Monitoring Berufskollegs (Stand: Juni 2024)
Mitteilung Ausschuss 2036/2024 vom 02.09.2024
Stand: Am 25.11.2024 im Ausschuss Schule und Weiterbildung beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 02.09.2024 2036/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 09.09.2024 Monitoring Berufskollegs (Stand: Juni 2024) Kommunales Bildungsmonitoring stellt steuerungsrelevante Daten zum lebenslangen Lernen bereit. Der vorliegende Bericht fokussiert auf den Ausschnitt des Lernens an Kölner Berufskollegs und leistet einen datenbasierten Beitrag zu mehr Transparenz in Bezug auf schulische Strukturen, Prozesse und Ergebnisse. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung lagen die schulstatistischen Daten bis zum Schul- jahr 2023/24 vor. Über Berufskollegs wurde dem ASW zuletzt am 07.06.2021 (Ses- sion 1058/2021) in Kapitel 4 berichtet. Gez. Voigtsberger -
Monitoring Berufskollegs
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1 Inhalt Berufskollegs: Zahlen – Daten - Fakten ................................................................................................... 2 1. Allgemeine Bemerkungen: Bedeutung, Teilsysteme, Trägerschaft ................................................ 2 2. Standorte, Berufsfelder und Fachklassen (Duale Ausbildung) ........................................................ 3 3. Lernende nach Teilsystem, Schulform und angestrebter Abschlussart .......................................... 5 4. Lernende an städtischen Berufskollegs nach Teilsystem ................................................................ 7 5. Zugänge in Teilsysteme nach Schulabschluss und Herkunft (Staatsangehörigkeit) ...................... 11 6. Erfolgsquote nach Schulform ........................................................................................................ 14 7. Fazit ............................................................................................................................................... 15 2 Berufskollegs: Zahlen – Daten - Fakten 1. Allgemeine Bemerkungen: Bedeutung, Teilsysteme, Trägerschaft Das Berufskolleg ermöglicht eine Kombination von beruflicher und allgemeinbildender Qualifizierung: zu den beruflichen Qualifikationen zählen berufliche Kenntnisse, berufliche Grund- und Fachbildung, Berufsabschlüsse sowie berufliche Weiterbildung; zudem können allgemeinbildende Abschlüsse der Sekun darstufe I nachgeholt und Abschlüsse der Sekundarstufe II erworben werden. En tscheidend für die Wahl des Bildungsgangs ist die gewünschte Fachrichtung und d er bisherige Schulabschluss. Der Besuch eines Bildungsgangs am Berufskolleg setz t die Erfüllung der Vollzeitschulpflicht voraus, die sich in der Regel auf zehn Schulbesuchsjahre erstreckt. Eine duale Ausbildung darf vorher begonnen werden. Das Berufsbildungssystem lässt sich nach fünf große n Teilsystemen differenzieren: das duale Ausbildungssystem (beruflich vollqualifizierende betriebliche und schulische Unterweisung), das Schulberufssystem (beruflich vollqualifizierende vollzeitschulische Unterweisung), das Übergangssystem (Vermittlung berufsvorbereitender Kompetenzen, beruflich nicht vollqualifizierend), das Teilsystem „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung “ (beruflich nicht vollqualifizierend) und die berufliche Weiterbildung (höher qualifizierender Berufsabschluss). Abb. 1 zeigt die Strukturen der Teilsysteme städtis cher und nicht-städtischer Berufskollegs (sog. Ersatzschulen) und macht Unters chiede deutlich. So liegt der Schwerpunkt städtischer Berufskollegs bei der Duale n Ausbildung (70%, Ersatzschulen: 11%). Zudem wird dem Bedarf junger M enschen an Vermittlung berufsvorbereitender Kompetenzen (Übergangssystem) Rechnung getragen (9%, Ersatzschulen: 0%). Dagegen weisen Ersatzschulen Sc hwerpunkte in den Teilsystemen berufliche Weiterbildung (44%, städtis che Berufskollegs: 4%) und Schulberufssystem (35%, städtische Berufskollegs: 4%) auf. Abb. 1: Lernende (Anzahl/Anteil) nach Teilsystem und Träger im SJ 23/24 3 2. Standorte, Berufsfelder und Fachklassen (Duale Ausbildung) Im SJ 24/25 kann an insgesamt 28 Berufskollegs (17 städtische und 11 Ersatzschulen) jeweils mit ein bis zwei (Teil-)Standorten gelernt werden (Karte 1). Karte 1: (Teil-)Standorte Berufskollegs im SJ 24/25 4 Tab. 1 stellt für alle (Teil-)Standorte der Kölner Berufskollegs Name, Straße und Berufsfeld differenziert nach Träger dar. Zwei der 11 Ersatzschulen unterrichten ausschließlich im Teilsystem berufliche Weiterbildung. Tab. 1: Berufskollegs, (Teil-)Standorte, Träger, Berufsfelder (Stand: 04/24) Detaillierte Informationen zu Voraussetzungen und Q ualifizierungen an Berufskollegs bietet die Broschüre „Weiterführende Schulen in Köln – Sekundarstufe II“ 1. Im SJ 23/24 lernten 24.555 junge Menschen im Rahmen einer Dualen Ausbildung an einer von insgesamt 212 Fachklassen eines städtischen Berufskollegs. Bis auf wenige Ausnahmen (wie z.B. Büromanagement) werden diese Fa chklassen an jeweils nur einem Berufskolleg angeboten. 28% der jungen Mensch en lernten in den 10 größten Fachklassen mit mehr als 500 Lernenden; dies sind u.a. die Fachklassen „Kaufmann/- frau für Büromanagement“ (1.171 Lernende an den BK’s 03, 06 und 07), „Medizinische 1Zur Broschüre: weiterführende_schulen__sekundarstufe_ii.pdf (stadt-koeln.de) 5 Fachangestellte“ (985 Lernende am BK 05), „Fachinfo rmatiker-Systemintegration“ (704 Lernende am BK 13), „Anlagenmechaniker – Sanit är, Heizungs- und Klimatechnik“ (697 Lernende am BK 10), „Zahnmedizin ische Fachangestellte“ (695 Lernende am BK 05). 3. Lernende nach Teilsystem, Schulform und angestrebter Abschlussart Im SJ 23/24 wurden an 28 Kölner Berufskollegs (17 städtische und 11 Ersatzschulen 2) insgesamt 38.299 Schüler*innen unterrichtet. Davon lernten rund 91% oder 35.028 Lernende an einem städtischen Berufskolleg (Tab. 2). Insgesamt strebten rund 73,5% der Schüler*innen einen Berufsabschluss an; 65% im Rahmen einer dualen Ausbildung an einer Berufsschule und 8,5% im Rahmen des Schulberufssystems an einer (höheren) Berufsfachsch ule oder an einem beruflichen Gymnasium. 10,6% der Schüler*innen beabsichtigen im Rahmen des Teilbereichs „ Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung “ zusätzlich zum Erwerb beruflicher Kenntnisse den Erwerb der Allgemeinen oder der Fachhochschulre ife an den hierfür vorgesehenen Bildungsgängen der höheren Berufsfachs chulen (6,5%), der Fachoberschulen (1,4%) oder der beruflichen Gymnasien (2,7%). Das Übergangssystem der Berufs- und der Berufsfachschulen besuchten 8,1% der Schüler*innen mit der Absicht, berufsvorbereitende Fertigkeiten zu erwerben und Abschlüsse der Sekundarstufe I nachzuholen. 7,7% der Schüler*innen lernten im Teilsystem der beruflichen Weiterbildung . Tab. 2: Lernende an Berufskollegs nach Teilsystem, Schulform, angestrebtem Abschluss und Träger im SJ 23/24 *Berechtigung zur gymnasialen Oberstufe (kann) (1) Bildungsgänge der Ausbildungsvorbereitung (kurz: AV): internationale Förderklassen (kurz: IFK) und Klassen für Lernende ohne Berufsausbildungsverhältnis. 2 Daten für das IWK fehlen in der Schulstatistik für das SJ 22/23 6 (2) Bildungsgänge: einjährige Berufsfachschule (Stufe 1) und einjährige Berufsfachschule (Stufe 2) (3) Bildungsgang: zweijährige Berufsfachschule führt zu den Abschlüssen „Kinderpflege“ und „Sozialassistenz“ Die Entwicklung der Schülerzahlen in den letzten Ja hren zeigt (Tab. 3): Insgesamt sinkt die Zahl der Schüler*innen an Kölner Berufskollegs seit dem SJ 2010/11 (45.583 Lernende) auf 38.299 im SJ 23/24; in erster Linie, weil deutlich weniger junge Menschen das größte Teilsystem „ Duale Ausbildung “ besuchen. Im gleichen Zeitraum hat der Anteil der jungen Menschen, die an einem beruflichen Gymnasium lernen, zugenommen: ihr Anteil ist von 2,7% im SJ 1 0/11 auf 4,5% im SJ 23/24 gestiegen. Tab. 3: Lernende an Berufskollegs nach Teilsystem und Schulform, Zeitreihe Städtevergleich (Tab. 4): Der Anteil der Lernenden an Kölner Berufskollegs, die eine Duale Ausbildung absolvieren, liegt über dem landes weiten Durchschnittswert (Köln: 64,6%, NRW: 56,7%) und wird im Städtevergleich nur von Bonn (66,5%) und Münster (71,6%) übertroffen. Im Gegensatz dazu unterschreit et der Kölner Wert in Bezug auf die Bedeutung des Übergangsystems den landesweiten Durchschnittswert (Köln: 7,8%, NRW: 11,5%); im Städtevergleich ist nur in Mü nster die Bedeutung des Übergangssystems geringer als in Köln (Münster: 3,8%). Die Bedeutung des Teilsystems Erwerb der Hochschulz ugangsberechtigung ist bei allen Städten des Städtevergleichs kleiner als im landesweiten Durchschnitt (15,2%). Tab. 4: Städtevergleich: Lernende an Berufskollegs nach Teilsystem im SJ 2022/23 3 3 Zum Zeitpunkt der Berichterstellung endet der verfügbare Zeitraum der Kommunalen Bildungsdatenbank de r Statistischen Ämter des Bundes und der Länder mit dem SJ 2022/23; Kommunale Bildungsdatenbank: Kommunale Bildungsdatenbank (bildungsmonitoring.de) 7 4. Lernende an städtischen Berufskollegs nach Teilsystem Die 17 städtischen Berufskollegs unterscheiden sich nach Berufsfeld, Größe der Schülerschaft und Bedeutung der Teilsysteme. Abb. 2 und 3 zeigen die Entwicklung der Anzahl der Schüler*innen vom SJ 13/14 bis zum SJ 23/24. Insgesamt lernten im SJ 23/24 rd. 4.251 Berufsschül er*innen weniger an städtischen Berufskollegs als im SJ 13/14, dies entspricht eine m Rückgang von 11%. Lediglich fünf Berufskollegs hatten in diesem Zeitraum einen Schülerzahlanstieg zu verzeichnen (Abb. 2). Der stärkste Anstieg erfolgte mit +15% im Berufskolleg BK 13 (mehr Lernende v.a. in Fachklassen für Fachinformatiker-S ystemintegration und sowie Mediengestalter für Bild und Ton) und der geringste Anstieg mit 5% im BK 5 (mehr Lernende v.a. in den Fachklassen für (zahn-)medizin ische und tiermedizinische Fachangestellte). In erster Linie verantwortlich fü r die Zunahmen waren außer beim BK 10 steigende Schülerzahlen in der Dualen Ausbild ung. Das BK 10 (Metalltechnik) dagegen hat mehr junge Menschen im Rahmen des Übergangssystems gefördert. Abb. 2: Städtische Berufskollegs mit steigenden Schülerzahlen (SJ 2013/14 bis SJ 23/24) Schülerzahlrückgänge in Höhe von 10% und mehr haben alle Berufskollegs mit dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung (BK’s 1 bis 7; -10% bis -31%) mit Ausnahme des BK 5 sowie das BK 14 (-27%; weniger Lernende v.a. i n den Fachklassen Friseur und Pferdewirt), das BK 16 (-21%; weniger Lernende v.a. in den Fachklassen Mediengestaltung und Medientechnologie sowie Fotogr af und Fotomedienfachmann) und das BK 20 (-14%; weniger Lernende v.a. in den F achklassen Hotelfachmann, Restaurantfachmann und Koch) zu verzeichnen. 8 Abb. 3: Städtische Berufskollegs mit sinkenden Schülerzahlen (SJ 2013/14 bis SJ 23/24) Abb. 4 zeigt die Lernenden an städtischen Berufskollegs differenziert nach Teilsystem und macht Unterschiede deutlich: Der Anteil der Ler nenden, die eine Duale Ausbildung absolvieren, belief sich auf Werte zwischen 43% (B K 15) und 90% (BK 18) und der Anteil der Lernenden, die im Schulberufssystem lernen, auf Werte zwischen 0% (verschiedene Berufskollegs) und 36% (BK 15). Auch das Teilsystem „ Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung “ ist in den städtischen Schulen sehr unterschiedlich ausgeprägt: nur an den BK‘s 10 (Berufsfeld: Metalltechnik) und 11 (Berufsfeld: Bautechnik, Holz technik) lernten keine jungen Menschen in diesem Teilsystem. Eine besonders große Bedeutung hat dieses Teilsystem an allen Schulen mit dem Berufsfeld Wirt schaft und Verwaltung (8% bis 25%) und am BK 14 (17%; Agrarwirtschaft, Gesundheit /Erziehung und Soziales, Körperpflege, Textiltechnik und Bekleidung). Die berufliche Weiterbildung spielt bei städtischen Berufskollegs mit einem Schüler*innenanteil von 4% lediglich eine untergeor dnete Rolle im Vergleich mit den Ersatzschulen (44%; siehe Abb. 1). Nur die Berufsko llegs 17 und 20 erreichen einen Anteil von mehr als 10%. Im Gegensatz hierzu werden Bildungsgänge im Übergangssystem ausschließlich an städtischen Schulen angeboten; der Anteil beläuft sich auf insgesamt 9%. Nur am BK 13 werden keine Bildungsgänge im Übergangssystem an geboten; Anteile von 15% und mehr werden an vier Berufskollegs erreicht; dies sind zwei Berufskollegs mit dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung (BK 6: 17% und BK 7: 16%) sowie die Schulen BK 17 (20%; Berufsfeld: Metalltechnik) und BK 20 (1 7%; Ernährung und Versorgungsmanagement, Gesundheit/Erziehung und Soziales). 9 Abb. 4: Lernende nach Teilsystem an städtischen Berufskollegs im SJ 23/24 Berufsfeld: Wirtschaft und Verwaltung 10 Berufsfeld: Metalltechnik Berufsfeld: Informationstechnik und Medien Berufsfeld: Farbtechnik und Gestaltung Berufsfeld: Metalltechnik Berufsfeld : Bautechnik und Holztechnik Berufsfeld: Agrarwirtschaft, Körper- pflege, Textiltechnik und Bekleidung, Gesundheit/Erziehung und Soziales Berufsfeld: Druck und Medien, Medizin- technik, Naturwissenschaften Berufsfeld: Metalltechnik, Fahrzeug- technik, Verkehrswesen 11 Berufsfeld: Elektrotechnik und Automatisierungstechnik Berufsfeld : Ernährung und Ver- sorgungsmanagement, Gesundheit/ Erziehung und Soziales 5. Zugänge in Teilsysteme nach Schulabschluss und Herkunft (Staatsangehörigkeit) Die schulischen und beruflichen Anschlussmöglichkei ten in der Sekundarstufe II variieren mit der schulischen Vorbildung und der He rkunft, was die Betrachtung der Verteilung der Zugänge nach Schulabschluss und nach Staatsangehörigkeit auf die Teilsysteme deutlich macht. Im SJ 23/24 haben 15.675 Lernende einen Bildungsgan g an einem Kölner Berufskolleg begonnen 4. Davon haben sich 17% auf das Übergangssystem, 61% auf die duale Ausbildung, 9% auf das Berufsschulsystem und 13% auf einen Bildungsgang zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung verteil t. Abb. 5 zeigt die Verteilung dieser Zugänge in die Teilsysteme nach Schulabschlu ss und macht die unterschiedlichen Ausbildungschancen in Abhängigkei t vom schulischen Vorbildungsniveau deutlich. Im SJ 23/24 mündeten von insgesamt 1.657 Zugängen ohne (erweiterten) ersten Schulabschluss (alt: ohne Hauptschulabschluss 5; 100%) 65% in das Übergangssystem und 35% in eine duale Ausbildung ei n. Seit dem SJ 17/18 hat der Anteil der Einmündungen in eine duale Ausbildung zugenommen. Die Zugänge in das Übergangssystem haben sich gegenläufig entwickelt. Von den insgesamt 3.061 Zugängen mit (erweitertem) ersten Schulabschluss sind 46% in das Übergangssystem und 53% in eine beruflich vollqualifizierende Ausbildung 4 Zugänge in das Teilsystem berufliche Weiterbildung, Zugängen deren Abschluss noch unbekannt ist sowie Zugänge aus dem Ausland mit sonstigen Qualifikationen bleiben unberücksichtigt. 5 Mit dem 16. Schulrechtsänderungsgesetz wurden die Bezeichnungen der Schulabschlüsse zum 23.02.2022 geändert. Ab sofort wird der Hauptschulabschluss nach Klasse 9 mit der neuen Bezeichnung „Erster Schulabschluss“ und der bisherige Hauptschulabschluss nach Klasse 10 als „Erweiterter Erster Schulabschluss“ vergeben. 12 eingemündet. Seit dem SJ 2011/12 zeigt sich eine Zunahme der Einmündungen in das Übergangssystem, das zu Lasten der Zugänge in eine beruflich vollqualifizierende Ausbildung gegangen ist. Von insgesamt 6.427 Zugängen mit Fachoberschulreife ist der Anteil, der in das Übergangssystem einmündet, über den gesamten Zeitra um von 13% bis auf 2% gesunken. Die Einmündungen in eine beruflich vollqu alifizierende Ausbildung (von 61% im SJ 05/06 auf 67% im SJ 23/24) oder in Bildun gsgänge zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (von 26% im SJ 05/06 a uf 31% im SJ 23/24) sind im gleichen Zeitraum gestiegen. Zugänge mit Hochschulzugangsberechtigung münden ganz überwiegend in eine beruflich vollqualifizierende Ausbildung (SJ 23/24: 98%) ein und ein weiterer kleiner Anteil Lernender mit Fachhochschulreife (SJ 22/23: 2%) beabsichtigt den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife. Abb. 5: Zugänge nach Schulabschluss in % an allen Zugängen der Teilsysteme; Zeitreihe Abkürzungen : ÜS=Übergangssystem, DA=duale Ausbildung, SBS=Schulberufssystem, SJ=SJ Die Autorengruppe des Nationalen Bildungsberichts 2022 6 stellt fest, dass neben den vorbildungsbezogenen Disparitäten auch Nachteile für Jugendliche mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit bestehen. Das trifft auch auf Köln zu (Abb. 6): so mündeten im SJ 23/24 74% der Jugendlichen mit deutscher Staatsange hörigkeit in eine duale Ausbildung ein während es unter den Jugendlichen mi t nichtdeutscher 6 DJI - Nationaler Bildungsbericht ; Seite 194 13 Staatsangehörigkeit nur 54% waren. Die Differenzen nehmen mit der Höhe des Schulabschlusses ab (ohne ersten Schulabschluss: De utsche 50% und Nicht Deutsche 18%; mit erstem Schulabschluss: Deutsche 5 3% und Nicht-Deutsche 31%, Mittlerer Schulabschluss: Deutsche: 51% und Nicht-D eutsche 45% bleiben jedoch ausgeprägt. Lediglich Zugänge mit (Fach-)Hochschulr eife beginnen in vergleichbarer Größenordnung eine duale Ausbildung. Abb. 6: Verteilung der Neuzugänge auf die Teilsysteme nach schulischer Vorbildung und Staatsangehörigkeit im SJ 23/24 Zu berücksichtigen hierbei ist, dass den Berufskoll egs bei der Integration von neu zugewanderten jungen Menschen eine besondere Bedeut ung zukommt. Sie unterstützen • beim Erwerb der deutschen Sprache und bei der Erla ngung schulischer Abschlüsse • bei der beruflichen Orientierung und vermitteln be rufsbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten • bei der beruflichen Integration in Kooperation mit Praktikumseinrichtungen und Ausbildungsbetrieben. Dies geschieht in erster Linie in den International en Förderklassen, in denen im SJ 23/24 insgesamt 662 junge Menschen gelernt haben. D er Anteil der Lernenden in Internationalen Förderklassen an allen Lernenden des Übergangssystems hat von 5% im SJ 15/16 auf 21% im SJ 23/24 zugenommen. 14 6. Erfolgsquote nach Schulform Die Erfolgsquote beim Abschluss von Bildungsgängen an Berufskollegs wird aus dem Quotient der Anzahl der Absolventen*innen mit erfolgreichem Abschluss (Zähler) und der Gesamtzahl der Absolventen*innen der Berufskoll egs (Nenner) ermittelt. Die Kennzahl gibt Hinweise auf das Ausmaß des Ausbildungsabbruchs und das Potential an erfolgreichen Absolventen*innen und ist eine Ken nzahl für die Effizienz der angebotenen Bildungsgänge an Berufskollegs. Im SJ 21/22 7 haben in Köln 69,4% der Absolventen*innen eines Be rufskollegs ihren Bildungsgang mit einem erfolgreichen Abschluss been det, damit liegt die Kölner Erfolgsquote wie schon in den Vorjahren über dem la ndesweiten Durchschnittswert (NRW: z.B. 64,9% im SJ 21/22). Ursächlich hierfür ist, dass junge Menschen in erster Linie an Kölner Berufsschulen und Berufsfachschulen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt haben. Die höchste Erfolgsquote ist in diesem Abgangsjahr an den Fachschulen für berufliche Weiterbildung (75,2%) un d die niedrigste an den beruflichen Gymnasien (60,8%) feststellbar (Tab. 5). Tab. 5 zeigt, dass die Erfolgsquoten in Köln aber a uch landesweit von Jahr zu Jahr schwanken, in Köln am stärksten an beruflichen Gymn asien: während junge Menschen im SJ 21/22 nur eine Erfolgsquote von 60,8 % erzielten, wurde im Vorjahr eine Erfolgsquote von 78,6% erreicht. Zum Vergleich : in NRW wurde im SJ 21/22 an dieser Schulform eine Erfolgsquote von 69,6% und im SJ 19/20 eine Quote von 77% erzielt. Tab. 5: Erfolgsquoten in Köln und NRW, Zeitreihe Städtevergleich (Tab. 6): Bemerkenswert im Städtevergleich NRW ist, wie schon in den Vorjahren, das überdurchschnittliche Abschneide n der Stadt Münster bei allen Schulformen und die vergleichsweise große Spannweite zwischen den Städten. Tab. 6: Städtevergleich NRW: Erfolgsquoten im SJ 2021/22 7 Zum Zeitpunkt der Berichterstellung endet der verfügbare Zeitraum der Kommunalen Bildungsdatenbank de r Statistischen Ämter des Bundes und der Länder mit dem SJ 2022/23 bzw. den Abgangsdaten des Jahres 2022; 15 7. Fazit Berufskollegs bilden eine wichtige Säule im Bildung ssystem. Sie ermöglichen eine Kombination von beruflicher und allgemeinbildender Qualifizierung, das Nachholen von allgemeinbildenden Abschlüssen der Sekundarstufe I ebenso wie den Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe II. Der vorliegende B ericht gibt einen datenbasierten Einblick in das vielfältige und komplexe Bildungsan gebot und seiner Nutzung durch junge Menschen und kann als Ausgangspunkt für vertiefende Fragestellungen genutzt werden (z.B.: Bewertung/Steuerung der Angebotsstruk turen, der Einmündungen, der Erfolgsquoten).
Beratungsverlauf
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25.11.2024
Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 8.6, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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