0455/2024
Fassadenschäden am Historischen Rathaus
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Anlage 1 - Fotodokumentation
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Anlage 1 - Fotodokumentation
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VI/26 Vorlagen-Nummer 26.02.2024 0455/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft 11.03.2024 Fassadenschäden am Historischen Rathaus Das Historische Rathaus der Stadt Köln ist ein Ensemble mehrerer denkmalgeschützter Ge- bäude. Die ältesten Gebäudeteile sind mehr als 600 Jahre alt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das vollständig zerstörte Rathaus der Stadt Köln zusam- men mit den angrenzenden Erweiterungsbauten durch die Architekten Karl Band und Eugen Weiler wiederaufgebaut. Ein Gebäudeteil ist der in Stahlbetonbauweise errichtete Erweite- rungsbau Bauteil C aus den 1960er Jahren, der sich vom Rathausvorplatz gesehen rechts an der historischen Rathauslaube in Richtung Wallraf-Richartz-Museum anschließt. Die Bauarbeiten dauerten von 1966 bis 1972. Das Tragwerk von Bauteil C besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion, die stellenweise Teil der Fassade ist. Die Oberflächen der sichtbaren Stahlbetonbauteile wurden in Waschbeton- bauweise hergestellt. Der überwiegende Teil der Fassade wurde aus Michelnauer Tuff, einem gesägten roten Na- turstein, in Mauerwerksbauweise hergestellt. Zu den sichtbaren Stahlbetonbauteilen gehören: - Stützen und Deckenuntersichten im Bereich des Marsplatzes, - Randbalken in Höhe Decke über dem Erdgeschoss im Bereich des Marsplatzes, - Randbalken auf Höhe Dachebene entlang der Bauteilkante Alter Markt, Marsplatz, Oben- marspforten und Unter Goldschmied. Zustand An einigen Stützen und Randbalkenabschnitten liegt korrodierte Bewehrung frei. Es ist bereits zu großflächigen Betonabplatzungen über korrodierter Bewehrung gekommen. Dies betrifft sowohl die Stützen im Außenbereich als auch den Randbalken auf Dachebene im Bereich des Marsplatzes. Erläuterung der Schäden Die Stahlbetonbauteile des Historischen Rathauses Bauteil C weisen Schäden auf. Die Fas- sadenelemente aus Stahlbeton wurden in Waschbetonbauweise hergestellt. Während der Bauwerksuntersuchung zeigten sich deutliche Unterschiede in der Schadensintensität in Abhängigkeit von der Gebäudeausrichtung. Während der Bauwerksuntersuchung wurden stellenweise Lockerungen der roten Fassaden- steine festgestellt. Aufgrund des Schadensfortschritts plant die Verwaltung eine Fassadensa- nierung. Zur Vorbereitung der Maßnahmen und zur Beantwortung baustofflicher Fragen wurde ein Gut- achter beauftragt. Hierbei wurde folgendes festgestellt: 2 Im Bereich des Randbalkens auf der Dachebene, des Randbalkens in der Ebene Decke über Erdgeschoss am Marsplatz und der Kassettendecke Marsplatz wurde Bewehrungskorrosion aufgrund von Karbonatisierung festgestellt. Der Schadensmechanismus im Bereich der Außenstützen ist eine Kombination aus Beweh- rungskorrosion aufgrund von Karbonatisierung und Bewehrungskorrosion aufgrund von Chlo- rideinwirkung. Die Bauteilseiten sind unterschiedlich stark geschädigt. Das ausgeprägteste Schadensbild wurde entlang der Bauteilkante Marsplatz beobachtet. Hier wurden viele Betonaufwölbungen über korrodierter Bewehrung und freiliegender Beweh- rungsstahl angetroffen (siehe Anlage 1). Im Rahmen von Sofort-Maßnahmen wurden großflächige Betonaufwölbungen zum Schutz der Passanten abgeschlagen. Zahlreiche rote Natursteine der Fassade sind oberflächlich entfestigt. Einige der roten Fassa- densteine in der Fassade weisen tiefe Schäden auf. Stark geschädigte Fassadensteine wurden entlang der Bauteilkanten Marsplatz, Obenmars- pforten und Unter Goldschmied beobachtet. In einem circa 2 m langen Abschnitt haben sich die roten Fassadensteine um ungefähr 1 bis 2 cm aus der Fassadenebene heraus bewegt. Eine Ursache für den Ebenen- versatz könnte eine Volumenzunahme der Fassadensteine sein. Hierdurch ist die Fuge zwi- schen Fassadensteinen und Randbalken nicht mehr dicht. Abtropfendes Regenwasser kann an dieser Stelle in die Fassadenkonstruktion eindringen. Die Stahlbetonbauteile weisen im Mittel Karbonatisierungstiefen von 27 bis 42 mm auf. Diese Werte sind typisch für Stahlbetonbauwerke aus den 1960er und 1970er Jahren. Die mittlere Betondeckung der Stahlbetonbauteile lag zwischen 21 und 36 mm. Die 5%-Fraktile lagen deutlich darunter. Die Bügel- und Längsbewehrung der Bauteile liegt größtenteils im karbonatisierten Bereich der Betonrandzone. Der Bewehrungsstahl ist daher nicht mehr ausreichend vor Korrosion ge- schützt. Die tiefengestaffelten Chloridgehalte an Bohrkernen aus dem Fußbereich der Außenstützen lagen zwischen 0,1 und 1,4 M.-% bezogen auf den Zementgehalt. Die Bügel- und Längsbewehrung der Stützenfüße liegt im chloridbelasteten Beton. Die Bewehrung weist örtlich bereits Querschnittsverluste auf. Möglicherweise liegen die Chlo- ridgehalte im Bauwerksbeton unterhalb der Geländeoberkante und im Fundamentbereich hö- her. Weiteres Vorgehen Insbesondere entlang der Bauteilkante Marsplatz waren Sofort-Maßnahmen notwendig, um Passanten vor herabfallenden Betonstücken zu schützen. Die Absicherungs- maßnahmen müssen nach neuen Erkenntnissen auf den gesamten Randbalken erweitert wer- den. Für die Absicherungen werden mittels Hubwagen weitere Schutzplanen, analog zu den bereits angebrachten, befestigt. Ursprünglich war eine reine Betonsanierung geplant. Diese wird wegen des Zustands der Na- tursteine (roter Naturstein) auf eine komplette Fassadensanierung ausgeweitet. Hierzu folgt kurzfristig eine Detailaufnahme der betroffenen Fassadenelemente mittels Drohnen, um ein Konzept für die Sanierung zu entwickeln. Ein genaues Vorgehen der Fassadensanierung kann erst nach der Erstellung der Aufnahmen bestimmt werden. gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0455/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 26.02.2024
- Erstellt
- 30.01.2024 12:08