2184/2022
WDR-Beitrag über Finkenberg; Hier: Äußerungen des Herrn Beigeordneten Dr. Rau
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Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HauptA)
5380 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V Vorlagen-Nummer 11.07.2022 2184/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Hauptausschuss 11.07.2022 WDR-Beitrag über Finkenberg; Hier: Äußerungen des Herrn Beigeordneten Dr. Rau Die SPD-Fraktion bittet mit der Anfrage AN/1287/2022 im Hauptausschuss am 11.07.2022 um Be- antwortung der nachfolgenden Fragen. Einleitende Antwort Wie bereits in der Antwort zu TOP 7.2 aus der Hauptausschusssitzung vom 09.05.2022 dargestellt, sind die gesendeten Aussagen von Herrn Dr. Rau aus dem Kontext gelöste Sätze, deren Grundlagen auf einem ausführlichen halbstündigen Interview beruhen. Eine Darstellung, die im Beitrag gesende- ten Sätze stellten seine Wortbeiträge ungekürzt in voller Länge dar, ist demnach nicht zutreffend. Die Verwendung von nur einzelnen Sätzen lassen weder eine fundierte Darstellung des Gesamtverlaufs des Interviews, noch eine differenzierte Berichterstattung zu. Zu den einzelnen Fragen: Frage 1 Wo und in welcher Weise sieht Herr Dr. Rau am Rande der Stadt Köln bessere Lebensbedin- gungen für die von ihm als „leidend“ beschriebenen Menschen? Antwort Während des Interviews hat Herr Dr. Rau die soziodemografische Situation Finkenbergs anhand des 1. Kölner Lebenslagenberichts 2020 (https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/V- 3/koelner_lebenslagenbericht2020_bfrei_.pdf, S. 309 ff.) vorgestellt und die potentiell erhöhten Prob- lemlagen skizziert, wie z.B. die Arbeitslosenquote (2018: 18% Finkenberg gegenüber 7% Köln insge- samt) oder die SGB-II-Quote (44% Finkenberg gegenüber 13% Köln insgesamt). Die Lebensbedin- gungen im Stadtteil wurden auch durch die Einwohnendendichte, die mit 20,2 Personen pro Adresse die zweithöchste der Kölner Stadtteile ist, erläuternd dargestellt. Es wurden ausführlich städtische Maßnahmen beschrieben, die die Lebensqualität für die Menschen in Finkenberg nachhaltig verbessern und sie in die Lage bringen sollen, ihre Selbstwirksamkeit zu erhöhen. Hierzu wurde das Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln" und die Arbeit der vor Ort tätigen Sozialraumkoordinator*innen dargelegt. Das Programm sieht den Aufbau und die Weiterentwicklung von Bürger*innensprechstunden, Bürger*innenfesten, Bil- dungsangeboten, Sportkursen, Kinder- und Jugendfreizeiten bis hin zu Gewaltpräventionskursen und Aufklärungsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen vor. Schließlich hat Herr Dr. Rau das seit 2011 stattfindende Ferienlager Sommercamp Finkenhoven, die Artothek im K.I.K., das Projekt „Frauen in Finkenberg“ und die geplanten Vorhaben „Freies WLan“, Künstlerresidenz, Kinder- und Jugendgesundheit und das Projekt „Zuhause im Veedel“ als städtische Maßnahmen genannt und beschrieben. 2 Die Formulierung eines Leidens bezog sich daher auf die Ergebnisse des Lebenslagenberichts, die auf benachteiligte Lebensverhältnisse von Menschen im Stadtteil hinweisen. Insbesondere auf die hohe Einwohnendendichte war der Hinweis auf möglicherweise bessere Le- bensbedingungen am Rand der Stadt bezogen. Frage 2 Auf Grundlage welcher empirischen Untersuchungen sollen diese Menschen nach Ansicht von Dr. Rau besser aus Köln wegziehen, ohne dass die von ihm verantwortete Sozialverwal- tung für sie nachhaltige Verbesserungen anstrebt? Antwort Herr Dr. Rau hat den Wegzug nicht geraten, sondern im Konjunktiv davon gesprochen, dass er selbst, wenn er „sehr leiden würde“, sich „schon auch überlegen“ würde, „welche anderen Möglichkei- ten“ existierten. Frage 3 Wie ist die Äußerung von Dr. Rau, dass leidende Menschen die Pflicht haben, „zu überlegen, wie wollen wir denn leben" und " wir leben nicht in einem Staat, wo jeder nur rufen kann: "Staat hilf mir!", vereinbar mit der Unterstützung- und Hilfeleistungspflicht der von ihm ver- antworteten Sozial- und Wohnungsverwaltung? Antwort Aus dem ausführlichen Interview geht der Ansatz zum Empowerment und zum Prinzip „fördern und fordern“ hervor. Herr Dr. Rau tritt in verschiedenen Zusammenhängen für das Empowerment ein und erstrebt Hilfeleistungen auf Augenhöhe. Auch Menschen, die Hilfe benötigen oder nachfragen, sollen nach diesen Prinzipien eine aktive und konstruktive Rolle im Quartier einnehmen und dieses Quartier im Zusammenwirken der Quartiersgemeinschaft gemeinsam prägen. Er spricht hierbei von „Verant- wortlichengemeinschaften“ und die Besinnung auf die „Stärke“. Frage 4 Gibt es empirische Untersuchungen, dass die Bewohner*innen in Finkenberg inaktiv in Bezug auf ihre Lebensumstände sind und stattdessen nur auf staatliche Hilfe pochen? Antwort Herr Dr. Rau liegen keine Hinweise darauf vor, dass Menschen mit Anspruch auf Hilfeleistungen inak- tiv sind. Frage 5 Mit welchen konkreten Maßnahmen unterstützt die Sozialverwaltung des BG Dr. Rau die Miete- rinnen und Mieter bei der Durchsetzung ihrer Rechte gegenüber den global agierenden Immo- bilien-Konzernen? Antwort Das Amt für Wohnungswesen nimmt seine Rolle im Rahmen des Wohnraumstärkungsgesetzes wahr und unterstützt Mietende bei Meldung von Missständen hinsichtlich deren Beseitigung. Diese Unter- stützung leistet das Amt auf Veranlassung der Mietenden gegenüber allen und nicht nur gegenüber global agierenden Immobilien-Konzernen. Gez. Reker
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 2184/2022
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HA)
- Datum
- 11.07.2022
- Erstellt
- 07.07.2022 13:24