Mandari Insight

3379/2024

Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der FDP-Fraktion aus der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 17.09.24 (AN/1240/2024) betrefffend

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 29.11.2024

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Jugendhilfeausschuss, Sitzung am 03.12.2024

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

· application/pdf

Ansehen

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

6001 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
V/53 
 
Vorlagen-Nummer 29.11.2024 
 3379/2024 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Jugendhilfeausschuss 03.12.2024 
 
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der FDP-Fraktion aus der Sitzung des 
Jugendhilfeausschusses vom 17.09.24 (AN/1240/2024) betrefffend "Suzidprävention" 
Mit Anfrage AN/1240/2024 stellt die FDP-Fraktion die folgenden Fragen: 
 
1. Wie hat sich die Suizidrate bei Kindern und Jugendlichen in den letzten 10 Jahren ent-
wickelt und welche Ursachen werden für diese Entwicklungen gesehen? 
 
2. Gibt es Unterschiede in den Suizidraten zwischen verschiedenen Altersgruppen (z.B. 
10-14, 15-19, 20-24 Jahre) innerhalb der Jugend und wie werden diese Unterschiede 
erklärt? 
 
3. Wie verteilen sich die Suizidraten und Suizidmethoden nach Geschlecht und was un-
ternimmt die Stadt Köln, um speziell auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Grup-
pen einzugehen? 
 
4. Wie steht die Suizidrate von Jugendlichen in Köln im Vergleich zu anderen Städten 
und Bundesländern da? 
 
5. Gibt es Schulungsprogramme für Lehrkräfte und Jugendbetreuer in Köln, um Anzei-
chen von Suizidalität bei Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und adäquat darauf zu 
reagieren? 
 
Die Verwaltung teilt dazu folgendes mit: 
 
Vorab eine Anmerkung: 
 
Nach den Unfällen waren Suizide bereits vor der Coronapandemie die häufigste Todesursa-
che bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dies ist kein neues Phänomen. Quelle: Dt. 
Ärzteblatt PP, Ausgabe September 2016, Seite 338 
 
Zu Frage 1: 
 
Die Suizidrate ist bei Kindern und Jugendlichen in den letzten 10 Jahren in Deutschland na-
hezu konstant geblieben. Quelle: Statistisches Bundesamt, Link: www.destatis.de.  
 
Zu Frage 2: 
 
Die höchste Suizidrate haben bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen laut statisti-

2 
 
schem Bundesamt die 20 – 24jährigen, dann folgt die Gruppe der 15-19jährigen. Die Alters-
gruppen unter 15 Jahre werden beim statistischen Bundesamt nicht aufgeführt bzw. nicht er-
fasst. Bei Kindern kommen Suizide kaum vor. Entwicklungspsychologisch haben Kinder ein 
anderes Selbstkonzept und stellen sich nicht so sehr in Frage wie Jugendliche es tun, wenn 
sie in die Pubertät eintreten. Zudem besitzen Kinder nicht die kognitive Reife, um gezielt ihr 
Leben zu beenden. 
Jugendliche neigen zu impulsiven Verhaltensweisen, lassen sich mehr von ihren Gefühlen 
und Stimmungen leiten, so auch bei Suizidgedanken. Jugendliche leiden häufiger unter Stim-
mungsschwankungen unter dem hormonellen Einfluss in der Pubertät sowie den neurophysio-
logischen Veränderungen. 
Jugendliche mit psychischen Erkrankungen haben ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko, aber 
auch ohne psychiatrische Vorerkrankung kann in diesem Alter Suizidalität auftreten. Folgende 
Risikofaktoren konnten u.a. identifiziert werden: 
 Familiäre Konflikte 
 Konflikte mit Gleichaltrigen/Freunden 
 (Cyber-) Mobbing 
 Misshandlung/ Missbrauch 
 Homosexualität/ Probleme in der Geschlechtsidentität 
 Nichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten in der Vorgeschichte 
 Soziale Isolation 
 
 
Zu Frage 3: 
 
Mädchen machen häufiger Suizidversuche, Jungen verüben häufiger vollendete Suizide; da-
bei greifen Jungen mehr zu sog. „harten“ Methoden wie Erhängen, Erschießen und Mädchen 
zu Tabletteneinnahme etc. Suizidversuche von Mädchen haben oft einen appellativen Charak-
ter. 
Eine geschlechterspezifische Versorgung ist aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht we-
niger relevant als eine grundsätzlich offene Haltung gegenüber den betroffenen Jugendlichen, 
die zum Gespräch einlädt, in dem lebensmüde Gedanken thematisiert werden können. Die 
Relevanz einer geschlechterspezifischen Versorgung ist durch Studien aktuell nicht belegt. 
 
Zu Frage 4: 
 
Die Suizidraten in Köln werden in der Altersgruppe der 10-14-Jährigen nicht erfasst. Im Lan-
deszentrum Gesundheit NRW (LZG NRW) beginnt die landesweite statistische Erfassung von 
Suiziden in der Altersgruppe 1-35 und wird nicht weiter differenziert. Link: www.lzg.nrw.de.  
 
Zu Frage 5: 
 
Präventionsprogrammen in Schulen kommt eine wichtige Bedeutung zu. Ihre Wirksamkeit 
konnte in einem EU-Projekt bereits belegt werden. Quelle: Dt. Ärzteblatt Int. 2020; 117:261-7- 
Übersichtsarbeit: Suizidalität im Kindes- und Jugendalter (Becker, Merle; Correll, Christoph 
U.). 
 
Der Schulpsychologische Dienst der Stadt Köln bietet seit mehreren Jahren Fortbildungsange-
bote zum Thema „Umgang mit Suizidalität“ für Lehrerkollegien, Lehrkraftgruppen unterschied-
licher Schulen und Fachkräfte der Schulsozialarbeit an. Inhalte sind eine Begriffsdefinition, 
Symptome von sowie Hinweise auf Suizidalität, Hinweise zu einer hilfreichen Gesprächsfüh-
rung (mit Übungsmöglichkeiten) und Aufklärung über weiterführende Hilfssysteme. Ziel ist es, 
in Schule tätiges Personal für das Thema zu sensibilisieren und mit nötigem Wissen auszu-
statten, hilfreich und selbstwirksam in den Kontakt mit möglicherweise betroffenen Schüler*in-
nen zu gehen. Manche dieser Fortbildungsangebote werden fachlich unterstützt durch Mitar-
beitende des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes und des Sozialpsychiatrischen 
Dienstes. 
Im Rahmen der Fortbildungsangebote für Schulteams für Beratung, Gewaltprävention und Kri-
senintervention an Schulen werden Planspiele, anhand derer die Teams ihre internen Abläufe

3 
 
erproben sollen, angeboten. Eins dieser Planspiele beschäftigt sich mit dem selbstverletzen-
den Verhalten einer Schülerin, wobei dieses Verhalten als ein Symptom latenter Suizidalität 
verstanden werden kann.  
Schulleitungen, Lehrkräfte und Fachkräfte an Schulen können sich im Rahmen der Service-
zeiten des schulpsychologischen Dienstes individuell beraten lassen, z. B. wenn ein*e Schü-
ler*in suizidale Gedanken geäußert hat. Hier nimmt die Schulpsychologie keine akute Ein-
schätzung der Suizidalität vor, berät jedoch die schulische Fachkraft zu den nächsten notwen-
digen Schritten. 
 
 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

03.12.2024 Jugendhilfeausschuss
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3379/2024
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
29.11.2024
Erstellt
28.10.2024 17:14