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A-N/0005/2019

Soziales Miteinander und Kontrolle im Stadtteil Coerde stärken

Antrag an die BV Nord 08.02.2019

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Nord, Sitzung am 19.03.2019, TOP 6.1

A-N-0005-2019 -Verbesserung-sozialesMiteinander-Coerde

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Ansehen

A-N-0005-2019 -Verbesserung-sozialesMiteinander-Coerde

8430 Zeichen

Fraktion in der  
Bezirksvertretung Münster-Nord 
CDU-Kreisverband Münster e.V.                         CDU-Fraktion in der BV Nord 
Mauritzstraße 4-6 • 48143 Münster                                                                                                             Vorsitzender: Olaf Bloch 
Telefon (02 51) 4 18 42-0                                                                                                               Guerickeweg 25, 48159 Münster 
Telefax (02 51) 4 18 42-44                                                                                                                             Telefon (0251) 212183 
post@cdu-muenster.de • www.cdu-muenster.de                                                                                  olaf.bloch@drv-westfalen.de 
 
 
 
Münster, 7.02.2019 
 
A n t r a g : 
 
Soziales Miteinander und Kontrolle 
im Stadtteil Coerde stärken 
 
 
 
 
Die BV Nord möge beschließen: 
 
1. In Coerde – hier im Bereich Königsberger Str./ Kiesekampweg/ Kemperweg / Breslauer Str. / 
Gleiwitzer Str. / Altcoerde - wird alsbald ein Stadtteilbüro mit einem Quartiers- bzw. 
Stadtteilmanager eingerichtet, um das interkulturelle Zusammenleben zu verbessern. Dies soll 
zeitlich unabhängig vom Gesamtkonzept „Soziale Stadt Coerde“ erfolgen. 
2. Es soll in Kooperation mit den bestehenden Initiativen im Bereich soziale Kontrolle 
insbesondere dafür gesorgt werden, dass gemeinsam zu entwickelnde Standards (z.B. Recht, 
Ordnung, Sauberkeit) eingehalten werden und somit ein besseres nachbarschaftliches 
Zusammenleben entwickelt werden kann. Der Kommunale Ordnungsdienst, Polizei und AWM 
sowie ggfls. weitere Akteure sind entsprechend einzubinden. 
3. Im Bereich soziale Arbeit wird aktiv und unter Einbeziehung bereits vorhandener Akteure an einem 
Zusammenwachsen der unterschiedlichen Kulturen gearbeitet und neue Konzepte für gute 
Nachbarschaft aller Bevölkerungsgruppen entwickelt. 
4. Der personell bereits verstärkte kommunale Ordnungsdienst (KOD) soll einen 
Arbeitsschwerpunkt im Ziffer 1) genannten Bereich setzen, um Verwahrlosungstendenzen 
restriktiv zu begegnen. 
5. Die Eigentümer der dort verorteten Hoch- und Mehrfamilienhäuser sind an diesem Prozess 
möglichst finanziell zu beteiligen. Mit dem Stellenplan 2019 wurden zusätzliche Stellen für das 
Quartiersmanagement bewilligt, aus deren Gesamtvolumen die Aufgaben für Coerde abgedeckt 
werden sollen.

Begründung: 
 
 
Das Sozialmonitoring (Zahlen von 2016) hat gezeigt, dass die Situation im Stadtteil Coerde 
wie folgt ist: 
 
 Die Arbeitslosenquote beträgt ca. 11%. 
 Fast 45% der in Coerde lebenden Kinder sind SGB II Empfänger.  
 Fast 30 % der Kinder leben in Haushalten mit nur einem Elternteil. 
 Etwa 24 % der erwachsenen Menschen sind Empfänger von Leistungen nach SGB II. 
 Rund 63 % der Einwohner haben eine Migrationsvorgeschichte. 
 
Der Stadtteil ist demnach neben Berg Fidel derzeit derjenige mit den problembehaftetsten 
Sozialdaten in Münster. Die daraus resultierenden Herausforderungen sind allerdings nicht 
gleichräumig über den Stadtteil verteilt, sondern konzentrieren sich auf bestimmte Bereiche. 
Es gilt deshalb, die einzelnen Bereiche detailliert in den Blick zu nehmen. 
 
Der Stadtteil Coerde besteht aus Hochhäusern und Mehrfamilienhäusern, aber auch vielen 
Reihenhäusern und freistehenden Einfamilienhäusern. Im Bereich Königsberger Str./ 
Kiesekampweg/ Kemperweg/ Breslauer Str./ Dachsleite/ Gleiwitzer Str. stehen mehrere 
Hochhäuser und Mehrfamilienhäuser. Erbaut wurden diese Häuser in den 60er Jahren. Seit 
einigen Jahren und nach mehreren Besitzerwechseln entwickeln sich viele dieser Häuser 
zunehmend problematisch. Der Bereich droht in eine massive Schieflage zu geraten. 
Beispielsweise nehmen rund um die Hochhäuser Königsberger Str. 4, 7 und 8 die Probleme 
seit Jahren kontinuierlich zu. Trotz mehrfacher Beschwerden der Anwohner aus den 
umliegenden Einfamilienhäusern gibt es ständig Probleme mit starker Vermüllung des 
Areals, offenstehenden Abfallcontainern und wildem Sperrmüll. Die Folge ist immer 
wiederkehrender Rattenbefall des gesamten Bereichs. Die Gebäude sind stark 
vernachlässigt und in der Bausubstanz marode. Die Treppenhäuser sind verdreckt und 
vermüllt, die Klingelanlagen defekt, die Pflasterung in schlechtem Zustand. Anwohner 
berichten von ebenfalls stark renovierungsbedürftigen Wohnungen, maroden Bädern und 
Schimmelbefall. Wo früher Kinder spielten und Nachbarschaftsfeste gefeiert wurden, werden 
heute die Grundstücke für dubiose Geschäfte sowie für wildes Campen missbraucht. Auch 
andere Mehrfamilienhäuser im Quartier sind betroffen. Knapp 20 dieser Immobilien befinden 
sich derzeit in der Hand eines einzigen Besitzers. 
 
Direkt angrenzend an die Problemhäuser Königsberger Str. soll das Areal Kiesekampweg 
demnächst neu bebaut werden. Ohne grundlegende Änderung der derzeitigen Verhältnisse 
droht die beschriebene Problematik auch dorthin auszustrahlen. Auch dem gilt es rechtzeitig 
zu begegnen.

Die Wohnungen in den Problemhäusern sind an Menschen aus den unterschiedlichsten 
Nationen vermietet. Der überwiegende Teil der Bewohnerinnen und Bewohner bezieht 
Sozialleistungen. Viele alteingesessene Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngegend 
fühlen sich durch die beschriebenen Probleme verunsichert und vernachlässigt. Sie sehen 
die Lebensqualität in ihrer Heimat seit mehreren Jahren gefährdet. 
 
Neben den Aspekten Verlust an Ordnung und Sauberkeit, Gesundheitsgefährdung durch 
Müll und Ratten sowie grenzwertiger Handlungen treffen hier derzeit völlig unterschiedliche 
Kulturen aufeinander. Deshalb ist ein kultursensibles Vorgehen, welches die Bedarfe der 
schon länger in dem Quartier lebendenden Menschen sowie auch die besondere 
Problemlage der Neuzugezogenen in den Blick nimmt, dringend erforderlich. Diese Kulturen 
zusammenzubringen und ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen ist eine Herausforderung, 
der sich Münster gerade in den Problemvierteln stellen muss. Erfahrungen aus dem 
Ruhrgebiet zeigen: Am besten gelingt das durch soziale Arbeit, ergänzt durch soziale 
Kontrolle. 
 
Die ortsüblichen Standards von Sauberkeit, Ordnung, Wohnkultur, Einhaltung geltenden 
Rechts, Abfallmanagement etc. sind am besten durch ein Stadtteilbüro mit einem Stadtteil-/ 
bzw. Quartiersmanager zu vermitteln. Diese/r gewährleistet die notwendige soziale Kontrolle, 
wie sie in den Anfangsjahren des Stadtteils durch einen dort aktiven Hausmeister 
gewährleistet war. Gleichzeitig kann er/ sie ein wichtiger Ansprechpartner für die dort 
lebenden Kinder, aber auch für die alteingesessenen Coerder Bürgerinnen und Bürger sein. 
Viele dieser Menschen sind über 70 und profitieren ebenfalls von der Präsenz und 
Hilfestellung der Quartiermeisterei. 
 
Im sozialen Bereich kümmert sich der/ die Stadtteil-/ Quartiersmanager um die sozialen 
Belange im Quartier, organisiert Begegnung, Teilhabe und ein gutes nachbarschaftliches 
Miteinander. Ein Frauencafé, Hausaufgabenhilfe, gemeinsame Grundstückspflege, 
Gartenprojekte und das Wiederaufleben der dort früher üblichen Lambertus- und anderer 
Nachbarschaftsfeste sind nur einige Beispiele, wie das Zusammenleben der Menschen im 
Quartier dort wieder gelingen kann. 
 
Die Kombination von sozialer Kontrolle und sozialer Arbeit hilft, dem Umkippen der einst 
beliebten Wohngebiete sowie interkulturellen Problemen wirksam vorzubeugen. Im Idealfall 
werden gerade diejenigen Bürgerinnen und Bürger, denen die gemeinsamen Regeln noch 
nicht so vertraut sind, aktiv in diesen Prozess mit einbezogen. Mit ihr werden sozialer 
Frieden, Integration und ein Zusammenwachsen unterschiedlicher Kulturen innovativ und 
vielversprechend gefördert.

Für die soziale Arbeit und die nachbarschaftliche Begegnung sind Räumlichkeiten vor Ort 
nötig. Eines der Hochhäuser verfügt über entsprechende Flächen. Mit dem Eigentümer ist zu 
verhandeln, damit diese zur Verfügung gestellt werden können. Weiterhin ist der Eigentümer 
nach Möglichkeit an den Kosten für das Projekt zu beteiligen. 
Mit dieser Kombination ist ein erster und wichtiger Schritt zur Wiederherstellung der 
Lebensqualität in problematischen Wohngebieten getan. Zugleich kann dieses Pilotprojekt 
ein gutes Vorbild sein, von dem auch die derzeit in Planung befindlichen neuen Stadtteile in 
Münster profitieren können. 
 
 
Weitere Begründung ggf. mündlich. 
 
 
 
 
 
 Bloch   Abbing  Tebbe   und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

19.03.2019 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 6.1 Antrag Entscheidung

Beschluss: zurückgezogen

Zur Sitzung

Orte (8)

  • Mauritzstraße 4
  • Breslauer Straße
  • Gleiwitzer Straße
  • Guerickeweg 25
  • Kiesekampweg
  • Kemperweg
  • Königsberger Straße 4
  • Dachsleite

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Details

Aktenzeichen
A-N/0005/2019
Typ
Antrag an die BV Nord
Datum
08.02.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37