AN/0465/2021
Rassistische und/oder koloniale Denkmäler und Namen von Straßen, Wegen, Plätzen
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Linke Anfrage nach § 4
4869 Zeichen
Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln
An die Vorsitzende des Ausschusses Kunst
und Kultur
Elfi Scho-Antwerpes
Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker
Rathaus, Spanischer Bau
50667 Köln
Postanschrift:
Postfach 103564 · 50475 Köln
Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841
E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de
Fraktionsvorstand
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 04.03.2021
AN/0465/2021
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Ausschuss Kunst und Kultur 09.03.2021
Rassistische und/oder koloniale Denkmäler und Namen von Straßen, Wegen, Plätzen
Sehr geehrter Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Kö ln bittet Sie um die Aufnahme der folgenden
Anfrage auf die Tagesordnung des nächsten Ausschusses Kunst und Kultur.
Die Kölner Denkmäler und die Namen von Kölner Straßen, Plätzen und Wegen sind
Ausdruck der wechselvollen Stadtgeschichte der vergangenen Ja hrhunderte und
prägen das Bewusstsein der Stadtgesellschaft in Gegenwart und Zukunft.
Die Benennungen finden oder fanden immer in einem gesellschaftlich -historischen
Kontext statt. Mentalitäten, politische Strömungen, zentral Ereignisse - positiv wie
negativ-, große gesellschaftspolitische Themenfelder, ökonomische Konjunkturen
sowie kulturelle, literarische oder künstlerische Moden und „hypes“ spielten hierbei
entscheidende Rollen. Im Falle von Personennamen werden Straßennamen unter
folgendem Grundsatz ve rliehen:
Es kommen nur Personen infrage, die sich besondere Verdienste vor allem in sozialer,
kultureller oder wissenschaftlicher Hinsicht erworben haben und deren Geschichtsbild
abgeklärt ist.
Richtlinien des Rates für die Neu - und Umbenennung von Straßen und Plätzen,
Ratsbeschluß vom 26.08.1999
Straßennamen, die aus historischer Sicht problematisch sind, wurden in anderen
Städten einer konsequenten Prüfung unterzogen. Besonders beispielhaft ging dabei
die Stadt Freiburg vor. Im Jahr 2012 beschloss der Freiburger Gemeinderat die
wissenschaftliche Überprüfung aller 1300 Straßennamen im gesamten Stadtgebiet
und die Ausarbeitung e ntsprechender Kriterien durch den Kulturausschuss. Dabei
oblag die Federführung des Projekts dem städtischen Kulturamt. Vier Jahre später
wurde der Abschlussbericht der zur Überprüfung einberufenen Kommission vorgelegt.
Diesem Beispiel folgend hat eine so lche Überprüfung ebenfalls in Düsseldorf für
3.500 Straßennamen stattgefunden und es wurde innerhalb von zwei Jahren ein
Abschlussbericht erzeugt, der nun die Bezirke in Handlungsoptionen versetzt.
Von den Erfahrungen unserer Nachbarstadt könnten wir pro fitieren
Sowie die Kölner Museen die Herkunft ihrer Kunst - und Kulturobjekte systematisch
erforschen1, so ist es auch im Fall der Kölner Straßen - und Platznamen dringend
notwendig, ihre Benennung und ihre Bedeutung historisch aufzuarbeiten.
Jüngste Beispiele in Köln, wie die Umbenennung des Heinz -Mohnen-Platzes in Sülz
oder die die Umbenennung der Heinrich -Lersch-Straße in Neubrück machen die
Dringlichkeit einer wissenschaftlichen, systematischen und vor allem umfassenden
Überprüfung von Ehrennamensgebungen im Stadtgebiet von Köln deutlich.
1 https://ratsinformation.stadt -koeln.de/getfile.asp?id=450821&type=do&, Zugriff: 06.01.2021.
Aus einer Beschlussvorlage (VN 2301/2020) für den Ausschuss für Bürgerbeteiligung,
Anregungen und Beschwerden vom 19.01.2021 mit Freigabedatum vom 30.08.2020
(!) geht hervor, dass es zur Überprüfung und Klassifizierun g von Kölner Straßen - und
Platzbenennungen ein gemeinsames Projekt der Stadt Köln mit der Universität Köln
gäbe. Auch heißt es dort Die Verwaltung setze eine Kommission mit internen und
externen Akteuren ein und nähme den Dialog mit der Stadtgesellschaft a uf.
In diesem Zusammenhang stellen sich uns die folgenden Fragen:
1. Welche Stelle in der Stadtverwaltung ist federführend für das Projekt zuständig,
wie viele Stellen bzw. Stellenanteile sind dort dafür vorgesehen und welche
Abteilungen der Universität Kö ln sind einbezogen?
2. Wie sieht der Ablauf des Projektes aus und wie lautet das Kölner Konzept zur
Aufarbeitung?
3. Wer außer der Verwaltung der Stadt Köln und der Universität, wird wann und wie
in das Projekt einbezogen werden?
4. Wie setzt sich die erwähnte K ommission zusammen und wie soll der Dialog mit
der Stadtgesellschaft aufgenommen werden?
5. Wann werden dem Ausschuss Kunst und Kultur erste Zwischenergebnisse
vorgelegt werden?
gez. gez.
Michael Weisenstein Jörg Kobel
Fraktionsgeschäftsführer Mitglied des Ausschusses Kunst und Kultur
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0465/2021
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 04.03.2021
- Erstellt
- 04.03.2021 11:28