2006/0073
Renaturierung Darmbach Bereich Lichtwiese Gesamtkosten 650.000,00 Euro
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2006/0073
11163 Zeichen
Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
19.06.2006
an den Magistrat Beteiligt vor Dezernat VI
Amt: Straßenverkehrsamt
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Magistrats-
beschlussfassung:
Dezernat II
Dezernat III
Vorlage-Nr. 2006/0073
Magistratsbeschluss-Nr.
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Internet ja nein
Tagesordnung I II
Verteiler:
OBW bei abschl.
Beschlussfassung
Magistrat
Betreff: Renaturierung Darmbach Bereich Lichtwiese
Gesamtkosten 650.000,00 Euro
Vorlage vom: 29.05.2006
Beschlussvorschlag:
1. Der Herstellung der Renaturierung des Darmbachs im Bereich der Lichtwiese nach der
Planung des Straßenverkehrsamtes mit Gesamtkosten in Höhe von 650.000,00 Euro wird
zugestimmt.
2. Zur Finanzierung der Maßnahme ist im 2. Nachtragshaushalt 2006 auf der Haushaltsstelle
02.6900001.940009 der Ansatz von 200.000,00 Euro (1. NTHH) auf 100.000,00 Euro zu
reduzieren und die VE mit Kassenwirksamkeit 2007 von 374.000,00 Euro 1. NTHH) auf
474.000,00 Euro zu erhöhen.
3. Bei den Beratungen zum Haushalt 2007 sind auf der Haushaltsstelle
02.6900001.940009 Mittel in Höhe von 474.000,00 Euro kassenwirksam einzustellen.
4. Bei den Beratungen zum Haushalt 2007 sind bei der HHSt. 02.6900001.361200
„Zuweisungen Land – Projektförderung Naturnahe Gewässer“ Einnahmen von 520.000,00
Euro einzuplanen.
5. Die nicht durch die Einnahmen nach Punkt 4, den Mitteln aus der Ausgleichsabgabe
(100.000,00 Euro) oder den Eigenleistungen (90.000,00 Euro) abgedeckten Ausgaben in
Höhe von 30.000,00 Euro werden durch Einsparungen bei der HHSt. 02.6900001. 940006
„Darmbach zwischen Woog und Carl-Schenck-Ring, Bachwasserkanal“ im Haushaltsjahr
2006 gedeckt.
Anlagen: Lageplan
Beschluss des Magistrats vom
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...
Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 29.05.2006
Begründung:
Der Magistrat hat am 18.02.2004 der Vorplanung zur Neugestaltung des Darmbaches im
Bereich der Lichtwiese zugestimmt und das Straßenverkehrsamt beauftragt, die Planungen
weiterzuführen.
Das Projekt entspricht den Vorgaben zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und
dem Hessischen Wassergesetz, in denen als Ziel u.a. die Erreichung eines guten
ökologischen Zustandes der oberirdischen Gewässer bis 2015 gesetzlich vorgegeben ist.
Das bedeutet, dass die entsprechende Gewässerstruktur wie Durchgängigkeit, Morphologie
am Gewässer vorhanden sein muss. Am Darmbach im Bereich der Lichtwiese ist die
Gewässerstruktur laut Gewässerstrukturgütekarte des Landes Hessen als überwiegend
naturfern eingestuft. Das Regierungspräsidium Darmstadt leitet daraus in seiner
Fachvereinbarung „Gewässerrenaturierung“ vom 30. September 2005 mit dem Hessischen
Ministerium (HMULV) einen erheblichen Handlungsbedarf ab und stuft diesen Abschnitt des
Darmbaches im Oberlauf als Vorranggewässer zur Umsetzung der EU-
Wasserrahmenrichtlinien ein.
Neben den wasserbaulichen Maßnahmen am Darmbach wurden in enger Abstimmung mit
dem Stadtplanungsamt und dem Grünflächen- und Umweltamt auch landschaftsbauliche
Arbeiten zur Einbindung des Darmbachs in die umgebende Lichtwiese, für die Bepflanzung
im Auenbereich und für die Anbindung der geplanten und vorhandenen Wege betrachtet.
Der Bereich Breslauer Platz wird gesondert beplant. Die Wegebeziehungen wurden in
Landschaftsplanung berücksichtigt.
Über das Ergebnis wird wie folgt berichtet:
Im Einvernehmen mit dem Planungsbeirat Darmbach wurde in der weiteren Planung eine
flächenminimierte Planung im Bereich der Kleingartenanlage entwickelt. Die Offenlegung des
Darmbaches kann auf der ersten Parzellenreihe parallel zum Schnampelweg realisiert
werden. 7 Kleingartenparzellen müssen zugunsten der Renaturierungsmaßnahme
aufgegeben werden, wobei eine Parzelle davon als Ersatz für den vorhandenen Spielplatz
entfällt. Den Pächtern der Gartenparzellen wurde mittlerweile innerhalb des Vereins neue
Parzellen zugewiesen, zwei davon wollten ihren Garten sowieso aufgeben und haben
gekündigt.
Die vorhandene Bachverrohrung kann auf der so gewonnen Fläche offengelegt und mit der
unterhalb angrenzenden Betonrinne über eine Länge von rd. 450 m naturnah ausgebaut
werden. Das Einlaufbauwerk, die Verbauung und die betonierte Sohle werden abgebrochen.
Oberhalb und unterhalb der bestehenden Brücke wird der Lauf des Darmbaches verlegt und
die Bachsohle verbreitert. Das vorhandene Darmbachprofil wird so verfüllt, das die
vorhandene Vegetation nicht beeinträchtigt wird.
Der größte Teil des Darmbaches erhält flache Böschungen, wechselnde Profilabmessungen
und Böschungsneigungen. Dadurch entsteht eine gewünschte Strukturvielfalt, wie z.B.
Flachwasserzonen und wechselfeuchte Standorte. Nur an bestimmten Zwangspunkten, wie
im Bereich des Kleingärtnervereins, der Brücken und des Wendebereiches der LKWs
(Zufahrt des Vivariums) werden die Böschungen steiler ausgebildet.
Die Ableitung des Bemessungshochwassers von Q=4,5 m³/s erfordert eine mittlere
Sohlbreite von 2,10 m und eine mittlere Gerinnetiefe von ca. 1,50 m. Das Sohlgefälle beträgt
Is=4,6 ‰.
An der Kreuzung Schnampelweg ist der Neubau einer Brücke geplant. Die Brückenlänge
beträgt ca. 7,00m. Die Brücke wird für Schwerlast SLW 30 ausgelegt (Forstbetrieb). Die
tragende Konstruktion besteht aus Stahlträgern und der Belag aus Holzbohlen. Als Geländer
ist ein Füllstabgeländer mit abgesetztem Handlauf vorgesehen.
Der neue Steg für den geplanten Fuß- und Radweg nördlich des Kleingartengeländes hat die
gleichen Konstruktionsmerkmale.
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...
Auf einer Länge von ca. 30 m unterhalb der neuen Brücke Schnampelweg sind Maßnahmen
zur Böschungssicherung erforderlich, da nicht genügend Platz für eine ausreichend flache
Erdböschung vorhanden ist. Die Böschungssicherung besteht aus einer Blockschichtung mit
Granitsteinen oder alternativ Sandstein.
Die geplante Gehölzpflanzung ist zurückhaltend und soll den Standortverhältnissen und der
natürlichen Vegetation entsprechen. Der Darmbach wird im süd-östlichen Bereich bis zur
Fußgängerbrücke mit Sträuchern und Hochstämmen bepflanzt. Ab der Fußgängerbrücke bis
zum Breslauer Platz sind keine neuen Pflanzungen vorgesehen. Lediglich einige Bäume
kennzeichnen den Bachlauf, damit der Wiesencharakter erhalten bleibt.
Das vorhandene Wegenetz wird neu geordnet. Eine neue Wegeverbindung schließt an die
geplante Wegeführung am Breslauer Platz an und verläuft bis zum Schnampelweg. Ein
weiterer Weg führt entlang dem rechten Darmbachufer zum Eingang Vivarium. Der
vorhandene Trampelpfad nördlich des Kleingartengeländes soll bis zur Petersenstraße so
ausgebaut werden, wie dies zwischen dem geplanten Steg und dem Eingangsbereich des
Vivariums derzeit vorhanden ist (Wegebreite 2,50m). An der Petersenstraße ist eine
Fußgängerquerung vorgesehen, die an das vorhandene Wegenetz westlich anschließt.
Der Platzbereich südlich des Vivariums ist für die Andienung des Vivariums weiterhin
gewährleistet. Der definitive Platzbedarf für das Wenden großer Zugfahrzeuge wird vor Ort
über einen Fahrversuch überprüft.
Vor dem Rondell des Eingangsbereiches Vivarium werden im Schnampelweg Poller gesetzt.
Nur Berechtigte des Kleingärtnervereins und des Vivariums, sowie Rettungs-, Forst- und
Ver- und Entsorgungsfahrzeuge sollen Zugang erhalten.
Nach Abschluss der Plangenehmigung durch das Regierungspräsidium ist mit einem
frühesten Baubeginn ab Ende 2006 zu rechnen.
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Kosten:
Gemäß Kostenberechnung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung gliedert sich die
Gesamtbausumme wie folgt:
- Baustelleneinrichtung 40.500,00 Euro
- Baufeldräumung 56.900,00 Euro
- Erdarbeiten 124.500,00 Euro
- Sicherungsarbeiten und Wasserhaltung 50.910,00 Euro
- Verbauarbeiten 5.200,00 Euro
- Beton-, Maurer- und Holzarbeiten 31.400,00 Euro
- Metallbau- und Stahlbauarbeiten 69.300,00 Euro
- Wegebauarbeiten 24.750,00 Euro
- Straßenbauarbeiten 23.000,00 Euro
- Landschaftsbau und Bepflanzung 38.065,00 Euro
Baukosten Netto 464.525,00 Euro
zzgl. Mehrwertsteuer 16 % 74.324,00 Euro
Baukosten 538.849,00 Euro
Baunebenkosten
(Ingenieurhonorar, Bodengutachten) 90.650,00 Euro
Unvorhersehbares und Aufrundung 20.501,00 Euro
Gesamtbausumme 650.000,00 Euro
Zur Finanzierung der Maßnahme sind im Haushaltsplan 2005 / 2006 auf der Haushaltsstelle
02 .6900001.940009 im Jahr 2006 580.000,00 Euro und eine VE von 230.000,00 Euro
kassenwirksam 2007 eingeplant. Nach der ausgearbeiteten Entwurfsplanung mit detaillierter
Kostenschätzung belaufen sich die zu finanzierenden Gesamtkosten für die Maßnahme auf
650.000,00 Euro. Durch die Herausnahme des Planungsabschnittes Breslauer Platz und die
Verlagerung zum Planungsabschnitt „Botanischer Garten / Woog“ haben sich die
Gesamtkosten von 886.000,00 Euro auf jetzt 650.000,00 Euro reduziert.
Abzüglich der bereits bis 2005 bereitgestellten Mittel in Höhe von 76.000,00 Euro für
Planungsleistungen sind im 2. Nachtragshaushalt 2006 die Haushaltsansätze wie folgt zu
ändern: 100.000,00 Euro kassenwirksam, eine VE von 474.000,00 Euro kassenwirksam
2007. Im Haushaltsjahr 2007 sind 474.000,00 Euro einzuplanen.
Für das Projekt ist eine Landesförderung aus dem Programm Naturnahe Gewässer in Höhe
von ca. 70% zu erwarten. Der verbliebende Eigenanteil kann durch Mittel der
Ausgleichsabgabe in Höhe von ca. 100.000,00 Euro und durch Eigenleistungen von
Bauleitung und Grundstückswert überwiegend erbracht werden. Beim hessischen
Ministerium für Umwelt und ländlichen Raum wurden bereits 100.000,00 Euro aus der
naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe für diesen Renaturierungsabschnitt gebunden.
Die Landesförderung aus Naturnahe Gewässer können im Jahr 2007 als Einnahmeposition
in den Haushalt eingestellt werden.
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Die nicht durch Einnahmen (Fördermittel) oder Eigenleistungen abgedeckten Ausgaben in
Höhe con 30.000,00 Euro werden durch Einsparungen bei der
HHSt 02.6900001.940006 „Darmbach zwischen Woog und Carl-Schenck-Ring,
Bachwasserkanal“ im Haushaltsjahr 2006 gedeckt.
Finanzierungsübersicht :
Gesamtbausumme 650.000,00 Euro
Grundstückskosten (Eigenleistung) 70.000,00 Euro
Bauleitung (Eigenleistung) 20.000,00Euro
Gesamtausgaben 740.000,00 Euro
Abzüglich Förderungen:
Landesförderung Naturnahe Gewässer (ca. 70%) -520.000,00 Euro
Zwischensumme Projektkosten Stadt 220.000,00 Euro
Landesförderung Ausgleichsabgabe - 100.000,00 Euro
Zwischensumme Projektkosten Stadt 120.000,00 Euro
Abzüglich anrechenbare Eigenleistungen:
eigene einzubringende Grundstücke - 70.000,00 Euro
Bauleitung - 20.000,00 Euro
Kassenwirksame Ausgaben für die Stadt 30.000,00 Euro
Anlagen
Lageplan DIN A4
Darmstadt, 29. Mai 2006
VI-662K2303-Ba
Nst.: 2845
Der Dezernent II Der Dezernent III Der Dezernent VI
Wolfgang Glenz Klaus Feuchtinger Dipl.-Ing. Dieter Wenzel
Bürgermeister Stadtrat Stadtrat
Beratungsverlauf (2)
Orte (3)
- Schnampelweg
- Breslauer Platz
- Carl-Schenck-Ring
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2006/0073
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 29.05.2006
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00