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V/0355/2007

Profile, Planungen, Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 2007/2008

Vorlagen 04.05.2007

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Nächste Beratung: Ausschuss für Schule und Weiterbildung, Sitzung am 05.06.2007, TOP 11

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Finanzierungsanteile

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Anteile der Fachbereiche

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Entwicklung

221 Zeichen

Entwicklung der Teilnehmerzahlen 
28.427 
27.688 
26.951 
25.533 
20.000 
25.000 
30.000 
2003 2004 2005 2006 
Entwicklung der Unterrichtsstunden 
53.517 
52.030 50.877 
46.774 
40.000 
50.000 
60.000 
2003 2004 2005 2006

Profile, Planungen, Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 2007/2008

63091 Zeichen

1 
 
 
 
 
 
 
 
Profile, Planungen, Perspektiven: 
 
 
Die Bildungsarbeit der  
 
 der Stadt Münster  
 
 
2007/2008

2 
Inhaltsverzeichnis  
 
 
 
1. Berichte 
  
1.1 Allgemeine Organisationsentwicklung der VHS Mün ster 
 
1.2 Leistungsdaten 2006 und Haushaltsentwicklung 20 07 
  
  
2. Programmangebot und inhaltliche Schwerpunkte für 
das Studienjahr 2007/2008 
  
2.1 Drittmittel finanzierte Projekte  
  
2.2 Planungen der Programmbereiche  
 
2.2.1 Gesellschaft, Politik, Geschichte 
 
2.2.2 Erziehung, Familie, Älterwerden 
 
2.2.3 Gesundheit, Leben mit Behinderungen 
 
2.2.4 Sprachen und Länder 
 
2.2.5 Beruf und Wirtschaft 
 
2.2.6 EDV und Medienbildung 
 
2.2.7 Kulturelle Bildung

3 
1. Berichte 
  
1.1 Allgemeine Organisationsentwicklung der VHS Mün ster 
  
 „Bildung ist kein Luxus!“  
So lautete die Hauptthese von Prof. Rita Süssmuth i n ihrem Hauptreferat zur 
Fachtagung anlässlich des 60. Geburtstages der Volk shochschule Münster 
im Oktober 2006. Auch Oberbürgermeister Dr. Berthol d Tillmann unterstrich 
die Bedeutung der Erwachsenenbildung und die besondere Rolle, die hierbei 
der städtischen Volkshochschule zukommt. Es müsse d arum gehen, auch 
durch die Weiterbildung die Chancen zur Teilhabe am  beruflichen und ge- 
sellschaftlichen Leben in Zeiten zu gewährleisten, in denen sich ein perma- 
nenter Strukturwandel abspielt.  
 
„Nicht nur die beruflich verwertbare Bildung führt zu volkswirtschaftlichen 
Effekten. Auch in der allgemeinen und politischen W eiterbildung besteht in 
Deutschland zusätzlicher Bedarf, dessen Deckung übe r die wirtschaftliche 
Rendite hinaus soziale Zukunftsfähigkeit absichert. Dies gilt z. B. angesichts 
• zunehmender antidemokratischer Tendenzen in der Ge sellschaft 
für die politische Bildung , die Demokratie- und Partizipationsfä- 
higkeit sichert, 
• zunehmender Orientierungsdefizite von Kindern und Jugendlichen 
für die Familienbildung , die Eltern in ihrer Erziehungs- und Wer- 
tebildungsverantwortung stärkt, 
• des Zusammenlebens vieler Kulturen in unserer Gese llschaft für 
die interkulturelle Bildung, 
• explodierender Gesundheitskosten für die Gesundheitsbildung , 
die den eigenverantwortlichen Umgang mit Gesundheit  und Prä- 
vention fördert, 
• rückläufiger Versorgungsansprüche gegenüber dem St aat (z. B. 
Renten) für die ökonomische Bildung , die komplexe Zusammen- 
hänge aufzeigt und zur eigenen Vorsorge motiviert.“ * 
 
Dennoch: Der Umfang des Weiterbildungsangebots in D eutschland hält dem 
europäischen Vergleich nicht Stand, darüber sind si ch alle Bildungsexperten 
einig. Entsprechende Ergebnisse gibt es auch im Bli ck auf die Weiterbil- 
dungsbeteiligung  Erwachsener sowohl in der beruflichen als auch in der 
allgemeinen Bildung. Die Teilnahmezahlen sanken in den vergangenen Jah- 
ren kontinuierlich. So auch in der Bildungsstadt Mü nster. Ein Zeichen einer 
sich permanent verändernden Gesellschaft und einer damit einhergehenden 
Veränderung des Freizeitverhaltens von Bürgerinnen und Bürgern. Für viele 
scheint Bildung nach Schule und Berufsausbildung in zwischen durchaus 
zum „Luxus“ geworden zu sein. „Vieles spricht dafür , dass die rückläufige 
Weiterbildungsbeteiligung in einem ursächlichen Zus ammenhang zur Redu- 
zierung der öffentlichen Förderung steht: Denn in e uropäischen Ländern, in 
denen der Staat mehr Ressourcen für das lebenslange  Lernen zur Verfü- 
gung stellt (beispielsweise in Großbritannien oder in den skandinavischen 
Ländern), steigt die Weiterbildungsquote kontinuier lich an. Die Weiterbil- 
dungsbeteiligung liegt in Deutschland weit unter de m europäischen Durch- 
schnitt“. * 
 
*Stellungnahme des Deutschen Volkshochschulverbandes zur Anhörung des  
Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technologie vom 29. Januar 2007 in Berlin.

4 
Trotz massiver Mittelkürzungen durch Land und Kommu ne ist es der Volks- 
hochschule bislang gelungen, ein qualitatives und v ielfältiges Weiterbil- 
dungsangebot für die Bürgerinnen und Bürger der Sta dt vorzuhalten. Aller- 
dings mussten in den zurückliegenden drei Jahren di e Teilnehmergebühren 
um durchschnittlich 18 Prozent angehoben, erstmalig  auch die Honorare der 
Dozentinnen und Dozenten gekürzt und Personalabbau im Bereich von Ser- 
vice- und Dienstleistung umgesetzt werden. 
Im Leitbild der Volkshochschule Münster heißt es: „Die VHS ist kommunales 
Dienstleistungszentrum für Bildung, Begegnung, Kommunikation und Kultur“. 
Mit ihren Angeboten zur beruflichen, persönlichen, politischen und kulturellen 
Bildung will sie das lebensbegleitende Lernen unabh ängig von Alter, Her- 
kunft, Weltanschauung und sozialer Situation oder G eschlecht fördern. Über 
sechs Jahrzehnte ist es gelungen, die individuelle Entfaltung der Persönlich- 
keit sowie die Teilhabe am politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben 
durch Bildungsangebote zu unterstützen und den Dialog zwischen Menschen 
unterschiedlicher Generationen, unterschiedlicher R eligionen und unter- 
schiedlicher Anschauungen möglich zu machen. Die Volkshochschule gehör- 
te für die Bürgerinnen und Bürger damit zu den wich tigen Säulen in der Kul- 
tur- und Bildungsstadt Münster. 
 
Ein besonderes Augenmerk hat die VHS in den vergang enen Jahren immer 
auf die Kooperation und die Netzwerkarbeit mit ande ren Kultureinrichtungen 
und Trägern der Weiterbildung gelegt. In der prakti schen Bildungsarbeit wa- 
ren das vielfältige Veranstaltungsreihen mit versch iedenen Fachbereichen 
der Universität, hochkarätig besetzte Fachtagungen,  Kooperationen (wie z. 
B. mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zus ammenarbeit), die Unter- 
stützung von Theaterprojekten oder Festivals wie z.  B. das internationale 
Festival „Madness and Arts“ oder das internationale  Jugendtheaterfestival, 
das von der Theaterwerkstatt Cactus Junges Theater initiiert wurde. Koope- 
rationen mit verschiedenen Gruppen ausländischer Bü rgerinnen und Bürger 
waren fester Bestandteil der Arbeit der VHS. Profil  bildende, oft in Kooperati- 
on durchgeführte Projekte der politisch-historische n und kulturellen Bildung 
bedurften häufig besonderer finanzieller Unterstütz ung. Außer diesen zum 
Teil sehr aufwendigen Projekten beliefen sich jedoc h die „Honorarkostende- 
ckungsgrade“ für Kurse, Seminare und Veranstaltungen in den vergangenen 
Jahren stets auf durchschnittlich über 120 Prozent. 
Auch der im Rahmen der Haushaltskonsolidierung erst ellte interkommunale 
Vergleich mit verschiedenen großstädtischen Volksho chschulen der Firma 
Rödl und Partner belegt, dass die Volkshochschule M ünster bei den wirt- 
schaftlichen Kennzahlen durchgängig deutlich  unter  den berechnenden Mit- 
telwerten liegt, beim Zuschuss je Unterrichtsstunde  sogar den besten Wert  
der Vergleichsstädte aufweist. So liegt auch der Zuschuss je Einwohner 
lediglich bei 5,67 Euro  in Münster und damit um 2,66 Euro unter dem Mit- 
telwert der Vergleichsstädte. 
Die im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Haush alt 2007 beschlos- 
senen Einsparvorgaben werden nur durch erhebliche S truktur verändernde 
Einschnitte in der VHS umzusetzen sein. Erneute wei treichende Gebühren- 
erhöhungen, Honorarkürzungen bei den nebenberuflich en Dozentinnen und 
Dozenten sowie die Aufgabe kostenintensiver Angebot e im Bereich der poli- 
tisch-historischen Bildung und von Kooperationsproj ekten wird ebenso un- 
umgänglich sein wie die weitere Einsparung von Pers onal insbesondere im 
Bereich der Servicedienste wie Beratung, Informatio n und Durchführung der 
Veranstaltungen.

5 
Die notwendigen Voraussetzungen für die Entwicklung  einer zeitgemäßen, 
innovativen und dienstleistungsorientierten Weiterb ildungsarbeit in der 
Volkshochschule Münster werden nur noch sehr einges chränkt vorhanden 
sein. Die Formel ist einfach: Wenn die Qualität des  Angebots sinkt, der Preis 
aber gleichzeitig steigt, wird das Ergebnis sein, d ass die Kunden zu Hause 
bleiben. 
  
1.2 Leistungsdaten 2006 und Haushaltsentwicklung 20 07 
  
 Weiterbildungsangebot und Teilnehmerzahlen weiter rückläufig 
Im zurückliegenden Jahr 2006 wur den an der Volkshochschule Münster     
46 774 Unterrichtsstunden in 2 042 Veranstaltungen durchgeführt. 25 533 
Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten das Bildungs angebot der VHS. 
Gegenüber dem Jahr 2005 ergab sich ein erheblicher Rückgang bei den Un- 
terrichtsstunden um 8,1 Prozent. Die Teilnehmerzahl en sanken um 5,3 Pro- 
zent.  
Der Anteil der Teilnahme von Frauen und Männern an den Angeboten der 
Volkshochschule blieb auch im zurückliegenden Jahr konstant. 2006 nahmen 
18 579 Frauen und 6 954 Männer teil. 
 
Besonders deutlich ist der Rückgang von Kursen, Tages- und Wochense- 
minaren sowie Bildungsurlauben . Gegenüber 2005 wurden 171 Veranstal- 
tungen weniger durchgeführt. Die Zahl der Unterrich tsstunden bei Kursen 
ging von 47 259 auf 43 668 (7,6 Prozent) zurück. Di e Zahl der Teilnehmen- 
den ging von 21 131 auf 19 596 (7,3 Prozent) zurück.  
Die Zahl der Teilnehmenden an Einzelveranstaltungen (Vorträge, Exkursi- 
onen, Ausstellungen und Prüfungen) blieb mit 5 937 Teilnehmenden in 308 
Veranstaltungen in etwa konstant. Allerdings wurden  kostenintensivere, mit 
großer Außenwirkung verbundene und damit in der Ver gangenheit Profil bil- 
dende Veranstaltungen erheblich reduziert. 
Deutlich angestiegen ist dagegen die Zahl der Sprac hprüfungen. Ingesamt 
wurden im vergangenen Jahr 106 Prüfungen mit 906 Te ilnehmenden durch- 
geführt. Hierbei handelte es sich vor allem um die Cambridge ESOL Prüfun- 
gen, an denen 468 Schülerinnen und Schüler aus 47 Schulen teilnahmen. 
 
Mehr Qualifizierungsprojekte 
Ebenfalls deutlich zugenommen haben im Jahr 2006 Dr ittmittel finanzierte 
Qualifizierungsprojekte. 257 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten an 15 
Maßnahmen und Projekten teilnehmen, für die 351.000  Euro an Drittmittel 
akquiriert werden konnten. 
Die Volkshochschule konzipiert und führt im Auftrag  des Personal- und Or- 
ganisationsamtes das Fortbildungsprogramm für die M itarbeiterinnen und 
Mitarbeiter der Stadtverwaltung. 1 256 städtische M itarbeiter/innen nahmen 
an 124 Seminaren teil.  
 
Teilnehmerbefragung im Herbst 2006:  
Inhaltliches gut – Äußeres schlecht 
Sehr zufrieden waren die Teilnehmerinnen und Teilne hmer mit der Qualität 
der Bildungsangebote der Volkshochschule. Im Herbst semester 2006 wur- 
den als Vorbereitung für das Qualitätsmanagement 10  Prozent der Kurse 
aller Fachbereiche evaluiert. An der Befragung nahm en 1 366 Kursteilneh- 
merinnen und Kursteilnehmer teil. Die Frage nach de r Zufriedenheit mit der 
Durchführung der besuchten Veranstaltung beantworte ten 67 Prozent der

6 
Befragten mit „sehr gut“. Auf einer Bewertungsskala von ++ (1) bis -- (4) er- 
gab sich ein Mittelwert von 1,34. Die Fachkompetenz  der Dozentinnen und 
Dozenten wurde besonders hoch beurteilt. Hier lag d er Mittelwert bei 1,16. 
Die schlechteste Bewertung seitens der Teilnehmende n erhielt die Ausstat- 
tung der Kursräume mit einem Mittelwert von 1,87. D ie in vielen Fällen nicht 
erwachsenengerechten Unterrichtsräume in Schulen wu rden mit 2,24 be- 
sonders schlecht beurteilt. Die Auswertung der Umfr age ist in der Anlage 
beigefügt. 
 
Finanzsituation der VHS 
Die finanzwirtschaftlichen Ziele konnten in 2006 ei ngehalten werden. Durch 
die erneute Anhebung von Teilnehmerentgelten um dur chschnittlich 8 Pro- 
zent, die Kürzung von Honoraren bei den nebenamtlichen Dozenten um rund 
3 Prozent sowie die Reduzierung von Angeboten in ko stenintensiven Berei- 
chen ergab sich eine deutliche Verschiebung der Fin anzierungsanteile zu 
Lasten der Teilnehmenden. Der Anteil der durch Teilnehmerentgelte erbracht 
wird, stieg von 36,9 Prozent auf 42,6 Prozent, währ end sich der städtische 
Anteil von 41,4 auf 28,5 Prozent reduzierte. Hierbe i ist jedoch darauf hinzu- 
weisen, dass durch die geänderte doppische Rechnung gegenüber dem Jahr 
2005 Leistungsbeziehungen für stadteigene Gebäude u nd anderes um etwa 
400.000 Euro geringer ausfallen. Trotzdem ist die d eutliche Verschiebung 
der Finanzierungsanteile zu Lasten der Teilnehmende n zu erkennen. Das 
durchschnittliche Entgelt je Kurs stieg von 56,70 E uro auf 59,33 Euro (Die 
Erhöhung wurde erst zum Herbst 2006 wirksam.). 
Vom Rat der Stadt Münster wurden für die kommenden Jahre weitere gravie- 
rende Konsolidierungsmaßnahmen beschlossen. Neben d er parallel erfolg- 
ten erneuten Kürzung der Landeszuweisung ab 2007 um  jährlich ca. 50.000 
Euro (seit 2002 insgesamt um 176.690 Euro weniger L andeszuweisungen) 
soll der kommunale Zuschuss bis 2009 um weitere 178 .500 Euro pro Jahr 
reduziert werden. Zu der zunächst durch das Rödl-Gu tachten vorgeschlage- 
nen Zuschusskürzung um rund 103.000 Euro wurde eine  darüber hinausge- 
hende Einsparsumme von weiteren 75.000 Euro beschlo ssen. Die ein- 
schneidenden Maßnahmen zur Deckung dieses zusätzlic hen Einsparvolu- 
mens sowie die Kompensation des Wegfalls von Landeszuschüssen in Höhe 
von 50.000 Euro pro Jahr werden zu den Beratungen d es Haushaltsplanes 
2008 vorgelegt. 
Zur Realisierung der beschlossenen Sparvorgaben ist  eine erneute Erhö- 
hung der Kursgebühren um jeweils 0,10 Euro je Unter richtsstunde ab 2008 
unumgänglich. Damit wurden die Entgelte für Weiterb ildungsangebote der 
Volkshochschule Münster in den letzten fünf 
 Jahren um durchschnittlich 28,0 
Prozent erhöht. Darüber hinaus wird der Service run d um die Durchführung 
von Bildungsveranstaltungen, die Beratung und Infor mation, der Anmelde- 
service im Info-Treff aufgrund der unvermeidlichen Personalreduzierungen 
weiter eingeschränkt werden. Als erster Schritt wer den die Öffnungszeiten 
des Info-Treffs am Samstag und Dienstagnachmittag entfallen.

7 
2. Programmangebote und inhaltliche Schwerpunkte für 
das Studienjahr 2007/2008 
 
2.1 VHS – Weiterbildung innovativ:  
Drittmittel finanzierte Projekte 
  
Seit Anfang der neunziger Jahre engagiert sich die VHS Münster, im Rah- 
men der Drittmittelförderung stark in der Weiterbil dung und Beratung von 
erwachsenen Menschen in beruflich definierten Übergängen. Im Vordergrund 
steht die Entwicklung, Verzahnung, Realisierung und  Evaluation sowie die 
Profilierung von barrierefrei zugänglichen, nachfra georientierten - vor allem 
aber innovativen  - Qualifizierungsbausteinen und B eratungselementen. Des 
Weiteren geht es kontinuierlich um die Entwicklung und Realisierung von 
Maßnahmen, die Struktur- und Kommunikationsverbesse rungen im Weiter- 
bildungs- und Beratungsbereich intendieren.  
 
Die in den letzten Jahren u. a. im Rahmen von EU-Pr ogrammlinien angeleg- 
ten und ausgebauten Kooperationsstrukturen im Konte xt der Projekte „Ler- 
nende Regionen Münster / Münsterland“, „Equal“, „Me ine Region – meine 
berufliche Chance“ werden auch in 2007 / 2008 gepfl egt und im Interesse 
der Adressatinnen und Adressaten von Weiterbildung und Beratung genutzt. 
 
 
Die von der Volkshochschule Münster in Kooperation mit der AMS, der A- 
gentur für Arbeit, verschiedenen Kammern  und  u. a . durch Landes- und 
ESF-Mittel sowie mit Unternehmensbeteiligung durchg eführte Projektarbeit 
bewegt sich schwerpunktmäßig in fünf, nachfolgend dargestellten Geschäfts- 
feldern. Für alle fünf Geschäftsfelder existiert ein Businessplan.  
 
Um den Adressatinnen und Adressaten ein passgenaues  Einmünden in die 
Angebote der jeweiligen Geschäftsfelder zu ermöglic hen, ist diesen eine of- 
fene Anlaufstelle für Menschen in beruflich definie rten Übergängen vor- 
geschaltet (modellhafte Förderung durch das Program m Lernende Regio- 
nen) 
 
Adressatinnen und Adressaten sind : erwachsene Männer und Frauen in be- 
ruflichen Übergangssituationen, insbesondere Mensch en mit Migrationshin- 
tergrund, Alleinerziehende, Geringqualifizierte, po tenzielle Fachkräfte, Be- 
rufsrückkehrerinnen, Menschen mit ausbaufähiger Gru ndbildung, Menschen 
mit und ohne Beschäftigung usw. 
In der Anlaufstelle wird folgendes Angebot vorgehalten:  
• Individuelle Berufswegberatung inkl. der Heranführ ung an bzw. die 
Vermittlung von flankierendem lebenspraktischem Support (bis zu vier 
kostenfreien Beratungsgesprächen inkl. Sprachstandserhebung) 
• Dokumentation der Weiterbildungs- und Beratungsbed arfe als Grund- 
lage für Konzept- und Projektentwicklung 
• Bei Bedarf Weitervermittlung in die in Geschäftsfe lder gegliederten 
Weiterbildungs- und Beratungsangebote der VHS oder anderer Träger  
Das „Modell Anlaufstelle“ wird in 2007 in der Trägerlandschaft Münsters en- 
gagiert diskutiert. Es hat gute Chancen sich zum St andardangebot in der 
Erstberatung von Adressaten und Adressatinnen der W eiterbildung zu entwi- 
ckeln.

8 
Die Geschäftsfelder der Qualifizierungsprojekte der VHS 
 
1. Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit 
Entwicklung und Realisierung von tragfähigen Konzep ten und Handlungs- 
strategien mit dem mittel- oder langfristigen Ziel der Erhöhung der Existenz 
sichernden Erwerbsbeteiligung von Müttern und Väter n u. a. auch für Eltern 
von Kindern unter drei Jahren. Das Weiterbildungs- und Beratungsangebot 
wurde in 2007 aufgrund der hohen Auslastung und Nac hfrage deutlich profi- 
liert und vergrößert. 
Die Vernetzung der Angebote ist sehr weit fortgesch ritten. In 2007/2008 wird 
nochmals verstärkt ein Augenmerk auf die besondere Lebenssituation von 
allein Erziehenden in Münster gelegt. 
2. Berufsfeld Betreuen und Versorgen 
Aufbau und Realisierung eines modular gegliederten Orientierungs- und 
Qualifizierungssystems  im o. g. Berufsfeld mit dem  Ziel des Erwerbs eines 
Berufsabschlusses als Hauswirtschafterin und der Be schäftigungsaufnahme 
im erlernten Beruf. Verbesserung der Erwerbssituati on von hauswirtschaftli- 
chen Fachkräften und der Lebenssituation von hauswi rtschaftlich und sozial- 
pflegerisch zu versorgenden Menschen in der Stadt. Die in 2006 in Koopera- 
tion mit der Arbeitsgemeinschaft Münster aufgebaute  Beratungsstelle „Ar- 
beitgeber Privathaushalt“ wird ihre Arbeit aufgrund der guten Nachfrage fort- 
setzen. Durch die Beteiligung am Projekt „Kombilohn  NRW“ und die Einbin- 
dung dieses Projektes in die o. g. Ziellinie ist ei n deutlicher Zuwachs an sozi- 
alversicherungspflichtiger Beschäftigung im Bereich  der haushaltsnahen 
Dienstleistungen zu erwarten.  
3. Migration und Integration 
Gewährleistung der beruflichen und gesellschaftlich en Integration von Men- 
schen, die aufgrund von Herkunft und Status von Aus grenzung bedroht sind. 
Optimierung der Zugänge und der Passgenauigkeit von  Bildungs-, Bera- 
tungs- und Beschäftigungsangeboten. Verzahnung von Weiterbildung und 
Beratung im Hinblick auf gesellschaftliche Integration und Orientierung, Qua- 
lifizierung und Beschäftigungsaufnahme. Integration . Potenzialentwicklung. 
Im Projekt „Regionen stärken Frauen“ wird z. B. ein  regionales „Ansprache- 
system“ für Berufsrückkehrerinnen mit Migrationshin tergrund entwickelt und 
damit gezielt ihre Integration in den Arbeitsmarkt forciert.  
4. Grundbildung - Alphabetisierung 
Entwicklung und Gewährleistung von barrierefreien Z ugängen  zu miteinan- 
der verzahnten Beratungs- und Weiterbildungsangebot en, die Grundlagen 
des Lesens und Schreibens vermitteln. Optimierung v on vorhandenen Ba- 
sisqualifikationen und Entwicklung von Motivation u nd Strategien im Hinblick 
auf einen beruflichen Einstieg. Aufbau eines region alen Netzwerks Grundbil- 
dung - Alphabetisierung unter Beteiligung des Bunde samtes für Migration, 
des Bundesverbandes Alphabetisierung, der Arbeitsge meinschaft Münster 
sowie relevanter Bildungsträger.  
5. Beschäftigungsförderung für Beschäftigte  
Entwicklung  und Erhöhung der Weiterbildungsbereits chaft, der Beschäfti- 
gungsfähigkeit und Veränderungskompetenz von einzel nen Beschäftigten 
und betrieblichen Systemen durch verzahnte Weiterbi ldung und Beratung. 
Intensivierung dieses Handlungsansatzes durch die Beantragung des Projek- 
tes „Kommune trifft Lernende Region“, im Rahmen der  Vertiefungsphase II 
der Lernenden Region.

9 
2.2 Programmplanungen der Bereiche 
  
2.2.1 Gesellschaft, Politik, Geschichte 
 Die große Resonanz auf die Fachtagung „Perspektive n der Weiterbildung in 
Deutschland“ zum 60-jährigen Bestehen der Volkshoch schule Münster im 
Oktober 2006 hat verdeutlicht, dass bürgerschaftlic hes Engagement einen 
erheblichen Beitrag zur Vitalität und Demokratiefäh igkeit einer Stadtgesell- 
schaft leistet. Dieses Engagement benötigt professi onelle Unterstützung, 
Koordinierung, Vermittlung bei Konflikten sowie Ort e des Lernens und der 
Begegnung. Zu einem bedeutenden Ort der Weiterbildu ng und Begegnung 
gehört bisher die  Volkshochschule Münster, die im Fachbereich „Gesell- 
schaft, Politik, Geschichte“ mit öffentlichkeitswir ksamen und bürgernahen 
Veranstaltungen dazu anregt,  aus der Vergangenheit  zu lernen, Wissen für 
die Gegenwart zu erhalten, um Zukunft verantwortlich gestalten zu können.  
 
Aufgrund der erheblich eingeschränkten finanziellen  Rahmenbedingungen 
werden „Großprojekte“ wie professionelle Ausstellun gen, Veranstaltungen 
mit prominenten Referent(inn)en oder Autor(inn)en, die über die Region aus- 
strahlen und bisher hohe Teilnehmerzahlen aufwiesen , ab 2008 kaum noch 
möglich sein.  Auch eine professionelle Werbung für  diese, bisher stark fre- 
quentierten Bildungsveranstaltungen, ist durch die Budgeteinsparungen nicht 
mehr finanzierbar.  
 
Zum ersten Mal werden aufgrund der finanziellen Ein schränkungen im Früh- 
jahr 2008 voraussichtlich keine (7.) Jüdischen Kulturtage Münster  in Ko- 
operation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdis che Zusammenarbeit 
Münster stattfinden können. Ein traditionell verank erter Schwerpunkt des 
Fachbereiches, der zur Förderung von Toleranz und D emokratieverständnis 
in der Bürgerschaft beitragen konnte, aber in der D urchführung einen hohen 
Zuschussbedarf hatte, der aus Mitteln des VHS-Budge ts nicht mehr finan- 
ziert werden kann. 
 
Der Teilbereich Ökologie  wird im neuen Jahresprogramm aufgrund der Kon- 
solidierungsmaßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern n icht mehr angebo- 
ten.  
 
Im Herbst 2007/ Frühjahr 2008 steht das Thema „China“ im Mittelpunkt der 
politisch-historischen Bildung. Ein Land, welches n icht nur die Olympiade im 
Jahr 2008 ausrichten wird, sondern in einer globalisierten Welt immer stärker 
an Bedeutung und Einfluss gewinnt. Dabei geht es zu m einen um Wissens- 
vermittlung: politisches System, Länderkunde, Gesch ichte. Zum anderen 
geht es um ein Verstehen kultureller Identitäten un d Ausdrucksformen, die 
zum interkulturellen Verständnis und zur Förderung der Toleranz im Umgang 
mit fremden Kulturen beitragen. Auch die Themen „Me nschenrechte in Chi- 
na“ und die Situation Tibets werden im Herbst 2007 aufgegriffen.  
 
Basierend auf den Erfahrungen mit der Durchführung von Interkulturellen 
Trainings  wird ab Herbst das - im Rahmen des Deutschen Volks hochschul-
Verbandes konzipierte - Zertifikat „Xpert Culture Communication skills“ in der 
politisch-historischen Bildung angeboten. Gezielt s ollen neue Adressaten 
und Multiplikator(inn)en für eine fundierte Vermitt lung von interkulturellen 
Kompetenzen und zur Förderung der Integration gewonnen werden.

10  
Anknüpfend an das erfolgreiche Ausstellungsprojekt „Weltreligionen, Welt- 
frieden, Weltethos“ im vergangenen Jahr, welches vo n über 800 Schü- 
ler(inne)n wahrgenommen und bearbeitet worden ist, beteiligt sich der Fach- 
bereich erneut an der Koordination und Ausgestaltun g des „Friedenskultur- 
monats September“. Die repräsentative Ausstellung des Instituts für Frie- 
denspädagogik Tübingen „Peace-Counts (Frieden zählt) - die Erfolge der 
Friedensmacher“ soll in Münster gezeigt werden und vor allem junge Men- 
schen ansprechen. Zur Betreuung der Ausstellung sol len neben ehrenamtli- 
chen Helfer(inne)n auch Student(inn)en gewonnen werden, welche eine spe- 
zielle Schulung durch die Volkshochschule erfahren,  um Führungen und di- 
daktische Projekte im Rahmen der Präsentation unternehmen zu können. 
 
Zum besseren Verständnis der Europäischen Union bie tet der Fachbereich 
im Oktober 2007 in Kooperation mit dem Deutschland-  und Europapoliti- 
schen Bildungswerk NRW eine Studienfahrt nach Prag  mit dem Thema 
„Tschechien - ein neues Mitglied in der EU“ an. 
 
Im Teilbereich Philosophie und Weltreligionen  werden weiterhin Tages- 
fahrten, Vorträge, Kurse und politisch-kulturelle N achmittage zur weltan- 
schaulich neutralen Orientierung und kompetenten  W issensvermittlung an- 
geboten. Ab 2008 allerdings zu höheren Gebühren. 
Das Themenfeld Geschichte  wird ab 2008 in ebenfalls eingeschränktem 
Umfang angeboten, dabei wird die Stadtgeschichte „M ünster im Mittelalter“ 
einen Schwerpunkt bilden. 
 
Zur Förderung des Ehrenamtlichen Engagements von Sc hülerinnen und 
Schülern beteiligt sich der Fachbereich am Projekt „Service Learning/ Ver- 
antwortung Lernen“, welches von der Stiftung Bürgerwaisenhaus, der Stif - 
tung Westfalen-Initiative und der Stiftung Bürger f ür Münster finanziell getra- 
gen sowie in Kooperation mit  der Freiwilligenagent ur Münster durchgeführt 
wird. Ziel ist es, die Erfahrungen der beteiligten Schulen, Schülerinnen und 
Schüler mit ihrem sozialen Engagement im Stadtteil zu begleiten, zu reflek- 
tieren und zu unterstützen.  Zur Stärkung der Praxi s sollen seitens der 
Volkshochschule konkrete Unterrichtshilfen, -materi alien zum Thema „Servi- 
ce Learning“ entwickelt werden (Drittmittelfinanzie rung, s. Ratsantrag vom 
27.06.06). 
 
2.2.2 Erziehung, Familie, Älterwerden 
  
 Pädagogik, Partnerschaft und Familie 
Insbesondere Angebote für junge Familien , die Gruppen nach dem päda- 
gogischen Konzept des Prager-Eltern-Kind-Programms (PEKiP), die alters- 
differenzierten Angebotsformen für Eltern mit Klein kindern, sowie die fachdi- 
daktischen Gruppen zur Montessori-Pädagogik zur frü hkindlichen Förderung 
werden  uneingeschränkt nachgefragt und sehr gut an genommen. Die Ange- 
bote werden in den Fachräumen  der Innenstadt in de r VHS-Überwasser, als 
auch in den VHS-Räumen der Stadthalle Hiltrup  angeboten. Da die Räume 
in Hiltrup durch Einsparungsvorgaben im Jahre 2008 aufgegeben werden 
müssen, wird dieses Angebot in der Tagesarbeit für etwa 120 junge Familien 
in Hiltrup nicht mehr durchgeführt werden können, s ollten keine Ersatzräume 
zur Verfügung gestellt werden. Finanzielle Mittel z ur Anmietung von Räumen 
stehen aufgrund der Sparvorgaben nicht zur Verfügun g. Bereits in den ver- 
gangenen zwei Studienjahren wurden die Gebühren jew eils erhöht. Auch

11  
2008 wird die Gebühr nochmals ansteigen müssen.  Di e finanzielle Belast- 
barkeit von jungen Familien ist aber bereits jetzt begrenzt, wie die Rückmel- 
dungen, dass die Kurse aufgrund der Kosten nicht me hr besucht werden 
können, belegen. Der Wunsch nach Teilnahme an Elter n-Kind-Angeboten 
gerade auch bei einkommensschwächeren Zielgruppen s teigt. Gerade mit 
Kleinkindern müssen Familien oft mit einem Gehalt a uskommen. Kommt 
Teilzeitbeschäftigung oder Arbeitslosigkeit eines P artners hinzu, ist die Teil- 
nahme gerade an den sozial stabilisierenden, wohnor tnahen Eltern-Kind-
Gruppen für die Eltern nicht mehr finanzierbar.  
 
An der Mitwirkung zur Durchführung der „ Münsteraner Konflikttagung “ (mit 
jeweils 400 Teilnehmenden) kann sich der Fachbereic h nicht mehr beteili- 
gen, da die erforderlichen Arbeitsressourcen vor al lem im Info-
Treff/Anmeldungen wegen gekürzter Personalressourcen nicht mehr zur Ver- 
fügung stehen. 
 
In enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jug endliche und Familien 
und dem Verein Münsteraner Tageseltern wird die Qualifizierung von Betreu- 
ungspersonen in der Kindertagespflege durchgeführt. Damit konnte und kann 
die Qualität der frühkindlichen Betreuung in Münste r erheblich aufgewertet 
werden. Der Erwerb des  TMQ-Zertifikates  (Tagesmütter und Tagesväter 
qualifizieren sich) des Landesverbandes der Volksho chschulen NRW stellt 
zudem für die teilnehmenden Tagesmütter  eine mögli che Einkommensver- 
besserung dar. Die Volkshochschule Münster ist zudem vom Bundesverband 
für Kinderbetreuung in der Tagespflege e.V.  als Ma ßnahmeträger anerkannt 
worden, sodass das erworbene VHS-Zertifikat damit a uch bundesweit als 
Qualifikationsnachweis anerkannt ist. Der vierte Le hrgang beginnt im Januar 
2008.  
Die zweijährige berufsbegleitende Fortbildung für P ädagogen und Pädago- 
ginnen aus Vorschule und Schule zum Erwerb des Nationalen Montessori-
Diploms  gehört  zum festen Angebot der Volkshochschule Mün ster. Durch 
die Zusammenarbeit mit der Deutschen Montessori-Ges ellschaft e.V.   wur- 
den die qualitativen Anforderungen an Ausbildung un d Prüfung deutlich ge- 
steigert.  
Eine weitere berufsbegleitende Zusatzqualifikation für pädagogische Fach- 
kräfte wird im April 2008 beginnen. In Zusammenarbe it mit dem Verein für 
Gruppenarbeit mit Eltern und ihren Kindern im 1. Le bensjahr, PEKiP e.V. 
wird die umfangreiche Zusatzausbildung zur PEKiP-Gruppenleiterin   ange- 
boten. Diese Zusatzausbildung ist Voraussetzung, um  Gruppen nach dem 
Konzept des Prager-Eltern-Kind-Programms durchführen zu können.  
 
Älterwerden - Ältersein 
Mehr als je zuvor wird die Notwendigkeit von  „Lern en  als lebensbegleiten- 
des Prinzip“ zur Bewältigung der gesellschaftlichen  Anforderungen erkenn- 
bar. Der Ruf nach Übernahme an Verantwortung für ge sellschaftliche Belan- 
ge und  Ehrenamt  richtet sich zunehmend an die Generation der „jung en 
Alten“. Gerade hier ist Weiterbildung gefragt, denn  die immer spezialisierte- 
ren Tätigkeiten ehrenamtlicher, engagierter älterer  Menschen bedürfen der 
Aneignung von Kompetenz und der Weiterbildung.  
Eigeninitiative, Selbsthilfe und Selbstengagement, Ehrenamt und bürger- 
schaftliches Engagement bedarf der Unterstützung , ja ist ohne Ressourcen, 
wie Raumnutzung und fachliche Unterstützung nicht m achbar.  Durch die 
Unterstützung der Volkshochschule sind die vielfältigen Initiativen der ZwAR-

12  
Gruppen, das Projekt „Füreinander-Miteinander“, die Vernetzung der Aktiven, 
die Unterstützung von engagierten Projekten ermögli cht worden. In diesen 
Bereichen sind naturgemäß keine Einnahmen zu erziel en. Ehrenamtliches 
und bürgerschaftliches Engagement  kann nicht geför dert werden, indem  
von den potenziellen „Helfern“ Gebühren oder Mieten verlangt werden!  Wirt- 
schaftlichkeit ist in diesem Angebotsbereich schwer  messbar, wenngleich 
gesellschaftlich unumstritten! Die Moderation, Hilf estellung bei Organisation 
und Vernetzung, Beratung, Unterstützung bei speziellen Bildungsnachfragen, 
oder auch Kontaktvermittlung zu anderen Institutionen wird in der VHS direkt 
nachgefragt und in Anspruch genommen. Hier stellt s ich der Fachbereich 
den  Bürgernachfragen, Supportleistungen für die Se lbstorganisation von 
Gruppen, sowie Bildungsangebote zur Steigerung der erforderlichen Kompe- 
tenzen bereitzustellen. 
 
Die  ehrenamtlichen Macher der  viermal jährlich erscheinenden  „MSZ - 
Münsters Senioren Zeitung“  mit einer  Auflage von über 8 000 Zei 
tungen  
setzen sich aktiv für die Seniorenpolitik der Stadt ein. Die Zeitung refinanziert 
sich durch Werbeeinnahmen und wird von der Stiftung  Siverdes unterstützt. 
Die Volkshochschule stellt Ressourcen wie Rechnungs stellungen, Raumver- 
gabe, technische Hilfsmittel, Abwicklung der Finanz ierung, Verteilung der 
Zeitungen und fachliche Betreuung bereit. Durch die  voraussichtlichen  Kür- 
zungen personeller Ressourcen im Schreibbereich und  im Rechnungswesen 
werden die bisher geleisteten Unterstützungen bei d er Erstellung der MSZ 
nur noch erheblich eingeschränkt möglich sein. Ob u nd wie die MSZ weiter 
fortgeführt werden kann, ist zurzeit noch offen. 
 
Nutzer und Nutzerinnen der VHS-Senioren-Bildungsangebote sind aber nicht 
nur die „jungen aktiven Alten“ sondern auch Mensche n, die zunehmend in 
ihrer Mobilität eingeschränkt sind.  Bildungsangebo te haben hier konzeptio- 
nell immer eine starke soziale Komponente. Die meis t langfristig angelegten 
Bildungsangebote  finden wohnortnah statt. Da Lerne n und Weiterbildung 
wichtige Elemente der Lebensqualität sind, haben au ch Menschen mit al- 
tersbedingten gesundheitlichen 
 Einschränkungen in der Solidargemeinschaft  
einen Anspruch auf Weiterbildung. Gerade bei diesen  Zielgruppen ist eine 
moderate Gebührengestaltung unerlässlich, um tatsäc hlich den Zugang zu 
Bildungsangeboten unabhängig vom Einkommen zu gewährleisten.  
 
Gerade verwitwete Frauen, die nach dem Tod ihres Eh epartners mit äußerst 
geringen Renten und Pensionen auskommen müssen, geh ören zu Volks- 
hochschulnutzerinnen. Der Besuch von Weiterbildungs angeboten ist eine 
anerkannte Möglichkeit,  am gesellschaftlichen Lebe n teilzunehmen und 
nicht vollends zu vereinsamen. Immer wieder werden von Beratungsstellen 
und Angehörigen Beratungen gesucht und angenommen, um entsprechende 
Bildungsangebote zuzuordnen. Weitere Gebührenerhöhu ngen aufgrund er- 
forderlicher Einsparvorgaben sind sozial unverträgl ich und treffen genau die 
Zielgruppen, die der Unterstützung bedürfen.  
 
Die „Service-Angebote“ rund um das Thema Pflege,  in Zusammenarbeit mit 
kompetenten Partnern, wie Krankenkassen, Pflegebüro , Clemens-Wallrath-
Haus etc. können durch erfolgreiche Kooperationen t eilweise für die Teil- 
nehmenden unentgeltlich angeboten werden. Damit lei stet die VHS einen 
präventiven Beitrag zur Alters- und Gesundheitsvors orge. Weiter 
hin wird die  
bundesweite  Aktion „Altersvorsorge macht Schule“ zur Information der Not-

13  
wendigkeit der privaten Altersvorsorge  mit zwei Seminaren unterstützt.  
 
Generationen lernen gemeinsam: Nachhaltigkeit 
Angesichts der globalen klimatischen Veränderungen  und den damit ver- 
bundenen Zukunftsperspektiven für jetzige und künftige Generationen ist  ein 
erhebliches Umdenken auf politischen, wirtschaftlic hen und gesellschaftli- 
chen  Ebenen erforderlich.  Die Bereitschaft zum Um denken setzt unabding- 
bar Bildung voraus. Die Weltkommission für Umwelt u nd Entwicklung defi- 
niert: 
„Nachhaltig ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Genera- 
tion entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger G enerationen zu gefährden, 
ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ 
Die Volkshochschule Münster ist einer von 15 ausgew ählten Standorten in 
der Bundesrepublik, die an dem Projekt: „Generationen lernen gemein- 
sam: Nachhaltigkeit“  teilnehmen.  
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung  geförderte Gesamt- 
projekt wird von der Katholischen Bundesarbeitsgeme inschaft für Erwachse- 
nenbildung gesteuert. Ziel ist die Förderung kommun ikativer Lernangebote 
für das Miteinander der Generationen, die sich geme insam der Verantwor- 
tung der globalen Entwicklung  stellen.   
Der Fachbereich „Familie und Älterwerden“ wird in d iesem Zusammenhang 
in Kooperation zwei intergenerationell ausgerichtet e Projekte in der Praxis 
erproben. Die Erfahrungen der unterschiedlichen Pro jekte im Bundesgebiet 
werden in der Fachöffentlichkeit diskutiert, die Er gebnisse mit wissenschaftli- 
cher Begleitung der Universität Erlangen –Nürnberg dokumentiert und publi- 
ziert.  
 
2.2.3 Gesundheit 
 Auch in diesem Fachbereich führt die Konsolidierun g zu einer Reduzierung 
des Angebotes der kostenintensiveren Vorträge und S eminare. Da es in den 
vergangenen Jahren zunehmend auch andere Anbieter g ibt, die Informati- 
onsveranstaltungen über Krankheitsbilder, Ursachen,  Diagnostik und Thera- 
pie anbieten, hat die VHS ihre Angebote bereits erh eblich zurückgefahren. 
Dies wird für das neue Studienjahr weiter erfolgen.  
Im Fachbereich finden seit Jahren integrative Angebote für Menschen mit 
psychischen Erkrankungen und/oder Psychiatrieerfahrungen  statt. 
Das „Theater Sycorax“ führt seine Proben einmal wöchentlich als VHS-Kurs 
durch und „Die Klinke“ wird durch ein Redaktionsteam des Psycho-Sozialen 
Zentrums 
 ebenfalls als VHS-Kurs erarbeitet.  Diese Angebote liegen nicht im 
Honorar kostendeckenden Bereich, sondern werden von  der VHS finanziell 
unterstützt. Sie sind in ihrer Existenz bedroht, we nn die städtischen Zu- 
schüsse ab 2008 in vollem Umfang reduziert werden. 
 
Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter 
Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter wir d immer mehr auch 
eine Aufgabe öffentlicher Einrichtungen. „Verschied ene Studien, so zuletzt 
der Jugendgesundheitssurvey der WHO, dokumentieren,  dass zwar die sub- 
jektive Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ins gesamt zufriedenstel- 
lend ist, dass aber dennoch ein großer Teil etwa 20  Prozent erhebliche Ge- 
sundheitsdefizite in physischer und psychischer Hinsicht aufweisen.“  
 
Gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung, dem Land NR W und dem Ge- 
meindeunfallversicherungsverband Westfalen-Lippe fi ndet in Münster das

14  
Projekt „Kitas und Schulen bewegen…“ statt. Beteiligt sind in drei Stadttei- 
len vier Grundschulen und vierzehn Kitas.  Es soll ein Bewusstsein für die 
Bedeutung von Gesundheit und Bildung als Grundlage für erfolgreiche Bil- 
dungs- und Entwicklungsprozesse erzeugt werden. 
Die Gesamtkoordination für das Projekt liegt in der VHS. 
 
Die Zahl der adipösen Kinder steigt trotz breiter P räventionsprojekte besorg- 
niserregend an.  Die VHS beteiligt sich im neuen St udienjahr zum zweiten 
Mal mit ihrem Schwerpunkt Ernährung an dem seit 200 6 in Münster unter 
ärztlicher Leitung durchgeführten Projekt „Adimobil“ . Angestrebt wird eine 
nachhaltige Änderung im Ernährungs- und Bewegungsve rhalten und im Le- 
bensstil der ganzen Familie. Die aktive Teilnahme d er Eltern ist daher we- 
sentlich für den Erfolg im Schulungsprogramm. 
 
Was Kinder über gesundes Essen und Trinken wissen s ollten, vermittelt ih- 
nen wieder der Hase Kasimir , der im Frühjahr 2008 zum dritten Mal nach 
Münster kommt. Die Aktion findet wieder in Zusammen arbeit mit dem Ge- 
sundheitshaus und weiteren Kooperationspartnern sta tt. Adressaten sind 
Kinder zwischen 4 und 10 Jahren, denen anhand einer  Ausstellung alles 
rund um eine gesunde Ernährung vermittelt wird. Die  Kita- oder Schulkinder 
kommen mit ihren Erzieherinnen und Lehrerinnen in d ie Ausstellung, sodass 
das Thema nachhaltig in den Einrichtungen weiter be sprochen werden kann. 
Hierzu bietet die VHS pädagogische und inhaltliche Unterstützung an. 
 
Das Kochen für Coole Cliquen  erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei 
Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 18. Es ist jedes Mal wieder beein- 
druckend, mit welch großem Engagement Kinder und Ju gendliche sich  für 
eine gesunde Ernährung interessieren. 
 
Die Modulare Weiterbildung Gesundheitsförderung  für sozialpädagogi- 
sche Fachkräfte und Mitarbeiterinnen in der Kinder-  und Jugendhilfe, an of- 
fenen Ganztagsschulen und in der Übermittagsbetreuu ng eröffnet die Mög- 
lichkeit der Implementierung von Gesundheitsthemen in die pädagogische 
Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen. 
 
Frauengesundheit 
Fachtagung : „Gegen häusliche Gewalt“ .  Im November 2006 hat im Rat- 
hausfestsaal eine Tagung zu diesem Thema bereits st attgefunden mit dem 
Schwerpunkt der Vernetzung aller beteiligten Akteur e auf kommunaler Ebe- 
ne. 
 Im Jahr 2008 befasst sich die Fachtagung mit dem Thema der Arbeit mit 
den Tätern. Auch diese Veranstaltung wird von dem A rbeitskreis Häusliche 
Gewalt der Kommunalen Gesundheitskonferenz Münster durchgeführt. 
 
Naturheilkunde. Dieser Themenschwerpunkt wird bis auf eine kleine Vor- 
tragsreihe und die seit fast 20 Jahren stattfindende Fastenwoche eingestellt.  
 
Psychologie im Alltag.  Dieser Bereich ist in den vergangenen Jahren be- 
reits reduziert worden und wird mit den erfolgreich  stattfindenden Veranstal- 
tungen zu den Grundlagen der Psychologie im Studien jahr 2008/2009 wei- 
tergeführt. 
 
Ernährung und Gesundheit 
Das Interesse an gesunder Ernährung ist nach wie vo r sehr groß. Die ver-

15  
schiedenen Schwerpunkte dieses Programmbereichs „Gr undlagen des Ko- 
chens“, „Kochen in den Jahreszeiten“, „Vollwertig - Vegetarisch“ und „Inter- 
nationale Küche“ garantieren den Teilnehmenden ein abwechslungsreiches 
Programm, in dem die Grundlagen einer gesunden Ernä hrung und ökologi- 
sche Aspekte der Landwirtschaft  neben vielen Tipps zur praktischen Haus- 
haltsführung und leckeren Rezepten nicht zu kurz kommen. 
 
Entspannungsangebote in der VHS 
In der Hektik und im Stress des Alltages gewinnen A nleitungen zur Entspan- 
nung, zum Stressabbau in der Gesundheitsbildung zun ehmend an Bedeu- 
tung. Die angebotenen Entspannungskurse waren durch weg sehr gut be- 
sucht, einige waren in 2006/2007 mit Wartelisten ve rsehen. Das Übungspro- 
gramm im Studienjahr 2007/2008 wird deshalb in der Struktur an die Bedarfe 
der Teilnehmer/innen angepasst. Weitere Fortbildung en werden erarbeitet 
und neue, interessante Entspannungsmethoden vorgestellt. 
 
Bewegung und Körpererfahrung 
Entsprechend dem Motto „Es gibt nichts Gutes – auße r man tut es – raus 
aus dem Sessel, der guten Laune entgegen“, bietet d er Bereich Gesundheit 
der VHS auch 2007/2008 den bewegungswilligen Bürger n ein interessantes, 
gesundheitsorientiertes und präventives Bewegungspr ogramm, denn Bewe- 
gungskurse dienen dem Körper- und  Gesundheitsbewus stsein, dem Stress- 
abbau, der Gewichtsregulation und der Körperhaltung . Aufgrund der guten 
Auslastung der Kurse werden diese in bewährter, jed och aktualisierter Form 
fortgesetzt oder durch neue Anregungen ersetzt 
 
Wassergymnastikkurse  als Mittel zur Förderung von Kraft und Ausdauer 
ohne Belastung der Gelenke erfreuen sich nach wie v or, insbesondere bei 
älteren Menschen, größter Beliebtheit. Leider haben  Bäderschließungen so- 
wie immense Kostenerhöhungen seitens der Badbetreib er dazu geführt, 
dass das Angebot reduziert werden musste und nicht in vollem Umfang auf- 
gefangen werden kann.  
 
Aufgrund der großen Resonanz und der präventiven Wi rkung wird das The- 
ma “Gesunderhaltung des  Rückens“  weiterhin ein Schwerpunktthema 
des Bewegungsprogramms sein.  
 
Auch das Bewegungsangebot für ältere Menschen  ist sehr gefragt. Eine 
komplette Anpassung an den Bedarf scheitert leider an Finanzierbarkeit an- 
zumietender Bewegungsräume.    
 
Auch der Bereich “Bewegungskurse für Menschen mit Erkrankungen“,  
wird ein Schwerpunktthema des Bewegungsprogramms bl eiben. Die Kurse 
Bewegung für Frauen mit Osteoporose, nach Brust-OP oder mit psychischen 
Erkrankungen werden gut angenommen und bilden in be währter Form eine 
wichtige und verlässliche wöchentliche Bewegungs- u nd Kommunikations- 
plattform für erkrankte Menschen. 
 
Gebärdensprache  
Seit Mai 2002 ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS ) als eigenständige 
Sprache anerkannt. Im VHS-Programm werden weiterhin  Gebärdensprach- 
kurse im Bereich Sprachen angeboten, die in verschi edene Leistungsstufen 
gestaffelt sind. Bei Bedarf werden zusätzlich theme nspezifische Gebärden-

16  
sprachkurse, auch firmenbezogen, eingerichtet.  
 
Der Bedarf  an den u. a. von der VHS initiierten, r egelmäßig stattfindenden 
„Kommunikationsforen“ , in denen gehörlose Menschen über aktuelle The- 
men aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft inform iert werden, ist weiterhin 
groß und die Teilnehmerzahl  unverändert hoch. So s ind für das Kalender- 
jahr 2007 zunächst drei Kommunikationsforen geplant. 
 
 
2.2.4 Sprachen und Länder 
  
Lesen und Schreiben lernen für Erwachsene/Alphabetisierung 
Trotz 10-jähriger Schulpflicht gibt es nach wie vor  viele, auch deutsche Er- 
wachsene, die nicht - oder nicht ausreichend - lese n und schreiben können. 
Diese Zielgruppe der so genannten „funktionalen Analphabe t(inn)en“ 
versucht die VHS seit vielen Jahren durch ein beson ders niedrigschwelliges 
Angebot zu erreichen. Grundlegende Fertigkeiten im Lesen und Schreiben 
werden vermittelt und ermöglichen den betroffenen Menschen die Teilnahme 
auch an schriftlicher Kommunikation im täglichen (Berufs-)Leben.  
 
Die VHS bemüht sich kontinuierlich, das oftmals tab uisierte Thema der man- 
gelnden Schriftsprachekenntnisse bei Erwachsenen in s öffentliche Bewusst- 
sein zu bringen. Zu diesen Aktivitäten gehört insbe sondere seit Jahren die 
enge Kooperation  mit dem in Münster ansässigen Bundesverband Alpha- 
betisierung e. V.  und dessen „ ALFA-Telefon“ . Nur über eine große Me- 
dienpräsenz übermittelt sich dieses in Münster einm alige Angebot an die be- 
troffene Zielgruppe. Das Angebot der Volkshochschul e Münster umfasst 
künftig 18 Kurse pro Jahr und erreicht ca. 200 Teil nehmer/-innen, die ein 
stark ermäßigtes Entgelt von 0,70 € (0,80 € ab 1.1. 08) pro Unterrichtsstunde 
zahlen. 
 
Wichtige Integrationshilfe: Deutsch als Fremdsprache (DaF) 
Grundvoraussetzung für die Teilnahme am gesellschaf tlichen Leben in 
Deutschland ist das Beherrschen der deutschen Sprache. Für Migrant(inn)en 
aller Herkunft bietet die Volkshochschule seit viel en Jahren auf verschiede- 
nen Niveaustufen Deutschkurse an. Das Kurskonzept s chließt landeskundli- 
che, politische und kulturelle Informationen mit ein.  
 
Die VHS bietet das „Europäische Zertifikat Deutsch“ , die „Zentrale Mit- 
telstufenprüfung des Goethe-Instituts“  sowie das „Kleine bzw. Große 
Sprachdiplom des Goethe-Instituts“ als anerkannte Prüfungen an, die re- 
ge in Anspruch genommen werden. Im Jahr 2006 absolv ierten insgesamt 98 
Teilnehmer/-innen erfolgreich diese anspruchsvollen Prüfungen. 
 
Zurzeit finden mit ermäßigten Entgelten ca. 120 DaF-Kurse  mit ca. 2 500 
Teilnehmer(inne)n pro Jahr an der VHS Münster statt. Auch hier wird ab 
dem 1.1.08 das Entgelt um 10 Cent pro Unterrichtsst unde angehoben. In- 
wieweit diese erneute Erhöhung Auswirkungen auf die  Teilnehmerzahlen 
hat, bleibt abzuwarten. 
 
„Club D“ – Deutsch für Sekundarstufenschüler/-innen  mit Migrations- 
hintergrund 
Seit Januar 2005 läuft dieses Projekt, in dem Schül er/-innen mit Migrations-

17  
hintergrund nachmittags ihre Deutschkenntnisse weit erhin kostenlos verbes- 
sern können. Es wird nach Niveau- und Altersstufen differenziert unterrichtet. 
Das Angebot erfreut sich eines regen Zuspruchs, tro tz der Freiwilligkeit der 
Teilnahme. Bei mindestens siebzigprozentiger Teilna hme geben die VHS-
Kursleiterinnen eine positive Rückmeldung an die He rkunftsschulen, was zu 
einem Erfolgsvermerk auf den Zeugnissen führt. Erfr eulich ist die hohe Moti- 
vation, mit der dieses zentrale und somit mit Anrei sezeiten verbundene An- 
gebot in der VHS-Überwasser von ca. 80 Schüler(inne )n pro Halbjahr aus 
allen Stadtteilen wahrgenommen wird. 
 
Zu einem Höhepunkt im Studienjahr hat sich das jähr lich stattfindende „In- 
ternationale Sommerfest“  an der VHS-Überwasser entwickelt, bei dem 
zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus den verschie denen Ländern der 
Welt, die an Sprachkursen „Deutsch als Fremdsprache “ teilnehmen, mit 
mehr als 500 Gästen in interkulturellen Austausch t reten. Inwieweit die Fi- 
nanzierung dieser wichtigen Großveranstaltung zukün ftig sichergestellt wer- 
den kann, ist noch zu prüfen. 
 
Beim dreiwöchigen „Feriensprachkurs Deutsch als Fremdsprache“  be- 
grüßt die VHS jeweils im August ca. 60 bis 90 junge  Leute aus bis zu 20 Na- 
tionen in Münster; häufige Gäste sind Teilnehmer/-i nnen aus Münsters Part- 
nerstädten. Der Sprachkurs 2007 seht ganz im Zeiche n des Kunst-Sommers 
mit vielfältigen Info-Programmteilen zur „Skulptur 2007“. 
 
20 Fremdsprachen im Angebot der Volkshochschule 
Das Fremdsprachenangebot der Volkshochschule umfass t die großen Welt- 
und Verkehrssprachen, die Landessprachen der meiste n Partnerstädte 
Münsters sowie die der benachbarten Staaten.  
Besonderes Kennzeichen des umfangreichen Angebotes ist auf allen Ni- 
veaus die jeweilige Landeskunde, die dazu beiträgt, Land und Leute in ihrem 
kulturellen Selbstverständnis zu begreifen. Dazu tragen auch besonders kon- 
zipierte Sprachstudienfahrten bei. 
 
In einer Reihe von Sprachen kann auf international anerkannte Prüfungen  
vorbereitet werden, die fast alle an der Volkshochs chule Münster abgelegt 
werden können. Besonders viele Teilnehmer/-innen (m ind. 140) nehmen an 
den zweimal pro Jahr an der Volkshochschule stattfindenden Prüfungen der 
Cambridge University  teil. 
 
Als Prüfungszentrum ist die VHS Münster für die (auch  berufsbezogenen) 
Europäischen Sprachenzertifikate  vom A 1 bis zum B 2-Niveau des Ge- 
meinsamen Europäischen Referenzrahmens für das Lern en und Lehren von 
Sprachen, sowie für die Schwedisch-Prüfung Swedex akkreditiert.  
Für alle diese Prüfungen ist eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. 
 
Aufgrund der großen Nachfrage versucht der Fremdspr achenbereich, dieses 
hohe Niveau zu halten, das zur Zeit zusätzlich zu d en Alphabetisierungskur- 
sen und den Deutsch als Fremdsprache-Kursen ca. 550 Kurse mit ca. 6 500 
Teilnehmer(inne)n pro Studienjahr umfasst.  
Aufgrund der geringer werdenden Zuschüsse wird die langjährige Zusam- 
menarbeit mit den binationalen Gesellschaften einge schränkt werden müs- 
sen. So wird z. B. der Círculo Hispano-Alemán in de r derzeitigen Form ein- 
gestellt werden müssen.

18  
Auch das Qualifizierungsangebot für Sprachkursleitende  wird aus Kos- 
tengründen ab dem kommenden Studienjahr stark eingeschränkt werden. Mit 
diesem regelmäßigen Fortbildungsangebot für Kurslei tende hat der Bereich 
bisher die hohe Qualität seines Sprachangebots gesi chert. Dieses Quali- 
tätsmerkmal des VHS-Sprachenbereichs ist jedoch mit  hohem personellen 
Aufwand verbunden, der zukünftig wegen des Wegfalls  von Personalres- 
sourcen nicht mehr zu leisten ist. 
 
In Kooperation mit dem Bundesverband Alphabetisierung  wird ein Fortbil- 
dungsprogramm für Kursleiter/-innen in der Alphabet isierung durchgeführt, 
das von Teilnehmer(inne)n aus ganz Nordrhein-Westfa len und darüber hin- 
aus aus dem deutschsprachigen Ausland in Anspruch genommen wird. 
 
Cambridge ESOL Prüfungen als Schulprojekt wird fortgesetzt 
Eine Kooperation zwischen dem Ministerium für Schul e und Weiterbildung, 
Cambridge ESOL (English for Speakers of Other Langu ages) und den Prü- 
fungszentren (für das Münsterland nur Volkshochschu le Münster) ermöglicht 
es Schülerinnen und Schülern seit dem Schuljahr 200 4/2005 zusätzlich zum 
Unterricht ein Englischzertifikat der Cambridge-Uni versität zu erwerben. An- 
geboten werden Prüfungen zu den Referenzniveaus B1 (PET), B2 (FCE) und 
C1 (CAE) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Von 27 Schu- 
len in und um Münster legten im laufenden Schuljahr 468 Schüler/-innen  ein 
Cambridge Certificate in English durch die VHS Münster ab. Weitere 30 
Schüler/innen werden den offiziellen Juni –Termin, der an der VHS dieses 
Mal mit ca. 70 eigenen Teilnehmer/innen stattfindet, wahrnehmen.  
In diesem Zusammenhang bereitet die Volkshochschule  Münster schulüber- 
greifend Realschüler/innen auf die PET-Prüfung in einem schulexternen Kurs 
vor, da dieses schulintern nicht geleistet werden kann. 
 
Sprachkurse auf Bestellung: Ein Service (nicht nur)  für die städtischen 
Mitarbeiter/innen 
Nachgefragt wird in diesem Bereich besonders die fa chspezifische Sprach- 
fortbildung. So führt die Volkshochschule Kurse für  Verkehrsüberwachende, 
für Veterinäre, für Schulsekretärinnen oder auch fü r Mitarbeiter/innen von 
Münster Marketing durch. Auch internationale Austau schschüler/-innen an 
Münsteraner Gymnasien erhalten durch die VHS Deutschunterricht. Ähnliche 
Maßnahmen wird es auch im nächsten Studienjahr geben. 
 
2.2.5 Beruf und Wirtschaft 
  
 Der besondere Schwerpunkt der Arbeit in 2007/2008 liegt im weiteren Aus- 
bau der abschlussbezogenen beruflichen Weiterbildung. 
Weiterhin wird das vom Deutschen Volkshochschul-Verband konzipierte Zer- 
tifikat „Xpert personal business skills“  angeboten. Das Training von 
Schlüsselqualifikationen ist seit vielen Jahren fes ter Bestandteil der Fachbe- 
reichsarbeit.  
Darüber hinaus wird das Zertifikat „Xpert business“ nun in allen Teil-Modulen 
angeboten. Die Teilnehmenden schließen hier nach er folgreichen Prüfungen 
in der Finanzbuchführung I, II und Finanzbuchführun g EDV zunächst mit 
dem Abschluss "Geprüfte Fachkraft für Finanzbuchfüh rung" ab. Dieses Mo- 
dulsystem ist nun mit den Modulen „Kosten- und Leis tungsrechnung“ und 
„Finanzwirtschaft“ weiter ausgebaut worden und ermö glicht den Abschluss 
„Finanzbuchhalter/in“.

19  
Neu im Programm sind die ersten Module zur Erlangun g des Abschlusses 
Lohnbuchhalter/in, die neuen Xpert Module 8x8 Wirts chaftswissen und die 
Vorbereitung zur AdA-Prüfung (Ausbildung der Ausbilder). 
Die Lehrgänge zum NLP-Practitioner  und Master-Practitioner  (Neurolingu- 
istisches Programmieren) haben seit Jahren ihren fe sten Platz im Programm 
des Fachbereichs und werden nun in einer neuen Modulform buchbar sein. 
 
Der Ausbildungslehrgang „Ressourcenorientierter Coa ch“ wird ebenfalls 
nach ersten Erfahrungen auf Modulform umgestellt, u m den Teilnehmenden 
stärkere Entscheidungsmöglichkeiten und Wahlmöglich keiten während der 
Ausbildung einzuräumen. In dieser Ausbildung erwerb en die Teilnehmenden 
Kenntnisse und praktische Erfahrungen mit wirksamen  Methoden aus fol- 
genden unterschiedlichen Beratungsansätzen: Neuro-l inguistisches Pro- 
grammieren (NLP), Transaktionsanalyse (TA), Systemi sche Ansätze (Sys- 
temische Fragetechniken, reflektierendes Team, Aufs tellungsarbeit). Die 
Ausbildung kann mit einem Zertifikat abgeschlossen werden. 
Durch Teilnahme an Projekten wie z. B. „Kita macht Musik“ in Zusammenar- 
beit mit der städtischen Musikschule werden weitere  berufliche Qualifikatio- 
nen angeboten werden können. 
 
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit in 2007/2008 is t die Beratung Bildungs- 
interessierter im Rahmen der Vergabe von Bildungssc hecks. Die damit ver- 
bundenen Beratungsgespräche haben im letzten Semester gezeigt, dass der 
Beratungsbedarf wächst und Beratung in Zukunft eine n Arbeitsschwerpunkt 
in der Fachbereichsarbeit bilden wird. 
 
2.2.6 EDV und Medienbildung 
  
 Rückblick 
Die Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen wie im gesamten Bundesge- 
biet haben in den vergangenen Jahren flächendeckend  dafür gesorgt, dass 
der Umgang mit dem Computer von vielen Tausenden vo n Erwachsenen 
erlernt werden konnte. Eines der hervorgehobenen Ma rkenzeichen einer 
modernen Weiterbildungsarbeit der Volkshochschulen. 
Nachdem im Studienjahr 2005 bei der Bildungsnachfra ge nach EDV-Kursen 
bereits eine Stabilisierung eingetreten war, ist im  zurückliegenden Studien- 
jahr 2006 erstmals eine zurückgehende Kursauslastun g zu verzeichnen. Ein 
großer Teilnehmerrückgang bei den Seniorenkursen  um 6 Prozent ist 
auffällig. Bis dato war dies ein stetig wachsendes Geschäftsfeld.  
Ein gewichtiger Grund für die sinkende Auslastung in den EDV-Kursen ist die 
im Studienjahr 2006 vorgenommene erneute Entgelterh öhung um 8 Prozent. 
Die Kurse sind für viele Bildungsinteressierte inzwischen zu teuer. Außerdem 
ist durch den Verzicht auf regelmäßige Soft- und Hardwareaktualisierung  
aufgrund der Sparmaßnahmen die Kursqualität spürbar  gesunken. Dies be- 
legen die Teilnehmerseminarbeurteilungen Anfang 2007 bereits deutlich. 
Weitere Ursachen für die sinkenden Teilnehmerzahlen liegen in der ebenfalls 
aus Spargründen erfolgten Aufgabe der EDV-Broschüre  zu Beginn des je- 
weiligen Frühjahrssemesters, bisher ein verlässlich es Instrument der aktuel- 
len Kurswerbung, in der Kündigung des ECDL (Europea n Computer Driving 
Licence) autorisierten Prüfungszentrums (internatio nal anerkanntes EDV-
Zertifikat) und in Kursangebotsreduzierungen, alles amt vorgenommene 
Maßnahmen im Rahmen der Sparvorgaben durch Land und Kommune.

20  
Die beschlossene Entgelterhöhung zu Beginn des Früh jahrssemesters 2008 
wird den Trend des Nachfragerückgangs zweifellos ve rstärken. Die Folge 
sind drohende Einnahmeverluste, denn alle Kurse im Fachbereich EDV wur- 
den bislang mindestens kostendeckend durchgeführt.  
 
Ausblick 
Der durch die Konsolidierungsvorgaben 2008 ff. notw endige  Personalabbau 
erfordert eine weitere Angebotsreduzierung des bish er sehr einnahmeträch- 
tigen EDV-Fachbereichs. Nur durch den Abbau von Ang eboten kann die bis- 
herige Beratungs- und Servicequalität annähernd gehalten werden. 
 
EDV-Angebote zur Basisqualifizierung 
Das Kernangebot im Bereich der Basisqualifizierung,  bei dem es um die 
Vermittlung von Orientierungswissen und Erschließun gskompetenzen auf 
den Gebieten EDV-Standardanwendungen , elektronische Kommunikati- 
on  und Internet geht, wird reduziert und ergänzt um ein Angebot EDV -
Grundlagen für türkische Mitbürger.  
Spezielle Schulungen und Workshops mit konkreten An wendungsbezügen 
wie z.B. „Barrierefreie Dokumente erstellen“ oder „ Die E-Mail-Flut bewälti- 
gen“ runden das Angebot ab. Insgesamt steht im kommenden Studienjahr im 
Zentrum des Bereichs der Standardanwendungen die Um stellung auf WIN- 
DOWS VISTA und OFFICE 2007. 
 
Berufliche EDV-Qualifizierungsangebote und Zertifikatskurse 
In diesem Teilbereich geht es um die Vermittlung be ruflich verwertbarer und 
praxisbezogener Qualifikationen in kaufmännischen E DV-Anwendungen, 
Netzwerken, Programmierung und multimedialen EDV-An wendungen. Hier 
ist es besonders wichtig, unseren Teilnehmer/innen die Möglichkeit zu bie- 
ten, sich in Lehrgängen qualifizieren zu können, Pr üfungen zu absolvieren 
und anerkannte IT-Zertifikate zu erlangen, die auf dem Arbeitsmarkt einen 
hohen Stellenwert haben.  
So wird weiterhin der „Xpert-Business“-Lehrgang „Geprüfte Fachkraft für 
Finanzbuchführung“  angeboten und mit dem Xpert-Business-Lehrgang 
„Geprüfte Fachkraft Lohn- und Gehalt“  komplettiert.  
Die Prüfungs- und Qualifizierungsseminare zu den Mi crosoft-Zertifizierungen 
werden von insgesamt sechs Modulen auf zwei Module reduziert. Der im 
letzten Studienjahr sehr erfolgreich gestartete Leh rgang „PC-System-
Betreuer/-in“ wird erneut angeboten.  
 
Zielgruppenorientierte Angebote 
Aufgrund der geplanten Entgelterhöhung ist ein weit erer Teilnahmerückgang 
zu erwarten. Die Angebote in diesem Bereich werden deshalb reduziert. 
 
VHS-Angebote für Schulen 
Neben den bewährten PC-Einführungsworkshops und den  Kursen zur 
Schreibtechnik mit Einführung in Word, die inzwischen mit zahlreichen Schu- 
len erfolgreich durchgeführt werden, wird im kommen den Studienjahr im 
Rahmen eines aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierten Projek- 
tes ein Lehrgang „ IT-Kompetenzen im Kontext von Berufsorientierung“  
mit dem Zusatzmodul „Jobradio“ des VHS-Bürgerfunkst udios angeboten. 
Dieser Kurs richtet sich an Schülerinnen und Schüle r, die sich auf dem Weg 
in die Ausbildung befinden, ihre Qualifikationen ve rbessern wollen und ihre 
IT-Handlungskompetenzen mit einem europaweit anerka nnten IT-Zertifikat

21  
belegen möchten.  
 
Im Rahmen von  Lehrerfortbildungen  hat das PC-Zertifikat „e-card.nrw“, 
das in Kooperation mit den Volkshochschulen und dem Ministerium für Schu- 
le und Weiterbildung entwickelte wurde, nach wie vo r einen hohen Stellen- 
wert. Insgesamt haben im vergangenen Studienjahr 155 (angehende) Lehre- 
rinnen und Lehrer dieses Zertifikat an der Volkshoc hschule Münster erwor- 
ben.  
 
VHS als Partner der städtischen IT-Ausbildung 
Über diese drei zielgruppenorientierten Angebotsber eiche hinaus führt die 
Volkshochschule seit September 2005 die städtischen IT-
Grundlagenschulungen durch. Ämterspezifische Nachfragen nach Fortbil- 
dungsseminaren zeigt die innerstädtische Akzeptanz der VHS als qualifizier- 
ten Schulungspartner, bedeutet aber auch hohen orga nisatorischen Bera- 
tungs- und Organisationsaufwand.  
 
Bürgermedien und Bürgerfunk 
Durch laufende Projekte für Grundschulen („Kulturst rolche“, „Skulpturenre- 
porter“) des Amtes für Schule und Weiterbildung verlagert sich die Arbeit des 
VHS-Bürgerfunkstudios bis 2008 stärker in Richtung „Medienkompetenzver- 
mittlung“. Dies sieht auch das voraussichtlich Mitt e 2007 geänderte Landes- 
mediengesetz NW vor. Durch die gesetzlichen Einschr änkungen der Sende- 
zeit auf täglich eine Stunde reduziert sich das Sen devolumen des VHS-
Bürgerfunkstudios. Da sich das Studio jedoch in ein em Zertifizierungspro- 
zess zur Qualitätssteigerung des Bürgerfunks in NRW  befindet (Abschluss 
im August 2007), werden nach den angekündigten Über gangszeiträumen 
des Gesetzgebers neue Ausrichtungsschwerpunkte gesc haffen. Gefährdet 
ist die finanzielle Ausstattung des Bürgerfunks dur ch den Wegfall der Minu- 
tenförderung durch die Landesanstalt für Medien. Hi er gilt es ebenfalls trag- 
fähige Lösungen für die finanzielle Ausstattung der Anbieter des Bürgerfunks 
in Münster zu finden.  
  
2.2.7 Kulturelle Bildung 
 
 "Kulturelle Bildung" fördert Kreativität und gestal terische Fähigkeiten, erwei- 
tert die kulturellen und kommunikativen Kompetenzen  und sensibilisiert für 
interkulturelle Lebenszusammenhänge. In den Sparten „Literatur und The- 
ater“, „Musik und Tanz“, „Kunst und Gestalten“ sowie „Foto und Film“  
wird das kenntnisorientierte Bildungsangebot in Vor trägen, Tagesfahrten, 
Führungen und Seminaren vermittelt, die fertigkeits orientierten Inhalte in 
Wochenend-Workshops und extensiven Kursen. Auf dieser Grundlage ist der 
kreative Dialog zwischen Teilnehmer(inne)n und Doze nt(inn)en  sicher- 
gestellt, der kreative und soziale Schlüsselqualifi kationen zum Ziel hat und 
neue Perspektiven und Anregungen für die geistige u nd gestalterische Aus- 
einandersetzung mit der eigenen Lebenswelt schafft.  Die Anleitung für 
selbstständige Schritte bei Rezeption und Produktio n von Literatur, Musik, 
Kunst und Medien ist das Profil des Programmbereichs. 
 
Im neuen Studienjahr wird es erstmalig seit Einführ ung des nordrhein-
westfälischen Weiterbildungsgesetzes im Jahre 1975 zu deutlichen Pro- 
grammkürzungen in den Sparten Literatur, Musik und Kunst kommen. 
Schwerpunkte wird es deshalb im kommenden Studienja hr erstmalig nicht

22  
geben. Ergänzende Nachplanungen sind denkbar, wenn ein deutlich ange- 
hobener Deckungsgrad erwartbar ist. Dieser wird ang estrebt durch die Profi- 
lierung – nicht Ausweitung – der Kooperationen mit anderen Bildungsträgern 
der Stadt und ausgewählten Partnern der Privatwirts chaft. Hier scheint es 
erfreuliche Entwicklungen für den Bereich der Fotog rafie und Präsentation in 
einer Beteiligung an der Fotoakademie und dem Präse ntationsfestival der 
hiesigen Fotofachzeitschrift "fotoforum" in der Hal le Münsterland und der 
VHS-Überwasser zu geben. 
 
Die Konsolidierungsvorgaben für 2007 und 2008 könne n auch in diesem 
Fachbereich nicht allein durch bedarfsgerechte Verknappung und strukturelle 
Bereinigung des Programmangebots erfüllt werden. Es  ist zu erwarten, dass 
die Gebührenerhöhungen  in Verbindung mit einer Red uktion der Angebots- 
vielfalt, einer mangelnden Ausstattung der Fachräume und reduzierter Servi- 
celeistungen zu einem Rückgang der Teilnehmerzahlen  führen werden. Dies 
trotz der anerkannt hohen fachlichen, pädagogischen  und künstlerischen 
Qualität der Dozentinnen und Dozenten, eines bislang auf die Nachfrage und 
Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmten Bildungs programms und ei- 
ner kreativen Öffentlichkeitsarbeit.

Kurs-Seminarauswertung

969 Zeichen

Volkshochschule Münster Kurs-/Seminarauswertung Herbstsemester 2006 
 
 
Kurse/Seminare insgesamt: 142 
 
Befragte insgesamt (= 100%): 1.366 
Bewertung (4er Skala ++ bis --) 
Frage: ++ (1) + (2) - (3) -- (4) ohne  
Angabe Mittelwert  
Frage 1:  
Waren Sie mit der Veranstaltung insgesamt 
zufrieden? 
919 
 67% 427  31%  17  1%  1 0%  2 0%  1,34 
Frage 2: 
Wie beurteilen Sie die Fachkompetenz der 
Dozentin/des Dozenten? 
1.142 
 84% 221  16%  2 0%  _ 0%  1 0%  1,16 
Frage 3: 
Wie beurteilen Sie die Fähigkeit der Dozentin/des 
Dozenten zu methodischen Vermittlung? 
931 
 68%  400  29%  30  2%  _ 0%  5 0%  1,34 
Frage 4: 
Wurde auf Ihre Fragen und Wünsche 
eingegangen? 
1.025 
 75%  307  22%  20  1%  _ 0%  14  1%  1,26 
Frage 5: 
Wie bewerten Sie die Ausstattung der 
Kursräume? 
448 
 33%  668  49%  206  15%  33  2%  11  1%  1,87 
Frage 6: 
Waren Sie mit der Kurs-/Seminarorganisation und 
dem Service zufrieden? 
671 
 49%  611  45%  65  5%  4 0%  15  1%  1,56

Finanzierungsanteile

1442 Zeichen

Finanzierungsanteile 2002 
Eigenerzielte 
Einnahmen 
 37,5% 
Drittmittel 
 6,6% 
Landeszu- 
weisung WBG 
15,7% 
Stadt Münster 
 40,2% 
Finanzierungsanteile 2009 (Plan) 
Stadt Münster 
29,2% 
Drittmittel 
7,0% 
Landeszu- 
weisung WBG 
13,7% 
Eigenerzielte 
Einnahmen 
50,1% 
 2002  2005  2006  2007  2009  
Finanzierungsanteile Euro 
prozent. 
Anteil  Euro  
prozent. 
Anteil  Euro  
prozent. 
Anteil  Euro  
prozent. 
Anteil  Euro  
prozent. 
Anteil   
Landeszuweisung WBG 629.794 €  15,7%  535.815 €  12,9%  503.780 €  14,1%  453.400 €  13,1%  453.400 €  13,7%  
Drittmittel  265.300 €  6,6%  234.178 €  5,7%  351.260 €  9,9%  232.200 €  6,7%  232.200 €  7,0%  
Teilnehmerentgelte 1.452.890 €  36,2%  1.528.185 €  36,9%  1.515.066 €  42,6%  1.530.000 €  44,2%  1.537.000 €  46,5%  
Sonst. Entgelte,  Erstattungen 53.370 €  1,3%  131.720 €  3,2%  174.010 €  4,9%  120.000 €  3,5%  120.000 €  3,6%  
Stadt Münster 1.617.623 €  40,2%  1.713.816 €  41,4%  1.016.199 €  28,5%  1.125.900 €  32,5%  964.500 €  29,2%  
 - davon Aufwand 1.531.690 €    967.173 €    713.799 €    691.200 €    547.800 €    
 - davon Leistungsverechnung Gebäude u. a.  85.933 €    746.643 €    302.400 €    434.700 €    416.700 €    
Summe 4.018.977 €  100,0%  4.143.714 €  100,0%  3.560.315 €  100,0%  3.461.500 €  100,0%  3.307.100 €  100,0%  
                      
Kameraler Zuschuss (Geld) Stadt Münster 990.650 €    745.620 €    616.750 €    584.000 €    425.000 €

Beschlussvorlage

3918 Zeichen

V/0355/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Schule und Weiterbildung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Profile, Planungen, Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 
2007/2008 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
31.05.2007 Kulturausschuss Vorberatung 
05.06.2007 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
1. Den vom Beirat der Volkshochschule am 07.05.2007 entwickelten Grundzügen der Bildungsar-
beit 2007/2008 (siehe Anlage) wird zugestimmt. 
 
2. Die Beschlussfassung erfolgt unter dem Vorbehalt der Bereitstellung der erforderlichen Haus-
haltsmittel.  
 
 
 
II. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Die Mittel sind im doppischen Haushaltsplan 2007 und in der Ergebnis- und Finanzplanung 2006 – 
2010, Produktgruppe 0402, veranschlagt.  
 
 
 
 
Begründung: 
 
Nach § 4 der Satzung der Volkshochschule verabschiedet der Ausschuss für Schule und Weiter-
bildung die Grundzüge der Lehrplangestaltung eines Studienjahres. Im Rahmen dieser Grundzüge 
hat die Volkshochschule das Recht auf selbstständige Lehrplangestaltung.  Die inhaltlichen 
Grundzüge der Lehrplangestaltung sind in der Anlage „Profile, Planungen, Perspektiven: Die Bil-
dungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 2007/2008“ dargestellt. 
 
Der Beirat der Volkshochschule Münster hat sich in seiner Sitzung am 07.05.2007 mit den Grund-
zügen der Planungen der Bildungsarbeit 2007/2008 befasst und wie folgt beschlossen: 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0355/2007 
Auskunft erteilt: 
Herr  Böll 
Ruf: 
492 43 14 
E-Mail: 
Boell@stadt-muenster.de  
Datum: 
04.05.2007 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0355/2007 
Der Beirat äußert vor dem Hintergrund der erheblich reduzierten Zuweisungsbeträge und der be-
schlossenen Konsolidierungsmaßnahmen Sorge um den Fortbestand eines hoch qualifizierten 
Weiterbildungsangebotes der Volkshochschule Münster. 
Der Beirat nimmt die „Profile, Planungen, Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule 
der Stadt Münster 2007/2008“, die die Volkshochschule trotz der Einschnitte vorgelegt hat, zu-
stimmend und mit Respekt  zur Kenntnis. 
Der Beirat fordert die Politik auf, dafür Sorge zu tragen, dass die beschlossenen Sparmaßnahmen 
nicht in dieser drastischen Konsequenz umgesetzt werden. 
 
Das Weiterbildungsangebot der Volkshochschule umfasst entsprechend dem Weiterbildungsge-
setz NRW Inhalte, die die Entfaltung der Persönlichkeit fördern, die Fähigkeit zur Mitgestaltung des 
demokratischen Gemeinwesens stärken und die Anforderungen der Arbeitswelt bewältigen helfen. 
Es umfasst die Bereiche der allgemeinen, politischen, beruflichen und kulturellen Weiterbildung 
und schließt Eltern- und Familienbildung mit ein.  
Die Angebote richten sich überwiegend an Einzelinteressenten (Kurse und Veranstaltungen), 
daneben werden jedoch Mitarbeiterfortbildungen für Firmen und Verwaltung sowie Maßnahmen im 
Auftrag Dritter im Bereich Qualifizierung (Projekte) angeboten. 
 
Das Unterrichtsvolumen im vergangenen Jahr verringerte sich um 8,1 % auf 46.774 Unterrichts-
stunden. Die hohe Anzahl der Teilnehmenden mit rund 25.500 und die Ergebnisse der Umfrage 
bei den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern bestätigte erneut die hohe Akzeptanz, beson-
ders bezogen auf die inhaltliche Qualität des Weiterbildungsangebotes der Volkshochschule der 
Stadt Münster.  
 
Die Planung für das kommende Studienjahr steht unter den hohen Konsolidierungsvorgaben. Die 
konkreten Maßnahmen zur Umsetzung der Konso lidierungsvorgaben, auch im Hinblick auf die 
Anzahl der Angebote, werden zu den Haushaltsberatungen 2008 vorgelegt. 
 
Die Grundzüge der inhaltlichen Planung der 7 Fachbereiche für das Studienjahr 2007/2008 sind 
den ausführlichen Beschreibungen der Anlage zu entnehmen. 
 
 
i. V. 
 
 
Dr. Hanke 
Stadträtin 
 
 
Anlagen: 
Profile, Planungen, Perspektiven: Die Bildungsarbeit der Volkshochschule der Stadt Münster 
2007/2008.

Anteile der Fachbereiche

529 Zeichen

Anteile Unterrichtsstunden 
Beruf und 
Wirtschaft 3,78% 
Sprachen und 
Länder 
 51,49 % 
Gesundheit 
14,93% 
Erziehung, 
Familie, 
Älterwerden 
9,80% 
Kulturelle 
Bildung 
 8,52% 
EDV und 
Medienbildung 
9,19% 
Gesellschaft, 
Poltitik, 
Geschichte 
2,29% 
Anteile Teilnehmer 
Gesundheit 
21,39% 
Erziehung, 
Familie, 
Älterwerden 
7,70% 
Gesellschaft, 
Poltitik, 
Geschichte 
 11,45% EDV und 
Medienbildung 
9,48% 
Kulturelle 
Bildung 
 9,55% 
Beruf und 
Wirtschaft 
4,06% 
Sprachen und 
Länder 
 36,36% 
Anteile der Fachbereiche

Beratungsverlauf (2)

31.05.2007 Kulturausschuss
TOP 9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen

Zur Sitzung
05.06.2007 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 11 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0355/2007
Typ
Vorlagen
Datum
04.05.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37