V/0016/2016
"Angekommen in deiner Stadt"
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Angek_Konzept_30.12.2015
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... Angekommen in deiner Stadt – Angekommen in Münster Modellprojekt der Walter Blüchert Stiftung Ausgangssituation in Münster Zugewanderte Kinder und Jugendliche sind in NRW bis zum Ende des Schuljahres, in dem sie 18 Jahre alt werden, schulpflichtig. Die Schulpflicht wird in Schulen der Primarstufe, Sek. I und Sek. II erfüllt. Die Stadt Münster hat für die Schulpflichtigen in der Sekundarstufe II mittlerweile an allen sechs Berufskol- legs Internationale Förderklassen eingerichtet. Somit können alle beruflichen Schwerpunkte bedient werden, soweit nicht aufgrund der individuellen Gegebenheiten auch der Besuch einer gymnasialen Oberstufe mö g- lich ist. Der aktuell kontinuierliche Zuzug im laufenden Schuljahr führt vielerorts dazu, dass die Jugendlichen im letzten Jahr ihrer Schulpflicht in der Sekundarstufe I noch in das allgemeinbildende Schulsystem eingegli e- dert werden. Dies geschieht, obwohl erkennbar ist, dass sie dort keinen regulären Abschluss erlangen wer- den oder bereits klare Affinitäten zu einem bestimmten Berufsbild mitbringen. Um den betroffenen Jugendlichen die Möglichkeit zu eröffnen, direkt in längerfristige und stabile schulische Strukturen einzumünden, wird in der Stadt Münster jeweils im Einzelfall geprüft, ob die restliche Schulpflicht- zeit in der Sekundarstufe I bereits im Berufskolleg verbracht werden kann. Die Erfahrungen seit Februar 2015 haben gezeigt, dass gerade für diese Jugendlichen der direkte Weg ins Berufskolleg erfolgreich ist. Jugendliche, die nicht mehr der Schulpflicht unterliegen, können nicht in diese Förderklassen aufgenommen werden. Für viele junge, gerade nicht mehr schulpflichtige Zuwanderer, die einen Schulabschluss, eine b e- rufliche Ausbildung und ein Leben in Münster anstreben, fehlt aktuell die Möglichkeit, unmittelbar in schul i- sche Angebote eingebunden zu werden. Diese Lücke will das Modellprojekt schließen. Deshalb werden auch die 19-21jährigen in das Projekt aufgenommen. Somit können mit dem Projekt „Angekommen in deiner Stadt“ die Potentiale der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Zuwanderer angesprochen werden. Zielgruppenbeschreibung Zielgruppe in Münster sind junge zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 bis 21 Jahren. Diese Jugendlichen verfügen über ganz unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen. Sie bringen in der Regel keine Deutschkenntnisse mit und leben teilweise mit einem ungesicherten Aufenthaltsstatus. Von Fluchterfahrungen geprägt, sollen sich diese Jugendlichen in die ne uen, für sie zum Teil nicht durchschau- baren Strukturen der neuen Lebens - und Schulwelt einfügen. Spracherwerb und die Einbindung in das Bi l- dungssystem sind für sie Grundvoraussetzungen für ein gelingendes Ankommen in Münster. Neue Wurzeln können sie nur dann ausbilden, wenn differenzierte und passgenaue Bildungs - und Beratungsangebote geschaffen werden, die ihnen eine positive berufliche Perspektive und eine gesellschaftliche Teilhabe eröf f- nen. Zur angesprochenen Zielgruppe gehören daher: Schulpflichtige Seiteneinsteiger – Schüler/innen ohne Deutschkenntnisse, die 15 Jahre alt sind Einige dieser Schülerinnen und Schüler haben in ihren Heimatlä ndern die Schule absolviert und hätten in ihrem Herkunftsland eine „aufbauende“ Einrichtung besuchen können, die ihnen das Abitur oder ei- nen beruflichen Abschluss ermöglich t. Für diese Jugendlichen wird in Münster im Einzelfall geprüft, ob eine Erreichung der gesteckten Bildungsziele an allgemeinbilden den Schulen oder am Berufskolleg möglich ist. Berufsschulpflichtige Jugendliche ohne Deutschkenntnisse zwischen 16 und 18 Jahren Junge Erwachsene zwischen 19 und 21 Jahren ohne Deutschkenntnisse, die über keinen bzw. keinen anerkannten Berufsabschluss verfügen. - 2 - ... Bei einem erfolgreichen Verlauf des Pilotprojektes kann die Zielgruppe um die jungen Erwachsenen bis 25 Jahre ausgeweitet werden. Mit Stand November 2015 wurden in den Internationalen Förderklassen der Berufskollegs 125 Schülerin- nen und Schüler der Zielgruppe unterrichtet .Für weitere 45 nicht mehr schulpflichtige Jugendliche der Zie l- gruppe werden aktuell Sprachförderangebote organisiert. Durchschnittlich suchen 25 zugewanderte J u- gendliche und junge Erwachsene pro Woche die ABC-Stelle auf mit dem Wunsch, einen Platz zum Lernen zu finden. Zielsetzung Die zugewanderten jungen Menschen ( besonders in der Altersgruppe der 15- bis 21-Jährigen) möchten in unserer Stadt eine neue Heimat finden, sich schulisch und beruflich bilden, leben und arbeiten. Dies soll durch ein nachhaltiges „Ankommen in Münster“ ermöglicht werden. Ziel ist es, den Jugendlichen möglichst zeitnah "Normalität" zu ermöglichen. Darau f soll schnell, gezielt und effizient vorbereitet werden. Die indivi- duellen Übergänge in Regelbildungsgänge allgemeiner oder berufsbildender Schulen oder in Ausbildung bzw. Arbeit sollen gut begleitet werden. Damit die jungen Flüchtlinge geeignete Andockmöglichkeiten in der Bildungslandschaft erhalten, möchte die Stadt Münster ihnen eine Struktur anbieten, in der sie ihre Fähigkeiten und Potenziale einsetzen können. Die Ausrichtung dieses Projekts orientiert sich an allen gegebenen Lebenssituationen der Ankommenden. Dies erfolgt jenseits der aufnehmenden Einrichtung, die meist nur wenige Möglichkeiten für gelingendes Lernen bietet. Die schulischen Angebote und die Sprachkurse decken nur einen Teil der zur Verfügung st e- henden Zeit ab. Die Nachmittage, Woche nenden und Ferienzeiten bieten gute Potentiale, um das Anko m- men zu festigen. Als Ergänzung der Beschulung in den internationale n Klassen im Berufskolleg und zu den Sprachangeboten im Vormittagsbereich soll ein zentraler und kommunikativer Ort geschaffen werden, an dem und von dem aus ein ganzheitliches Ankommen begleitet wird. Ein zentraler Ort signalisiert den Angekommenen, dass sie in unserer Stadt willkommen und gewünscht sind. Er gibt ihnen Sicherheit und sie können hier mit Unterstützung wie auch selbständig Anknüpfungspunk- te für ihr "Sich -hier-verwurzeln" finden. Er dient in gewisser Weise als Fokus und bündelt in den Personen des Projektteams die Unterstützung, die verschiedenen Beratungsangebote, Mö glichkeiten der Teilnahme an kulturellen, sportlichen und sonstigen Angeboten weiterer Partner in der Stadt , gezielte Unterstützung für den Erwerb von Bildungsabschlüssen und Elemente beruflicher Orientierung adressatengerecht zu ermögl i- chen. Neben Angebot en, die an diesem Ort unmittelbar vorgehalten werden, geht es immer darum, eine passgenaue Verbindung zu anderen Anbietern zu vermitteln, um so gezielt in das Leben der Stadt zu inte g- rieren. Grundidee des Konzeptes ist es, für Schulpflichtige und Nicht -mehr-Schulpflichtige gleichermaßen ein A n- gebot zu schaffen, da die Schulpflichtgrenze, wie bereits oben aufgezeigt wurde, keine sinnvolle Trennlinie ist. Bausteine des Projekts Steuerung durch die zentrale Anlauf-, Beratungs- und Clearingstelle/Bildungsberatung In der Erstaufnahmeeinrichtung werden die Jugendlichen durch die Beraterinnen der Zentralen Anlauf - Beratungs- und Clearingstelle/Bildungsberatung beraten . Im ausführlichen Beratungsgespräch werden die Weichen gestellt für ein Andocken im Bildungssystem und im Projekt „Angekommen in Münster “. Hier können Anerkennungsverfahren eingeleitet, Bildungsvoraussetzungen geprüft, Anknüpfungspunkte gesucht, notwendige Kontakte hergestellt werden. Beschulung an den Berufskollegs der Stadt Münster Alle 6 städtischen Berufskollegs bieten Unterricht für die Zielgruppe in den Internationalen Förderkla s- sen (IFK) an. Für die Umsetzung des Modellprojektes werden bestehende F örderangebote der Berufskollegs einb e- zogen und ausgeweitet. Zum Angebot der Berufskollegs gehören neben dem Unterricht: - 3 - ... o Unterstützung bei der Alltagsgestaltung und Alltagsbewältigung, Begleitung beispielsweise zu Pra k- tikumseinrichtungen o Patensystem o Anbindung zur Wirtschaft o Berufsorientierung Unterricht in der Internationalen Förderklasse Die Berufskollegs heißen alle berufsschulpflichtigen Flüchtlinge und Menschen ohne oder mit wenig deutschen Sprachkenntnissen willkommen. Diese Willkommenskultur zieht sich durch den gesamten Schullalltag und spiegelt sich in diesem Rahmen wieder. Das übergeordnete Ziel ist es, die jungen Menschen im Sinne eines ganzheitlichen Erziehungs- und Bil- dungsauftrages in der Schule aufzunehmen . Dies beinhaltet die Integrat ion in Deutschland durch Spr a- che und Wissen um die deutsche Kultur. Gleichzeitig berücksichtigt die Schule die Vorerfahrungen, Stärken, Schwächen und Wünschen der Schüler /innen. Idealerweise findet sogar der Übergang in das Berufsleben mit Schulabschluss oder der Übergang in weiterführende Bildungsgänge des Berufskollegs statt. Zentraler Erfolgsfaktor sind die individuellen Unterstützungsmaßnahmen beim Erlernen der deutschen Sprache. So ist das generelle Unterrichtskonzept kommunikativ, interkulturell und ganzheitlich. Neben der klassischen Grammatikarbeit im Fach Deutsch als Fremdsprache wird in allen Unterrichtzei- ten und –fächern begleitend Wortschatzarbeit geleistet. Die Arbeit in verschiedenen Sozialformen, Gruppenstärken und methodischen Herangehensw eisen garantieren den Flüchtlingen eine binnendiff e- renzierte und alltagspraktische Sprachförderung auf ihrem jeweiligen Sprachniveau. Eine Gruppente i- lung oder eine zusätzliche Unterstützung durch Studierende im Praxissemester ermöglichen diese ind i- viduelle Betreuung. Da das Erlernen einer fremden Sprache sich als schwierig erweisen kann, versucht die Schule den Schülerinnen und Schülern Zeit zu geben. Der Aufbau von Patenschaften innerhalb der Schule mit a n- deren Schülern soll hier angestrebt werden, um ei ne weitere Zugehörigkeit zur Gesellschaft zu vermi t- teln und eine Anwendung des schon Gelernten zu ermöglichen. Beispielsweise werden an einem B e- rufskolleg eigens angeschaffte Bienenvölker von einigen Flüchtlingen gemeinsam mit Schülern des B e- ruflichen Gymnasiums betreut. Wichtig ist es auch, den jungen Menschen Halt und Zuversicht an den fünf Unterrichtstagen pro Woche am Berufs kolleg zu geben, aber auch Perspektiven für die unterrichtsfreie Zeit zu eröffnen. Die Will- kommenskultur wird auch im Unterricht mit vielen verschiedenen Nationalitäten gepflegt. Hier werden z.B. die Gewohnheiten und die Herkunftsländer der verschieden Menschen respektiert und das Ziel a n- visiert, den jungen Menschen Einblick in die deutsche Kultur zu geben. Die Zukunftsgestaltung ist ein weiterer wichtiger Punkt in der Gesamtjahresplanung. Über das Erkennen der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit Kombination der vorhandenen berufspraktischen Erfa h- rungen sollen die Schüler in der Schule schon erste berufsvorbereitende Arbeitsabläufe kennenlernen. Dazu bieten die verschiedenen Werkstätten Metall, Holz und Farbe , Kfz, Küchen, Übungsfirmen) gute Voraussetzungen. Auch werden z.B. durch Betriebsbesichtigungen und Praktika Berufsbilder mit prakti- schen Erfahrungen verbunden. Sprachförderung am Vormittag – Angebot für junge Erwachsene zwischen 19 und 21 Jahren, die über keinen bzw. keinen ane r- kannten Schulabschluss verfügen Zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht mehr schulpflichtig sind (19 - 21 Jahre) und über keinen bzw. keinen anerkannten Schulabschluss verfügen, erhalten am Vormittag Deutschu n- terricht bei einem kooperierenden Bildungsträger. . Ziel ist es, diese jungen Flüchtlinge sprachlich so weit voran zu bringen, dass sie gute Aussichten h a- ben, die a nvisierten Patenschaften mit Unternehmen und Kooperationen mit den Kammern für sich zu nutzen und sich beruflich zu orientieren. Im besten Fall können Praktika in möglichen Ausbildungsb e- trieben absolviert werden. Somit kann der Weg in eine mögliche qualifizierte berufliche Zukunft in Müns- ter eröffnet werden. - 4 - ... Parallel wird geprüft, auf welchem Niveau die bisher nachgewiesene Schulbildung eingeordnet werden kann und ob – nach Erwerb der erforderlichen Sprachkenntnisse – weiterführende berufsschulische Bil- dungsgänge mit einem möglichen Berufsabschluss besucht werden können. Außerschulischer Lernort Eine Anlaufstelle für die Jugendlichen der Zielgruppe dient sowohl als Treffpunkt wie auch als Au s- gangspunkt für die vielseitige Bildungs-, Beratungs-, Sport- und Freizeitangebote. . Die Einrichtung ist als außerschulischer Lernort eine „Wohlfühlstätte“ für die jungen Menschen. In Kooperation mit den Berufskollegs, , soll hier ein entsprechendes Nachmittags - und Ferienangebot entstehen. Pädagogische Fachkräfte sollen hier die vielfältigen schulischen und außerschulischen Möglichkeiten und Angebote bündeln und eine bestmögliche Versorgung der Jugendlichen gewährleisten. Diese Fachkraft arbeitet vernetzt mit den sog. Fallscouts und verstärkt dadurch da s unterstützende Team. Der außerschulische Lernort ist damit Treffpunkt mit Beratungs - und Förderangeboten, Aufenthaltsort wie auch Ausgangspunkt für gemeinsame Unternehmungen. Sprachförderung am Nachmittag und in den Ferien Alle Flüchtlinge erhalten ergänzend zum schulischen Angebot bzw. zu den Sprachkursen am Vormi t- tageine binnendifferenzierte und alltagspraktische Sprachförderung auf ihrem jeweiligen Sprachniveau. Diese erfolgt sowohl in Form von klassischen Lehr - und Lernformen als auch durch die a ktive Teilhabe an schulischen und außerschulischen Kooperations - und Patenmodellen. Folgende Angebote sind vo r- gesehen: o Während des Schuljahres unterstützt der „Club D“ der Volkshochschule Münster die Jugendlichen am Nachmittag. Qualifizierte DaZ -Lehrkräfte vermitteln ihnen nach einem bewährten Konzept Kenntnisse in Deutsch. o Das Sommerferienangebot beinhaltet Sprachunterricht , der lebenspraktisch und zielgruppenspezi- fisch ausgerichtet wird. Konzipiert von Kooperationspartnern aus dem Bereich Deutsch als Z weit- sprache und durgeführt von dafür ausgebildeten Honorarkräften. . o In den Oster- und Herbstferien soll ebenfalls ein Sprachangebot vorgehalten werden. Hausaufgabenbetreuung Die Hausaufgabenbetreuung wird durch Honorarkräfte, Ehrenamtliche, und den Projektkräften, die die Unterstützung im Treffpunkt organisieren, arbeitsteilig gestaltet. Vermittlung der Teilnahme an bestehende n Angeboten anderer Jugendzentren, Sportvereine, Kultureinrichtungen Die Fallscouts stellen siche r, dass die vielfältigen Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene in der Stadt bekannt und genutzt werden. Ziel ist, dass die Teilnehmenden eine sinnvolle in die Gesel l- schaft integrierte Freizeit und Feriengestaltung erleben. Zudem soll die Chance gen utzt werden, Freundschaften mit Jugendlichen aus Münster zu knüpfen und dadurch die neue Heimat mit Leben zu füllen. Ermöglichung des Erwerbs von Bildungsabschlüssen und des Zugangs zum Thema Ausbildung und Arbeit (Kooperation mit Kammern/KH/Betrieben) o Teilnahme an entsprechenden Unterrichtsangeboten o Hospitationen/Unterrichtsbegleitung im fachpraktischen Unterricht der Berufskollegs o Kennenlernen der Vielfalt der Berufsfelder im Handwerk, z.B. am Lernort HBZ. o Patenschaften mit Unternehmen, die Zugang und Erfahrung mit den Sprach - und Kulturkompeten- zen der Flüchtlinge haben o Berufsfelderkundungen und Praktika in Ausbildungsbetrieben Lebens- und berufspraktische Inhalte der Angebote in Kooperation mit den beteiligten Partnern - 5 - „Rund um den neuen Lebensmittelpunkt“ o Kultur und Essen o Einkäufe auf dem Wochenmarkt o Gemeinsames Kochen und Essen „Sport- und Freizeitangebote" o Kooperationen mit anderen Bildungsgängen wie z. B. Freizeitsportleiter/in o Kooperationen mit örtlichen Sportvereinen o Mobil sein – Fahrradfahren erlernen o (für sich) neue Sportarten entdecken: Schwimmen, Segeln „Promenadenhonig“ o Konstruktion und Bau von Bienenhäusern mit Bildungsgängen im Berufsfeld Holztechnik o Produktvermarktung in Kooperation mit Bildungsgängen im Berufsfeld Medien und Gestaltung Koordination und Gesamtleitung Angebunden wird das Projekt an die Aufnahme-, Beratungs- und Clearingstelle im Amt für Schule und We i- terbildung, das entsprechend der Kooperationsvereinbarung für die Durchführung des Projektes die Verant- wortung trägt. Ergänzt wird die Projektleitung um die ‚pädagogische Leitung‘, die durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung eingebracht wird. Die fachliche Verantwortung liegt beim Beirat, in dem auch die Zusammenarbeit der Kooperationspartner koordi- niert wird.
Beschlussvorlage
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V/0016/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Schule und Weiterbildung Betrifft "Angekommen in deiner Stadt" Modellprojekt mit der Walter Blüchert Stiftung Beratungsfolge 20.01.2016 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 20.01.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Vorberatung 26.01.2016 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Entscheidung Beschlussvorschlag: 1. Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung be grüßt die Durchführung des Projektes „A n- gekommen in deiner Stadt – Angekommen in Münster“ zur Begleitung jugendlicher Flücht- linge in Kooperation mit der Walter Blüchert Stiftung und dem Ministerium für Schule und Weiterbildung auf der Grundlage des beiliegenden Konzeptes (Anlage). 2. Der Ausschuss nimmt zur Kenntnis, dass zu diesem Zweck im Februar dieses Jahres eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Beteiligten geschlossen wird. 3. Der Ausschuss nimmt zur Kenntnis, dass eine Anmietung der erforderlichen Räumlichke i- ten beim Jugendausbildungszentrum (JAZ) für das Jahr 2016 unter Inanspruchnahme ve r- fügbarer Haushalts-/ Projektmittel erfolgen wird. Begründung: Der unvermindert starke Zuzug von Flüchtlingen nach Europa und insbesondere Deutschland ist eine der großen, wenn nicht die größte aktuelle Herausforderung. Gerade Jugendliche und ju nge Erwachsene, die mit untersch iedlichen Vorkenntnissen, Fähigkeiten und Erwartungen ko mmen, stehen vor einer maßgeblichen Weichenstellung für ihr künftiges Leben: dem bevorstehenden Schulabschluss oder dem Übergang in Ausbildung oder Studium. Diese stellen besondere Anfo r- derungen an da s Bildungssystem. Sie haben besondere Bedarfe, die nicht allein durch die Bi l- dungsarbeit in den Berufskollegs und mit den dort zur Verfügung stehenden Ressourcen erfüllt Vorlagen-Nr.: V/0016/2016 Auskunft erteilt: Herr Ehling Ruf: 492 40 00 E-Mail: Ehling@stadt-muenster.de Datum: 12.01.2016 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0016/2016 werden können. Ein passgenaues Angebot ist nötig, das auf die besonderen Bedarfe der Z ielgrup- pe abgestimmt ist und so Integration und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Die Walter Blüchert Stiftung hat gemeinsam mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung und der Stadt Dortmund für diese Zielgruppe ein Konzept ‚Angekommen‘ entwick elt; Projektstart in Dortmund war zum Beginn des lfd. Schuljahres 2015/16. Bereits in der Vorlage zur Weiterentwicklung der Neukonzeption zur Beschulung neu zugewander- ter Kinder und Jugendlicher in Regelschulen (V/0759/2015, dort unter 3.2) hatte die Verw altung darauf hingewiesen, dass sie die Initiierung und Umsetzung des Projektes anstrebt. Im Frühjahr 2015 hat die Schulverwaltung gemeinsam mit der Vorsitzenden des Ausschusses für Schule und Weiterbildung ein erstes Gespräch mit der Stiftung in Gütersl oh geführt und die Situ a- tion in Münster dargelegt. Im Anschluss daran folgten die konzeptionellen Überlegungen und G e- spräche mit Akteuren innerhalb und außerhalb der Verwaltung. Die Konzeptentwicklung für eine Umsetzung in Münster hat das Amt für Schule u nd Weiterbildung in enger Zusammenarbeit mit den Leitungen der beteiligten Berufskollegs sowie der für die Berufs- kollegs zuständigen schulfachlichen Dezernentin der Bezirksregierung Münster entwickelt. In di e- sem Rahmen fanden auch Gespräche mit den Akteure n aus Dortmund sowie ein regelmäßiger Austausch mit der Walter Blüchert Stiftung statt. Kooperationspartner in der Umsetzung sind neben den 6 städtischen Berufskollegs, u.a. das J u- gendausbildungszentrum (JAZ), die Werkstatt Bildung und Kultur für die erg änzenden Sprachför- dermaßnahmen sowie der Hochschulsport Münster. Gerade die rd. 140 Angebote des Hochschu l- sports öffnen den zugewanderten Jugendlichen nicht nur sportliche Möglichkeiten; vielmehr kö n- nen auch Studierende, die zugewanderten Jugendlichen auf den Wegen hin zu den sportlichen Angeboten oder bei den Aktivitäten selbst begleiten und auf diese Weise zusätzliche integrierende Ansätze schaffen. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung unterstützt das Konzept und stellt für den Durchfüh- rungszeitraum (2016 bis 2018) eine Lehrerstelle für die pädagogische Leitung des Projektes zur Verfügung. Mit den Mitteln der Stiftung sollen darüber hinaus eine sozialpädagogische Fachkraft sowie zusätzliche Sprachfördermaßnahmen ermöglicht werden. Die Stadt Münster bringt mit den Fallscouts, der Clearingstelle der Bildungsberatung wie auch den in den Berufskollegs tätigen städtischen sozialpädagogischen Fachkräften die bestehenden Stru k- turen, die z.T. mit der o.a. Neukonzeption aufgebaut worden sind, in das Projekt ein. Diese Struk- tur stellt den Rahmen und die Grundlage für das Projekt dar. Weiterhin hat die Stadt Münster die für die Durchführung erforderlichen Räumlichkeiten im JAZ bereitzustellen. Dies wird für den Pr o- jektstart im Jahr 2016 unter Inanspruchna hme verfügbarer Haushalts -/Projektmittel erfolgen. O r- ganisatorisch wird das Projekt angebunden an die Aufnahme -, Beratungs- und Clearingstelle im Amt für Schule und Weiterbildung. Der Abschluss einer entsprechenden Kooperationsvereinb a- rung zwischen den Par tnern ist für Anfang Februar vorgesehen, der Projektstart erfolgt dann zum Schuljahresbeginn 2016/17. I.V. gez. Thomas Paal Stadtrat Anlage: Konzept „Angekommen“
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0016/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 12.01.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37