0756/2026
Wohnungs- und Obdachlosigkeit im Stadtbezirk Köln-Mülheim – Situation der Betroffenen verbessern und Lehren für den nächsten Winter ziehen
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Mitteilung BV
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Dezernat, Dienststelle V/50/507 Vorlagen-Nummer 0756/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 16.03.2026 Wohnungs- und Obdachlosigkeit im Stadtbezirk Köln-Mülheim – Situation der Betroffenen verbessern und Lehren für den nächsten Winter ziehen Am 26.01.2026 beantragte die Fraktion Die Linken in der BV Köln-Mülheim die Durchführung einer aktuellen Stunde zum Thema: Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Köln-Mülheim – Situa- tion der Betroffenen verbessern und Lehren für den nächsten Winter ziehen (AN/0203/2026). Die Verwaltung nimmt dazu wie folgt Stellung: Die Gruppe der wohnungslosen Menschen wird in dem komplexen Netz des Kölner Hilfesys- tems durch das Amt für Wohnungswesen (Geflüchtete), das Amt für Kinder, Jugend und Fa- milie (alleinreisende Minderjährige), das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren und beauf- tragte Kölner Träger der Wohnungslosenhilfe untergebracht. Für straßenobdachlose Menschen in Köln stehen ganzjährig, aber besonders in den Winter- monaten, ausreichende ganztägige Aufenthalts- und Schlafmöglichkeiten in beheizten Räum- lichkeiten zur Verfügung. Zu den speziellen Maßnahmen der sog. Winterhilfe erfolgen in je- dem Herbst Presseinformationen für die Kölner Bürger*innen und es gibt Informationen auf der Homepage der Stadt Köln (Winterhilfe für Wohnungsnotfälle - Stadt Köln). Diese Winterhilfe gibt es bereits seit einigen Jahrzehnten in Köln und das Angebot ist den Straßenobdachlosen auch sehr gut bekannt. Darüber hinaus wird aber auch durch die Street- worker, die viele obdachlose Menschen persönlich kennen, regelmäßig darauf aufmerksam gemacht. Zusätzlich bestreifen auch noch zahlreiche sog. Kältegänger in kalten Nächten die Bereiche, wo bekanntermaßen häufiger obdachlose Menschen nächtigen und sprechen diese darauf an, eine beheizte Unterkunft anzusteuern. Zudem sind das gesamte Kölner Hilfesys- tem für Wohnungslose (freie Träger der Wohnungslosenhilfe) und natürlich auch Polizei und Ordnungsamt über die Unterbringungsangebote informiert und die Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziales, Arbeit und Senioren ist außerdem über eine 24/7-Rufbereitschaft immer erreichbar. Insbesondere die Angebote für straßenobdachlose Menschen sind in Köln bedarfsdeckend. Das heißt, dass keine Menschen in der Sammelunterkunft in der Ostmerheimer Str. 220, in der die Winterhilfe mindestens von Anfang November bis Ende März angeboten wird, aus Gründen fehlender Kapazitäten abgewiesen werden. Zusätzlich gibt es noch eine weitere Sammelunterkunft für EU-Zugewanderte ohne Sozialleis- tungsansprüche in der Vorgebirgstraße 22, die ganzjährig und ganztägig Obdach anbietet. Natürlich können erwachsene Menschen nicht zum Verlassen ihrer Schlafplätze gezwungen werden, es sei denn, sie verstoßen gegen ordnungsrechtliche Regelungen. Wenn diese Per- sonen also die geschützten Übernachtungsangebote nicht wahrnehmen wollen, so ist das ihre 2 freie Entscheidung. Jeder Einzelne könnte in einem beheizten Raum übernachten, lehnt das Angebot aber offenbar aus unterschiedlichsten Gründen ab. Konkrete Zahlen zu wohnungs- oder obdachlosen Menschen in Mülheim bzw. zu einzelnen Kölner Stadtteilen liegen nicht vor. Es findet keine Erfassung nach einzelnen Stadtteilen statt. Weitere Informationen bietet der beigefügte Link: https://www.wohnungslos-in-koeln.de/ Wohnungslos in Köln – Hilfe und Angebote für wohnungslose Menschen in Köln Im Stadtteil Mülheim gibt es folgende Angebote: Für junge Menschen von 18 – 27 Jahren: Work4You im Don-Bosco-Club Köln Tiefentalstr 38 Dort erhalten diese unter anderem Beratung, Tagesaufenthalt, Übernachtungsmöglich- keit und Kleidung. Für Frauen die Frauenberatung mit Gewaltschutzzentrum: Der Wendepunkt Danzierstr. 142 Diakonie Michaelshoven Soziale Hilfen gGmbH Für alle Obdachlosen: Arche für Obdachlose e.V. Bergischer Ring 40 Dort steht ein Tagesaufenthalt, Beratung, Duschen, Wäsche waschen und eine Es- sensausgabe zur Verfügung; außerdem eine vom Verein „Caya e. V.“ ehrenamtlich betriebene Arztpraxis, in der Pa- tienten auch ohne Versichertenkarte kostenlos behandelt werden. Darüber hinaus sind insgesamt 6 Streetworker*innen der kooperierenden Träger Diakonie Mi- chaelshoven e. V. und OASE Benedikt Labre e. V. (4 Streetworker*innen nach § 67 SGB XII und 2 Streetworker*innen Humanitäre Hilfen) stadtweit tätig. Im Rahmen des Streetwork wird insbesondere den straßenobdachlosen Menschen ein aufsuchendes und niedrigschwelliges Beratungs- und Begleitungsangebot unterbreitet. Ergänzend sind in der Wohnungslosenhilfe ein*e Streetworker*in für das von der Katholischen Wohnungslosenseelsorge im Stadtdekanat Köln betriebene Angebot „GUBBIO Obdachlosen-Seelsorge“ und ein*e Streetworker*in im Rahmen der durch den SkF e.V. umgesetzten Prostituiertenhilfe für das Angebot „Rahab“ in der aufsuchenden Arbeit tätig. Ferner wird derzeit der Einsatz eines*r Streetworker*in für das Streetwork plus (Deutsches Rotes Kreuz) erprobt, welches die Lücke zwischen der aufsuchenden Arbeit nach § 67 SGB XII und dem bestehenden Hilfesystem für psychiatrisch erkrankte Menschen schließt. Alle Streetworker*innen arbeiten gut vernetzt mit den Streetworker*innen anderer Ämter wie dem ASC (Aufsuchendes Suchtclearing) des Gesundheitsamtes als auch denen des Jugendamtes zusammen. Ein kontinuierlicher Austausch ist sichergestellt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (6)
- Ostmerheimer Straße 220
- Vorgebirgstraße 22
- Danzierstraße 142
- Bergischer Ring 40
- Michaelshoven
- Straße 22
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Details
- Aktenzeichen
- 0756/2026
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 13.03.2026
- Erstellt
- 13.03.2026 07:41