2006/0446
Bericht 2004/2005 des Zentrums für Erziehungshilfe des Städtischen Sozialdienstes und des Staatlichen Schulamtes
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Impressum:
Herausgegeben vom Magistrat der Wiss enschaftsstadt Darmstadt, Sozial-
verwaltung und dem Staatlichen Schulam t für den Landkreis Darmstadt-Dieburg
und die Stadt Darmstadt
2 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Inhaltsverzeichnis:
Seite
1. Einleitung.....................................................................................................3
2. Räumlic hkeiten ...........................................................................................6
3. Personelle und inhaltlic he Erweiterung des ZfsE....................................6
4. Falldarst ellungen........................................................................................7
4.1 Thomas D.................................................................................................... 7
4.2 F abian A. ..................................................................................................... 9
5. Zahlen, Date n, Fakten............................................................................... 11
5.1 Verteilung der Fälle auf die Darmstädter Grundschulen............................. 12
5.2 Gründe, die zur Anmeldung beim ZfsE führten........................................... 13
5.3 Beratung und K oordination......................................................................... 13
5.4 Ambulante Förderung................................................................................. 15
5.5 Hilfen zur Er ziehung ...................................................................................15
5.6 Aufnahme- und Entsc heidungsverfahren ...................................................17
5.7 Öffentlichkeitsarbeit, fallü bergreifende Kooperationen und
Teilnahme an Fortbild ungsveranstaltungen................................................ 18
6 . Zusammenfassung und Ausblick ...........................................................20
3 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Kern der Arbeit des ZfsE ist die Zusammenarbeit von Schule und
Jugendamt in einer Institution . Hiermit konnte für den Grundschulbereich
eine Brücke zwischen zwei Institutionen geschlagen werden, die bisher häufig
unabhängig voneinander gearbeitet haben.
Land HessenLand Hessen Wissenschaftsstadt DarmstadtWissenschaftsstadt Darmstadt
Staatliches SchulamtStaatliches Schulamt Städtisches
Schulamt
Städtisches
Schulamt Sozialverwaltung
Jugendamt
Sozialverwaltung
Jugendamt
Kooperationsvertrag
Kern:
Zusammenarbeit
von Schule und
Jugendhilfe in
einer Institution
1. Einleitung
Das Zentrum für schulische Erziehungsh ilfe (ZfsE) der Wissenschaftsstadt
Darmstadt besteht seit dem 1. März 2001. Der vorliegende Doppel-Jahresbericht
dokumentiert die Arbeit des ZfsE für den Zeitraum vom 01.01.04 – 31.12.05.
.
Das ZfsE versteht sich als Hilfeangebot für Darmstädter Grundschülerinnen und
Grundschüler, die in oder mit der Schu le Probleme haben und dies durch ihr
Verhalten zeigen, sowie deren Eltern, Lehrerinnen und Lehrer.
4 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Die Aufgaben des Zentrums für schulische Erziehungshilfe
betreffen im Wesentlichen den Bereich der Prävention.
Ziel der Förderung im ZfsE ist es, durch frühzeitige
pädagogische Interventionen Ausgrenzung von Kindern zu
verhindern.
Die Arbeit des ZfsE ist pädagogisch und be inhaltet insbesondere die Einleitung,
Durchführung, Koordinierung und Begleitung der erfo rderlichen schulischen und
außerschulischen Hilfen.
Antrag auf Beratung
durch die Lehrkraft der
Schule (nach §1 der
VO)
Anfrage der Eltern
Eltern werden
informiert
Abstimmung mit
der Lehrkraft
Erstgespräch im Tandem BeratungErstgespräch im Tandem Beratung
Innen- und
Außensicht
Kind-Umfeld-
Diagnose
Runder Tisch
mit allen an der
Erziehung
beteiligten
Einrichtung
außerschulischer Hilfen
(nach dem KJHG)
auf Antrag der Perso-
nensorgeberechtigten
Antrag auf ambulante
Förderung durch die Schule
(nach §2 der VO)
mit Zustimmung
der Eltern
Zugangswege
und
Vorgehensweise
5 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Aufgabenschwerpunkte des ZfsE sind:
- Beratung von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Schülerinnen und
Schülern
- Ambulante schulische Betreuung von Schülerinnen und Schülern
- Vermittlung außerschulischer Hilfen.
Durch die Koordinierung schulischer und außerschulischer Hilfen soll gewähr-
leistet werden, dass die Kinder auf ihren St ammschulen verbleiben können. In die
Arbeit des ZfsE werden nicht nur die genannten Schülerinnen und Schüler
einbezogen, sondern auch deren Eltern , wichtige Bezugspersonen sowie
Lehrerinnen und Lehrer. Lehrer, Eltern und Schüler können gleichermaßen eine
Beratung beim ZfsE anfragen.
Im ZfsE arbeiten Förder schullehrkräfte und Sozial arbeiter an einem Ort
zusammen (Tandem-Prinzip), um die Arbeit von Schule und Jugendhilfe auf eine
gemeinsame Basis zu stellen.
Die an der Erziehung Beteiligten – Familie , Schule und Jugendhilfe – müssen das
Kind in den Mittelpunkt ste llen und sich an seinen Bedü rfnissen orientieren. Dies
bedeutet die konkrete Lebenswelt des jewe iligen Kindes sowie die je besonderen
Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen.
Dabei fungiert das ZfsE als Schnittste lle zwischen den beteiligten Personen und
Institutionen sowie als Vermittlungsstelle zwischen unterschiedlichen Positionen
und Sichtweisen.
Das ZfsE strebt eine möglichst zeitnahe Bearbeitung der An fragen an. Aufgrund
der hohen Nachfrage konnte diese Vorgabe nicht immer eingehalten werden.
Für den Bereich der ambulanten schulischen Förderung musste eine Warteliste
angelegt werden (vgl. S. 15). Wie in den Vorjahren entstanden sowohl im Jahr
2004, als auch im Jahr 2005 auch für Bera tungsanfragen Wartezeiten von 3 bis 6
Monaten.
6 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
2. Räumlichkeiten
Die im Jahresbericht 2003 beschriebene Notwendigkeit des Umzugs in neue
Räume wurde trotz nachgewie sener hoher Schadstoffbelastung erst zum August
2004 umgesetzt.
Im Juli 2004 fand der Umzug des ZfsE in Räume in de r Landwehrstraße 26 statt.
Der Umzug erfolgte maßgeblich durch Eigenleistung der Mitarbeiterin und
Mitarbeiter des ZfsE, da seitens des städt ischen Schulamtes le diglich ein Helfer
bereitgestellt werden konnte. Für se ine engagierte Hilfe bei unserem Umzug
möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei Herrn Fr ancioso (vom Städtischen
Schulamt als Springer eingesetzter Hausmeister) bedanken.
In der Landwehrstraße 26 steht dem ZfsE eine ehemalige Wohnung mit einem
großen und zwei kleinen Zimmern, einer kleinen Küche und einer Toilette zur
Verfügung. Das große Zimmer fungiert al s Büro und ist mit Schreibtischen,
Computern und mehreren Telefonanschlüssen ausgestattet.
Das zweite Zimmer dient als Besprechungsraum. Ein drittes, sehr kleines Zimmer,
das mit einem Telefonanschluss ausge stattet ist, diente zunächst als
Ausweichraum. Mit den im Jahr 2005 er folgten Veränderungen der inhaltlichen
Ausrichtung, sowie der personellen Erweiterung (si ehe unten) musste dieser
Raum ebenfalls zum Büroraum umfunktioniert werden.
3. Personelle und inhaltliche Erweiterung des ZfsE
Im Februar 2005 wurde da s ZfsE um eine 0,75-Sozialarbeiterinnenstelle
aufgestockt, im August 2005 kam eine Förderschullehrerinnenstelle hinzu.
Insgesamt arbeiten nun im ZfsE eine So zialarbeiterin und ei n Sozialarbeiter im
Umfang von 1,75 Stell en, sowie zwei Förder schullehrerinnen und ein
Förderschullehrer im Umfang von 3 vollen Stellen.
Einhergehend mit dieser personellen Aufs tockung wurde auch eine inhaltliche
Ausweitung der Tätigkeit des ZfsE ve reinbart. Neben der Gruppe der Darmstädter
Grundschülerinnen und –schüler als Adre ssaten der Angebote des ZfsE, sollen
jetzt auch die 5. und 6. Klassen von weiterführenden Schulen als neue Zielgruppe
hinzukommen. Mit dieser Erweiterung si nd jetzt Darmstädter Schülerinnen und
Schüler der 1. bis 6. Klassen mögliche Adressaten der Angebote des ZfsE, sofern
sie Probleme in oder mit Schule haben und dies durch ihr Verhalten zeigen.
Die personelle und in haltliche Erweiterung des ZfsE ist bereits in die Konzeption
der Einrichtung eingearbeitet und soll in Zukunft reflektiert und evaluiert werden.
7 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
4. Falldarstellungen
Die für diesen Jahresbericht ausgewählten Falldarstellungen beschäftigen sich mit
dem im Jahr 2005 hinzugekommenen neuen Aufgabenbereich, der Sekundarstufe
I. In diesem Zusammenhang möchten wir zwei Fälle darstellen, die für uns zwei
mögliche Idealtypen der mit der neuen Aufgabe einher gehenden Vorgehens-
weisen beschreiben. Im ersten Fall mö chten wir einen vom ZfsE begleiteten
Übergang von der Grundschule in die Sek undarstufe I beschreiben, im zweiten
Fall wurden die aufgetretenen Schwierigkei ten im Umgang mit dem Schüler erst
nach dessen Übergang in die Sekundarstufe I erstmalig an das ZfsE gemeldet.
Der zweite Fall beschreibt eine Entwi cklung, wie sie vor dem Hintergrund der
präventiven Arbeit des ZfsE nicht w ünschenswert ist, aber dennoch Teil der
konkreten Arbeit dieser Einrichtung ist.
4.1 Thomas D. ∗
Mit dem Schüler Thomas D. möchten wir ei nen Fallverlauf aufgr eifen, der sowohl
die Arbeit des ZfsE in der Grundschule als auch im Übergang zur Sekundarstufe I
dokumentiert.
Thomas wurde bereits im Schulj ahr 2003/2004 von seiner damaligen
Klassenlehrerin zunächst dem zuständi gen Beratungs- und Förderzentrum auf
Grund seiner schwachen Leistungen in Verbindung mit auffälligen
Verhaltensweisen (Rückzug, handgreif liche Streitereien in der Pause,
Leistungsverweigerung, ...) gemeldet. Thom as besuchte damals die 3. Klasse. Er
hatte bereits einmal die 3. Klasse wiederholt.
Eine intensive Diagnostik durch die einge schaltete Förderschullehrerin machte
deutlich, dass Thomas’ Intelligenzleistungen im durchsc hnittlichen Bereich lagen.
Es musste also davon ausgegangen we rden, dass die Ursache seiner
Leistungsprobleme nicht mi t mangelnder Intelligenz begründet werden konnten.
Auf Grund dieser Daten wurde vermutet, dass Thomas’ Leistungsprobleme eher
eine andere Ursache haben. Die ebenfalls aufgetretenen Verhaltensauffälligkeiten
führten dazu, dass das ZfsE in die Überlegungen miteinbezogen wurde.
In einem ersten Beratungsgespräch, an de m die Eltern, die Klassenlehrerin, eine
Fachlehrerin sowie zwei Kollegen des ZfsE (Förderschullehrer und Sozialarbeiter)
teilnahmen, wurde deutlich, dass zumindest ein uneinheitliches
Erziehungsverhalten der beiden Elternteile vorzuherrschen schien. Eine in diesem
Gespräch gewonnene erste Hypothese ve rortete die Ursachen für Thomas’
∗ Alle persönlichen Daten sind anonymisiert.
8 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Schwierigkeiten in außerschulische Kontex te, in diesem Fall in innerfamiliäre
Bedingungszusammenhänge. Im weiteren Verl auf der Überlegungen wurde dann
im Wesentlichen mit den Eltern sowie dem Kind gearbeitet. In den folgenden
Gesprächen mit den Eltern wurde deut lich, dass diese eine sehr große
Bereitschaft zeigten, mit dem ZfsE zusammenzuarbeiten.
Für die Kollegen des ZfsE konkretisi erte sich die erste Hypothese
folgendermaßen: Thomas kommt aus einem sehr liebevollen Elternhaus. Die
Eltern bemühen sich intensiv darum, es den Kindern (Thomas hat noch eine kleine
Schwester) gut ergehen zu lassen. Es fällt ihnen dabei manchmal schwer, klare
Grenzen zu setzen und konkrete Erwartungen zu formulieren. Thomas’
intellektuelles Potential über steigt bereits zu diesem Zeitpunkt das seiner Eltern
erheblich. Thomas scheint sich sehr mi t seiner Mutter zu identifizieren und
„erlaubt“ sich nicht, deren frühere schulische Leistungen zu überschreiten.
Die auf der Basis dieser Hypothe se ergriffenen Maßnahmen sahen
folgendermaßen aus:
Problem Maßnahme
Schwache schulische Leistung Ambulante Förderung durch das ZfsE mit
Beginn der 4. Klasse
Uneinheitliches Erziehungsverhalten Elterngespräche
Leistungsverweigerung auf Grund der
vermuteten Identifizierung mit der
Mutter
Beginn einer Psychot herapie bei einer
Kinder- und Jugendpsychotherapeutin (2-
mal wöchentlich)
Koordination der verschiedenen
Maßnahmen
Regelmäßige Absprachen zwischen
Eltern, Therapeutin, Lehrerin und ZfsE
Unter dem Einfluss dieser Maßnahmen gelang es Thomas, sowohl seine sozialen
Auffälligkeiten als auch sein Leistungsverhalten so zu verändern, dass er das
Klassenziel der 4. Klasse erreichen k onnte und damit der Übergang in die
weiterführende Schule vorberei tet werden konnte. Thomas entschied sich im
Einvernehmen mit seinen Eltern für den Besuch der örtlichen Gesamtschule.
Mit Beginn des neuen Schuljahres nah m das ZfsE Kontakt mit der neuen
Klassenlehrerin von Thomas auf. In Absprache mit den Eltern und der Therapeutin
war vereinbart worden, das Angebot der ambulanten Förderung durch das ZfsE
gegenüber der weiterführenden Schule aufrechtzuerhalten.
Die Reaktion der neuen Kla ssenlehrerin auf dieses Angebot war zunächst eher
zurückhaltend. Die Vorgehensweise des ZfsE schien ihr auf den ersten Blick nicht
mit ihren persönlichen Vorstellungen von Unterricht in der Sekundarstufe I
vereinbar. Nach mehreren Gesprächen konnte aber dennoch eine gemeinsame
Ebene gefunden werden, die die weitere ambulante Förderung in der Schule
9 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
sicherstellen konnte. Thomas wurde ab diesem Zeitpunkt (Oktober 2005) im
Mathematik-Unterricht begleitet. Der erst e Eindruck des Förderschullehrers nach
der Weiterführung der Ambulanten Förder ung stellte sich dann folgendermaßen
dar: Durch den Umstand, dass der Förderschullehrer Thomas schon in der vierten
Klasse betreut hatte, kannte er nicht nur ihn selbst bereits, sondern auch einen
Großteil der restlichen Klasse (Kinder , die von Thomas’ Grundschule gekommen
waren). Bereits am Aufstellplatz begrüßt en viele Kinder den Förderschullehrer mit
einem erfreuten: „Hallo, Herr D.!!“. In einem Nebensatz hörte der
Förderschullehrer zufällig Thomas hinter sich sagen: „Endlich bekomme ich wieder
Unterstützung, das ist gut.“ Die Psychot herapeutin, die mit Thomas nach wie vor
regelmäßig arbeitet, berichtete ebenfalls, dass er strahlend in ihre Praxis
gekommen sei und mitgeteilt habe, dass es zwei gute Nachrichten gäbe: Er habe
erstens eine gute Note geschrieben und zweitens sei Herr D. wieder da.
Zwischenzeitlich zeigt Thomas im Unterricht zeitweise eine gute Mitarbeit, die sich
aber noch nicht immer in den Noten in Kl assenarbeiten niederschlägt. In der
mündlichen Mitarbeit lässt er aber i mmer wieder seine pfiffigen Ideen (man
gewinnt hin und wieder den Eindruck, „wohldosiert!“) einfließen. Zur Zeit bleibt zu
hoffen, dass sich diese Entwicklung auch auf seine Zensuren auswirken wird. Bei
gleich bleibenden Noten könnte das Erreichen des Klassenziels gefährdet sein.
Die Zusammenarbeit von Eltern, Schule, Psychotherapeutin und ZfsE gestaltet
sich sehr kooperativ. Es gibt regelmä ßige Absprachen bezüglich der weiteren
Vorgehensweisen. Thomas ist in diese Überlegungen über das ZfsE eingebunden
und bekommt eine regelmäßige Rückkopplung.
4.2 Fabian A.
Fabian war schon in der Kindergarten- und Grundschulzeit extrem
verhaltensauffällig. Mit Hilfe des Städtisc hen Sozialdienstes wurden Hilfen zur
Erziehung eingeleitet und begleitet. (Psychologische Praxis Petra,
Betreuungshelferin). Außerdem waren da s Sozialpädiatrische Zentrum und die
Kinder- und Jugendpsychiatrie in Riedstadt involviert. Von schulischer Seite wurde
in der Grundschulzeit kein Antrag auf Be ratung beim ZfsE gestellt und auch kein
A+E Verfahren im Sinne der Schule für Erziehungshilfe eingeleitet.
Im Oktober 2005 wurde das ZfsE von de r Koordinatorin für Erziehungshilfe
darüber informiert, dass die neue Klassenlehr erin von Fabian um Unterstützung in
der Arbeit mit Fabian bittet.
Der Junge war ohne weitergehende Informati onen in der 5. Klasse angemeldet
worden. Er äußerte gleich am ersten Tag, „dass er jeden zusammenschlagen
werde, der ihm Böses wolle“. Außer halb der Klasse ereigneten sich umgehend
gravierende Konflikte mit älteren Schülern. Auch im Unterricht veränderte sich sein
10 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
anfänglich gutes Bemühen. Wutausbrüche, Aggressionen gegen Mitschüler und
Lehrkräfte, Besserwisserei und negativ e Kommentare beein trächtigten in
enormem Maße den Schulalltag.
Fabian brachte außerdem eine ausgeprägte Lese-Rechtschreibschwäche mit.
Zu diesem Zeitpunkt war der Städtische Sozialdienst seit mehreren Monaten aus
dem Fall ausgestiegen, weil nach 4 Ja hren intensiven Bemühens die einzige
Maßnahme, die noch einen Erfolg vers prach (Fremdunterbringung), von der
Mutter kategorisch abgelehnt worden war.
Die Arbeit der Zentrumsko llegin bestand vorerst darin, die Informationen der
verschiedenen Helfersystem e auszutauschen und si ch auf den neuesten
Sachstand zu bringen.
In Gesprächen mit dem Jahrgangsteam der Schule wurde überlegt, ob es
innerhalb der Schule noch nicht genutzte Fördermöglichkeiten gibt. Die
Einbeziehung des Schulsozialarbeiters gab etwas Entspannung für die Pausen
und für eine Randstunde. Ansonsten wurde es als große Gefahr erlebt, dass
Fabian unvorhersehbar ausrastet, und durch tätliche Angriffe Mitschüler und
Lehrkräfte verletzt.
Eine kleine Lerngruppe in einer pädagogisch-therapeut ischen Einrichtung wurde
als einzig sinnvolle Möglichkeit gesehen, Fabian langfristig zu helfen.
Außerdem wurde das längst notwendige Aufnahme- und Entscheidungsverfahren
zur Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs im Sinne der Schule
für Erziehungshilfe auf den Weg gebracht.
In zwei Gesprächen mit der Mutter konnte darüber hinaus deren Bereitschaft
geweckt werden, eine Fremdunterbri ngung ihres Sohnes in den Bereich der
Möglichkeit zu rücken.
Im neuen Jahr wird es das Ziel des ZfsE sein, in Zusammenarbeit mit der Mutter
und der zuständigen Sozialarbeiterin vom Städtischen Sozialdienst, eine adäquate
Beschulung und Unterbringung von Fabian möglich zu machen und zu finden.
Die Arbeit des Zentrums für schulische Erziehungshilfe bestand, bzw. besteht bei
dieser Art von Fällen darin, Bestehendes zu sammenzuführen, zu koordinieren, zu
recherchieren und zu bündeln und de n Weg für weitergehende Maßnahmen zu
bereiten.
11 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
5. Zahlen, Daten, Fakten
Die statistischen Aussagen über die Arbeit des ZfsE basieren auf Daten, die in der
Zeit zwischen dem 01.01.2004 und dem 31.12.2005 erhoben wurden.
Alle Zahlen, Daten und Fa kten belegen die hohe Na chfrage nach den Angeboten
des ZfsE.
Eltern wandten sich oft mit konkreten Fragen an das ZfsE, wie z.B.:
„Was können wir noch tun, damit unser Kind sich im Unterricht besser
konzentrieren kann?“
„Wie kann ich meinen Sohn dazu bringen, dass er di e Hausaufgaben regelmäßig
macht?“
Neben konkreten Fragen äußerten Lehrer auc h diffuse Befürchtungen, wie z.B.:
„Ich glaube, das Kind wird zu Hause geschlagen“,
„Ich frage mich, ob der Junge den Tag über genügend Betreuung erhält“.
In der Arbeit des ZfsE wurde oftmals deutlich, dass die Schwierigkeiten der
Kinder bzw. Schwierigkeiten mit den Ki ndern eine zunächst nicht bedachte außer-
schulische Komponente aufwie sen. Nicht selten waren die Schwierigkeiten des
Kindes Symptom für innerfamiliäre Konflikte.
In einigen Fällen schienen die Symptome , die sich im Verhalten der Kinder
zeigten, aus tieferliegende n Beziehungskonflikten z wischen Lehrkraft und
Schülerin bzw. Schüler zu resultieren.
12 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
5.1 Verteilung der Fälle auf die Darmstädter Grundschulen
Fälle des ZfsE in Darmstadt pro Schule in 2004/2005
(Beratung und Ambulanz)
GAZ (1/4)
WBS (4/6) ALS (9/13)
EKS (23/18)
SchiS (16/6)
CMS (5/9)
KKS (4/6)
GS (2/2)
DWS (5/0)
MWS (9/7)
BS (7/10)FES (5/7)
EHKS (6/2)
WHS (2(9)/4)
FS (0/0)
LSS (1/4)
AS (1/5)
HHfS (8/8)
HHS (4/4)
GAZ: Georg-August-Zinn-Schule
WBS: Wilhelm-Busch-Schule
ALS: Astrid-Lindgren-Schule
CMS: Christian-Morgenstern-Sch.
EKS: Erich-Kästner-Schule
SchiS: Schillerschule
KKS: Käthe-Kollwitz-Schule
GS: Goetheschule
DWS: Diesterwegschule
HHS: Heinrich-Heine-Schule
EHKS: Elly-Heuss-Knapp-Schule
MWS: Mornewegschule
FES: Friedrich-Ebert-Schule
HHfS: Heinrich-Hoffmann-Schule
BS: Bessunger Schule
AS: Andersenschule
FS: Frankensteinschule
LSS: Ludwig-Schwamb-Schule
WHS: Wilhelm-Hauff-Schule
StAh: Stadtteilschule Arheilgen
WLS: Wilhelm-Leuschner-Schule
ZfsE
In dieser Statistik erscheinen
die 76 Fälle, in denen das
ZfsE in den Grundschulen
tätig geworden ist. 2 Fälle, in
denen das ZfsE im Übergang
von Kindergarten zu Schule
tätig geworden ist, werden
hier nicht ausgewiesen.
In der Wilhelm-Hauff-Schule
wurden insgesamt 9 Kinder
wegen Verhaltensauffällig-
keiten betreut. Aufgrund
interner Regelungen an der
der WHS wurden in 2004 2
dieser Fälle vom ZfsE
bearbeitet.
StAh (0/1)
WLS (0/1)
13 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Erstanfragen 2004 2005
Lehrkräfte 59 43
Eltern 9 13
Schulamt / 4
StSD / 1
Kindergärten / /
Andere 2 /
Genannte Gründe 2004 2005
Störendes Verhalten im Unterricht 50 53
Aggressives Verhalten in den Pausen 37 29
Regressives Verhalten im Unterricht 14 14
Aufmerksamkeitsprobleme im Unterricht 39 50
Schulleistungsprobleme in Verbindung mit Störungen des
Unterrichts
29 43
Unregelmäßiger Schulbesuch 0 6
Kind steht unter massivem Leistungsdruck 4 8
(vermutete) Probleme im häuslichen Umfeld 47 81
Essstörung 0 1
Auffälligkeiten im Kindergarten 0 2
Auffälligkeiten in Verbindung mit (vermuteter)
Hochbegabung
4 2
5.2 Gründe, die zur Anmeldung beim ZfsE führten
Als Gründe, die zur Anmeldung beim ZfsE führten, wurden von den Ratsuchenden
folgende genannt (Mehrfachnennungen möglich):
5.3 Beratung und Koordination
Aus den beim ZfsE eingehenden An fragen haben sich im Jahr 2004 70 Neufälle
ergeben. Von den in den Vorjahren
entstandenen Fällen wurden 43 Fälle
im Jahr 2004 weiter bearbeitet. Die
Gesamtzahl der in 2004
bearbeiteten Fälle beträgt daher
113.
Im Jahr 2005 ergaben sich aus den
Anfragen 61 Neufälle . Aus den
Vorjahren wurden 56 Fälle
14 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
weiterbearbeitet. Die Gesamtzahl der in 2005 bear beiteten Fälle beträgt daher
117.
In allen Fällen wurden Beratungsgespräc he geführt. In fast allen Fällen wurden
mindestens 2 Gespräche, in Einzelfällen bis zu 12 Gespräche, geführt.
Die Erstanfragen kamen im Dokumentationszeitraum von Lehrkräften, Eltern, dem
Städtischen Sozialdienst sowie von Na chbarn oder weitläuf igeren Verwandten.
Die Verteilung der Erstanfragen ist der vorstehenden Tabelle zu entnehmen.
Die Beratungsgespräche mit den Grundsc hullehrerinnen und –l ehrern wurden in
der Regel nach dem Modell der „Kooper ativen Beratung“ durchgeführt. Im
Rahmen dieser Methode werden in den Beratungsgesprächen gemeinsam
Ansatzpunkte für eine Unterstützung der pädagogischen Aufgabe entwickelt. Einer
möglichst genauen und differenzierten Besc hreibung des Problems aus Sicht der
Lehrkraft schließt sich der Versuch an, die Perspektive des Schülers bzw. der
Schülerin einzunehmen. Die Formulier ung eines Unterrichts- und Erziehungsziels
für das Kind soll zu einer Konkretisier ung in der weiteren Planungsarbeit der
Lehrkraft führen. Schrift lich werden für das formu lierte Ziel gemeinsam
Möglichkeiten der Lösung ge funden und die Lehrkraft in der Umsetzung beratend
unterstützt.
Die Beratungsgespräche mit den Eltern dienen der Problemanalyse und der
Klärung des erzieherischen Be darfs. In den Gespräc hen mit den Eltern wurden
Perspektiven für außerschulische Hilfen erarbeitet. Es erfolgte Beratung in Fragen
der Erziehung und hinsichtlich psychosozia ler Problemlagen. Themen waren hier
z.B. „inkonsequentes Erziehungsver halten“ und Grenzsetzung gegenüber dem
Kind, Paarkonflikte der Eltern, die Sit uation alleinerziehender Elternteile sowie
Sucht und psychische Probleme von Eltern teilen. In einigen Beratungen wurden
finanzielle Schwierigkeiten und mit unzureichendem Wohnraum verbundene
Probleme thematisiert. Oftmals reichte de n Eltern die Information über bestimmte
Beratungsgespräche 2004 (113 Fälle) 2005 (117 Fälle)
Gespräche mit Lehrerinnen und
Lehrern
143 (in 2003: 77) 111
Gespräche mit Eltern 109 (in 2003: 78) 155
Runde Tische und
Koordinationsgespräche
166 (in 2003: 182) 208
Gesamtsumme 337 (in 2002: 254) ) 474
15 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Amb. Förderung Mädchen Jungen
2004 19 3 16
2005 18 2 16
Sozialleistungen aus. Dar über hinaus wurden Eltern an andere Einrichtungen,
Ämter und Dienste vermittelt.
In den sogenannten „Runden Tischen“ und „Koordinationsgesprächen“ wurden
Absprachen zwischen den am Erzieh ungsprozess beteiligten Personen und
Institutionen getroffen. Die „Runden Ti sche“ dienen im Be sonderen dem Aus-
tausch aller am Erziehungsprozess bet eiligten Personen über ihre jeweiligen
Sichtweisen, Vorgehensweisen und Ziel e. Eventuell auftretende Widersprüche
oder gar Ablehnungen der einz elnen Systeme untereinand er sollen in diesem
Rahmen artikuliert und reflektiert werden.
5.4 Ambulante Förderung
Schülerinnen und Schüler, deren Verhalten in der Schule sich durch Beratung der
Lehrkräfte nicht in ausreichendem
Maß verändern lässt, können durch
die Förderschullehrer des ZfsE
ambulant im Unterricht betreut
werden. Den Förderschullehrern
des ZfsE stehen hierfür pro Lehrkraft 12 Unterrichtsstunden zur Verfügung. Für
einen Schüler oder eine Schülerin können maximal 4 Stunden ei ngesetzt werden.
Im Dokumentationszeitraum hat das Zentrum für Erziehungshilfe insgesamt 37
(2004: 19, 2005: 18) Schülerinnen und Schüler ambulant gefördert.
Es hat sich gezeigt, dass die Nachfrage nach ambulanter Förderung sehr hoch ist.
Für Neuanfragen besteht derzeit eine Wartezeit von mindestens 6 Monaten. Auf
der Warteliste stehen zum Redaktionsschluss 5 Kinder.
5.5 Hilfen zur Erziehung
Als Kooperationsstelle von Schule und J ugendamt vermittelt das ZfsE bei Bedarf
Hilfen zur Erziehung nach dem Sozialgesetzbuch, Achtes Buch - Kinder- und
Jugendhilfe (SGB VIII).
Bei den Hilfen zur Erziehun g nach dem SGB VIII handelt es sich um individuelle
Hilfen für einzelne Kinder und deren Fam ilien. Die verschiedenen Hilfearten
werden in den §§ 28 bis 35 des SGB VIII aufgeführt und richten sich nach dem
pädagogischen Bedarf im Einzelfall.
16 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Für die vom ZfsE geförderten Kinder erfolgt die Antragstellung der
Personensorgeberechtigten auf Hilfe zur Erziehung bei der im ZfsE tätigen
Sozialpädagogin oder dem im ZfsE tä tigen Sozialarbeiter, die beide vom
Städtischen Sozialdienst an das ZfsE abgeordnet sind.
Die Entscheidungen über die Einleitung, Veränderung oder Beendigung einer Hilfe
zur Erziehung erfolgen in der Regionalgruppensitzung der zuständigen Regional-
gruppe des Städtischen Sozialdienstes. Die Mitarbeiter des ZfsE (Sozialpädagogin
oder Sozialarbeiter und zu ständige Förderschullehrkraft) bringen ihren Vorschlag
in die Regionalgruppensitzung des Städtischen Sozialdienstes ein. Die Begleitung
und Hilfeplanung liegt beim ZfsE.
In 2004 hat das ZfsE 14 Kinder im Rahm en der Hilfen zur Erziehung begleitet. Bei
diesen 14 Kindern handelte es sich um 2 Mädchen und 12 Jungen.
In 2005 wurden 12 Kinder im Rahmen der Erziehungs hilfe durch das ZfsE
begleitet. Hierbei handelte es sich um 2 Mädchen und 10 Jungen.
Die in der obigen Tabelle aufgeführten Gesamtzahl en unterscheiden nicht nach
neu eingeleiteten und aus den Vorjahren weiter bestehenden Hilfen.
Hilfeart Anzahl
2004
Anzahl
2005
§ 29 SGB VIII
Soziale Gruppenarbeit
1
1
§ 30 SGB VIII
Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer
2
1
§ 31 SGB VIII
Sozialpädagogische Familienhilfe
6
4
§ 32 SGB VIII
Erziehung in einer Tagesgruppe
1
5
§ 34 SGB VIII
Heimerziehung
3
1
§ 35 SGB VIII
Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
1
0
Hilfen zur Erziehung gesamt 14 12
17 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Diesbezüglich lässt sich folgende Verteilung konstatieren:
Die Hilfen zur Erziehung k önnen über das Ende der schulischen Unterstützung
hinaus weiter bestehen. Gemäß der Konzeption des ZfsE geht die Zuständigkeit in
diesen Fällen nach einem halben Jahr an die Bezirkssozialarbeit über. Für die aus
den Vorjahren bestehenden Hilfen ergibt sich folgende Verteilung:
5.6 Aufnahme- und Entscheidungsverfahren
Die am ZfsE arbeitenden Förderschullehrkräfte haben die Aufgabe A+E-Verfahren
im Bereich Erziehungshilf e durchzuführen. Der zeitliche Schwerpunkt dieser
Aufgabe liegt im Frühjahr, zwischen Februar und Mai.
Die Förderschullehrkräfte des Zf sE haben im Erhebungszeitraum 20 A+E-
Verfahren durchgeführt.
2004 2005 Hilfen zur Erziehung
14 12 gesamt
4 8 neu eingeleitet Hilfen
10 4 aus den Vorjahren bestehende Hilfen
2004 2005
10 4 aus den Vorjahren besteh ende Hilfen zur Erziehung
6 1 dieser Hilfen wurden an di e Bezirkssozialarbeit des StSD
übergeben
2 3 dieser Hilfen wurden beendet
2 0 dieser Hilfen werden we iterhin vom ZfsE begleitet
18 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
5.7 Öffentlichkeitsarbeit, fallüberg reifende Kooperationen und Teilnahme
an Fortbildungsveranstaltungen
Die Mitarbeiter des ZfsE haben im Be richtszeitraum folgende Formen von
Öffentlichkeitsarbeit betrieben, bzw. mi t folgenden Einricht ungen Kooperations-
gespräche geführt:
• Kooperationsgespräch mit den Mitarbeite rn der Beratungsstelle der Kinder-
und Jugendakademie Südhessen
• Kooperationsgespräche mit Mitarbeite rn des schulpsychologischen Dienstes
• Kooperationsgespräche mit Mitarbei terinnen und Mitarbeitern des KOMM-
Projekts Darmstadt
• Kooperationsgespräch mit den Mitarbeiterinnen des „Zentrums für schulische
Erziehungshilfe“ des Landkreises Darmstadt-Dieburg
• Kooperationsgespräch mit der Schulsozial arbeiterin der Astrid-Lindgren-Schule
• Durchführung Weiterbildung Kooperative Beratung im Rahmen der Lehrer- und
Lehrerinnenfortbildung
• Vorstellung des ZfsE in der „Leitungs -AG“ der städtischen Kindertagesstätten
• Teilnahme am KOMM-Fachtag
• Vorstellung des ZfsE bei der Präsent ation von „familien-willkommen“ des
Mütterzentrums Darmstadt
19 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
• Teilnahme am „BFZ-Tag“ zum Them a „Kooperation zwi schen Schule und
Jugendhilfe“
• Vorstellung des ZfsE im Gesprächskreis mit türkischen Eltern an der
Schillerschule
• Ein Mitarbeiter des ZfsE absolvier t eine dreijährige Weiterbildung in
systemischer Beratung an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt
• Teilnahme an der Fachtagung „F remdplatzierung“ im StSD
• Teilnahme am Pädagogischen Tag der Einrichtung KOMM
• Teilnahme am „BFZ-Tag“ zum Them a „Außerschulische Beratungs- und
Unterstützungssysteme“
• Teilnahme am Fachtag in Solms zu m Thema „Es geht um Kooperation!“
• Bericht im „Darmstädter Echo“ im Rahmen des Umzugs in die neuen
Räumlichkeiten
20 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
6. Zusammenfassung und Ausblick
Das Zentrum für schulische Erziehungshilf e hat am 8.3.2001 offi ziell seine Arbeit
aufgenommen. Die Mitarbeiter können zu m jetzigen Zeitpunkt auf 5 Jahre
gemeinsamer Arbeit zurückblicken.
Die gewonnenen Erfahr ungen haben gezeigt, dass der Kern unserer Arbeit, die
Zusammenarbeit von Schule und Jugendamt in einer Institution, verschiedene
positive Effekte für Kinder, deren Verhalten als auffällig beschrieben wird, hat. Die
positiven Effekte werden auf mehreren Ebenen deutlich:
Die im Verlauf der 5 Jahre erhobenen statistischen Daten belegen eine
permanent hohe Nachfrage der vom ZfsE angebotenen Hilfen. Die
ungebrochene Nachfrage des Angebotes des ZfsE in den Jahren 2004 und
2005 bescheinigt die Bedeutung des ZfsE. Diese Erkenntnisse führten
dazu, dass die Träger dieser Inst itution - die Wissenschaftsstadt
Darmstadt und das Land Hessen - im Laufe des Jahres 2003 das Zentrum
für schulische Erziehungshilfe als Regelangebot etabliert haben.
Hilfen werden
gemeinsam
erarbeitet
Schulische und außer-
schulische Probleme wer-
den eingehend beleuchtet
Umfassende Beratung
aller, an der Erziehung
Beteiligten
Positiver Effekt
durch „kurze
Wege“
Koordination von schu-
lischen und außerschu-
lischen Hilfen
Verdeutlichung des
Hilfebedarfs
Vermeidung von
A+E-Verfahren
durch präventive
Arbeit
„Störendes Verhalten“ als
Türöffner in die
Lebenswelt des Kindes
Positive Effekte der Arbeit des ZfsE
21 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Durch die umfassende Beratung aller an der Erziehung eines Kindes Beteiligten
(Eltern, Schule, Hort etc.) ist es möglich, schulische und außerschulische
Probleme eingehend zu beleuchten und gemeinsam Hilfen zu erarbeiten.
Die enge Zusammenarbeit v on Jugendhilfe und Schule, di e im ZfsE gegeben ist,
erweist sich hier als außerordentlich wirksam.
Im Einzelfall tritt das ZfsE als Vermittler und Koordinationsstelle für die geeigneten
und notwendigen schulischen und außerschulischen Hilfen auf. Dadurch kann ein
unkoordiniertes Nebeneinander von Hilfen verhindert werden.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe öffnet den Blick über
das störende Verhalten eines Kindes hi naus, in die Lebenswelt des Kindes und
führt zu für das Kind günstigen und effizienten Lösungen.
Eltern können oftmals viel eher die Notwendigkeit von Hilfen erkennen und
akzeptieren, wenn die Schwierigkei ten ihres Kindes aus verschiedenen
Perspektiven (Schule, Jugendhilfe, andere Beteiligte) am „Runden Tisch“
dargestellt werden.
Bedarf an Begleitung von
Grundschülern in die
weiterführende Schule
→ in 2005 eingerichtet!
Bedarf an ambulanter
Förderung ist hoch,
Tendenz steigend
Bedarf an höherer
personeller Ausstattung
des ZfsE
→ in 2005 Aufstockung!
Informationsbedarf über
Umgang mit „schwierigen
Kindern“ ist hoch
Über die derzeitigen Möglichkeiten des ZfsE hinausgehender Bedarf
22 Jahresbericht 2004/2005
Zentrum für schulische Erziehungshilfe
Durch die präventive Arbeit des Zf sE konnte im J ahr 2004 und 2005 in 21 Fällen
von der Beantragung eines A+E-Ve rfahrens auf Überprüfung von
sonderpädagogischem Förderbedarf im Sinn e der Schule für Erziehungshilfe
abgesehen werden. Lehrerinnen und Lehr er, die in ihren Klassen mit
verhaltensauffälligen Kindern konfr ontiert werden, scheinen in der
unterstützenden, präv entiven Arbeit des ZfsE eine H ilfe zu erfahren, die den
Schritt hin zu einem A+E-Verfahren als letzter Möglichkeit seltener werden lässt.
Die Erfahrungen zeigen, dass der Bedarf an ambulanter schulischer Förderung –
bereits wie in den Vorjahren evaluiert – we iterhin sehr hoch ist. Die mittlerweile im
ZfsE zur Verfügung stehenden 36 Wochenst unden decken den Bedarf zur Zeit
weitgehend. Die Wartezeit beträgt dennoch in der Regel mindestens 6 Monate.
Die Begleitung von Schülern aus der Gr undschule in die weiterführende Schule
durch das ZfsE wurde begonnen. Die Effekte dies er Erweiterung des
Zuständigkeitsbereichs des ZfsE müssen zu einem späteren Zeitpunkt evaluiert
werden. Erste Erkenntnisse sind aber bereits in diesem J ahresbericht (z.B. in den
Fallberichten) enthalten.
Die im Verlauf der 5 J ahre gemeinsamer Arbeit gewonnenen Erfahrungen zeigen,
dass das zugrunde gelegte Stellenverhältnis von 1 Sozialarbeiterstelle zu 2
Förderschullehrerstellen nicht dem tatsächlichen Bedarf entspricht. Nach unserem
Dafürhalten wäre ein Verhältnis von 1,5 Sozialarbeiterstellen zu 2
Förderschullehrerstellen angezeigt.
Nach wie vor bleibt festzustellen, da ss der Bedarf an Information über sozial-
pädagogische und sonderpädagogisc he Sichtweisen in den Grundschulen hoch
ist. Dieser Bedarf könnte durch vom ZfsE organisierte
Fortbildungsveranstaltungen oder Vortragsreihen gedeckt werden. Dies ist mit der
gegenwärtigen personellen Ausstattung, trotz Aufstockung, kaum zu realisieren.
Die gegenwärtig genutzten Räumlichkeiten sind durch die Personalaufstockung
bereits wieder zu klein geworden. In den Räumen in der Landwehrstraße gibt es
zwei Büroräume und ein Besprechungszi mmer. Die neue personelle Ausstattung
erlaubt aber auch die Arbeit in mehrer en Tandems parallel, so dass regelmäßig
zwei Besprechungszimmer notwendig wären. Hier gibt es zur Zeit immer wieder
Überschneidungen, die dazu führen, dass das mögliche Potenzial des Zentrums
für schulische Erziehungshilfe nicht voll ausgeschöpft werden kann. Vor diesem
Hintergrund werden erneut dringend größere Räumlichkeiten benötigt.
anlage 1
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ZfsE
Zentrum
für
schulische
Erziehungshilfe
Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Jahresbericht 2004/2005
- Berichtszeitraum 01.01.2004-31.12.2005 -
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Zimmermann
2006/0446
2044 Zeichen
Wissenschaftsstadt Darmstadt Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 06.07.2006 an den Magistrat Beteiligt vor Dezernat II Amt: Sozialverwaltung zur Kenntnis zur Beschlussfassung Magistrats- beschlussfassung: Bezirksverwaltung DA-Wixhausen Frauenbüro Vorlage-Nr. 2006/0446 Magistratsbeschluss-Nr. an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Internet ja nein Tagesordnung I II Verteiler: OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Betreff: Bericht 2004/2005 des Zentrums für Erziehungshilfe des Städtischen Sozialdienstes und des Staatlichen Schulamtes Vorlage vom: 29.06.2006 Beschlussvorschlag: 1. Der vorliegende Bericht wird zur Kenntnis genommen. 2. Die Vorlage ist den Stadtverordneten zur Kenntnis zu geben. 3. Dem Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis. Anlagen: Titel Jahresbericht 2004/2005 Jahresbericht ZfsE 2004/2005 Beschluss des Magistrats vom 2 ... Bericht zur Magistratsvorlage vom 29. Juni 2006: Das Zentrum für Erziehungshilfe ist seit dem 20.11.2000 von der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Kooperation mit dem Land Hessen, vertreten durch das Staatliche Schulamt des Landkreises Darmstadt-Dieburg, gegründet worden und legt seinen zweiten Jahresbericht vor. Die im Verlauf der 5 Jahre erhobenen statistischen Daten belegen eine permanent hohe Nachfrage der vom Zentrum für schulische Erziehungshilfe angebotenen Hilfen. Die ungebrochene Nachfrage des Angebotes des Zentrums für schulische Erziehungshilfe bescheinigt die Bedeutung des Zentrums. Diese Erkenntnisse führten dazu, dass die Träger dieser Institution – die Wissenschaftsstadt Darmstadt und das Land Hessen – im Laufe des Jahres 2005 das Zentrum für schulische Erziehungshilfe ausgebaut haben. Darmstadt, den 29. Juni 2006 ge/mu Dezernat II Wolfgang Glenz Bürgermeister Anlage Bericht 2004/2005 des Zentrums für Erziehungshilfe
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Landwehrstraße 26
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2006/0446
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 29.06.2006
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00