V/0883/2006
Produktions- und Konzeptionsförderung für freie Theater 2007
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Beschlussvorlage
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V/0883/2006 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft Produktions- und Konzeptionsförderung für freie Theater 2007 Bestätigung der Entscheidungen des Kuratoriums Beratungsfolge 28.11.2006 Kulturausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss bestätigt die Förderentscheidungen des Kuratoriums für Produktions- und Konzeptionsförderungen für freie Theater für das Jahr 2007. Die Förderungen stehen unter dem ausdrücklichen Vorbehalt des Ratsbeschlusses über den Haushaltsplan 2007 und die damit ver- bundene Bereitstellung der Haushaltsmittel. Begründung: Auf der Grundlage der Leitlinien für die Produktions- und Konzeptionsförderung für freie Theater hat das Kulturamt vor den Sommerferien dieses Jahres die freien Theaterproduzenten zur Antrag- stellung bis zum 25. August 2006 aufgerufen. Dem Kuratorium lagen in seiner Sitzung am 20. Sep- tember 24 Anträge von 19 Antragstellern vor. Zunächst setzte sich das Kuratorium mit Änderungswünschen bzgl. in 2006 geförderter Produktio- nen auseinander. Einige der in dieser Spielzeit im Pumpenhaus vorgesehenen Produktionsvorha- ben kommen nicht wie ursprünglich geplant zur Umsetzung. So werden die für 2006 vorgesehenen Produktionen „Weihnachtswald“ des „Treacle Theatre“ und „Pornographie“ von „Sursum Corda“ nicht realisiert. Zudem wird die Konzeption von Oliver Wenni- ges zur Umsetzung des Stückes „Prinzessin Horst“, die für 2007 geplant war, vom Autor nicht wei- ter verfolgt. Durch den Ausfall dieser Vorhaben standen dem Kuratorium damit nicht verbrauchte Mittel in Höhe von 22.000 Euro zur Neuvergabe zur Verfügung. Zudem gab es einen Umwidmungswunsch und eine damit verbundene neue Produktionsidee des Theater „T1“: Die ursprünglich für 2006 geplante Produktion „Maria Stuart“ kommt nicht zur Auffüh- rung. „T1“ schlägt vor, stattdessen zeitnah das Stück „Der Lauf zum Meer“ von W. C. Williams um- zusetzen. Das Kuratorium entsprach diesem Änderungswunsch, stellte aber nicht die in 2006 für „Maria Stuart“ gewährte Summe (30.540 Euro) zur Verfügung, sondern gewährte einen Zuschuss für die Neuproduktion in Höhe von 15.000 Euro. Die verbliebenen 15.540 Euro sah das Kuratorium zur Neuvergabe vor. Vorlagen-Nr.: V/0883/2006 Auskunft erteilt: Herr Ermeling Ruf: 492 41 03 E-Mail: ErmelinA@stadt-muenster.de Datum: 25.10.2006 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0883/2006 Der Haushaltsansatz für 2007 beträgt derzeit 170.000 Euro (siehe Leitlinien). Dem Kuratorium war bekannt, dass die Bereitstellung dieser Mittel unter dem ausdrücklichen Vor- behalt des Ratsbeschlusses über den Haushaltsplan 2007 steht. Dieser Vorbehalt wird nach posi- tiver Beschlussfassung im Kulturausschuss in die Zuwendungsbescheide an die Antragsteller auf- genommen. Im Einzelnen hat das Kuratorium seine weiteren Förderentscheidungen wie folgt ausgesprochen: Antragsteller: Cactus – Junges Theater (Barbara Kemmler) Projektplanung 2007 mit 3 Neuproduktionen und einer Wiederaufname Beantragt: 45.000 Euro Zuschuss: 38.000 Euro Das Theater Cactus unter der Leitung von Barbara Kemmler prägt durch seine anspruchs- volle Arbeit den wichtigen Baustein des Ju gendtheaters im Theater im Pumpenhaus und repräsentiert in hervorragender Weise die freie Jugendtheat erarbeit in der Stadt. Die Pro- duktionen von „Cactus – Junges T heater“ sind nicht nur lokal sehr erfolgreich, sondern werden regelmäßig zu überregional bedeutenden Festivals eingeladen. Für 2007 sind drei Neuproduktionen und die Wiederaufnahme der Erfo lgsserie „Das Soap – Ding“ geplant. Das Kuratorium erkennt die dauerhaft qualitativ sehr gute Arbeit von „Cactus“ an und spricht sich für eine Förderung der Produktionsjahresarbeit 2007 aus. Antragsteller: Theater T1 (Thorsten Lensing) Produktion: „Anton Tschechov > Onkel Wanja“ Beantragt: 40.000 Euro Zuschuss: 38.000 Euro Das Kuratorium bescheinigte dem Theater „T1“ eine hohe künstlerische Qualität, die es auch in seinen bisherigen Produktionen immer wieder unter Beweis gestellt hat. Es wünscht sich perspek- tivisch eine kontinuierliche Präsenz von „T1“ im Pumpenhaus und verspricht sich dadurch einen stetigen Qualitätsmoment in dessen Programm. Auch das Konzept der neuen Produktion „Anton Tschechov > Onkel Wanja“ überzeugte das Kuratorium, das demzufolge einen Zuschuss von 38.000 Euro zusprach. Antragsteller: Theater Sycorax (Paula Artkamp, Manfred Kerklau) Produktion „Auswilderung“ Beantragt: 12.500 Euro Zuschuss: 12.500 Euro Seit Jahren steht das Theater Sycorax für die Entwicklung neuer künstlerischer Konzepte in der Theaterarbeit mit Menschen mit psychischen Grenzerfahrungen. „Auswilderung“ ist die zehnte Produktion von Sycorax und stellt den letzten Teil der erfolgreichen Trilogie (I. Der Sehnsuchts- schwimmer 2005; II. Am anderen Ende des Himmels, 2006), die sich mit Bewältigungsstrategien für extreme Lebensmomente auseinandersetzt. Die neue Produktion „Auswilderung“ schließt die Themenreihe ab. Antragsteller: Freuynde & Gaesdte (Jan Christoph Tonigs, Marcell Kaiser) Produktion: „Zwischen den Zeilen“ (Arbeitstitel) Beantragt: 26.000 Euro - 3 - V/0883/2006 Zuschuss: 15.000 Euro Die Theatergruppe Freuynde & Gaesdte präsentiert ihre Produktionen seit Jahren an den unter- schiedlichsten Orten in der Stadt. Das Thema „Les en“ bildet die Basis für die neue Produktion „Zwischen den Zeilen“. Freuynde + Gaesdte beabsichtigen das Stück gemeinsam mit dem Ham- burger Location – Theaterensemble Kunz.Zhuber zu produzieren. Spielorte sollen Bibliotheken in Hamburg und in Münster sein. Das Kuratorium befürwortet eine Förderung der Produktion, hält aber eine Parität bei der Aufteilung des kalkulierten Zuschussbedarfes zwischen Münster und Hamburg für angemessen und beschränkt die Zuschusshöhe auf 15.000 Euro. Antragsteller: Phönix 5 (Harald Redmer) Produktion: „Die große Freiheit“ Beantragt: 35.000 Euro Zuschuss: 34.000 Euro Bei der Bearbeitung des Filmklassikers „Die große Freiheit“ für die Theaterbühne handelt es sich um eine Gemeinschaftsproduktion von „phönix 5“ und dem „Fringe Ensemble“ unter der Regie von Frank Heuel. Die umfangreichen Kooperations- und Co-Produktionsbeziehungen der beiden Theaterlabels sind im Sinne der Zielsetzung des Produktionsförderkonzeptes beispielhaft. Die Zusammenarbeit von Phönix 5 und Fringe Ensemble findet auf kontinuierlich hohem Niveau statt und erhält überregiona- le bundesweite Aufmerksamkeit. Das Kuratorium hält auch das Konzept für die neue Produktion für sehr gelungen und spricht einen Zuschuss i. H. v. 34.000 Euro zu. Darüber hinaus wünscht sich das Kuratorium künftig Anträge von Phönix 5, die über einen einzelnen Produktionsvorschlag hin- aus mittelfristige Perspektiven aufzeigen. Antragsteller: Ohrpilot (Andreas Tiedemann) Produktion: „Zettels Traum“ Beantragt: 35.000 Euro Zuschuss: 15.000 Euro Mittlerweile hat sich Ohrpilot zu einem gut funktionierenden Produktionslabel mit der erkennbaren künstlerischen Handschrift seines Leiters Andreas Tiedemann entwickelt. Mit Arno Schmidts „Zet- tels Traum“ legt Ohrpilot ein Konzept für eine musiktheatrale Umsetzung vor, das eine Vertonung des Romans ohne jede Kürzung und ein Marathon – Theatererlebnis in 88 Stunden vorsieht. Als Spielort in Münster ist das Planetarium im Gespräch. Kooperationspartner sind darüber hinaus das Gasometer in Oberhausen sowie die Arno Schmidt – Stiftung. Das Kuratorium hält den Produkti- onsvorschlag für äußerst interessant, empfiehlt aber eine Kooperation in Münster mit den Städti- schen Bühnen, um ggf. Mitfinanzierungsmöglichkeiten durch das Land NRW zu schaffen. Das Pumpenhaus wird sich gemeinsam mit Ohrpilot mit den Städtischen Bühnen bzgl. dieser Abspra- chen in Verbindung setzen. Das Kuratorium sprach der Produktion daher einen Zuschuss von 15.000 Euro zu. Antragsteller: Theater „klimaelemente“ (Heike Talea Esch) Produktion: „Ich will“ (Arbeitstitel) Beantragt: 20.000 Euro Zuschuss: 10.000 Euro Mit der geplanten Produktion „Ich will“, einem Theaterabend zu den Themen Freiheit und Willens- freiheit, wird Theater „klimaelemente“ seine im vergangenen Jahr mit dem Stück „leidenschaftlich: Hannah Arendt“ erfolgreich begonnene Bühnenarbeit fortsetzen. „leidenschaftlich: Hannah Arendt“ war Preisträger beim Theaterzwang - Festival NRW 2006. Ebenso wie im vergangenen Jahr strebt „klimaelemente“ auch für das neue Stück „Ich will“ an, den Mousonturm Frankfurt als Koprodukti- - 4 - V/0883/2006 onspartner zu gewinnen. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit dem FFT Düsseldorf ge- sucht. Das Kuratorium erkennt auch in dem neuen Vorschlag ein anspruchvolles Konzept und gewährt einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro. Antragsteller: Compagnie Recontre (Jliette Boinay + Olivier Charalambides) Produktion: „Fucking Cool“ Beantragt: 17.500 Euro Zuschuss: 5.000 Euro „Fucking Cool“ ist das neue Tanztheaterstück der Compagnie Recontre, das sowohl im Pumpen- haus als auch innerhalb der Reihe „Tanzspektrum“ im Kleinen Haus der Städtischen Bühnen auf- geführt werden soll. Darüber hinaus verhandelt die Compagnie z. Zt. mit zwei Spielstätten in Frankreich. Das Kuratorium hält das neue Tanztheat erstück der Compagnie, das die extreme me- diale Vermarktung der amerikanischen Kultur zum Thema hat, für förderungswürdig, begrenzt den Zuschuss aber auf 5.000 Euro, da Mitfinanzierungsmöglichkeiten bei den potenziellen Kooperati- onspartnern gesehen werden und sich die Anzahl der Aufführungen im Pumpenhaus begrenzt. Antragsteller: RedArt (Paula Artkamp + Beate Reker) Produktion: „Trash / Reed ohne Titel“ Beantragt: 18.500 Euro Zuschuss: 17.500 Euro Im vergangenen Jahr wurde RedArt eine Konzeptionsförderung gewährt, mit dem Ziel für das Spieljahr 2007 eine umsetzungsfähige Produktion aus der Konzeptidee zu „Trash / Reed ohne Titel“ zu entwickeln. Das Kuratorium hält den nun präsentierten Vorschlag, ein Remix aus Musik, Theater und Film, für förderungswürdig und spricht sich für einen Zuschuss von 17.500 Euro aus. Antragsteller: Herz und Mund (André Sebastian) Produktion: „Der alte Affe Angst“ Beantragt: 30.000 Euro Zuschuss: 10.000 Euro Bei der Produktion „Der alte Affe Angst“ handelt es sich um die Bearbeitung des gleichnamigen Films von Oskar Roehler. Herz und Mund hat in den beiden vergangenen Jahren mit „Die glorrei- chen Sieben“ und „Das Leben der Bohemé“ erfolgreiche Produktionen vorgestellt. Das Kuratorium empfiehlt dem Antragsteller, sich wie bei den vorangegangenen Stücken auf die Suche nach ei- nem Koproduktionspartner zu begeben. Da über einen Koproduzenten und ggf. auch weitere noch nicht angesprochene Förderstellen ein Mitfinanzierungsanteil, der in der vorgelegten Kostenpla- nung noch nicht berücksichtigt war, realisierbar erscheint, spricht sich das Kuratorium für einen begrenzten Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro aus. Antragsteller: MA-KE (Manfred Kerklau) Produktion: „Kisten ohne Aufschrift – Die Erfindung der Hysterie“ Beantragt: 21.400 Euro Zuschuss: 12.500 Euro MA-KE verfolgt mit seinem neuen Projekt den Weg einer eigenen Ästhetik konsequent weiter. Thematisch wird die Veranstaltungsreihe der „Wahnsinnsfrauen“ mit den Produktionen „Zürn“ (2000), „Sexton – Rats on no evil star“ (2003) und „Ich sterbe gleich, Schatz“ (2004) abgeschlos- sen mit der Frage „Ist die Hysterie eine Erfindung? Ist der Wahnsinn gemacht?“ Die Handschrift des Künstlerischen Leiters Manfred Kerklau, der gleichzeitig verwandte Themen mit dem Theater Sycorax bearbeitet, kommt auch in diesem Projekt wieder deutlich zum Tragen. Das Kuratorium - 5 - V/0883/2006 erkennt die gute künstlerische Qualität von MA-KE an und gewährt einen Zuschuss von 12.500 Euro. Gleichzeitig regt es an, eine engere künstlerische Abstimmung und Zusammenarbeit zwi- schen MA-KE und Sycorax dahingehend zu überlegen, das gemeinsame Themengebiet „psychi- sche Grenzerfahrungen“ in der freien Theaterarbeit in Münster stärker und fokussierter erscheinen zu lassen. Ablehnungen: Folgende Anträge wurden einstimmig abgelehnt: 1. Sursum Corda Produktion: „Der Tod eines Bienenzüchters“ 2. Theater Nu Produktion „Theater Nu“ – Impro Theater 3. Theater Formen Antrag auf Konzeptionsförderung 4. Kitunga Projekte Antrag auf Konzeptionsförderung 5. Kitunga Projekte Wiederaufnahme des Stückes „Amo“ 6. Gruppe Rosmarin Produktion „Aber ich entschwand…“ 7. Vor Ort Antrag auf Förderung des Vor-Ort-Festivals 2007 – 2009 8. Transittheater Produktionen „Der Benzinfahrer“ und „Durst“ 9. RedArt Produktion „Sketch oder die Weltanschauung“ 10. RedArt Antrag auf Konzeptionsförderung 11. Ensemble Neubau Produktion „Geld: Spielt keine Rolle“ (hier besteht ggf. die Möglichkeit eines Gastspieles im Pumpenhaus) I. V. gez. Dr. Hanke Stadträtin
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0883/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 02.11.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37