0465/2018
Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2017 und 2. Sachstandsbericht
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/503 Vorlagen-Nummer 03.04.2018 0465/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 19.04.2018 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 03.05.2018 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 17.05.2018 Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2017 und 2. Sachstandsbericht Die Verwaltung gibt in Anlage 1 den Jahresbericht 2017 über das Modellvorhaben „Verbraucherbera- tung im Quartier“ zur Kenntnis. Unter https://www.verbraucherzentrale.nrw/koelnquartier informiert die Verbraucherzentrale auf ihrer Homepage über das Modellvorhaben und stellt unter https://www.verbraucherzentrale.nrw/verbraucherzentrale/verbraucherberatung-im-quartier- evaluationsbericht-2017-21359 den aktuellen Evaluationsbericht 2017 des Instituts für Verbraucher- politik ConPolicy zur Verfügung. Die Verbraucherzentrale informierte im Ausschuss Soziales und Se- nioren am 27.04.2017 anhand einer Präsentation zum damaligen Stand der Evaluation. Das Fazit des Begleitkreises Verbraucherberatung im Quartier am 11.12.2017 ist, dass der Pilotan- satz Verbraucherberatung im Quartier den Erwartungen entspricht und als Erfolg gewertet werden kann. Der Begleitkreis setzt sich zusammen aus Vertreter/innen der Verbraucherzentrale NRW, Con- Policy, Verbraucherschutzministerium NRW, Wohlfahrtsverbänden, Stadt Köln (Amt für Soziales und Senioren) sowie einem Sozialraumkoordinator. Das Gremium wird sich auch nach Abschluss der Evaluation halbjährlich treffen, um angesichts der großen Beratungsnachfrage insbesondere weitere Effektivierungspotentiale zu prüfen und deren Ausschöpfung zu erreichen, u.a. - bessere Erreichung der Zielgruppe der Jugendlichen, - Aufbau einer Ehrenamtsstruktur, die die Verbraucherberaterinnen im Quartier bei der Einzelbera- tung organisatorisch entlastet. Das Modell wird zusätzlich durch einen Beirat begleitet. Der Beirat besteht aus Vertreter/innen der Verbraucherzentrale NRW, von ConPolicy Institut für Verbraucherpolitik, dem Verbraucherschutzmi- nisterium NRW, Wohlfahrtsverbänden, der Ratsfraktionen sowie der Stadt Köln (Amt für Soziales und Senioren). Für die zweite Jahreshälfte 2018 ist geplant, die neue Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Christina Schulze Föcking, einzuladen, um ihr den Ansatz der Verbraucherberatung im Quartier vorzustellen. Der Ausschuss wird über die weitere Entwicklung des Projektes informiert. Anlage Gez. Dr. Rau
Anlage 1_Jahresbericht 2017_Quartier Köln
18370 Zeichen
Jahresbericht 2017
Verbraucherberatung im Quartier -
Ein Kölner Pilot-Ansatz
Pressekonferenz in der Kulturbrücke in Chorweiler: Ein Jahr Verbraucherberatung im Quartier,
18. Januar 2017
Von links: Johannes Remmel (NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz), Ute
Bembennek (Verbraucherberaterin im Quartier), Dr. Harald Rau (Beigeordneter für Soziales, Integration und Umwelt der Stadt Köln),
Dagmar Kautz (Verbraucherberaterin im Quartier), Wolfgang Schuldzinski (Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen)
Foto: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
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Übersicht
I. Im Quartier. Für Sie. Da. Seit 2016 auch in Köln.
II. Wissenschaftliche Begleitung und Instrumentenevaluation
III. Instrumente der Verbraucherberatung im Quartier
1. Verbraucherberatung
2. Bildungsveranstaltungen / Teilnahme(n) an Festen im Quartier
a) Bildungsveranstaltungen für Verbraucherinnen und Verbraucher
b) Bildungsveranstaltungen für Multiplikatoren
c) Teilnahme(n) an Festen im Quartier
3. Vernetzungsarbeit
a) Zielgruppenspezifische Vernetzungsarbeit auf Basis von
Multiplikatoren-Analysen
b) Gewinnung neuer Kooperationspartner (Auswahl)
4. Prävention durch Informationen und Aktionen
a) Präventivinformationen
b) Warnung vor Abzock-Methoden
IV.Fazit
1. Ein erfolgreicher Ansatz
2. Aus- und Überlastung des Instrumentes Verbraucherberatung
3. Identifizierung von Lücken im kommunalen Hilfesystem
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I. Im Quartier. Für Sie. Da. Seit 2016 auch in Köln.
Seit Anfang 2016 beschreitet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unter dem
Motto "Im Quartier. Für Sie. Da." einen neuen Weg aufsuchender Verbraucherberatung in
drei strukturell benachteiligten Kölner Stadtquartieren. Dieses neue Modell für
Verbraucherarbeit im Quartier ist ein Pilot-Ansatz, der seitens des Landes Nordrhein-
Westfalen und seitens der Stadt Köln jeweils anteilig gefördert wird.
Unser Team in den Kölner Quartieren
Von links: Verbraucherberaterinnen im Quartier Anne Schneider, Dagmar Kautz, Ute Bembennek, Assistentin der
Verbraucherberatung im Quartier Franziska Richter
Foto: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
Übergeordnetes Ziel des Pilot-Ansatzes Verbraucherberatung im Quartier ist es, die
Lebens- und Verbrauchersituation von Menschen in strukturell benachteiligten
Stadtquartieren nachhaltig zu verbessern, sie vor Übervorteilung im Marktgeschehen zu
schützen, ihnen den frühzeitigen und niederschwelligen Zugang zu rechtlicher Beratung und
Vertretung in Verbraucherangelegenheiten zu ermöglichen und sie durch Aufklärung und
Bildungsarbeit gleichzeitig präventiv zu erreichen.
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II. Wissenschaftliche Begleitung und Instrumentenevaluation
Um kontinuierliche Verbesserungen zu ermöglichen und das Potential einer aufsuchenden
Verbraucherberatung unabhängig zu bewerten, wurde der Pilot-Ansatz nach dem ersten
und zweiten Jahr extern von der Consulimus AG (Befragungen von Quartiersbewohnern
und Multiplikatoren in Form regelmäßiger Quartierspanels) und der ConPolicy GmbH
(Wissenschaftliche Begleitung und Instrumentenevaluation) evaluiert.
Als Datengrundlage für diese Evaluation dienten neben den Quartierspanels quantitative
Befragungsdaten, quantitative und qualitative Erhebungen der Verbraucherzentrale NRW,
halbstrukturierte Interviews mit Multiplikatoren, zwei Fokusgruppen mit Verbraucherinnen
und Verbrauchern sowie eine Dokumentenanalyse und -auswertung. Das zugrunde
liegende Evaluationskonzept aus 2016 wurde in 2017 auf Basis der Evaluationsergebnisse
des ersten Jahres weiter entwickelt und verfeinert.
Die auf gut zwei Jahre angelegte Evaluation wurde mit Ablauf des Jahres 2017
abgeschlossen.1
Darin zieht ConPolicy ein positives Fazit über die Vernetzungs- und Beratungsaktivitäten der
Verbraucherzentrale bei diesem neuartigen Ansatz. Der Abschlussbericht identifiziert
überdies allgemeine Erfolgsfaktoren für Verbraucherarbeit in Quartieren wie
Niedrigschwelligkeit der Angebote, intensive Vernetzung mit Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren sowie klare Zielgruppendefinitionen.
Auf Basis der Evaluationsergebnisse erfolgte seitens der Verbraucherzentrale NRW eine
klare Fokussierung auf Zielgruppen und Kernanliegen der Verbraucherarbeit, unter
anderem wie folgt:
• Fokussierung auf Zielgruppen:
◦ Seniorinnen und Senioren
◦ Migrantinnen und Migranten
◦ Jugendliche und junge Erwachsene
◦ Familien und Alleinerziehende
• Priorisierung von Zielgruppen je Quartier:
◦ Chorweiler / Seeberg-Nord / Blumenberg:
Seniorinnen und Senioren, Migrantinnen und Migranten
◦ Kalk / Humboldt-Gremberg:
Jugendliche und junge Erwachsene
◦ Höhenberg-Vingst:
Familien und Alleinerziehende
• Ausbau, qualitative Vertiefung und Pflege der Multiplikatoren-Beziehungen sowie der
gegenseitigen Verweisstrukturen
• Gezielte Schwerpunktsetzung auf die persönliche Beratung und Vertretung
1 https://www.verbraucherzentrale.nrw/verbraucherzentrale/verbraucherberatung-im-quartier-
evaluationsbericht-2017-21359
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III. Instrumente der Verbraucherberatung im Quartier
Neben wöchentlichen Beratungszeiten werden regelmäßig eine Vielzahl von Aktionen,
Informations- und Bildungsveranstaltungen im Quartier angeboten. Außerdem nehmen die
Mitarbeiterinnen an Festen im Quartier aktiv teil. Der Besuch von Jugendzentren,
Seniorentreffs oder Frauenfrühstücken gehört ebenso dazu wie die Teilnahme an
Bepflanzungs- und sonstigen Stadtteilaktionen, Nachbarschaftsfesten oder Interkulturellen
Dialogen - immer mit dem Ziel, die Verbraucherberatung im Quartier als jederzeit
ansprechbare Anlaufstelle zu etablieren.
Insgesamt wurden im Jahr 2017 mit der Beratung im Quartier, in Bildungsveranstaltungen,
durch Aktionen im Quartier und durch die Teilnahme an Festen und Veranstaltungen 2.461
Verbraucherinnen und Verbraucher erreicht. Das entspricht gegenüber den Zahlen aus dem
Vergleichszeitraum 2016 (insgesamt 1.287) eine Steigerung von über 91 %.
Die Verbraucherberatung im Quartier nutzte hierbei eine breite Palette von Instrumenten
der Verbraucherarbeit:
1. Verbraucherberatung
Die Verbraucherberatung im Quartier zeichnet sich weiterhin durch eine hohe Komplexität
der Anfragen und Beratungen aus. Eine Übernahme der Rechtsvertretung ist in fast jedem
verbraucherrechtlichen Einzelfall notwendig, der in den wöchentlichen Sprechzeiten seitens
der Quartiersbewohner vorgetragen wird.
Die TOP - Verbraucherthemen im Jahr 2017 waren:
• Fragen rund um die Nutzung von Telefon, Smartphone, Internet
• Fragestellungen rund um Dienstleistungen
◦ Probleme mit Inkassobüros
◦ Probleme mit Schlüsseldiensten
• Probleme auf dem Finanzdienstleistungsmarkt
◦ Kreditkarten-Abzocke
◦ Versicherungsprobleme und -bedarfe
◦ Untergeschobene Versicherungen
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In jedem der drei Sozialräume wurden wöchentliche Sprechzeiten der Verbraucherberatung
im Umfang von jeweils zwei Stunden angeboten. Die individuelle Einzelfallberatung teilte
sich im Jahr 2017 wie folgt auf:
2017 Einzelfallberatung
Januar 58
Februar 74
März 53
April 47
Mai 109
Juni 54
Juli 83
August 82
September 62
Oktober 71
November 107
Dezember 58
Insgesamt 858
2. Bildungsveranstaltungen / Teilnahme(n) an Festen im Quartier
In 2017 hat die Verbraucherberatung im Quartier 46 Bildungsveranstaltungen durchgeführt
bzw. an Festen im Quartier aktiv teilgenommen.
a) Bildungsveranstaltungen für Verbraucherinnen und Verbraucher
Die Themen und Formate der Bildungsveranstaltungen wurden passgenau und
bedarfsgerecht auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten. Dabei haben die
Quartiersmitarbeiterinnen ihr Portfolio thematisch ausgeweitet und mit hohem
Zeitaufwand an die individuellen Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen angepasst.
Folgende Themen wurden in der Bildungsarbeit angeboten:
• Haushaltsbudget - "Klarkommen, mit dem was da ist!"
• Rechtlicher Verbraucherschutz und Verträge allgemein
• Haustürgeschäfte
• Handyverträge und Kostenfallen
• Auskunfteien (mit Schwerpunkt auf Schufa)
• "Keine hohe Stromrechnung mehr!", Strom sparen und Anbieterwechsel
• Kaufverträge
• "Schützen und versichern"
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b) Bildungsveranstaltungen für Multiplikatoren (Multiplikatoren-Schulungen)
Mit dem Angebot von Multiplikatoren-Schulungen gelingt es der Verbraucherberatung im
Quartier, präventive Informationen breit zu streuen und möglichst viele Verbraucher zu
erreichen und bei Bedarf schnell und effektiv vor drohenden Abzockmaschen zu schützen
oder diese durch den komplexen Konsum- und Finanzalltag zu navigieren.
Beispiel: 24.04.2017, Bildungseinheit für Lotsengruppe, Höhenberg-Vingst
Foto: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
c) Teilnahme(n) an Festen im Quartier
Die Evaluationsergebnisse haben gezeigt, dass die Präsenz der Quartiersmitarbeiterinnen in
den Stadtteilen für eine gelingende Verbraucherarbeit essentiell ist. Sich sehen lassen,
Gesicht zeigen, ansprechbar sein.... das sind Voraussetzungen dafür, das Vertrauen der
Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren zu gewinnen. In 2017 wurde besonderer
Wert darauf gelegt, sowohl bei Großveranstaltungen als auch bei kleineren
Begegnungsfesten präsent zu sein (siehe nachfolgende Auswahl):
• 13.05.2017: Mittsommerfest, Höhenberg-Vingst
• 03.08.2017: Weltfrauentag, Vingster Treff, Höhenberg-Vingst
• 11.06.2017: Bezirkssommerfest Chorweiler
• 01.07.2017: Kalk-Fest
• 24.08.2017: GAG-Nachbarschaftsfest, Chorweiler
• 15.09.2017: Nachbarschaftsfest Seeberg-Nord, Chorweiler
• 05.12.2017: Nikolausfeier, Nachbarschaftstreff Kalk, Kalk
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Insgesamt wurden in 46 Veranstaltungen 1.603 Teilnehmer/innen erreicht:
2017 Bildungsveranstaltungen /
Teilnahmen an Festen
Veranstaltungsteilnehmer
Januar 2 12
Februar 5 65
März 3 323
April 3 45
Mai 3 177
Juni 2 307
Juli 9 299
August 4 81
September 5 102
Oktober 1 9
November 4 94
Dezember 5 89
Insgesamt 46 1603
Beispiel: Kalker Markt, 01.07.2017
Info Stand mit Quiz für Kinder und Erwachsene zu den Themen „Richtiger Umgang
mit dem Handy, Energiesparen und Mülltrennung“
Foto: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
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3. Vernetzungsarbeit
a) Zielgruppenspezifische Vernetzungsarbeit auf Basis von Multiplikatoren-Analysen
In den Kölner Quartieren wird mit einer Vielzahl von Multiplikatoren und
Kooperationspartnern zusammen gearbeitet. Um eine Fokussierung auf
zielgruppenrelevante Multiplikatoren sicher zu stellen, haben wir alle Multiplikatoren und
Kooperationspartner systematisch und zielgruppenspezifisch erfasst. Bestehende
Kooperationsformen wurden dargestellt und analysiert und im Hinblick auf ihre
Zielgruppenerreichung bewertet.
Daraus wurden Handlungsstrategien und Ansätze zur Optimierung der Multiplikatoren-
Arbeit zielgruppenspezifisch abgeleitet.
Im Juni 2017 war das sog. strategische Multiplikatoren-Mapping in allen drei Quartieren
abgeschlossen.
b) Gewinnung neuer Kooperationspartner (Auswahl)
Beispielhaft für die gelungene und aktive Vernetzung im Quartier seien die Kooperationen
mit dem Kommissariat Cybercrime und dem VIKZ erwähnt.
Kommissariat für Cybercrime
In einem ersten Treffen mit Herrn KHK Beerhenke (Kommissariat Kriminalprävention /
Opferschutz des Polizeipräsidiums Köln – Cybercrime) und Frau Klein (Bezirkspolizistin Kalk)
sowie Herrn Trenkle (Bezirkspolizist Kalk) ist zur Erreichung der gemeinsamen Zielgruppe
Jugendliche und junge Erwachsene Folgendes vereinbart worden:
• Gemeinsame Bildungseinheiten an Schulen
• Austausch von Material
• Gemeinsame Teilnahme an Festen
• Aktionen gegen Internet-Abzocke
VIKZ e. V. (Verband der Islamischen Kulturzentren)
Ein weiterer neu hinzu gewonnener Kooperationspartner ist der VIKZ. Die Vernetzung
begann in 2016 am Tag der Offenen Moscheen (03.10.2016) und mündete in der konkreten
Verabredung von Bildungseinheiten, die im an der Moschee angeschlossenen
Familienzentrum für Jugendliche und junge Erwachsene durchgeführt werden sollen.
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Vernetzung im Überblick:
Vernetzungstabelle Verbraucherberatung im Quartier
Foto: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
4. Prävention durch Informationen und Aktionen
Viele Bewohnerinnen und Bewohner in den drei Kölner Quartieren sind unterschiedlichen
zielgerichteten Abzock-Versuchen ausgesetzt. Hier versuchen die Verbraucherberaterinnen
im Quartier, gezielt mit Präventivinformationen und der konkreten Warnung vor
Abzock-Methoden entgegen zu wirken.
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a) Präventivinformationen
Im Jahr 2017 wurden präventive Verbraucherinformationen zu den Themen
• „Verkäufern teure Touren vermasseln“ - Tipps zu Kaffeefahrten
• „Free to P(l)ay“ - Tücken kostenloser Spiele-Apps
• Warnung vor Abzocke an der Haustür
über
• Print-Medien (z. B. Zeitung des Seniorennetzwerks Höhenberg)
• Online-Medien (z. B. www.koeln-vernetzt.de) oder im Rahmen von
• Aktionen (z. B.zum Weltverbrauchertag im Nachbarschaftstreff Kalk)
an eine jeweils breite Zielgruppe verbreitet.
Die Informationen wurden bedarfsgerecht und zielgruppenspezifisch gestaltet und
aufbereitet.
Beispiel: Vierseitige Hauswurfsendung „Warnung vor Abzocke an der Haustür!“,
viersprachig
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b) Warnung vor Abzock-Methoden
Konkrete Warnungen vor Abzock-Methoden haben sich an Verbraucherinnen und
Verbraucher und an Multiplikatoren gerichtet. In den Quartieren wurden z. B. gezielt
Hauswurfsendungen zur Warnung vor Abzocke an der Haustür verteilt.
An einen großen Multiplikatorenkreis wurden über den Sozialraumkoordinator von Kalk
gezielte Informationen zu Abzock-Maschen rund um die Abschaltung von DVB-T zur
weiteren Verteilung verbreitet.
Damit hat die Verbraucherberatung im Quartier präventiv eine Frühwarnfunktion
wahrgenommen und Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Multiplikatoren gezielt
sensibilisiert.
Beispiel: Warnung vor kostenlosen Kredit-Karten
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IV.Fazit
1. Ein erfolgreicher Ansatz
Nach zwei Jahren Verbraucherberatung im Quartier kann bilanziert werden: Das Pilot-
Angebot hat die Feuertaufe bestanden. Die aufsuchende Verbraucherarbeit im Quartier
schafft Synergien zu den vorhandenen Strukturen im Sozialraum und trägt zu einer
Intensivierung der gegenseitigen Kooperationsbeziehungen bei.
Einkommens- und bildungsbenachteiligte Quartiersbewohner werden bedarfsgerecht
erreicht. Eine neue, bisher unterrepräsentierte Klientel erhält verbesserten Zugang zu
Maßnahmen des Verbraucherschutzes. Hierdurch können existenzielle Folgewirkungen von
Defiziten im Verbraucheralltag vermieden oder zumindest abgemildert werden.
Alle Instrumente von Verbraucherarbeit schaffen einen Mehrwert in der Quartiersarbeit
und tragen zur Verbesserung der Verbrauchersituation in strukturell benachteiligten
Stadtquartieren bei.
Die Angebote der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen werden sehr gut akzeptiert,
sowohl in Bezug auf die individuellen Angebote als auch in Bezug auf übergreifende
Arbeitsansätze. Aufgrund der hohen Nachfrage und begrenzten Ressourcen muss jedoch
eine stringente Abwägung im Einsatz verschiedener Instrumente der Verbraucherarbeit
erfolgen.
2. Aus- und Überlastung des Instrumentes Verbraucherberatung
Nach zwei Jahren Präsenz im Quartier ist festzustellen, dass immer mehr Verbraucher
zielgerichtet in die Sprechstunden im Quartier zur Inanspruchnahme individueller
Verbraucherberatung kommen. Fast jeder Rat suchende Verbraucher weist multiple
rechtliche, finanzielle sowie soziale Problemlagen auf. Fast jede Verbraucherberatung
mündet in eine oder mehrere Rechtsvertretungen gegenüber der Anbieterseite.
Der Aufwand für jede einzelne Rechtsvertretung ist (zu) hoch, obwohl zur Unterstützung ein
Honoraranwalt zwei Stunden pro Woche eingesetzt wird. Die beiden Mitarbeiterinnen mit
jeweils einer halben Stelle verwenden annähernd 50 % ihrer Arbeitszeit auf die
Verbraucherberatung sowie auf die sich anschließende Lösung von Rechtsproblemen.
Die Verbraucherberatung im Quartier erreicht potentiell 85.000 Einwohner in den drei
ausgewählten Sozialräumen; hinter dieser Zahl verbergen sich ein immenses Nachfrage-
Potential von Ratsuchenden und eine Fülle von vielfach Existenz bedrohenden individuellen
Problemlagen. Um weiterhin alle Instrumente von Verbraucherarbeit in den Quartieren
zum Einsatz bringen zu können, bedarf es zwingend einer Entlastung des Instrumentes
Verbraucherberatung. Hieran soll in 2018 gearbeitet werden.
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3. Identifizierung von Hürden und Lücken im kommunalen Hilfesystem
Die Verbraucherberatung im Quartier hat im Jahre 2017 mehrere Problemlagen in den
Quartieren identifiziert, die teilweise auf (strukturelle) Hürden bzw. Lücken im kommunalen
Hilfesystem schließen lassen:
• Mietprobleme in Chorweiler (BGP)
• Verzögerte bzw. unter Umständen nicht korrekte Bearbeitung von
Krankenkassenbeiträgen durch die Jobcenter in allen drei Quartieren
• Vielfach fehlende Sprachmittler im Quartier
• Mietprobleme in Kalk-Nord
• Nicht passgenaue und bedarfsgerechte Ehrenamtsstruktur
Die identifizierten Problemlagen wurden in einem Gespräch mit Vertretern der Stadt Köln –
Frau Friedrich, Herr Santelmann, Herr Woltmann, Herr Holtmann – am 12.09.2017
ausführlich besprochen, um diese einer Lösung zuzuführen. Gleichzeitig wurden weitere
Maßnahmen zur Sachverhaltsaufklärung ergriffen.
Eine Maßnahme war z. B. ein erstes ausführliches Gespräch am 09.11.2017 mit Vertretern
der Kölner Jobcenter, in persona
• Herr Nachtigall: Leiter Geschäftsbereich Nord
• Herr Wieland: Stellvertretender Leiter Geschäftsbereich Nord
• Herr Bhattacharjee: Leiter Geschäftsbereich Kalk/Deutz
• Herr Jaspert: Geschäftsbereichsleiter „U 25“ und „Integration Point“ (Gesamt Köln),
Gesamtfazit:
Die Verbraucherarbeit im Quartier hilft nicht nur Verbraucherinnen und Verbrauchern
durch bedarfsgerechte und passgenaue Verbraucherarbeit. Sie stellt vielmehr auch für die
Stadt Köln durch die effektive Wahrnehmung einer Sensorfunktion und durch den
konstruktiven Dialog und die unmittelbare Rückkopplung mit Verantwortlichen in der
Kölner Stadtverwaltung einen erheblichen kommunalen Mehrwert dar.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen möchte sich abschließend ausdrücklich für
die stets konstruktive Zusammenarbeit sowie die ideelle und finanzielle Unterstützung des
neuen Ansatzes in der Verbraucherarbeit durch alle Verantwortlichen in der Kölner
Stadtverwaltung ausdrücklich bedanken.
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Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0465/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 03.04.2018
- Erstellt
- 08.02.2018 09:24