V/0179/2010
"Integriert durch Engagement" - Modellprojekt der FreiwilligenAgentur Münster zum Thema Migration
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Berichtsvorlage
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V/0179/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER V/Stift Betrifft "Integriert durch Engagement" - Modellprojekt der FreiwilligenAgentur Münster zum Thema Migration Beratungsfolge 14.04.2010 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 21.04.2010 Integrationsrat Bericht 22.04.2010 Stiftungskommission Bericht Bericht: 1. Anlass „Integriert durch Engagement“ - ein Modellprojekt der FreiwilligenAgentur Münster Die FreiwilligenAgentur wird einen eigenen Beitrag zur Integration von Menschen mit Zu- wanderungsgeschichte in Münster leisten. Im Oktober vergangenen Jahres hat sich die FreiwilligenAgentur Münster als Einrichtung der kommunalen Stiftung Siverdes auf eine Projektausschreibung der „Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e. V.“ (bagfa) zum Thema „Qualitätsentwicklung von Freiwilligenagentur im Bereich Migration“ beworben und Anfang des Jahres 2010 einen Förderzuschlag erhalten. Die Projektmittel stellt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Verfügung. Zusammen mit drei anderen Modellagenturen (Frankfurt, Fürth und München) wird im Rahmen des Projektes nach modellhaften Integrationslösungen, in deren Mittelpunkt das bürgerschaftliche ehrenamtliche Engagement steht, gesucht. Ziel ist es, die Zahl der Nut- zerinnen und Nutzer der FreiwilligenAgentur mit Zuwanderungsgeschichte zu erhöhen und das ehrenamtliche Engagement von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu stei- gern. Das Projekt wird seit dem 1. Januar 2010 durch die bagfa in Berlin koordiniert; das Bundesamt für Migration und Integration stellt bis zum 31. Oktober 2011 Mittel bereit. 2. Ausgangssituation in Münster Leitbild – Migration und Integration Das Vorhaben der FreiwilligenAgentur Münster, sich verstärkt dem Themenfeld Migration zu öffnen, greift Motive aus dem „Leitbild – Migration und Integration“ der Stadt Münster aus dem Jahre 2008 auf. In dem Leitbild heißt es, dass Integration nicht ohne soziale Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement möglich ist. Es weist die Bereitschaft zum Vorlagen-Nr.: V/0179/2010 Auskunft erteilt: Herr Claahsen Ruf: 492 59 03 E-Mail: Claahsen@stadt-muenster.de Datum: 04.03.2010 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0179/2010 bürgerschaftlichen Engagement als einen Indikator für die Integration in unserer Stadtge- sellschaft aus und fordert unter Beteiligung von Migrantinnen und Migranten neue Enga- gementfelder zu entwickeln. In der Vorlage zur Neuausrichtung der FreiwilligenAgentur (Vorlage V/0777/2008) ist das Ziel benannt, die Rahmenbedingungen für die Ü bernahme von mehr bürgerschaftlicher Verantwortung durch Migrantinnen und Migranten zu verbessern. Die Öffnung der Freiwil- ligenAgentur für weitere Engagementfelder wie Kultur, Umwelt, Naturschutz und Bildung über das „klassische“ soziale Ehrenamt hinaus, trägt den Wünschen von Migrantinnen und Migranten Rechnung, sich auch in diesen Bereichen engagieren zu wollen. Wichtige Kooperationspartner Als Kooperationspartner vor Ort stehen der FreiwilligenAgentur bei der Umsetzung die städtische Koordinierungsstelle für Migration und interkulturelle Angelegenheiten, der In- tegrationsrat sowie die Migrantenselbstorganisationen beratend zur Seite, das Internatio- nale Zentrum „Die Brücke“ der Universität Münster sowie die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) werden ebenso in die Umsetzung von „Integ- riert durch Engagement“ einbezogen, wie die Migrationserstberatungsstellen und der Ju- gendmigrationsdienst in Münster. Vorhandenes Engagement der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte nutzen In den lokalen Migrantenselbstorganisationen wird bereits mit hohem Engagement ehren- amtliche Arbeit geleistet. Die FreiwilligenAgentur Münster wird auf der Basis dieser eh- renamtlichen Leistungen und bereits vorhandenen Unterstützungsstrukturen in dem neu- en Projekt weitere aufbauende Angebote entwickeln. Hierzu ist eine enge Abstimmung mit den Organisationen, dem Integrationsrat und der städtischen Koordinierungsstelle für Migration und interkulturelle Angelegenheiten not- wendig und wird gesucht. Mit den Organisationen werden weitere Betreuungs- und Orga- nisationsbedarfe entwickelt, die zur Stabilisierung und Qualifizierung der bestehenden Angebote beitragen. Einbezogen werden hierzu die Ergebnisse der kürzlich von der Ko- ordinierungsstelle für Migration und interkulturelle Angelegenheiten vorgelegten Befra- gungsstudie in Migrantenselbstorganisationen in Münster. 3. Zielsetzungen • Aufbau von ergänzenden und weiterführenden Informations- und Beratungsangeboten. • Erschließen geeigneter Tätigkeitsfelder im Rahmen einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit gegenüber Organisationen und potentiell interessierten Freiwilligen mit Zuwande- rungsgeschichte. Über das Engagement in sozialen Bereichen hinaus ist es erklärtes Ziel, Migrantinnen und Migranten für die ehrenamtliche Mitarbeit im Rahmen der kulturellen, bildungs- und umweltbezogenen bürgerschaftlichen Selbsthilfe oder auch für den Bereich Sport zu gewinnen. Wünsche, sich gerade in diesen Feldern engagieren zu können, werden von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte selber geäußert. Ziel innerhalb des Projektes ist es, konkret über solche Engagementfelder zu beraten und über entsprechende För- derstrukturen in Münster zu informieren. • Individuelle Vermittlung in die verschiedenen Tätigkeitsfelder ehrenamtlichen Engage- ments. • Kooperation und Vernetzung mit dem Projekt Von Mensch zu Mensch / „Engagement von und für Ehrenamtliche/n mit Zuwanderungsgeschichte“: 3 V/0179/2010 Ein Projektbaustein von „Integriert durch Engagement“ wird die enge Verbindung zu dem altenhilfeorientierten Projekt der Stiftung Magdalenenhospital „Von Mensch zu Mensch“ sein. Hier arbeiten bereits über 400 ehrenamtlich engagierte Menschen flä- chendeckend in 23 Stadtteilinitiativen und treffen auf viele Menschen mit Zuwande- rungsgeschichte. Im Rahmen des Modellprojektes „Integriert durch Engagement“ wird eine Vernetzung der einzelnen Stadtteilinitiativen des Projektes Von Mensch zu Mensch im Hinblick auf die Betreuung und Begleitung von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ini- tiiert. Darüber hinaus werden in den jeweiligen Stadtteilen Engagierte mit Zuwande- rungsgeschichte für die ehrenamtliche Arbeit in „Von Mensch zu Mensch“ akquiriert. Auf diesem Wege soll ein interkultureller Engagementaustausch angeregt werden. • Einbeziehung in die Arbeit der FreiwilligenAgentur / Aufbau eines interkulturellen Bera- terteams Die FreiwilligenAgentur wird ein ehrenamtliches interkulturelles Beraterteam aufbauen. Ziel ist es, Ehrenamtliche mit Zuwanderungsgeschichte für die Arbeit in der Freiwilli- genAgentur Münster zu gewinnen. Sie sollen aktiv und intensiv an der interkulturellen Öffnung der Angebote mitarbeiten. Es werden eine interkulturelle Beratungszeit in der FreiwilligenAgentur sowie Infoveranstaltungen zum Freiwilligenengagement in unter- schiedlichen Sprachen installiert. Ehrenamtliche mit Zuwanderungsgeschichte werden daran mitarbeiten, dezentrale In- formations- und Beratungsangebote in den Stadtteilen Münsters aufzubauen. 4. Umsetzung Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der neu zu entwickelnden vernetzten Angebote und Strukturen werden als eigenständige Ziele formuliert. Die gewonnenen Erkenntnisse müs- sen transparent sein und systematisch erfasst und dokumentiert werden. Die Freiwilligen- Agentur wird deshalb von Beginn an auf unterstützende Selbstevaluation Wert legen. Das Projekt wird von einer Person mit Zuwanderungsgeschichte umgesetzt. Es wird Wert darauf gelegt, dass die persönlichen Erfahrungen einer Fachkraft mit ihrer eigenen Zu- wanderungsgeschichte in das Projekt einfließen. Die Fachkraft hält Kontakt zu den Ko- operationspartnern, z. B. den Migrantenselbstorganisationen, der Koordinierungsstelle für Migration und interkulturelle Angelegenheiten oder dem Integrationsrat der Stadt Münster und hilft beim Aufbau des interkulturellen Beraterteams in der FreiwilligenAgentur. Die FreiwilligenAgentur, das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ der Stiftung Magdalenen- hospital sowie der Geschäftsstelle der Kommunalen Stiftungen wirken an der Steuerung des Projektes mit. Insgesamt stehen für den Projektzeitraum von 22 Monaten 20.000 € (Projektgelder) der bagfa bzw. des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge plus 5.000 € (Eigenmittel der Stiftung Siverdes) als Personalkostenzuschuss zur Finanzierung einer Fachkraft zur Verfügung. I. V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0179/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 17.03.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37