3099/2025
Jahresbericht 2024 der Naturschutzwacht Bezirk 3 Lindental
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Mitteilung BV
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Dezernat, Dienststelle 57/571 Vorlagen-Nummer 3099/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 24.11.2025 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 01.12.2025 Jahresbericht 2024 der Naturschutzwacht Bezirk 3 Lindental Die Untere Naturschutzbehörde bedankt sich an erster Stelle für das Engagement von Herrn Jösting in seiner Funktion als Naturschutzwart im Jahr 2024. Seit Oktober 2025 ist eine neue Sachbearbeiterin für den Bezirk 3 zuständig und Herrn Jös- tings Ansprechpartnerin. Sie wird den in diesem Bericht gemachten Anmerkungen aufgreifen und auch zukünftige Meldungen von Herrn Jösting nachgehen. Zu dem von Herrn Jösting erstellten Bericht nimmt die Untere Naturschutzbehörde wie folgt Stellung: Zum Punkt „Müllentsorgung am Walter-Binder-Weg“: In schwerwiegenden Fällen der Müllentsorgung wird die UNB in Richtung der AWB Herrn Jös- ting unterstützen. Zum Punkt „BMX-Strecke im Klettenbergpark“: Zu diesem Punkt wird ein Sachstandsbericht vom Amt für Landschaftsplanung und Grünflä- chen angefragt. Zum Punkt „2 m-Freischnitt am Stadtwald zu umgebenden Grundstücken“: Oft ist Verkehrssicherheit der Grund für diese Maßnahmen auf städtischen Flächen, um Schä- den auf angrenzenden Flächen abzuwenden. Aufgrund klimatischer Veränderungen sind Bäume häufig anfälliger gegen Krankheiten. Die Bäume reagieren mit Vitalitätsverlusten, Äste brechen aus, die Standfestigkeit ist nicht mehr gewährleistet. Durch die Rückschnitte sollen solche Gefahrenlagen abgewendet werden. Anlage Anlage 1: Jahresbericht 2024 Bezirk Lindental Herr Jösting
Anlage 1_NAWA Bericht 2024 Bezirk 3
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NAWA-Jahresbric 4 F. Jösting Naturschutzwart Bezirk 3 (Klettenberg, Sülz, Lindenthal, Braunsfeld, Junkersdorf, Müngersdorf, Weiden, Lövenich, Widdersdorf) An der Vermülllung entlang des Walter-Binder-Wegs, bei Spielen des FC-Köln, hat sich leider nach wie vor nichts geändert. Der Abfall sammelt sich im Wald wie auf einer Müllkippe an. Die Reinigungskräfte, die nach den Spielen den WB-Weg reinigen sollen habe ich angesprochen, warum sie den Müll im Laub rechts und links des Weges liegen lassen und nur den asphaltierten Weg und die Parkstreifen säubern. Zu meinem erstaunen bekam ich die Antwort, dass ab den Holzpflöcken im Wald die AWB zuständig sei. Sie haben nur den Auftrag den Weg und die Parkstreifen zu säubern. Da fehlten selbst mir die Worte. Aber es ist tatsächlich so. Sammelt man die Flaschen und den Müll, der nur ein oder zwei Schritte weit im Wald von Fußballfans dort entsorgt wurde ein und wirft diesen Müll auf den WB-Weg, wird dieser entsorgt. Es mag sich jeder selbst Fragen warum wir eine so schmutzige Stadt haben bei dieser Art von Müllkonzepten. Vielleicht auch ein Fall für die Mülldetektive, die es in Köln ja bald geben soll. Allein nur der Bereich um das Stadion könnte wesentlich zur Finanzierung dieser Truppe beitragen. Die kleine BMX-Strecke im Klettenberg-Park ist noch nicht beseitigt worden. Da der Park aber saniert werden soll, wird dies sicher in dem Zusammenhang mitgemacht. Markierungen im Park sind bereits überall zu finden. Zum Thema BMX-Fahrer im Stadtwald konnte ich einen gewerblich Anbieter ermitteln, der „Wilde Touren“ durch den Stadtwald und dem Bergischen Land anbietet. Einfache Touren für Anfänger im Bereich Müngersdorf mit 5-7 Personen pro Gruppe zum Beispiel und natürlich gegen Bezahlung. Einzelfahrer, die ich immer mal wieder in meinem Bezirk sehe, sind leider nur schwer zu verfolgen und somit nicht dingfest zu machen. Allerdings konnte ich vor kurzem einen Querfeldeinfahrer stoppen und habe ihm die Situation erklärt und was sein Verhalten so bewirkt. Ob dieses Gespräch nachhaltig ist, wird sich zeigen. Zumindest hatte ich einen positiven Eindruck und habe diesen Fahrer bisher auch nicht wieder gesehen. Das Grillen am Waldrand im Bezirk 3war in diesem Jahr nicht ganz so ein Thema. Ich führe dies auf die deutlich schlechtere Wetterlage zurück. Allerdings hatte ich 3x Jugendliche, die einen Bücherschrank teilgeplündert hatten und mit den ausgerissenen Buch-Seiten Kaninchenbauten befüllt und angezündet hatten. Mit Anwohnern zusammen konnten die Feuer gelöscht werden. Die Jugendlichen konnte ich nicht mehr erwischen. Leider gibt es auch immer wieder Vereine bzw. Gruppen die sich im Stadtwald treffen und neben ihren Übungen gern auch Feuer machen bzw. Feuerschalen aufstellen und Holz aus dem Wald darin anzünden. Das Feuer wird nicht ständig beaufsichtigt und wenn man fertig ist wird die heiße Asche in Löcher im Boden gekippt oder irgendwie verteilt. In einem konkreten Fall habe ich den Verantwortlichen auf die Situation angesprochen und das Feuermachen untersagt. Die Gruppe trifft sich wöchentlich unter einem Baum im Stadtwald. Der Verein QuerWaldein e.V. war dieses Jahr auch erneut im Frühjahr im Amphibienwandergebiet unterwegs und die Beaufsichtigung der Kinder ließ wieder zu wünschen übrig. Genehmigungen hatte man wieder nicht mit und die Schilder, die auf die Amphibienwanderung hinweisen, wollte man erneut nicht gesehen haben. Hier muss seitens der UNB nun etwas unternommen werden. In sensiblen Gebieten können solche Veranstaltungen nicht erlaubt werden. Noch dazu wenn sie aus dem gewerbl. Bereich kommen. Einen sehr extremen Eingriff im Landschaftsschutzgebiet, durch einen Kleingartenbesitzer, konnte ich stoppen. Der Herr hatte 4 12m hohe, alte Eiben auf städtischem Grund gekappt und wollte gerade alles aufasten. Er hätte zu viel Schatten und die Nadelbäume stören ihn. Wie ich feststellte muss er dies bereits öfter gemacht haben, da eine Menge Brennholz bereits in seiner Parzelle aufgeschichtet lag. Die Eiben stehen über 2,50m weit weg vom Zaun und Eiben stehen unter Naturschutz. Ironischer weise war der Kleingärtner sogar vom Fach und kannte sich aus. Gehindert hatte ihn das in seinem Tatendrang aber nicht. Nach wie vor nutzen die Anwohner der Straße Am Lindenweg in Müngersdorf den an die Grundstücke grenzenden Stadtwald als Müllkippe für ihre Gartenabfälle, als Lagerstätte für verschiedene Materialien oder stellen große Figuren aus Cortenstahl im Stadtwald auf. Im letzten Bericht hatte ich bereits darauf hingewiesen. Das Grünflächenamt hat dieses Jahr leider damit begonnen, einen gut 2m breiten Streifen um die Gärten und Kleingärten, die zum Stadtwald hin angrenzen, freizulegen und alle Bäume und Sträucher zu beseitigen. Die Bäume und Sträucher waren gesund und die Maßnahme ist in diesen Zeiten nun gar nicht nachvollziehbar und ökologisch ein Desaster. (Boden damit unbeschattet, trocknet aus, Boden verdichtet etc.) Wenn die Stadt auf der einen Seite aufIhre Naturnähe (Stadt Naturnah etc.) hinweist, sind solche Eingriffe im Waldgebieten/Landschaftsschutzgebieten nun das genaue Gegenteil. Auch hier sehe ich durchaus Ähnlichkeiten zu den Müllkonzepten. Schade, dass die „Marschrichtungen“ sogar innerhalb eines Amtes vollkommen konträr laufen. Hier muss die Politik, der Stadtrat nachsteuern. Bereits in meinem Bericht 2022 hatte ich auf solche extreme Frei- und Aufastungsschnitte durch das Grünflächenamt hingewiesen. Auch in diesem Jahr war die „Gier“ nach Bärlauch wieder sehr groß. In einem konkreten Fall wurden einige 1201 Säcke, voll mit Bärlauch, in 2 Autos geladen. Fotos und die Kennzeichen konnten erstellt und der UNB zur Verfügung gestellt werden. Erfreulicher Weise konnte ich mich diese Jahr mit dem Ordnungsamt vor Ort treffen und die Situation besprechen. Man hat mir für 2025 Unterstützung zugesagt, da die Sammelwut immer mehr ausufert. Schilder sollen zudem auch in den jeweiligen Bereichen aufgestellt werden und auf die Handstrauß-Regel hinweisen. Auch in diesem Jahr konnte wieder viele Amphibien in Müngersdorf durch das Aufstellen eines Schutzzaunes vor dem Überfahren gerettet werden. Durch die Klimaerwärmung fängt die Wanderung der Amphibien leider immer früher an. Es ist zu hoffen, dass auch die Mitglieder des Fußballvereins Vorwärts Spoho e.V. dies dieses Jahr berücksichtigen und nicht ignorant und mit viel zu hoher Geschwindigkeit entlang des Schutzzaunes mit ihren PKW’s fahren. Den Kölner Stadtwald sollte man komplett für 20-30 Jahre aus der Holzwirtschaft nehmen und ihn wieder verurwalden lassen. Das gebundene CO2 hilft der Stadt ihre klimaziele zu verwirklichen und mit dem Verkauf von Co2-Zertifikaten kann zudem Geld verdient werden. Rechnet man ca. 60€-80€ pro Hektar so wären dies sicher um die 300.000€ jährlich für das Stadtsäckel. Die Natur profitiert zu 100%, die Kölner sowieso und die Stadt profitiert doppelt. Sie generiert Einnahmen durch weglassen direkter Arbeit und der Wald steigert seinen Wert erheblich von ganz allein. Viele Kommunen sind bereits auf diesem Weg unterwegs. Es wäre doch mal klasse wenn auch die Stadt Köln vorne mit dabei wäre. Ich würde mir wünschen, dass die Ratsfrauen und Herren sich damit mal beschäftigen würden. Köln, 08.01.2025 F. Jösting Naturwart Bezirk 3
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3099/2025
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 06.11.2025
- Erstellt
- 03.11.2025 07:55