4269/2016
Jugendmedienschutz / Medienpädagogik
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/512/2 Vorlagen-Nummer 4269/2016 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 14.03.2017 Jugendmedienschutz / Medienpädagogik „Spiel- und Lernsoftware pädagogisch beurteilt“, Band 26 Die neue Ausgabe der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektarbeit „Spiel- und Lernsoftware pädagogisch beurteilt“ (Band 26) stellt einen Querschnitt durch die derzeit beliebtesten Spiele dar. Die übersichtlich beschriebenen, pädagogisch beurteilten und mit einer Altersempfehlung versehenen Spielebeurteilungen sollen Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen bei der Vermittlung von Medienkompetenz im Themenfeld der Spielesoftware unterstützen (siehe Auslage). JIM-Studie 2016 Des Weiteren ist in 2016 die aktuelle JIM-Studie („Jugend, Information, (Multi-)Media“) veröffentlicht worden. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest erhebt seit 1998 mit der repräsenta- tiven Studienreihe, welche Medien bei Jugendlichen gerade hoch im Kurs stehen und wie der Medi- enalltag von jungen Menschen in Schule und Freizeit aussieht. Die langjährige Studienreihe basiert auf einem festen Fragenblock, der über die Jahre weitgehend konstant bleibt und nur den medialen Entwicklungen angepasst wird. Ergänzend hierzu werden – mit Wiederholungen in längeren Abstän- den – jedes Jahr aktuelle Aspekte der Mediennutzung aufgegriffen sowie Einstellungen den Medien gegenüber oder mediale Vorlieben abgefragt (siehe Anlage 1). Jugendforum NRW Durch die Wiederbesetzung der Fachstelle Medienpädagogik / Jugendmedienschutz beim Amt für Kinder, Jugend und Familie zum 01.12.2016 konnte mit der Planung des Jugendforums NRW bereits begonnen werden. Das Amt für Kinder, Jugend und Familie wird zusammen mit den langjährigen Ko- operationspartnern die Themenschwerpunkte der Medienpädagogik und des Jugendschutzes im Rahmen des Jugendforums NRW auf der Gamescom 2017 präsentieren. Das Jugendforum NRW wird durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein- Westfalen gefördert.
JIM_Studie_2016 (Anlage 1)
143687 Zeichen
JIM 2016
Jugend, Information, (Multi-) Media
Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland
Herausgeber:
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)
Geschäftsstelle:
c/o Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK)
Thomas Rathgeb
Reinsburgstr. 27
70178 Stuttgart
Tel.: 0711 – 66 99 131
Fax.: 0711 – 66 99 111
E-Mail: info@mpfs.de
http://www.mpfs.de
Leitung:
Peter Behrens (LMK)
Thomas Rathgeb (LFK)
Stuttgart, November 2016
Autoren:
Sabine Feierabend (SWR Medienforschung)
Theresa Plankenhorn (LFK)
Thomas Rathgeb (LFK)
© Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (LFK, LMK)
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einführung und Methode 3
2. Medienausstattung 6
3. Freizeitaktivitäten 9
4. Medienbeschäftigung in der Freizeit 11
5. Glaubwürdigkeit der Medien 13
6. Bücher und Lesen 15
7. Radio, Musik, Spotify & Co. 18
8. Technische Aspekte der Internetnutzung 22
9. Inhaltliche Aspekte der Internetnutzung 27
10. WhatsApp, Instagram, Snapchat & Co. 31
11. TV, YouTube, Netflix & Co. 34
12. Wikipedia, Google & Co. 40
13. Digitale Spiele 42
14. Smartphone und Schule 46
15. Mobbing im Internet 49
16. Smartphone: Digitaler Stress oder Selbstbestimmung 52
17. Zusammenfassung 55
18. English Summary 60
Seite 2 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 3
1. Einführung und Methode
Das Thema Medienbildung hat aktuell auch auf der politischen Ebene hohe Priorität: So
arbeitet die Kultusministerkonferenz derzeit an einem Entwurf zum Strategiepapier „Bildung
in der digitalen Welt “.1 Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung kündigte
2016 ein Fünf-Milliarden-Euro-Programm zur Digitalisierung der Schulen an. Offensichtlich
sorgte das durchwachsene Ergebnis der ICILS Studie2, bei der Schülern (der Klassenstufe
8) in Deutschland nur mittelmäßige Kompetenzen im Medienbereich zugeschrieben wur-
den, dafür, dass dem Thema Medienbildung mehr Aufmerksamkeit gewidmet wi rd. Wäh-
rend also auf der einen Seite über den richtigen Weg zur Digitalisierung der Schulen und
vor allem die sinnvolle Integration digitaler Hilfsmittel in den Unterricht intensiv diskutiert
wird, ist andererseits der Alltag von Jugendlichen längst von di gitalen Medien geprägt. Sei
es bei unterhaltenden Tätigkeiten wie der Nutzung von Musik, Videos, Filmen oder Spielen
auf dem Smartphone oder online, sei es bei der Kommunikation im Freundeskreis: Digitale
Medien – und hierbei meist das Smartphone – spielen eine zentrale Rolle. Auch bei den
Hausaufgaben gehören Wikipedia und YouTube zum festen Repertoire. Während man also
durchaus noch diskutieren kann, wie man am besten mit Medien im Unterricht erfolgreich
Wissen vermitteln und lernen kann, so sollte das Lernen über die Funktionsweise der
Medien selbstverständlich sein. Da Medien ein wichtiger Bestandteil der heutigen Lebens-
welt sind, gilt es bspw. als Internetnutzer zu verstehen, wie Algorithmen unsere Suchanfra-
gen und auch unsere Wahrnehmung prägen.
Welche Medien bei Jugendlichen gerade hoch im Kurs stehen und wie der Medienalltag
von jungen Menschen in Schule und Freizeit aktuell aussieht, erhebt der Medienpädagogi-
sche Forschungsverbund Südwest seit 1998 mit der repräsentativen Studienreihe „Jugend,
Information, (Multi-)Media“, kurz JIM. Die langjährige Studienreihe basiert auf einem festen
Fragenblock, der über die Jahre weitgehend konstant bleibt und nur den medialen Entwick-
lungen angepasst wird. Ergänzend hierzu werden – mit Wiederholungen in längeren A b-
ständen – jedes Jahr aktuelle Aspekte der Mediennutzung aufgegriffen sowie Einstellungen
den Medien gegenüber oder mediale Vorlieben abgefragt.
Schwerpunktthemen der JIM-Studie 2016 sind die Relevanz unterschiedlicher Optionen für
die Nutzung von Bewegtbild und Musik, der Aktivitätsgrad der Nutzung von Social Media -
Plattformen, die Verwendung von Smartphones in der Schule, Einstellungen zur
Smartphone-Nutzung sowie Eckdaten zum P hänomen Mobbing im Internet. Ebenfalls neu
ist die thematische Gliederung des Studienberichts selbst. Die technische Entwicklung und
das Zusammenwachsen der verschiedenen Plattformen lassen es sinnvoll erscheinen, die
1 https://www.kmk.org/aktuelles/thema-2016-bildung-in-der-digitalen-welt.html, abgerufen am 4.11.2016
2 https://www.bmbf.de/de/internationale-bildungsstudie-icils-misst-computerkompetenzen-767.html, abge-
rufen am 2.11.2016
Seite 4 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
bislang übliche Einteilung des Studien berichts nach Mediengattungen wie F ernsehen,
Radio, Internet und Smartphone in dieser Form aufzugeben und die verschiede nen Nut-
zungsformen nach der inhalt lichen Ausrichtung zu st rukturieren. Die separate Betrachtung
der Handynutzung hat sich insofern überholt, als dass das Smartphone inzwischen Haupt-
zugangsweg zum Internet ist und somit eine getrennte Betrachtung beider Bereiche nicht
sinnvoll erscheint. Daher sind die Ergebnisse der JIM-Studie 2016 unter anderem unterteilt
in die Kapitel „ Radio, Musik, Spotify & Co.“ , „TV, YouTube, Netflix & Co.“, „ WhatsApp,
Instagram, Snapchat & Co. “ und „Wikipedia, Google & Co.“. Auch in dieser Form sind die
Grenzen zwischen den Angeboten und ihrer Nutzung nicht immer eindeutig zu ziehen .
Diese Darstellung erlaubt es aber, die Mediennutzung der Jugendlichen, die sich pragm a-
tisch auf verschiedene Plattformen verteilt, besser darstellen zu können.
Für die vorliegende Ausgabe der JIM -Studie wurde eine Stichprobe von 1.200 Jugendli-
chen zwischen zwölf und 19 Jahren in ganz Deutschland im Zeitraum vom 24. Mai bis 31.
Juli 2016 telefonisch befragt (CATI) . Während der Fußball -EM 2016 (10. Juni bis 10. Juli
2016) wurden keine Interviews geführt. Feldarbeit und Datenprüfung lagen beim Institut
GfK Media and Communication Research in Raunheim. Die Befragung bildet ein repräsen-
tatives Abbild der ca. 6,5 Mio. deutschsprachigen Jugendlichen. Abweichungen von der
Soll-Struktur wurden durch eine iterative Gewichtung nach den Merkmalen: „Geschlecht x
Alter Insgesamt" und Bundesland auf Basis des Statistischen Bundesamtes (Stand
31.12.2014) ausgeglichen.
JIM 2016: Soziodemografie
57
41
4
10
82
26
26
25
23
51
49
0 20 40 60 80 100
Gymnasium
Haupt-/Realschule
Studenten
Auszubildende
Schüler
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
AltersgruppenBildungsgruppen
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 5
Herausgeber der Studienreihe JIM ist der Medienpädagogische Forschungsverbund Sü d-
west (mpfs), gemeinsam getragen von
• der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und
• der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK)
in Kooperation mit
• der SWR Medienforschung
in Zusammenarbeit mit
• der Bundeszentrale für politische Bildung
• den Landeszentralen für politische Bildung Baden- Württemberg und Rheinland-
Pfalz
• der Stiftung Lesen
• der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft mbH & Co. KG.
Aus Gründen der Lesbarkeit bedient sich der vorliegende Bericht meist männlicher Sub-
stantive, schließt die weibl iche Form der Begriffe jedoch selbstverständlich mit ein. Wenn
zum Beispiel von Nutzern die Rede ist, so sind stets Nutzerinnen und Nutzer gemeint.
Sofern nicht anders gekennzeichnet, beziehen sich die Ergebnisse auf die Erhebungen des
Jahres 2016.
Die Schulformen werden aufgrund der sehr heterogenen Ausdifferenzierung in den Bu n-
desländern und zahlreichen integrierten Schularten seit 2014 in der JIM -Studie nach
„Haupt-/Realschule“ und „Gymnasium“ dargestellt. Jugendliche in Ausbildung werden
gemäß ihrem höchsten Bildungsabschluss eingeordnet.
Seite 6 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
2. Medienausstattung
Zwölf- bis 19 -Jährige wachsen heute in einer mediatisierten, digitalen Gesellschaft auf.
Obwohl mittlerweile einzelne Geräte diverse Funktionalitäten erfüllen, reduziert sich die
Anzahl der Medienelektronik in den Haushalten nicht. Vielmehr sinkt die Ausstattungsrate
einiger Geräte langsam, während sie für andere Geräte steigt. In praktisch allen Familien
mit Zwölf- bis 19-Jährigen sind Mobiltelefone (fast immer Smartphones), Computer/Laptop,
Fernsehgeräte sowie ein Internetzugang vorhanden. Radiogeräte und DVD -Player oder
Festplattenrekorder gibt es in etwa neun von zehn Haushalten. Eine Digitalkamera gehört
bei 85 Prozent zur Medienausstattung. Drei Viertel der Familien besitzen eine station äre
Spielkonsole (75 %), tragbare Varianten (55 %) sind etwas seltener vorhanden. MP3-
Player und Tablet-PCs stehen in zwei von drei Haushalten zur Verfügung. In jeder zweiten
Familie kann ein Fernseher mit Internetzugang genutzt werden. Radiogeräte, die über
Internetzugang verfügen (13 %), sind deutlich seltener vorhanden. Ein E -Book-Reader
gehört bei knapp einem Drittel der Familien zum Medienrepertoire, Streaming- Boxen, die
z. B. eine Vernetzung von Stereoanlage, Fernsehgerät und Computer ermöglichen, können
in jeder fünften Familie (22 %) genutzt werden.
Betrachtet man die Verfügbarkeit verschiedener Medienabonnements, so sind Tageszei-
tungs-Abos in Haushalten mit Zwölf - bis 19- Jährigen am häufigsten vorhanden. Mit 54
Prozent hat gut jede zweite Familie die Zustellung einer Tageszeitung bestellt. Jeweils zwei
von fünf Haushalten besitzen ein Abo einer Zeitschrift (39 %) oder eines Streaming -
Dienstes (40 %), über den online zeitlich flexibel Filme und Serien angeschaut werden
Geräte-Ausstattung im Haushalt 2016
13
22
29
52
55
65
66
75
85
87
89
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97
98
98
99
0 25 50 75 100
Radiogerät mit Internetzugang
Streaming-Box
E-Book-Reader
Fernsehgerät mit Internetzugang
Tragbare Spielkonsole
Tablet-PC
MP3-Player/iPod
Feste Spielkonsole
Digitalkamera
DVD-Player/Festplattenrecorder
Radiogerät
Internetzugang
Fernsehgerät
Smartphone
Computer/Laptop
Handy/Smartphone
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 7
können. Einen Vertrag über Pay -TV (23 %) wie bspw. Sky hat knapp ein Viertel der Fam i-
lien abgeschlossen. Mädchen haben eher Zugang zu abonnierten Tageszeitungen (58 %,
Jungen: 51 %) und Zeitschriften (43 %, Jungen: 36 %), während Jungen zuhause eher
Streaming-Dienste nutzen können (44 %, Mädchen: 36 %). Abos für Streaming -Dienste
wurden zudem eher zuhause bei älteren Jugendlichen abgeschlossen (12- 13 Jahre: 33 %,
14-15 Jahre: 39 %, 16-17 Jahre: 42 %, 18-19 Jahre: 46 %), während sich bei den ü brigen
Abonnements kein Zusammenhang mit dem Alter der Jugendlichen zeigt. Jugendliche mit
formal höherem Bildungshintergrund können häufiger auf Tageszeitungs - (59 %, Haupt -/
Realschule: 47 %), Zeitschriften- (44 %, Haupt -/Realschule: 33 %) und Streaming- Abos
(43 %, Haupt -/Realschule: 37 %) zurückgreifen, bei Jugendlichen mit einem niedrigeren
Bildungsniveau ist zuhause häufiger Abofernsehen vorhanden (29 %, Gymnasium: 19 %).
Der Vorjahresvergleich zeigt eine deutliche Steigerung der Ausstattungsrate bei Tablet -
PCs um sieben Prozentpunkte (PP). Auch bei Fernsehgeräten mit Internetzugang (+7 PP)
sowie bei E-Book-Readern (+5 PP) ist eine merkliche Zunahme zu verzeichnen. Gegenläu-
fig dazu geht die Ausstattungsrate bei MP3- Playern (-6 PP) und tr agbaren Spielkonsolen
(-5 PP), evtl. durch Abdeckung dieser Funktionalitäten durch das Smartphone, zurück.
Bei den Geräten, die die Jugendlichen selbst besitzen, erfahren Mobiltelefone abermals die
weiteste Verbreitung. Mit 97 Prozent besitzt praktisch j eder Zwölf- bis 19-Jährige ein eige-
nes Mobiltelefon, bei 95 Prozent handelt es sich um ein Smartphone mit Touchscreen und
Internetzugang, 15 Prozent der Jugendlichen besitzen ein „konventionelles“ Handy, also
kein Smartphone. Neun von zehn Jugendlichen (92 %) haben die Option, vom eigenen
Zimmer aus mit Tablet, Laptop oder PC das Internet zu nutzen, drei Viertel haben auch
einen eigenen PC oder Laptop zur Verfügung (74 %).
3 Gut die Hälfte der Jugendlichen hat
einen Fernseher (55 %) oder ein Radio (54 %) im Eigenbesitz. Einen MP3- Player besitzt
jeder Zweite zwischen zwölf und 19 Jahren, etwas weniger Jugendliche haben zuhause
eine eigene mobile (45 %) oder stationäre (45 %) Spielkonsole. 42 Prozent verfügen über
eine eigene Digitalkamera. Einen DVD-Player oder Festplattenrekorder (31 %) sowie einen
Tablet-PC (30 %) kann knapp jeder Dritte sein Eigen nennen. Fernseher mit Internetz u-
gang (16 %) finden noch keine sehr weite Verbreitung. Auch E -Book-Reader (10 %) und
Streaming-Boxen (6 %) haben noch nicht den Weg in die Mehrheit der Jugendzimmer
gefunden.
Die Unterschiede hinsichtlich des Medienbesitzes von Mädchen und Jungen sind über die
Jahre weitgehend konstant. Die deutlichste Differenz ist bei der stationären Spielkonsole
festzumachen (Mädchen: 32 %, Jungen: 58 %), die bei fast doppelt so vielen Jungen wie
3 Die Differenz zwischen der Ausstattung mit einem Internetzugang im eigenen Zimmer und dem Besitz
eines eigenen PCs/Laptops ergibt sich durch die Jugendlichen, die zwar keinen eigenen Computer besit-
zen, aber mit dem „Familienlaptop“ (oder Tablet) im eigenen Zimmer ins Internet gehen können.
Seite 8 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Mädchen vorhanden ist. Auch bei MP3-Player, Fernseher, Digitalkamera, tragbaren Spie l-
konsolen sowie Computer/Laptop differiert die Besitzrate. Ansonsten sind die technischen
Zugangsoptionen weitgehend gleich verteilt.
Im Altersverlauf betrachtet wird deutlich, dass es bei fast allen Geräten keine merklichen
Unterschiede zwischen dem Medienbesitz der jüngsten und der ältesten Befragten gibt.
Zwei Ausnahmen bilden jedoch Computer/Laptop (12-13 Jahre: 54 %, 18-19 Jahre: 86 %)
sowie Fernseher (12-13 Jahre: 45 %, 18-19 Jahre: 63 %), diese Geräte sind – wie schon in
den Vorjahren – mit steigendem Alter der Mädchen und Jungen deutlich häufiger in den
Jugendzimmern vorhanden.
Der Blick auf den Bildungshintergrund der Jugendlichen zeigt nur wenige nennenswerte
Unterschiede. Jugendliche mit formal höherer Bildung besitzen etwas häufiger Compu-
ter/Laptop und Digitalkameras, während Jugendliche mit formal niedrigerem Bildungsni-
veau etwas häufiger über Fernseher, DVD-Player und feste Spielkonsolen verfügen.
Im Vorjahresvergleich wird deutlich, dass der Eigenbesitz der Jugendlichen bei einigen
Geräten rückläufig ist. Dies zeigt sich bei MP3- Playern (-9 PP), tragbaren ( -6 PP) und
festen Spielkonsolen sowie Digitalkameras (jeweils -5 PP).
Gerätebesitz Jugendlicher 2016
4
8
5
17
20
29
30
33
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42
45
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58
77
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93
95
4
5
15
14
13
31
32
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32
48
56
55
51
71
91
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0 25 50 75 100
Radiogerät mit Internetzugang
Streaming-Box
E-Book-Reader
Handy (kein Smartphone)
Fernsehgerät mit Internetzugang
Tablet-PC
DVD-Player/Festplattenrekorder
Digitalkamera
Feste Spielkonsole
Tragbare Spielkonsole
MP3-Player/iPod
Radiogerät
Fernsehgerät
Computer/Laptop
Internetzugang
Smartphone
Handy/Smartphone
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 9
3. Freizeitaktivitäten
Auch wenn die t heoretisch verfügbaren Optionen zur Freizeitgestaltung für Jugendliche in
den letzten Jahren weiter differenziert und umfassender geworden sind, so umfasst der
Alltag der Zwölf- bis 19-Jährigen neben dem Schulbesuch immer noch ähnliche Aktivitäten
wie zu Beginn der Erhebung der JIM-Studie 1998. An erster Stelle der non- medialen Frei-
zeitaktivitäten (auch wenn diese mittlerweile unbestrittener Weise von zahlreichen Medien-
tätigkeiten begleitet werden können) stehen nach wie vor persönliche Treffen. 73 Prozent
der Zwölf - bis 19- Jährigen verabreden sich regelmäßig (täglich/ mehrmals pro Woche )
persönlich mit Freunden oder Bekannten. Sieben von zehn Jugendlichen treiben Sport
(69 %) und gut jeder Dritte unternimmt regelmäßig etwas mit der Familie (35 %). Ein Fünf-
tel musiziert selbst mindestens mehrmals pro Woche (21 %), 13 Prozent besuchen Spor t-
veranstaltungen. Eine Party steht nur bei fünf Prozent in dieser Häufi gkeit auf dem Pr o-
gramm. Das Angebot einer Bibliothek wird von vier Prozent mindestens mehrmals pro
Woche in Anspruch genommen, drei Prozent gehen in dieser Frequenz in die Kirche oder
besuchen einen Gottesdienst. Erweitert man die Betrachtung auf die Häufigkeit mindestens
einmal in 14 Tagen, so gehen in diesem Zeitraum 31 Prozent der Jugendlichen auf Partys,
22 Prozent in die Kirche und 16 Prozent nutzen eine Bibliothek.
Non-mediale Freizeitaktivitäten 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
4
3
5
16
19
35
73
77
2
6
4
11
23
36
64
69
0 25 50 75 100
Kirche
Leih-Bücherei/Bibliothek
Partys
Sportveranstaltungen
Selbst Musik machen
Familienunternehmungen
Sport treiben
Mit Freunden/Leuten treffen
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Seite 10 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Während Jungen zu sportlichen Aktivitäten (selbst trainieren oder Sportveranstaltungen
besuchen) sowie bei Treffen mit Freunden eine etwas höhere Affinität aufweisen als Mäd-
chen, zeigen diese größere Begeisterung für das Musizieren sowie für Bibliotheken.
In der Betrachtung über die verschiedenen Altersgruppen zeigt sich keine starke Dynamik.
Die Jüngsten treiben zwar häufiger aktiv Sport und die Ältesten treffen sich öfter mit Freun-
den oder gehen auf Partys , bei den Themen Familie, Musik oder beim Besuch von Spor t-
veranstaltungen sind die Unterschiede zwischen den jüngsten und ältesten Jugendlichen
jedoch verschwindend gering.
Die Betrachtung über einen längeren Zeitraum zeigt, dass die Bedeutung der Familie
stärker geworden ist. So hat sich der Anteil derer, die regelmäßig etwas mit der Familie
unternehmen, im Vergleich zum Jahr 2005 (16 %) verdoppelt. Etwas verringert hat sich in
der gleichen Zeitspanne der Anteil Jugendlicher, die sich regelmäßig mit Freunden treffen
(2005: 78 %).
4
4 Vgl. hierzu auch Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.): 15 Jahre JIM -Studie,
Stuttgart 2013, S. 6.
Non-mediale Freizeitaktivitäten 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
2
4
11
12
19
36
65
81
2
2
5
10
17
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67
72
3
5
2
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25
34
66
68
3
7
1
15
23
40
78
71
0 25 50 75 100
Kirche
Leih-Bücherei/Bibliothek
Partys
Sportveranstaltungen
Selbst Musik machen
Familienunternehmungen
Sport treiben
Mit Freunden/Leuten treffen
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 11
4. Medienbeschäftigung in der Freizeit
Medien sind in den Alltag von Zwölf - bis 19-Jährigen fest integriert und spielen in der Frei-
zeitgestaltung eine zentrale Rolle. Um abzubilden, wie Mediennutzung heute aussieht, ist
die Untersuchung der Nutzungshäufigkeit ein wichtiger Indikator. Im Hinblick auf die tägl i-
che Nutzung steht das Handy mit 92 Prozent klar an erster Stelle, dicht gefolgt vom Inter-
net ( unabhängig vom Verbreitungsweg) mit 87 Prozent und Musik hören (82 %).5 Radio
und Online-Videos spielen für gut jeden Zweiten täglich eine Rolle, Fernsehen sowie F o-
tos/Videos auf dem Smartphone ansehen ist ebenso für knapp die Hälfte der Jugendlichen
im täglichen Mediennutzungsrepertoire enthalten.
Bezogen auf die regelmäßige Nutzung (mindestens mehrmals pro Woche), stellen sich
abermals die Handy- und Internetnutzung sowie Musikhören als die drei wichtigsten Med i-
entätigkeiten im Alltag heraus, die fast alle Jugendlichen regelmäßig ausüben. Etwa vier
Fünftel regelmäßige Nutzer können Online- Videos, das Fernsehen und das Radio ve r-
zeichnen. Drei Viertel sehen regelmäßig Fotos oder Videos auf dem Smartphone an, drei
Fünftel schauen Filme oder Videos bei Streaming-Diensten. 44 Prozent spielen mindestens
5 Die Fragestellung wurde 2016 verändert: Bis 2015 lautete sie „MP3s hören“, ab 2016 erfolgt eine inhal t-
lich weiter gefasste Abfrage in Form von „Musik hören“, egal über welchen Verbreitungsweg.
Medienbeschäftigung in der Freizeit 2016
3
5
5
6
7
8
6
13
19
18
21
34
49
56
46
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3
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7
10
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14
11
20
24
27
26
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11
9
4
0 25 50 75 100
Kino
E-Books lesen
Hörspiele/-bücher
Zeitschriften (online)
Tageszeitung (online)
Zeitschriften/Magazine
Computer (offline)
DVD/Blurays/aufgez. Filme/Serien
Tageszeitung
Tablet
Bücher
Computer-/Konsolen-/Onlinespiele
Filme/Videos bei Streaming -Dienst sehen
Fotos/Videos auf Smartphone sehen
Radio*
Fernsehen*
Online-Videos
Musik hören
Internet*
Handy
täglich
mehrmals pro Woche
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent; *egal über welchen Verbreitungsweg
Basis: alle Befragten, n=1.200
Seite 12 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
mehrmals pro Woche an PC, Konsole oder online. Gedruckte Bücher werden regelmäßig
von 38 Prozent der Zwölf - bis 19 -Jährigen geles en. Knapp jeder Dritte hat regelmäßig
einen Tablet-PC in Gebrauch (30 %). Für 27 Prozent stehen das Lesen gedruckter Tages-
zeitungen und das Anschauen von DVDs oder aufgezeichneten Filmen oder Serien mi n-
destens mehrmals pro Woche auf dem Programm. Etwa jeder Fünfte nutzt den Computer
offline oder liest Print-Magazine. Die Tageszeitung oder Zeitschriften in der Online- Version
werden von 13 bzw. zwölf Prozent regelmäßig gelesen. Elf Prozent der Mädchen und
Jungen hören täglich oder mehrmals pro Woche Hörspiele, sechs Prozent lesen E -Books.
Die drei Medientätigkeiten mit der höchsten Alltagsrelevanz (Handy, Internet und Musik
nutzen) werden von Mädchen und Jungen etwa gleich stark genutzt. Während Mädchen
jedoch eine höhere Affinität zu Büchern, Radio und Fernsehen aufweisen, präferieren
Jungen digitale Spiele, Online- Videos, Streaming -Dienste, die Computer -Nutzung offline
sowie Zeitungen und Magazine.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich beim Internet (+4 PP) ein Zuwachs in der Nutzungs-
häufigkeit. Ein deutlicher Rückgang wird beim Sehen von DVDs/Blurays (-11 PP) sowie bei
der Computernutzung offline (-5 PP) erkennbar.
Medienbeschäftigung in der Freizeit 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
1
4
11
14
15
20
24
26
30
31
30
72
65
73
73
76
88
92
96
95
1
9
12
10
11
14
15
27
23
30
46
14
56
76
82
81
74
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96
98
0 25 50 75 100
Kino
E-Books lesen
Hörspiele/-bücher
Zeitschriften (online)
Tageszeitung (online)
Zeitschriften/Magazine
Computer (offline)
DVD/Blurays/aufgez. Filme/Serien
Tageszeitung
Tablet
Bücher
Computer-/Konsolen-/Onlinespiele
Filme/Videos bei Streaming-Dienst sehen
Fotos/Videos auf Smartphone sehen
Radio*
Fernsehen*
Online-Videos
Musik hören
Internet*
Handy
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent; *egal über welchen Verbreitungsweg
Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 13
5. Glaubwürdigkeit der Medien
Seit 2005 werden in der JIM -Studie in unregelmäßigen Abständen Medienimages im Hin-
blick auf Glaubwürdigkeit und Vertrauen untersucht. Aktuell wird erneut die subjektive
Glaubwürdigkeit unterschiedlicher Mediengattungen aus Sicht der Zwölf - bis 19 -Jährigen
abgefragt. Den Jugendlichen wird vorausgehend erklärt, sie sollen sich vorstellen, es lägen
ihnen sich widersprechende Medienberichte zu ein und demselben Ereignis aus Tagesze i-
tung, Fernsehen, Radio und Internet vor. Sie müssen sich anschließend entscheiden,
welcher Mediengattung sie am ehesten vertrauen würden. In diesem Szenario votieren 41
Prozent für die Tageszeitung, ein Viertel entscheidet sich für das Fernsehen. Knapp jeder
Fünfte setzt auf das Radio und 15 Prozent halten das Internet im Falle widersprüchlicher
Berichterstattung für am vertrauenswürdigsten. Drei Prozent können sic h bei dieser Frage
nicht entscheiden. Während sich Mädchen und Jungen gleichermaßen an erster Stelle für
die Tageszeitung entscheiden, tendieren Mädchen stärker zum Fernsehen (26 %, Jungen:
22 %), während Jungen stärker auf das Internet (18 %, Mädchen: 11 %) setzen. Mit stei-
gendem Alter der Befragten gewinnt das Internet Vertrauenspunkte, während Radio und
Fernsehen an Glaubwürdigkeit verlieren. Bei dieser Frage zeigt sich zudem ein deutlicher
Einfluss der formalen Bildung: Während Gymnasiasten sich deutlic h häufiger für die T a-
geszeitung entscheiden, votieren Jugendliche, die andere Schulformen besuchen, häufiger
für das Radio.
Würde bei widersprüchlicher Berichterstattung am
ehesten vertrauen auf …
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
Tageszeitung Fernsehen Radio Internet weiß nicht
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Seite 14 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Diejenigen Jugendlichen, die bei widersprüchlicher Berichterstattung auf das Internet
setzen würden (n=176), wurden in einem zweiten Schritt gefragt, welcher Internetseite bzw.
welchem Anbieter sie genau Vertrauen schenken würden (maximal drei Nennungen waren
möglich). Bei den Antworten auf diese Frage steht Spiegel Online mit 20 Prozent an erster
Stelle, auf dem zweiten Platz folgt Google mit 13 Prozent der Nennungen, Platz drei belegt
Facebook mit elf Prozent. Das Onlineportal der Wochenzeitung Zeit wird von zehn Prozent
genannt, während jeweils acht Prozent YouTube und Wikipedia anführen. Auf den weiteren
Rängen folgen Bild.de (6 %), Welt.de (5 %), Twitter (4 %), ARD.de/Tagesschau.de (4 %)
und ntv.de (4 %). Insgesamt finden sich unter den Nennungen also sowohl Global Player
wie Google und Facebook als auch die Web- Auftritte von nationalen Print-Zeitungen und
Magazinen. 19 Proze nt können auf die Frage nach den genauen Internetseiten oder
-Anbietern, denen sie vertrauen würden, keine Antwort geben.
Im Zeitverlauf wird deutlich, dass die Tageszeitung aktuell ein ähnliches Glaubwürdigkeits-
level erreicht wie schon im Jahr 2005. Das Fernsehen hat in der Langzeitbetrachtung leicht
an Vertrauen verloren, während das Radio konstant leicht hinzugewinnt. Das Internet
erreicht in diesem Jahr ein ähnliches Niveau wie 2005 (auch wenn es sich inhaltlich wohl
am stärksten verändert hat).
Würde bei widersprüchlicher Berichterstattung am
ehesten vertrauen auf …
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Tageszeitung Fernsehen Radio Internet
2005, n=1.203 2014, n=1.200 2016, n=1.200
Quelle: JIM 2005, 2014, 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 15
6. Bücher und Lesen
Die Analyse des Leseverhaltens der Zwölf- bis 19 -Jährigen ist jedes Jahr ein fester B e-
standteil der JIM -Studie. In der Zeitreihe belegen die Ergebnisse seit 1998, d ass der Ei n-
zug digitaler Medien in die Jugendzimmer andere Mediengattungen nicht zwingend ver-
drängen muss . Betrachtet man den Anteil derjenigen Mädchen und Jungen, die in ihrer
Freizeit mindestens mehrmals pro Woche gedruckte Bücher zum Vergnügen lesen (also
keine Bücher, die für die Schule durchgearbeitet werden müssen), so pendelt dieser Wert
innerhalb der letzten zehn Jahre immer um die 40-Prozent-Marke. Im Jahr 2016 zählen mit
38 Prozent abermals zwei von fünf Jugendlichen zu den regel mäßigen Lesern gedruckter
Bücher, was die These nahelegt, dass Bücher in der Phase des Erwachsenwerdens einen
so besonderen Stellenwert innehaben, dass sie auch in Zukunft nicht aus dem Nutzungs-
repertoire der Jugendlichen verschwinden werden.
Im Gegensatz zu den 38 Prozent, die aktuell täglich oder mehrmals pro Woche in Büchern
schmökern, liest am anderen Ende der Skala knapp jeder Fünfte nie gedruckte Bücher. Die
Präferenz für Bücher ist bei Mädchen deutlich stärker ausgeprägt als bei Jungen: Während
bei den Mädchen fast die Hälfte (46 %) regelmäßig zum Buch greift , liest nur knapp jeder
dritte Junge (30 %) rege lmäßig. Auch der Anteil männlicher Nichtleser (23 %, Mädchen:
13 %) liegt sichtbar höher. Während das Lesen auf die jüngsten Befragten die größte
Faszination ausübt, lässt die Affinität zum Medium Buch mit steigendem Alter der Jugendli-
chen nach, wobei der größte Anteil an Nicht-Lesern unter den 16- bis 17-Jährigen zu finden
ist. Desweiteren kann ein Einfluss der formalen Bildung der Jugendlichen festgestellt wer-
den: Gymnasiasten lesen zu 42 Prozent regelmäßig in ihrer Freizeit, bei den Jugendlichen
mit einem anderen Bildungshintergrund sind es nur 31 Prozent. Von den Jugendlichen auf
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2006
(n=1.205)
2007
(n=1.204)
2008
(n=1.208)
2009
(n=1.200)
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(n=1.208)
2011
(n=1.205)
2012
(n=1.201)
2013
(n=1.200)
2014,
(n=1.200)
2015,
(n=1.200)
2016,
(n=1.200)
Bücher lesen* 2006 - 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
Quelle: JIM 2006 - JIM 2016, *nur gedruckte Bücher, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten
Seite 16 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
einem Gymnasium ist dann auch nur jeder Zehnte leseabstinent (Haupt-/Realschule:
28 %).
E-Books haben sich nach wie vor nicht im Alltag Jugendlicher durchgesetzt. Gerade einmal
sechs Prozent der Zwölf - bis 19-Jährigen lesen regelmäßig E -Books (2015: 5 %), obwohl
immerhin jeder Zehnte einen eigenen E -Book-Reader und knapp jeder Dritte ein eigenes
Tablet (30 %) besitzt. Analog zum gedruckten Buch sind auch beim E -Book die Mädchen
(9 %) etwas affiner als die Jungen (4 %). In diesem Jahr findet sich der größte Anteil an E -
Book-Lesern unter den volljährigen Jugendlichen (12-13 Jahre: 3 %, 14-15 Jahre: 6 %, 16-
17 Jahre: 5 %, 18-19 Jahre: 10 %). Der Anteil derer, die überhaupt E-Books lesen, liegt bei
22 Prozent (Mädchen: 26 %, Jungen: 18 %), was sich durch zusätzliche Nutzungsgelegen-
heiten wie bspw. im Urlaub erklären lassen könnte.
Diejenigen Jugendlichen, die zumindest selten Bücher lesen – egal ob in gedruckter oder
elektronischer Form – schätzen, dass sie bis zum Befragungszeitraum (Mai-Juli) im Kalen-
derjahr 2016 neun Bücher gelesen haben. Die Mädchen schätzen die Anzahl gelesener
Bücher auf elf Titel, bei den Jungen sind es acht. Zum Zeitpunkt der Befragung lesen nach
eigener Angabe 57 Prozent der Befragten gerade ein Buch (Mädchen: 69 %, Jungen:
45 %), wobei die hier genannten Titel einerseits eine breite inhaltliche Vielfalt aufweisen
und sich andererseits über die Jahre nur marginal verändern. Wie im letzten Jahr werden
Titel aus der „Harry Potter“ -Reihe am häufigsten genannt. Weiter scheinen die Comic -
Roman-Serie „Gregs Tagebuch“ sowie „Die Tribute von Panem“ und der Roman „Das
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31
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
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12-13 Jahre
Jungen
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Gesamt
täglich/mehrmals pro Woche einmal/Woche - einmal/14 Tage einmal/Monat - seltener nie
Bücher lesen* 2016
Quelle: JIM 2016, *nur gedruckte Bücher, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 17
Schicksal ist ein mieser Verräter“ mittlerweile zu Jugendlit eratur-Klassikern avanciert zu
sein. Neu sind in diesem Jahr Nennungen der Fantasy-Romanreihe „Warrior Cats“, in der
Katzen, die verschiedenen Clans angehören, um ihr Überleben kämpfen.
59 Prozent derjenigen, die zumindest selten (gedruckte oder elektroni sche) Bücher lesen,
geben an, ein Lieblingsbuch zu haben (Mädchen: 62 %, Jungen: 54 %). Mit steigendem
Alter der Jugendlichen wird dieser Anteil geringer (12- 13 Jahre: 67 %, 14-15 Jahre: 61 %,
16-17 Jahre: 52 %, 18 -19 Jahre: 52 %). Die als Lieblingsbuch genannten Titel gleichen
weitestgehend den Nennungen der aktuell gelesenen Titel, zudem wird die „Herr der Ri n-
ge“-Saga sehr oft als Lieblingstitel angeführt.
Nach eigener Schätzung der Jugendlichen lesen sie an einem durchschnittlichen Woche n-
tag 57 Minuten lang in Büchern, hier zeigt sich abermals die stärkere Lesepräferenz der
Mädchen (67 Min., Jungen: 48 Min. ). Im Vergleich zum Vorjahr hat die Lesedauer insge-
samt um sechs Minuten abgenommen.
Ob gedruckte Geschichten im Alltag der Jugendlichen eine soziale Funktion inne haben,
zeigt sich unter anderem daran, ob gelesene Inhalte auch innerhalb des Freundeskreises
weitergegeben werden (und damit die Möglichkeit besteht, sich über diese auszutauschen).
In der JIM -Studie 2016 wurde erstmalig gefragt, ob mit Freunden Bücher ge tauscht oder
gegenseitig ausgeliehen werden. Dies bejahen 43 Prozent , drei von fünf Mädchen und
jeder vierte Junge. Die 16- bis 17-Jährigen sind am tauschfreudigsten.
Bücher tauschen/ ausleihen unter Freunden
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
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12-13 Jahre
Jungen
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Gesamt
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent,
Basis: Befragte, die zumindest selten Bücher/E-Books lesen, n=990
Seite 18 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
7. Radio, Musik, Spotify & Co.
Radiohören hat Bestand im Medienrepertoire der Jugendlichen und wird von einem Groß-
teil der Jugendlichen als persönlich wichtige Medientätigkeit eingestuft.6 78 Prozent der
Zwölf- bis 19-Jährigen hören täglich oder mehrmals pro Woche Radio. Nur ein verschw in-
dend geringer Teil der Jugendlichen hört nie Radio (5 %). Mehr Mädchen (82 %) als Ju n-
gen (73 %) zählen zu den regelmäßigen Hörern, über die verschiedenen Altersgruppen
hinweg ist die Radionutzung äußerst stabil.
Nach eigener Schätzung hören die Zwöl f- bis 19 -Jährigen durchschnittlich 79 Minuten
Radio pro Tag (2015: 83 Min., 2014: 89 Min.). Mädchen (84 Min.) hören aktuell neun Minu-
ten länger als Jungen (75 Min.) und mit dem Alter steigt die Radionutzungsdauer deutlich
an. Während die Jüngsten (12- 13 Jahre: 62 Min.) eine Stunde pro Tag Radio hören, ko m-
men die volljährigen Jugendlichen auf 98 Minuten. Jugendliche mit formal niedrigerem
Bildungshintergrund hören deutlich länger pro Tag (101 Min.) als Gymnasiasten (65 Min.).
6 Vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.): JIM -Studie 2015, Stuttgart 2015,
S. 14.
Radionutzung 2016
84
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
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12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
täglich/mehrmals pro Woche einmal/Woche - einmal/14 Tage einmal/Monat - seltener nie
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 19
Betrachtet man die Radio- Nutzungswege über die letzten 14 Tage (Mehrfachnennungen
waren möglich), so haben die traditionellen Ausspielungswege nach wie vor die größte
Bedeutung. Der Großteil der Jugendlichen hört über ein Autoradio (75 %) oder ein „norma-
les“ UKW-Radio (52 %). Knapp ein Fünftel hört Radio über das Smartphone, jeder zehnte
jugendliche Radiohörer nutzt in diesem Zeitraum ein DAB+ -Radio (11 %). Ebenso hört
knapp ein Zehntel mittlerweile über das Internet am PC Radio. Für fünf Prozent ist ein
spezielles Internetradio von Relevanz. MP3- Player oder Tablet -PC sind für die Radionut-
zung nur vereinzelt von Bedeutung. Die Radiohörerinnen tendieren auch hier stärker zum
klassischeren Nutzungsweg über das UKW -Radio (54 %, Jungen: 50 %), während mehr
männliche Radiohörer das Internet am PC bevorzugen (11 %, Mädchen: 7 %). Im Alter s-
verlauf steigt die Bedeutung des Autoradios sowie die Nutzung über das Internet am PC
etwas an, während Radiohören über das Handy/Smartphone mit steigendem Alter der
Jugendlichen etwas an Attraktivität verliert.
Der Vorjahresvergleich zeigt hier keine wirklich große Dynamik. Autoradios werden etwas
öfter genutzt als 2015, zudem hat die Nutzung „normaler“ UKW -Radios zugunsten des
Internets am PC sowie spezieller Internetradios um fünf Prozentpunkte abgenommen. Es
kann jedoch noch nicht von einem Wandel weg von UKW die Rede sein.
Wege der Radionutzung 2016
- innerhalb der letzten 14 Tage -
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0 25 50 75 100
Über einen Tablet-PC
Über einen MP3-Player
Über ein spez. Internet-Radiogerät
Über das Internet am PC
Über ein digitales Radiogerät (DAB+)
Über ein Handy/Smartphone
Über ein "normales" UKW-Radiogerät
Über ein Autoradio
2015, n=1.000
2016, n=1.031
Quelle: JIM 2015, JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die mind. alle 14 Tage Radio hören
Seite 20 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Musik im Allgemeinen, die neben dem Radio über verschiedene weitere Wege genutzt
werden kann, hat in der Lebenswelt von Zwölf - bis 19-Jährigen eine zentrale Bedeutung.
Musikhören dient der Stimmungsregulierung und ist Ausdruck der Persönlichkeitsentwic k-
lung. Die Präferenz verschiedener Stile und Musikgenres bestimm t über Zugehörigkeiten
zu unterschiedlichen Su bkulturen und Jugendbewegungen. Während noch vor einigen
Jahren die eigene CD-Sammlung die präferierte Musik beherbergte, ist Musik inzwischen
immer und überall verfügbar und der Entdeckung neuer Bands und Titel im Internet sind
kaum Grenzen gesetzt. Betrachtet man die Wege, über die Zwölf- bis 19-Jährige regelmä-
ßig Musik hören, dann steht interessanter weise auch im Jahr 2016 noch das Radio an
erster Stelle, 65 Prozent hören mindestens mehrmals pro Woche live bei Radiosendern
Musik. Gut jeder Zweite (55 %) nutzt regelmäßig Musik bei YouTube 7, 44 Prozent hören
über Streaming-Dienste wie bspw. Spotify oder über Webchannels Musik . Zwei von fünf
Jugendlichen (39 %) nutzen mindestens mehrmals pro Woche Musik auf Trägermedien wie
MP3-Dateien, CD s oder Kassetten . Bei der täglichen Musik -Nutzung steht wieder das
Radio an erster Stelle, allerdings rangieren dann Streaming-Dienste knapp vor YouTube
und den Speichermedien MP3/CD/Kassette.
Mädchen setzen noch etwas stärker auf „klassische“ Wege um Musik zu hören, sie zeigen
eine etwas höhere Affinität bei der Live -Musiknutzung über Radiosender (regelmäßige
Nutzung: 69 %, Jungen: 61 %) und haben zudem eine höhere Präferenz für Speichermedi-
en (42 %, Jungen: 38 %). Jungen nutzen YouTube stärker zum Musikhören (57 %, Mäd-
7 Nach Ende des Konflikts zwischen GEMA und YouTube dürfte sich die Attraktivität von YouTube noch
einmal deutlich erhöhen.
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0 25 50 75 100
MP3/CD/Kassette/Platte
Musik-Streaming Dienste, z. B. Spotify
YouTube
Live bei Radiosendern
täglich/fast täglich mehrmals in der Woche
Nutzung verschiedener Wege zum Musikhören 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 21
chen: 53 %) und sind hinsichtlich der Nutzung von Streaming- Diensten deutlich affiner
(47 %, Mädchen: 39 %).
Im Altersverlauf zeigt sich, dass die regelmäßige Musiknutzung live bei Radiosendern über
alle Altersgruppen hinweg äußerst stabil ist (12- 13 Jahre: 65 %, 14-15 Jahre: 65 %, 16-17
Jahre: 64 %, 18 -19 Jahre: 65 %), auch bei YouTube (12- 13 Jahre: 55 %, 14 -15 Jahre:
52 %, 16 -17 Jahre: 57 %, 18 -19 Jahre: 55 %) und den Trägermedien MP3/CD/Kassette
(12-13 Jahre: 38 %, 14-15 Jahre: 35 %, 16-17 Jahre: 45 %, 18-19 Jahre: 41 %) lässt sich
kein Einfluss des Alters der Nutzer feststellen. Streaming-Dienste (12-13 Jahre: 29 %, 14-
15 Jahre: 40 %, 16 -17 Jahre: 51 %, 18 -19 Jahre: 51 %) hingegen werden eindeutig mit
steigendem Alter interessanter für die Jugendlichen, was im Zusammenhang mit der Ver-
fügbarkeit einer Internetflatrate auf dem Smartphone und einer (wenn auch geringen)
finanziellen Investition für das monatliche Streaming-Abo gesehen werden könnte. Zudem
zeigt sich ein Einfluss der formalen Bildung auf die präferierten Wege der Musiknutzung :
Gymnasiasten zählen häufiger zu den regelmäßigen Nutzern von Streaming- Diensten
(49 %, Haupt -/Realschule: 36 %), während Jugendliche mit einem formal weniger hohen
Bildungsniveau eher zu den YouTube-Musiknutzern zählen (regelmäßige Nutzung: Haupt-/
Realschule: 59 %, Gymnasium: 52 %).
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MP3/CD/Kassette/Platte
Musik-Streaming Dienste, z. B. Spotify
YouTube
Live bei Radiosendern
Mädchen
Jungen
Nutzung verschiedener Wege zum Musikhören 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Seite 22 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
8. Technische Aspekte der Internetnutzung
Die hohe Alltagsrelevanz der Internetnutzung 8 erfordert eine detaill ierte Betrachtung der
technischen Zugangswege: Welche Geräte stehen Jugendlichen prinzipiell zur Internetnut-
zung zur Verfügung? Welche Trends und Entwicklungslinien zeichnen sich ab?
Im Laufe der letzten Jahre zeigt sich bei den Zwölf - bis 19-Jährigen eine rückläufige Ten-
denz in der PC -/Laptop-Besitzrate. Besaßen 2012 noch vier von fünf Jugendlichen einen
eigenen Computer oder Laptop, so sind es mitt lerweile nur noch drei Viertel, der Eigenbe-
sitz hat sich kontinuierlich reduziert. Insbesondere für die Jüngeren, die Zwölf - bis 15 -
Jährigen, ist ein eigener Computer oder Laptop offenbar immer seltener nötig. Eventuell
erfährt der Eigenbesitz dieser Geräte erst ab einem Alter, in dem deutlich längere Texte für
die Schule geschrieben werden müssen, Relevanz.
Parallel dazu ist die Smart phone-Besitzrate konstant angestiegen, mittlerweile besitzen 97
Prozent der Jugendlichen ein Mobiltelefon, 95 Prozent haben ein Smartphone. Mädchen
liegen mit 97 Prozent etwas vor den Jungen (93 %). Inzwischen haben bei den
Smartphones auch die Jüngsten, die Zwölf- bis 13-Jährigen, die 90- Prozent-Marke über-
schritten. Während 2012 gerade einmal 47 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone
besaßen, waren es zwei Jahre später schon 88 Prozent. Innerhalb der letzten beiden Jahre
8 Vgl. Kapitel 4, S. 11.
Computer-/Laptopbesitz Jugendlicher 2012 - 2016
82
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68
84
87 89
80 80 80
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100 2012 (n=1.201) 2013 (n=1.200) 2014 (n=1.200) 2015 (n=1.200) 2016 (n=1.200)
Quelle: JIM 2012 - JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 23
setzte sich die Entwicklung verlangsamt fort, die Smartphoneausstattung nähert sich einer
Sättigungsgrenze.
Hinsichtlich der Geräteausstattung dominiert unter Jugendlichen die Marke Samsung, 43
Prozent besitzen ein Smartphone des koreanischen Herstellers . Etwa jeder Vierte besitzt
ein iPhone von Apple, mit deutlichem Abstand folgen Huawei und Sony Xperia. Diese vier
Marken decken vier Fünftel des Marktes der Zwölf- bis 19-Jährigen ab.
Smartphone-Besitzer 2012 - 2016
47
43
51
28
47 49
64
72 72 72
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90
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86
93 95 9595 97
93 91
95 97 96
0
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80
100
2012, n=1.201 2013, n=1.200 2014, n=1.200 2015, n=1.200 2016, n=1.200
Quelle: JIM 2012 - JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten
Handy bzw. Smartphone: Marke/Fabrikat 2016
1
1
1
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2
2
3
4
6
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43
0 25 50 75 100
Motorola
Oneplus One
Microsoft Lumia
HTC
Nokia (Lumia)
Wiko
LG
Sony Xperia
Huawei
iPhone
Samsung
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent, Nennungen ab 1 Prozent
Basis: Besitzer Handy/Smartphone, n=1.162
Seite 24 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Analog zur Entwicklung der Besitzrate bei Computer/Laptop und Smart phone haben sich
über die letzten drei Jahre auch die Wege der Internetnutzung verändert. Während 2014
noch 82 Prozent der zwölf - bis 19 -jährigen Internetnutzer über einen Zeitraum von 14
Tagen mit einem PC oder Laptop online gegangen sind, sind es mittler weile nur noch 73
Prozent. Das Smartphone gewinnt parallel dazu konstant an Bedeutung für die Internetnut-
zung, mittlerweile gehen neun von zehn Jugendlichen mit diesem Endgerät ins Netz. Auch
Tablet-PCs (27 %) haben in diesem Jahr erstmals die 25- Prozent-Marke überschritten und
werden von jedem Vierten zur Internetnutzung eingesetzt. Ebenso haben internetfähige
Fernseher im Vergleich zu 2015 deutlich an Bedeutung gewonnen (+5 PP).
Neben dem generellen Aspekt potentieller Nutzungsoptionen stellt sich jedoch die Frage,
ob ein bzw. welches Endgerät den Internet -Alltag der Zwölf - bis 19 -Jährigen dominiert.
Daher wurden diejenigen Jugendlichen, die mindestens alle 14 Tage das Internet nutzen
(dies sind 99 Prozent aller Befragten), auch gefragt, welches Ger ät sie am häufigsten
einsetzen, um Internetdienste in Anspruch zu nehmen. Hier zeigt sich die Dominanz des
Smartphones dann noch einmal sehr viel deutlicher. Drei Viertel der Internetnutzer geben
an, am häufigsten mit dem Handy/Smartphone online zu gehen. Sehr weit abgeschlagen
nennt jeder Zehnte den stationären Computer, acht Prozent führen den Laptop an. Tablet -
PCs sind nur bei vier Prozent am häufigsten im Einsatz.
Wege der Internetnutzung 2014 - 2016
- in den letzten 14 Tagen -
1
1
11
13
27
73
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2
6
10
22
74
88
2
5
12
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86
0 25 50 75 100
E-Book-Reader*
MP3-Player/iPod
Fernseher
Spielkonsole
Tablet-PC
Computer/Laptop
Handy/Smartphone
2014 (n=1.163)
2015 (n=1.146)
2016 (n=1.182)
Quelle: JIM 2014 - JIM 2016, Angaben in Prozent, *2014/2015 nicht abgefragt
Basis: Befragte, die mind. alle 14 Tage das Internet nutzen
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 25
Während Mädchen noch stärker ihr Smartphone zur Internetnutzung einsetzen, spielt für
Jungen der stationäre Computer eine größere Rolle, was durch die Präferenz für Online-
Spiele9 erklärt werden kann. Im Altersverlauf zeigen sich keine nennenswerten Unterschie-
de.
9 Vgl. Kapitel 13, S. 44.
Am häufigsten eingesetztes Gerät zur Internetnutzung 2016
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11
8
4 1
Handy/Smartphone
Computer
Laptop
Tablet-PC
Spielkonsole
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die mind. alle 14 Tage das Internet nutzen, n=1.182
Am häufigsten eingesetztes Gerät zur Internetnutzung 2016
83
4
8
4
Mädchen
Handy/Smartphone
Computer
Laptop
Tablet-PC
Spielkonsole
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die mind. alle 14 Tage das Internet nutzen, n=1.182
69
18
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4 1
Jungen
Seite 26 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Die ständige räumlich und zeitlich uneingeschränkte Verfügbarkeit des Internets erfordert
aus finanzieller Sicht eine Flatrate. V ier Fünftel der Handybesitzer haben einen entspre-
chenden Vertrag mit ihrem Provider abgeschlossen. Mit steigendem Alter nimmt auch der
Anteil der Flatrate-Nutzer zu. Er steigt von sechs von zehn bei den Zwölf - bis 13-Jährigen
auf neun von zehn bei den volljährigen Jugendlichen. Der Anteil der Flatrate- Nutzer ist im
Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
Während die Internetflatrate die mobile Internetnutzung unterwegs für die Jugendlichen
finanziell ermöglicht, ist sie zuhause oder bei Freunden nicht nötig, da mittlerweile in 97
Prozent der Haushalte ein WLAN -Zugang vorhanden ist. 92 Prozent der Zwölf - bis 19-
Jährigen können das WLAN vom eigenen Zimmer aus nutzen. 87 Prozent geben an, dass
sie das WLAN uneingeschränkt (also ohne zeitliche Restriktionen der Eltern) nutzen kön-
nen. Selbst bei den Jüngsten, den Zwölf- bis 13-Jährigen, sind es bereits 78 Prozent, bei
den volljährigen Jugendlichen können neun von zehn das heimische WLAN uneinge-
schränkt nutzen.
Mittlerweile gibt es auch auf vielen öffentlichen Plätzen in Städten , in Restaurants und
vereinzelt auch im öffentlichen Nahverkehr freies WLAN. 59 Prozent der Jugendlichen
geben an, zumindest selten solche frei zugänglichen WLAN-Netze zu nutzen. Hierbei steigt
die Nutzung öffentlicher WLAN-Hotspots mit dem Alter der Jugendlichen an (12-13 Jahre:
45 %, 14-15 Jahre: 50 %, 16-17 Jahre: 63 %, 18-19 Jahre: 63 %) und ermöglicht hier eine
Online-Nutzung, ohne sich um den Verbrauch von Datenvolumen sorgen zu müssen.
75
78
72
62
72
81
84
77
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62
76
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80 79
0
25
50
75
100
2015, n=1.179 2016, n=1.162
Quelle: JIM 2015, JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Besitzer Handy/Smartphone
Internetflatrate auf dem Handy 2016
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 27
9. Inhaltliche Aspekte der Internetnutzung
Zwar haben sich die technischen Zugangswege der Online- Nutzung in den letzten Jahren
deutlich verändert, Kennwerte wie Nutzungsfrequenz, -dauer oder inhaltliche Schwerpunkt-
setzung haben dagegen Bes tand. Wie in den Jahren zuvor haben aktuell mit 99 Prozent
fast alle Jugendlichen unabhängig vom Verbreitungsweg zumindest selten Zugang zum
Internet – und dies unabhängig von Geschlecht, Altersgruppe oder schulischer Bildung.
Einen Höchststand hat hingege n die tägliche Reichweite des Internet s erreicht: Aktuell
nutzen 87 Prozent das Internet (mindestens einmal) täglich, im Vorjahr waren es noch 80
Prozent. Mädchen (86 %, +8 PP) und Jungen (87 %, + 6 PP) liegen hier gleich auf. Im
Altersverlauf zählen die Zwölf- bis 13- Jährigen mit 76 Prozent zu den täglichen Nutzern
(+6 PP), mit 87 Prozent sind es bei den 14- bis 15-Jährigen schon deutlich mehr (+8 PP).
Den größten Anteil täglicher Nutzer stellen die 16- bis 17-Jährigen (93 %, +9 PP), bei den
Volljährigen (18-19 Jahre) liegt dieser Anteil mit 90 Prozent leicht darunter (+3 PP). Gym-
nasiasten sind zu 94 Prozent täglich im Internet (+14 PP), bei Jugendlichen mit anderer
Schulbildung sind es zehn Prozentpunkte weniger (+3 PP).
Hinsichtlich der Nutzungsdauer des Internet s (Mo-Fr) schätzen die Jugendlichen ihre
zeitliche Zuwendung aktuell auf 200 Minuten. Bei Mädchen fällt sie mit 206 Minuten gut
zehn Minuten höher aus als bei Jungen (194 Min.). Das Zeitkontingent wächst im Altersver-
lauf von 142 Minuten bei den Jüngsten auf 185 Minuten bei den 14- bis 15-Jährigen an und
ist mit durchschnittlich 235 Minuten bei den 16- bis 17-Jährigen am stärksten ausgeprägt
(18-19 Jahre: 233 Min.).
Entwicklung tägliche Onlinenutzung 2006 - 2016
- Mo-Fr, Selbsteinschätzung in Minuten -
99
106
117
134 138 134 131
179
192
208
200
0
30
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90
120
150
180
210
240
2006
(n=1.205)
2007
(n=1.204)
2008
(n=1.208)
2009
(n=1.200)
2010
(n=1.208)
2011
(n=1.205)
2012
(n=1.201)
2013
(n=1.200)*
2014
(n=1.200)
2015
(n=1.200)
2016
(n=1.200)
Quelle: JIM 2006 - JIM 2016, Angaben in Minuten; *Änderung der Fragestellung
Basis: alle Befragten
Seite 28 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Je nach Schulbildung sind die Jugendlichen 189 (Gymnasium) bzw. 217 Minuten ( andere
Schulformen) im Netz unterwegs. Im Vergleich zum Vorjahr ist trotz Erhöhung der täglichen
Reichweite die Nutzungsdauer nach Jahren des Anstiegs wieder leicht um acht Minuten
gesunken. Dabei fällt der Rückgang bei Jungen ( -14 Min.) sehr viel deutlich er aus als bei
Mädchen (-2 Min.). Und auch zwischen den Altersgruppen ergeben sich deutliche Unter-
schiede. So ging die Online- Nutzung bei den 18- bis 19-Jährigen fast um eine halbe Stun-
de ( -27 Min.) zurück, die mit zwölf und 13 Jahren jüngsten Befragten si nd 14 Minuten
weniger online als im Vorjahr. Am geringsten fällt der Rückgang bei den 14- bis 15-
Jährigen aus ( -7 Min.), bei den 16- bis 17- Jährigen ist die Nutzungsdauer hingegen um
zwölf Minuten angestiegen.
Fordert man die Jugendlichen auf, ihre Nutzungszeit auf die Dimensionen Kommunikation
(E-Mail, Chat, Messenger, Online- Communities), Informationssuche, Unterhaltung ( Musik,
Videos oder Bilder im Internet ) und Spiele zu verteilen (wohl wissend, dass es bei der
Abgrenzung gewisse Überschneidungen bzw. Unschärfen geben kann), so entfällt mit 41
Prozent der größte Anteil auf kommunikative Aspekte, 29 Prozent der Online- Nutzung wird
für Unterhaltung aufgewendet, 19 Prozent entfallen auf Spiele und nur zehn Prozent auf die
Suche nach Informationen. Wie in den Vorjahren verwenden Mädchen einen größeren
Anteil ihrer Online- Nutzung auf den Bereich Kommunikation als Jungen, diese wiederum
widmen dem Spielen fast dreimal so viel ihrer Nutzungszeit als Mädchen dies tun. Spiele
verlieren im Altersverlauf an Bedeutung, die Informationssuche wird hingegen wichtiger.
Inhaltliche Verteilung der Internetnutzung 2016
41
49
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0 25 50 75 100
Gesamt
Mädchen
Jungen
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Haupt-/Realschule
Gymnasium
Kommunikation Spiele Informationssuche Unterhaltung (z.B. Musik, Videos, Bilder)
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Internet-Nutzer, n=1.188
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 29
Welche konkreten Onlineangebote „top of mind“ bei den Jungendlichen sind, wird durch die
Frage „ Und was nutzt Du im Internet am liebsten?“ deutlich (hier waren bis zu drei
ungestützte Nennungen möglich). Fast zwei Drittel (64 %) der Internet-Nutzer nennen hier
spontan die Videoplattform YouTube. Mit deutlichem Abstand folgt auf Platz zwei der
Kommunikationsdienstleister WhatsApp (41 %), ebenfalls mit Abstand folgen Facebook
(26 %) und Instagram, der Online-Dienst für Fotos und Videos (23 %). Für jeden Zehnten
zählen die Suchmaschine Google oder der Instant -Messaging-Dienst Snapchat zu den
favorisierten Angeboten, etwa jeder Zwanzigste nennt die Streaming- Angebote Spotify
(Musik) und Net flix (Serien und Filme; je 5 %) oder den Online- Versandhandel Amazon
bzw. die Online-Enzyklopädie Wikipedia (je 4 %). Mädchen votieren deutlicher als Jungen
für WhatsApp, Instagram, Snapchat und Google, YouTube hingegen ist viel stärker bei
Jungen verankert. Mit zunehmendem Alter der Befragten treten bei YouTube (12-13 Jahre:
73 %, 18-19 Jahre: 52 %) und Facebook (12-13 Jahre: 9 %, 18-19 Jahre: 43 %) die deu t-
lichsten (und gegenläufige) Unterschiede hervor, mit einzelnen Ausreißern erweisen sich
die anderen Nennungen mehr oder weniger unabhängig vom Alter. Im Vergleich zum
Vorjahr haben sich vor allem WhatsApp (+12 PP) sowie Instagram und Snapchat (je +10
PP) sehr viel stärker bei den Jugendlichen etabliert, Facebook ist in der spontanen Ne n-
nung als liebstes Webangebot deutlich zurückgefallen (-8 PP).
Liebste Internetangebote 2016
- bis zu drei Nennungen -
1
1
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1
2
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0 25 50 75 100
Spiegel Online
Ebay
Minecraft
Spielaffe.de
League of Legends
Tumblr
Skype
Twitter
Wikipedia
Amazon
Netflix
Spotify
Snapchat
Google
Instagram
Facebook
WhatsApp
YouTube
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent, Nennungen ab 1 Prozent (gesamt)
Basis: Internet-Nutzer, n=1.188
Seite 30 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Grenzt man die liebsten Online-Angebote auf die Nutzung an mobilen Endgeräten ein und
fragt nach den wichtigsten Apps auf dem Smartphone („Und welches sind die drei wichtigs-
ten Apps für Dich?“) ergibt sich ein etwas anderes Bild. Die Antworten beschränken sich
auf fünf Angebote, die hier offenbar angesagt sind. Die aus Sicht der Jugendlichen mit
Abstand wichtigsten Anwendungen sind Instant Messenger, dies ist weitgehend gleichz u-
setzen mit WhatsApp (was von 95 Prozent als eine der drei wichtigsten Apps genannt wird)
und Snapchat (27 %). Beliebt sind bei 38 Prozent auch Bilderdienste und Kamera- Apps,
dies ist vor allem Instagram (37 %). Auf dem dritten Platz folgen mit 29 Prozent Soziale
Netzwerke im Allgemeinen, 26 Prozent nennen hier konkret Facebook. Knapp dahinter
folgen Videoportale (27 %), auch hier wird fast nur YouTube genannt (26 %). Etwa jeder
Sechste zählt Spiele-Apps zu seinen Favoriten und jeder Zehnte nennt Musik-Apps.
Mit Ausnahme von WhatsApp (Mädchen: 96 %, Jungen: 92 %) unterscheiden sich die
Angaben der Geschlechter bei der Nennung der beliebtesten Apps deutlich. Bei den kon-
kreten Nennungen liegen die Mädchen bei Instagram (47 %, Jungen: 26 %) und Snapchat
(35 %, Jungen: 19 %) deutlich vor den männlichen App -Nutzern. Jungen haben mehr
Interesse an Videos, jeder Dritte nennt YouTube als eines seiner Lieblingsangebote (34 %,
Mädchen: 17 %) und auch Facebook hat mehr mä nnliche Fans (28 %, Mädchen: 24 %).
Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Differenzierung nach Alter. Während Instagram
und YouTube vor allem bei den Jüngeren punkten, ist Facebook eher bei den älteren
Jugendlichen von hoher Relevanz, diese sind mit diesem Angebot stärker sozialisiert. Nur
WhatsApp macht eine Ausnahme und bleibt über alle Jahrgänge auf sehr hohem Niveau
relativ konstant. Snapchat zeigt hier keine klare Tendenz, am häufigsten nennen die 14- bis
15-Jährigen dieses Angebot als wichtigste App.
Die wichtigsten Apps auf dem Smartphone 2016
- bis zu drei Nennungen -
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24
24
94
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26
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91
0 25 50 75 100
YouTube
Facebook
Snapchat
Instagram
WhatsApp
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent, Nennungen ab 5 Prozent (Gesamt)
Basis: Befragte, die Apps auf dem Handy installiert haben, n=1.136
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 31
10. WhatsApp, Instagram, Snapchat & Co.
Im Folgenden werden die kommunikativen Aspekte der Onlinenutzung näher untersucht.
Hier gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Instant -Messaging-Diensten und Plattformen, die
sich durch den text - und/oder bildbasierten Austausch von Nachrichten kennzeichnen. In
der (durch Antwortvorgaben) gestützten Abfrage wird abermals die uneinhol bare Spitzen-
position von WhatsApp deutlich. 95 Prozent aller Jugendlichen nutzen diesen aufgrund
mangelnder Datenschutzrichtlinien in der Diskussion stehenden Dienst, der organisatorisch
zu Facebook gehört , mindestens mehrmals pro Woche (täglich: 89 %). 51 Prozent der
Jugendlichen zählen zu den regelmäßigen Nutzern von Instagram (täglich: 39 %),
Snapchat liegt mit 45 Prozent (tägliche Nutzung: 35 %) knapp dahinter, dicht gefolgt von
Facebook (43 %, täglich: 32 %). Weniger als ein Fünftel der Jugendlichen nutzt hingegen
das durch Bildtelefonie bekannt gewordene Angebot von Skype (17 %, täglich: 7 %). Deut-
lich abgeschlagen und mit noch weniger Bedeutung für die Alltagskommunikation sind
Dienste wie Twitter (9 %, täglich: 6 %), Google plus (6 %, täglich: 3 %), Tumblr oder
Pinterest (je 4 %, täglich: 2 %). Das mit unterschiedlichsten Anbietern mögliche Empfangen
und Versenden klassisch er E-Mails zählt für 40 Prozent der Jugendlichen zu den alltägl i-
chen Kommunikationsanwendungen im Internet (täglich: 22 %), der Austausch mit Anderen
im Rahmen onlinebasierter Multi-User-Spiele findet bei genau einem Fünftel (täglich: 10 %)
der Jugendlichen regelmäßig statt. Einen regelmäßigen Nutzerkreis von weniger als einem
Prozent aller Zwölf- bis 19 -Jährigen weisen bisher Anwendungen wie Tinder, Meercat,
Periscope oder YouNow auf.
Ebenso wie bei den liebsten Online- Anwendungen zeigt sich die weiblich dominierte Nut-
zung von Instagram (60 %, Jungen: 44 %), Snapchat (55 %, Jungen: 36 %) und auch
Pinterest (7 %, Jungen: 1 %), während beide Geschlechter WhatsApp (Mädchen: 97 %,
Jungen: 92 %) und Facebook (Mädchen: 42 %, Jungen: 44 %), aber auch die weniger
verbreiteten Angebote wie Twitter, Google plus oder Tum blr gleichermaßen regelmäßig
nutzen. Nur die Kommunikation via Skype findet bei Jungen (23 %) sehr viel häufiger statt
als bei Mädchen (10 %), noch größer ist der Unterschied b eim Austausch von Nachrichten
in Online-Spielen (Jungen: 34 %, Mädchen: 6 %). Bei der Betrachtung nach Altersgrup pen
zeigt sich auch hier, dass Facebook bei den Jüngeren kaum noch Bedeutung hat, bei den
18- bis 19- Jährigen aber nach wi e vor sehr stark genutzt wird. WhatsApp liegt in allen
Altersgruppen an der Spitze, während Instagram stärker von den unter 16 -Jährigen und
Snapchat stärker von den Ab-16-Jährigen genutzt wird.
Seite 32 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Im Vorjahresvergleich zeigt sich die Dynamik und Agilität der Social Media- Plattformen. So
konnten WhatsApp, Instagram und Snapchat ihre Positionen weiter ausbauen, während
Facebook und Skype zu den Verlierern zählen.
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0 25 50 75 100
Pinterest
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Google plus
Twitter
Skype
Facebook
Snapchat
Instagram
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12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Aktivitäten im Internet − Schwerpunkt: Kommunikation 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
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Pinterest
Tumblr
Google plus
Twitter
Skype
Facebook
Snapchat
Instagram
WhatsApp
2015, n=1.200
2016, n=1.200
Quelle: JIM 2015, JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten
Aktivitäten im Internet − Schwerpunkt: Kommunikation 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 33
All diesen Social Media- Plattformen ist gemein, dass der User selbst bestimmt, ob die
Nutzung eher durch einen passiven Umgang (also Lesen von Texten oder Anschauen von
Bildern und Videos) gekennzeichnet ist oder ob der Nutzer aktiv sogenannten „User -
generated-Content“ (durch Schreiben von Texten oder Einstellen von Bildern und Videos)
produziert. So ist es durchaus denkbar, dass einzelne Angebote sich in der Wahrnehmung
der Jugendlichen eher für die aktive oder eher für die passive Nutzung eignen. Obwohl alle
Plattformen von den formalen Nutzungsoptionen her mehr oder weniger vergleichbar sind,
finden sich bei den jeweiligen Nutzern deutliche Unterschiede. So kennzeichnet sich die
Nutzung von WhatsApp und Snapchat zum überwiegenden Teil durch eine aktive Form der
Nutzung. Doch bereits bei Instagram geht die aktive Nutzung deutlich zurück und der Anteil
der passiven Nutzer steigt auf über ein Drittel an. Die Nutzer von Facebook beschreiben
sich dagegen zum Großteil als passive Nutzer, was auch für die Nutzer der weniger ver-
breiteten Plattformen gilt. Die einzige Gemeinsamkeit, die alle Plattformen kennzeichnet, ist
die einer eindeutigen Zuordnung der Nutzung – der Anteil derer, die ein ausgewogenes
Verhältnis zwischen aktivem und passivem Umgang aufweisen, fällt bei allen Nutzern (mit
Ausnahme von WhatsApp) am geringsten aus. Ob es sich hierbei um spezifische Unter-
schiede z. B. beim Grad der Selbstdarstellung innerhalb der jeweiligen Community handelt
(z. B. bei Instagram oder Twitter mehr Promis und Stars) oder ob umgekehrt spezifische
Plattformen durch ihre jeweilige Funktionalität für eine aktive Nutzung besser geeignet sind
als andere, muss an dieser Stelle offen bleiben. Überwiegend gilt aber – mit Ausnahme von
WhatsApp – dass weibliche und jüngere Nutzer häufiger zu einer aktiven Nutzung tendi e-
ren.
Aktive/passive Nutzung von Kommunikationsangeboten
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0 25 50 75 100
Pinterest (n=70)
Tumblr (n=87)
Google plus (n=114)
Twitter (n=149)
Facebook (n=612)
Instagram (n=684)
Snapchat (n=619)
WhatsApp (n=1.144)
aktiv passiv sowohl als auch
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Nutzer der jeweiligen Angebote mind. einmal in 14 Tagen
Seite 34 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
11. TV, YouTube, Netflix & Co.
In diesem Kapitel steht die Bewegtbildnutzung Jugendlicher im Mittelpunkt – und zwar
auch, aber nicht nur im Internet. Denn allen Unkenrufen der jüngsten und auch schon
längeren Vergangenheit zum Trotz , spielt die „klassische“ Bewegtbildnutzung im linearen
Fernsehen bei Jugendlichen noch immer eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig findet Fer n-
sehen aber immer häufiger auch im Internet statt. Fernsehinhalte – in Teilen oder in Gänze,
live oder zeitversetzt – stehen rund um die Uhr z. B. in den Mediatheken der Sen der zur
Verfügung, können im YouTube-Kanal des Senders abgerufen werden, werden von Nut-
zern auf YouTube eingestellt, in den sozialen Netzwerken gepostet oder es stehen über die
Fernsehausstrahlung hinaus gehendes (Begleit -)Material, Specials oder Making-ofs zur
Verfügung.
In 97 Prozent der Haushalte, in denen Jugendliche aufwachsen, findet sich ein Fernsehge-
rät. 52 Prozent der Haushalte verfügen mittlerweile über ein Fernsehgerät mit Internetzu-
gang. Aktuell besitzen mit 55 Prozent immer noch mehr als die Hälfte aller Zwölf - bis 19-
Jährigen ein eigenes Fernsehgerät (mit Internetzugang: 16 %), wobei die Besitzrate mit
steigendem Alter nicht ab -, sondern zunimmt (12- 13 Jahre: 45 %, 18-19 Jahre: 63 %). 46
Prozent der Jugendlichen sehen nach eigenen Angaben täglich, weitere 33 Prozent mehr-
mals die Woche fern. Die eigene Fernsehnutzung wird von den Jugendlichen noch immer
auf 105 Minuten geschätzt (2015: 113 Min.). Nach wie vor nutzen Jugendliche Fernsehi n-
halte hauptsächlich über das klassische stationäre Fernsehgerät, aber auch Internet bzw.
Handy/Smartphone und der Tablet-PC etablieren sich zunehmend als Distributionsweg.
1
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Über einen Computer (TV-Karte)
Über DVBT-Antenne*
Über einen Tablet-PC
Über ein Handy/Smartphone
Über das Internet
Über einen stat. Fernseher
2014, n=1.113
2015, n=1.072
2016, n=1.069
Quelle: JIM 2014-2016, *2014 nicht abgefragt, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die mind. alle 14 Tage fernsehen
Wege der Fernsehnutzung in den letzten 14 Tagen 2014 - 2016
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 35
Wie in den Jahren zuvor führt bei den Jugendlichen ein Anbieter mit extrem weitem A b-
stand die Liste der favorisierten Fernsehsender an. Für 45 Prozent ist der Unterhaltungs -
und Entertainmentsender Pro7 das liebste Fernsehprogramm. Drei weitere Sender teilen
sich den zweiten Platz – werden allerdings jeweils nur von sechs Prozent als Lieblingssen-
der genannt: RTL, RTL Nitro und DAS ERSTE Programm der ARD. Ganz knapp folgen das
ZDF und SAT .1. Während Pro7 häufiger der Lieblingssender von Jungen ist (50 %, Mäd-
chen: 38 %), sprechen sich mehr Mädchen für RTL aus (10 %, Jungen: 2 %). Diese ne n-
nen auch häufiger als Jungen SAT .1 (8 %, Jungen: 3 %), RTL2 (4 % vs. 1 %) und den
Disney Channel (4 % vs. 1 %). DMAX wiederum wird entsprechend seiner Konzeption als
Männersender ausschließlich von Jungen als Lieblingssender angeführt (7 %).
Zu den beliebtesten Sendungsgenres zählen Sitcoms/Comedy (34 %), Krimis/Mystery
(22 %), Comic/Zeichentrick (18 %), Scripted Reality (17 %) und Wissensmagazine (14 %).
Die geschlechtsspezifischen Senderpräferenzen spiegeln sich auch in den entsprechenden
Genrevorlieben bzw. den konkreten Einzelsendungen als Genrevertreter wider.
Dass Serien und Filme von Jugendlichen nur noch im Internet gesehen werden, ist eine
weit kolportierte Behauptung, die schon seit vielen Jahren aufgestellt wird. Fragt man
Jugendliche (die zumindest selten fernsehen) selbst
10, so geben knapp zwei Drittel an, von
dieser Option schon einmal Gebrauch gemacht zu haben – und zwar unabhängig von
Geschlecht, Alter oder Bildungshintergrund. Diesen steht ein Drittel gegenüber, das zwar
10 „Im Internet gibt es die Möglichkeit, sich z. B. in Mediatheken, bei Netflix oder YouTube usw. Sendun-
gen, Serien und Filme anzusehen. Nutzt du diese Möglichkeit, weißt du, dass es diese Möglichkeit gibt
oder hörst du heute erstmals davon?“
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2
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0 25 50 75 100
Galileo
Wissensmagazine
Berlin – Tag & Nacht
Scripted Reality
Tatort
Krimis/Mystery
Die Simpsons
Comics/Zeichentrick
How I met your
mother
Big Bang Theory
Sitcoms/Comedy
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent, Nennungen ab 4 Prozent (Gesamt)
Basis: alle Befragten, n=1.200
Lieblingssendung im Fernsehen 2016
- bis zu drei Angaben/ Oberkategorie und Beispielsendungen -
Seite 36 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
grundsätzlich weiß, dass man Serien und Filme auch im Internet nutzen kann, dies aber
bisher noch nie gemacht hat. Drei Prozent hören im Zuge der Befragung erstmals von
dieser Option. Die onlinebasierte Nutzung von Serien und Filmen ist, wie der Vorjahresver-
gleich zeigt, also erst jetzt in der breiten Masse der Jugendlichen angekommen. Der An-
stieg der Nutzer beträgt – über fast alle Altersgruppen und beide Geschlechter hinweg –
etwa 20 Prozentpunkte bzw. rund 40 Prozent.
Aus der zunächst ohne Antwortvorgaben gestützten Nachfrage, wo genau sie sich Serien
und Filme ansehen (Nutzer von Serien/Fil men im Internet, n=767), ergeben sich zunächst
drei relevante Anbieter (mehr als zehn Prozent der Nennungen), die bei den Jugendlichen
„top of mind“ sind: An erster Stelle YouTube (47 %), Netflix auf Platz zwei (29 %) und
unterschiedliche Nennungen zu amaz on prime bzw. lovefilm.de auf dem dritten Rang
(18 %). Vergleicht man in einem zweiten Schritt die gestützte Abfrage diverser Videoplat t-
formen, so ergibt sich eine ganz ähnliche Verteilung. Der Vorjahresvergleich zeigt aber,
welcher Anbieter von der Potent ialausweitung bei Zwölf- bis 19-Jährigen besonders profi-
tiert hat. Diejenigen, die bereits 2015 zu den Nutzern von Serien und Filmen im Internet
zählten (n=536), gaben zu 83 Prozent an, hierfür mindestens einmal pro Woche YouTube
zu nutzen. 2016 (n=767) wi rd YouTube mit 76 Prozent etwas weniger oft genannt. Ein
leichter Rückgang zeigt sich auch für die Mediatheken der Sender, die 2016 von 20 Pr o-
zent mindestens einmal wöchentlich genutzt werden (2015: 23 %). Netflix hingegen hat den
Anteil wöchentlicher Nutz er innerhalb eines Jahres auf 30 Prozent nahezu verdoppelt
(2015: 16 %). Bezieht man alle generell fernsehenden Jugendlichen in die Betrachtung mit
ein, so relativ ieren sich die Ausprägungen etwas. Auch hier bleibt YouTube natürlich die
mit Abstand bedeuts amste Plattform für Filme und Serien im Internet, allerdings macht
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0 25 50 75 100
Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
2015, n=1.152
2016, n=1.154
Nutzung von Filmen und Serien im Internet 2016
- schon mal genutzt -
Quelle: JIM 2015, JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die zumindest selten fernsehen
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 37
auch im Jahr 2016 ein Drittel der Jugendlichen von dieser Option keinen Gebrauch und
nutzt Serien und Filme nach wie vor auf dem klassischen, linearen Weg.
Auch in den Mediatheken der Fernsehsender – die ja als erweiterter Arm im Internet zu
verstehen sind – sind Serien das meistgenutzte Genre. Darüber hinaus werden Comedy-
Sendungen, Spielfilme, Castingshows sowie Nachrichten und Sport von mehr als einem
Fünftel der Nutzer von Mediatheken (n=403) regelmäßig abgerufen.
Häufigkeit der Nutzung von Serien und Filmen 2016
- mind. einmal pro Woche -
34
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2
2
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48
53
1
1
1
2
3
2
4
11
8
39
0 25 50 75 100
keine Nutzung im Internet
Watchever
Vimeo
Telekom Entertain
Apple TV
Vine
maxdome
Amazon Fire TV
Mediatheken
Netflix
YouTube
2015, n=1.152
2016, n=1.154
Quelle: JIM 2015, JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die zumindest selten fernsehen
Genutzte Sendungsgenre in Mediatheken 2016
- „nutze ich zumindest regelmäßig“-
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte die zumindest selten Mediatheken nutzen, n=403
15
6
27
18
36
30
43
14
51
6
9
18
17
10
26
22
33
48
11
8
23
18
23
28
32
23
50
0 25 50 75 100
Zeichentricksendungen
Reality TV (z.B. Big Brother, Berlin Tag & Nacht)
Nachrichtensendungen
Krimis
Sportsendungen
Spielfilme
Comedy-Sendungen
Castingshows (z.B. VoG, GNTM)
Serien
Gesamt
Mädchen
Jungen
Seite 38 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Fokussiert man neben den fernsehbezogenen Inhalten die unterhaltungsorientierte Nut-
zung des Internet s generell, dann zeigt sich auch an dieser Stelle die Omnipräsenz von
YouTube. Hier können Videocli ps und Filme kostenlos angeschaut, aber auch bewertet
oder kommentiert werden und jeder kann umgekehrt Videos kostenfrei auf der Plattform
einstellen. Die Bandbreite der Videos reicht vom hochprofessionellen Videoclip bis hin zu
mit Musik unterlegten Standbildern, der Themenvielfalt sind ebenso wenig Grenzen gesetzt
wie der Tonalität und auch Gewalt ist ein Thema.
86 Prozent aller Jugendlichen nutzen YouTube mindestens mehrmals pro Woche, 56
Prozent sogar täglich (Mädchen: 48 %, Jungen: 64 %). Der Anteil regelmäßiger YouTube-
Nutzer fällt bei Jungen und jungen Männern mit 89 Prozent höher aus als bei Mädchen und
jungen Frauen (81 %), mit zunehmendem Alter der Jugendlichen verliert die Videoplattform
etwas an Bedeutung für den Alltag. Zählen bei den Zwölf- bis 13-Jährigen noch 89 Prozent
zu den regelmäßigen Nutzern, sind es bei den 18- und 19-Jährigen nur noch 78 Prozent
(14-15 Jahre: 88 %, 16 -17 Jahre: 87 %). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil
regelmäßiger YouTube-Nutzer unter den Jugendlichen um fünf Prozentpunkte erhöht.
Welche Inhalte bei YouTube sind für Jugendliche von Interesse? Die Liste bedeutsamer
YouTube-Genres wird von Musikvideos angeführt, die von 55 Prozent der YouTube-Nutzer
mindestens mehrmals pro Woche angesehen werden. Humor spie lt ebenso eine wichtige
Rolle, kurze lustige Clips werden von 40 Prozent regelmäß ig genutzt. Es folgen Let’s-play-
Videos, bei denen man anderen beim Gaming zusehen kann (33 %) und Comedy-Formate
von mehr oder weniger bekannten YouTubern (32 %). Aber auch V ideos mit ernsthaften
Inhalten spielen eine Rolle und gehören für ein Fünftel der YouTube- Nutzer zum festen
Alltags-Repertoire: Dies umfasst Videos von YouTubern, die Nachrichten und das aktuelle
Geschehen präsentieren und kommentieren (22 %), dazu gehören Lernvideos bzw. soge-
nannte Tutorials (21 %) und Videos, bei denen es um Sport geht (21 %). Für 16 Prozent
sind Mode- oder Beauty-Videos von großer Bedeutung, ähnlich groß ist der Anteil derer,
die sich regelmäßig Fernsehsendungen oder Ausschnitte davon ansehen. Action Cam -
Videos kommen meist aus dem Bereich d es Extremsports und sind für zwölf Prozent von
großem Interesse, jedem zehnten YouTube-Nutzer dient die Plattform als digitale Nachhi l-
fe, indem er regelmäßig Erklärvideos zu Themen für die Schule anschaut . Ebenso beliebt
sind Videos, die sich als Kaufhilfe oder Anleitung für Produkte verstehen. E igene Videos
stellen nur zwei Prozent der jugendlichen YouTube- Nutzer regelmäßig ein – gerade zehn
Prozent sind überhaupt als „Produzent“ tätig.
Entsprechend der höheren Affinität von Jungen und jungen Männern zu YouTube generell
kommt es bei vielen Genres zu einem höheren Anteil regelmäßiger Nutzer . Am deutlichs-
ten ist dies bei Let’s -play- und Sportvideos der Fall, aber auch bei Comedy -, Action Cam-
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 39
Videos oder Videos von YouTubern zum aktuellen Zeitgeschehen. Mädchen und junge
Frauen nutzen – getreu althergebrachter Klischees – auch bei YouTube zu einem höheren
Anteil Mode- und Beauty-Videos oder Tutorials.
Im Altersverlauf gibt es bei den meisten Genres kaum Unterschiede, sie werden von Zwölf-
und 13- Jährigen YouTube-Nutzern ebenso häufig genutzt wie von 18- und 19- Jährigen.
Allerdings gibt es vier Ausnahmen: Let’s-play-Videos verlieren ebenso die Hälfte regelm ä-
ßiger Nutzer (12- 13 Jahre: 44 %, 18 -19 Jahre: 21 %) wie die Comedy- Videos von
YouTubern (12-13 Jahre: 39 %, 18-19 Jahre: 20 %) und das Thema Mode- /Beauty (12-13
Jahre: 23 %, 18-19 Jahre: 11 %). Aber auch das Interesse an Tutorials (12-13 Jahre: 29 %,
18-19 Jahre: 18 %) lässt deutlich nach.
Die Frage nach den liebsten YouTube Kanälen – auch hier waren wieder bis zu drei Nen-
nungen erlaubt – generiert aufgrund der immensen Bandbreite und Anzahl nur geringe
Häufigkeiten. Die meisten Nennungen der Nutzer entfallen auf „Bibis Beauty Palace“ (8 %),
„LeFloid“ (6 %) erreicht kurz vor „Gronk h“ (5 %) und „Da giBee“ (4 %) den zweiten Platz.
Jeweils drei Prozent der Angaben erhalten „made my day“, „Julien Bam“ und „ApeCrime“.
Vor allem Mädchen und junge Frauen schwärmen für „Bibi“ (16 %, Jungen: 1 %) und
„DagiBee“ (7 %, Jungen: - ) während „Gronk h“ deutlich mehr männliche Fans hat (7 %,
Mädchen: 3 %). Nur „LeFloid“ kommt bei beiden Geschlechtern gleichermaßen an (Mäd-
chen: 7 %, Jungen: 6 %).
YouTube: Nutzung 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
2
8
9
18
16
3
32
17
29
39
51
47
55
2
10
10
6
15
29
10
26
15
26
14
33
55
0 25 50 75 100
Eigene Videos einstellen
Produkttests
Erklärvideos für Themen aus der Schule
Action Cam-Videos
Sendungen aus dem Fernsehen
Mode-/Beauty-Videos
Sportvideos
Tutorials
Videos von YouTubern über aktuelle Nachrichten
Comedy/lustige Videos von YouTubern
Lets-play-Videos
Lustige Clips
Musikvideos
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die zumindest selten YouTube nutzen, n=1.179
Seite 40 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
12. Wikipedia, Google & Co.
Neben klassischen Informationsmedien wie Fernsehen11, Radio und Tageszeitung, die von
Jugendlichen themenspezifisch genutzt werden 12, hat das Internet eine hohe Bedeutung
als Informationsmedium, das in kürzester Zeit mehr oder weniger detaillierte Antworten auf
nahezu jede denkbare Frage liefert. Zwölf- bis 19- Jährige verbringen nach eigener Ei n-
schätzung zwar nur zehn Prozent ihrer Onlinenutzung mit gezielter Recherche und der
Informationssuche, welche Suchstrategien und Informationswege sich dabei etabliert
haben, wird im Folgenden anhand der Zustimmun g vorgegebener Möglichkeiten, wie man
das Internet als Informationsquelle nutzen kann, untersucht.
Wenn Jugendliche sich im Internet informieren, führt sie der erste Weg zu einer Suchm a-
schine, meist ist das Google. Auch die Zwölf- bis 19-Jährigen googeln intensiv – 87 Pro-
zent bemühen mindestens mehrmals pro Woche eine Suchmaschine, 58 Prozent sogar
täglich. Die Möglichkeit, sich bei YouTube Videos anzusehen, um sich über ein bestimmtes
Thema zu informieren
13, wird von 57 Prozent der Jugendlichen regelmäßig wahrgenom-
men (täglich: 26 %), mit 36 Prozent erhält ein Drittel regelmäßig über Soziale Netzwerke
wie Facebook oder Twitter Nachrichten und aktuelle Informationen (täglich: 23 %). Online-
Lexika wie Wikipedia stellen für 35 Prozent eine bedeutende Informationsquelle dar, Nach-
richtenportale von Zeitungen (20 %) oder Zeitschriften (15 %) sind für etwa ein Fünftel der
Jugendlichen eine Option. Aber auch mit den Startseiten der Online-Provider, die Nachrich-
ten hier oft als Service präsentieren, kommen 1 3 Prozent der Jugendlichen regelmäßig in
Kontakt. Die Präsenz der Fernsehsender im Internet wird nur von einem geringen Anteil in
Anspruch genommen (8 %).
Die Geschlechter unterscheiden sich hinsichtlich der präferierten Informationsquellen
kaum. So weisen Mädchen und Jungen das gleiche Ranking bedeutsamer Recherchemög-
lichkeiten auf, nur die Ausprägungen sind unterschiedlich akzentuiert. Grundsätzlich gilt,
dass Jungen und junge Männer für alle Optionen eine etwas höhere Nutzungshäufigkeit
aufweisen. Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied bei der regelmäßigen Nutzung von
YouTube-Videos zur Information (Mädchen: 53 %, Jungen: 61 %). Bei den anderen Opti o-
nen liegen die Jungen maximal fünf Prozentpunkte vorn.
Sehr viel deutlicher treten Unterschiede im A ltersverlauf der Jugendlichen auf. Zwar sind
auch hier Suchmaschinen für alle Altersgruppen das relevanteste Rechercheinstrument
und YouTube spielt als Informationsquelle eine vergleichbare, vom Alter der Jugendlichen
wenig bedingte, Rolle. Alle anderen Informationsquellen werden aber mit zunehmendem
11 Vgl. Kapitel 11, S. 35.
12 Vgl. hierzu Schwerpunktkapitel 6 „Themeninteressen und Informationsverhalten“ der JIM -Studie 2015,
S. 17.
13 Vgl. auch Nutzung verschiedener YouTube-Genres, Kapitel 11, S. 38.
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 41
Alter sehr viel intensiver genutzt. Dies gilt vor allem für Facebook (oder Twitter), aber auch
die Onlineangebote klassischer Nachrichtenmedien des Printbereichs.
Auch vor dem Bildungshintergrund der Jugend lichen sind die Recherchemuster interes-
sant. Für Jugendliche, die ei nen formal höheren Bildungshintergrund haben, hat das Inter-
net als Recherche- und Informationsmedium generell eine etwas höhere Bedeutung. Aus-
nahme bilden die oftmals ungeprüften, kurzen u nd zugespitzten Nachrichten, die über die
Sozialen Netzwerke verbreitet werden.
12
19
25
35
44
54
52
92
7
16
19
24
39
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56
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8
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8
14
37
29
63
87
4
5
5
5
20
14
56
76
0 25 50 75 100
Nachrichtenportale von TV -Sendern
Nachrichten bei Providern wie gmx, web.de, t -online
Nachrichtenportale von Zeitschriften
Nachrichtenportale von Zeitungen online
Wikipedia/vergleichbare Angebote
Nachrichten/aktuelle Infos aus aller Welt bei
Facebook/Twitter
Videos bei YouTube, um sich über Themen zu informieren
Suchmaschinen (z. B. Google)
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Tätigkeiten im Internet − Schwerpunkt: sich informieren 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
9
14
18
24
39
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57
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6
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10
15
31
39
57
82
0 25 50 75 100
Nachrichtenportale von TV -Sendern
Nachrichten bei Providern wie gmx, web.de, t -online
Nachrichtenportale von Zeitschriften
Nachrichtenportale von Zeitungen online
Wikipedia/vergleichbare Angebote
Nachrichten/aktuelle Infos aus aller Welt bei
Facebook/Twitter
Videos bei YouTube, um sich über Themen zu informieren
Suchmaschinen (z. B. Google)
Haupt-/Realschule
Gymnasium
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Tätigkeiten im Internet − Schwerpunkt: sich informieren 2016
- täglich/mehrmals pro Woche -
Seite 42 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
13. Digitale Spiele
Digitales Spielen erlebte im Sommer 2016 einen neuen Hype, als mit Pokémon Go ein
Spiel in die App-Stores kam, das durch die GPS -Daten des Spielers und Kar tenmaterial
von GoogleMaps eine „erweiterte Realität“ (augmented reality) kreiert und reale Sehen s-
würdigkeiten und Gebäude mit einer virtuellen Spielwelt kombiniert. Der Erfolg des Handy-
spiels war Anlass für eine breite mediale Diskussion zu Potentialen und Gefahren des
digitalen (mobilen) Spielens. 14 Der Release-Termin von Pokémon Go in Deutschland am
13.07.2016 lag zwar innerhalb des Erhebungszeitraums für die JIM-Studie (24.05.2016 bis
31.07.2016), schlägt sich jedoch nicht in den Ergebnissen nieder: Die Nutzer von Pokémon
Go sind mehrheitlich volljährig, insbesondere die 25- bis 34- Jährigen, die mittlerweile
erwachsenen Fans der Pokémon- Sammelkarten aus den 1990er Jahren, gehören zu den
Spielern.15
Betrachtet man neben Smartphone-Spielen auch die vier weiteren digitalen Spieloptionen –
Computer (offline), Konsole, Online und Tablet – so zählen knapp zwei Drittel der Jugendli-
chen zu den regelmäßig en Spielern (täglich/mehrmals pro Woche) . Digitale Spielmöglic h-
keiten sind im Alltag der Jugendlichen fest verank ert: Nur acht Prozent der Zwölf - bis 19-
Jährigen spielen nie.
14 http://www.welt.de/vermischtes/article157057466/Pokemon-Go-das-gefaehrlichste-Spiel-der-Welt.html,
abgerufen am 24.10.2016
15 http://www.giga.de/spiele/pok-mon-go/news/pok-mon-go-80-prozent-der-spieler-sind-ueber-18/, abger u-
fen am 24.10.2016
Digitale Spiele: Nutzungsfrequenz 2016
- Computer-, Konsolen-, Online-, Tablet- und Handyspiele (netto) -
57
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61
61
61
73
83
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7
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9
7
5
2
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8
0 25 50 75 100
Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
täglich/mehrmals pro Woche einmal/Woche - einmal/14 Tage einmal/Monat - seltener nie
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 43
Dabei sind die Jungen deutlich affiner: Während nicht einmal jedes zweite Mädchen rege l-
mäßig digitale Spiele nutzt, sind es bei den Jungen vier Fünftel. Außerdem ist die Faszina-
tion bei den Jüngsten am größten: Zwischen zwölf und 13 Jahren spielen drei Viertel r e-
gelmäßig, bei den 18- bis 19-Jährigen sind es nur noch 61 Prozent. Jugendliche mit einem
formal höheren Bildungsniveau (57 %) sind etwas weniger spielaffin als Jugendliche mit
niedrigerem Bildungshintergrund (64 %).
Der Vergleich aller digitalen Spielformen zeigt, dass Handyspiele die weiteste Verbreitung
haben, gefolgt von Onlinespielen auf dem zweiten Platz. Konsolenspiele sind dann schon
etwas weniger alltagsrelevant und Offline- Computerspiele sowie Games auf dem Tablet
finden keine breite Akzeptanz im Medienalltag der Zwölf- bis 19-Jährigen.
Betrachtet man die unterschiedlichen Spieloptionen im Detail, wird deutlich, dass diese
unterschiedliche Nutzungsmuster aufweisen. Handy - bzw. Smartphonespiele sind für
Mädchen die interessanteste Möglichkeit, dennoch sind die Jungen auch hier affiner. Wä h-
rend gut jedes dritte Mädchen regelmäßig am Handy oder Smartphone spielt (36 %), ist es
bei den Jungen jeder Zweite (53 %). Auch hier zeigt sich deutlich, dass das digitale Spiel
am Smartphone eher etwas für die Jüngeren zu bieten hat (12- 13 Jahre: 58 %, 14 -15
Jahre: 46 %, 16-17 Jahre: 41 %, 18-19 Jahre: 36 %). Insgesamt hat der Anteil regelmäß i-
ger Smartphonespieler im Vergleich zu 2015 leicht abgenommen (-2 PP).
16
16 Dieser Zusammenhang gibt einen Hinweis darauf, dass der Live-Gang von Pokémon Go auf die Stic h-
probe der JIM-Studie keinen Einfluss hat. Vgl. S. 42.
13
14
21
35
45
7
12
15
9
15
17
20
23
15
19
62
54
41
41
22
0 25 50 75 100
Tabletspiele
Computerspiele
(offline)
Konsolenspiele
Onlinespiele
Handyspiele
täglich/mehrmals pro Woche einmal/Woche - einmal/14 Tage einmal/Monat - seltener nie
Digitale Spielformen im Vergleich:
Nutzungsfrequenz 2016
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Seite 44 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Die „klassischen“ Spieloptionen an Computer, Konsole und Online sind nach wie vor für
Jungen deutlich interessanter: Betrachtet man nur das Spielen über diese drei Plattformen,
dann zählen 72 Prozent der Jungen und nur 14 Prozent der Mädchen zu den regelmäßigen
Nutzern. Außerdem verliert das Gamen an PC, Konsole und Online mit steigendem Alter
der Jugendlichen etwas an Reiz: Bei den Zwölf - bis 13-Jährigen zählen nur 13 Prozent zu
den Nichtnutzern, während es bei den 18- bis 19-Jährigen jeder Vierte ist (26 %, 14 -15
Jahre: 20 %, 16 -17 Jahre: 23 %). Jugendliche mit formal höherem Bildungshintergrund
spielen zu 73 Prozent zumindest selten PC -, Konsolen- oder Onlinespiele, bei den übrigen
Schulformen sind es 83 Prozent.
Tablet-Spiele zeigen im Alltag der Zwölf - bis 19 -Jährigen die geringste Relevanz. Zwar
besitzt mittlerweile jeder dritte Jugendliche ein eigenes Tablet (30 %), diese Geräte werden
aber offenbar eher für andere Tätigkeiten als Spielen (regelmäßig) genutzt. Mindestens
mehrmals pro Woche spielen nur 13 Prozent der Jugendlichen auf dem Tablet-PC, auch ist
hier keine Dynamik festzumachen (2015: 14 %).
In der JIM -Studie 2016 wurden außerdem diejenigen Jugendlichen, die zumindest selten
über mindestens eine der unters uchten P lattformen (Computer, Konsole, Online, Tablet
oder Smartphone) spielen, gefragt, welches Gerät sie am häufigsten zum Spielen nutzen.
Hier zeigt sich mit 44 Prozent erneut die große Alltagsrelevanz von Smartphonespielen .
Diese Spielform ist die einzige, die für die breite Masse der Mädchen Relevanz hat. Für gut
ein Viertel (jeden dritten Jungen) sind Computer oder Laptop die Geräte, an denen am
häufigsten gespielt wird (meist Spiele, die eine anspruchsvolle Grafik haben und somit
einen großen Bildschirm und hohe Rechnerleistung nötig machen). Ein Fünftel spielt am
häufigsten über feste Spielkonsolen und nur sechs Prozent geben an, am häufigsten am
Tablet-PC zu spielen. Tragbare Spielkonsolen (die immerhin noch 45 Prozent der Jugen d-
lichen besitzen) spielen offenbar im Smartphone-Zeitalter eine eher nebensächliche Rolle.
Am häufigsten genutztes Gerät zum digitalen Spielen 2016
3
3
29
38
28
2
10
10
14
63
2
6
20
27
44
0 25 50 75 100
Tragbare
Spielkonsole
Tablet-PC
Feste Spielkonsole
Computer/Laptop
Handy/Smartphone
Gesamt
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Nutzer von Computer-, Konsolen-, Online-, Tablet-, Handyspielen, n=1.100
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 45
Die Spieldauer der Zwölf - bis 19- Jährigen (betrachtet über alle Spielmöglichkeiten, also
Computer-, Konsolen- , Online -, Tablet - und Smartphonespiele) beträgt an einem durc h-
schnittlichen Wochentag 77 Minuten (2015: 87 Min.) und am Wochenende 108 Minuten
(2015: 114 Min.). Mädchen (46 Min.) spielen an Wochentagen halb so lange wie Jungen
(106 Min.), am Wochenende ist die Spieldauer der Jungen (155 Min.) sogar fast dreimal so
hoch wie die der Mädchen (58 Min.). Die 14- bis 15-Jährigen spielen am kürzesten (Mo-Fr:
73 Min.), die Zwölf - bis 13- Jährigen am längsten (86 Min., 16- 17 Jahre: 76 Min., 18- 19
Jahre: 74 Min.). Gymnasiasten (61 Min.) spielen deutlich kürzer als Jugendliche mit einem
formal niedrigeren Bildungshintergrund (98 Min.).
Das beliebteste Spiel über alle fünf Spieloptionen (bis zu drei Titel konnten genannt wer-
den) ist auch im Jahr der Fußball -EM, wie schon oft, das Fußballspiel „FIFA“ (17 %). Platz
zwei belegt das Open- World-Spiel „Minecraft“ mit 14 Prozent, auf Platz drei folgt das A c-
tion-Game „Grand Theft Auto (GTA)“ (9 %). Mit jeweils sieben Prozent der Nennungen
teilen sich das Onlinespiel „League of Legends ( LoL)“ und die Handy -App „Candy Crush“
den vierten Platz. Jeweils sechs Prozent nennen den First -Person-Shooter „Call of Duty“ ,
das Strategie-Spiel „Clash of Clans“ sowie die Simulation „Die Sims“.
Während Mädchen am liebsten „Candy Crush“ (14 %, Jungen: 1 %) und „Die Sims“ (13 %,
Jungen: -) spielen, präferieren die Jungen „FIFA“ (27 %, Mädchen: 4 %) und „Minecraft“
(19 %, Mädchen: 7 %).
Liebste Computer-, Konsolen-, Online-, Tablet- und Handyspiele
Rang 1 - 3
- bis zu drei Nennungen -
12-13 Jahre 14-15 Jahre 16-17 Jahre 18-19 Jahre
Rang 1 „Minecraft" 33% „Minecraft" 14% „FIFA“ 19% „FIFA" 17%
Rang 2 „FIFA" 16% „FIFA" 14% „Grand Theft Auto" 11% „Grand Theft Auto" 11%
„League of Legends“ 11%
Rang 3 „Clashof Clans" 6% „Grand Theft Auto" 8% „Candy Crush“ 9% „Candy Crush“ 9%
Haupt-/Realschule Gymnasium
Rang 1 „FIFA" 17% „FIFA" 16%
Rang 2 „Minecraft" 13% „Minecraft" 13%
Rang 3 „Grand Theft Auto" 11% „Candy Crush" 8%
„League of Legends“ 8 %
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Nutzer von Computer-, Konsolen-, Online-, Tablet-, Handyspielen, n=1.100
Seite 46 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
14. Smartphone und Schule
Im Oktober 2016 hat die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka angekündigt, die
Schulen in Deutschland fit für die digitale Zukunft zu machen. 17 Fünf Milliarden Euro sollen
in Beratungsstrukturen und technische Infrastruktur wie Computer und WLAN investiert
werden. Während die technische Ausstattung an Schulen offensichtlich noch Optimi e-
rungsbedarf hat, ist die Ausstattung der Schüler selbst bereits auf hohem Niveau ange-
kommen (vgl. Kap 2). 97 Prozent der Jugendlichen haben ein Smartphone und 87 Prozent
können zuhause das WLAN uneingeschränkt nutzen. Auch die Onlinezeit von täglich 200
Minuten zeigt, dass der Alltag von Jugendlichen digital geprägt ist. Das gilt auch für den
schulischen Teil. Insgesamt verbringen Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren nach eige-
nen Angaben im Schnitt etwa eineinhalb Stunden pro Tag mit Hausaufgaben (mit und ohne
Computer/Internet), wobei Jungen mit durchschnittlich 78 Minuten weniger Zeit in ihre
Schulkarriere investieren als Mädchen (106 Min.). Fast die Hälfte dieser Zeit (43 % bzw. 40
Min.) verbringen jugendliche Schülerinnen und Schüler jeden Tag am Computer oder im
Internet um etwas für die Schule zu erledigen. Zeitlich liegen Jungen und Mädchen gleich
auf, der prozentuale Anteil fällt bei Jungen mit 50 Prozent aber deutlich höher aus als bei
Mädchen (38 %). Die computergestützte Hausaufgabenzeit steigert sich von einer guten
halben Stunde bei den Zwölf- bis 13 -Jährigen auf eine gute Dreiviertelstunde bei den
volljährigen Schülern – bezogen auf die Zeit, die generell für Hausaufgaben aufgewendet
wird, steigt der Anteil von 41 auf 46 Prozent.
17 https://www.bmbf.de/de/sprung-nach-vorn-in-der-digitalen-bildung-3430.html, abgerufen am 21.10.2016
Lernen und Computer-/Internetnutzung zuhause für die Schule 2016
- Mo-Fr, in Minuten -
92
106
78 80
94 97 100
87
95
40 40 39
33
37
46 46
39
47
0
30
60
90
120 Hausaufgaben/Lernen zuhause für die Schule Computer-/Internetnutzung zuhause für die Schule
Quelle: JIM 2016, Angaben in Minuten
Basis: Schüler, n=990
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 47
Dass neben der Arbeit für Texte und Präsentationen bei den Hausaufgaben das Internet
als Informationsquelle eine wichtige Rolle spielt, zeigen eine Reihe von Kennzahlen: 28
Prozent der Jugendlichen nutzen innerhalb von 14 Tagen YouTube um dort Erklärvideos
zu Themen aus der Schule anzusehen. Sieben Prozent nutzen täglich Wikipedia oder
vergleichbare Angebote. Diese Daten belegen, dass Schüler zuhause bereits digitale
Hilfestellung in Anspruch nehmen.
Obwohl fast alle Schüler ein Smartphone besitzen und dieses daher theoretisch auc h für
unterschiedliche Anwendungsfälle im Unterricht einsetzen könnten, sieht die Realität a n
den Schulen etwas anders aus. Mit 94 Prozent darf zwar die große Mehrheit der Schüler
ein Handy mit in die Schule nehmen , d ort unterliegt es dann allerdings meist gewissen
Restriktionen.
18 Zwei Fünftel der Schüler dürfen das Handy zwar mitnehmen, aber nicht in
der Schule benutzen, jeder dritte Schüler darf das Handy in der Schule nur in den Pausen
verwenden und nur gut jedem Fünften ist es erlaubt, das Handy für die Arbeit im Unterricht
zu nutzen. Mit zunehmendem Alter wird den Schülern mehr Autonomie gewährt . Während
nur jeder Zehnte der Zwölf - bis 13-Jährigen das Handy im Unterricht nutzen darf und über
die Hälfte ein völliges Nutzungsverbot an der Schule haben, kann fast jeder zweite volljä h-
rige Schüler im Unterricht darauf zurückgreifen und nur für 15 Prozent der Schüler in dieser
Altersgruppe ist die Nutzung an der Schule ganz verboten.
18 Zur rechtlichen Situation in den Bundesländern siehe:
https://www.handysektor.de/paedagogenecke/handyordnung/handy-in-der-schule-regelungen-der-
bundeslaender.html, abgerufen am 28.10.2016
Ich darf das Handy…
25
17
45
22
20
11
19
25
22
35
27
36
41
29
24
34
30
32
34
48
15
31
43
57
40
39
40
5
7
4
6
7
8
7
6
6
0 25 50 75 100
Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
… im Unterricht für den Unterricht benutzen … nur in den Pausen benutzen
… nicht in der Schule benutzen … nicht mit in die Schule nehmen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Schüler, n=990
Seite 48 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Was die Zugangsmöglichkeiten zum Internet in der Schule betrifft, geben 41 Prozent der
Schüler an, dass an der Schule ein WLAN -Netz vorhanden ist. Allerdings ist dieses meist
nicht für die Schüler gedacht. 29 Prozent sagen, dass ihnen das WLAN nicht zur Verfügung
steht, fünf Prozent der Schüler dürfen es nur in den Pausen nutz en und gerade einmal
sieben Prozent können das kabellose Schulnetz während des Unterrichts als Zugang zum
Internet verwenden. Eine Ausnahme bilden hierbei nur die volljährigen Schüler, die zu 18
Prozent WLAN im Unterricht nutzen dürfen. Nach Angaben der Schüler haben Gymnasien
im Vergleich zu den anderen Schultypen sowohl eine höherer Ausstattungsrate als auch
eine höhere Nutzungsrate des WLAN-Netzes im Unterricht.
Das WLAN in meiner Schule darf ich mit meinem Handy…
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
… auch im Unterricht für den Unterricht nutzen … nur in den Pausen nutzen
… nicht nutzen In meiner Schule gibt es kein WLAN
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Schüler, n=990
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 49
15. Mobbing im Internet
Die inzwischen omnipräsent verfügbare Möglichkeit, Bilder und Filme aufzunehmen und
diese direkt an Dritte weiterzugeben, kann auch Probleme bereiten, wenn diese bspw.
unreflektiert verschickt, die Betroffenen nicht um Erlaubnis gefragt oder wenn Bilder und
Inhalte sogar bewusst in beleidigender Absicht verschickt werden. Die Definition verschi e-
dener Nutzergruppen macht es einfach, andere auszugrenzen und bspw. ohne deren
Wissen über sie zu lästern. Unter (meist vermeintlicher) Anonymität ist für manche Jugend-
liche die Hemmschwelle geringer, Dinge zu sagen (bzw. zu schreiben) die sie ihrem Ge-
genüber persönlich in dieser Form nie mitteilen würden. Wenn auch das Schlagwort Mob-
bing, wie es wohl meist von Schülern verwendet wird, sicherlich nicht immer das meint,
was Fachleute unter diesem Begriff subsumieren, so ist die Problematik unter Jugendlichen
doch präsent. Auch beleidigende oder diskriminierende Äußerungen, die strenggenommen
kein Mobbing darstellen, sind aus Sicht der Betroffenen dennoch eine Belastung.
In der Altersgruppe der Zwölf - bis 19-Jährigen gibt jeder Dritte (34 %) an, dass in seinem
Bekanntenkreis schon einmal jemand im Internet oder per Handy fertig gemacht wurde.
19
Mädchen haben dies mit 37 Prozent schon häufiger mitbekommen als Jungen (31 %). Je
älter die Jugendlichen sind, desto höher ist der Anteil derer, die schon von s o einem Fall
erfahren haben (12- 13 Jahre: 26 %, 14-15 Jahre: 30 %, 16-17 Jahre: 39 %, 18-19 Jahre:
39 %). Ob dies nun an der größeren Lebenserfahrung und dem größeren Freundeskreis
der Älteren liegt, oder ob dies dort häufiger vorkommt, kann an dieser Stelle nicht fes tge-
stellt werden. Bei der Betrachtung des Bildungshintergrunds zeigt sich, dass an Gymnasien
mit 32 Prozent etwas weniger Jugendliche von dieser Problematik betroffen sind als bei
den übrigen Schultypen (37 %).
Auf die direkte Nachfrage, ob sie selbst sch on einmal als Opfer von Mobbing betroffen
waren, antworten acht Prozent aller Jugendlichen mit ja, dies entspricht einer Größenor d-
nung von etwa 500.000 Jugendlichen in Deutschland. Mädchen sind mit neun Prozent
etwas häufiger betroffen als Jungen (7 %). Der Anteil der Opfer solcher Attacken wird mit
zunehmendem Alter deutlich größer (12- 13 Jahre: 4 %, 14 -15 Jahre: 6 %, 16 -17 Jahre:
8 %, 18-19 Jahre: 13 %). An Gymnasien ist der Anteil mit sieben Prozent etwas geringer
als bei den übrigen Schulformen (10 %).
Um einen ersten Anhaltspunkt zu erhalten, wie die Schüler mit dieser Problematik umge-
hen, bzw. umgehen würden, soweit sie selbst noch nicht betroffen waren, wurde nach
(potentiellen) Optionen der Hilfestellung gefragt . Hierauf geben 59 Prozent an, dass si e
19 Die Fragestellung lautete „Gibt es jemanden in Deinem Bekanntenkreis, der schon mal
per Handy oder im Internet fertig gemacht wurde?“. In einem zweiten Schritt wurde dann gefragt: „Und
ist Dir das selbst auch schon mal passiert?“
Seite 50 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
sich an i hre Eltern wenden würden, z wei Fünftel würden sich eher Freunden anvertrauen
und elf Prozent würden ihre Geschwister um Hilfe bitten. Je sechs Prozent würden sich
Unterstützung von ihren Lehrern oder der Polizei holen. Vier Prozent würden versuc hen
damit alleine klar zu kommen. Beratungsstellen, weitere Angehörige sowie der Provider
oder gar der Verursacher werden von jeweils einem Prozent genannt.
Jungen und Mädchen unterscheiden sich darin, dass Mädchen sich häufiger an Eltern,
Freunde und Ges chwister wenden würden als Jungen. Diese hingegen würden sich eher
an Lehrer oder die Polizei wenden als Mädchen. Auch der Anteil derer, die keinerlei Hilfe in
Anspruch nehmen würden, ist bei den Jungen höher.
An wen sich die Jugendlichen hilfesuchend wenden (würden) hängt auch vom Alter ab. Bei
den Jüngsten mit zwölf bis 13 Jahren stehen mit 74 Prozent klar die Eltern im Fokus, nur
knapp jeder Dritte würde sich an die Freunde wenden. Bei den volljährigen Jugendlichen
hat sich dieses Verhältnis dann umgekehrt, hier suchen nur noch 46 Prozent Unterstützung
bei den Eltern und jeder Zweite (49 %) würde sich dem Freundeskreis anvertrauen.
Setzt man die Schwelle der Beeinträchtigung etwas niedriger und unterstellt nicht explizit
die Absicht, jemanden gezielt fertig zu machen, sondern fragt nach, ob über die befragte
Person schon einmal beleidigende, falsche oder peinliche Sachen im Internet oder per
Handy verbreitet wurden, so sieht sich jeder Fünfte als Betroffener. Jungen und Mädchen
Habe mir Hilfe geholt/würde mit Hilfe holen bei…
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Verursacher
Angehörige/Bekannte
Beratungsstelle/Seelsorge/Psychologe
Betreiber/Provider
keine Hilfe geholt
Polizei
Lehrern
Geschwistern
Freunden
Eltern
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 51
antworten hier gleichermaßen. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil jedoch deutlich an.
Jeder vierte volljährige Jugendliche w urde schon mit beleidigenden, falschen oder peinl i-
chen Inhalten über seine Person im Netz konfrontiert.
Konkretisiert man die Frage auf das Verbreiten peinlicher oder beleidigender Fotos oder
Videos, mussten 13 Prozent der Jugendlichen schon einmal Erfahrungen mit solchen
Inhalten über sie machen. Mädchen und Jungen sind hier gleichermaßen betroffen (Jun-
gen: 13 %, Mädchen : 14 %). Wie bei diesen Inha lten generell, zeigt sich auch bei den
Fotos und Videos eine deutliche Zunahme mit steigendem Alter der Befragten (12 -13
Jahre: 6 %, 14-15 Jahre: 10 %, 16-17 Jahre: 16 %, 18-19 Jahre: 20 %).
Es hat schon mal jemand falsche oder beleidigende Sachen über
mich per Handy oder im Internet verbreitet
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
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Jungen
Mädchen
Gesamt
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: alle Befragten, n=1.200
Seite 52 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
16. Smartphone: Digitaler Stress oder Selbstbestimmung
Das Smartphone ist inzwischen Schaltzentrale für Kommunikation, Information und Unter-
haltung geworden. Durch die Organisation von Schule und Freizeit kommt dem Handy eine
wichtige Rolle im Alltag zu. Aber angesichts der unzähligen Möglichkeiten und ständigen
Aktivierung des Nutzers durch Botschaften und Nachrichten kann das Handy auch ein
Störfaktor sein. Wie diese „ständige Präsenz“ des Freundeskreises und das riesige Ange-
bot unterschiedlichster Nutzungsoptionen die Wahrnehmung des eigenen Alltags prägt,
wurde in der JIM -Studie 2016 mithilfe von sechs Statements abgefragt. Im Mittelpunkt
stand hierbei die Frage, ob die Optionen des Smartphones eher positiv wahrgenommen
werden oder sie umgekehrt den Alltag eher in Form von digitalem Stress beeinträchtigen.
So bestätigen sieben von zehn Jugendlichen die Aussage, dass sie selbst mit dem Ange-
bot an Apps und Communities manchmal zu viel Zeit verschwenden. 68 Prozent sind
allerdings auch der Ansicht, dass eine Organisation des Freundeskreises heute ohne
Handy gar nicht mehr möglich wäre. Mehr als jeder Zweite (55 %) ist ab und an genervt
von zu vielen Na chrichten auf dem Handy. Jeder Zweite stuft das Handy als sehr wichtig
ein, um den Schulalltag zu koordinieren. Hier geht es neben den Hausaufgaben auch um
Stundenplanänderungen und Vertretungen. Jeder Fünfte ist der Ansicht, dass ohne Handy
auch in der Familie Planung und Organisation nicht mehr möglich wäre. 19 Prozent be-
fürchten etwas zu verpassen, wenn sie das Handy ausschalten.
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Wenn ich mein Handy nicht anhabe, habe ich Angst, etwas
zu verpassen
Ohne Handy wäre die Organisation und Planung in unserer
Familie gar nicht mehr möglich
Inzwischen ist das Handy auch für die Schulorganisation
sehr wichtig, also wenn Stunden ausfallen, wer die
Vertretung macht und auch bei Hausaufgaben
Ich bekomme manchmal so viele Nachrichten aufs Handy,
dass es mich total nervt
Ohne Handy wäre die Organisation und Planung in meinem
Freundeskreis gar nicht mehr möglich
Mit den vielen Apps und Communities die ich nutze,
verschwende ich manchmal ganz schön viel Zeit
Gesamt
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die ein Handy/Smartphone besitzen, n=1.162
Meinungen zu Handy/Smartphone 2016
- stimme voll und ganz/weitgehend zu -
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 53
Mädchen haben eher als Jungen das Gefühl, zu viel Zeit mit Apps und Communities zu
verschwenden und bestätigen auch häufiger, dass das Handy für die Schulorganisation
sehr wichtig ist. Ansonst unterscheiden sich Jungen und Mädchen in ihrer Einschätzung
nur sehr geringfügig.
Durch die Aussagen wird klar, dass das Handy auch von Jugendlichen als belastend be-
griffen werden kann. Die JIM -Studie 2016 fragt Jugendliche offen nach Situationen, bei
denen ihr Handy üblicherweise aus geschaltet bleibt. Gründe hierfür können dabei sowohl
Verbote oder aber auch die eigene Einsicht sein, dass ein Handy in einer bestimmten
Situation stört oder nicht angemessen erscheint. Bei dieser Frage bestätigen 72 Prozent
der Jugendlichen, dass sie selbst generell handyfreie Zeiten haben. Auf die Nachfrage, in
welchen Situationen das Handy ausgeschaltet bleibt, werden von mehr als jedem Dritten
die Hausaufgaben genannt. Gut jeder Vierte verzichtet (freiwillig oder unfreiwillig) nachts
oder am Abend auf das Handy. 14 Prozent verbringen bewusst bestimmte Zeit mit Freun-
den und der Familie ohne Handy. Ein kleiner Anteil der Jugendlichen verzichtet beim Sport
(7 %) oder bei der Arbeit (6 %) auf das Handy. Als weitere handyfreie Zeiten werden das
Wochenende, „im Urlaub“, „beim Essen“, „im Kino oder Theater “ oder einfach „wenn man
seine Ruhe haben will“ genannt (jeweils 4 %). Bei der Betrachtung nach Alter überrascht es
nicht, wenn bei den Hausaufgaben bzw. beim Lernen oder in der Nacht vor allem die jün-
geren Jugendlichen zu einem größeren Anteil handyfreie Zeiten haben, möglicherweise
greift in dieser Altersgruppe e ine entsprechende Familienregel. Für ältere Jugendliche
kommt dann der Arbeitsplatz als handyfreie Zone hinzu.
Ich habe handyfreie Zeiten
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0 25 50 75 100
Wenn ich Zeit für mich/Ruhe haben will
Beim Essen
Im Kino/Theater
Am Wochenende/im Urlaub
Bei der Arbeit
Beim Sport/Training
Bei Zeit mit der Familie/Treffen mit Freunden
Abends/nachts
In der Schule/bei Hausaufgaben/Lernen
Ja, und zwar
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die ein Handy/Smartphone besitzen, n=1.162
Seite 54 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
Wenn 70 Prozent der Jugendlichen selbst das Gefühl haben, dass sie manchmal zu viel
Zeit mit dem Handy verbringen, kann es ein interessantes Experiment sein, für einen be-
stimmten Zeitraum bewusst auf das Handy zu verzichten. Unter dem Begriff „Handyfasten“
wird dies auch von einigen Schulen regelmäßig durchgeführt. Die Jugendlichen in der JIM-
Studie wurden gefragt
20, ob sie sich überhaupt vorstellen könnten, eine Woche ohne Han-
dy zu leben. Zumindest in der theoretischen Vorstellung scheint dies für viele Jugendliche
eine Option zu sein. Vier Fünftel geben an, sie könnten sich eine Woche ohne Handy
vorstellen. Die Geschlechter, Alters - und Bildungsgruppen unterscheiden sich hierbei
überraschenderweise kaum.
20 Die Fragestellung lautete: „Kannst du dir eine Woche ohne Handy vorstellen?“
Ich kann mir eine Woche ohne Handy vorstellen
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
Quelle: JIM 2016, Angaben in Prozent
Basis: Befragte, die ein Handy/Smartphone besitzen, n=1.162
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 55
17. Zusammenfassung
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) erhebt seit 1998 mit der
repräsentativen Studienreihe „JIM“ ( Jugend, Information, (Multi -)Media) Grundlagendaten
zur Mediennutzung Jugendlicher in Deutschland. Die JIM -Studie wird vom mpfs, als K o-
operation der beiden Landesmedienanstalten von Baden- Württemberg (LFK) und Rhei n-
land-Pfalz (LMK), gemeinsam mit dem Südwes trundfunk (SWR) durchgeführt. Für die
vorliegende Ausgabe der Studienreihe wurden 1.200 Jugendli che zwischen zwölf und 19
Jahren in ganz Deutschland im Zeitraum vom 24. Mai bis 31. Juli 2016 telefonisch befragt.
Zwölf- bis 19-Jährige wachsen heute in einem sehr vielfältig mit Mediengeräten ausgestat-
teten Umfeld auf. In praktisch allen Familien mit Zwölf - bis 19-Jährigen sind Mobiltelefone,
Computer/Laptop, Fernsehgeräte sowie ein Internetzugang vorhanden. Tablet -PCs stehen
mittlerweile in zwei von drei Ha ushalten zur Verfügung. Jeweils zwei von fünf Haushalten
besitzen ein Abo eines Streaming- Dienstes und knapp ein Viertel der Familien hat einen
Pay-TV-Vertrag wie bspw. Sky abgeschlossen. Jugendliche selbst besitzen ebenfalls ein
sehr breites Repertoire an Mediengeräten. Mit 97 Prozent hat praktisch jeder Zwölf- bis 19-
Jährige ein eigenes Mobiltelefon, bei 95 Prozent handelt es sich um ein Smartphone, drei
Viertel haben auch einen eigenen PC oder Laptop zur Verfügung (74 %). Gut die Hälfte der
Jugendlichen hat einen Fernseher (55 %) oder ein Radio (54 %) im Eigenbesitz. Fast jeder
zweite Jugendliche hat zuhause eine eigene mobile (45 %) oder stationäre (45 %) Spiel-
konsole. Einen DVD-Player oder Festplattenrekorder (31 %) sowie einen Tablet-PC (30 %)
kann knapp jeder Dritte sein Eigen nennen. Fernseher mit Internetzugang (16 %) sowie E-
Book-Reader (10 %) und Streaming -Boxen (6 %) sind noch nicht mehrheitlich in den J u-
gendzimmern angekommen.
Seit 2005 wird in der JIM-Studie in regelmäßigen Abständen die subjektive Glaubwürdigkeit
unterschiedlicher Mediengattungen aus Sicht der Zwölf - bis 19-Jährigen erhoben. Basi e-
rend auf der Vorstellung, ihnen lägen widersprüchliche Medienberichte zu ein und demsel-
ben Ereignis aus Tageszeitung, Fernsehen, Radio und Internet vor, sollen die Jugendlichen
sich für die Mediengattung entscheiden, der sie am ehesten vertrauen würden. In diesem
Szenario votieren 41 Prozent für die Tageszeitung, ein Viertel entscheidet sich für das
Fernsehen. Knapp jeder Fünfte setzt auf das Radio und 15 Prozent halten das Internet für
am vertrauenswürdigsten.
Im Jahr 2016 zählen mit 38 Prozent abermals zwei von fünf Jugendlichen zu den regelm ä-
ßigen Lesern gedruckter Bücher. Die Präferenz für Bücher ist bei Mädchen, von denen fast
die Hälfte (46 %) regelmäßig zum Buch greift, deutlich stärker ausgeprägt als bei Jungen
(30 %). E -Books haben sich noch immer nicht im jugendlichen Alltag durchgesetzt, sie
werden von gerade einmal sechs Prozent der Zwölf - bis 19-Jährigen regelmäßig genutzt
Seite 56 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
(2015: 5 %). Nach eigener Einschätzung der Jugendlichen lesen sie an einem durchschnitt-
lichen Wochentag 57 Minuten lang in Büchern – egal ob in gedruckter oder elektronischer
Form. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Lesedauer insgesamt um sechs Minuten abg e-
nommen.
Das Radio hat einen beständigen Stellenwert im Alltag der Jugendlichen. 78 Prozent der
Zwölf- bis 19-Jährigen hören täglich oder mehrmals pro Woche Radioprogramme, wobei
mehr Mädchen (82 %) als Jungen (73 %) zu den regelmäßigen Hörern zählen. Nach eige-
ner Schätzung hören die Zwölf- bis 19-Jährigen durchschnittlich 79 Minuten Radio pro Tag,
auch hier Mädchen ( 84 Min.) etwas länger als Jungen (75 Min.). Traditionelle Ausspi e-
lungswege haben nach wie vor die größte Bedeutung, der Großteil der Jugendlichen hört
über ein Autoradio (75 %) oder ein „normales“ UKW -Radio (52 %). Knapp ein Fünftel hört
Radio über das Smartphone, etwa jeder zehnte jugendliche Radiohörer nutzt in diesem
Zeitraum ein DAB+ -Radio oder hört am PC über das Internet Radio. Zum Musikhören
generell stehen daneben weitere potentielle Ausspielwege zur Verfügung. Aber auch hier
steht bei den Zwölf - bis 19-Jährigen das Radio an erster Stelle, 65 Prozent hören minde s-
tens mehrmals pro Woche live bei Radiosendern Musik. Gut jeder Zweite (55 %) nutzt
regelmäßig Musik bei YouTube, 44 Prozent hören über Streaming- Dienste wie bspw.
Spotify. Zwei von fünf Jugendlichen (39 %) nutzen mindestens mehrmals pro Woche Musik
auf Trägermedien wie CD und Kassette oder als MP3-Dateien.
Wie in den Jahren zuvor haben aktuell mit 99 Prozent fast alle Jugendlichen Zugang zum
Internet. Einen Höchststand hat hingegen die tägliche Reichweite des Internets erreicht:
Aktuell nutzen 87 Prozent das Internet (mindestens einmal) täglich, im Vorjahr waren es
noch 80 Prozent. An einem durc hschnittlichen Wochentag schätzen die Jugendlichen ihre
Internetnutzungsdauer aktuell auf 200 Minuten. Bei Mädchen fällt sie mit 206 Minuten
knapp zehn Minuten höher aus als bei Jungen (194 Min.), das Zeitkontingent wächst im
Altersverlauf von 142 Minuten bei den Jüngsten auf 185 Minuten bei den 14- bis 15-
Jährigen an und ist mit durchschnittlich 235 Minuten bei den 16- bis 17-Jährigen am stärks-
ten ausgeprägt (18-19 Jahre: 233 Min.). Mit 41 Prozent entfällt der größte Anteil der Inter-
netnutzungszeit auf kom munikative Aspekte, 29 Prozent der Online- Nutzung wird für U n-
terhaltung aufgewendet, 19 Prozent entfallen auf Spiele und nur noch zehn Prozent auf die
Suche nach Informationen. Der bedeutend ste Zugangsweg zum Internet ist für die Inter-
netnutzer das Handy/S martphone, für drei Viertel ist dies die häufigste Option online zu
gehen. Sehr weit abgeschlagen nennt jeder Zehnte den stationären Computer, acht Pr o-
zent führen den Laptop an. Tablet-PCs sind nur bei vier Prozent am häufigsten im Einsatz.
Betrachtet man detailliert die Angebote, die zur Kommunikation genutzt werden, hat
WhatsApp eine uneinholbare Spitzenposition inne. 95 Prozent aller Jugendlichen nutzen
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 57
diesen Dienst regelmäßig (täglich: 89 %). 51 Prozent zählen zu den regelmäßigen Nutzern
von Instagram (täglich: 39 %), Snapchat liegt mit 45 Prozent (tägliche Nutzung: 35 %)
knapp dahinter, dicht gefolgt von Facebook (43 %, täglich: 32 %). Während WhatsApp und
Snapchat von den Jugendlichen überwiegend aktiv genutzt werden (z. B. durch Schreiben
von Texten und Einstellen von Bildern) liegt der Anteil aktiver Nutzer bei Instagram mit gut
der Hälfte deutlich niedriger, der Anteil der passiven Nutzer steigt auf über ein Drittel an.
Die Nutzer von Facebook beschreiben sich zum Großteil als passive Nutzer.
Auch das Fernsehen hat weiterhin einen festen Platz im Alltag Heranwachsender. 46
Prozent der Jugendlichen sehen nach eigenen Angaben täglich, weitere 33 Prozent mehr-
mals die Woche fern. Die eigene Fernsehnutzung wird von den Jugendlichen auf 105
Minuten geschätzt (2015: 113 Min.). Auch wenn die Nutzung mittlerweile über unterschied-
lichste Kanäle erfolgen kann, nutzen Jugendliche nach wie vor Fernsehinhalte hauptsäc h-
lich über das klassische stationäre Fernsehgerät, Internet bzw. Handy/Smartphone und der
Tablet-PC etablieren sich aber zunehmend als weiterer Distributionsweg. Was die Inhalte
betrifft, zählen zu den beliebtesten Sendungsgenres Sitcoms/Comedy (34 %), Kr i-
mis/Mystery (22 %), Comic/Zeichentrick (18 %), Scripted R eality-Formate (17 %) und
Wissensmagazine (14 %). Für 45 Prozent ist der Unterhaltungs - und Entertainmentsender
Pro7 das liebste Fernsehprogramm. Knapp zwei Drittel derjenigen, die zumindest selten
fernsehen, geben an, Serien und Filme auch schon einmal im Internet gesehen zu haben.
Ein Drittel der Mädchen und Jungen weiß, dass man Serien und Filme auch im Internet
nutzen kann, hat diese Option aber noch nie genutzt. Drei Prozent hören im Zuge der
Befragung erstmals von dieser Möglichkeit. Auf die Nachfrage, wo genau Serien und Filme
angesehen werden, steht YouTube (47 %) an erster Stelle, Netflix auf Platz zwei (29 %)
und unterschiedliche Nennungen zu Video- on-Demand-Plattformen wie amazon prime
bzw. lovefilm.de auf dem dritten Rang (18 %).
Wenn Jugendliche sich im Internet informieren, führt sie der erste Weg zu einer Suchm a-
schine, meist ist das Google – 87 Prozent nutzen diese Rechercheplattformen mindestens
mehrmals pro Woche, 58 Prozent sogar täglich. Die Möglichkeit, sich bei YouTube Videos
anzusehen, um sich über ein bestimmtes Thema zu informieren, wird von 57 Prozent der
Jugendlichen regelmäßig wahrgenommen (täglich: 26 %), mit 36 Prozent erhält ein Drittel
regelmäßig über Soziale Netzwerke wie Faceboo k oder Twitter Nachrichten und aktuelle
Informationen (täglich: 23 %). Online -Lexika wie Wikipedia stellen für 35 Prozent eine
bedeutende Informationsquelle dar, Nachrichtenportale von Zeitungen (20 %) oder Zei t-
schriften (15 %) sind für etwa ein Fünftel der Jugendlichen eine Option.
YouTube spielt generell eine sehr große Rolle im Medienalltag der Jugendlichen. 86 Pr o-
zent nutzen YouTube mindestens mehrmals pro Woche, 56 Prozent sogar täglich (Mä d-
Seite 58 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
chen: 48 %, Jungen: 64 %). Der Anteil regelmäßiger YouTube- Nutzer fällt bei Jungen mit
89 Prozent höher aus als bei Mädchen (81 %). 55 Prozent der YouTube- Nutzer sehen
mindestens mehrmals pro Woche Musikvideos an, kurze lustige Clips werden von 40
Prozent regelmäßig genutzt, Let’s -play-Videos und Comedy -Formate von YouTubern
werden von jedem Dritten regelmäßig gesehen. Videos zu Nachrichten und dem aktuellen
Geschehen, Lernvideos bzw. Tutorials und Videos, bei denen es um Sport geht, haben für
jeden Fünften Relevanz. Für 16 Prozent sind Mode- oder Beauty-Videos von großer B e-
deutung, ähnlich groß ist der Anteil derer, die sich regelmäßig Fernsehsendungen oder
Ausschnitte davon ansehen.
Digitale Spiele über Computer (offline), Konsole, Tablet, Smartphone oder online sind fest
im Alltag der Jugendlichen veran kert. Gut drei von fünf Jugendlichen spielen regelmäßig
über eine dieser Spieloptionen, nur acht Prozent der Zwölf - bis 19-Jährigen spielen über-
haupt nicht. Digitale Spiele sind eindeutig ein männlich besetztes Thema: Während vier
von fünf Jungen regelmäßig digitale Spiele nutzen, ist es bei den Mädchen nicht einmal die
Hälfte. Außerdem ist die Faszination bei den Jüngsten am größten: Zwischen zwölf und 13
Jahren spielen drei Viertel regelmäßig, bei den 18- bis 19-Jährigen sind es nur noch 61
Prozent. Zudem sind Jugendliche mit einem formal höheren Bildungsniveau (regelmäßige
Nutzung 57 %) etwas weniger spielaffin als Jugendliche mit niedrigerem Bildungshinter-
grund (regelmäßige Nutzung 64 %). Smartphonespiele sind für Mädchen zwar auch int e-
ressant, dennoch h aben sie für Jungen einen größeren Reiz. Während gut jedes dritte
Mädchen regelmäßig am Handy oder Smartphone spielt (36 %), ist es bei den Jungen
jeder Zweite (53 %). Tabletspiele zeigen mit 13 Prozent regelmäßiger Nutzung im Alltag
der Zwölf - bis 19 -Jährigen die geringste Relevanz. Die durchschnittliche Spieldauer der
Zwölf- bis 19-Jährigen (betrachtet über alle Spielmöglichkeiten, also Computer-, Konsolen-,
Online-, Tablet - und Smartphonespiele) beträgt nach eigener Einschätzung an einem
Wochentag 77 Min uten (2015: 87 Min.). Mädchen (46 Min.) spielen halb so lange wie
Jungen (106 Min.).
Im Rahmen der JIM -Studie 2016 wurde auch der Umgang mit dem Smartphone in der
Schule untersucht. Mit 94 Prozent darf die große Mehrheit der Schüler ein Handy mit in die
Schule nehmen, der Gebrauch unterliegt jedoch meist Restriktionen. Zwei Fünftel dürfen
das Handy dann aber nicht in der Schule benutzen, jeder dritte Schüler darf das Gerät nur
in den Pausen verwenden und gut jedem Fünften ist es erlaubt, das Handy aktiv für Unte r-
richtsbelange zu nutzen. Was die Zugangsmöglichkeiten zum Internet in der Schule betrifft,
geben 41 Prozent an, dass an ihrer Schule zwar ein WLAN -Netz vorhanden ist, dieses
aber meist nicht für die Nutzung durch Schüler freigegeben ist. Fünf Prozen t der Schüler
dürfen das Schulnetz nur in den Pausen nutzen, sieben Prozent können damit während
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016 Seite 59
des Unterrichts ins Internet gehen. Eine Ausnahme bilden hierbei nur die volljährigen
Schüler, die zu 18 Prozent das Schulnetz im Unterricht nutzen dürfen.
Die vielfältigen Möglichkeiten digitaler Kommunikation können auch zu Problemen führen.
In der Altersgruppe der Zwölf- bis 19-Jährigen gibt jeder Dritte an, dass in seinem Bekann-
tenkreis schon einmal jemand im Internet oder per Handy fertig gemacht wurde. Mädchen
haben dies mit 37 Prozent schon häufiger mitbekommen als Jungen (31 %). Die direkte
Nachfrage, ob sie denn selbst schon einmal Opfer solcher Ausgrenzung waren, bejahen
acht Prozent der Jugendlichen. Potentielle Anlaufstelle in solch einem Fall sind f ür 59
Prozent die Eltern, zwei Fünftel würden sich eher Freunden anvertrauen und elf Prozent
würden ihre Geschwister um Hilfe bitten.
Das Smartphone ist inzwischen Zentrum und Ausgangspunkt für Kommunikation, Inform a-
tion und Unterhaltung, der Umgang kann aber auch belastend sein. Wie das Smartphone
im Alltag wahrgenommen wird, wurde in der JIM -Studie 2016 mithilfe von sechs Stat e-
ments zum Thema abgefragt. Sieben von zehn Jugendlichen bestätigen die Aussage, dass
sie selbst mit dem Angebot an Apps und Comm unities manchmal zu viel Zeit verschwen-
den. 68 Prozent sind allerdings auch der Ansicht, dass eine Organisation des Freundes-
kreises heute ohne Handy gar nicht mehr möglich wäre. Mehr als jeder Zweite (55 %) ist ab
und an genervt von zu vielen Nachrichten a uf dem Handy. Jeder Zweite stuft das Handy
als sehr wichtig ein, um den Schulalltag zu koordinieren. 72 Prozent der Jugendlichen
geben an, dass sie selbst generell handyfreie Zeiten haben, in denen sie das Gerät be-
wusst ausschalten (müssen). Auf Nachfrage, welche Situationen dies sind, werden von
mehr als jedem Dritten die Hausaufgaben genannt. Gut jeder Vierte verzichtet (freiwillig
oder unfreiwillig) nachts oder am Abend auf das Handy. 14 Prozent verbringen die Zeit mit
Freunden und der Familie bewusst ohne Handy.
Die Ergebnisse der JIM -Studie 2016 belegen, dass Jugendliche in ihrer Freizeit unter-
schiedlichste Medienangebote und Kanäle nutzen – und dies dank Smartphone zuneh-
mend zeitlich und räumlich flexibel. Sie sehen Serien im Fernsehen oder bei Netflix, nutzen
WhatsApp, Instagram und Snapchat zur Kommunikation im Freundeskreis, hören Musik im
Radio und über Streaming- Dienste und informieren sich über Google und YouTube. In
ihrem „beruflichen“ Alltag in der Schule erleben Zwölf - bis 19-Jährige jedoch aktuell noch
eine andere Medienrealität. Trotz aller durchaus berechtigten Vorbehalte schülereigene
Handys im Unterricht einzusetzen, haben moderne Smartphones das Potential, auch
produktiv, kreativ und zielgerichtet eingesetzt zu werden. Hier gilt es, Hilf estellung zu ge-
ben, Chancen aufzuzeigen und pädagogisch sinnvolle Konzepte zur Praxisanwendung zu
entwickeln.
Seite 60 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2016
18. English Summary
With its representative study series 'JIM' (for 'Jugend, Information, (Multi) -Media' - 'Youth,
Information, Multimedia), the Medi enpädagogische Forschungsverbund Südwest (Peda-
gogical Media Research Centre Southwest, mpfs) has collected basic data on media usage
of young people in Germany since 1998. The JIM study is conducted jointly by mpfs and
the Südwestrundfunk (SWR) as a collaborative effort of the two State Media Authorities of
Baden-Württemberg (LFK) and Rhineland-Palatinate (LMK). For the purpose of the present
issue of the study series, 1200 young people from the whole of Germany aged between
twelve and 19 were interviewed on the phone in the period from 24 May to 31 July 2016.
Nowadays, people aged between twelve and 19 grow up in an environment equipped with
a wide range of media devices. Mobile phones, computers/laptops, TV sets as well as
internet connection are available in practically all families who have children aged between
twelve and 19. Tablet PCs have already become available in two of every three hous e-
holds. Two in every five households subscribe to streaming services and almost a quarter
of families have signed a pay -TV contract, such as Sky. Young people themselves also
own a wide repertoire of media devices. Almost every person (97%) aged between twelve
and 19 has a mobile phone of their own, 95% have a smartphone, three quarters (74%)
also possess their own PC or laptop. Just over half of adolescents have a TV set (55%) or
a radio (54%) that is their property. Almost half of teenagers have their own mobile (45%)
or stationary (45%) gaming console. Around one in three adolescents has a DVD player or
hard disk recorder (31%) of his own, as well as a tablet PC (30%). TV sets with internet
connection (16%), e-book readers (10%) and streaming boxes (6%) have not yet become
reality in most of the young people's rooms.
Subjective credibility of different media types as perceived by young people between twelve
and 19 has been periodically examined as part of the JIM -study since 2005. They were
asked to decide which media type they would most likely trust, assuming they were con-
fronted with contradictory media reports on one and the same event, described in a daily
newspaper, TV, radio and in the internet. In this scenario, 41% voted for the daily newspa-
per, a quarter decided in favour of TV. Approximately one-fifth opted for the radio, whereas
15% considered the internet the most trustworthy source.
As in previous years, in 2016 two in every five adolescents (38%) were readers of printed
books. The preference for books is distinctly more pronounced for girls - almost half of
whom (46%) reach for a book regularly - than for boys (30%). E -books have not yet be-
come popular in the daily life of young people. They are used regularly by merely six per
cent of people aged between twelve and 19. (In 2015, the figure was 5%). In the adoles-
cents' own estimation, on an average weekday they spend 57 minutes reading books,
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whether printed or electronic. Time devoted to reading decreased by altogether six mi n-
utes, compared to last year.
The radio continues to be of high every day relevance for adolescents, as 78% of young
people aged between twelve and 19 listen to radio programmes daily or several times a
week. Among regular listeners , there are more girls (82%) than boys (73%). According to
their own estimation people in the twelve to 19 age group listen to the radio for an average
of 79 minutes every day. Girls listen for nine minutes longer than boys (84 minutes vs. 75
minutes) and the amount of time spent listening to the radio increases considerably with
age. Here, traditional devices continue to be the most important ones, with the vast majority
of adolescents listening via a car radio (75%), or a 'normal' VHF radio (52%). Just under
one-fifth listen to the radio on smartphone, at the same time one in every ten young radio
listeners use a DAB+- radio (11%). Similarly, just under one-tenth listen to the radio online
via their PC. If one asks which channels are generally used by young people aged between
twelve and 19 to listen to music, then radio comes on top of the list as well, with 65% listen-
ing to music broadcast live by radio stations at least several times a week. More than every
second respondent regularly listens to music on YouTube, 44% do so via streaming ser-
vices, such as Spotify. Two in five teenagers (39%) listen to music in MP3 format, or r e-
corded on media carriers such as CDs and cassettes, at least several times a week.
As in previous years, almost all teenagers (99%) currently have at least occasional internet
access of some kind. Meanwhile, the daily reach of the internet has reached its highest
point: the percentage of adolescents using internet at least once each day is currently 87%,
as compared to last year's figure of 80%. Adolescents currently estimate the time they
spend online at 200 minutes on an average weekday. For girls, the figure is some ten
minutes more than for boys (206 minutes vs. 194 minutes). Time spent online increases
with age, starting with 142 minutes in the case of the youngest teenagers, reaching 185
minutes among those aged 14 to 15, and then finally achieving its maximum with an aver-
age of 235 minutes among those aged 16 to 17 (the figure is 233 minutes for those aged
between 18 and 19). Communication aspects account for the largest share of time spent
online (41%), 29% of online usage is spent on entertainment, 19% on games, with the
remaining 10% devoted to seeking information. Three quarters of internet users say they
most frequently surf the web with a mobile phone or a smartphone. Desktop computers and
laptops lag far behind, mentioned by ten per cent and eight per cent of respondents respec-
tively. Only four per cent say they use tablet-PCs most frequently.
A detailed examination of the communication opportunities shows WhatsApp to be the
unassailable leader. 95% of all adolescents use this service regularly, while 89% do so on
a daily basis. 51% of teenagers are regular users of Instagram (daily usage: 39%), with
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Snapchat not far behind at 45% (daily usage: 35%), followed closely by Facebook (43%,
daily usage 32%). While WhatsApp and Snapchat are used by teenagers primarily in an
active way (writing texts and uploading images), the number of active Instagram users is
clearly lower by more than a half, with the number of passive users increasing to more than
one-third. Facebook users mostly describe themselves as passive users.
TV is still firmly anchored in the everyday life of the adolescents. According to their own
statements, 46% watch TV every day, while 33% do so several times a week. The amount
of time spent watching is estimated by teenagers themselves at 105 minutes, as compared
to 113 in 2015. Even though audiovisual media are now available via a wide variety of
channels, young people continue to access TV contents mainly via the classical stationary
TV set. Meanwhile, the internet, mobile phones, smartphones and tablet PCs increasingly
establish themselves as transmission paths. Regarding content, sitcoms/comedy are the
most popular genres (34%), followed by crime/mystery (22%), cartoon/sketched animation
(18%), scripted reality formats (17%) and knowledge magazines (14% ). 45% regard the
entertainment channel Pro7 as their favourite TV channel. Almost two- thirds of those who
watch TV at least occasionally say that they have watched series and films in the internet at
least once. One- third of girls and boys know that you c an also access series and films
online, but have never yet taken advantage of this possibility. Three percent only learned of
this opportunity in the course of the interview. The question asking where series and films
are watched, was answered with YouTube in the first instance (47%), followed by Netflix
(29%) and various video- on-demand platforms, such as amazon prime or lovefilm.de
(18%).
When teenagers are looking for information online they direct their first steps towards a
search engine - Google in most cases. 87% use a search engine at least several times per
week, 58% even do it on a daily basis. The opportunity to watch films on YouTube in order
to find out about a given subject is regularly taken by 57% of teenagers (26% do so on a
daily basis). O ne-third (36%) regularly receive messages and up- to-date information via
social networks, such as Facebook or Twitter (23% on a daily basis). Online encyclopa e-
dias, such as Wikipedia, are a significant source of information for 35%, online newspapers
and journals are an option for around one-fifth of adolescents (20% and 15%, respectively).
Generally speaking, YouTube plays a very considerable role in the way adolescents use
media on an everyday basis. 86% use YouTube at least several times a week, 56% even
daily (48% for girls, 64% for boys). The proportion of regular YouTube users is higher for
boys (89%) than for girls (81%). 55% of YouTube users watch music videos at least several
times per week, short funny clips are regularly viewed by 40%, let's -play videos and com-
edy formats by YouTubers are watched regularly by one in every three users. Current
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affairs and news videos, learning videos or tutorials, as well as sports videos, are relevant
to every fifth user. 16% find fashion or beauty videos very important. The proportion of
those who regularly watch TV programmes or fragments of them is similar.
Digital games for computers (offline), consoles, tablets, smartphones, as well as online
games are well -rooted in the daily routine of young people. More than three in every five
adolescents regularly use one of those opportunities. Only eight per cent of people aged
twelve to 19 play no digital games. Digital games are clearly a male- dominated topic. Four
out of five boys regularly make use of digital games. This is true for less than every second
girl. Furthermore, it is the younger ones who find those games most fascinating. Three
quarters of those aged twelve to 13 play regularly, the percentage being only 61% among
those aged 18 to 19. Furthermore, young people with a higher level of formal education
(57% of regular users) are less keen players than teenagers with a poor educational bac k-
ground (64% of regular users). Admittedly, girls also find smartphone games interesting,
but boys find them more attracti ve all the same. More than one in every three girls (36%)
regularly play on their mobiles or smartphones, compared to every second boy (53%).
Tablet games are of little importance in the everyday life of people aged twelve to 19 (13%
of regular users). The average length of a playing session (including all playing options, i.e.
computers, consoles, tablets, smartphones and the Internet) for twelve to 19- year-olds
according to the respondents' own estimation is 77 minutes on a weekday (87 minutes in
2015). Girls play half the time boys do (46 minutes and 106 minutes, respectively).
The JIM -study 2016 also looked at the way smartphones are used at school. The vast
majority of pupils (94%) are allowed to take their mobile phone to school. The use of mobile
phones, however, is normally subject to restrictions. Two- fifths are not allowed to use their
mobile phone at school, every third pupil is allowed to use the device exclusively during
breaks, and more than one in every five is allowed to use it in class for educational pur-
poses. As regards internet access at school, 41% say that while a WLAN network is avai l-
able at their school, it is not always intended to be used by pupils as well; 5% of pupils are
allowed to use it only during breaks and 7% may use their sc hool's WLAN to access the
internet in class. Only adult pupils, 18% of whom are allowed to use school network in
class, constitute an exception in this aspect.
However, the possibilities offered by digital communication can also be a source of pro b-
lems. In the age group twelve to 19 one in every three respondents say that in their circle of
friends there is someone who was ostracised in the internet or with a mobile phone. Girls
have experienced this more often than boys (37% vs. 31%). The direct question whether
they have been affected themselves, was answered in the affirmative by eight per cent of
adolescents. 59% say they identify their parents as a potential port of call in such situ a-
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tions, two in every five would confide in their friends, and eleven per cent would ask their
siblings for help.
Meanwhile, smartphones have become a switch board for communication, information and
entertainment. However, they can be an interference factor as well. The JIM study 2016
examined the perception of smartphones in daily life using six statements on the subject.
Seven in ten adolescents agree that they sometimes waste too much time with the wide
range of apps and communities. However, at the same time 68% are of the opinion that it
would no longer be possible to manage their circle of friends without a mobile phone nowa-
days. More than every second (55%) is occasionally annoyed by too many messages on
their mobile phone. One in every two identifies their mobile phone as very important for
coordinating their school r outine. 72% of adolescents admit to having periods that are
generally mobile phone free, during which they make a conscious decision to switch the
device off (or are obliged to do so). When asked to specify those situations, more than one
in every three mentioned homework. More than one respondent in four refrains from using
the mobile phone in the evening or at night (voluntarily or not). 14% make a conscious
decision to spend their time with friends and family without their mobile phone.
The results of the JIM-Study 2016 show that young people are already well -accustomed to
the use of a wide range of media services and channels in their free time, with smar t-
phones allowing an increasing degree of flexibility with regard to time and location. They
watch series on TV or in Netflix, use WhatsApp, Instagram and Snapchat for communic a-
tion with friends, listen to music in the radio or use streaming services, and use Google and
YouTube to look for information. At the same time, young people aged twelve to 19 co n-
tinue to experience a different media reality in their 'professional' school routine. Despite all
the (completely justified) reservations concerning pupils using their own mobile phones in
class, modern smartphones do have the potential to be used in a productive, creative and
purposeful manner. In this regard, it is particularly important to provide assistance, highlight
opportunities, and to develop didactically useful approaches to be implemented in practice.
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) ist ein Kooperationsprojekt der Landes-
anstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation
Rheinland-Pfalz. Die Basisuntersuchungen JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) und KIM ( Kinder
+ Medien, Computer + Internet ) bieten seit 1998 repräsentatives Datenmaterial zur Mediennutzung von
Kindern und Jugendlichen. Bei den Studienreihen kooperiert der mpfs mit der SWR Medienforschung.
Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg
Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) mit Sitz in Stuttgart ist eine von 14 Landes-
medienanstalten in Deutschland und sorgt im Südwesten für Medienvielfalt. Zu ihren Aufgaben zählen u. a.
die Zulassung und Aufsicht der privaten Radio- und Fernsehveranstalter, die Förderung der privaten Rund-
funksender im Land, die Kontrolle des Jugendschutzes im Rundfunk und im Internet sowie Medienpäda -
gogik und Medienforschung. Die LFK leitet die Geschäftsstelle des Medienpädagogischen Forschungs-
verbundes Südwest (mpfs) und ist außerdem auch Geschäftsstelle der Informationsplattform Mediendaten
Südwest.
Landeszentrale für Medien und Kommunikation
Die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) ist die Landesmedienanstalt des Landes Rhein-
land-Pfalz. Der LMK obliegt weitgehend der gleiche Aufgabenbereich wie ihrer Schwesternanstalt LFK. Ein
besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich der Medienkompetenz. Hier gibt es zahlreiche Projekte, Koop -
erationen und Initiativen der LMK auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene, um in den Bereichen Bildung, OK-
TV und Medienvermittlung ein engmaschiges Netz an attraktiven Angeboten anzubieten und aufzubauen.
Die LMK leitet die Geschäftsstelle der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest, die von LMK, LFK und
SWR getragen wird.
Südwestrundfunk
Der Südwestrundfunk (SWR) ist die gemeinsame Landesrundfunkanstalt der Länder Baden-Württemberg
und Rheinland-Pfalz. Er ist die zweitgrößte Rundfunkanstalt der ARD. Der SWR widmet sich sowohl in -
haltlich als auch technisch den relevanten Themen und Ansprüchen der Zeit. Sein Programm dient der
Information, der Bildung, der Beratung und der Unterhaltung und ist dem kulturellen Auftrag des öffentlich-
rechtlichen Rundfunk verpflichtet. Der SWR fördert – alleine und mit Partnern – in vielfältiger Weise die
Bildung und Vermittlung von Medienkompetenz. Im Bereich Forschung führt die SWR Medienforschung
eine Reihe von Untersuchungen und Studien zum Wandel des Medienangebots und des Medienkonsums
durch.
Herausgeber der JIM-Studie
www.mpfs.de
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4269/2016
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 19.01.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27