0625/2017
Benchmarking Müllabfuhr und Stadtreinigung der AWB Köln GmbH - Berichtsjahr 2016
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V-6 Vorlagen-Nummer 12.04.2017 0625/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 04.05.2017 Benchmarking Müllabfuhr und Stadtreinigung der AWB Köln GmbH - Berichtsjahr 2016 Hintergrund Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 18.12.2008 folgenden Beschluss gefasst: „Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, inwieweit es möglich ist, zur objektiven Bemessung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der städtischen Abfallbeseitigung, ein regelmäßiges Benchmarking bei der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung der Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Köln aufzubauen. Ein Kennzahlenvergleich soll Aussagen zum örtlichen Standard bei Müllabfuhr und Straßenreinigung tref- fen und auch Schlussfolgerungen zur Bürgerzufriedenheit („gefühlte Sauberkeit“) zulassen. Über das Benchmarking sollen Leistungen und Preise der AWB GmbH & Co. KG auf ihre Qualität und Wirt- schaftlichkeit überprüft werden können. …“ Der Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln hat den Auftrag des Rates am 03.12.2009 dahingehend konkretisiert, dass die Verwaltung für die AWB Köln GmbH ein Benchmar- king im zweijährlichen Rhythmus durchführen lässt, hiermit ein geeignetes Unternehmen beauftragt und den Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe regelmäßig über das Ergebnis informiert. Die Verwaltung beauftragte daraufhin die Firma INFA –Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur- Management GmbH, einen Vergleich von Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität für die Abfallwirt- schaftsbetriebe Köln mit dem Fokus auf „Kundenorientierung“ vorzunehmen. Ein Kennzahlenver- gleich soll Aussagen über Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität der Müllabfuhr und Stra- ßenreinigung treffen und auch explizit Schlussfolgerungen zur Kundenorientierung des Unterneh- mens AWB Köln GmbH zulassen. In Abstimmung mit dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln hat die Firma INFA GmbH ein zielgerichtetes Benchmarking für die Stadt Köln mit anderen deutschen Großstädten ent- wickelt. Basis für das hier durchgeführte Benchmarking sind zwei seit Jahren etablierte Benchmar- kingstudien, an denen die AWB Köln GmbH regelmäßig teilnimmt. 1. Bereich Müllabfuhr: Benchmarking VKS im VKU (Verband kommunaler Unternehmen für Ab- fallwirtschaft und Stadtreinigung) 2. Bereich Straßenreinigung: Großstadtvergleich Produktivität und Qualität in der Straßenreini- gung Mittels sogenanntem Managementtableau werden die entscheidenden Kenngrößen zur Beurteilung von Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität der Dienstleistung auf drei Ebenen zusammengeführt (1. Ebene: ausgewählte Kennzahlen, 2. Ebene Kennziffern und 3. Ebene Indizes). Diese konzentrierte Darstellungsmethodik ermöglicht ein gezieltes und aussagefähiges Berichtswesen. Die Darstellungs- form wurde im Rahmen des Großstädtevergleiches Straßenreinigung entwickelt und eigens für die Stadt Köln auch auf den Bereich Müllabfuhr übertragen. 2 Das für die AWB Köln GmbH gewählte Benchmarking unterscheidet sich von anderen Benchmarking- Untersuchungen insbesondere durch eine bewusste Fokussierung auf das Thema Kundenorientie- rung. Der Grad der Kundenorientierung lässt sich unter anderem mittels Indikatoren wie „Bürgerzu- friedenheit mit der Müllabfuhr“ und „gefühlte Sauberkeit in der Straßenreinigung“ messen. Hierzu wurden je Untersuchungsbereich Müllabfuhr und Straßenreinigung drei die Qualität beschreibende Kenngrößen eingeführt und bewertet: Kundenurteil Beschwerden (Auswertung der Beschwerdestatistik => Indikator für „Bürgerzu- friedenheit“ und „gefühlte Sauberkeit“) Kundenurteil Stimmungsbild (Durchführung einer Bürgerbefragung; nicht repräsentativ; => In- dikator für „Bürgerzufriedenheit“ und „gefühlte Sauberkeit“) Fachurteil Qualität (unabhängige Bewertung der Sauberkeit mittels standardisiertem Qualitäts- Messinstrument) Damit die Entwicklung der AWB gegenüber vergleichbaren Betrieben verfolgt und bewertet werden kann, wurde die Benchmarkingstudie in ein kontinuierliches Verfahren im zweijährlichen Rhythmus überführt. Um den Aufwand für die Datenerhebung dabei so gering wie möglich zu halten und Syner- gien zu nutzen, wird auf die Ergebnisse aus den jeweils aktuellen Durchgängen der beiden großen Benchmarkingprojekte zurück gegriffen, die ebenfalls in einem Intervall von zwei Jahren stattfinden (VKS im VKU und Großstadtvergleich Straßenreinigung, s. o.). Vorangegangene Benchmarking-Durchgänge Insbesondere durch die kontinuierliche Anwendung des Benchmarking-Verfahrens im zweijährlichen Turnus lassen sich AWB-spezifische Entwicklungen in einer Zeitreihe aufzeigen, Stärken und Schwä- chen bewerten und erste Handlungsfelder identifizieren. Das angewandte Verfahren dient demnach zum extern begutachteten Nachweis von Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität der zu erbringenden Dienstleistung. Die Ergebnisse des ersten Benchmarking wurden dem Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb in seiner Sitzung am 10.11.2011 vorgestellt. Danach wiesen die AWB Köln GmbH in nahezu allen be- trachteten Bereichen (Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität) ein überdurchschnittliches Ergebnis aus. Auch ein hohes Maß an Kundenorientierung konnte anhand der ermittelten Kenngrößen festge- stellt werden. Auch die Ergebnisse des zweiten Benchmarking-Durchgangs, Berichtsjahr 2012, wiesen der AWB GmbH ein überdurchschnittliches Ergebnis in nahezu allen betrachteten Bereichen aus (Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität). Die auf Kundenurteilen basierenden Qualitätskennzahlen für den Be- reich Straßenreinigung ließen auf eine hohe Kundenzufriedenheit und somit eine positive Kundenori- entierung der AWB GmbH schließen. Die diesbezüglichen Werte für den Bereich Müllabfuhr bestäti- gen nicht nur, sondern verbesserten zum Teil das gute Niveau des vorangegangenen Berichtsjahres 2010. Im Rahmen des dritten Benchmarking-Durchgangs wurde auf Wunsch des Ausschusses zum ersten Mal das Thema Littering in Grünanlagen tiefergehend begutachtet und positive wie negative Auffällig- keiten aus der Beschwerdestatistik der AWB Köln GmbH, einer Bürgerbefragung als auch aus dem Fachurteil (mittels Qualitätsmesssoftware) herausgearbeitet. Die Beschwerdeintensität wurde hierbei als insgesamt niedrig eingestuft (eine Beschwerde pro Jahr je zwei betreute Grünanlagen), wobei die wilden Abfallablagerungen in Grünanlagen vermeintlich eine deutliche Relevanz aufwiesen. Aus Sicht des Bürgers waren Verschmutzungen auf Rasenflächen sowie die Papierkorbsituation überdurch- schnittlich auffällig. Im Vergleich zu anderen Städten, die das Messsystem einsetzen, zeigten sich für Köln im Bereich der Grünanlagen verbesserbare und im Bereich der Spielplätze gute Gesamtnoten. 3 Benchmarking Berichtsjahr 2016 Auf Basis des Beschlusses aus dem Jahre 2009 wurde das Benchmarking Müllabfuhr und Straßen- reinigung in ein kontinuierliches Verfahren überführt. Die Ergebnisse des dritten Wiederholungs- durchgangs zum Benchmarking liegen, nach Prüfung durch alle Beteiligen, nun endabgestimmt vor und lassen sich wie folgt zusammenfassen: In nahezu allen betrachteten Bereichen (Leistung, Wirtschaftlichkeit und Qualität) weist die AWB Köln GmbH auch bei der insgesamt vierten externen Begutachtung weiterhin ein überdurchschnittlich gu- tes Ergebnis aus. Sowohl bei der Müllabfuhr als auch bei der Straßenreinigung lassen sich gute bis sehr gute Ergebnisse erkennen, insbesondere im Bereich Müllabfuhr erreichte die AWB Köln GmbH mehrere Bestwerte innerhalb der Großstadtvergleichsrunde. Diesen hohen Standard, auch im Ver- gleich zu anderen Großstädten, gilt es langfristig zu halten und zu sichern. Das Thema Littering in Grünanlagen wurde analog zum Berichtsjahr 2014 mit weiterhin gutem Ge- samtergebnis analysiert. Die statistische Auswertung der Beschwerden für Grünanlagen und Spiel- plätze zeigt gegenüber dem Berichtsjahr 2014 einen Rückgang. Jedoch stieg die Anzahl der gemel- deten wilden Abfallablagerungen in Grünanlagen deutlich an, wobei der parallele Nutzeranstieg der städtischen „Sag´s uns“-App einen möglichen Einfluss darstellt. In der durch die INFA GmbH durchgeführten Befragung wurde von Seiten der Bürger vielfach deutlich gemacht, dass man für die vorgefundene Verschmutzungssituation i. d. R. nicht die AWB GmbH ver- antwortlich macht („die AWB macht ja Ihren Job“). Im Weiteren wurde ersichtlich, dass den Befragten zwar nach wie vor die Verschmutzungssituation auf Rasenflächen (im Vergleich zu anderen Berei- chen in Grünanlagen) überdurchschnittlich auffiel, jedoch u. a. die im Jahr 2014 festgestellte Proble- matik der überfüllten Papierkörbe deutlich zurückging. Offenkundig hat hier die Maßnahme des Auf- stellens zusätzlichen Behältervolumens den gewünschten gegensteuernden Effekt erzielt. Die Ergeb- nisse des Fachurteils bestätigen zudem die Aussagen der Befragten. Zusammenfassend lässt sich erneut festhalten, dass das Benchmarking eine gezielte Überwachung der wesentlichen Prozesse in Straßenreinigung und Müllabfuhr ermöglicht. Benchmarking ist hierbei als kontinuierlicher Prozess zu verstehen, der sowohl die eigene betriebliche Entwicklung als auch die Entwicklung gegenüber Betrieben in vergleichbaren Großstädten dokumentiert. Die Einbindung der Littering-Thematik zeigt zudem auf, dass das gewählte Benchmarking-Verfahren neben der notweni- gen Kontinuität durch Standard-Kennzahlen in Zeitreihen auch für aktuelle Themen aus der Politik, die spezifisch aufgegriffen und bewertet werden können, offen und geeignet ist. Die wesentlichen Ergebnisse des Benchmarking für das Berichtsjahr 2016 werden in der Ausschuss- sitzung von der Firma INFA GmbH im Einzelnen vorgetragen und erläutert. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- 0625/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 12.04.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27