2009/0444
Entschlammung des Steinbrücker Teiches Gesamtkosten: ca. 1.225.000 Euro
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2009/0444
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 21.10.2009 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat VI Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Straßenverkehrs- und Tiefbauamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschluss- fassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2009/0444 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Entschlammung des Steinbrücker Teiches Gesamtkosten: ca. 1.225.000 Euro Vorlage vom: 07.10.2009 Beschlussvorschlag: 1. Der Bericht des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes wird zur Kenntnis genommen. 2. Die Finanzierung erfolgt anteilig aus Mitteln des Konjunkturprogramms des Landes und durch Deckung innerhalb des Budgets der Kostenstelle 066-160-1000 im Ergebnishaushalt. 3. Zur anteiligen Finanzierung der Entschlamm ung sind im Ergebnishaushalt 2009 innerhalb der Kostenstelle 066-160-1000 vom Sachkonto 6057000 eingesparte Mittel in Höhe von 700.000 Eu- ro auf das Sachkonto 6163170 zu verlagern. Zur direkten Auftragsvergabe kann unmittelbar nach Magistratsbeschluss der Freigabeantrag gestellt werden. 4. Zur weiteren Finanzierung sind die gesamten Haushaltsausgabereste der Kostenstelle 066-160- 1000 im Ergebnishaushalt 2009 vollständig nach 2010 zu übertragen und auf das Sachkonto 6163170 zu verlagern. Anlagen: Übersichtsskizze Datenschutzrelevante Anlage: 2 ... Beschluss des Magistrats vom 3 ... Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 07. Oktober 2009 Bericht: Der Steinbrücker Teich wird durch den Ruthsenbach aufgestaut. Der Teich ist Teil des Naherho- lungsgebietes Oberwaldhaus im Osten von Darmstadt. Aufgrund des Geschiebes und der mitge- führten organischen Stoffe des Ruthsenbaches sowie des Laubeintrages der Ufergehölze unterliegt der Teich einer natürlichen Verlandung. Diese ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass die Was- sertiefe des Teiches im Südteil nur noch weniger als 0,5 m beträgt und der Nordteil nur noch über Wassertiefen von ca. 1 m verfügt. Wegen der eingeschwemmten Nährstoffe besitzt der Teich einen stark eutrophen Zustand. Dadurch kann es zu Blaualgenblüten und kurz- bis mittelfristig zu starken Sauerstoffdefiziten kommen. Diese können bei entsprechenden Bedingungen zum „Umkippen“ des Teiches sowie zu Fischsterben führen. Weiterhin kann es zum Auftreten von Vogelbilharziose und anderer vogelgefährdender Krankheiten kommen, die auch eine Gesundheitsgefährdung für die Erholungssuchenden darstellen. Mit der zunehmenden Verschlammung geht eine Verschlechterung des Zustandes des Teiches hinsichtlich der Funktionsfähigkeit für Fischfauna und Naherholung einher. Um den Teich für die Fischfauna als auch für die Naherholung zu sichern, ist es daher notwendig, ein möglichst großes Wasservolumen durch eine Entschlammung herzustellen. Mit der Entschlam- mung werden die für die schlechte Gewässerqualität verantwortlichen Nährstoffe aus dem Teich entfernt, so dass danach mit einer deutlich besseren Gewässerqualität zu rechnen ist, die hinsicht- lich Limnologie, Artenvielfalt, Wasserqualität und Naherholungsfunktion zu einer nachhaltigen Ver- besserung der bestehenden Situation führt. Die bessere Wasserqualität wird sich auch positiv auf das Arheilger Mühlchen auswirken, das sein Wasser unterhalb des Steinbrücker Teiches dem Ruthsenbach entnimmt. Es ist beabsichtigt das Wasser des Steinbrücker Teiches im November 2009 abzulassen und den Fischbestand mit Hilfe des Anglervereins in andere Teiche umzusetzen. Die Entschlammung muss, da Mittel aus dem Konjunkturprogramm des Landes verwendet werden, noch im Dezember 2009 beauftragt werden. In der beschlossenen Vorlage Nr. 2009/0154 zum Konjunkturprogramm 2009 des Bundes und des Landes sind in der Anlage 2b Nr. 1.1.q) Freizeitzentrum Steinbrücker Teich 800.000 Euro für Teich- sanierung, Spielplätze, Wege, Toilettenanlagen und Gr illplatz vorgesehen. Entsprechend der abgestimmten Aufteilung der Mittel sind ca. 425.000 Euro für die Tei- chentschlammung vorgesehen. Um die Gesamtmaßnahme Steinbrücker Teich mit den Mitteln des Konjunkturprogrammes umsetzen zu können, ist die Beauftragung der Teichentschlammung noch im Dezember 2009 erforderlich. Mindestens 50 % der angemeldeten Fördermittel müssen Ende 2009 beauftragt sein, da sonst die Gesamtmaßnahme aus dem Förderprogramm fällt. Die Entschlammung soll im Januar 2010 beginnen und bis Ostern 2010 abgeschlossen und der Teich wieder gefüllt werden. Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen wie starker Frost oder Stark- regen kann es zu Bauzeitverzögerungen kommen. 4 ... Die Schlammdicke beträgt nach vorliegenden Untersuchungen ca. 60-90 cm. Die gesamte auszu- bauende Schlammmenge wird auf ca. 16.500 m³ (Feuchtvolumen) ermittelt. Es werden verschiede- ne Entsorgungs- bzw. Verwertungsmöglichkeiten untersucht, die noch mit den Genehmig ungsbe- hörden abgestimmt werden. Die derzeit einzig gesicherte Entsorgung ist über die Bodenaufberei- tung Wicker und führt zu folgenden Gesamtkosten: Kostenschätzung für Bodenaufbereitung / Entsorgung (brutto) Planung, Ausschreibung 45.000 Euro Schlammuntersuchungen 30.000 Euro Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag 5.000 Euro Mähen der Wasserpflanzen 10.000 Euro Kampfmitteluntersuchung 25.000 Euro Schlammentnahme 135.000 Euro Schlammentwässerung 620.000 Euro Entsorgungskosten 400.000 Euro Bauleitung 10.000 Euro Sonstiges, Unvorhersehbares 45.000 Euro _____________________________________________________________________________ Gesamtkosten 1.325.000 Euro Aus Gründen der Dammdichtheit wird im Dammbereich entlang der Dieburger Straße auf einer Strei- fenbreite von etwa 15 m der Schlamm nicht ausgebaut. Des weiteren fordern die Genehmigungsbehörden, dass Mikroorganismen zum schnelleren Aufbau der biologischen Struktur im Teich belassen werden. Daher werden weitere ca. 5 – 10% des Schlam- mes nicht ausgebaut. Dies ist in den Schlammmengen bereits berücksichtigt. Der Einbau der sandigen Anteile des Schlammes ( ca. 10%) im Bereich des Grillplatzes ist geplant und wird derzeit im Hinblick auf seine Genehmigungsfähigkeit mit dem Regierungspräsidium Darm- stadt verhandelt und beantragt. Dies würde zu einer weiteren Kostenreduzierung um ca. 100.000 Euro führen. Gesamtkosten bei Einbau der sandigen Anteile im Grillplatzbereich 1.225.000 Euro Weitere Verwertungsmöglichkeiten wie zum Beispiel über die Orgabo-GmbH, DA-DI-Werk, Landwirt- schaft, Forst, etc. wurden geprüft, aber können nicht umgesetzt werden. Finanzierung Zur Finanzierung der Entschlammung stehen entsprechend der Mittelaufteilung des Dezernates VI 425.000 Euro aus den Mitteln des Konjunkturprogrammes zur Verfügung. Sobald die Planung von IDA und 67 für die Sanierung der Spielplätze und Ergänzung von Spielgeräten, Ausbesserung der Wege, Ergänzung von Bänken, Sanierung der Toiletten und des Grillplatzes, etc. abgeschlossen sind, kann festgestellt werden, ob von den hierfür zur Verfügung stehenden 375.000 Euro weitere Mittel für die Teichentschlammung verwendet werden können. Zur weiteren Finanzierung der Entschlammung sind im Ergebnishaushalt 2009, innerhalb der Kosten- stelle 066-160-1000 vom Sachkonto 6057000 - Abwasser eingesparte Mittel in Höhe von 700.000 Euro auf das Sachkonto 6163170 – Instandhaltung von Stauanlagen und Gewässer zu verlagern. In der Vorlage 2008/0484 zur Änderung der Abwasserbeitrags- und gebührensatzung werden für 2009 insgesamt 2.824.500 Euro für ca. 1,006 Mio. m³ mittlere Bachwassermenge auf dem Sachkonto 6057000 im Nachtrag 2009 eingestellt. Aufgrund des sehr trockenen Jahres ergibt die Hochrechnung des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes für die diesjährige Bachwassermenge im ungünstigsten Fall 5 ... eine Menge von 750.000 – 775.000 m³. Daher werden maximal ca. 2,1 Mio. Euro für die Bachwas- sermengen 2009 zu bezahlen sein. Eine Verlagerung von 700.000 Euro noch in 2009 zur Beauftra- gung der Entschlammung ist daher möglich. Mit den Mitteln aus dem Konjunkturprogramm und der Mittelverlagerung stehen nach den Beschlüs- sen Ende 2009, 1.125.000 Euro zur Verfügung. Abzüglich der Kosten für Planung, Ausschreibung, Schlammuntersuchung, etc. in Höhe von 170.000 Euro kann ein Bauauftrag für das Entschlammen und Entsorgen in Höhe von 955.000 Euro noch im Dezember erteilt werden. Die Ausschreibung wird so aufgebaut, dass die Entsorgung zu einer Bodenaufbereitung bzw. Deponie in den Positionen dar- gestellt wird. Aber auch die noch nicht genehmigte Einbaumöglichkeit von den Sanden im Grillplatzbe- reich kann als Alternative beauftragt werden. Zur vollständigen Finanzierung der Anfang 2010 beginnenden Entschlammungsmaßnahme sind alle Haushaltsausgabereste der Kostenstelle 066-160-1000 im Ergebnishaushalt 2009 vollständig nach 2010 zu übertragen und auf das Sachkonto 6163170 – Instandhaltung von Stauanlagen und Gewäs- sern – zu übertragen. Mit diesen Haushaltsresten (die im günstigsten Fall, bei weiterhin geringen Nie- derschlägen ca. 100.000 Euro betragen können) kann der Vertrag mit der Baufirma nachträglich ent- sprechend erweitert werden. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei der Bereitstellung der Beantragten Mittel insge- samt etwa 1. 225.000 Euro für die Gesamtmaßnahme zur Verfügung stehen können. Unter Berücksichtigung der geforderten nicht vollständigen Entschlammung und dem möglichen Ein- bau von sandigen Anteilen im Grillplatzbereich, werden die Gesamtkosten bei ca. 1.225.000 Euro liegen und die Gesamtmaßnahme vollständig umzusetzen sein. Darmstadt, den 07.10.2009 VI-66/2K-Hü-Si Nst.: 2824 Der Dezernent II Der Dezernent VI Wolfgang Glenz Dipl.-Ing. Dieter Wenzel Bürgermeister Stadtrat
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Beratungsverlauf (5)
Orte (1)
- Dieburger Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2009/0444
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 07.10.2009
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00