AN/0621/2024
Pyrolyse
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Linke Anfrage nach § 4
3769 Zeichen
Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Vorsitzende des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün Denise Abé Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 18.04.2024 AN/0621/2024 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 25.04.2024 Pyrolyse Sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende Abé, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker, DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie ganz herzlich, die folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung des Betriebsausschusses Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln am 25.04.2023 zu setzen Laut Angaben der AVG wurden in 2022 92.000 Tonnen biogene Abfälle in der Kompostierungsanlage zu Komposten und Holzhackschnitzeln verarbeitet worden, die in der Landwirtschaft und zu Rekultivierungen von Brachflächen bzw. als Energieträger in Biomassekraftwerken Einsatz fanden. Rund 19.000 Tonnen an Bioabfällen wurden in der benachbarten Vergärungsanlage energetisch genutzt. 342.000 Tonnen sind in den Verwertungsanlagen der AVG Ressourcen, einer Tochtergesellschaft der AVG Köln, verarbeitet worden, darunter 48.000 Tonnen Sperrmüll und 57.000 Tonnen an Altholz. Pro Herbstsaison sammelt die AWB nach eigenen Angaben durchschnittlich 2000 Tonnen Laub ein, das aus biologisch-physikalischen Gründen (Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis) nicht alles vergoren beziehungsweise kompostiert werden kann. Ebenso wie ein Großteil des Rasen-, Hecken- und Baumschnittes. Daher werden nicht unerhebliche Mengen dieses biologischen Abfalls der normalen Müllverbrennung zugeführt. Pyrolyse kann eine wichtige Alternative zur Verbrennung für die Verwertung von organischen Abfällen sein. Dabei werden die organischen Materialien nicht vollständig verbrannt, sondern verkohlt. Astschnitt und Stammholz werden gehäckselt und in einer Karbonisierungsanlage bei Temperaturen zwischen 450 und 600 Grad Celsius verkohlt. Der Vorgang ist seit Jahrhunderten bekannt und wird z.B. bei der Herstellung von Holzkohle verwendet oder führte in weiten Teilen des Amazonansgebietes zur „Terra Preta“ (heißt auf Portugiesisch „Schwarze Erde“ und bezeichnet einen fruchtbaren, tiefschwarzen Boden) Durch ihre poröse Struktur verfügt die Kohle über eine große Oberfläche. Hier können sich Mikroorganismen ansiedeln, Wasser und Nährstoffe gespeichert werden. Besonders gut entfaltet die Pflanzenkohle diese Eigenschaften, wenn man sie beim Kompostieren zufügt.. In Versuchen mit verschiedenen Kulturpflanzen beobachtete man einen tendenziell positiven Effekt der Kohle: Die meisten Pflanzen wuchsen auf einem kohlehaltigen Kompost besser, als auf Kompost ohne Zugabe. Neben den bodenverbessernden Maßnahmen, bleibt der Aspekt, dass Kohlenstoff gespeichert wird, statt als Kohlendioxid ausgestoßen zu werden. Daraus ergeben sich für uns folgende Fragen: 1. Welche Mengen biologischen und potenziell verkohlbaren Materials werden durch die AVG der „normalen“ Müllverbrennung zugeführt und welche Menge CO2 wird hierdurch freigesetzt? 2. Wie beurteilen die AVG den Einsatz einer Pyrolyseanlage mit anschließender Verwertung der Pflanzenkohle zum Beispiel in der regionalen Landwirtschaft oder im eigenen Kompost? 3. Wie sehen die Planungen der AVG bezüglich der Einrichtung einer Pyrolyse-Anlage aus? 4. Sind hier eventuell bereits Kooperationen geplant? gez. gez. Michael Weisenstein Uschi Röhrig Fraktionsgeschäftsführer Umweltpolitische Sprecherin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0621/2024
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 18.04.2024
- Erstellt
- 18.04.2024 11:13