stoffe
Stickstoffdioxid -Immissionen
[µg/m³]
40
(2013)
39/39 40
Feinstaub-Immissionen
[Überschreitungstage mit
> 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)]
17
(2013)
18/14 <36
Ozon-Immissionen
[Überschreitungstage mit 120
µg/m³ (8 Std.-Mittel)]
15
(2013)
9/18 <26
Umwelt -
management
ÖKOPROFIT-Betriebe
[Anzahl Staffeln / 2 Jahre]
1
(2011/
2012)
1
(2013/
2014)
1
Verkehr /
Mobilität
Anteil Umweltverbund am Modal
Split [%]
71,0
(2013)
k.A.
75
(2025)
Anteil des Kfz-Anteils im
Regionalverkehr [%]
80
(2007)
k.A. 75
(2025)
Wasser Anteil der Fließgewässer mit
Gewässergüteklasse II-III oder
besser [%]
89
(2012)
85/k.A. 100
(2020)
7
Die Umweltmedien im Detail
Umweltmedium/Ressource:
Abfall
Indikator:
Abfälle und Wertstoffe aus Haushalten
Definition:
Abfallaufkommen (nur Haushalte) pro Kopf der Bevölkerung. [kg/EW*Jahr]
Erläuterung:
Die Haushaltabfälle (Hausmüll, Sperrmüll, Wertstoff e u.ä.) stellen einen Teil der
insgesamt anfallenden Siedlungsabfälle dar. Zu den sonstigen Siedlungsabfällen
gehören zudem Baurestabfälle, Rückstände der Stadtr einigung und Gewerbeabfälle.
Der Bezug auf die Bevölkerungszahl stellt die relative Vergleichsmöglichkeit sicher.
Datenlage/Grafik:
Zielwert: 425 kg/EW*a (2020)
8
Qualitative Ziele:
Abfallvermeidung schont Ressourcen; aber Abfall ist auch “Rohstoff”. Durch
ordnungsgemäße Verwertung können Abfallpotenziale g enutzt werden. Durch die
schadlose Beseitigung nicht verwertbarer Abfälle we rden Umweltschäden
vermieden. Eine nachvollziehbare Überwachung der Ab fallströme sichert den
sorgsamen Umgang mit Abfall.
• Prioritäre Vermeidung von Abfall
• Optimierte Verwertung von Abfällen durch Weiteren twicklung des
stoffstromoptimierten Abfallwirtschaftskonzeptes
• Entsorgung der in Münster anfallenden Abfälle nur im Rahmen abfallrechtlicher
Vorgaben
Quantitative Ziele:
Senkung des Abfallaufkommens der Haushalte auf 425 kg/EW*a.
Der Zielwert wurde im Rahmen der Beratung der Umwel tdaten 2009 als Prüfwert
festgelegt.
Die Zielwerterreichung von 425 kg/EW*a wurde aktuel l im Jahr 2015 durch eine
Steigerung der Einwohnerzahl in Münster nahezu erreicht.
Entwicklung
:
Die Abfallmengen 2014 wurden durch das Starkregener eignis am 28.07.2014
beeinflusst, sodass im Jahr 2014 eine Steigerung de r Abfallmenge zu verzeichnen
war. Aktuell liegt das Abfallaufkommen im Jahr 2015 bei 426 kg/EW*a.
Dieses wurde durch eine weitere Steigerung der Einw ohnerzahl in Münster erreicht.
Das Gesamtabfallaufkommen aus Haushalten ist aber s eit 2010 (130.448 t) nicht
gesunken. Im Jahr 2015 lag das Aufkommen bei 130.118 t.
9
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Abfallvermeidung“ (Aktionstage,
Pressearbeit, aktuelle AWM-Kampagne „101 saubere Lösungen für Münster“,
Tipps zur Abfallvermeidung auf der Homepage der AWM und in AWM-
Broschüren (z. B. Eigenkompostierung, Second-Hand etc.))
• Ende 2014 wurde ein Online-Tausch-und Verschenkmar kt in die Homepage
der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) integr iert ( www.awm-
tauschmarkt.de ). Bürgerinnen und Bürger haben damit eine sinnvoll e
Alternative zum Wegwerfen gut erhaltener aber nicht mehr genutzter Dinge.
Diese können entweder verschenkt oder getauscht wer den. Lediglich Geld ist
als Tauschmittel nicht erlaubt.
• Anfang 2015 Einrichtung von „Give-Boxen“ – zunächs t auf den elf
Recyclinghöfen der AWM. Die Ausweitung auf den Stad tbereich ist ab 2017
geplant. Hintergrund: Die Give Boxen (alte, umgebau te Telefonzellen) dienen
als „Tausch- und Verschenkmarkt“ vor Ort. Bürger kö nnen dort für
Interessierte Spielzeug, CDs/DVDs und Bücher ablege n, die noch gut
erhalten sind, aber von ihnen selbst nicht mehr verwendet werden.
• Vermeidung von Lebensmittelabfällen: Privathaushal te in Deutschland werfen
pro Jahr 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel "in die Tonne". Das kommt
Mensch, Tier und Umwelt teuer zu stehen. Die AWM ha ben deshalb 2015 in
Kooperation mit dem Amt für Grünflächen, Umwelt un d Nachhaltigkeit die
Initiative "Zu gut für die Tonne - Münster is(s)t a bfallarm" ins Leben gerufen
(www.zugutfuerdietonne.muenster.de ). Die Initiative ist dauerhaft angelegt
und hat nicht nur zum Ziel, über Lebensmittelversch wendung aufzuklären und
zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen aufzurufen. Sie will auch zu einer
besseren Vernetzung der zahlreichen Akteure, die si ch in Münster bereits mit
diesen Themen beschäftigen, beitragen.
Ausblick:
• Die AWM haben 2015 ein ganzheitliches Konzept zur Ausweitung der bereits
bestehenden zahlreichen Angebote zur Abfallpädagog ik erstellt.
Wesentlicher Bestandteil dieses Konzepts ist ein ab fallpädagogischer
Lehrpfad „Abfall, Klima, Energie“ (Zielgruppe Kinde r, Jugendliche und
Erwachsene), der am Entsorgungszentrum in Münster e ntstehen wird
(Umsetzung wird voraussichtlich im letzten Quartal 2017 abgeschlossen
sein). Innerhalb des Themenfeldes Abfall-Energie-Kl ima sollen ökologische
Zusammenhänge aufgezeigt und die Leitgedanken moder ner
Kreislaufwirtschaft herausgearbeitet und verdeutlic ht werden. Zusätzlich
sollen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erh alten, reale Anlagen der
Abfallentsorgung kennen zu lernen. Entsprechend der gesetzlich verankerten
Abfallhierarchie ist der Ausgangspunkt das Thema „A bfallvermeidung“
(Ressourcenschutz). Längerfristig soll am Fuß der D eponie ein
„Freilandklassenzimmer“ gebaut werden, das Ausgangs- und Endpunkt für die
Exkursionen sein wird. (Dafür sollen Fördermittel b eantragt werden).
Verankert ist in dem o.g. ganzheitlichen Konzept au ch die Ausweitung von
Kooperationen mit Schulen und Kitas über einzelne P rojekte. So haben bspw.
bereits Kooperationsgespräche mit dem Kant-Gymnasiu m stattgefunden. Ziel
dieser Kooperation ist es, das Thema Abfallvermeidu ng und Abfalltrennung in
10
den Schulalltag zu integrieren. Die Kooperation sol l bis Ende 2016 und für
zwei Jahre geschlossen werden.
• Die AWM haben außerdem ein Konzept zur Abfallberat ung
(Abfallvermeidung/Abfalltrennung) in Flüchtlingsunt erkünften erarbeitet. Die
Zielgruppe der Flüchtlinge hat aufgrund von Sprachb arrieren und dem
unbekannten Trennsystem in Deutschland besonderen Beratungsbedarf.
Adressaten:
Bürgerinnen und Bürger
Kosten:
Umlage über Gebühren
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Geschäftsberichte / Abfallbilanz der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Aktualisierung:
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2010 2011 2012 2013 2014 2015
Gesamtaufkommen
Siedlungsabfälle [t]
221.042
178.371 185.199 173.128 185.990 168.550
Anteil verwertete
Siedlungsabfälle [%]
84%
81% 82% 81% 78% 81%
Gesamtaufkommen
Abfälle aus Haushalten[t]
130.448
132.337 128.456 127.868 143.518 130.117
11
Umweltmedium/Ressource
:
Abwasser
Indikator :
Stickstoff-Emissionen aus Kläranlagen
Definition :
Der Indikator gibt die jährlich aus den Kläranlagen in die Vorfluter emittierte Fracht
an Stickstoff an. Die Angabe erfolgt als Gesamtstickstoff in Tonne pro Jahr [t/a].
Erläuterung :
Stickstoff führt zur Eutrophierung von Gewässern. D ie Verringerung der Stickstoff-
Emissionen führt zu einer Verbesserung der Gewässergüte.
Erläuterung :
Datenlage/Grafik :
Zielwert: 120 t/a
Qualitative Ziele:
Die Wasserrahmenrichtlinie schafft einen Rahmen für den Schutz der Gewässer. Zur
Erreichung der anspruchsvollen Ziele der WRRL trägt auch eine leistungsfähige
Abwasserbehandlung bei.
Ziele:
• Fortführung des Qualitäts- und Umweltmanagements in der Stadtentwässerung.
• Elimination von Nährstoffen aus dem Abwasser
• Schrittweise Reduzierung der Verschmutzung durch prioritäre Stoffe und
schrittweises Einstellen von Einleitungen, Emissionen und Verlusten prioritärer
gefährlicher Stoffe in Oberflächengewässer sowie Verhindern und Begrenzen der
Einleitung von Schadstoffen in das Grundwasser.
12
Quantitative Ziele
:
Integrierendes Ziel ist die Einhaltung der Zielvorgaben der WRRL (vgl. Wasser)
• Ziel hinsichtlich der Stickstoffemission ist eine N ges -Ablauffracht von ca. 120 t/a.
• Ziel hinsichtlich der Klärschlämme ist die Einhal tung des QLA Gütezeichens für
Kupfer und Zink (Cu = 550 mg/kg, Zn = 1.400 mg/kg)
Entwicklung :
Der Zielwert der Stickstoff-Emission von 120 t/a wu rde 2014 und 2015 mit jeweils
126 t/a knapp überschritten. Ein möglicher Grund ka nn der Bevölkerungszuwachs
sein. Die Reinigungsleistung war jedoch bei deutlic her Unterschreitung der
Überwachungswerte hinsichtlich der Eliminationsrate von ca. 92 % konstant.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Die Realisierung der Vorbehandlung stark stickstoff haltiger Prozesswässer auf der
Hauptkläranlage ist für 2017 geplant. Dadurch werde n die Prozesswässer separat
und energieeffizient entfrachtet. Dies wird zu eine r Reduzierung der emittierten N-
Frachten führen. Hinsichtlich des Bevölkerungszuwac hses soll ein Gesamtkonzept
entwickelt werden.
Die Zielwerte für Klärschlämme wurden erreicht. Dur ch den Ausstieg aus der
landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung verlieren diese Zielwerte an Bedeutung
und werden daher letztmalig aufgeführt.
Adressaten:
Stadt Münster
Kosten:
2016/2017: ca. 1.500.000 €
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Tiefbauamt
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2012 2013 2014 2015
Eliminationsrate Stickstoff [%] 92,4 92,1 92,4 92,3
CSB-Emissionen [t/a] 668 652 725 745
Eliminationsrate CSB [%] 93,2 93,1 92,6 92,0
Phosphor-Emissionen [t/a] 6 5 4,7 4,3
Eliminationsrate Phosphor [%] 97,4 97,4 97,6 97,7
13
2012 2013 2014 2015
Angeschlossene Einwohnerwerte [EW] 367.300 367.300 ca.
390.000
ca.
390.000
Kupfer im Klärschlamm HKA [mg/kg] 354 334 405 336
Zink im Klärschlamm HKA [mg/kg] 434 411 503 488
14
Umweltmedium/Ressource :
Biodiversität
Indikator :
Repräsentative Arten
Definition :
Für ausgewählte Indikatorarten erfolgt im 3-5 jähri gen Turnus im Auftrag der Stadt
Münster eine Erhebung der Bestandssituation bzw. de r Populationsentwicklung in
Münster durch die NABU-Naturschutzstation Münsterla nd e.V.. Die Indikatorarten
geben stellvertretend Hinweise auf die Entwicklung der Biodiversität der wichtigsten
Lebensraumtypen:
1. Erhebung: Wiesenschaumkraut (frische-feuchte Wiesen), Laubfrosch
(Stillgewässer), (vgl. Umweltdaten 2010/2011)
2. Erhebung: Steinbeißer (Fließgewässer), Schwanenblume (Gewässerufer),
(vgl. Umweltdaten 2012/2013)
3. Erhebung: Korn-/Mohnblume (Acker/Feldflur), Mehl- und Rauchschwalben
(Siedlung), (vgl. Umweltdaten 2014/2015)
4. Erhebung: Kiebitz (Feuchtwiesen, Brachflächen),
Erläuterung
:
Die Bestandsentwicklung der repräsentativen Arten s teht stellvertretend für die
Bestandsentwicklung vieler anderer Arten. Sie zeigt die Qualität von Biotopen und
die Eignung der Landschaft als Lebensraum.
Qualitative Ziele
:
Auf der Grundlage eines Beschlusses des Hauptaussch usses vom 29.09.2010 ist
die Stadt Münster dem „Bündnis für biologische Vielfalt“ im Rahmen der Deklaration
„Biologische Vielfalt in Kommunen“ beigetreten. Die Stadt verpflichtet sich damit die
Biodiversität im Bereich folgender Bereiche zu fördern:
• Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich
• Arten und Biotopschutz
• Nachhaltige Nutzung
• Bewusstseinsbildung und Kooperation.
Die Zielsetzung weiterer Umweltmedien/Ressourcen si nd auch im Sinne der
Biodiversität von Relevanz (z.B. Boden/Fläche, Wasser, Grünflächen).
Quantitative Ziele
:
Erreichung nachhaltiger Populationsgrößen bzw. Sied lungsdichten der gewählten
Referenzarten. Für die ausgewählten Arten müssen di e Zielgrößen im Rahmen des
15
weiteren Monitorings der Arten noch entwickelt werd en. Auf der Grundlage der
bislang vorliegenden Daten ist eine entsprechende Festlegung noch nicht möglich.
Datenlage/Grafik:
0
50
100
150
200
2009 2014
Mohn
Kornblume
Anzahl der Bestände Mohn- und Kornblumen 2009 und 2014
0
10
20
30
40
50
60
2009 2014
0
2
4
6
8
10
2009 2014
Bestandsgrößen Mohn-Arten Bestandesgrößen Kornblum e
(jeweils links/blass: wenig, rechts/ausgefüllt: viel)
Abbildung: Entwicklung der Vorkommen von Mohn- und Kornblumen in Münsteraner
Äckern seit 2009 (NABU 2014)
Entwicklung:
Bei der Kartierung 2009 waren 150 Vorkommen der Mohnblume erfasst worden, was
einem Anteil von ca. 10,9 % der Ackerschläge in Münster entspricht.
Von den 164 Mohnvorkommen aus dem Jahr 2014 bestand die weit überwiegende
Zahl der Bestände nur aus wenigen Exemplaren. 119 B estände (entspricht ca. 73 %
der Vorkommen) umfassten weniger als 25 Exemplare, 28 (17 %) waren von
mittlerer Größe zwischen 26 und 100 Exemplaren und lediglich 12 Bestände (10 %)
hatten mehr als 100 Exemplare. Der Median der Besta ndesgröße liegt bei
Vorkommen mit 6-25 Individuen.
Etwas anders sah es im Jahr 2014 bei der Kornblume aus: hier waren die Bestände
durchschnittlich erheblich größer mit sechs Beständ en (entspricht 28 % der
erfassten Vorkommen) mehr als 100 Exemplaren, und j eweils acht Beständen (36
%) von mittlerer Größe und individuenarmen Vorkomme n (17 %) von weniger als 25
Exemplaren. Der Median der Bestandesgröße liegt hie r bei Vorkommen mit 51-100
Individuen.
2009 waren noch 35 Bestände mit Kornblumen gefunden worden, so dass aktuell
mit nur noch 19 Vorkommen ein starker Rückgang zu v erzeichnen ist. Allerdings
16
waren vor fünf Jahren die Bestände durchweg kleiner (Median: 26-50 Individuen), so
dass vom Rückgang vor allem individuenarme Vorkommen betroffen sind.
Insgesamt ist festzuhalten, dass in Münster auf nur wenig mehr als jeden achten
Ackerschlag überhaupt Mohn- oder Kornblumen vorkomm en, und dann weit
überwiegend in nur wenigen Individuen. Für den daue rhaften Erhalt der Arten, als
Nahrungsquelle für Insekten und nicht zuletzt für e in attraktives Landschaftsbild sind
nach Einschätzung des NABU jedoch weit größere und häufigere Bestände
notwendig.
Bei der Bewertung als Indikator für Ackerlebensräum e ist bei den oben genannten
Feldblumen zukünftig auch der Faktor der gezielten Ansaat in den Blick zu nehmen.
Datenlage/Grafik:
Abbildung: Verteilung und Größe von Mehlschwalbenvo rkommen im Stadtgebiet
Münster 2015 (NABU Münster 2015).
17
Abbildung: Verteilung und Größe von Rauchschwalbenv orkommen im Stadtgebiet
Münster 2015 (NABU Münster 2015).
Entwicklung
:
Anhand der Erfassung von Rauch- und Mehlschwalbe im Stadtgebiet Münster wurde
für beide Arten im Jahr 2015 eine negative Bestands entwicklung festgestellt. Bei der
Mehlschwalbe ist der Trend deutlicher als bei der R auchschwalbe. Auf
Vergleichsflächen wurde bei der Mehlschwalbe ein Rü ckgang von 13 %, bei der
Rauchschwalbe von 5 % festgestellt. Rauchschwalben sind stark an Viehhaltung
gebunden, wobei Rinder-/Milchviehhaltung mit Weideh altung von besonderer
Bedeutung ist. Ergänzend spielt die Pferdehaltung e ine Rolle zur Erhaltung der
Rauchschwalben. Um den Bestand der Mehlschwalbe zu sichern, ist es wichtig mehr
Akzeptanz bei Hauseigentümern und Anwohnern zu schaffen.
18
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen sind im Zuge des weiteren Monitorings u nd nach Definierung von
Zielgrößen noch festzulegen.
Adressaten:
Stadt Münster, Landwirte und sonstige Grundeigentüm er, Wasser- und
Bodenverbände, NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. u.a.
Kosten:
Noch nicht bezifferbar.
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. im Auftrag des Amtes für Grünflächen
und Umweltschutz.
Weitere Daten: Jahresstatistik des Amtes für Stadtentwicklung, Sta dtplanung,
Verkehrsplanung
Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Wes tfalen (IT.NRW),
Landwirtschaftszählung 2010
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2001 2003 2005 2007 2010*
Anteil der Ackerflächen an der
landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche [%]
80,3
80,9 80,8 81,4 82,8
Anteil der Grünlandflächen an der
landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche [%]
17,7
17,6 17,9 17,4
16,0
* Daten 2010 ggü. den Vorjahren mit leicht veränder ter Erhebungsmethodik; die nächste
vergleichbare Zählung findet nach Auskunft des Land esbetriebes Information und Technik erst im
Jahr 2016 wieder statt und steht Mitte 2017 zur Verfügung.
19
Umweltmedium/Ressource :
Boden/Fläche
Indikator :
Siedlungs- und Verkehrsfläche
Definition :
Die Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV) beinhaltet die Gebäude- und Freiflächen,
Betriebsflächen (ohne Abbauland), Erholungs-, Verke hrs- und Friedhofsflächen. Die
Angabe erfolgt in Hektar und stellt die Veränderung gegenüber dem Vorjahr für die
einzelnen Flächennutzungsarten und in der Gesamtsumme dar.
Erläuterung :
Die Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche stellt als Summenindikator einen
Maßstab für den Verlust von Freiflächen und die Ver änderung von Böden durch
Siedlungs- und Verkehrszwecke dar. Bisherige Nutzun gsfunktionen wie
Landwirtschaft, Erholungsräume, Biotope oder Frisch luftkorridore gehen verloren.
Durch den hohen Versiegelungsgrad von Siedlungs- un d Verkehrsflächen (NRW
58%, Stand 2009) werden natürliche Bodenfunktionen in erheblichem Umfang
zerstört. Diese Flächeninanspruchnahme – allgemein häufig auch als
„Flächenverbrauch“ bezeichnet – ist jedoch nicht mi t Versiegelung gleichzusetzen,
da auch unbebaute Erholungsflächen und Gärten zur S iedlungs- und Verkehrsfläche
zählen.
Datenlage/Grafik
:
20
Zielwert 2020: 30 ha/Jahr
Qualitative Ziele :
Der Boden ist aufgrund seiner vielfältigen Funktion en im Naturhaushalt ein
unverzichtbares Gut. Sein Verlust ist nicht ausglei chbar. Münster trägt auch als
Mitglied der „Allianz für die Fläche“ Verantwortung . Als eine von sechs
Pilotkommunen ist Münster 2014 vom Umweltministeriu m NRW mit dem
„Meilenstein“ als flächensparende Kommune zertifiziert worden (Meilenstein „Gold“).
Ziele:
• Reduktion der Inanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und
Verkehrszwecke
• Erhaltung natürlicher Böden
• Sicherung besonders schutzwürdiger Böden
• Reduzierung von einwirkenden Belastungen.
Quantitative Ziele
:
In Anlehnung an die Zielsetzung auf Bundes- und Lan desebene (Verringerung des
Zuwachses an SuV-Fläche bis 2020 auf 5 ha pro Tag i n NRW) wird für Münster ein
durchschnittlicher jährlicher Zielwert für den Zuwa chs an SuV-Flächen für das
Zieljahr 2020 von rund 30 ha festgelegt, der nicht überschritten werden soll. Eine
Überschreitung ist nur begründet vertretbar, um der Entwicklung des Oberzentrums
Münster aufgrund der besonderen Funktionen, der Bed arfe aus
Einwohnerentwicklung und aus Arbeitsplatzentwicklun g angemessen gerecht
werden zu können. Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt
soll dafür Rechnung getragen werden, dass eine nach haltige Flächenentwicklung
nicht zu Lasten von Menschen mit geringen und mittl eren Einkommen geht (vgl.
Vorlage V/0288/2012/1. Erg.)
Entwicklung
:
Im Hinblick auf den Zielwert befindet sich die jähr liche Inanspruchnahme für
Siedlungs- und Verkehrsflächen bis 2013 absolut auf einem relativ hohen Niveau.
Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt der Zuwachs an SuV-Fläche in Münster jedoch
deutlich unter dem Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen (vgl. V/0761/2014, Abb. 4).
Bis 2012 beruhte die erhebliche Steigerung der Sied lungs- und Verkehrsflächen zu
einem großen Teil auf der Zunahme der Erholungsfläc hen (2008: 128 ha, 2009: 93
ha, 2011: 82 ha, 2012: 40 ha). Hierbei ist zu berüc ksichtigen, dass es sich dabei
nicht nur um eine tatsächliche Ausdehnung der Erhol ungsflächen in diesem Umfang
handelt, sondern für den Anstieg auch methodische G ründe (statistische
Umschlüsselungen von Flächen) ausschlaggebend waren . Auch für die Jahre 2012
(+91 ha) und 2013 (+51 ha) sind die Werte für die j ährliche Zunahme der SuV-Werte
in erheblichem Maße durch Umschlüsselungen von Fläc hen beeinflusst (2012:
Friedhofsflächen +19 ha; 2013: Betriebsflächen +148 ha, Gebäude-/Freifläche –133
ha). Die Aussagefähigkeit der Werte ist hierdurch entsprechend eingeschränkt.
Im Jahr 2014 nahm die SuV-Fläche nur um 8 ha zu, im Jahr 2015 nur um 39 ha.
Auch 2015 kamen im Zuge der Erstellung der Amtliche n Basiskarte wieder
„Umschlüsselungen“ zum Tragen. So korrespondierte d ie Zunahme der
21
„Verkehrsfläche-Verkehrsbegleitfläche“ (+ 59,2 ha) mit einer Abnahme der
„Verkehrsfläche-Straße (- 28,6 ha) und der Wasserfl ächen (-16,3 ha) infolge der
stärkeren Differenzierung der Nutzungen im Straßen- und Gewässerbereich. Der
Anstieg der Gebäude- und Freifläche/Gewerbe- und In dustrie (+ 19,4 ha) geht v.a.
darauf zurück, dass Teile der Nutzungsart „Betriebs fläche/Lagerplatz“ (- 12 ha)
hierzu geändert wurden. Die Zunahme der Gebäude- un d Freifläche-Wohnen (+
14,5 ha) lag deutlich unter dem Zielwert von 30 ha.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Maßnahmen gemäß Vorlage V/0288/2012, die ca. 127 ha städtebauliches
Wiedernutzungspotenzial bieten (kontinuierliche For tschreibung entsprechend den
vorhandenen Potenzialen, den zur Verfügung stehende n Ressourcen und den
parlamentarischen Zielsetzungen)
• Wiedernutzung der aufgegebenen britischen Kaserne nstandorte und
Wohnstandorte
• Umstrukturierung des Bereiches zwischen Meckmannw eg und Schwarzer Kamp
zu einem attraktiven Wohnquartier
• Weitgehende Umnutzung der ehemaligen OSMO-Flächen nördlich des
Stadthafens 1 in ein innerstädtisches Wohnquartier
• Städtebauliche Entwicklung des bisher als Parkrau m genutzten Bereichs
zwischen Hörsterstraße / Sonnenstraße / Korduanenstraße / Bült
• Weitere Stärkung der inneren Entwicklung im Berei ch Wohnen gemäß Vorlage
V/0006/2011 (Erfassung und Bewertung von Entwicklun gspotenzialen;
modellhafte Erprobung von Aktivierungs- und Prozess strategien in zwei
Quartieren)
• Qualifizierung des Flächenmonitorings durch Hinzu ziehung weiterer Quellen (z.
B. Luftbilder) und Nutzung laufender Verwaltungspro zesse (z. B. Fortschreibung
der Deutschen Grundkarte), um ein realistisches Bil d der realen
Flächennutzungsveränderungen zu erhalten.
Eine Fortschreibung der Maßnahmen erfolgt im sog. F lächenbericht zur
Zertifizierung als flächensparende Kommune, der der am 10.12.2014 vom Rat
beschlossen wurde (V/0761/2014). Das hier enthalten e Handlungsprogramm
umfasst nicht nur die vorstehend genannten Maßnahme n, sondern geht auch auf
weitere Punkte ein (Anlage 3, S. 26ff.):
• Schaffung der Rahmenbedingungen für ein bedarfsg erechtes, bezahlbares und
flächenschonendes Wohungsangebot
• Schaffung der Rahmenbedingungen für ein zielgrupp enorientiertes und
flächenschonendes Siedlungsangebot
• Stärkung der Innenentwicklung durch querschnittso rientierte Fachkonzepte
• Sicherung und Ausbau der Natur-/Landschaftsräume und Grünzüge/-
verbindungen
22
• Erstellung eines integrierten Gesamtkonzeptes zur Weiterentwicklung der
Siedlungsstruktur („MünsterZukünfte 20 | 30 | 50“, V/0494/2016)
• Gestaltung der laufenden Wachstumsprozesse mit de n stadtregionalen Partnern
Adressaten:
Stadt Münster, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), externe
Maßnahmenträger, Private Grundstücks- und Immobilieneigentümer.
Kosten:
Zurzeit noch nicht bezifferbar
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
IT.NRW (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung) auf der Basis von
Angaben des Vermessungs- und Katasteramtes der Stad t Münster (Auswertung des
Automatisierten Liegenschaftsbuches); Jahres-Statis tik des Amtes für
Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Weitere Daten: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2011 2012 2013 2014 2015
Siedlungs- und Verkehrsfläche [ha] 10.004 10.095 10.146 10.154 10.193
Anzahl erfasster Altlasten-
/Verdachtsflächen [Stück]
642
661 615 620 639
Noch nicht bewertete Altlasten-
/Verdachtsflächen [%] *
7% 7% 11% 9% 8%
* Veränderungen basieren auch auf der Neuaufnahme unbewerteter bzw. Entlassung bereits
bewerteter Altlasten-/Verdachtsflächen.
23
Umweltmedium/Ressource :
Grün
Indikator :
Bauliche Eingriffe in das Grünsystem
Definition :
Der Indikator gibt die jährliche Anzahl der baulich en Eingriffe in das Grünsystem der
Stadt Münster an. Berücksichtigt werden Eingriffe ( > 500 m² versiegelte Fläche) in
die Grünzüge sowie den 1. und 2. Grünring gemäß Grü nordnung der Stadt Münster.
(Ausgenommen sind privilegierte Vorhaben im Außenbereich).
Erläuterung :
Das Grünsystem der Stadt Münster ist von maßgeblich er Bedeutung für die
Freiraumsicherung. Es stellt die Grundvoraussetzung dafür dar, dass der Freiraum
seine Funktionen für Freizeit und Erholung einersei ts sowie Natur-/
Landschaftsschutz und Stadtökologie andererseits er füllen kann. Flächenverluste in
diesen Bereichen führen zu nachhaltigen Beeinträcht igungen der
Freiraumfunktionen.
Datenlage/Grafik
:
Zielwert: 0 bauliche Eingriffe in das Grünsystem
Qualitative Ziele :
Sicherung des kohärenten Systems der städtischen Grünzüge und Grünringe gemäß
Grünordnung.
Weitere Ziele mit Bezug zu öffentlichen Grünflächen:
• Sicherstellung der Erreichbarkeit und Vernetzung von Grünflächen
• Bereitstellung geeigneter Angebote für alle Nutze rgruppen
• Ausstattung aller Stadtteile mit qualitativ hochw ertigen und bedarfsgerechten
Grünflächen
• Bedarfsgerechte Pflege zur nachhaltigen Sicherste llung der Funktionalität
• Gewährleistung der stadtökologischen Funktionen v on Grünflächen, z.B. für das
Stadtklima oder als Lebensraum für Tiere und Pflanzen
24
Quantitative Ziele :
Als maßgeblicher Indikator wird die Anzahl der baul ichen Eingriffe in das
Grünsystem der Stadt Münster erhoben. Ziel ist es, derartige Eingriffe vollständig zu
vermeiden.
Von der Festlegung eines Zielwertes für die Größe d er öffentlichen Grünflächen pro
Einwohner wurde Abstand genommen, da sich maßgebend e Faktoren wie
Aufenthaltsqualitäten, räumliche Vernetzung oder st adtökologische Funktionen
quantitativ nicht hinreichend abbilden lassen. Der Orientierungswert des Deutschen
Rates für Landespflege (DRL 1992) liegt bei 15 m²/Einwohner.
Entwicklung
:
In den Jahren 2013 bis 2015 wurden keine Eingriffe von mehr als 500 m² versiegelte
Fläche innerhalb des städtischen Grünsystems vorgenommen.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Vermeidung von Eingriffen in das Grünsystem.
Adressaten:
Stadt Münster
Kosten:
keine
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Aktualisierung
:
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2011 2012 2013* 20 14 201 5
Öffentliche Grünflächen [ha] 355 360 374 377 389
Öffentliche Grünflächen je Einwohner 12,0 12,1 12,5 12,6 12,7
Spielplatzflächen [ha] 64 61 49* 47 48
Anzahl Spielplätze [Stück] 336 313 314 313 314
Einzelbäume / überwiegend
Straßenbäume gemäß Baumdatei
[Stück]
47.816
48.330 47.880 47.710 48.162
*ab 2013 Flächenabgrenzungen von Spiel- und Grünflä chen bereinigt, daher Abzug bei Spielflächen
und Zuwachs bei Grünflächen
25
Umweltmedium/Ressource :
Klima / Energie
Indikator :
Kohlendioxid-Emissionen
Definition :
Der Indikator gibt die lokale CO 2-Emission pro Einwohner durch die Nutzung fossiler
Energieträger an. Die Emissionen umfassen energiebe dingte Emissionen
(Raumwärme, Prozesswärme, Elektrizität) und persone nverkehrsbedingte
Emissionen. Die Angabe erfolgt in Tonnen pro Einwohner und Jahr [t/EW*a].
Erläuterung :
Der Indikator zeigt den Beitrag der Stadt Münster an der Klimaproblematik durch das
Treibhausgas CO 2 an.
Datenlage/Grafik :
Zielwert 2020: < 5,4 t/EW*Jahr 2
Qualitative Ziele :
Der Treibhauseffekt zwingt zum Handeln. Durch den r ationellen Einsatz von Energie
und die Nutzung regenerativer Energien kann der Aus stoß klimaschädlicher CO 2-
Emissionen begrenzt werden.
Ziele:
• Reduzierung der CO
2-Emissionen durch Senkung des Energieverbrauchs im
Bereich Wärme, Strom und Verkehr
• Steigerung des Anteils der Nutzung und Erzeugung regenerativer Energien
2 Die Daten für einzelne Jahre wurden zur besseren Ü bersichtlichkeit in der Grafik ausgeblendet,
werden aber seit 2005 jährlich fortgeschrieben.
26
Quantitative Ziele :
• Senkung der CO 2-Emissionen bis 2020 um mindestens 40 % (ggü. dem Stand
1990 von 9,1 t/EW *a um mindestens 3,7 t/EW*a auf < 5,4 t/EW*a)
• Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am E nergieverbrauch der Stadt bis
2020 auf 20%
Entwicklung :
Mit dem deutlichen Ausbau der Klimaschutzaktivitäte n und dem damit verbundenen
Anstieg der erneuerbaren Energien sowie dem Bau der GUD-Anlage im Jahr 2005
konnte in Münster bis Ende des Jahres 2015 eine Red uzierung der CO 2-Emissionen
pro Kopf der Bevölkerung um knapp 29% gegenüber 199 0 erreicht werden. Die
absolute Reduzierung von 1990 bis 2015 beläuft sich wegen der gestiegenen
Bevölkerungszahlen auf 21%.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen gemäß „Handlungskonzept zur Umsetzung d es
Klimaschutzkonzeptes 2020 in Münster“ (vgl. Vorlage V/0592/2010 und
V/0592/2010/E1)
Adressaten:
Stadt Münster, Stadtwerke Münster GmbH, IHK, Handwe rk, Wohnungswirtschaft,
Energieberater, , u.a.
Kosten:
6.625.000 € bis zum Jahr 2020
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Stadtwerke Münster GmbH / Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Aktualisierung
:
Von 1990 bis 2005 alle 5 Jahre. Ab 2009 (nach Änderung der Systematik) jährlich.
Weitere Daten zum Umweltmedium :3
2011 2012 2013 2014 2015
Sonnenenergie Photovoltaik [kWp] 19.974 31.599 37.519 40.235 43.605
Sonnenenergie Thermie
(m² Kollektorfläche)
19.000
19.766 21.499 21.945 21.945
3 Bedingt durch methodische Weiterentwicklungen in d er Datenerfassung ergeben sich z.T.
geringfügige Veränderungen der Daten ggü. den Umweltdaten 2010/2011.
27
2011 2012 2013 2014 2015
Stromverbrauch [kWh/Einw./Jahr] 4.972 4.770 4.664 4.558 4.327
Heizenergiebedarf [kWh/Einw./Jahr] 10.559 10.667 10.229 10.240 10.445
Kommunaler Heizenergiebedarf
[Mio kWh/Jahr]
58,2
59,3 59,3 55,4 64,5
Stromverbrauch kommunale
Einrichtungen [Mio kWh/Jahr]
15,6
16,9 15,9 15,6 17,2
Anteil erneuerbarer Energien am
Gesamt-Energieverbrauch der Stadt
[%]
2,9
3,4 3,7 4,7 5,5
28
Umweltmedium/Ressource :
Lärmimmissionen
Indikator :
Lärmbelastung an Hauptverkehrsstraßen
Definition :
Geschätzte Anzahl der Menschen an Hauptverkehrsstra ßen, d.h. Straßen mit mehr
als 6 Mio. Kfz/Jahr, die in Häusern wohnen mit Schallpegeln an der Fassade von
Lden >55 dB(A) tags oder L night >50 dB(A) nachts bzw.
Lden >70 dB(A) tags oder L night >60 dB(A) nachts
[Einwohner tags/nachts]
Erläuterung
:
In Münster werden auf der Grundlage der Umgebungslä rmrichtlinie die Gebiete
ermittelt, bei denen die Lärmbelastung durch Verkeh r besonders hoch ist. Im Jahr
2012 wurde das relevante Straßennetz Münsters untersucht.
Zum Vergleich: Die vorsorgeorientierten Orientierun gswerten der DIN 18005 für
Allgemeine Wohngebiete betragen 55 dB(A) tags und 4 5 dB(A) nachts.
Lärmimmissionen >70 dB(A) tags und >60dB(A) nachts spiegeln die Schwelle der
Gesundheitsgefährdung wider.
Datenlage/Grafik
:
Qualitative Ziele :
Der allgegenwärtige Lärm hat sich zu einem zentrale n Umweltschutzthema
entwickelt. Die Gesundheit gefährdende oder die Leb ensqualität mindernde
Lärmpegel sollen daher vermieden werden.
29
Ziele:
Senkung der Anzahl der Münsteraner, die von gesundh eitsgefährdenden bzw.
erheblich belästigenden Lärmimmissionen betroffen sind.
Kurzfristig: Vermeidung von Gesundheitsgefährdung (> 65 dB(A) / 55 dB(A))
Mittelfristig: Minderung der erheblichen Belästigun g (>60 dB(A) / 50 dB(A))
Langfristig : Vermeidung von erheblicher Belästigun g (>55 dB(A) /45 dB(A))
[ Immissionswerte = L den / L night ]
Quantitative Ziele :
Eine quantitative Zielvorgabe wird in der Lärmaktio nsplanung entwickelt, die sich zur
Zeit noch in der Aufstellung befindet.
Entwicklung:
Die Lärmbelastungen an Hauptverkehrsstraßen sind 20 13 im Vergleich zu 2008 vor
allem nachts signifikant zurückgegangen. Diese Lärm minderung geht überwiegend
auf die verminderte Höchstgeschwindigkeit im Hauptverkehrsstraßennetz zurück.
In 2017 wird eine erneute Lärmkartierung durchgefüh rt. Eine Fortschreibung des
Lärmaktionsplans wird in 2018 beginnen.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen werden im Rahmen der Lärmaktionsplanung entwickelt.
Adressaten:
Noch festzulegen
Kosten:
Noch festzulegen
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
LANUV NRW / Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Aktualisierung :
5-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2008 2013
Geschätzte Zahl der von Umgebungslärm durch Schienenlärm
der Eisenbahnen des Bundes in ihren Wohnungen belasteten
Menschen:
LDEN > 55 dB(A) tags 14.600 k.A*
30
LNIGHT > 50 dB(A) nachts 12.100 k.A.
LDEN > 70 dB(A) tags 1.630 k.A.
LNIGHT > 60 dB(A) nachts 2.790 k.A.
*Eine Fortschreibung der Übersicht für Schienenlärm erfolgte bislang nicht. Eine
Fortschreibung der Übersicht für den Schienenlärm w ird voraussichtlich in 2017
vorgenommen werden können. Das Eisenbahnbundesamt w ird in 2017 die
Kartierung bzw. die Ergebnisse vorlegen.
31
Umweltmedium/Ressource :
Luftschadstoffe
Indikator :
Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Immissionen
Definition :
Jahresmittel für NO 2 [µg/m³] und Anzahl der Tage mit Überschreitung des
Tagesgrenzwertes für PM 10 [Überschreitungstage > 5 0 µg/m³] an der
kontinuierlichen Messstation Weseler Straße.
Erläuterung
:
Der Grenzwert für das NO 2-Jahresmittel liegt bei 40 µg/m³ (ab 2010). Für PM 10 gilt
ein Tagesgrenzwert von 50 µg/m³, der maximal an 35 Tagen pro Jahr überschritten
werden darf. PM 10 umfasst alle Feinstäube < 10 Mik rometer, die als
gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Zentrale Qu elle für lokale Feinstaub- und
Stickstoffdioxidbelastungen ist der Straßenverkehr.
Datenlage/Grafik :
Zielwert 2010: 40 µg/m³
Zielwert 2010: < 36 Überschreitungstage
32
Qualitative Ziele :
Feinstäube und Stickoxide stehen im Brennpunkt der aktuellen Diskussionen zu
Luftschadstoffen. Ozon ist als Hauptverursacher des Sommersmogs mit zu
betrachten. Um mögliche Gesundheitsgefahren und nac hteilige Umweltfolgen zu
mindern ist es erforderlich, dass die entsprechende n Luftbelastungen gemindert
werden.
Ziele:
• Einhaltung der Grenzwerte zum Schutz der menschli chen Gesundheit der EU-
Luftqualitätsrichtlinie für die Leitsubstanzen Ozon, PM10 und NO
2
• Verringerung der flächenhaften Stickstoffdepositi onen
Quantitative Ziele
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für NO
2 von 40 µg/m³ als Jahresmittelwert ab
2010
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für PM10 von < 36 Ü berschreitungstage mit
> 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für Ozon von < 26 Ü berschreitungstage mit 120
µg/m³ (8 Std.-Mittel)
Entwicklung :
Die Stickstoffimmissionen sind von 2009 bis 2015 rü ckläufig. Der Grenzwert für
Stickstoffimmissionen (Jahresmittelwert) wurde in den letzten Jahren an der Weseler
Straße nicht mehr überschritten. Hierfür sind versc hiedene Faktoren ursächlich
(meteorologische Bedingungen, Emissionsverhalten de r Fahrzeugflotte, ...). Als eine
Maßnahme zur Minderung der Immissionen besteht seit dem 1. Januar 2010 im
Stadtkern von Münster eine Umweltzone. An der Messs tation „Bült“ verbleibt es
bislang bei einer Überschreitung des NO 2-Grenzwertes (2014: 46 µg/m³, 2015: 44
µg/m³)Belastungen eine Überschreitung des Grenzwertes.
Aus der Entwicklung der Feinstaubbelastung kann abg elesen werden, dass auch
zukünftig die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitu ng des Grenzwertes für PM 10
sehr gering sein wird.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Mit Hilfe des Luftqualitätsplans (2009) wurden Ma ßnahmen zur Minderung der
Belastungen eingeleitet (z.B. Umweltzone). Im Jahr 2014 wurde er nochmals
aktualisiert.
Adressaten:
Stadt Münster, Stadtwerke Münster, Bürgerinnen und Bürger
Kosten:
Gemäß Vorlage: V/0991/2013
• Änderung der Umwelzzonenregelung / neue Beschilde rung (5.000,-€)
33
• Weitere Kosten entstehen bei den Stadtwerken Müns ter GmbH durch die
Modernisierung der Busflotte
Datenherkunft/Zuständigkeit :
LANUV NRW / Bezirksregierung Münster
Aktualisierung
:
jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2011 2012 2013 20 14 201 5
Ozon-Immissionen Münster Geist
[Überschreitungstage mit 120 µg/m³
(8 Std.-Mittel)]
20
14 15 9 18
Ozon-Immissionen (Jahresmittelwert)
Münster-Geist [µg/m³]
41
40 43 40 45
34
Umweltmedium/Ressource :
Natur und Landschaft - Schutzgebiete
Indikator :
Schutzgebiete
Definition :
Fläche der Schutzgebiete (Naturschutzgebiete / Landschaftsschutzgebiete) in Hektar
[ha].
Erläuterung
:
Der Indikator gibt den Stand der Sicherung der für Natur und Landschaft
bedeutsamen Landschaftsbestandteile wieder. Nicht e nthalten sind die Geschützten
Landschaftsbestandteile mit einer Gesamtgröße von 159 ha.
Datenlage/Grafik :
Vergleichswert: 4.686 ha BSN-Flächen
(BSN = Bereiche für den Schutz der Natur gemäß Regionalplan 2014)
Qualitative Ziele
:
Die unterschiedlichen Naturräume und Nutzungsformen haben zur Ausbildung der
für Münster typischen Landschaften und Lebensräume geführt. Diese gilt es zu
sichern und zu optimieren.
Ziele:
• Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen
• Schutz der bedeutsamen Natur- und Kulturlandschaf ten
• Erhaltung und Entwicklung der natürlichen Vielfal t der Tier- und Pflanzenwelt /
Biodiversität von Arten und Lebensgemeinschaften
35
• Anreicherung strukturarmer Landschaftsräume mit g liedernden und belebenden
Elementen
• Sicherung der Landschaft für die Erholung des Men schen
Quantitative Ziele :
Als Vergleichsmaßstab für die Größe der zu schützen den Gebiete wird
näherungsweise auf die Flächen, die im Entwurf des Regionalplans als „Bereiche für
den Schutz der Natur (BSN)“ dargestellt sind, zurück gegriffen. Dabei handelt es sich
um ökologisch hochwertige und daher schutzwürdige u nd schutzbedürftige Gebiete.
„Bei der Umsetzung der BSN kommt auf die Träger der Landschaftsplanung die
Aufgabe zu, unter Beachtung der lokal bestehenden B edingungen Umsetzungs-
konzepte zum Aufbau eines Biotopverbundsystems zu e ntwickeln. Sie wählen aus
den fachplanerischen Instrumenten die notwendigen F estsetzungen (z.B. Natur-
schutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, geschützte L andschaftsbestandteile) aus
und bestimmen deren gebietsscharfe Abgrenzung“ (Reg ionalplan Münsterland
2014). Der Regionalplan verzeichnet insgesamt 4.668 ha als BSN-Flächen. Die
Konkretisierung der Schutzausweisungen erfolgt somi t über die Landschaftspläne.
Ziel ist daher auch eine flächendeckende Landschaft splanung für den Außenbereich
von Münster.
Entwicklung
:
Die Entwicklung der Schutzgebiete ist in den letzte n Jahren konstant geblieben und
zeigt erst mit dem Satzungsbeschluss des Landschaft splans 3 „Roxeler Riedel“ im
Jahr 2014 Veränderungen. Die Fläche der Naturschutz gebiete stieg um 12 % auf
2.133 ha. Damit stehen zur Zeit ca. 7,0 % des Stadt gebietes unter Naturschutz. Im
Vergleich zu den BSN-Flächen des Regionalplans sind ca. 41% als
Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Die Fläche der Landschaftsschutzgebiete erhöhte sic h um 13 % auf 9.941 ha. Der
Anteil der Landschaftsschutzgebiete am Stadtgebiet beträgt damit ca. 32,8 %.
Waldflächen haben in den letzten Jahren eine kontin uierliche Zunahme erfahren,
verbleiben aber in den letzten Jahren auf einem rel ativ konstantem Stand von ca.
5.400 ha. Die Gesamtfläche der landwirtschaftlich g enutzten Fläche hat auch in den
Jahren 2014/2015 weiter abgenommen und beläuft sich nunmehr auf 13.850 ha.
Durch die notwendige Fällung einer Rotbuche an der Promenade (ND 3-2.3.17),
südlich des Turnierplatzes, reduzierte sich die Anz ahl der Naturdenkmale auf 325.
Bei einzelnen aus mehreren Bäumen bestehenden Natur denkmalen mussten in den
Jahren 2014/2015 durch natürliche Abgänge in Folge von Sturmereignissen oder
Krankheitsbefall Verluste von Einzelbäumen hingenommen werden..
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Umsetzung der Landschaftspläne 1-3
• Aufstellung des Landschaftsplans 4
Adressaten:
Stadt Münster
36
Kosten:
Geschätzte Kosten für Umsetzung des LP 3 (Maßnahmen realisierung und
Grunderwerb): 1,2 Mill. €
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Weitere Daten:
Jahresstatistik des Amtes für Stadtentwicklung, Sta dtplanung, Verkehrsplanung /
Amt 61
Aktualisierung
:
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2011 2012 2013 20 14 201 5
Waldfläche [ha] 5.297 5.381 5.400 5.401 5.398
Landwirtschaftliche Fläche [ha] 14.030 13.903 13.873 13.865 13.850
Städtische landwirtschaftliche
Pachtfläche [ha]
-
- - - 1.028 4
Anzahl der Naturdenkmale 329 326 325 326 325
4 Die Angabe der von der Stadt Münster verpachteten landwirtschaftlichen Fläche wird erstmals ab
dem Jahr 2015 zusätzlich aufgeführt. Die Daten geb en den Stand am 21.07.2015 wieder und
enthalten auch die Flächen im Eigentum der Wirtschaftsförderung Münster.
37
Umweltmedium/Ressource :
Natur und Landschaft - Eingriffsregelung
Indikatoren :
1. Ersatzgeld
2. Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von B ebauungsplänen und
Satzungen nach § 34 BauGB
3. Größe des Flächenpools im Kompensationsflächenka taster
Erläuterung
:
Die Indikatoren setzen den Beschluss der Vorlage V/ 0619/2013 um, über die
Abwicklung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung regelmäßig zu berichten.
1. Ersatzgeld
Definition :
Übersicht über Einnahmen, Ausgaben und über die für landschaftspflegerische oder
Artenschutzmaßnahmen noch zur Verfügung stehenden E rsatzgelder [€] nach
Landschaftsgesetz im Zusammenhang mit Eingriffen in Boden, Natur und
Landschaft.
Datenlage/Grafik
:
Eine Übersicht über die in 2014-2015 geplanten bzw. bereits in der Realisierung
befindlichen landschaftspflegerischen Maßnahmen ist in der Anlage A-1 dargestellt.
Entwicklung:
Die Entwicklung der Einnahmen über Ersatzgeld ist t endenziell rückläufig. Die Stadt
Münster dringt darauf, dass im Zusammenhang mit Ein griffsvorhaben der
entsprechende Ausgleich durch den jeweiligen Vorhabenträger nachgewiesen wird.
38
2. Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von B ebauungsplänen und
Satzungen nach § 34 BauGB
Definition:
Im Zuge der planrechtlichen Aufstellung von Bebauun gsplänen und Satzungen nach
§ 34 (4) BauGB werden Freiflächen im Außenbereich f ür Siedlungs- und
Verkehrsflächen „verbraucht“. Für den naturschutz- und forstrechtlichen Ausgleich
der Eingriffe werden z. T. landwirtschaftliche Prod uktionsflächen in Anspruch
genommen. Dargestellt werden der „Flächenverbrauch“ durch entsprechende
Verfahren mit zugeordnetem Ausgleich und die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr.
Datenlage/Grafik
:
Entwicklung :
Im Zeitraum vom 01.01.2014 bis 31.12.2015 sind 22 B ebauungspläne zur
Rechtskraft gelangt. Der überwiegende Teil dieser B ebauungspläne liegt im
Innenbereich. Der Außenbereich ist im Hinblick auf eine Inanspruchnahme
landwirtschaftlich genutzter Flächen im genannten Z eitraum irrelevant. Im Detail
handelt es sich meist um eine Verdichtung der vorha ndenen Bebauung innerhalb
von bereits bestehenden Baugebieten. Rechtlich sind diese Verfahren in den
meisten Fällen nach § 13 a BauGB einzustufen, so da ss die erfolgten Eingriffe von
der Ausgleichsverpflichtung in der Regel freigestel lt sind. Diese Nachverdichtung
geht zwar materiell häufig mit einer Erhöhung des V ersiegelungsgrades einher,
jedoch wird die für die Anwendung der Eingriffsrege lung relevante zulässige
Grundfläche von 20.000 m² nicht überschritten.
Drei Bebauungspläne mit einer Gesamtfläche von 5,86 ha nehmen landwirtschaftlich
genutzte Flächen für Wohn- und Verkehrszwecke in de r Größenordnung von rd. 4,4
ha (3,5 ha Acker, 0,9 ha Extensivgrünland) in Anspruch.
Darüber hinaus sind zwei Bebauungspläne mit einer P langebietsgröße von 2,6 ha
ausgleichsrelevant. Die zugeordnete Kompensation um fasst insgesamt rd. 0,48 ha
und wird in Form von Uferrandstreifen nachgewiesen.
39
Neben der geplanten Entwicklung von neuen Baugebiet en im Außenbereich ist die
Stadt Münster auch weiterhin um eine Reduzierung de s Flächenverbrauchs in
erheblichem Maße durch eine forcierte Innenentwicklung bemüht.
3. Größe des Flächenpools im Kompensationsflächenkataster
Definition:
Die nicht für Eingriffe in Natur und Landschaft geb undenen Flächen im Flächenpool
des Kompensationsflächenkatasters (Komkat) stehen f ür zukünftige
Kompensationsflächenbedarfe zur Verfügung.
Datenlage/Grafik:
Entwicklung:
Im städtischen Flächenpool sind insgesamt 13,72 ha zuordnungsfähige
Kompensationsflächen vorhanden (Stand: 31.12.2015). Diese teilen sich auf rd. 1,95 ha
Uferrandstreifen (19 Flächen) und 11,77 ha sonstige Flächen (12 Flächen) auf.
Die letztgenannten Poolflächen gliedern sich derzei t in folgende Flächennutzungen auf
(Flächenanteile geschätzt)
• Intensiv genutztes Grünland rd. 8,76 ha
• Acker rd. 0,10 ha
• Sonderstandorte (Hochzeitswald rd. 0,12 ha
• Brachflächen rd. 1,29 ha
• Gehölz- und Gewässerflächen rd. 0,63 ha
• Innenbereichsflächen rd. 0,87 ha
-------------------------------------------
Summe: rd. 11,77 ha
40
Die Entwicklung des Flächenpools für Kompensationsm aßnahmen ist mit der
städtischen Siedlungsentwicklung unmittelbar verknü pft. Insbesondere die
Bebauungsplanverfahren im Innenbereich (nach § 13 a BauGB) sind aufgrund der
planungsrechtlichen Bedingungen meist nicht mehr ko mpensationspflichtig. Ein Teil
der zur Rechtskraft gelangenden kompensationspflichtigen Verfahren wird Vorhaben
bezogen durchgeführt. Hierbei stellt der jeweilige Vorhabenträger
Kompensationsflächen in entsprechender Größenordnun g zur Verfügung.
Gegenwärtig kann das Flächenpoolangebot als ausreic hend bewertet werden. Um
handlungsfähig zu bleiben, werden jedoch aufgrund d er geplanten,
eingriffsrelevanten Siedlungsentwicklung für den Ze itraum bis 2020 sukzessive rd.
21 ha an Kompensationsflächen in den Flächenpool eingestellt.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Aktualisierung:
2-jährlich
41
Umweltmedium/Ressource :
Umweltmanagement
Indikator :
ÖKOPROFIT-Betriebe
Definition :
Anzahl der Betriebe, die sich am Projekt ÖKOPROFIT der Stadt Münster beteiligen.
Erläuterung :
Seit 2001 unterstützt die Stadt Münster im Rahmen d es Projektes ÖKOPROFIT
Unternehmen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen im
Bereich Energie, Abfall, Wasser und Rohstoffe. Der Indikator ist ein Maßstab für das
Umweltengagement von Unternehmen in Münster.
Datenlage/Grafik
:
Qualitative Ziele :
Betriebliche Prozesse haben erheblichen Einfluss au f die Umwelt. Durch
Optimierung dieser Prozesse kann die Umwelt entlast et werden (z.B. reduzierter
Wasserverbrauch, Energieeinsparung, Abfallvermeidung u.a.m.)
Ziele:
• Förderung des betrieblichen Umweltschutzes in Mün steraner Unternehmen
• Ausbau des Umweltmanagements im Konzern Stadt Mün ster
Quantitative Ziele
:
Eine konkrete Zielvorgabe für die Anzahl der Betrie be, die sich pro Jahr am
ÖKOPROFIT beteiligen, lässt sich nicht benennen. Pr imäres Ziel ist es, das
erfolgreiche ÖKOPROFIT-Projekt dauerhaft in Münster zu etablieren.
42
Entwicklung :
Seit Beginn des Projektes (2000) wurden in 9 Durchg ängen 104 Unternehmen und
Institutionen erstmalig ausgezeichnet. Darüber hina us wurden mittlerweile 30
Betriebe rezertifiziert, d.h. sie unterzogen sich e iner erneuten Überprüfung ihrer
fortgeschrittenen Maßnahmen im Umweltschutz und hab en damit das
Umweltmanagementsystem in ihrem Unternehmen weitgeh end etabliert. Bislang
konnte die Kontinuität im Sinne der Zielfestlegung erhalten bleiben.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Einwerbung weiterer Betriebe.
Adressaten:
Stadt Münster, Gewerbebetriebe / Münsteraner Unternehmen und Institutionen
Kosten:
ca. 16.000,- € je Durchgang (nach Abzug von Landesmitteln)
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Aktualisierung
:
2-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2011 2012 2013 20 14 201 5
Anzahl Kontakte in der Umweltberatung /
Umweltservice [Stück]
10.286
13.730 12966 13.067 12.275
Hinweis: Die Daten umfassen ab November 2011 die Ku ndenkontakte im
Umweltservice des Amtes, sowie die Beratungen in de r Umweltberatung im
Stadtwerke CityShop, Salzstraße 21.
43
Umweltmedium/Ressource :
Verkehr/Mobilität
Indikator:
• Anteil Umweltverbund am Modal Split
Definition:
Anteil des Umweltverbundes (Fußgänger, Radfahrer, Ö PNV/SPNV) am Modal Split
in Prozent [%].
Erläuterung:
Der Modal Split bezeichnet die Verteilung des Verke hrs auf die verschiedenen
Verkehrsträger. Für den Indikator relevant ist der Anteil des Umweltverbundes
(Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV/SPNV) am Gesamtverkehr. Darüber hinausgehend
sind für die langfristige Bewertung des Verkehrs un ter Nachhaltigkeitsaspekten aber
auch künftige Anteile der Elektromobilität im Kfz-V erkehr sowie der
Fahrzeugbesetzungsgrad, der zurzeit in Münster 1,25 Personen/Pkw beträgt, von
Relevanz. Die Beeinflussung dessen ist jedoch wesen tlich von bundesweiten
Rahmenvorgaben abhängig und weniger auf kommunaler Ebene steuerbar.
Datenlage/Grafik:
Zielwert 2025: 70% Umweltverbund
geplante neue Zielgröße: 75 %
Qualitative Ziele:
Der Verkehr wirkt sich maßgeblich auf viele Bereich e der Umwelt aus. So hängt die
Belastung durch Luftschadstoffe, Lärm oder der CO
2-Ausstoß in erheblichem Maße
von der Wahl des Verkehrsmittels ab. Daher soll der Umweltverbund im Modal Split
gestärkt werden.
44
• Erhöhung des Wegeanteils des Fußgängerverkehrs
• Weitere Stärkung des Fahrradverkehrs
• Stärkung des ÖPNV/SPNV
• Minderung des Kfz-Anteils im Regionalverkehr (Pen dler)
Quantitative Ziele (Berichtsstand 2013):
Zielwerte für das Jahr 2025:
70 % des Verkehrs der Münsteraner entfallen auf den Umweltverbund, davon
• 40 % Rad
• 18 % Fuß
• 12 % ÖPNV/SPNV
Im Regionalverkehr Minderung des Kfz-Anteils von z.Zt. ca. 80% auf ca. 75 %.
Entwicklung:
Die Entwicklung in Münster seit 1982 zeigt im Mitte l einen Anstieg des
Umweltverbundes. 2013 ist der Anteil des Umweltverb undes gegenüber der
Autonutzung nochmals deutlich gestiegen, so dass de r Umweltverbund erstmals
über 70% lag. Der gesetzte Zielwert für das Jahr 2025 von 70 % wurde damit bereits
frühzeitig erreicht. Das Fahrrad bleibt Verkehrsträger Nr.1.
Auf Grund dieser erfreulichen Entwicklung ist es du rchaus realistisch, als Zielgröße
für den Umweltverbund einen 75% Anteil zu benennen.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Maßnahmen gemäß des in Arbeit befindlichen verkehrlichen Rahmenplans „Mobilität
Münster 2025“ (ehemals Verkehrsentwicklungsplan Mün ster 2025, V/0266/2007,
V/0982/2007, V/1019/2008 und V/0625/2010) mit den T eilbausteinen 3.
Nahverkehrsplan Stadt Münster (V/0626/2015), P+R-An lagen in Münster -
Bestandsaufnahme und Konzept (V/0953/2013), Fortsch reibung
Radverkehrskonzept (in Bearbeitung)).
Adressaten:
Stadt Münster, Stadtwerke Münster GmbH, Regionalbus unternehmen,
Zweckverband SPNV Münsterland, angrenzende Kreise, Nachbargemeinden u. a.
Kosten:
Keine Angaben möglich, zumal der o. g. Mobilitätspl an im Wesentlichen
Programmaussagen enthalten wird, die anschließend i n Planungen umgesetzt und
dann auch erst mit Kosten belegt werden können und b) Kostenangaben zum
jetzigen Zeitpunkt eine aufwendige wissenschafts-th eoretische Modellierung
erfordern, die extern vergeben werden müsste.
45
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung:
• Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Müns teraner - Ergebnisse einer
Haushaltsbefragung im Herbst 2013, Beiträge zur Sta dtforschung,
Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 1/2014
• Zwischenbericht Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025, Vorlage V/1019/2008
• Mobilität Münster/Münsterland 2050 (V/0625/2010)
Weitere Daten: Stadtwerke Münster
Aktualisierung:
Erfassung des Modal Split in möglichst regelmäßigen Zeitabständen mittels
Haushaltsbefragungen zum Mobilitätsverhalten der Mü nsteraner. Die letzte
Aktualisierung aus 2013 ist in die Umweltdaten eingeflossen.
Weitere Daten zum Umweltmedium:
2011 2012 2013 2014 2015
Entwicklung der Fahrgastnachfrage auf den
Stadtbussen [Fahrgäste in Mio./Jahr]
1)
32 38 40 40 42
Länge der Radwege [km] 2) 460 460
469 474 473
1982 1990 2007 2013
Anteil des Umweltverbundes am regionalen
Verkehr (Einpendler) [%]
3)
24,3 21,9 19,1 k.A.
Anteil des Umweltverbundes am
Gesamtverkehr [%]
3)
54,3 52,9 52,1 k.A.
Quellenangaben:
1) Geschäftsberichte Stadtwerke Münster
2) Jahresstatistik Stadt Münster 2015 - Verkehr
3) Mobilität Münster 2025
46
Umweltmedium/Ressource :
Wasser
Indikator :
Guter ökologischer und chemischer Zustand (Gewässergüteklasse II-III oder
besser) bzw. Potenzial für alle Fließgewässer (gem. EG-WRRL)
Definition :
Der gute ökologische Zustand der Fließgewässer ist ein zentrales Ziel der EG-
Wasserrahmenrichtlinie. Die Zustandbewertung und Zi elerreichung wird durch ein
regelmäßiges Monitoring seitens des Landes NRW durc hgeführt. In diesem
Verfahren sind die größeren Fließgewässer (Aa, Wers e, Angel, Mecklenbach,
Kinderbach, Emmerbach, Kreuzbach, Getterbach, Floth bach, Offerbach und
Kannenbach) eingebunden.
Für die übrigen kleineren Gewässer wird der Indikat or der Gewässergüte auf der
Grundlage eigener Untersuchungen herangezogen.
Dieser Indikator gibt den Anteil der Gewässerabschn itte von Fließgewässern an,
deren Gewässergüteklasse mit der Klasse II-III (kri tisch belastet) oder besser
bewertet wird. Die Angabe erfolgt in Prozent. [%]
Erläuterung
:
Die "biologische Gewässergüte" lässt vor allem die Beeinträchtigung der Gewässer
durch biologisch leicht abbaubare Stoffe und die si ch daraus ergebenden Defizite im
Sauerstoffhaushalt erkennen. Bei der Überwachung de r Fließgewässer ist die
biologische Gewässergüte ein Leitparameter für die Beschaffenheit des Gewässers.
Datenlage/Grafik :
Zielwert 2020: 100% Gewässergüteklasse II-III oder besser
47
Qualitative Ziele :
Gewässer sind in Münster ein prägendes Element. Die Sicherung und Verbesserung
des ökologischen Zustandes von Oberflächengewässern und Grundwasser ist eine
Herausforderung für die Zukunft. Der Erhalt von Auen und Retentionsräumen schützt
vor Hochwassergefahren.
Ziele:
• Generelle Vermeidung starker Verschmutzungen in a llen Münsteraner
Gewässern
• Einhaltung der Qualitätsziele der Wasserrahmenric htlinie (WRRL)
• Verbesserung der Wasserqualität des Aasees
• Nachhaltige Sicherung einer guten Qualität und Qu antität des Grundwassers
Quantitative Ziele
:
100% der Fließgewässerabschnitte haben bis 2020 ein e Gewässergüteklasse II-III
oder besser
Erläuterung:
Sanierungsziel gemäß WRRL ist in NRW der gute ökolo gische Zustand für 40% und
das gute ökologische Potenzial für 60% der Gewässer bis 2027.
Der gute Zustand ist definiert als ein Zustand, der von eine m "sehr guten" (d.h.
weitgehend anthropogen unbeeinflussten) Zustand nur geringfügig abweicht. Er ist
ausgerichtet auf die Vielfältigkeit vorhandener Pfl anzen- und Tierarten und die
morphologische Gewässerausprägung.
Da die Regelungen der WRRL sich in Münster im wesen tlichen auf die
Hauptgewässer beziehen und die weiteren Gewässer ni cht erfassen, wird als
Vergleichsmaßstab die Gewässergüte herangezogen, di e für alle namhaften
Gewässer in Münster regelmäßig geprüft wird. Im Vor dergrund steht die Beseitigung
von stark verschmutzten Gewässern ab Gewässergütekl asse III. Der zudem
angestrebten Erhöhung des Anteils von Gewässern mit Gewässergüteklasse II sind
z.T. naturräumlich bedingte Grenzen gesetzt.
Entwicklung
Ab dem Jahr 2000 ist eine deutliche Verbesserung de r Gewässergüte zu erkennen.
Die Verbesserung der Gesamtsituation ist in erster Linie auf zahlreiche Maßnahmen
zurückzuführen, die auf einen konsequenten Gewässer schutz abzielen. Im letzten
Erhebungsintervall von 2014 zeigt sich eine leichte Verschlechterung der
Gewässergüte auf 85 % mit der Gewässergüteklasse II -III. Eine signifikante
Änderung der Gewässerqualität lässt sich hieraus ni cht ableiten. Die Veränderung
kann auch methodisch bedingt sein. Die Entwicklung muss jedoch weiter beobachtet
werden. Eine weitere Verbesserung der Gewässergüte erweist sich bislang
insbesondere bei kleinen Gewässern mit geringer Was serführung im Sommer als
schwierig.
48
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen zur Abwasserreinigung und Abwasserablei tung aus dem
Abwasserbeseitigungskonzept (ABK)
• Umsetzungsfahrpläne zur WRRL
• Ökologische Verbesserung der kleineren Gewässer
Adressaten:
Tiefbauamt, Wasser und Bodenverbände im Stadtgebiet
.
Kosten:
Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes (ABK): 73 Mio €
Umsetzungsfahrpläne WRRL: Diese Kosten können noch nicht beziffert werden. Die
sind von der Stadt und von den Wasser- und Bodenver bänden aufzubringen. Diese
Maßnahmen werden zur Zeit mit 80% vom Land gefördert
Ökologische Verbesserung von kleineren Fließgewässe rn. Die sind von der Stadt
und von den Wasser- und Bodenverbänden aufzubringen . Diese Maßnahmen
werden zur Zeit mit 80% vom Land gefördert.
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Tiefbauamt
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Stadtwerke Münster
Aktualisierung
:
2-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2011 2012 2013 20 14 201 5
Privater Trinkwasserverbrauch *
[l/Einw. und Jahr]
46.973
45.315
45.216 44.165 44.165
Nitrat im Trinkwasser (Mittelwert der vier
Wassergewinnungsgebiete Münster) in
mg/l
12,2
12,9 12,4 12,1 11,8
Microcystine (Toxine der Cyanobakterien/
„Blaualgen“) im Aasee, Mittelwert der
Jahresmesswerte [µg/l]
0,4
1,2 1,0 <0,1 0,3
* (Bezug: Einwohner am Ort der Hauptwohnung)
Ersatzgeld – Maßnahmen 2014 bis 2015 Anlage A-1
Projekt Landschaftspflegerische
Maßnahmen
NSG
/
LSG
Flächen -
größe
Nutzung vor
Maßnahme
Nachfolge -
nutzung
Stand des
Projekts
Vorauss.
Baukosten
Kosten
Liegen-
schaft
Kosten
gesamt
Erwerb von
zusätzlichen
Amphibien-
schutzzäunen
• Aufstellen von Schutz-
zäunen an neuen
Standorten
- - - - Beendet 2.010,- € 0 2.010,- €
Uferrandstreifen
westl.
Coermühle/ südl.
Gittruper Str.
Gittrup
• Anlage einer Baumreihe
• Anlage einer Feldhecke
• Entwicklung eines
Hochstaudensaums
- 1.023 m² vorhandener
Uferrand-
streifen mit
Extensivbe-
wirtschaftung
Keine
grundle-
gende Än-
derung der
Bewirt-
schaftung
Fertigstell.-
und
Entwickl.-
pflege
12.050,- € 5.115,- € 17.165,- €
Kleingewässer
Fachwerk
Gievenbeck
Gievenbeck
• Anlage eines Klein-
gewässers
• Anlage eines Eichen-
spaltpfostenzauns
- 900 m² • Grünfläche • Klein-
gewässer
Beendet 6.638,- € 0 € 6.638,- €
Sicherung
Fledermaus-
bunker am
Kanonengraben
• Einrichtung von Fleder-
mausquartieren
- - • verschütteter
Bunker
• Artensch
utz
Beendet 7.299,- € 0 € 7.299,- €
Aufforstung
Häger Flothfeld
• Aufforstung mit
Laubgehölzen
- 5.000 m² • Intensiv
genutztes
Grünland
• Wald Fertigstell.-
und
Entwickl.-
pflege
11.100,- € 25.000,- € 36.100,- €
Summen: 22.350,- € 5.115,- € 69.212, -€
50
Berichtsvorlage
15711 Zeichen
V/1115/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit Betrifft Umweltdaten Münster 2014/2015 Beratungsfolge 28.02.2017 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht Bericht: 1. Einleitung Die Umweltdaten Münster sind eine Zusammenstellung wichtiger Daten zur Entwicklung der Umwelt in Münster. Sie umfassen alle wesentlichen Umweltthemen und werden mit Beschluss des Rates der Stadt Münster vom 12.12.2012 im 2-jährlichen Turnus fortge- schrieben. Nunmehr liegen die Umweltdaten für die Fortschreibungsjahre 2014 und 2015 vor und sind in der beigefügten Anlage 1 zur Vorlage dokumentiert. 2. Anregungen Im Rahmen der Berichtsvorlage zu den Umweltdaten 2012/2013 wurden seitens der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL mit Schreiben vom 11.05.2015 Vorschläge für wei- tere Indikatoren eingebracht. Diese wurden im Zuge der Fortschreibung der Umweltdaten 2014/2015 geprüft und nach Möglichkeit integriert. Bei der Prüfung wurde insbesondere auf die Integrationsfähigkeit in die Systematik der Umweltdaten abgestellt (regelmäßige Erhebung, Indikatorfunktion). Im einzelnen wurden die Vorschläge wie folgt bewertet: 2.1 Biodiversität Die Indikatoren zum Thema Biodiversität werden in enger Abstimmung mit dem NABU-Münster festgelegt. Durch die Wahl verschiedener Indikatoren werden systema- tisch charakteristische Lebensräume für das Stadtgebiet von Münster abgebildet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Arten, die bei guter Erfassbarkeit eine möglichst gute Indikator- funktion für verschiedene Lebensräume aufweisen. Konkrete Hinweise für weitere Opti- mierungen werden gerne entgegengenommen. Vorlagen-Nr.: V/1115/2016 Auskunft erteilt: Herr Kuttenkeuler Ruf: 492 67 44 E-Mail: Kuttenkeuler@stadt-muenster.de Datum: 17.01.2017 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/1115/2016 2.2 Naturschutzgebiete Die Umweltdaten Münster weisen bereits die absolute Größe der Naturschutzgebiete auf (vgl. Natur und Landschaft / Schutzgebiete). Der relative Anteil am Stadtgebiet wurde ergänzt. Er beträgt zur Zeit 7,0 %. Der relative Anteil am Außenbereich Münsters ist aus hiesiger Sicht wenig aussagekräf- tig bzw. irreführend, da bei gleich bleibender Größe der NSG und steigendem Sied- lungswachstum der relative Anteil der NSG am kleiner werdenden Außenbereich steigt. Von einer Darstellung in den Umweltdaten wird daher abgesehen. 2.3. Landwirtschaft - Die gesamte landwirtschaftliche Fläche Münsters ist bereits Gegenstand der Umweltdaten (vgl. Natur und Landschaft / Schutzgebiete). - Die Größe der verpachteten landwirtschaftlichen Flächen im Eigentum der Stadt Münster betrug am 21.07.2015 rund 1.028 ha. Die Zahlen wurden in den Umweltda- ten ergänzt und werden künftig regelmäßig angeführt. - Für das Stadtgebiet von Münster liegen lediglich aus der Landwirtschaftszählung des Landes NRW aus dem Jahr 2010 Angaben zu den Flächen mit ökologischem Land- bau vor. Erfasst wurden nur Betriebe > 5 ha. Die Gesamtfläche betrug 181 ha. Dies entsprach 2010 einem Anteil von ca. 1,4 % der landwirt schaftlichen Gesamtfläche. Die nächste Zählung erfolgt im Jahr 2016. Sonstige Erhebungen liegen nach Auskunft der Landwirtschaftskammer nicht vor. Das Amt für Immobilienmanagement führt kei- ne Abfragen zu den Betriebsformen der verpachteten Flächen durch. Eine Aussage zum Anteil des ökologischen Landbaus ist daher für die von der Stadt Münster ver- pachteten Flächen nicht möglich. Als regelmäßiger Indikator ist der Anteil des ökologischen Landbaus im Rahmen der Umweltdaten bislang nicht geeignet. Die bekannten Zahlen werden als Begleitinformati- on eingefügt. 4. Abwasser Neben den Abwasserinhaltsstoffen N (Stickstoff) und P (Phosphor) sowie dem CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) rücken zunehmend die sog. Mikroschadstoffe in den Vor- dergrund. Viele Analysenergebnisse zu Mikroschadstoffen basieren auf Stichproben; da- her schwanken die Ergebnisse z. T. erheblich. Vor diesem Hintergrund sind Schlussfol- gerungen hinsichtlich einer Zu- oder Abnahme im gereinigten Abwasser nicht möglich. Vor dem Hintergrund der unregelmäßigen Erhebung sollte von einer Aufnahme in die Umweltdaten Münster vorerst abgesehen werden. Die Daten liegen dem Tiefbauamt je- doch vor und können bei Bedarf dem zuständigen Ausschuss vorgestellt werden. 5. Wasser Aus der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ergibt sich für den ökologischen und chemi- schen Zustand der berichtspflichtigen Oberflächengewässer sowie für den mengenmäßi- gen und chemischen Zustand des Grundwasserkörpers eine Berichtspflicht. Die Zielset- zung ist durch die WRRL gesetzlich vorgeschrieben. Eine entsprechende Berichterstat- tung erfolgt durch das Land NRW. Die Ergebnisse nehmen für das Stadtgebiet von Münster einen erheblichen Umfang ein. 3 V/1115/2016 (vgl.http://www.bezregmuenster.nrw.de/de/umwelt_und_natur/gewaesserschutz_und_ge waesserentwicklung/index.html). Der Berichtsumfang der WRRL ist so groß, so dass er den Rahmen der Umweltdaten, die auf die Darstellung von Kerndaten und –indikatoren ausgelegt sind, sprengen würde. Von einer zusätzlichen Aufnahme in die Umweltdaten sollte daher abgesehen werden. 3. Fortschreibung der Umweltdaten 2014/2015 Im Zuge der Bearbeitung der Umweltdaten 2014/2015 wurden ergänzende Vorschläge zur Erweiterung der Datenlage geprüft. Wichtiger Fakt or war dabei die Integrationsfähi g- keit in die Systematik der Umweltdaten (regelmäßige Erhebung, Indikatorfunktion). In die Umweltdaten wurden daraufhin ergänzende Angaben z.B. zur landwirtschaftlichen Nu t- zung aufgenommen. Die Entwicklung der Indikatoren fü r die einzelnen Umweltthemen werden in nachfolgender Tabelle kurz ausgeführt: Umweltmedium Entwicklung der Indikatoren Abfall Die Abfallmengen 2014 wurden durch das Starkregenereignis am 28.07.2014 beeinflusst, sodass im Jahr 2014 eine Steigerung der Abfallmenge zu ver- zeichnen war. Aktuell liegt das Abfallaufkommen im Jahr 2015 bei 426 kg/EW*a. Dieses wurde durch eine weitere Steigerung der Einwohnerzahl in Münster erreicht. Das Gesamtabfallaufkommen aus Haushalten ist aber seit 2010 (130.448 t) nicht gesunken. Im Jahr 2015 lag das Aufkommen bei 130.118 t. Abwasser Der Zielwert der Stickstoff-Emission von 120 t/a wurde 2014 und 2015 mit jeweils 126 t/a knapp überschritten. Ein möglicher Grund kann der Bevölke- rungszuwachs sein. Die Reinigungsleistung war jedoch bei deutlicher Unter- schreitung der Überwachungswerte hinsichtlich der Eliminationsrate von ca. 92 % konstant. Die Zielwerte für Klärschlämme wurden erreicht. Durch den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung verlieren diese Zielwerte an Be- deutung und werden daher letztmalig aufgeführt. Boden/Fläche Im Hinblick auf den Zielwert befindet sich die jährliche Inanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen bis 2013 absolut auf einem relativ hohen Niveau. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt der Zuwachs an SuV-Fläche in Münster jedoch deutlich unter dem Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen (vgl. V/0761/2014, Abb. 4). Bis 2012 beruhte die erhebliche Steigerung der Siedlungs- und Verkehrsflächen zu einem großen Teil auf der Zunahme der Erholungsflächen (2008: 128 ha, 2009: 93 ha, 2011: 82 ha, 2012: 40 ha). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es sich dabei nicht nur um eine tatsächli- che Ausdehnung der Erholungsflächen in diesem Umfang handelt, sondern für den Anstieg auch methodische Gründe (statistische Umschlüsselungen von Flächen) ausschlaggebend waren. Auch für die Jahre 2012 (+91 ha) und 2013 (+51 ha) sind die Werte für die jährliche Zunahme der SuV-Werte in erheblichem Maße durch Umschlüsselungen von Flächen beeinflusst (2012: Friedhofsflächen +19 ha; 2013: Betriebsflächen +148 ha, Gebäude- /Freifläche –133 ha). Die Aussagefähigkeit der Werte ist hierdurch entspre- chend eingeschränkt. Im Jahr 2014 nahm die SuV-Fläche nur um 8 ha zu, im Jahr 2015 nur um 39 ha. Auch 2015 kamen im Zuge der Erstellung der Amtlichen Basiskarte wie- 4 V/1115/2016 Umweltmedium Entwicklung der Indikatoren der „Umschlüsselungen“ zum Tragen. So korrespondierte die Zunahme der „Verkehrsfläche-Verkehrsbegleitfläche“ (+ 59,2 ha) mit einer Abnahme der „Verkehrsfläche-Straße (- 28,6 ha) und der Wasserflächen (-16,3 ha) infolge der stärkeren Differenzierung der Nutzungen im Straßen- und Gewässerbe- reich. Der Anstieg der Gebäude- und Freifläche/Gewerbe- und Industrie (+ 19,4 ha) geht v.a. darauf zurück, dass Teile der Nutzungsart „Betriebsflä- che/Lagerplatz“ (- 12 ha) hierzu geändert wurden. Die Zunahme der Gebäu- de- und Freifläche-Wohnen (+ 14,5 ha) lag deutlich unter dem Zielwert von 30 ha. Biodiversität 1. Mohn- und Kornblumen In Münster konnten 2014 auf wenig mehr als jedem achten Ackerschlag Mohn- oder Kornblumen nachgewiesen werden, weit überwiegend in nur we- nigen Individuen. Für den dauerhaften Erhalt der Arten, als Nahrungsquelle für Insekten und nicht zuletzt für ein attraktives Landschaftsbild sind nach Einschätzung des NABU jedoch weit größere und häufigere Bestände not- wendig. Gegenüber vorheriger Erhebungen im Jahr 2009 sind die Bestände rückläufig. 2. Mehl- und Rauchschwalben Anhand der Erfassung von Rauch- und Mehlschwalbe im Stadtgebiet Müns- ter wurde für beide Arten im Jahr 2015 eine negative Bestandsentwicklung festgestellt. Bei der Mehlschwalbe ist der Trend deutlicher als bei der Rauch- schwalbe. Auf Vergleichsflächen wurde bei der Mehlschwalbe ein Rückgang von 13 %, bei der Rauchschwalbe von 5 % festgestellt. Grün In den Jahren 2013 bis 2015 wurden keine Eingriffe von mehr als 500 m² ver- siegelte Fläche innerhalb des städtischen Grünsystems (Grünzüge sowie 1. und 2. Grünring gemäß Grünordnung) vorgenommen. Klima / Energie Mit dem deutlichen Ausbau der Klimaschutzaktivitäten und dem damit ver- bundenen Anstieg der erneuerbaren Energien sowie dem Bau der GUD- Anlage im Jahr 2005 konnte in Münster bis Ende des Jahres 2015 eine Re- duzierung der CO2-Emissionen pro Kopf der Bevölkerung um knapp 29% gegenüber 1990 erreicht werden. Die absolute Reduzierung von 1990 bis 2015 beläuft sich wegen der gestiegenen Bevölkerungszahlen auf 21%. Lärm- immissionen Neue Lärmkartierungen erfolgten in den Jahren 2014/2015 nicht. Die Lärm- belastungen an Hauptverkehrsstraßen sind 2013 im Vergleich zu 2008 vor allem nachts signifikant zurückgegangen. Diese Lärmminderung geht über- wiegend auf die verminderte Höchstgeschwindigkeit im Hauptverkehrsstra- ßennetz zurück. In 2017 wird eine erneute Lärmkartierung durchgeführt. Eine Fortschreibung des Lärmaktionsplans wird in 2018 beginnen. Luftschadstoffe Die Stickstoffimmissionen sind von 2009 bis 2015 rückläufig. Der Grenzwert für Stickstoffimmissionen (Jahresmittelwert) wurde in den letzten Jahren an der Weseler Straße nicht mehr überschritten. Hierfür sind verschiedene Fak- toren ursächlich (meteorologische Bedingungen, Emissionsverhalten der Fahrzeugflotte, ...). Als eine Maßnahme zur Minderung der Immissionen be- steht seit dem 1. Januar 2010 im Stadtkern von Münster eine Umweltzone. An der Messstation „Bült“ verbleibt es bislang bei einer Überschreitung des NO2-Grenzwertes (2014: 46 µg/m³, 2015: 44 µg/m³)Belastungen eine Über- schreitung des Grenzwertes. 5 V/1115/2016 Umweltmedium Entwicklung der Indikatoren Aus der Entwicklung der Feinstaubbelastung kann abgelesen werden, dass auch zukünftig die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitung des Grenzwertes für PM 10 sehr gering sein wird. Natur und Land- schaft - Schutz- gebiet Die Entwicklung der Schutzgebiete ist in den letzten Jahren konstant geblie- ben und zeigt erst mit dem Satzungsbeschluss des Landschaftsplans 3 „Ro- xeler Riedel“ im Jahr 2014 Veränderungen. Die Fläche der Naturschutzgebie- te stieg um 12 % auf 2.133 ha. Damit stehen zur Zeit ca. 7,0 % des Stadtge- bietes unter Naturschutz. Die Fläche der Landschaftsschutzgebiete erhöhte sich um 13 % auf 9.941 ha. Der Anteil der Landschaftsschutzgebiete am Stadtgebiet beträgt damit ca. 32,8 %. Natur und Land- schaft - Eingriffs- regelung Die Entwicklung der Einnahmen über Ersatzgeld ist tendenziell rückläufig. Die Stadt Münster dringt darauf, dass im Zusammenhang mit Eingriffsvorhaben der entsprechende Ausgleich durch den jeweiligen Vorhabenträger nachge- wiesen wird. Im Zeitraum vom 01.01.2014 bis 31.12.2015 sind 22 Bebauungspläne zur Rechtskraft gelangt. Der überwiegende Teil davon liegt im Innenbereich. Im Detail handelt es sich meist um eine Verdichtung der vorhandenen Bebauung innerhalb von bereits bestehenden Baugebieten. Rechtlich sind diese Verfah- ren in den meisten Fällen nach § 13 a BauGB einzustufen, so dass die erfolg- ten Eingriffe von der Ausgleichsverpflichtung in der Regel freigestellt sind. Drei Bebauungspläne mit einer Gesamtfläche von 5,86 ha nehmen im Au- ßenbereich landwirtschaftlich genutzte Flächen für Wohn- und Verkehrszwe- cke in der Größenordnung von rd. 4,4 ha (3,5 ha Acker, 0,9 ha Extensivgrün- land) in Anspruch. Darüber hinaus sind zwei Bebauungspläne mit einer Plangebietsgröße von 2,6 ha ausgleichsrelevant. Die zugeordnete Kompensation umfasst insge- samt rd. 0,48 ha und wird in Form von Uferrandstreifen nachgewiesen. Im städtischen Flächenpool sind insgesamt 13,72 ha zuordnungsfähige Kom- pensationsflächen vorhanden (Stand: 31.12.2015). Diese teilen sich auf rd. 1,95 ha Uferrandstreifen (19 Flächen) und 11,77 ha sonstige Flächen (12 Flächen) auf. Umwelt- management Seit Beginn des Projektes (2000) wurden in 9 Durchgängen 104 Unterneh- men und Institutionen erstmalig ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden mitt- lerweile 30 Betriebe rezertifiziert, d.h. sie unterzogen sich einer erneuten Überprüfung ihrer fortgeschrittenen Maßnahmen im Umweltschutz und haben damit das Umweltmanagementsystem in ihrem Unternehmen weitgehend etabliert. Bislang konnte die Kontinuität im Sinne der Zielfestlegung erhalten bleiben. Verkehr / Mobili- tät Die Entwicklung in Münster seit 1982 zeigt im Mittel einen Anstieg des Um- weltverbundes. 2013 ist der Anteil des Umweltverbundes gegenüber der Au- tonutzung nochmals deutlich gestiegen, so dass der Umweltverbund erstmals über 70% lag. Der gesetzte Zielwert für das Jahr 2025 von 70 % wurde damit bereits frühzeitig erreicht. Das Fahrrad bleibt Verkehrsträger Nr.1. Auf Grund dieser erfreulichen Entwicklung ist es durchaus realistisch, als Zielgröße für den Umweltverbund einen 75% Anteil zu benennen. Wasser Ab dem Jahr 2000 ist eine deutliche Verbesserung der Gewässergüte zu er- 6 V/1115/2016 Umweltmedium Entwicklung der Indikatoren kennen. Die Verbesserung der Gesamtsituation ist in erster Linie auf zahlrei- che Maßnahmen zurückzuführen, die auf einen konsequenten Gewässer- schutz abzielen. Im letzten Erhebungsintervall von 2014 zeigt sich eine leich- te Verschlechterung der Gewässergüte auf 85 % mit der Gewässergüteklas- se II-III. Eine signifikante Änderung der Gewässerqualität lässt sich hieraus nicht ableiten. Die Entwicklung muss jedoch weiter beobachtet werden. Eine weitere Verbesserung der Gewässergüte erweist sich bislang insbesondere bei kleinen Gewässern mit geringer Wasserführung im Sommer als schwierig. 3. Ausblick Zum Jahresende 2018 erfolgt die erneute Vorlage der fortgeschrittenen Umweltdaten Münster 2016/2017. Die neu aufgenommenen Daten werden fortgeschrieben. Die Ei n- bringung der Vorschläge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL vom 11.05.2015 ist damit erledigt. I.V. gez. Matthias Peck Stadtrat Anlagen: Umweltdaten Münster 2014/2015
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (13)
- Weseler Straße
- Hörsterstraße
- Sonnenstraße
- Korduanenstraße
- Salzstraße 21
- Gittruper Straße
- Schwarzer Kamp
- Am Kanonengraben
- Am Emmerbach
- Promenade
- Kreuzbach
- Coermühle
- Flothfeld
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/1115/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.12.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37