Offenlage nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) zum Bebauungsplan-Entwurf Nr. 67435/06,Arbeitstitel: "Campus Kartause (Kartäuserwall 24b)" in Köln- Altstadt/Süd
Mitteilung Ausschuss 1525/2022 vom 18.05.2022
Stand: Am 02.06.2022 in der Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Anlage 3 BP Entwurf Blatt 1
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TGa Zeichenerklärung I,III S,W Bestand Es wird bescheinigt, dass diese Planunterlage den Bestimmungen des § 1 Abs. 2 Plan ZV entspricht. (Stand 07.06.2017) sead Vermessung Vermessungsbüro Dieper und Henkel Bayenstr. 65 50678 Köln öffentlich bestellter Vermessungsingenieur/in Köln, den Der Stadtentwicklungsausschuss hat die Einleitung des Planverfahrens am 05.12.2019 nach § 12 Abs. 2 BauGB in Anwendung des beschleunigten Verfahrens nach § 13a beschlossen. Der Beschluss wurde am 29.01.2020 ortsüblich bekannt gemacht. gez. Reker Oberbürgermeisterin Köln, den 16.01.2020 Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung hat in der Zeit vom 24.06.2020 bis zum 08.07.2020 nach § 3 Abs. 1 BauGB stattgefunden. Bezirksbürgermeister/in Köln, den Der Planentwurf hat in der Zeit vom bis nach § 3 Abs. 2 BauGB mit Begründung öffentlich ausgelegen. Die Oberbürgermeisterin Stadtplanungsamt Im Auftrag Köln, den Oberbürgermeisterin Köln, den Der Planentwurf ist nach § 4 a Abs. 3 BauGB durch Beschluss des Rates am geändert worden. Oberbürgermeisterin Köln, den Der Rat hat diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in seiner Sitzung am nach § 10 Abs. 1 BauGB als Satzung mit Begründung nach § 9 Abs. 8 BauGB beschlossen. Oberbürgermeisterin Köln, den Der Satzungsbeschluss des vorhaben- bezogenen Bebauungsplans durch den Rat einschließlich des Hinweises nach § 10 Abs. 3 BauGB wurde am ortsüblich bekannt gemacht. Mit der Bekanntmachung tritt der vorhabenbezogene Bebauungsplan in Kraft. Für den Planentwurf Vorhabenträger/in Evangelischer Kirchenverband Köln und Region Kartäusergasse 9 - 11 50678 Köln Köln, den Beigeordneter Köln, den Für den Planentwurf Dezernat VI, Planen und Bauen 46.71 D PLANUNG ZEICHENERKLÄRUNG Grenze des räumlichen Geltungs- bereiches des vorhabenbe- zogenen Bebauungsplans Mit Geh-, Fahr- und Leitungs- rechten zu belastende Flächen Baulinie Satteldach / WalmdachSD/WD Grenzen zwischen verschiedenen Nutzungen Straßenbegrenzungslinie auch gegenüber Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung Ein- und Ausfahrtsbereich BESTAND vorhandene Gebäude Durchfahrt Flurgrenze Flurstücksgrenze vorhandene Höhenlage über NHN47,86 Grundstücksfläche nicht überbaubar | überbaubar Gebäudehöhe in m über Normal- höhennull (NHN) (als Höchstmaß)GH GrundflächenzahlGRZ Baugrenze Traufhöhe in m über Normal- höhennull (NHN) (als Höchstmaß)TH Tiefgaragen Lärmpegelbereiche z. B. III Baum zu pflanzen Art der baulichen Nutzung, z.B. Wohnen / Gewerbe Wohnen / Gewerbe NACHRICHTLICHE ÜBERNAHME FlachdachFD Hauptfirstrichtung Baum zu erhalten Zahl der Vollgeschosse als Höchstmaß z.B. IV Firsthöhe in m über Normal- höhennull (NHN) (als Höchstmaß)FH Durchgang / Arkaden GeschossflächenzahlGFZ Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen Straßenverkehrsflächen Geltungsbereich des Vorhaben- und Erschließungsplanes Zaun Mauer Böschung Zahl der VollgeschosseI,III DachformS,W Baum Bahngleise Bordstein topografische Begrenzung Gemarkungsgrenze Gebäudehöhe in m über Normal- höhennull (NHN) (zwingend) Traufhöhe in m über Normal- höhennull (NHN) (zwingend)TH GH 26 87 151 37 196 114 10 280/27 24 31 46 21 210/92 19 26 11 132 42 22 57 188 182 1029/102 13-15 694/102 25 32 294 7 b 14 a 128 14 599/145 28 12 5 28 a 152 48 14 20 7 59 22 1030/102 236/51 295/8 14 263 217/35 24 105/28 277/91 425 171 26 134 61 23135/36 106 34 41 45 27 38 323 24 612/102 30 a 9 17 141/29 173 49 199 16 33 47 598/145 30 279/27 18-20 98/30 45 16 103 613/102 5 24 b 104773/102 6 55 31 126/28 97/30 695/102 3 24 a 95/29 158 53 296 47 133 181 127/29 7 c 27 a 12 32 8 444 128/93 29 18 22 Gemarkung Köln 50.01 III F 50.02 49.20 F 49.91 49.93 49.13 49.92 49.1649.15 49.81 49.16 49.06 S F 49.88 F 49.91 I 49.44 50.19 F I 50.00 50.02 I 49.86 49.80 48.97 49.93 49.80 49.79 49.83 50.10 50.06 MD 49.60 48.88 II 48.87 F 48.76 FF 49.5649.47 48.83 50.02 49.95 50.02 I 50.11 49.10 48.95 48.80 I 49.03 48.87 III 50.17 50.12 II 50.15 50.23 48.98 50.01 49.88 49.91 49.19 50.06 49.68 F 50.09 50.19 50.30 50.29 49.98 50.19 50.09 I F I II I 50.05 F 50.18 I 49.95 48.81 S S I 49.51 49.62 49.26 49.52 50.26 F 50.37 50.32 49.96 49.67 48.73 49.42 49.2149.16 I 49.26 49.18 49.29 49.22 49.10 49.19 49.09 49.07 49.19 49.20 49.21 49.07 49.02 49.10 S 48.75 48.71 49.04 49.06 49.29 49.15 III 48.94 48.91 F 48.88 48.93 I 48.96 49.17 Flur 13 F III 49.02 F 48.95 48.92 F F I 48.74 48.67 48.74 I 48.82 F Brunostraße 7 Kartäusergasse Kartäuserwall F Kartäuserhof Sachsenring S S F III IV F III IV IV S IV I F S I III S IIIS P I S IV S I S S IV F W F 49.57 I III F F I III IV ZD I III III S 49.74 II I I S Kinderg. F I III S I S IV S S IV I S F II S IV S F S II III 49.88 F Kindergarten F III III I III S F II 49.85 F II V III III F II III IV I I 49.79 F 49.71 III S II IV 49.55 F S I 49.66 F F S F F I S F I IV W I I 49.72 I III 49.72 III 49.64 W II II F S I 49.58 50.01 49.82 II I F S S S II I S F III F I III MD S S I I 49.65 III I S III III IV III I S IV IV III IV S S IV I F F III S II F II W III III I II I S F F III F S I III I S I II I I F I IV III F F F III S F I II Arkaden TGa TGa Ein-und Ausfahrt Bildungs- einrichtung Wohnen / Gewerbe Wohnen / Verwaltung TGa TGa TGa GRZ 0,6 GFZ 1,6 III FD GH 61,4 IV FD GH 64,8 III FD GH 61,4 IV FD GH 64,8 IV FD GH 64,8 IV SD/WD TH 64,5 FH 69,5 IV FD GH 64,6 I FD GH 55,6 I FD GH 55,3 I FD GH 54,6 V FD GH 68,7 Durchgang LPB IV LPB III Überdachter Arkadengang GH 54,5 D D GH 53,10 LPB IV LPB III Gehrecht ÜberdachterArkadengangGH 50,1 Spielplatz Arkaden Arkaden TH 64,42 GF D TGa GF GF TGa Gehrecht GH 51,85 GH 53,10 GH 51,85 Straßen- verkehrsfläche 1,5 1,5 14,7 5,2 9,6 2,9 2,5 8,6 3,0 2,7 14,7 30,9 2,7 6,9 5,6 16,0 10,9 3,0 2,7 49,8 6,0 7,7 12,0 2,7 8,7 2,1 2,5 14,5 2,7 2,7 47,1 8,6 9,9 15,0 20,1 9,6 12,0 13,5 2,6 10,1 1,9 23,1 17,1 2,0 11,1 3,0 1,0 1,0 N LPB z.B. IIIGF Gemeinschafts-Fahrradabstell- plätze Maßstab 1:250 0 10 20 25 Meter5 15 Vorhabenbezogener Bebauungsplan-Entwurf Nr. 67435/06 und Vorhaben- und Erschließungsplan Campus Kartause (Kartäuserwall 24b) in Köln-Altstadt/Süd Blatt 1 von 3 -Offenlage- Denkmalschutz Anlage 3 -
Anlage 1 Übersichtsplan
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Planwirkungsbereich der Vorlage zur Orientierung von Mitgliedern des Rates, der Ausschüsse und der Bezirksver- tretungen, die wegen Befangenheit an den Beratungen zu diesem Tagesordnungspunkt nicht teilnehmen dürfen. Anlage 1 0 5025 100 150 Meter N Stadtplanungsamt Geltungsbereich des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes 67435/06 Campus Kartause (Kartäuserwall 24b) in Köln-Altstadt/Süd Maßstab 1 : 2 500 -
Anlage 6 TF DIN A4
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/ 2 A N L A G E 6 Textliche Festsetzungen zum vorhabenbezogenen Bebauungs- plan–Entwurf Nummer 67435/06 Campus Kartause (Kartäuserwall 24b ) in Köln-Altstadt/Süd A TEXTLICHE FESTSETZUNGEN 1 Art der baulichen Nutzung (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB) 1.1 Bildungseinrichtung (Haus der Bildung) Innerhalb des als Bildungseinrichtung festgesetzten Bereichs sind zulässig: Nutzungen, die dem Betrieb einer Bildungseinrichtung dienen, insbesondere: Seminarräume (inkl. Lehrküche, Raum der Stille, Bibliothek) und Kinderbetreuungs- räume, Veranstaltungsraum für maximal 140 Personen, Büro-, Besprechungs- und Personalräume, Gastronomie im Erdgeschoss mit einer Geschossfläche von maximal 230 qm, Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke, ergänzende nicht störende gewerbliche Nutzungen. 1.2 Wohnen / Gewerbe Innerhalb des mit Wohnen / Gewerbe festgesetzten Bereichs sind ab dem 1. Obergeschoss aus- schließlich folgende Nutzungen zulässig: Wohnen, einzelne Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreiben- der, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben. Im Erdgeschoss sind folgende Nutzungen zulässig: Gastronomie, Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke, sonstige nicht störende gewerbliche Nutzungen. 1.3 Wohnen / Verwaltung Innerhalb des mit Wohnen / Verwaltung festgesetzten Bereichs sind ab dem 1. Obergeschoss aus- schließlich folgende Nutzungen zulässig: Wohnen, Studentisches Wohnen / Studierendenwohnheim, Betreutes Wohnen / Wohngruppen / Pflegeeinrichtungen, einzelne Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreiben- der, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben. Im Erdgeschoss sind folgende Nutzungen zulässig: Büro-, Besprechungs- und Personalräume, Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke, sonstige nicht störende gewerbliche Nutzungen. - 2 - / 3 1.4 Spielplatz Innerhalb des als Spielplatz festgesetzten Bereichs sind zulässig: Spielanlagen. 1.5 Bedingte Festsetzung Gemäß § 12 Abs. 3a in Verbindung mit § 9 Abs. 2 BauGB sind im Rahmen der festgesetzten Nut- zungen nur solche Vorhaben zulässig, zu deren Durchführung sich der Vorhabenträger im Durch- führungsvertrag verpflichtet. 2 Maß der baulichen Nutzung (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB) 2.1 Grundflächenzahl (GRZ) Gemäß § 19 Abs. 4 Satz 3 BauNVO kann die zulässige GRZ durch Nebenanlagen im Sinne des § 14 Abs. 2 BauNVO, durch Nebenanlagen auf den dafür festgesetzten Flächen, die im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Nebenanlagen und bauliche Anlagen unterhalb der Gelände- oberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, bis zu einer GRZ von 0,8 über- schritten werden. 2.2 Höhen von Gebäuden/ Gebäudeteilen Die Höhen der Gebäude und Gebäudeteile werden folgendermaßen in Meter festgesetzt: Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit Flachdach gilt als oberster Bezugspunkt der obere Ab- schluss der Gebäudeaußenwand (Oberkante Attika) – Gebäudehöhe (GH). Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit geneigtem Dach gilt als oberster Bezugspunkt der oberste Schnittpunkt der geneigten Dachflächen – Firsthöhe (FH). Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit geneigtem Dach wird die Traufhöhe als Schnittpunkt der Gebäudeaußenwand mit der Oberkante des geneigten Daches festgesetzt –Traufhöhe (TH). Der untere Bezugspunkt für die Festsetzung der Höhen ist Normalhöhennull (NHN). Gemäß § 16 Abs. 6 BauNVO können die festgesetzten Höhen der Gebäude und Gebäudeteile durch Dachaufbauten, wie Aufzugsüberfahrten, Lüftungseinrichtungen, Kamine, Rauchwärmeab- züge, Antennen, Blitzschutzeinrichtungen, Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien (Photo- voltaikelemente) sowie sonstige Technikaufbauten, um bis zu 2,3 m überschritten werden. Gelän- der von im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Dachterrassen, soweit diese nicht als geschlossene Wand ausgeführt werden, Dachausstiege / Oberlichter und Brandgiebel können die festgesetzten Höhen der Gebäude und Gebäudeteile um bis zu 1,0 m überschreiten. Der Flächenanteil der Bauteile, die festgesetzte Höhen überschreiten, darf insgesamt 30% der Dachfläche nicht übersteigen. Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien sind, außer im Be- reich intensiver Dachbegrünung, ohne Flächenbeschränkung zulässig. Die Dachaufbauten, ausgenommen Geländer von Dachterrassen, Dachausstiege / Oberlichter, Aufzugsüberfahrten und Brandgiebel, müssen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäu- deaußenkante zurücktreten. 3 Überbaubare Grundstücksfläche (§ 23 BauNVO) Gemäß § 23 Abs. 2 Satz 3 in Verbindung mit Abs. 3 Satz 3 BauNVO werden für die überbaubaren Grundstücksflächen folgende Ausnahmen festgesetzt: Eingänge und Loggien dürfen um bis zu 2,5 m hinter der Baulinie am Kartäuserwall zurücktreten, soweit sie einzeln eine Breite von 3,0 m und in der Summe ein Drittel der Breite der Gebäudefas- sade je Geschoss nicht überschreiten. Im Erdgeschoss ist für den Zu- und Ausfahrtsbereich der Tiefgarage eine Öffnung in einer Gesamtbreite von bis zu 9 m zulässig. - 3 - / 4 Die parallel zur süd-östlichen Plangebietsgrenze festgesetzten Baulinien dürfen für Abdeckungen zum Anschluss der geplanten Bau- und Gebäudeteile an die denkmalgeschützte Mauer um bis zu 0,6 m überschritten werden. Die Baugrenzen und Baulinien dürfen innerhalb des Plangebiets durch unterirdische Bohrpfähle um bis zu 3,0 m und für Belüftungs- und Entrauchungsschächte um bis zu 1,0 m überschritten wer- den. Eine Überschreitung der Baugrenzen und Baulinien in Bereiche öffentlicher Verkehrsflächen ist nicht zulässig. Die Baugrenzen und die Baulinie am Kartäuserwall dürfen durch zulässige Werbeanlagen entspre- chend den gestalterischen Festsetzungen unter Punkt B Nr. 3 überschritten werden. Baugrenzen dürfen durch überdachte Arkadengänge auf den dafür festgesetzten Flächen über- schritten werden. Dachterrassen dürfen die für das 3. OG festgesetzten Baugrenzen um bis zu 2,7 m überschreiten, sofern sie dabei die für das 2. OG maßgeblichen Baugrenzen einhalten. 4 Geländehöhen (§ 9 Abs. 3 BauGB) Gemäß § 9 Abs. 3 BauGB wird die Höhe der Geländeoberfläche mit 50,0 m ü NHN festgesetzt. Geringfügige Abweichungen sind zur Neigung des Geländes für die Oberflächenentwässerung und zur Geländeanpassung an Grundstücksgrenzen zulässig. Unterschreitungen der festgesetzten Höhe der Geländeoberfläche zur Ausbildung des Fußweges zur Kartäusergasse (bestehende Ge- ländehöhe 49,0 m ü NHN) sowie der angrenzenden Fläche für Gemeinschafts-Fahrradabstell- plätze und Trafo sind zulässig. Für den im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Medita- tionshof / Tiefhof wird eine Geländehöhe von 46,4 m ü NHN festgesetzt. 5 Stellplätze und Nebenanlagen (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB) Gemäß § 12 Abs. 6 BauNVO sind Pkw-Stellplätze nur unterirdisch innerhalb der festgesetzten Flä- che für Tiefgaragen (TGa) zulässig. Fahrradabstellstellplätze sind in der Tiefgarage und auf den als Gemeinschafts-Fahrradabstellplätze (GF) festgesetzten Flächen zulässig. Innerhalb der Fläche für Tiefgaragen (TGa) sind unterirdische Aufenthaltsräume, Lagerflächen, Ab- stell-, Technik-, und Nebenräume sowie Fahrradabstellplätze gemäß § 48 BauO NRW auch außer- halb der überbaubaren Grundstücksfläche zulässig. Gemäß § 14 Abs. 1 Satz 3 BauNVO sind Nebenanlagen mit Ausnahme von Nebenanlagen im Sinne des § 14 Abs. 2 BauNVO nur auf den hierfür festgesetzten Flächen, den im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Flächen sowie innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen zulässig. Nebenanlagen im Sinne des § 14 Abs. 2 BauNVO sind abweichend hiervon sowohl inner- halb als auch außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen zulässig. 6 Geh-, Fahr- und Leitungsrechte (§ 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB) Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB sind die in der Planzeichnung mit einem Geh-, Fahr- und Lei- tungsrecht bezeichneten Flächen mit einem Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit zu belasten. 7 Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen (§ 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB) 7.1 Schallschutzmaßnahmen an Außenbauteilen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB sind passive Schallschutzmaßnahmen entsprechend den in der Planzeichnung festgesetzten Lärmpegelbereichen (LPB) an den Außenbauteilen von schutz- bedürftigen Räumen nach Maßgabe von Kapitel 7 der DIN 4109-1 (Schallschutz im Hochbau, Aus- gabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin) zu treffen. Grundlage hierfür sind die maßgebli- chen Außenlärmpegel nach DIN 4109-1 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin). - 4 - / 5 Die Zuordnung zwischen den festgesetzten Lärmpegelbereichen und den maßgeblichen Außenlärmpegeln ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle. Lärmpegelbereich Maßgeblicher Außenlärmpegel La dB I 55 II 60 III 65 IV 70 V 75 VI 80 VII > 80 a a Für maßgebliche Außenlärmpegel La > 80 dB sind die Anforderungen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten festzulegen. Ergänzung: Es handelt sich um dB(A)-Werte Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bau- ordnungsrechtlichen Verfahren anhand einer schalltechnischen Untersuchung ein niedrigerer maß- geblicher Außenlärmpegel an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nachgewiesen wird. Hinweis: Die in der Planzeichnung festgesetzten Lärmpegelbereiche beruhen auf der freien Schal- lausbreitung. 7.2 Fensterunabhängige Belüftung Bei Schlaf- und Kinderzimmern ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallgedämmte Lüftungseinrichtun- gen oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen sicherzustellen. 7.3 Betriebszeiten Die Außengastronomie, der Veranstaltungsraum sowie der Meditationshof / Tiefhof dürfen aus- schließlich im Tagzeitraum zwischen 6:00 und 22:00 Uhr betrieben werden. 7.4 TG-Rampe Die Tiefgaragenrampe ist an Wänden und Decke schallabsorbierend mit einem bewerteten Schallabsorptionsgrad von αW ≥ 0,8 auszuführen. 7.5 Immissionsrichtwerte Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne von § 3 Abs. 1 BImSchG ist sicherzu- stellen, dass an maßgeblichen Immissionsorten im Sinne von Nr. 2.3 der TA Lärm innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans die für Mischgebiete geltende Immissionsrichtwerte nach Nr. 6.1 der TA Lärm von 60 dB(A) im Tagzeitraum bzw. 45 dB(A) im Nachtzeitraum sowie auf den nachfolgend genannten Grundstücken westlich der Straße Kartäuserhof die für allgemeine Wohn- gebiete geltende Immissionsrichtwerte von 55 dB(A) im Tagzeitraum bzw. 40 dB(A) im Nachtzeit- raum nicht überschritten werden. Neben den innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans gelegenen Grundstücken bezieht sich Satz 1 auf die nachfolgend genannten Flurstücke in der Flur 13 der Gemarkung Köln: 280/27, 279/27, 26, 105/28, 126/28, 127/29, 95/29, 141/29, 97/30, 98/30, 31, 32, 33, 34, 217/35, 135/36, 37, 38, 277/91, 210/92 sowie 128/93. - 5 - / 6 Die Einhaltung der Festsetzung ist im Baugenehmigungsverfahren durch einen anerkannten Sach- verständigen bzw. eine anerkannte Sachverständige nachzuweisen. 8 Bepflanzung und Begrünung (§ 9 Abs. 1 Nr. 25a und b BauGB) Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 a BauGB sind im Bebauungsplangebiet folgende Begrünungsmaßnah- men durchzuführen und dauerhaft zu erhalten: 8.1 Begrünung der Freianlagen und der Tiefgarage Die in der Planzeichnung festgesetzten Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungs- plans dauerhaft mit Rasen, Gräsern HH 7 (BR 132), Stauden und / oder Sträuchern BB 1 (GH 51) und Hecken BD 3 (GH 412) zu bepflanzen. Innerhalb der Flächen, die in der Planzeichnung als Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen festgesetzt sind, ist das Anlegen von Spritzschutzstreifen in einer Tiefe von bis zu 30 cm sowie die Anordnung von Belüftungs- und Entrauchungsschächten in einer Tiefe von bis zu 1,0 m zulässig. Entlang der denkmalgeschützten Mauer ist die Ausbildung einer Schotterrasenfläche in einer Tiefe von bis zu 50 cm gemessen von der äußeren Begrenzung der Mauer auf Höhe der Geländeoberfläche zulässig. Außerhalb der Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sind Grundstücksflächen (nicht unterbaute Flächen und der obere Abschluss der Tiefgarage (TGa)) dauerhaft mit Rasen, Gräsern HH 7 (BR 132), Stauden und / oder Sträuchern BB 1 (GH 51) zu begrünen, soweit diese nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielplätzen, Fahrradabstellanlagen, Mül- laufstellflächen und sonstigen Nebenanlagen entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans überbaut werden. Die Vegetationstragschicht oberhalb der Tiefgarage (TGa) ist mit einer mindestens 30 cm tiefen Bodensubstratschicht zuzüglich einer Filter- und Drainschicht auszubilden. 8.2 Dachbegrünung Mindestens 45 % der Flachdachfläche der eingeschossigen Gebäudeteile mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 54,6 m ü NHN (Lehrküche) sowie mindestens 65 % der Flachdach- fläche der eingeschossigen Gebäudeteile mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 55,3 m ü NHN (Veranstaltungsraum) sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Er- schließungsplans mit einer intensiven Dachbegrünung mit Rasen, Gräsern (HH 7 / BR 132) Stau- den und / oder Gehölzen (BB 1 / GH51) zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 30 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten. Mindestens 65 % der Flachdachflächen mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 51,85 m ü NHN sowie mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 53,10 m ü NHN (Ab- deckung der Tiefgaragenrampe) sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Er- schließungsplans mit einer intensiven Dachbegrünung aus Rasen, Gräsern (HH 7 / BR 132) Stau- den und / oder Gehölzen (BB 1 / GH51) zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 20 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten. Mindestens 50 % der Flachdachflächen der ein-, drei- und viergeschossigen Gebäudeteile mit fest- gesetzten maximalen Gebäudehöhen von 54,5 m ü NHN, 55,6 m ü NHN, 61,4 m ü NHN, 64,6 m ü NHN und 64,8 m ü NHN sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungs- plans mit einer extensiven Dachbegrünung DC1 / DC3 (NB6243 / NB6244) zu bepflanzen. Die Ve- getationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drain- schicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten. - 6 - / 7 Ausgenommen von der Dachbegrünung sind Dachterrassen entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans, technische Aufbauten, Dachausstiege / Oberlichter, Wege zu Wartungs- und Revisionszwecken sowie konstruktionsbedingte Rand-/ Anschlussstreifen. 8.3 Fassadenbegrünung Die geschlossenen Wandflächen, für die im Vorhaben- und Erschließungsplan eine Fassadenbe- grünung dargestellt ist, sind dauerhaft mit einer Kletterpflanze je laufendem Meter bei Selbstklim- mern bzw. mit einer Kletterpflanze je zwei laufenden Metern Wand bei Rank- und Schlingpflanzen zu begrünen. Bei Rank- und Schlingpflanzen ist eine Kletterhilfe vorzusehen. 8.4 Anpflanzen von Bäumen An den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten sind Laubbäume zu pflanzen. Von den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten kann um bis zu 5 m abgewichen werden. 8.5 Erhalt von Bäumen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 b BauGB sind die in der Planzeichnung als zu erhaltend festgesetzten Bäume dauerhaft zu erhalten und bei Verlust zu ersetzen. B GESTALTERISCHE FESTSETZUNGEN Gemäß § 9 Abs. 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Abs. 1 und 2 BauO NRW werden folgende ge- stalterische Festsetzungen getroffen: 1. Dachgestaltung In den mit FD (Flachdach) festgesetzten Bereichen, sind ausschließlich Flachdächer zulässig. Dä- cher mit einer Neigung bis maximal 5 Grad gelten als Flachdächer. In den mit SD/WD (Satteldach/Walmdach) festgesetzten Bereichen sind Gebäude mit traufständi- gem Dach mit einer Dachneigung von 40 bis 45 Grad zu errichten. Der Anschluss an das süd-östli- che Bestandsgebäude (Kartäuserwall 24 a) ist über ein Satteldach herzustellen. Der nördliche Ab- schluss des Gebäudeteils mit festgesetztem Satteldach/Walmdach ist über ein Walmdach herzu- stellen. Für geneigte Dächer sind nur nicht glänzende Dacheindeckungen in dem Farbton schwarzgrau zu- lässig. Technische Dachaufbauten – ausgenommen Photovoltaikelemente – müssen ab einer Aufstellflä- che von 10 qm zu allen Ansichtsseiten über Lamellen oder ähnliche Sichtschutzelemente einge- fasst werden. 2. Gebäudefassaden und Bodenbeläge Gebäudefassaden – abgesehen von Geländern, Sichtschutzelementen von technischen Aufbauten und Bauteilen in Öffnungen – und Bodenbeläge außerhalb von Gebäuden dürfen nur in den Far- ben hellgrau oder beige mit einer Albedo > 50 gemäß VDI-Richtlinie 3789 „Wechselwirkungen zwi- schen Atmosphäre und Oberflächen – Berechnung der spektralen kurz- und der langwelligen Strahlung“ hergestellt werden. 3. Werbeanlagen Werbeanlagen sind nur an den hofseitigen Gebäudefassaden und an den Fassaden zum Kartäu- serwall an der Stätte der Leistung sowie an der geplanten Einfriedungsmauer am Kartäuserwall zulässig. Auf Gebäudefassaden ist das Anbringen einer Werbeanlage ab einer Höhe von 53,0 m ü. NHN erlaubt. Ein Überschreiten der tatsächlichen Gebäudehöhe oder Traufhöhe durch die Ober- kante der Werbeanlage ist nicht zulässig. Bei der Gebäudefassade, die unmittelbar an die öffentli- che Verkehrsfläche am Kartäuserwall grenzt, ist die Lage der Werbeanlage auf den Bereich unter- halb der Unterkante der Fensterbrüstung des 1. OG beschränkt. - 7 - / 8 Die jeweilige Werbeanlage ist nur in Form eines Schriftzuges aus Einzelbuchstaben oder als Sig- net zulässig. Werbeanlagen dürfen nur bis 1,0 qm zusammenhängende Fläche beanspruchen, es sei denn, es handelt sich um einen Schriftzug aus Einzelbuchstaben, der auf einer Wand- oder Mauerfläche angebracht ist und eine maximale Höhe von 0,5 m sowie eine Länge von 3,0 m nicht überschreitet. Einschließlich deren Befestigungen und Beleuchtungen dürfen diese Werbeanlagen maximal 0,25 m von der jeweiligen Wandfläche vortreten. Ausgenommen hiervon ist ein rechtwink- lig zur Hauswand angebrachtes Hinweisschild (Ausleger) für die Gastronomie, das mit einer maxi- malen Höhe von 1,0 m, einer maximalen Tiefe von 0,25 m und einer Auskragung von maximal 0,8 m zulässig ist. Die zulässige Zahl an Werbeanlagen ist auf maximal fünf Stück beschränkt. Werbeanlagen, die unter der Verwendung der Leuchtdioden (LED)-Technik oder selbstleuchtend hergestellt werden, sind nicht zulässig. Werbeanlagen dürfen nur hinterleuchtet sein. Werbeanlagen mit im Tagesverlauf wechselnden oder mit bewegten Sichtflächen (Projektionen, Vi- deos, Animationen o. ä.) sowie akustisch unterstützte beziehungsweise ausschließlich akustische Werbeanlagen sind nicht zulässig. 4. Müllsammelplätze und Einfriedungen Standplätze für Abfallbehälter sind nur innerhalb der Gebäude sowie unterirdisch zulässig. Sie können ausnahmsweise dann an anderer Stelle zugelassen werden, wenn sie eingehaust oder mit Mauern, Sträuchern oder Hecken optisch von drei Seiten von der Straße abgegrenzt werden. Von der vorgenannten Anforderung sind Unterflursysteme und deren oberirdisch sichtbare Teile ausge- nommen. Als Einfriedung zur Straße Kartäuserwall ist im Bereich der temporären Müllaufstellfläche und der Fahrradabstellanlage eine Einfriedung in Form einer Mauer in Höhe von maximal 1,2 m entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans zulässig. 5. Satellitenempfangsanlagen / Mobilfunksendeanlagen Parabolantennen für den Satellitenrundfunkempfang sind nur auf den Dachflächen zulässig. Mobilfunksendemasten und -anlagen sind auf den Dachflächen nicht zulässig. C NACHRICHTLICHE ÜBERNAHME Gemäß § 9 Abs. 6 BauGB werden die nach anderen gesetzlichen Vorschriften getroffenen Fest- setzungen, gemeindliche Regelungen zum Anschluss- und Benutzungszwang sowie Denkmäler nach Landesrecht nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen. Denkmalschutz Die nachstehenden nach § 3 Denkmalschutzgesetz (DSchG) unter Schutz gestellten Baudenkmale befinden sich anteilig innerhalb des Plangebiets: unter der Nr. 918 wurde ab 18.01.1982 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kar- täusergasse 5, 9, Kartäuserhof 7, 9, 11, 13-15. 17, 19, 21, 23, 25, 27, Kartäuserwall 24, 24a unter der Nr. 917 wurde ab 18.01.1982 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäusergasse 7 Bestandteil des eingetragenen Denkmals des ehemaligen Kartäuserklosters ist eine Umfassungs- mauer, die entlang der nördlichen Grundstücksgrenze zur Kartäusergasse und der östlichen Grundstücksgrenze zu den Grundstücken entlang des Kartäuserhofes verläuft, die anteilig angren- zend bzw. Teil des Plangebietes ist. - 8 - / 9 D HINWEISE Rechtsfolgen Innerhalb des Plangebietes bestehende Rechtssetzungen aufgrund des Preußischen Fluchtlinien- gesetzes, des Aufbaugesetzes NW, des Bundesbaugesetzes oder des Baugesetzbuches treten mit der Rechtsverbindlichkeit dieses Bebauungsplanes außer Kraft. Rechtsgrundlagen Es gilt das Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBl. I S. 3634). Es gilt die Baunutzungsverordnung (BauNVO) vom 23. Januar 1990 (BGBl. I S. 132) in der Fas- sung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I S. 3786). Es gilt die Planzeichenverordnung (PlanZV) vom 18. Dezember 1990 (BGBl. I S. 58). Es gilt die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen – Landesbauordnung 2018 - (BauO NRW 2018) vom 21. Juli 2018 (GV. NRW. S. 421). Es gilt jeweils die bei Erlass dieser Satzung geltende Fassung. DIN-Vorschriften und sonstige anzuwendende Regelwerke DIN-Vorschriften und sonstige private Regelwerke, auf die in den textlichen Festsetzungen des Be- bauungsplanes verwiesen wird, sind jeweils in der bei Erlass dieser Satzung geltenden Fassung anzuwenden und werden beim Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln Plankammer, Zimmer 06. E 05, Stadthaus Deutz, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, während der Öffnungszeiten zur Einsichtnahme bereitgehalten. Lärm- und Luftschadstoffimmissionen Das Plangebiet ist durch erhöhte Lärm- und Luftschadstoffimmissionen vorbelastet. Im Baugeneh- migungsverfahren ist nachzuweisen, dass die immissionsschutzrechtlichen Anforderungen insbe- sondere mit Blick auf die geplanten Stellplätze für die Gastronomie eingehalten werden. Denkmalschutz Die nachstehenden nach § 3 Denkmalschutzgesetz (DSchG) unter Schutz gestellten Baudenkmale befinden sich direkt angrenzend an das Plangebiet und wurden in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: unter der Nr. 4280 wurde ab 30.09.1987 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäusergasse 5 unter der Nr. 917 wurde ab 18.01.1982 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kar- täusergasse 7 unter der Nr. 918 wurde ab 18.01.1982 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kar- täusergasse 5, 9, Kartäuserhof 7, 9, 11, 13-15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, Kartäuserwall 24, 24a unter der Nr. 2558 wurde ab 23.07.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserhof 1a, 1b unter der Nr. 2559 wurde ab 23.07.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserhof 7 unter der Nr. 1342 wurde ab 09.03.1983 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserhof 9 (mit Hinterhaus) unter der Nr. 2163 wurde ab 23.03.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserwall 22 unter der Nr. 2380 wurde ab 14.05.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserwall 24, 24a - 9 - / 10 Bodendenkmalpflege Das Plangebiet befindet sich im archäologischen Fundgebiet „Mittelalterliches Kartäuserkloster“. Über den Bestand hinausgehende Bodeneingriffe beispielsweise für Keller, Tiefgaragen oder Ver- und Entsorgungsleitungen erfordern archäologische Bodenuntersuchungen, die vor der Aufnahme entsprechender Baumaßnahmen mit dem Römisch-Germanischen Museum / Archäologische Bo- dendenkmalpflege der Stadt Köln, abzustimmen sind. Werden infolge von archäologischen Boden- untersuchungen Abweichungen in der Planung erforderlich, soll die Möglichkeit der Erteilung von Befreiungen gem. § 31 Abs. 2 BauGB geprüft werden. Versickerung von Niederschlagswasser Gemäß § 44 Landeswassergesetz (LWG) in Verbindung mit § 55 Abs. 2 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) besteht keine Pflicht zur Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers. Kampfmittel Im Plangebiet ist mit Bombenblindgängern / Kampfmitteln zu rechnen. Vor Aufnahme von Bauar- beiten (circa 6 Wochen) ist das Amt für öffentliche Ordnung, Gliederungsziffer 322/40 (allgemeine Ordnungsangelegenheiten) unter der Benennung des Aktenzeichens 22.5-3-5315000- so- wie der Bebauungsplan-Nummer einzuschalten. Die Anfrage kann per E-Mail an kampfmit- tel@stadt-koeln.de erfolgen. Im Fall von Erdarbeiten mit erheblichen mechanischen Belastungen wie Rammarbeiten, Pfahl- gründungen, Verbauarbeiten etc. wird eine zusätzlich Sicherheitsdetektion empfohlen. Artenschutz Laut Artenschutzvorprüfung vom Umweltbüro Essen (Titel: Gutachterliche Einschätzung zur Be- troffenheit der Belange des Artenschutzes gem. § 44 BNatSchG, Artenschutzprüfung Stufe 1 – Vorprüfung vom 09.12.2020) ergeben sich keine Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 Bun- desnaturschutzgesetz (BNatSchG) bzw. keine vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen nach § 44 Abs. 5 BNatSchG. Die artenschutzrechtlichen Verbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG sind zu beachten. Hiernach ist es insbesondere verboten, Tiere der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädi- gen oder zu zerstören. Es ist speziell auf Fledermäuse und an Gebäuden brütende Vögel zu ach- ten. Sämtliche Rodungs- und Fällarbeiten haben außerhalb der Vogelbrutzeit zu erfolgen (Brutzeit 1. März bis 30. September eines jeden Jahres). Abrissarbeiten sind zum Schutz der Fledermäuse au- ßerhalb des Zeitraums vom 21. Februar bis 31. Oktober eines jeden Jahres durchzuführen. Soll- ten vorgenannte Arbeiten zwingend in die oben genannten Zeiträume fallen, sind durch eine geeig- nete Fachperson die Strukturen frühestens 2 Tage vor Beginn der Arbeiten auf Besatz durch Vögel und / oder Fledermäuse zu untersuchen. Bei Besatz der Strukturen mit brütenden Vögeln und / o- der mit Fledermäusen ist die Untere Naturschutzbehörde bei der Stadt Köln einzuschalten. Bodenschutz Im Bereich des Kinderspielplatzes und der Gartenfläche ist vor Aufnahme der Nutzung der Nach- weis zu erbringen, dass der Oberboden die Werte der Bundesbodenschutz-Verordnung (BBodSchV) für den Wirkungspfad Boden – Mensch einhält. Der Nachweis ist der Unteren Boden- schutzbehörde im Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln vorzulegen. Baumschutzsatzung Es gilt die Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutz- satzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011). Gemäß der Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutz- satzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011) sind Ersatzpflan- zungen bzw. Ersatzgeldzahlungen für im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplanes zu fällende - 10 - Bäume zu leisten, soweit diese Bäume nicht bereits im Bebauungsplanverfahren bei der Bewer- tung und Bilanzierung nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung nach § 18 BNatSchG in Verbindung mit § 1a Abs. 3 BauGB berücksichtigt wurden. Freianlagenplanung Zu dem Bebauungsplan wurde ein Freianlagenplan erarbeitet, der unter anderem Baumarten defi- niert. Der Vorhabenträger verpflichtet sich mit der Unterzeichnung des Durchführungsvertrags zur Umsetzung des Freianlagenplans. Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen Die verwendeten Kürzel innerhalb der Begrünungsfestsetzungen beziehen sich auf die Anlage zur Satzung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen gemäß §§ 135a bis 135c BauGB vom 15. Dezember 2011 (Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 04. Januar 2012). In dieser Anlage sind mit der Angabe von Kürzeln allgemein gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaß- nahmen der Stadt Köln formuliert. Starkregenereignis Im Plangebiet liegt bei einem Starkregenereignis gemäß der „Starkregen Gefahrenkarte“ der Stadt- entwässerungsbetriebe Köln (StEB) eine Überflutungsgefährdung vor. Baumaßnahmen im Plange- biet sind vor deren Ausführung mit den Stadtentwässerungsbetrieben Köln abzustimmen. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Gemäß des Kooperativen Baulandmodells der Stadt Köln in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2017 ist der Planbegünstigte verpflichtet, 30 % der Geschossfläche Wohnen im öf- fentlich geförderten Segment gemäß der jeweils aktuellen Wohnraumförderrichtlinie des Landes NRW zu errichten. Wasserschutzgebiet Das Plangebiet befindet sich im vollen Umfang im geplanten Wasserschutzgebiet Hürth III B. Anlagenschutzbereich Das Plangebiet liegt im Anlagenschutzbereich "Bauwerke" gemäß § 18a LuftVG (BAF). -
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/611/2 611/2 Alte Az Vorlagen-Nummer 18.05.2022 1525/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 02.06.2022 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 02.06.2022 Offenlage nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) zum Bebauungsplan-Entwurf Nr. 67435/06, Arbeitstitel: "Campus Kartause (Kartäuserwall 24b)" in Köln- Altstadt/Süd Anlass und Ziel der Planung Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region beabsichtigt als Eigentümer und Vorhabenträger auf dem 6.017 m² großen Grundstück (Flurstück 114, Flur 13, Gemarkung Köln) die bestehenden Bildungseinrichtungen zu erweitern und diese um die Nutzungen Wohnen, Verwaltung, Gastronomie und ggf. einen untergeordneten Gewerbeanteil zu ergänzen. Die geplante Verlagerung der oberirdischen Parkplätze in eine Tiefgarage ermöglicht die Nachver- dichtung des Grundstücks mit Ziel, den Raum zwischen Kartäuserwall und Kartäusergasse zu einem lebendigen, offenen Ort für Lernen, Arbeiten, Wohnen und Leben zu entwickeln. Die neu entstehen- den Freibereiche sollen mit Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten gestaltet werden. Die Fläche liegt im Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 67435/04 aus dem Jahr 1964, der als Art der Nutzung Gemeinbedarf (Kirchengrundstück) festsetzt. Die festgesetzten Bauflächen sind für den heutigen Bedarf der Bildungsstätten nicht ausreichend und die geplanten ergänzenden Nutzungen nicht zulässig. Deshalb stellte der Vorhabenträger 2019 den Antrag auf Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für sein Grundstück. Er soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen, um auf dem Grundstück das Bauvorhaben unter Beachtung der Vorgaben des Baugesetzbuches realisieren zu können. Verfahrensablauf: Im Frühjahr 2019 wurde vom evangelischen Kirchenverband Köln und Region (EKV) ein Planungs- wettbewerb (Mehrfachbeauftragung) für eine Neubebauung und Nachverdichtung des evangelischen Bildungszentrums am Kartäuserwall 24b in Abstimmung mit der Stadt Köln durchgeführt (siehe Mittei- lung Bezirksvertretung 1 und Stadtentwicklungsausschuss, Session-Nr. 0859/2019). Die Beurtei- lungskommission setzte den Entwurf des Büros Kaspar Kraemer auf den ersten und empfahl dem Auftraggeber, die Arbeit als Grundlage für die weitere Planung zu nehmen. Dabei sollten die von der Kommission aufgeführten inhaltlichen Punkte beachtet werden (siehe Mitteilung BV 1 und StEA, Ses- sion-Nummer 2932/2019). Der Stadtentwicklungsausschuss leitete am 05.12.2019 das Verfahren zur Aufstellung des vorhaben- bezogenen Bebauungsplanes gemäß § 12 Baugesetzbuch (BauGB) in Anwendung des beschleunig- ten Verfahrens nach § 13a BauGB – Arbeitstitel: "Campus Kartause (Kartäuserwall 24b) in Köln- Altstadt/Süd" und die Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Absatz 1 2 BauGB in Form einer Versammlung ein (Session-Nummer 3589/2019). Zum städtebaulichen Planungskonzept wurde die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Absatz 1 BauGB vom 24. Juni bis zum 8. Juli 2020 Online und in Form eines Aushangs im Stadthaus Deutz sowie mit Informationsblättern durchgeführt. Die öffentliche Veranstaltung am 24.06.2020 wur- de Corona bedingt als Echtzeit-Online-Dialog durchgeführt und ein Protokoll erstellt. Außerhalb dieser Veranstaltung wurden zehn Stellungnahmen eingereicht. Ergänzend hatte eine Anwohner*innen-Initiative bereits vor der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung Schreiben zum Vorhaben an Politik und Verwaltung gerichtet. Sie leitete bis zum 30.09.2020 insge- samt 937 Unterschriften (nach eigenen Angaben) gegen das Bauvorhaben und für den Erhalt von Grün- und Freiflächen im Severinsviertel an die Verwaltung weiter. Die frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange einschließlich der internen Dienststellen nach § 4 Absatz 1 BauGB fand vom 29.11.2019 bis 07.01.2020 statt. Am 28.01.2021 beschloss der Stadtentwicklungsausschuss auf Grundlage der Anhörung der Bezirks- vertretung Innenstadt (03.12.2020) über die Vorgaben zur Ausarbeitung des vorhabenbe-zogenen Bebauungsplan-Entwurfes (Session-Nr. 3053/2020). Dieser Vorlage sind unter anderem der städtebauliche Vorentwurf, die Niederschrift über die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und die eingegangenen Stellungnahmen beigefügt. Überarbeitung des städtebaulichen Planungskonzepts aufgrund von Empfehlungen, Prüfaufträgen und Anregungen Das städtebauliche Planungskonzept wurde nach dem Einleitungsbeschluss weiterentwickelt, um die Empfehlungen der Beurteilungskommission, die Prüfaufträge der Bezirksvertretung Innenstadt sowie die Anregungen aus den frühzeitigen Beteiligungen einzuarbeiten bzw. auf Umsetzbarkeit zu prüfen. Das aktuelle Planungskonzept unter Punkt 5.2. ist das Ergebnis dieses Prozesses. Eine Fortschrei- bung wurde insbesondere in folgenden Punkten vorgenommen: Die Gestaltung der Freibereiche ist unter Beibehaltung der städtebaulichen Grundkonzeption konkretisiert worden. Der ursprünglich steinern anmutende Hof, der Vorplatz zum Kartäuserwall und die nördlichen Freianlagen sind im Zuge der Fortschreibung bepflanzt worden. Zudem wur- den intensive und extensive Dachbegrünungen, Fassadenbegrünungen sowie ein Brunnen im Innenhof eingeplant, um die klimatischen Auswirkungen der Planung zu mindern. Auch der Erhalt des Baumbestandes wurde geprüft. Ursprünglich war ein Anbau der eingeschossigen Gebäudeteile an die östliche Grundstücksgren- ze vorgesehen. Zur Sicherung der Mauer und zur Errichtung der Baugrube ist ein Verbau mit Bohrpfählen erforderlich. Ein direkter Anbau an die Fundamente der denkmalgeschützten Mauer ist bautechnisch nicht möglich. Um die Proportionen der Gesamtanlage zu erhalten, wurde der gesamte Gebäudekomplex um 1,35 m nach Westen verschoben. Die eingeschossigen Gebäude- teile in Richtung östlicher Grundstücksgrenze (Lehrküche, Veranstaltungsraum und Raum der Stille) wurden eingekürzt und mit einem Abstand von 3 m zur Grundstücksgrenze geplant. Der Abstand zwischen Veranstaltungsraum und angrenzender Wohnbebauung verhindert eine direk- te Übertragung von Schallemissionen und verbessert die Besonnungssituation. Auf eine öffentliche Zugänglichkeit des Turms in Form einer Aussichtsplattform wird verzichtet; der "Campanile" wird nur für die Bewohnerschaft zugänglich sein. Eine Einsichtnahme in die östli- chen Bestandswohnungen am Kartäuserhof ist nicht, in die westlichen nur in sehr geringem Um- fang möglich. Die Fassadengestaltung wurde mit der Fortschreibung der Hochbauplanung konkretisiert und eine Zurücknahme der historisierenden Ausprägung geprüft. Unter anderem wurde der Anteil der ver- glasten Flächen optimiert und Einzelfelder geschlossen, rhythmisch angeordnet und damit an- sprechende Zäsuren in der Fassadenabwicklung geschaffen, welche eine gewünschte Belebung erzielen. Die Sozialkontrolle der Arkaden wird durch die erdgeschossigen Nutzungen sichergestellt. 3 Eine Verringerung der Tiefgaragenunterbauung wurde geprüft und umgesetzt. Für den öffentlich geförderten Wohnungsbau werden die Vorgaben der Förderrichtlinien berück- sichtigt. Eine verträgliche Abwicklung der unterschiedlichen Verkehrsarten inklusive des Parksuchverkehrs wurde durch ein Verkehrsgutachten nachgewiesen Städtebauliches Planungskonzept Der Entwurf ordnet die baulichen Volumina analog der vorhandenen orthogonalen Grundstruktur des "Kartäuser-Geländes" und führt so die offenen U-förmigen Hofstrukturen der Bestandsbebauung fort. Zudem übernimmt er die Grundidee des Kreuzganges: Um den quadratischen Innenhof gruppieren sich die verschiedenen Nutzungseinheiten, die durch einen umlaufenden Arkadengang miteinander zu einer Gemeinschaftsform verbunden sind. Der Hof öffnet sich nach Süden zum Kartäuserwall und bildet den Haupteingangsbereich. Der hier vorgesehene gastronomische Bereich bildet eine einladende, urbane Situation, mit der Be- suchende in den Hof geleitet werden. Aus dem Innenhof werden die einzelnen Funktionsbereiche übersichtlich und eindeutig adressierbar erschlossen. Im östlichen Baukörper werden im "Haus der Bildung" die Räume der Bildungseinrichtungen (wie Me- lanchthon-Akademie, Evangelisches Jugendpfarramt, Evangelische Familienbildungsstätte Köln, Schulreferat und Pfarramt für Berufskollegs) situiert. Die Erschließung erfolgt im Erdgeschoss über ein großzügiges Foyer, das auch die von allen Einrichtungen gemeinsamen genutzten Räume, wie den Veranstaltungsraum für maximal 140 Personen und den Raum der Stille, anbindet. Der nördliche und der westliche Baukörper nehmen im Erdgeschoss die Büroräume des Evangeli- schen Verwaltungsverbandes Köln-Nord auf. In den Obergeschossen sind die Studierendenapparte- ments, eine evangelische und eine inklusive Wohngruppe angeordnet. Die Studierendenapparte- ments werden über einen fünfgeschossigen "Campanile" (Treppenturm) erschlossen. Er definiert den Zugang, ist das sichtbare Zeichen der Gesamtanlage und dient der stadträumlichen Fassung des Innenhofs. Der südöstliche Baukörper schließt an die vorhandene Brandwand der denkmalgeschützten Bebau- ung am Kartäuserwall an. In den Obergeschossen werden Geschosswohnungen untergebracht. Alle Gebäude des Hofes sind viergeschossig mit Flachdach geplant. Mit Rücksichtnahme auf die um- gebende Bebauung, insbesondere in Richtung Kartäuserhof, springt das letzte Geschoss gegenüber den Außengrenzen zurück und treppt den Baukörper auf drei Geschosse ab. Die maximalen Gebäu- dehöhen liegen bei 64,8 m über Normalhöhennull (NHN) für die viergeschossigen und bei 61,4 m über NHN für die dreigeschossigen Gebäudeteile. Bei einem Geländeniveau von 50,0 m über NHN entspricht dies absoluten Gebäudehöhen von 14,8 m bzw. 11,4 m. Das südöstliche Gebäude schließt mit einem geneigten Dach (vier Vollgeschosse zzgl. Dachge- schoss) an die vorhandene, denkmalgeschützte Bebauung am Kartäuserwall 24 a an. Dachform so- wie Traufhöhe des Bestandes werden aufgegriffen. Die Firsthöhe unterschreitet die Firsthöhe des Bestandes, sodass insgesamt angemessene Übergänge entstehen. Entlang der Grundstücksgrenze zur Bebauung am Kartäuserhof befinden sich jeweils in einem Ab- stand von 3 m eingeschossige Baukörper (Lehrküche, der Veranstaltungsraum und der Raum der Stille). Diese sind mit Höhen zwischen 54,6 m über NHN und 55,6 m über NHN geplant (Höhen über Gelände zwischen 4,6 m und 5,6 m) und berücksichtigen die erforderlichen Aufbauhöhen für extensi- ve bzw. intensive Begrünungen. Die 42 Wohneinheiten teilen sich auf in elf Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau, eine Wohn- gruppe mit sechs Plätzen, eine Wohngruppe "Evangelische Kommunität" mit circa sieben Plätzen und circa 29 Appartements für 41 Personen (21 1-Zimmer-Appartements, sechs 2-Zimmer-Appartements, zwei 4-Zimmer-Appartements) im Studierendenwohnheim. 4 Insgesamt ist eine Geschossfläche von circa 9.152 m² (BGF (R) oberirdisch gesamt circa 9.515 m²) geplant, die sich wie folgt verteilt: Bildungseinrichtung circa 39 %, Wohnen circa 46 %, Büroflächen Verwaltung circa 11 % und Gastronomie circa 4 %. Circa 50 % der Geschossfläche Wohnen sollen im Segment des öffentlich geförderten Wohnungsbaus entstehen. Der öffentlich zugängliche arkadenumstandene Innenhof bildet mit Bänken, Bäumen und Pflanzbee- ten das Zentrum des Gesamtensembles. Der Brunnen wird insbesondere in den Sommermonaten zu einem angenehmen Klima beitragen. Im östlichen Baukörper ist vor der Gastronomie auf Höhe des Campaniles eine Fläche für eine außengastronomische Nutzung vorgesehen, die das Gebiet zusätz- lich belebt. Im Norden der neuen Bebauung schließen private Spielflächen an den bestehenden Frei- bereich des Kindergartens an. Zudem sind hier mit einem Kräuter- und Gemüse-Lehr-Garten weitere Freiflächen geplant. Um die Seminarräume im Untergeschoss natürlich zu belichten, ist ein sogenannter "Tiefhof" als Me- ditationshof vorgesehen. Das Niveau liegt circa 3,6 m unter dem natürlichen Geländeniveau. Im südli- chen Grundstücksbereich ist ein bepflanzter privater Wohnhof auf Teilen der Tiefgaragenrampe für die angrenzenden Geschosswohnungen geplant. Die geplanten Freibereiche sind überwiegend öffentlich zugänglich und barrierefrei gestaltet. Alle Wege- und Platzflächen sind Fußgänger*innen vorbehalten. Lediglich der südliche Platzbereich ist für Rettungsfahrzeuge, Umzugs- und Lieferwagen im Bedarfsfall befahrbar. Über ein Tor in der denkmal- geschützten Mauer an der Kartäusergasse ist eine tagsüber offene öffentliche Fußwegeverbindung bis zum Kartäuserwall geplant. Alle notwendigen Pkw-Stellplätze werden in einer Tiefgarage untergebracht. Die Ein- und Ausfahrt ist, wie im Bestand, vom Kartäuserwall geplant. Für die benötigten Fahrradstellplätze sind Flächen in der Tiefgarage sowie in den Freianlagen an der Kartäusergasse und Kartäuserwall vorgesehen. Die Umsetzung des Vorhabens soll in zwei unmittelbar aufeinander folgenden Bauphasen erfolgen. In der ersten Phase werden der Neubau für das Haus der Bildung ("Bildungseinrichtung") mit dem Eck- gebäude zum Kartäuserwall ("Wohnen / Gewerbe") errichtet. Nach Abriss des Bestandsgebäudes im westlichen Grundstücksteil sollen im Anschluss die Gebäude des Bereichs "Wohnen / Verwaltung" realisiert werden. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Bei Vorhaben, bei denen eine Geschossfläche von mindestens 1.800 m² oder mindestens 20 Wohneinheiten entstehen, sind mindestens 30 % der geplanten Geschossfläche für Wohnzwecke im öffentlich geförderten Wohnungsbau zu errichten. Die Anwenderzustimmung des Vorhabenträgers zum Kooperativen Baulandmodell liegt vor. Er wird den geforderten Anteil von mindestens 30 % im Bereich des geförderten Wohnungsbaus rea- lisieren und plant, diesen auf circa 50 % zu erhöhen. Es sollen öffentlich geförderte Geschosswoh- nungen im Baukörper "Wohnen / Gewerbe" und öffentlich geförderte Studierendenappartements im Baukörper "Wohnen / Verwaltung" entstehen. Umweltbelange einschließlich Klimaschutz Der vor habenbezogene Bebauungsplan wird im beschleunigten Verfahren gemäß § 13a "Bebau- ungspläne der Innenentwicklung" ohne formale Umweltprüfung nach § 2 BauGB sowie ohne Umwelt- bericht gemäß § 2a BauGB durchgeführt. Ein Ausgleich im Sinne der Eingriffsregelung ist gemäß § 13a Absatz 2 Nummer 4 BauGB nicht erfor- derlich, da Eingriffe, die auf Grund der Aufstellung des Bauungsplans im beschleunigten Verfahren, zu erwarten sind, im Sinne des § 1a Absatz 3 Satz 6 BauGB als vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder als zulässig zu bewerten sind. Die Notwendigkeit, die von der Planung berührten Belange einschließlich der Umweltbelange nach § 5 1 Absatz 6 Nummer 7 BauGB nach allgemeinen Grundsätzen zu ermitteln und sachgerecht gegenei- nander und untereinander abzuwägen, bleibt hiervon unberührt. Ausführlich untersucht wurden daher die Umweltbelange und Schutzgüter Tiere, Pflanzen, Boden, Grundwasser, Lärm, Besonnung, Anpassung an den Klimawandel, Klimaschutz und Kulturgüter- schutz und die Planung auch im Hinblick auf diese Anforderungen verbessert. Unter Punkt 7 "Sonstige Umweltbelange" der Begründung zum Bebauungsplan wurden auf Grundla- ge von 18 gutachterlichen Einschätzungen die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt ein- schließlich der Minderung von Klimawandelfolgen und des Klimaschutzes untersucht und mit den zuständigen Fachdienststellen abgestimmt. Notwendige Maßnahmen zur Minderung negativer Folgen sowie wünschenswerte Maßnahmen, die als realisierbar eingeschätzt wurden, führten zu einer An- passung der Planung. Ein Teil der Maßnahmen werden im Rahmen des Durchführungsvertrags und als Auflage zur Baugenehmigung gesichert. Regelungen zur öffentlichen Auslegung: Im Zuge der Ausnahmesituation aufgrund der Corona-Pandemie sind in Abweichung der bislang übli- chen Auslegungspraxis besondere Regelungen seitens der Stadt Köln, Dezernat Planen und Bauen – Stadtplanungsamt getroffenen worden. So wird nach aktuellem Vorgehen die Einsichtnahme in die öffentlich auszulegenden Unterlagen nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter der in der Be- kanntmachung angegebenen Telefonnummer oder der E-Mailadresse möglich sein. Eigens zu die- sem Zweck wurde als Ort für Offenlagen das Ladenlokal 5 (LL 5) im Gebäude des Stadthauses fest- gelegt. Der Raum wird in der Bekanntmachung bezeichnet als: Stadt Köln – Stadtplanungs- amt/Außenstelle. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfes Nummer 67453/23 mit Begründung ist in der Zeit vom Freitag, den 03.06.2022 bis Montag, den 04.07.2022 einschließlich geplant. Die entsprechende ortsübliche Bekanntmachung über Ort der Auslegung und den genauen Zeitraum erfolgt im Amtsblatt der Stadt Köln. Darüber hinaus werden im Internet auf der Homepage der Stadt Köln gleichlautende Hinweise erfolgen und die öffentlich auszulegenden Unterlagen digital verfügbar sein. Anlagen Anlage 1 Übersichtsplan Geltungsbereich Anlage 2 Begründung zum Bebauungsplan-Entwurf Anlage 3 Bebauungsplan-Entwurf Nr. 67435/06 (Campus Kartause), Blatt 1 bis 3 Anlage 4 Textliche Festsetzungen und Hinweise (DIN A 4 Format) Gez. Greitemann -
Anlage 5 BP Entwurf Blatt 3
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Hochbeet für Baumpflanzung, Unterpflanzung mit Bodendeckern BA 1BA 2 BA 1BA 2 2 Bauteil 1 Bauteil 3 Bauteil 4 Bauteil ± 0,00 = 50,00 m ü. NHN = OK FFB EG FFB Fertigfußboden RD Rohdecke BRH Brüstungshöhe LRH Lichte Raumhöhe WD Wanddurchbruch DD Deckendurchbruch UD Unterzugsdurchbruch WS Wandschlitz BS Bodenschlitz DS Deckenschlitz OL Oberlicht TÜR.- UND BRÜSTUNGSHÖHEN VON OKFFB BIS UKR BZW. OKR T30 Feuerschutzabschl. T90 Feuerschutzabschl. T90/2 Feuerschutzabschl . 2.Flgl. RS Rauchschutztür DT DichtschließendeTür RWA Rauwärmeabzug DerAusführende ist verpflichtet ,denAuftraggeber auf Unstimmigkeiten derAusführungsunterlagen hinzuweisen. ( VOB / B , § 3.3 ) Bauherr Datum Unterschrift Architekt Datum Unterschrift Am Römerturm 3 50667 Köln Fon 0221. 27 28 7-0 Fax 0221.27 28 7-12 Kaspar Kraemer Architekten GmbH Projekt Projekt Nr. Leistungsphase Bauteil Maßstab Zeichnung Zeichnungsnummer Papierformat Stand vom : Planverfasser Zeichnungsinhalt Datum Unterschrift Projekt Nummer Zeichnungsnummer aus Datei Fachplaner / Montageplan-, Werkstattzeichnungsverfasser ( Nichtzutreffendes ist zu streichen! ) A-A 53050 Schnitt Nr. Zeichnungs Nr. West 53050 Ansicht Nr. Zeichnungs Nr. West 53050 Zeichnungs Nr. über der Schnittebene unter der Schnittebene Feuerlöscher Tür Nr.(entspr. Raumnr.) Material Anfoderung F Detail Nr. .001.1 H T30/RS ± 0,00 - 0,10 OKFFB OKR ± 0,00 -0,15 OKFFB OKR Stahlbeton unbew. Beton Porenbeton Mauerwerk Gebäudefuge 11131 N e u b a u C a m p u s K a r t a u s e 1:100 DINA0 Evangelischer Kirchenverband Köln und Region Tel: - Fax: - Kartäusergasse 9-11 50678 Köln Ansicht Süd = OK Fertigbau = OK Rohbau = UK Rohbau = UK Fertigbau Wanddurchbruch Deckendurchbruch Bodenschlitz Bodendurchbruch 00 Index Änderung Datum gez. Verteiler Datum F90 1-4 Betonfertigteil Abbruch F90-A+M Treppenhaus F30 F90-A+M Entwurf Status Index Erstellt : 23.02.2022 +18,70m=68,70müNHN +14,80m=64,80müNHN +19,50m=69,50müNHN ca.+15,35Photovoltaik +14,42m=64,42müNHN +11,40m=61,40müNHN ±0,00=50,00müNHN TG- Zufahrt A ANSICHT SÜD M 1:100 VORABZUG 05.04.2022 BA 1BA 2 BA 1BA 2 2 Bauteil 1 Bauteil 3 Bauteil 4 Bauteil ± 0,00 = 50,00 m ü. NHN = OK FFB EG FFB Fertigfußboden RD Rohdecke BRH Brüstungshöhe LRH Lichte Raumhöhe WD Wanddurchbruch DD Deckendurchbruch UD Unterzugsdurchbruch WS Wandschlitz BS Bodenschlitz DS Deckenschlitz OL Oberlicht TÜR.- UND BRÜSTUNGSHÖHEN VON OKFFB BIS UKR BZW. OKR T30 Feuerschutzabschl. T90 Feuerschutzabschl. T90/2 Feuerschutzabschl . 2.Flgl. RS Rauchschutztür DT DichtschließendeTür RWA Rauwärmeabzug DerAusführende ist verpflichtet ,denAuftraggeber auf Unstimmigkeiten derAusführungsunterlagen hinzuweisen. ( VOB / B , § 3.3 ) Bauherr Datum Unterschrift Architekt Datum Unterschrift Am Römerturm 3 50667 Köln Fon 0221. 27 28 7-0 Fax 0221.27 28 7-12 Kaspar Kraemer Architekten GmbH Projekt Projekt Nr. Leistungsphase Bauteil Maßstab Zeichnung Zeichnungsnummer Papierformat Stand vom : Planverfasser Zeichnungsinhalt Datum Unterschrift Projekt Nummer Zeichnungsnummer aus Datei Fachplaner / Montageplan-, Werkstattzeichnungsverfasser ( Nichtzutreffendes ist zu streichen! ) A-A 53050 Schnitt Nr. Zeichnungs Nr. West 53050 Ansicht Nr. Zeichnungs Nr. West 53050 Zeichnungs Nr. über der Schnittebene unter der Schnittebene Feuerlöscher Tür Nr.(entspr. Raumnr.) Material Anfoderung F Detail Nr. .001.1 H T30/RS ± 0,00 - 0,10 OKFFB OKR ± 0,00 -0,15 OKFFB OKR Stahlbeton unbew. Beton Porenbeton Mauerwerk Gebäudefuge 11131 N e u b a u C a m p u s K a r t a u s e 1:100 DINA0 Evangelischer Kirchenverband Köln und Region Tel: - Fax: - Kartäusergasse 9-11 50678 Köln Ansicht Ost Schnitt C-C = OK Fertigbau = OK Rohbau = UK Rohbau = UK Fertigbau Wanddurchbruch Deckendurchbruch Bodenschlitz Bodendurchbruch 00 Index Änderung Datum gez. Verteiler Datum F90 1-4 Betonfertigteil Abbruch F90-A+M Treppenhaus F30 F90-A+M Entwurf Status Index Erstellt : 23.02.2022 +14,80=64,80müNHN +18,70=68,70müNHN +11,40=61,40müNHN +5,60=55,60müNHN+5,30=55,30müNHN -3,60=46,40müNHN +17,10=67,10müNHN +14,42=64,42müNHN +12,15 +4,60=54,60müNHN ±0,00=50,00müNHN ±0,00 -3,60 Lehrküche Saal Technik +1,85=51,85müNHN Raumder Stille Pflanzwanne Pflanzwanne +19,50=69,50müNHN +14,42=64,42müNHN +2,90 +1,65 +3,10=53,10müNHN +14,60m=64,60müNHN Fassaden- begrünung schematisch +4,00 +7,45 +10,90 ±0,00 -3,60 +14,35 Wohnen Wohnen Wohnen TG- Abfahrt SCHNITTANSICHT C-C OST M 1:100 VORABZUG 16.03.2022 BA 1BA 2 BA 1BA 2 2 Bauteil 1 Bauteil 3 Bauteil 4 Bauteil ± 0,00 = 50,00 m ü. NHN = OK FFB EG FFB Fertigfußboden RD Rohdecke BRH Brüstungshöhe LRH Lichte Raumhöhe WD Wanddurchbruch DD Deckendurchbruch UD Unterzugsdurchbruch WS Wandschlitz BS Bodenschlitz DS Deckenschlitz OL Oberlicht TÜR.- UND BRÜSTUNGSHÖHEN VON OKFFB BIS UKR BZW. OKR T30 Feuerschutzabschl. T90 Feuerschutzabschl. T90/2 Feuerschutzabschl . 2.Flgl. RS Rauchschutztür DT DichtschließendeTür RWA Rauwärmeabzug DerAusführende ist verpflichtet ,denAuftraggeber auf Unstimmigkeiten derAusführungsunterlagen hinzuweisen. ( VOB / B , § 3.3 ) Bauherr Datum Unterschrift Architekt Datum Unterschrift Am Römerturm 3 50667 Köln Fon 0221. 27 28 7-0 Fax 0221.27 28 7-12 Kaspar Kraemer Architekten GmbH Projekt Projekt Nr. Leistungsphase Bauteil Maßstab Zeichnung Zeichnungsnummer Papierformat Stand vom : Planverfasser Zeichnungsinhalt Datum Unterschrift Projekt Nummer Zeichnungsnummer aus Datei Fachplaner / Montageplan-, Werkstattzeichnungsverfasser ( Nichtzutreffendes ist zu streichen! ) A-A 53050 Schnitt Nr. Zeichnungs Nr. West 53050 Ansicht Nr. Zeichnungs Nr. West 53050 Zeichnungs Nr. über der Schnittebene unter der Schnittebene Feuerlöscher Tür Nr.(entspr. Raumnr.) Material Anfoderung F Detail Nr. .001.1 H T30/RS ± 0,00 - 0,10 OKFFB OKR ± 0,00 -0,15 OKFFB OKR Stahlbeton unbew. Beton Porenbeton Mauerwerk Gebäudefuge 11131 N e u b a u C a m p u s K a r t a u s e 1:100 DINA0 Evangelischer Kirchenverband Köln und Region Tel: - Fax: - Kartäusergasse 9-11 50678 Köln Schnitt B-B = OK Fertigbau = OK Rohbau = UK Rohbau = UK Fertigbau Wanddurchbruch Deckendurchbruch Bodenschlitz Bodendurchbruch 00 Index Änderung Datum gez. Verteiler Datum F90 1-4 Betonfertigteil Abbruch F90-A+M Treppenhaus F30 F90-A+M Entwurf Status Index Erstellt : 23.02.2022 +18,70=68,70müNHN +14,80=64,80müNHN +11,40 +14,80=64,80müNHN +12,15 ±0,00=50,00müNHN ca.+15,35 Photovoltaik +2,15 +3,21SPArkade UKTGFundament-4,70=45.30mü.NHN ev.Kommunität InklusivesWohnen ev.Kommunität Büro Tiefgarage SCHNITTANSICHT B-B OST M 1:100 VORABZUG 16.03.2022 +18,70=68,70mü NHN +14,80=64,80mü NHN +11,40=61,40mü NHN +19,50=69,50mü NHN ca. +15,35 Photovoltaik +14,42=64,42mü NHN +12,15+11,40=61,40mü NHN ±0,00=50,00mü NHN +14,80=64,80mü NHN RWA 35055_KKAR_ SCH Projekt Nr. Leistungsphase Bauteil Maßstab Zeichnung Zeichnungsnummer Papierformat Index : Stand vom : 11131 Entwurf 1:50 DIN A2 Schnitte Anschluss Hist. Mauer Bereich TG-Abfahrt Bauherr Datum Unterschrift Architekt Datum Unterschrift Am Römerturm 3 50667 Köln Fon 0221. 27 28 7-0 Fax 0221.27 28 7-12 Kaspar Kraemer Architekten GmbH Projekt Neubau Campus Kartause Evangelischer Kirchenverband Köln und Region Tel: - Fax: - Kartäusergasse 9-11 50678 Köln Index Änderung Datum gez. Verteiler Datum SEAD Vermessung: Schnitt C-C +3,23 = 53,23m ü.NHN 60 50 +2,37 ca. ±0,00 = 50,00m ü.NHN +1,65+1,85 = 51,85m ü.NHN Rampe Tiefgarage GRUNDSTÜCKSGRENZE BOHRPFAHLVERBAU 60cm - Dach begehbar - Denkmalgeschützte Mauer Hof Nachbargrundstück Ansicht Bestandsbebauung Kartäuserhof 7 SEAD Vermessung: Schnitt B-B +3,23 = 53,23m ü.NHN 60 50 +2,37 ca. ±0,00 = 50,00m ü.NHN +2,90+3,10 = 53,10m ü.NHN +1,65 BOHRPFAHLVERBAU 60cm Rampe Tiefgarage GRUNDSTÜCKSGRENZE Luftraum - Dach nicht begehbar - Denkmalgeschützte Mauer Hof Nachbargrundstück Ansicht Bestandsbebauung Kartäuserhof 7 Tiefe der Bohrpfähle: ca. 11m ab OK Erdreich QUERSCHNITT 02 TG-Abfahrt Anschluss Hist. Mauer Grenzbereich Kartäuserwall 24a M 1:50 - PLANERSTELLUNG 16.06.2021 Ki S. Hennig, DEWEY MÜLLER 08.10.2021 16.06.2021 Tiefe der Bohrpfähle: ca. 11m ab OK Erdreich QUERSCHNITT 01 TG-Abfahrt Anschluss Hist. Mauer Grenzbereich Kartäuserwall 24a M 1:50 A A Ergänzung Beschriftung zu VEP 08.10.2021 Ki S. Hennig, DEWEY MÜLLER 08.10.2021 F 26 151 37 114 10 280/27 24 31 46 21 210/92 19 26 11 42 57 182 1029/102 13-15 694/102 25 294 7 b 14 a 128 14 28 12 5 48 20 7 59 22 1030/102 236/51 295/8 14 217/35 24 105/28 277/91 425 171 26 61 23135/36 106 34 41 45 27 38 612/102 30 a 9 17 141/29 173 16 33 598/145 30 279/27 18-20 98/30 45 16 613/102 5 24 b 104 6 55 126/28 97/30 695/102 3 24 a 95/29 158 53 47 133 181 127/29 7 c 27 a 12 32 8 128/93 29 18 22 Gemarkung Köln 50.01 50.02 F 49.91 49.93 49.13 49.92 49.1649.15 49.81 S F 49.88 49.91 I 49.44 50.19 F I 50.00 50.02 I 49.86 49.80 48.97 49.93 49.80 49.79 49.83 50.10 50.06 49.60 48.88 48.87 F 48.76 FF 49.5649.47 48.83 50.02 49.95 50.02 I 50.11 49.10 48.95 48.80 I 49.03 48.87 50.17 50.12 II 50.15 50.23 48.98 50.01 49.88 49.91 49.19 50.06 49.68 F 50.09 50.19 50.30 50.29 49.98 50.19 50.09 I II I 50.05 F 50.18 I 49.95 48.81 S S I 49.51 49.62 49.26 49.52 50.26 50.37 50.32 49.96 49.67 48.73 49.42 49.2149.16 I 49.26 49.18 49.29 49.19 49.20 49.21 49.07 49.10 S 48.75 48.71 49.04 49.06 49.29 49.15 III 48.94 48.91 F 48.88 48.93 I 48.96 49.17 Flur 13 F III 49.02 F 48.95 48.92 F F 48.74 48.67 48.74 I 48.82 F Brunostraße 7 Kartäusergasse Kartäuserwall F Kartäuserhof Sachsenring S F III IV F III IV IV S IV I F S I III S IIIS P I S S I S S IV F F I III F F I ZD I III III S 49.74 II I I S Kinderg. III S I S IV S S IV I S F II S IV S F S III 49.88 F Kindergarten F III III I III S F II 49.85 II III II III IV I 49.79 49.71 III S II IV F S I F F S F I S F I W I I I III 49.72 III W II F I 50.01 49.82 II I F S S S S F III F I III MD S I I III I S III IV III I S IV IV III IV S S IV I F F III S II III III II I S F F F S I III S I II I I F I IV III F F III S F I II Überdachter Arkadengang 32 Fahrradabstellplätze 3 Lastenräder temporäre Müllaufstell- fläche Tor Mauer H max.1,2 m Kräuter- undGemüse-Lehr-Garten (Darstellung symbolisch) Trafo Darstellung exemplarisch vorhandener Zaun Extensive Dachbegrünung IV OK Attika max. 64,8 m OK Technik max. 67,1 m OK Attika max. 61,4 mIII IV III OK Attika max. 64,8 m OK Attika max. 61,4 m Extensive Dachbegrünung Extensive Dachbegrünung Extensive DachbegrünungExtensive Dachbegrünung IV IV + Dach OK Attika max. 64,8 m V OK Attika max.68,7 m OK Attika max. 61,4 m OK Attika max. 61,4 m III GH max. 53,1 m(Überdachung TG-Rampe, intensiv begrünt, nicht begehbar) IV III IV III III OK First max. 69,5 m OK Traufe 64,42 m 1 24 3 Spielplatz 256 qm (Darstellung Sandflächen exemplarisch) Denkmalgeschützte Mauer Denkmalgeschützte Mauer Durchgang durchdenkmalgeschützte Mauer,Breite: 2,0 mlichte Höhe: 2,20 m Fußweg Innenhof mit Brunnen Photovoltaik-Anlage Photovoltaik-Anlage TGa TGa III 38 Fahrradabstellplätze 5 Lastenräder Rampe TGa TGa OK Gelände 50,0 m ü NHN / +/- 0,00 m Überdachter Arkaden-gang auf HofniveauDachfläche begehbar OK Attika max. 54,5 m OK Gelände 50,0 m I OK Attika max. 55,6 m OK Gelände 49,8 m GH max. 51,85 m(Überdachung TG-Rampe, intensiv begrünt, begehbar) TGa OK Gelände 49,0 m OK Gelände 50,0 m Dachausstieg Dachausstieg Extensive Dachbegrünung Intensive Dachbegrünung in Pflanzwanne IntensiveDachbegrünung in Pflanzwanne Baumpflanzungen in Hochbeet Baumpflanzungen in Hochbeet Fahrstuhlüberfahrt IV TGa Außen- gastronomie TG-Ein- und Ausfahrt A V M R L Meditationshof / Tiefhof OK Gelände 46,4 m nicht unterbaut RWA RWA Belüftungs- und Entrauchungsschächte TGa / UG - Lage in diesem Bereich Belüftungs- und Entrauchungsschächte TGa / UG - Lage in diesem Bereich Oberlichter unterirdische Bohrpfähle I OK Attika max. 54,6 m I OK Attika max. 55,3 m Veranstaltungs- raum Belüftungs- und Entrauchungsschächte TGa / UG - Lage in diesem Bereich Belüftungs- und Entrauchungsschächte TGa / UG - Lage in diesem Bereich E E A A D D B1 B2 B1 B2 C C Zeichenerklärung I,III S,W Bestand Es wird bescheinigt, dass diese Planunterlage den Bestimmungen des § 1 Abs. 2 Plan ZV entspricht. (Stand 07.06.2017) sead Vermessung Vermessungsbüro Dieper und Henkel Bayenstr. 65 50678 Köln öffentlich bestellter Vermessungsingenieur/in Köln, den Der Stadtentwicklungsausschuss hat die Einleitung des Planverfahrens am 05.12.2019 nach § 12 Abs. 2 BauGB in Anwendung des beschleunigten Verfahrens nach § 13a beschlossen. Der Beschluss wurde am 29.01.2020 ortsüblich bekannt gemacht. gez. Reker Oberbürgermeisterin Köln, den 16.01.2020 Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung hat in der Zeit vom 24.06.2020 bis zum 08.07.2020 nach § 3 Abs. 1 BauGB stattgefunden. Bezirksbürgermeister/in Köln, den Der Planentwurf hat in der Zeit vom bis nach § 3 Abs. 2 BauGB mit Begründung öffentlich ausgelegen. Die Oberbürgermeisterin Stadtplanungsamt Im Auftrag Köln, den Oberbürgermeisterin Köln, den Der Planentwurf ist nach § 4 a Abs. 3 BauGB durch Beschluss des Rates am geändert worden. Oberbürgermeisterin Köln, den Der Rat hat diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in seiner Sitzung am nach § 10 Abs. 1 BauGB als Satzung mit Begründung nach § 9 Abs. 8 BauGB beschlossen. Oberbürgermeisterin Köln, den Der Satzungsbeschluss des vorhaben- bezogenen Bebauungsplans durch den Rat einschließlich des Hinweises nach § 10 Abs. 3 BauGB wurde am ortsüblich bekannt gemacht. Mit der Bekanntmachung tritt der vorhabenbezogene Bebauungsplan in Kraft. Für den Planentwurf Vorhabenträger/in Evangelischer Kirchenverband Köln und Region Kartäusergasse 9 - 11 50678 Köln Köln, den Beigeordneter Köln, den Für den Planentwurf Dezernat VI, Planen und Bauen 46.71 Maßstab 1:250 0 10 20 25 Meter5 15 PLANUNG ZEICHENERKLÄRUNG Grenze des räumlichen Geltungs- bereiches des vorhabenbezogenen Bebauungsplans BESTAND Geltungsbereich des Vorhaben- und Erschließungsplanes Ein- und Ausfahrtsbereich der Tiefgarage Höhe in Metern über Normalhöhennull (NHN) Gebäude / Gebäudeteile Bäume zu pflanzenOberlicht / Dachflächenfenster / -ausstieg, Darstellung exemplarisch Technikaufbauten, Darstellung exemplarisch Photovoltaik-Anlage, Darstellung exemplarisch Dachterrassen Gebäudedurchgang / überdachter BereichBaukörper 1: Wohnen/Gewerbe 1 Baukörper 2: Bildungseinrichtung "Haus der Bildung", Gewerbe / Wohnen 2 Baukörper 3: Wohnen/Verwaltung3 Baukörper 4: Wohnen/Verwaltung4 Zahl der VollgeschosseI - IV Gebäudezugang z. B. 50,00 m Umgrenzung der Tiefgarage Erschließungsstraße Wege / Platzfläche, wasserdurch- lässiges Pflaster (mit Drainfuge) Wege /Platzfläche, wasser- gebunden Pflanzfläche mit Scherrasen (BR 132) TGa Spielplatz Bäume zu erhalten Brunnen, Darstellung exemplarisch Bestuhlung Außengastronomie, Darstellung exemplarisch Mauern Fahrradbügel / Fahrradstellplatz Hecken BD 3 (GH 412) Fassadenbegrünung Fahrradstellplatz Lastenfahrrad Rampe Pflanzfläche mit Scherrasen, Gräsern, Stauden BB 1 (GH 51) FeuerwehraufstellflächeF Zaun vorhandene Gebäude Durchfahrt Flurgrenze Flurstücksgrenze vorhandene Höhenlage über NHN Zaun Mauer Böschung Zahl der VollgeschosseI,III DachformS,W Baum Bahngleise Bordstein topografische Begrenzung Gemarkungsgrenze intensive Dachbegrünung in Pflanzwanne SCHNITT E-E ANSCHLUSS TG-RAMPE AN DENKMALGESCHÜTZTE MAUER 1:100 Änderungen der dargestellten Fassaden und geringfügige Abweichungen von den in den Ansichten und Schnitten dargestellten Kubaturen der geplanten Gebäude sind im Rahmen der Festsetzungen des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zulässig. N Rauchwärmeabzug, Darstellung exemplarisch intensive Dachbegrünung Vorhaben- und Erschließungsplan zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan-Entwurf Nr. 67435/06 Campus Kartause (Kartäuserwall 24b) in Köln-Altstadt/Süd Blatt 3 von 3 -Offenlage- 47,86 VeranstaltungsraumV Meditationshof / TiefhofM Raum der StilleR LehrkücheL AußengastronomieA ANSICHT KARTÄUSERWALL A-A SCHNITTANSICHT BLICKRICHTUNG WEST B1-B1 SCHNITTANSICHT BLICKRICHTUNG WEST C-C ANSICHT WEST D-D, Darstellung haustechnischer Aufbauten exemplarisch Fahrstuhlüberfahrt extensive Dachbegrünung 0,38 SCHNITTANSICHT BLICKRICHTUNG WEST B2-B2, Darstellung haustechnischer Aufbauten exemplarisch Sitzbank Belüftungs- und Entrauchungs- schächte TGa / UG, Lage in diesem Bereich Anlage 5 -
Anlage 2 Begründung Offenlage
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- 1 - A N L A G E 2 Begründung nach § 9 Absatz 8 Baugesetzbuch (BauGB) zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan-Entwurf Nr. 67435/06 Campus Kartause (Kartäuserwall 24b) in Köln-Altstadt/Süd Entwurf zur Beteiligung nach § 3 Abs. 2 BauGB 1 Anlass und Ziel der Planung Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region (Vorhabenträger) beabsichtigt auf dem 6.017 m² großen Grundstück die bestehenden Bildungseinrichtungen zu erweitern und um die Nutzungen Wohnen, Verwaltung, Gastronomie und ggf. einen untergeordneten Gewerbe- anteil zu ergänzen. In dem Bestandsgebäude am Kartäuserwall 24b befinden sich heute die Melanchthon-Aka- demie, das Jugendpfarramt und die Familienbildungsstätte. Sie sind in einem aus den 1960er Jahren stammenden Gebäude untergebracht, das nicht mehr den aktuellen Rauman- forderungen der Nutzerinnen und Nutzer entspricht und nur im Erdgeschoss barrierefrei zu- gänglich ist. Erste Untersuchungen zu Umbaumöglichkeiten des Bestandsgebäudes erga- ben, dass sich eine bedarfsgerechte Weiternutzung nur mit einem sehr hohen wirtschaftli- chen Aufwand realisieren ließe. Aus diesem Grund sollen durch Abriss und Neubau Voraus- setzungen geschaffen werden, die heutigen und künftigen Ansprüchen an Bildungsarbeit ge- nügen. Alle Bildungseinrichtungen des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region sollen auf dem Grundstück in einem Neubau, dem sogenannten „Haus der Bildung“, räum- lich zusammengelegt werden und ihre Zusammenarbeit auch mit weiteren Bildungseinrich- tungen verstärken. Zudem sollen durch eine Verlagerung der oberirdischen Parkplätze in eine Tiefgarage und Nachverdichtung des Grundstücks in weiteren Gebäudeteilen unter anderem Wohnungen, Studierendenappartements in Form eines Studierendenwohnheims, Büros des Evangeli- schen Verwaltungsverbandes Köln-Nord, Gastronomie- und ggf. weitere Gewerbeflächen entstehen. Ziel ist es, den Raum zwischen Kartäuserwall und Kartäusergasse zu einem ein- ladenden, lebendigen und offenen Ort für Lernen, Arbeiten, Wohnen und Leben zu entwi- ckeln. Die neu entstehenden Freibereiche sollen mit Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten ge- staltet werden. Für die Planung des Bauvorhabens hat der Vorhabenträger in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Köln im Frühjahr 2019 eine Mehrfachbeauftragung mit sieben Architekturbüros durchgeführt. Der Entwurf des Büros Kaspar Kraemer Architekten GmbH wurde mit dem ersten Rang ausgezeichnet und soll umgesetzt werden. Die Bezirksvertretung Innenstadt und der Stadtentwicklungsausschuss wurden über die ge- plante Durchführung der Mehrfachbeauftragung unter Beifügung der gekürzten Aufgaben- stellung und über ihr Ergebnis jeweils im Rahmen einer Mitteilung informiert. Da das Bauvorhaben nicht den Festsetzungen des rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 67435/04 von 1964 entspricht, ist die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. - 2 - 2 Verfahren Der Bebauungsplan soll als vorhabenbezogener Bebauungsplan gemäß § 12 BauGB unter Anwendung des beschleunigten Verfahrens (Bebauungsplan der Innenentwicklung gemäß § 13a Baugesetzbuch) aufgestellt werden. Bestandteil des vorhabenbezogenen Bebauungs- plans wird gemäß § 12 Absatz 3 Satz 1 BauGB der Vorhaben- und Erschließungsplan. Die Aufstellung gemäß § 13a Absatz 1 Baugesetzbuch (BauGB) ist möglich, da der Bebau- ungsplan für die Nachverdichtung aufgestellt wird und weniger als 20.000 m² Grundfläche gemäß § 19 Absatz 2 Baunutzungsverordnung festsetzt (6.017 m² Grundstücksgröße). Es werden auch keine Bebauungspläne im engeren sachlichen, räumlichen und zeitlichen Zu- sammenhang aufgestellt, deren Grundfläche nach § 13a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 BauGB mitzurechnen wäre. Zudem werden nicht die Zulässigkeit von UVP-pflichtigen Vorhaben und keine Beeinträchtigung von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung oder europäische Vogelschutzgebiete im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes begründet (§ 13a Absatz 1 Satz 4 und 5 BauGB). Es bestehen zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass im Sinne des § 13a Absatz 1 Satz 5 BauGB bei der Planung Pflichten zur Vermeidung oder Begrenzung der Auswirkungen von schweren Unfällen nach § 50 Absatz 1 BImSchG zu beachten sind. Da der Bebauungsplan die oben genannten Kriterien erfüllt, können die Verfahrenserleichte- rungen des § 13a Absatz 2 und Absatz 3 Satz 1 BauGB in Anspruch genommen werden. Es kann abgesehen werden von: der Umweltprüfung nach § 2 Absatz 4 BauGB, dem Umweltbericht nach § 2a BauGB, der zusammenfassenden Erklärung nach § 10a Absatz 1 BauGB und dem Monitoring nach § 4c BauGB. Die auf Grund der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu erwartenden Eingriffe gelten gemäß § 13a Absatz 2 Nummer 4 in Verbindung mit § 1a Absatz 3 Satz 6 BauGB als bereits erfolgt beziehungsweise zulässig. Gleichwohl werden die relevanten Um- weltbelange im weiteren Verfahren umfassend untersucht und in die Abwägung eingestellt. Das Kooperative Baulandmodell in der Fassung von 2017 ist anzuwenden. Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region hat am 13.09.2019 einen Antrag auf Ein- leitung eines Bebauungsplanverfahrens gemäß § 12 BauGB gestellt, um die planungsrechtli- chen Voraussetzungen zur Realisierung des Vorhabens zu schaffen. Der Stadtentwicklungsausschuss hat am 05.12.2019 die Einleitung des Verfahrens zur Auf- stellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes gemäß § 12 BauGB in Anwendung des beschleunigten Verfahrens nach § 13a BauGB – Arbeitstitel: "Campus Kartause (Kartäuser- wall 24b)" in Köln-Altstadt/Süd – und die Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteili- gung nach § 3 Absatz 1 BauGB (nach Modell 2: Versammlung) beschlossen (Vorlagen-Num- mer 3589/2019). Grundlage war das in der Mehrfachbeauftragung zur weiteren Umsetzung empfohlene städtebauliche Planungskonzept des Büros Kaspar Kraemer Architekten GmbH. Die frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange nach § 4 Absatz 1 BauGB hat in der Zeit vom 29.11.2019 bis 07.01.2020 stattgefunden. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Abs. 1 BauGB fand im Zeitraum vom 24. Juni bis zum 8. Juli 2020 statt. Aufgrund der Corona-Sicherheitsmaßnahmen wurde die Abendveranstaltung am 24.06.2020 als Echtzeit-Online-Dialog durchgeführt. Fragen und An- regungen konnten live per Chat eingereicht werden. Die Veranstaltung ist in einer Nieder- schrift dokumentiert. Zudem hing das städtebauliche Planungskonzept im Stadthaus vom 24. - 3 - Juni bis zum 8. Juli 2020 aus. Schriftliche Stellungnahmen konnten im Zeitraum der Beteili- gung bis zum 8. Juli 2020 einschließlich abgegeben werden. Im Rahmen dieser Beteiligung sind zehn Stellungnahmen eingegangen. In der öffentlichen Veranstaltung sowie den eingegangenen Stellungnahmen wurde im We- sentlichen Folgendes vorgetragen: Grün und Umwelt Forderung nach Durchführung einer Umweltprüfung Ablehnung der Eingriffe in die Natur, insbesondere in den vorhandenen Baumbe- stand und die bestehenden Grünflächen Befürchtung von / Ablehnung der negativen Auswirkungen auf das Klima, die Durch- lüftung und Luftqualität Nachfrage nach Energiekonzept / Energiestandard Befürchtung von Eingriffen in die Fauna Befürchtung von negativen Auswirkungen auf das Grundwasser und Wasseradern Befürchtung zusätzlicher Verschattungen Befürchtung von zusätzlichen Lärm-, Geruchs- und Lichtemissionen Städtebauliches Konzept Forderung nach Prüfung weiterer Planungsalternativen Forderung nach einer Reduzierung der städtebaulichen Dichte sowie Höhe der Ge- bäude Forderung nach einer Reduzierung des Raumprogramms (Unterbringung der Verwal- tung auf einem anderen Grundstück) Wunsch nach Einplanung von Freiflächenangeboten für die Bildungseinrichtungen Verkehr und Parken Zunahme der Verkehrsbelastung Forderung nach einer verträglichen Abwicklung der Verkehre inkl. des Liefer- und Baustellenverkehrs sowie des Radfahrverkehrs Einplanung einer ausreichenden Anzahl an Parkplätzen, auch für Menschen mit Be- hinderungen Sonstiges Forderung, das Vorhaben auf einem anderen Grundstück zu errichten Forderung nach Interessensausgleich und Entschädigung Befürchtung einer Verschlechterung der Wohnverhältnisse und der Lebensqualität Verlust an Privatsphäre Wunsch nach sozialer Kontrolle der Arkaden Befürchtung von Bauschäden an Bestandsgebäuden Wunsch nach Erhalt der Buntglasfenster des Bestandsgebäudes Bereits Ende 2019 und vor Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung hat sich eine Anwohner*innen-Initiative gegründet, die sich mit mehreren Schreiben an Politik und Verwaltung gerichtet hat. Bis zum 30.09.2020 wurden insgesamt 937 (nach eigenen Anga- ben der Initiative) Unterschriften gegen das Bauvorhaben und für den Erhalt von Grün- und Freiflächen im Severinsviertel gesammelt und weitergeleitet. Der Stadtentwicklungsausschuss des Rates der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 11.03.2021 den Beschluss über die Vorgaben zur Ausarbeitung des Bebauungsplan-Entwur- fes auf Grundlage des fortgeschriebenen städtebaulichen Entwurfs gefasst. Die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange nach § 4 Absatz 2 BauGB hat in der Zeit vom 11.11.2021 bis 21.12.2021 stattgefunden. - 4 - 3 Erläuterungen zum Plangebiet 3.1 Abgrenzung des Plangebiets Das Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Campus Kartause (Kartäuserwall 24b)“ befindet sich im linksrheinischen Kölner Stadtbezirk Innenstadt im Stadtteil Altstadt Süd. Es wird im Norden durch die Kartäusergasse und das Grundstück der Evangelischen Kirchengemeinde Köln, im Süden durch den Kartäuserwall begrenzt. Die östliche Grenze wird von der rückseitigen Bebauung der Gebäude am Kartäuserhof bzw. den Grenzmauern gebildet. Im Westen grenzt das Plangebiet an das Grundstück des Senioren- und Pflege- heims des Clara-Elisen-Stifts. Das Plangebiet umfasst das Flurstück 114, Flur 13 der Gemar- kung Köln. Es hat eine Größe von 6.017 m² (siehe Anlage 1 Übersichtsplan). Entlang der nördlichen und östlichen Grundstücksgrenze verläuft eine denkmalgeschützte Einfriedungsmauer des ehemaligen Kartäuserklosters. Zur Herstellung einer neuen Fuß- wegeverbindung muss eine Öffnung in der Mauer angelegt werden, die nach Abstimmung mit den Fachdienststellen innerhalb des Plangebietes vorgenommen werden kann. 3.2 Historische Entwicklung Das Plangebiet liegt innerhalb der mittelalterlichen Stadterweiterung von 1180. Die mittelal- terliche Stadtmauer, die ab 1881 für die Anlage der Neustadt bis auf wenige Relikte wie die nahe gelegene Ulrepforte geschleift wurde, verlief auf der Südseite der Straße Kartäuserwall. Das Grundstück ist Teil des Immunitätsbezirks des ehemaligen mittelalterlichen Kartäuser- klosters St. Barbara. Das 1334 vom Kölner Erzbischof Walram von Jülich gestiftete Kloster wurde 1338 fertiggestellt und entwickelte sich zu einer bedeutenden kirchlichen Institution des mittelalterlichen Kölns. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Klosteranlage um einen großen, von einem Umgang mit Klostergebäuden eingefassten Kreuzhof, das sogenannte „große Galilea“ erweitert. Ein Teilbereich dieses Baukomplexes reicht in die nordwestliche Ecke des Plangebiets. Die genaue Bebauung des Klosters ist aufgrund fehlender exakter Plangrundlagen derzeit nur ungefähr zu verorten. Nach Auflösung des Klosters im Jahr 1794, unmittelbar nach der Besetzung Kölns durch französische Truppen, ging das Gelände 1816 an den preußischen Militärfiskus über. Im Rahmen der militärischen Umnutzung als Garnisonslazarett und Artilleriedepot erfolgten auf dem Gelände umfangreiche Um- und Neubaumaßnahmen, die mit dem teilweisen Abbruch der ehemaligen Klosterbebauung einherging. Im Plangebiet wurden die letzten Klosterbauten nach 1827 abgebrochen. Der Abbruch der letzten Bauten aus der militärischen Nutzungs- phase erfolgte im Zuge der Neubebauung des Grundstücks Anfang der 1960er Jahre. 3.3 Vorhandene Struktur Plangebiet Zurzeit ist das Grundstück im westlichen Teil mit einem dreigeschossigen Gebäude mit aus- gebautem Satteldach bebaut. Entlang der Westfassade ist das Gelände um ein Geschoss abgeböscht, um eine natürliche Belichtung des Untergeschosses zu ermöglichen. Das Gebäude wurde Anfang der 1960er für die Ämter und Einrichtungen des damaligen Evangelischen Stadtkirchenverbandes Köln und heutigen Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region errichtet. Derzeit sind drei Bildungseinrichtungen in dem Gebäude mit je- weils eigenen Räumen untergebracht, die Melanchthon-Akademie, das Evangelische Ju- gendpfarramt und die Evangelische Familienbildungsstätte. Das Gebäude wird überplant. Entlang der östlichen Grundstücksgrenze befanden sich bei Einleitung des Bebauungsplan- verfahrens eingeschossige Gebäude, die als Garagen bzw. als Hausmeisterwohnung ge- - 5 - nutzt werden. Der Abbruch dieser Gebäudeteile wurde der Bauaufsicht angezeigt und ist be- reits erfolgt, um frühzeitig Kenntnisse über den Zustand der dahinter liegenden denkmalge- schützten Mauer zu erlangen. Die südlich gelegenen, teils befestigten Freiflächen am Kartäuserwall dienen der fußläufigen Erschließung der Bestandsgebäude. Über eine Zufahrt vom Kartäuserwall werden die oberir- dischen Pkw-Stellplätze, Stellplätze für Motorräder sowie die Fahrradabstellanlagen erreicht. Im nördlichen Grundstücksbereich befindet sich eine baumbestandene Grünfläche. Insge- samt befinden sich auf dem Grundstück 19 geschützte Bäume sowie 20 weitere Bäume. Umgebung Das Plangebiet liegt in der südlichen Kölner Altstadt, am Rande des Severinsviertels. Sever- instraße und Chlodwigplatz sind als zentrale Geschäftsbereiche des Viertels mit zahlreichen Angeboten im Bereich Versorgung, Freizeit und Gastronomie fußläufig vom Plangebiet aus erreichbar. Die östlich angrenzende Umgebung wie auch der Kartäuserhof sind durch eine geschlos- sene drei- bis viergeschossige Blockrandbebauung mit Satteldach und ausgebauten Dach- geschossen geprägt. Vorwiegend werden die Gebäude zum Wohnen genutzt; in den Erdge- schossen befinden sich teilweise Einzelhandels-, Gastronomie- und Dienstleistungsnutzun- gen. Entlang der östlichen Grundstücksgrenze liegen im rückwärtigen Bereich der Blockrand- bebauung Kartäuserhof fast durchgängig ein- bis dreigeschossige Anbauten, die zum Teil als Wohnungen zum Teil gewerblich genutzt werden. Die Blockrandstruktur des Viertels wird nördlich der Kartäusergasse durch die großmaßstäb- lichen Gebäude des Krankenhauses der Augustinerinnen Köln aufgebrochen. Die teilweise bis zu acht-geschossigen Gebäudeteile sind von der Straßenflucht zurückversetzt angeord- net. An der Kartäusergasse, gegenüber des Plangebiets, umschließt das Krankenhaus eine Aufweitung, die als Parkplatz genutzt wird. Der nördlich bzw. nordwestlich des Plangebiets gelegene Bereich an der Kartäusergasse wird ausgehend vom historischen Bauensemble aus Kartäuserkirche und Kartause (Kartäu- serkloster) von einer überwiegend zweigeschossigen Bebauungsstruktur geprägt, die ortho- gonal in Nord-Süd-Richtung orientiert ist. In den Gebäuden befindet sich der Evangelische Kirchenverband sowie das Familienzentrum Kartause mit einer Kindertageseinrichtung und Spielflächen im Außenbereich. Die Erschließung der Gebäude erfolgt nicht direkt über die angrenzenden Straßen, sondern über Höfe oder Wege, die in die Tiefe der Grundstücke füh- ren. Große Teile dieses Bereiches sind von einer denkmalgeschützten Backsteinmauer um- geben. Die Freiflächen verfügen über einen alten Baumbestand. Westlich des Plangebiets setzt die Bebauung entlang des Kartäuserwalls diese orthogonal organisierte Struktur im Kontrast zu der östlichen Blockrandbebauung fort. Unmittelbar an- grenzend an das Grundstück befinden sich das zweigeschossige Clara-Elisen-Stift, daneben eine viergeschossige Wohnbebauung sowie das dreigeschossige Bürogebäude der Deut- schen Telekom AG, das an die Ulrichgasse grenzt. Südlich des Plangebiets existiert entlang des Sachsenrings eine drei- bis viergeschossige, überwiegend geschlossene Wohnbebauung mit vereinzelten gewerblich genutzten Einheiten im Erdgeschoss. Die Gebäude werden vom Sachsenring erschlossen. Zum Kartäuserwall sind die Grundstücke mit ein- bis zweigeschossigen Gebäuden (Räume für Dienstleistungen, Veranstaltungen und Garagen) bebaut. Die Bebauung endet vor der Ulrepforte (mittelalterli- ches Stadttor), die an der Kreuzung mit der Ulrichgasse liegt. Entlang des Sachsenrings verläuft eine teilweise parkartige Grünfläche zwischen der Brunostraße und der Waisenhausgasse. - 6 - 3.4 Erschließung Motorisierter Individualverkehr (MIV) Das Plangebiet ist derzeit über den Kartäuserwall erschlossen, der als Einbahnstraße mit Fahrtrichtung zur Ulrichgasse in Richtung Nord-West für den motorisierten Individualverkehr (MIV) über den Sachsenring und Kartäuserhof erreicht wird. Der Anschluss an die überge- ordnete Erschließung ist über den Sachsenring (Teil des Kölner Ringstraßensystems) und die Ulrichgasse (Nord-Süd-Fahrt) gewährleistet. Zudem grenzt das Grundstück im Norden an die Kartäusergasse. Diese Anbindungsmöglich- keit wird nicht genutzt. Alle auf dem Grundstück bestehenden Stellplätze für Pkw, Mopeds und Fahrräder werden über den Kartäuserwall angefahren. Öffentliche Parkplätze sind als Längsparkplätze entlang des Kartäuserwalls angeordnet. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Das Grundstück ist über die Stadtbahnhaltestellen Ulrepforte, Kartäuserhof und Chlodwig- platz der Kölner Verkehrsbetriebe KVB gut an das Verkehrsnetz des ÖPNV angebunden. Es bestehen Anschlüsse an die Linie 15 in Fahrtrichtung Ubierring bzw. Chorweiler, an die Linie 16 mit Fahrtrichtungen Köln-Niehl über Hauptbahnhof bzw. Bonn-Bad Godesberg über Wes- seling und an die Linie 17 mit Fahrtrichtung Severinstraße bzw. Köln-Sürth. Die Haltestellen liegen in circa 300 m bzw. 500 m Entfernung und sind fußläufig erreichbar. Nach Fertigstellung der geplanten Nord-Süd-Stadtbahn wird sich die Anbindung an den Hauptbahnhof und in Richtung Norden noch verbessern. Über die Haltestelle Severinstraße sind zudem die Linien 3 und 4 erreichbar, die zwischen Bocklemünd und Thielenbruch bzw. Schlebusch verkehren. Die Buslinien 132 und 106 mit Haltestellen in der Severinstraße ergänzen das Netz. Sie ver- kehren zwischen Marienburg bzw. Meschenich und Hauptbahnhof. Fuß- und Radverkehr Im direkten Umfeld des Plangebiets (Kartäuserwall, Kartäuserhof und Kartäusergasse) wird der Radverkehr unmarkiert auf der Straße geführt. Die Einbahnstraßen sind durchgängig für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet und ermöglichen somit direkte Wegeverbindun- gen in alle Richtungen. Sachsenring und Kartäuserwall sind Bestandteil des Radverkehrsnet- zes, der Kartäuserwall soll als Fahrradstraße ausgebaut werden (Beschluss Verkehrsaus- schuss 14.06.2016 zum Radverkehrskonzept Innenstadt). In dem Abschnitt zwischen Ulrichgasse und Kartäuserhof gibt es für den Rad- und Fußgän- gerverkehr keine zusätzlichen Verbindungen zwischen Kartäuserwall und Kartäusergasse. Ver- und Entsorgung Alle für die Erschließung des Grundstücks notwendigen Leitungen wie Wasser, Strom, Gas, Fernwärme und Telekommunikation sind in den an das Grundstück angrenzenden Straßen Kartäuserwall und Kartäusergasse vorhanden. Die Ver- und Entsorgung des Plangebiets wird an das bestehende Netz angeschlossen. 3.5 Alternativstandorte Das Grundstück am Kartäuserwall befindet sich im Eigentum des Evangelischen Kirchenver- bands Köln und Region. Es liegt in einer innerstädtischen, gut erschlossenen Lage in der Nähe zu den Versorgungsinfrastrukturen in der Severinstraße. Auf dem Plangebiet befinden sich bereits heute Bildungseinrichtungen der Evangelischen Kirche. Da die derzeitigen Be- standsgebäude nicht für eine langfristig angelegte Bildungsarbeit geeignet sind, sollen die Bildungseinrichtungen in einem Neubau auf dem bisherigen Grundstück errichtet werden. Ein Veranstaltungsraum für maximal 140 Personen soll das bestehende Angebot ergänzen. Dieser war bereits in dem rechtskräftigen Bebauungsplan durch ein Baufenster gesichert, - 7 - wurde jedoch nicht umgesetzt. Mit der Realisierung des Vorhabens soll dieser Bedarf nun auf dem Grundstück gedeckt und durch ein gastronomisches Angebot ergänzt werden. Zu- dem ist geplant, Büroräume des Evangelischen Verwaltungsverbandes Köln-Nord an den Standort zu verlegen, um Synergieeffekte auch zu den umliegenden kirchlichen Einrichtun- gen zu nutzen. Insbesondere in der zweiten Bauphase soll auf den freiwerdenden Flächen des vorhandenen Gebäudes durch Nachverdichtung ein Beitrag zur Deckung des dringend benötigten Wohnraums geleistet werden. Da der Vorhabenträger nicht über ein vergleichbares alternatives Grundstück in räumlicher Nähe verfügt, kann das Vorhaben nicht an einem Alternativstandort realisiert werden. Zudem ist das Vorhaben im Sinne einer funktionsgemischten Stadtentwicklung und ent- spricht dem raumplanerischen Grundsatz der Innenentwicklung. Insbesondere die Mobilisie- rung der Flächen für den Wohnungsbau entspricht den Zielen des "Stadtentwicklungskon- zept Wohnen". Aufgrund der guten Verkehrsanbindung der bestehenden Einrichtungen und der integrierten Lage eignet sich der Standort sehr gut für die geplante Nutzung. Gleichwohl sind die Belange des Umweltschutzes zu erfassen, zu bewerten und mit in die Abwägung einzustellen, soweit sie im Rahmen der Bauleitplanung voraussichtlich berührt werden. Dadurch sollen negative Auswirkungen auf die Schutzgüter vermieden werden. 3.6 Planungsrechtliche Situation Die Fläche liegt im Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 67435/04 der Stadt Köln aus dem Jahr 1964. Der Bebauungsplan setzt für das Plangebiet sowie die nord- westlich angrenzenden Grundstücke als Art der Nutzung Gemeinbedarf (Kirchengrundstück) fest. Das auf dem Grundstück zum Zeitpunkt der Aufstellung des Bebauungsplans bereits vorhan- dene dreigeschossige Bildungszentrum inklusive eingeschossiger Grenzbebauung zum Kar- täuserhof ist über Baufenster gesichert. Ein neues, über Baulinien festgesetztes Baufenster ermöglicht einen eingeschossigen Anbau im nördlichen Grundstücksbereich, der bis heute nicht realisiert wurde. Die eingeschossigen Bestandsgebäude im Süd-Osten des Grund- stücks, die sich zur Zeit der Planaufstellung auf dem Grundstück befanden, wurden inzwi- schen abgerissen und die entstandene Fläche wird heute als Parkplatzfläche genutzt. Die nach Bebauungsplan zulässige Bebauung entspricht nicht mehr dem heutigen Bedarf der Bildungsstätten. Zudem widersprechen die geplanten ergänzenden Nutzungen wie z. B. Wohnen den Festsetzungen des rechtskräftigen Bebauungsplans. Aus diesem Grund stellte der Vorhabenträger den Antrag auf Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Der rechtskräftige Bebauungsplan 67435/04 wird im Geltungsbereich des vorhabenbezoge- nen Bebauungsplans überplant und tritt insoweit mit der Rechtsverbindlichkeit des vorhaben- bezogenen Bebauungsplans außer Kraft (vgl. Hinweis zu Rechtsfolgen in den textlichen Festsetzungen). Östlich grenzt das Plangebiet an den rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 6743/45 der Stadt Köln aus dem Jahr 1995, zuletzt ergänzt im Jahr 2017. Auf den an das Plangebiet angren- zenden Grundstücken ist ein besonderes Wohngebiet mit drei bis vier Vollgeschossen fest- gesetzt. Die überbaubaren Grundstücksflächen sind straßenseitig über Baulinien definiert. Zum Innenhof erfolgt die Festsetzung über Baulinien im Bereich des Kartäuserwalls und Baugrenzen im Bereich der Kartäusergasse und des Kartäuserhofs. Die eingeschossigen Anbauten an die gemeinsame Grundstücksgrenze sind mehrheitlich nicht über Baufenster gesichert, ausgenommen sind die mehrgeschossigen Anbauten, für die teilweise überbau- bare Grundstücksflächen festgesetzt sind. Entlang der gemeinsamen Grundstücksgrenze ist die Bestandsmauer als Denkmal nachrichtlich eingetragen. Ebenso sind die denkmalge- schützten Gebäude entlang des Kartäuserwalls und des Kartäuserhofs als Denkmäler nach- richtlich in den Plan übernommen. - 8 - 4 Planungsvorgaben 4.1 Regionalplan Der Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln, Teilabschnitt Region Köln stellt das Plan- gebiet als Allgemeinen Siedlungsbereich dar. 4.2 Flächennutzungsplan Im Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Köln ist das Plangebiet als besonderes Wohnge- biet dargestellt. Besondere Wohngebiete dienen dem Wohnen mit der Besonderheit, dass neben der Wohnbebauung Gewerbebetriebe und andere Nutzungen vorhanden sind, das Wohnen aber erhalten und entwickelt werden soll. Die Planung entspricht den Darstellungen des FNP. 4.3 Landschaftsplan Der Landschaftsplan der Stadt Köln trifft keine Festsetzungen für das Plangebiet. In der Karte der Entwicklungsziele des Landschaftsplans ist das Entwicklungsziel 6 „Ausstattung der Landschaft für Zwecke des Immissionsschutzes oder zur Verbesserung des Klimas“ dar- gestellt. 4.4 Stadtentwicklungskonzept Wohnen In dem vom Rat der Stadt Köln am 11.02.2014 beschlossenen Stadtentwicklungskonzept Wohnen (StEK Wohnen) strebt die Stadt Köln für den Betrachtungszeitraum 2010 bis 2029 eine Neubautätigkeit von insgesamt rund 42.550 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern an. Hierzu wird das Vorhaben mit circa 42 Wohneinheiten einen Beitrag leisten. 4.5 Höhenkonzept Am 27.03.2007 hat der Rat der Stadt Köln das „Höhenkonzept für die linksrheinische Kölner Innenstadt“ beschlossen. Demnach befindet sich das Grundstück im Bereich eines „Homo- genen Baufeldes“ mit einer Traufhöhenvorgabe von bis zu 15 m. Bei der Ausbildung von Sat- teldächern sind eine maximale Dachneigung von 45 ° und eine Nutzungsebene im Dachge- schoss und bei Flachdächern ein um (mindestens) 2 m zurückgesetztes Staffelgeschoss von maximal 3,20 m Höhe, in das alle technischen Aufbauten zu integrieren sind, zulässig. So- fern Solaranlagen angedacht werden, ist darauf zu achten, dass diese vom Straßenraum möglichst nicht oder nur wenig in Erscheinung treten. Die Hauptbaukörper halten die Höhenvorgaben ein, lediglich der „Campanile“ (Treppenturm) überschreitet die Vorgaben um 3,7 m. Der Errichtung eines flächenmäßig untergeordneten, jedoch akzentuierenden Hochpunktes wird Vorrang vor der Einhaltung des Höhenkonzepts eingeräumt. (Siehe auch Kapitel 5 Städtebauliches Planungskonzept und Kapitel 6.2 Zahl der Vollgeschosse und Höhe baulicher Anlagen) 4.6 Soziale Erhaltungssatzung Am 12.12.2019 hat der Rat der Stadt Köln die Soziale Erhaltungssatzung für das Severins- viertel beschlossen. Die Satzung ist am 30.01.2020 in Kraft getreten. Ziel der Sozialen Erhal- tungssatzung gemäß § 172 Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 BauGB ist die Erhaltung der Zusammen- setzung der Wohnbevölkerung aus besonderen städtebaulichen Gründen. Das Satzungsge- biet verläuft entlang der Flurstücksgrenze zur öffentlichen Verkehrsfläche Kartäuserwall und entlang der angrenzenden Grundstücke zum Kartäuserhof bzw. teilweise Kartäusergasse. Das Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist nicht Teil des Satzungsgebie- tes. - 9 - 4.7 Denkmalschutz Baudenkmäler Das Grundstück, auf dem das Vorhaben realisiert werden soll, ist Teil des ehemaligen Kar- täuserklosters. Entlang der östlichen und nördlichen Grundstücksgrenze verläuft eine Mauer, die als ehemalige Umfassungsmauer des Klosterbezirkes eingeordnet wird. Der Teilbereich an der nördlichen Grundstücksgrenze ist unter Kartäusergasse 7 mit der Denkmallistennum- mer 917 eingetragen, der Teil an der östlichen Grundstücksgrenze unter Kartäusergasse 9 mit der Denkmallistennummer 918 aufgeführt. Das östliche Mauerteilstück ist nach Abriss der eingeschossigen Gebäudeteile auf dem Plangebiet freigelegt und steinsichtig erhalten. An der Art des Mauerwerks kann seine jeweilige Entstehungszeit abgelesen werden. Es besitzt eine hohe Aussagekraft für die Geschichte des Kartäuserklosters und die bauliche Entwick- lung des Severinsviertels. Der Vorhabenträger wird die denkmalgerechte Restaurierung der dem Baugrundstück zuge- wandten, steinsichtigen Maueroberfläche und Krone im Weiteren vorbereiten. Hierzu wird die Erstellung einer Bestandsaufnahme mit Restaurierungskonzept für die Gesamtmauer erfor- derlich. (Siehe auch Kapitel 7.6 Kulturgüter) Nach erneuter Vermessung wurde ersichtlich, dass die Mauer durchgängig grenzständig ist, das heißt mit einem Anteil in dem Plangebiet und zum anderen Anteil auf den angrenzenden Grundstücken der Bebauung Kartäuserhof liegt. Die formelle Fortschreibung der Eintragung der anteiligen Umfassungsmauer auf den angrenzenden Grundstücken Kartäusergasse 5, Kartäuserhof 7, 9, 11, 13-15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, Kartäuserwall 24, 24a ist unter der Num- mer 918 erfolgt und rechtskräftig. Unmittelbar im Plangebiet sowie an das Plangebiet angrenzend befinden sich die im Folgen- den nachrichtlich aufgeführten in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragenen Bau- denkmäler. Denkmal- listen- nummer Straße Haus- Nr. Stadt teil Bezeichnung Datum Ein- trag des Denkmals Lage 918 Kartäuser- gasse Kartäuserhof Kartäuser- wall 5, 9 7, 9, 11, 13-15, 17, 19, 21, 23, 25, 27 24, 24a Alt- stadt -Süd ehemaliges Kartäuser- kloster, Umfassungs- mauer anteilig 18.01.1982 Umfassungs- mauser antei- lig angren- zend bzw. Teil des Plangebiets 917 Kartäuser- gasse 7 Alt- stadt -Süd ehemaliges Kartäuser- kloster, ehemalige Kartäuserkirche St. Barbara, Umfassungs- mauer anteilig 18.01.1982 Umfassungs- mauser antei- lig angren- zend bzw. Teil des Plangebiets 4280 Kartäuser- gasse 5 Alt- stadt -Süd Bildnische 30.09.1987 angrenzend 1342 Kartäuserhof (mit Hinter- haus) 9 Alt- stadt -Süd Wohnhaus mit Hinter- haus 09.03.1983 angrenzend - 10 - Denkmal- listen- nummer Straße Haus- Nr. Stadt teil Bezeichnung Datum Ein- trag des Denkmals Lage 2559 Kartäuserhof 7 Alt- stadt -Süd Wohnhaus 23.07.1984 angrenzend 2558 Kartäuserhof 1a, 1b Alt- stadt -Süd Wohn- und Geschäfts- haus 23.07.1984 angrenzend 2163 Kartäuser- wall 22 Alt- stadt -Süd Wohnhaus 23.03.1984 angrenzend 2380 Kartäuser- wall 24, 24a Alt- stadt -Süd Wohnhäuser 14.05.1984 angrenzend Tab. 1: Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Köln Aufgrund ihrer räumlichen Nähe von besonderer Bedeutung sind die Baudenkmäler Kartäu- serwall 22, 24 und 24a. Der geplante Anbau wird sich in Kontur und Höhenentwicklung an das gründerzeitliche Bauensemble anpassen und dessen Trauf- und Firsthöhen nicht über- schreiten, so dass eine Beeinträchtigung der Baudenkmäler ausgeschlossen werden kann. (Siehe auch Kapitel 7.6 Kulturgüter) Bodendenkmäler Archäologisches Fundgebiet „mittelalterliches Kartäuserkloster“ Aufgrund der historischen Nutzung des Plangebiets besteht eine hohe Erwartung an mittelal- terlicher und neuzeitlicher Substanz im Boden. Im Sommer 2019 wurde eine archäologische Sachverhaltsermittlung durch das Römisch-Germanische Museum (RGM) durchgeführt, bei denen preußische und mittelalterliche Befunde in zwei Bodenschnitten im nördlichen Teilbe- reich des Plangebiets nachgewiesen wurden. Von besonderem Interesse sind Teile der mit- telalterlichen Klosteranlage mit Kreuzgang und den daran anschließenden Kammern der Mönche, denen ein hoher Wert beizumessen ist. Die Realisierung der Planung kann zu einer Zerstörung der archäologischen Funde im Be- reich der geplanten Bebauung und Unterbauung führen. Die im Rahmen des Vorhabens vor- gesehenen Bodeneingriffe erfordern daher bauvorgreifende archäologische Ausgrabungen. Auftretende Befunde sollen für die Zukunft dokumentiert werden. (Siehe auch Kapitel 7.6 Kulturgüter) 4.8 Wasserschutzzone Das Plangebiet befindet sich im vollen Umfang im geplanten Wasserschutzgebiet Hürth III B. 4.9 Kooperatives Baulandmodell (KoopBLM) Zur Stärkung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus wurde vom Rat der Stadt Köln am 17.12.2013 das Kooperative Baulandmodell beschlossen und mit Bekanntmachung im Amts- blatt am 24. Februar 2014 in Köln eingeführt. Mit Ratsbeschluss vom 04.04.2017 wurde das Modell weiterentwickelt und fortgeschrieben. Die aktuelle Fassung ist mit Bekanntmachung vom 10.05.2017 in Kraft getreten. Ziel des Modells ist es, sowohl den öffentlich geförderten Wohnungsbau und das preiswerte Wohnungsmarktsegment zu stärken, als auch die Vorhabenträger eines Bebauungsplanver- fahrens an den planbedingten Folgekosten (zum Beispiel Kindertageseinrichtungen, öffentli- che Spielplätze, etc.) zu beteiligen. - 11 - Das Modell ist bei allen Vorhaben anzuwenden, für die eine verbindliche Bauleitplanung Vo- raussetzung für die Schaffung von Planungsrecht ist und die (unter anderem) die Schaffung von Baurecht für Wohnzwecke zum Ziel haben. Die Anwenderzustimmung des Vorhabenträgers zum Kooperativen Baulandmodell liegt mit Datum 30.09.2019 vor. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Bei Vorhaben, bei denen eine Geschossfläche von mindestens 1.800 m² oder mindestens 20 Wohneinheiten entstehen, sind mindestens 30 % der geplanten Geschossfläche für Wohn- zwecke im öffentlich geförderten Wohnungsbau zu errichten. Der Vorhabenträger wird den geforderten Anteil von mindestens 30 % im Bereich des geför- derten Wohnungsbaus realisieren und plant, diesen auf circa 50 % zu erhöhen. Es sollen öf- fentlich geförderte Geschosswohnungen im Baukörper „Wohnen / Gewerbe“ und öffentlich geförderte Studierendenappartements im Baukörper „Wohnen / Verwaltung“ entstehen. 4.10 Soziale Infrastruktur Kindertageseinrichtungen Das geplante Wohnangebot richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen (Familien, Studie- rende, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, evangelische Kommunität), für die jeweils spezielle Wohntypologien angeboten werden sollen. Aufgrund der geplanten Wohnungstypo- logien mit einem hohen Anteil an Studierendenappartements und besonderen Wohnformen wird durch das Vorhaben nur ein geringer Bedarf an Kindergartenplätzen ausgelöst. Der pro- jektbedingte Mehrbedarf im Bereich Kindertageseinrichtung liegt deutlich unterhalb des maß- geblichen Schwellenwerts von 50 Betreuungsplätzen und soll abgelöst werden. Im Plangebiet wird von der Fachverwaltung kein Bedarf für eine (mindestens 3-gruppige) Kindertagesstätte gesehen; Räumlichkeiten für eine Großtagespflege (U 3) zur Betreuung von neun Kindern könnten eingeplant werden. Aufgrund der begrenzten Grundstücksgröße und dem umfassenden Raumprogramm (Neubau für die vor Ort ansässigen sowie weitere Bildungseinrichtungen und Nachverdichtung mit Wohnungsbau) sieht der Vorhabenträger nicht die Möglichkeit der Integration einer Großtagespflege für U 3 Kinder in das geplante Raumprogramm. Schulen Ausgehend davon, dass nur die elf Geschosswohnungen von Familien bezogen werden, ist bei 2,3 Bewohnern je WE von 1 Schülerin bzw. Schüler je Jahrgangsstufe im Primarbereich auszugehen. Diese können in einer der umliegenden Schulen aufgenommen werden. Öffentliche Spielplätze Gemäß Kooperativem Baulandmodell ist der durch das Vorhaben ausgelöste Bedarf an öf- fentlichen Spielplätzen zu ermitteln und möglichst innerhalb des Plangebiets nachzuweisen. Es wird davon ausgegangen, dass je Einwohner*in im Plangebiet ein Bedarf von 2 m² öffent- licher Spielplatzfläche begründet wird. Dabei wird von einer Erstbelegungsquote von 2,3 Ein- wohnern pro Wohneinheit ausgegangen. Die Mindestgröße eines öffentlichen Spielplatzes, der zweckmäßig zu gestalten und zu betreiben ist, liegt bei 500 m². Unterhalb des Schwel- lenwerts ist der Mehrbedarf alternativ abzulösen. Ausgehend von einer Geschossfläche Wohnen von 4.233 m² liegt der durch das Vorhaben ausgelöste Bedarf an öffentlichen Spielplatzflächen bei circa 216 m² und damit deutlich unter der geforderten Mindestgröße. Zudem kann im Plangebiet aufgrund der räumlichen Situation und der Lage der geplanten Tiefgarage unter einem Großteil der Fläche kein öffentlicher Spielplatz ausgewiesen und gebaut werden. Der Mehrbedarf an öffentlichen Spielflächen soll - 12 - abgelöst werden. Im Durchführungsvertrag wird eine entsprechende Regelung aufgenom- men. Der zu zahlende Betrag soll zweckgebunden in die Finanzierung der Herstellung einer öffent- lichen Spielplatzinfrastruktur im Umfeld des Plangebietes, das heißt in die Umgestaltung im Sinne einer Modernisierung und Ausbesserung von Spielplätzen fließen. Im konkreten Fall soll der bestehende Spielplatz „Von den Siebenburgen“ aufgewertet werden. Öffentliche Grünflächen Gemäß Kooperativem Baulandmodell ist der durch das Vorhaben ausgelöste Bedarf an öf- fentlichen Grünflächen zu ermitteln und möglichst innerhalb des Plangebiets nachzuweisen. Es wird davon ausgegangen, dass je Einwohner*in im Plangebiet ein Bedarf von 10 m² öf- fentlicher Grünfläche begründet wird. Dabei wird von einer Erstbelegungsquote von 2,3 Ein- wohnern pro Wohneinheit ausgegangen. Die Mindestgröße einer öffentlichen Grünfläche, die eine entsprechende Funktion als öffentliche Grünfläche übernehmen kann, beträgt 10.000 m². Bei einem Bedarf von 5.000 bis 10.000 m² ist die entsprechende Fläche als öffentlich zu- gängliche private Grünfläche zu errichten und zu unterhalten. Unterhalb des Schwellenwerts von 5.000 m² ist der Mehrbedarf abzulösen. Ausgehend von einer Geschossfläche Wohnen von 4.233 m² liegt der von dem Vorhaben aus- gelöste Bedarf bei circa 1.082 m². Da aufgrund der geringen Grundstücksgröße keine Grün- fläche in der geforderten Mindestgröße von 5.000 m² realisiert werden kann, wird eine dem Bedarf entsprechende Ablösesumme gezahlt werden. Im Durchführungsvertrag wird eine ent- sprechende Regelung aufgenommen. Der Ablösebetrag soll möglichst für die Ertüchtigung einer bestehenden Grünfläche in der unmittelbaren Umgebung des Vorhabens verwendet werden. 4.10 Anlagenschutzbereich Das Plangebiet liegt innerhalb des Anlagenschutzbereichs "Bauwerke" gemäß § 18a LuftVG (Luftverkehrsgesetz), (BAF (Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung)). Ein entsprechender Hinweis ist in den Bebauungsplan aufgenommen. 5 Städtebauliches Planungskonzept 5.1 Qualifizierungsverfahren Mitte 2018 hat sich der Vorhabenträger entschieden, zur Konkretisierung des Vorhabens eine Mehrfachbeauftragung durchzuführen. Die Erarbeitung der Aufgabenstellung und Durchführung der Mehrfachbeauftragung, zu der insgesamt sieben Architekturbüros eingela- den wurden, erfolgte in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Köln. Um die grundsätzliche Umsetzbarkeit des Vorhabens mit der Stadt Köln vorabzustimmen, wurde im Vorfeld das Büro design team c beauftragt, eine städtebauliche Studie für das Vor- haben zu erstellen. Der Gestaltungsbeirat der Stadt Köln empfahl auf seiner Sitzung am 05.03.2018 die städtebauliche Variante mit überwiegend viergeschossiger Bebauung mit ei- nem Mansarddach am Kartäuserwall und einer Bruttogrundfläche (BGF (R) oberirdisch) von 9.625 m² weiterzuführen. Die erarbeiteten Varianten wurden allen Verfahrensbeteiligten der Mehrfachbeauftragung zur Kenntnis gereicht; die Empfehlungen des Gestaltungsbeirats sind in die Aufgabenstellung eingeflossen. Im Juni 2019 tagte die Beurteilungskommission, der auch Vertreter*innen der politischen Gremien und der Verwaltung der Stadt Köln angehörten, um die eingereichten Arbeiten der Mehrfachbeauftragung zu bewerten. In der Sitzung wurde die Planung des Büros Kaspar Kraemer Architekten GmbH mit dem ersten Rang ausgezeichnet und als Grundlage für das Bebauungsplanverfahren empfohlen. - 13 - 5.2 Aktuelles städtebauliches Planungskonzept Der Entwurf ordnet die baulichen Volumina analog der vorhandenen orthogonalen Grund- struktur des „Kartäuser-Geländes“ und führt so die offenen U-förmigen Hofstrukturen der Be- standsbebauung fort. Zudem übernimmt er die Grundidee des Kreuzganges: Um den quad- ratischen Innenhof gruppieren sich die verschiedenen Nutzungseinheiten, die durch einen umlaufenden Arkadengang miteinander zu einer Gemeinschaftsform verbunden sind. Die Öffnung des Hofes nach Süden zum Kartäuserwall bildet die Hauptadresse und empfängt die Eintretenden mit einer offenen Geste. Der hier vorgesehene gastronomische Bereich bildet eine einladende, urbane Situation, mit der Besuchende in den Hof geleitet werden. Aus dem Innenhof werden die einzelnen Funkti- onsbereiche übersichtlich und eindeutig adressierbar erschlossen. Im östlichen Baukörper werden im „Haus der Bildung“ die Räume der Bildungseinrichtungen (wie Melanchthon-Akademie, Evangelisches Jugendpfarramt, Evangelische Familienbil- dungsstätte Köln, Schulreferat und Pfarramt für Berufskollegs) situiert. Die Erschließung er- folgt im Erdgeschoss über ein großzügiges Foyer, das auch die von allen Einrichtungen ge- meinsamen genutzten Räume, wie den Veranstaltungsraum für maximal 140 Personen und den Raum der Stille, anbindet. Der nördliche und der westliche Baukörper nehmen im Erdgeschoss die Büroräume des Evangelischen Verwaltungsverbandes Köln-Nord auf. In den Obergeschossen sind die Stu- dierendenappartements, eine evangelische Kommunität für circa sieben Personen und eine inklusive Wohngruppe angeordnet. Die Studierendenappartements werden über einen fünf- geschossigen „Campanile“ (Treppenturm) erschlossen. Er definiert den Zugang, ist das sichtbare Zeichen der Gesamtanlage und dient der stadträumlichen Fassung des Innenhofs. Der südöstliche Baukörper schließt an die vorhandene Brandwand der denkmalgeschützten Bebauung am Kartäuserwall an. In den Obergeschossen werden Geschosswohnungen un- tergebracht. Alle Gebäude des Hofes sind viergeschossig mit Flachdach geplant. Mit Rücksichtnahme auf die umgebende Bebauung, insbesondere in Richtung Kartäuserhof, springt das letzte Ge- schoss gegenüber den Außengrenzen zurück und treppt den Baukörper auf drei Geschosse ab. Die maximalen Gebäudehöhen liegen bei 64,8 m über Normalhöhennull (NHN) für die viergeschossigen und bei 61,4 m über NHN für die dreigeschossigen Gebäudeteile. Bei ei- nem Geländeniveau von 50,0 m über NHN entspricht dies absoluten Gebäudehöhen von 14,8 m bzw. 11,4 m. Das südöstliche Gebäude schließt mit einem geneigten Dach (vier Vollgeschosse zzgl. Dachgeschoss) an die vorhandene, denkmalgeschützte Bebauung am Kartäuserwall 24 a an. Dachform sowie Traufhöhe des Bestandes (64,42 m über NHN, absolut 14,42 m bei ei- nem Geländeniveau von 50,0 m über NHN) werden aufgegriffen. Die Firsthöhe von 19,5 m unterschreitet die Firsthöhe des Bestandes (20 m), sodass insgesamt angemessene Über- gänge entstehen. Entlang der Grundstücksgrenze zur Bebauung am Kartäuserhof befinden sich jeweils in ei- nem Abstand von 3 m eingeschossige Baukörper (Lehrküche, der Veranstaltungsraum und der Raum der Stille). Diese sind mit Höhen zwischen 54,6 m über NHN und 55,6 m über NHN geplant (absolut zwischen 4,6 m und 5,6 m bei einem Geländeniveau von 50,0 m über NHN) und berücksichtigen die erforderlichen Aufbauhöhen für extensive bzw. intensive Be- grünungen. Insgesamt ist eine Geschossfläche von circa 9.152 m² (BGF (R) oberirdisch gesamt circa 9.515 m²) geplant, die sich wie folgt verteilt: Bildungseinrichtung circa 39 %, Wohnen circa - 14 - 46 %, Büroflächen Verwaltung circa 11 % und Gastronomie circa 4 %. Circa 50 % der Ge- schossfläche Wohnen sollen im Segment des öffentlich geförderten Wohnungsbaus entste- hen. Die 42 Wohneinheiten teilen sich auf in elf Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau, eine Wohngruppe mit sechs Plätzen, eine Wohngruppe „Evangelische Kommunität“ mit circa sie- ben Plätzen und circa 29 Appartements für 41 Personen (21 1-Zimmer-Appartements, sechs 2-Zimmer-Appartements, zwei 4-Zimmer-Appartements) im Studierendenwohnheim. Die An- zahl an Wohneinheiten wurde unter Beibehaltung der Geschossfläche Wohnen angepasst. Die ursprünglich vorgesehenen Gästeappartements im Haus der Bildung wurden zugunsten von Geschosswohnungen aufgegeben. Das städtebauliche Planungskonzept bedingt auch eine Neuordnung der Freianlagen. Die geplanten Freibereiche sind in Teilen öffentlich zugänglich, barrierefrei gestaltet und bieten neue Aufenthaltsmöglichkeiten und Treffpunkte an. Der arkadenumstandene Innenhof bildet das Zentrum des Gesamtensembles und ist als Ort der Konzentration und der Kommunikation gedacht. Er ist freiraumplanerisch mit Bänken, Bäumen und Pflanzbeeten geplant. Der Brunnen trägt insbesondere in den Sommermonaten zu einem angenehmen Klima bei. Im östlichen Baukörper ist vor der Gastronomie auf Höhe des Campaniles eine Fläche für eine außengastronomische Nutzung vorgesehen, die das Gebiet zusätzlich belebt. Im Norden der neuen Bebauung schließen private Spielflächen an den bestehenden Freibereich des Kindergartens an. Zudem sind hier mit einem Kräuter- und Gemüse-Lehr-Garten weitere Freiflächen geplant. Um die Seminarräume im Untergeschoss natürlich zu belichten, ist ein sogenannter „Tiefhof“ als Meditationshof vorgesehen. Das Ni- veau liegt circa 3,6 m unter dem natürlichen Geländeniveau auf 46,4 m über NHN. Im südli- chen Grundstücksbereich ist ein bepflanzter privater Wohnhof für die angrenzenden Ge- schosswohnungen geplant, der sich auf Teilen der Tiefgaragenrampe entwickelt. Alle Wege- und Platzflächen sind Fußgänger*innen vorbehalten. Lediglich der südliche Platz- bereich ist für Rettungsfahrzeuge, Umzugs- und Lieferwagen im Bedarfsfall befahrbar. Um eine gute Erreichbarkeit und Durchquerbarkeit des Grundstücks vom Kartäuserwall zur Kar- täusergasse zu ermöglichen, ist eine neue öffentliche Fußwegeverbindung geplant. Nachts kann bei Bedarf die Verbindung durch ein Tor an der Kartäusergasse geschlossen werden. Näheres dazu wird im Durchführungsvertrag geregelt. Das Gelände des Grundstücks liegt circa einen Meter über dem Niveau der Kartäusergasse. Aufgrund der zu erwartenden archäologischen Funde soll möglichst wenig in den vorhande- nen Geländeverlauf eingegriffen werden. Der Höhenunterschied wird im nördlichen Grund- stücksbereich durch eine Rampe im Fußweg überbrückt, die den barrierefreien Anschluss an die Kartäusergasse herstellt. Alle notwendigen Pkw-Stellplätze werden in einer Tiefgarage untergebracht. Die Ein- und Ausfahrt ist, wie im Bestand, vom Kartäuserwall geplant. Für die benötigten Fahrradstell- plätze sind Flächen in der Tiefgarage und im Außenraum vorgesehen. Die Umsetzung des Vorhabens soll in zwei unmittelbar aufeinander folgenden Bauphasen erfolgen. In der ersten Phase werden der Neubau für das Haus der Bildung („Bildungsein- richtung“) mit dem Eckgebäude zum Kartäuserwall („Wohnen / Gewerbe“) errichtet. Nach Ab- riss des Bestandsgebäudes im westlichen Grundstücksteil sollen im Anschluss die Gebäude des Bereichs „Wohnen / Verwaltung“ realisiert werden. - 15 - 5.3 Überarbeitung / Prüfung des städtebaulichen Planungskonzepts auf- grund von Empfehlungen, Prüfaufträgen und Anregungen Das städtebauliche Planungskonzept wurde nach dem Einleitungsbeschluss weiterentwi- ckelt, um die Empfehlungen der Beurteilungskommission, die Prüfaufträge der Bezirksvertre- tung Innenstadt sowie die Anregungen aus den frühzeitigen Beteiligungen einzuarbeiten bzw. auf Umsetzbarkeit zu prüfen. Das aktuelle Planungskonzept unter Punkt 5.2. ist das Er- gebnis dieses Prozesses. Eine Fortschreibung wurde insbesondere in folgenden Punkten vorgenommen: Die Gestaltung der Freibereiche ist unter Beibehaltung der städtebaulichen Grund- konzeption konkretisiert worden. Der ursprünglich steinern anmutende Hof sowie die nördlichen Freianlagen sind im Zuge der Fortschreibung bepflanzt worden. Auch die übrigen Freibereiche wurden begrünt wie zum Beispiel die im Norden des Grund- stücks gelegenen Spielflächen oder der Vorplatz zum Kartäuserwall. Zudem wurden intensive und extensive Dachbegrünungen, Fassadenbegrünungen sowie ein Brun- nen im Innenhof eingeplant, um die klimatischen Auswirkungen der Planung zu min- dern. Auch der Erhalt des Baumbestandes wurde geprüft. (siehe auch Kapitel 6.8) Ursprünglich war ein Anbau der eingeschossigen Gebäudeteile an die östliche Grundstücksgrenze vorgesehen. Nach Abriss der Bestandsbauten und durch vorge- nommene Schürfe wurde inzwischen festgestellt, dass die Fundamente der grenz- ständigen, denkmalgeschützten Mauer unterirdisch auskragen. Zur Sicherung der Mauer und zur Errichtung der Baugrube ist ein Verbau mit Bohrpfählen erforderlich. Ein direkter Anbau an die Fundamente der denkmalgeschützten Mauer ist bautech- nisch nicht möglich. Die geplanten eingeschossigen Gebäudeteile müssen daher mit einem Abstand zur Grundstücksgrenze/Mauer errichtet werden. Um die Proportionen der Gesamtanlage, insbesondere des Innenhofs zu erhalten, wurde der gesamte Ge- bäudekomplex um 1,35 m nach Westen verschoben. Die eingeschossigen Gebäude- teile in Richtung östlicher Grundstücksgrenze (Lehrküche, Veranstaltungsraum und Raum der Stille) wurden eingekürzt und jetzt mit einem Abstand von 3 m zur Grund- stücksgrenze geplant. Die Gebäudehöhen der eingeschossigen Baukörper wurden den technischen und konstruktiven Anforderungen entsprechend angepasst. Im Be- reich des Veranstaltungsraums wurde auf einen Versprung in der Decke verzichtet. Die Deckenerhöhung im Gebäuderandbereich ermöglicht im Innenraum die Unter- bringung der erforderlichen Gebäudetechnik und vergrößert gleichzeitig die Fläche für eine intensive Dachbegrünung. Der Abstand zwischen Veranstaltungsraum und an- grenzender Wohnbebauung verhindert eine direkte Übertragung von Schallemissio- nen und verbessert die Besonnungssituation. Für die Lage, Höhe und Anordnung des „Campanile“ wurden im Nachgang zur Mehr- fachbeauftragung mehrere Varianten erarbeitet, vorgestellt und abgestimmt. Die ur- sprüngliche Planung mit dem fünfgeschossigen, abgerückten „Campanile“ ist städte- baulich am überzeugendsten, da der Turm das Gesamtensemble akzentuiert und den Platz städtebaulich fasst. Der Turm ist als Erschließung für das Studierendenwohnen notwendig und hält die Abstandsflächen zu allen Grundstücksgrenzen ein. Auf eine öffentliche Zugänglichkeit des Turms in Form einer Aussichtsplattform wird verzichtet; der "Campanile" wird nur für die Bewohnerschaft zugänglich sein. Für die Nachbar- schaft etwaig unzumutbare Einsichtnahmemöglichkeiten werden durch das geplante Vorhaben unter Berücksichtigung seiner Lage im innerstädtisch verdichteten Bereich nicht hervorgerufen. Eine Einsichtnahme in die östlichen Bestandswohnungen am Kartäuserhof ist nicht, in die westlichen nur in sehr geringem Umfang möglich. Die Fassadengestaltung wurde mit der Fortschreibung der Hochbauplanung konkreti- siert. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Zurücknahme der historisierenden Ausprägung geprüft. Unter anderem wurde der Anteil der verglasten Flächen opti- miert, um einer Aufheizung der Innenräume in den Sommermonaten entgegenzuwir- ken. Durch die Weiterentwicklung der Innenraumplanung ergaben sich zudem neue Gestaltungsoptionen für die Fassade. Es wurden Einzelfelder geschlossen, rhyth- misch angeordnet und damit ansprechende Zäsuren in der Fassadenabwicklung ge- schaffen, welche eine gewünschte Belebung erzielen. Zudem wurde in Fassadenbe- reichen ohne Fenster eine Fassadenbegrünung eingeplant. - 16 - Die Sozialkontrolle der Arkaden wird durch die erdgeschossigen Nutzungen sicherge- stellt. Eine Verringerung der Tiefgaragenunterbauung wurde geprüft und umgesetzt. Für den öffentlich geförderten Wohnungsbau werden die Vorgaben der Förderrichtli- nien berücksichtigt. Eine verträgliche Abwicklung der unterschiedlichen Verkehrsarten inklusive des Park- suchverkehrs wurde durch ein Verkehrsgutachten nachgewiesen. 6. Begründung der Planinhalte 6.1 Art der baulichen Nutzung Im Plangebiet soll ein nutzungsgemischtes Quartier für Bildung, Wohnen, Verwaltung, Gast- ronomie und ggf. nicht störendes Gewerbe entstehen, für das verschiedene Nutzungsberei- che gemäß § 12 Absatz 3a BauGB festgesetzt werden. Die geschossweise Festsetzung der Nutzung erfolgt gemäß § 9 Absatz 3 BauGB. Bereich "Bildungseinrichtung (Haus der Bildung)" Im Bereich "Bildungseinrichtung" werden Nutzungen zugelassen, die dem Betrieb einer Bil- dungseinrichtung dienen, insbesondere Seminarräume (inkl. Lehrküche, Raum der Stille, Bibliothek), Kinderbetreuungsräume, ein Veranstaltungsraum für maximal 140 Personen, Büro-, Besprechungs- und Personalräume. Zudem ist eine Gastronomie im Erdgeschoss mit einer Geschossfläche von 230 m² zulässig. Die Festsetzung dient dazu, den Flächenanteil der Gastronomie zugunsten der Bildungseinrichtung als Hauptnutzung zu beschränken. Die Lage der Gastronomie im Erdgeschoss stellt sicher, dass diese direkt vom Platz aus zugäng- lich ist und diesen belebt. Außerdem sind Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwe- cke und ergänzende nicht störende gewerbliche Nutzungen z. B. für Beratungseinrichtungen zulässig. Durch die Beschränkung auf nicht störende gewerbliche Nutzungen sollen Störun- gen für die vorhandene und geplante Wohnnutzung insbesondere in Form von Lärmbelas- tungen in den Nachtstunden vermieden werden. Die Festsetzung erlaubt, flexibel auf einen geänderten Raumbedarf der Bildungseinrichtung reagieren zu können. Insgesamt entspre- chen die Festsetzungen dem Planungsziel, ein gegenüber dem Bestand erweitertes Raum- angebot für die Bildungseinrichtungen zu ermöglichen. Bereich "Wohnen / Gewerbe" Im Bereich „Wohnen / Gewerbe“ ist ab dem 1. OG Wohnen zulässig. Zudem sind einzelne Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ih- ren Beruf in ähnlicher Weise ausüben, zulässig, sofern sie sich der Wohnnutzung unterord- nen. Die Festsetzung soll, entsprechend den Planungszielen, die bestehende, umliegende Wohnnutzung arrondieren und darüber hinaus einen Beitrag zum dringend benötigten Wohn- raum in der Stadt liefern. Das Erdgeschoss soll aufgrund der Lage an einer öffentlichen Straße bzw. dem öffentlich zu- gänglichen Platz und dem damit verbundenen Publikumsverkehr sowie zur Ausbildung einer angemessenen Eingangs-Situation eine dem Ort entsprechende Nutzung erfahren. Zulässig sind Gastronomie, Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke sowie sonstige nicht störende gewerbliche Nutzungen. Bereich "Wohnen / Verwaltung" Im Bereich „Wohnen / Verwaltung“ sind ab dem 1. OG Wohnen, studentisches Wohnen / Studierendenwohnheim sowie betreutes Wohnen / Wohngruppen / Pflegeeinrichtungen zu- lässig. Einzelne Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbe- treibender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben, sind ebenfalls zulässig, sofern sie sich der Wohnnutzung unterordnen. - 17 - Die Festsetzung soll, entsprechend den Planungszielen, die bestehende, umliegende Wohn- nutzung arrondieren und darüber hinaus einen Beitrag zum dringend benötigten Wohnraum in der Stadt liefern. Mit den Festsetzungen studentisches Wohnen / Studierendenwohnheim wird auf den großen Bedarf an Wohneinheiten für Studierende reagiert. Durch die Zulässig- keit von betreutem Wohnen / Wohngruppen / Pflegeeinrichtungen kann ein Angebot für Men- schen mit besonderen Bedürfnissen integriert werden. Die Zulässigkeit von Wohngruppen eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit eines gemeinschaftlichen, zeitlich begrenzten Woh- nens z. B. mit spiritueller Ausrichtung für die evangelische Kommunität. Das Erdgeschoss des mit „Wohnen / Verwaltung“ festgesetzten Bereichs soll aufgrund der Lage an einer öffentlichen Straße und dem damit verbundenen Publikumsverkehr angemes- sen genutzt werden. Zulässig sind Büro-, Besprechungs- und Personalräume, Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke sowie sonstige nicht störende gewerbliche Nutzun- gen. Die Festsetzung ermöglicht die beabsichtigte Verlagerung der Büros des Evangelischen Verwaltungsverbandes Köln-Nord. Die geschossweise Festsetzung der Nutzung erfolgt ge- mäß § 9 Absatz 3 BauGB. Alle festgesetzten Nutzungen wurden gewählt, um dem Ziel der Planung - die bestehenden Bildungseinrichtungen zu erweitern und um die Nutzungen Wohnen, Verwaltung, Gastrono- mie und gegebenenfalls sonstige nicht störende gewerbliche Nutzungen zu ergänzen – ge- recht zu werden. Die Abgrenzung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche dient insbeson- dere dazu, die in den Obergeschossen festgesetzte Wohnnutzung dauerhaft zu sichern. Im Erdgeschoss ist eine durchgehende Nutzung zwischen den Bereichen „Bildungseinrichtung“ und „Wohnen / Gewerbe“ vorgesehen. Dies ist insofern möglich, da Nutzungseinheiten nicht an Grenzen unterschiedlicher Nutzungsbereiche enden müssen. Insgesamt werden die Voraussetzungen zur Entstehung eines nutzungsgemischten, lebendi- gen, innerstädtischen Quartiers mit einem vielfältigen Angebot unterschiedlicher Wohntypolo- gien für unterschiedliche Zielgruppen geschaffen. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung der bestehenden Einrichtungen und der integrierten Lage eignet sich der Standort sehr gut für die geplante Nutzung. Das Vorhaben ist im Sinne einer funktionsgemischten Stadtent- wicklung und trägt dem raumplanerischen Grundsatz der Innenentwicklung Rechnung. Zu- dem kann ein Beitrag zur Deckung des Bedarfs an dringend benötigtem Wohnraum geleistet werden, auch im Bereich des öffentlich geförderten Wohnungsbaus. Mit den getroffenen Festsetzungen kann das geplante Vorhaben umgesetzt werden. Spielplatz Im nördlichen Grundstücksbereich wird eine Spielplatzfläche mit einer Größe 256 m² festge- setzt, auf der Spielanlagen zulässig sind. Gemäß Satzung der Stadt Köln für private Spielflächen für Kleinkinder vom 15.08.1999 sind bei der Errichtung von Wohngebäuden private Spielflächen für Kleinkinder von 0 bis 6 Jah- ren nachzuweisen. Die Größe der Kleinkinderspielfläche setzt sich aus der Mindestfläche von 45 m² zuzüglich 5 m² Spielfläche je Wohneinheit ab der 6. Wohneinheit zusammen. Nach Abstimmungen mit den Fachämtern wurde bereits bei der Vorbereitung zur Mehrfach- beauftragung vereinbart, dass bei den Studierendenappartements als Einzelappartements nur für 10% der Wohneinheiten Kleinkinderspielflächen nachzuweisen sind, da diese auf- grund der Größe voraussichtlich nur in Ausnahmefällen von Kleinkindern bewohnt werden. Ausgehend von elf Geschosswohnungen, einer Wohngruppe mit sieben Plätzen in der evan- gelischen Kommunität, einer inklusiven Wohngruppe, acht Studierendenappartements für WGs und 21 Studierendenappartements für Einzelpersonen ergibt sich folgender Flächenbe- darf: Größe Kleinkindspielfläche: 45 m² + (27 – 5) * 5 m² + 21 * 0,1 * 5 m² = 165,5 m² - 18 - Die festgesetzte Spielfläche, die gemeinsam für alle auf dem Grundstück geplanten Wohn- nutzungen vorgesehen ist, überschreitet mit einer Größe von 256 m² die geforderte Mindest- größe deutlich. Bei Bedarf kann die Bauaufsicht ergänzende Nebenbestimmungen in der Baugenehmigung treffen, z. B. zur langfristigen Sicherung der Nutzung für Studierende. Die Umsetzung der Spielplatzfläche mit einer Größe von 256 m² wird durch Aufnahme in den Durchführungsvertrag gesichert. Die ursprünglich vorgesehene Festsetzung eines öffentlichen Gehrechts auf der privaten Spielfläche wurde im Planungsprozess aufgrund des steigenden Haftungrisikos seitens des Vorhabenträgers aufgegeben. Bedingte Festsetzung Um den Vorhabenbezug herzustellen, sind innerhalb des Geltungsbereiches des vorhaben- bezogenen Bebauungsplans nur solche Vorhaben zulässig, zu denen sich der Vorhabenträ- ger im Durchführungsvertrag konkret verpflichtet. Vertragsänderungen oder der Abschluss eines neuen Durchführungsvertrages sind gemäß § 12 Absatz 3a in Verbindung mit § 9 Ab- satz 2 BauGB zulässig. 6.2 Maß der baulichen Nutzung Das Maß der baulichen Nutzung wird im Plangebiet durch die überbaubaren Grundstücksflä- chen in Verbindung mit der Festsetzung der Grundflächenzahl (GRZ) und der Geschossflä- chenzahl (GFZ), durch die Zahl an Vollgeschossen sowie die Höhe baulicher Anlagen (GH: Gebäudehöhe, TH: Traufhöhe, FH: Firsthöhe) ausreichend bestimmt. Die bauliche Dichte im Plangebiet wie auch die Höhen baulicher Anlagen ergeben sich aus der städtebaulichen Konfiguration als Ergebnis der Mehrfachbeauftragung und orientieren sich an der bestehen- den Bebauung des Umfeldes. Grundflächenzahl (GRZ) und Geschossflächenzahl (GFZ) Das in der Planzeichnung festgesetzte Maß der baulichen Nutzung (GRZ und GFZ) bezieht sich auf das gesamte Grundstück. Für das gesamte Plangebiet werden eine GRZ von 0,6 und eine GFZ von 1,6 als Obergren- zen festgesetzt. Die Werte entsprechen damit der gemäß § 17 BauNVO für besondere Wohngebiete (WB) vorgesehenen Orientierungswerte für Obergrenzen (als Vergleichswerte). Im Rahmen der festgesetzten GRZ und GFZ kann das städtebauliche Konzept umgesetzt werden. Gemäß § 19 Absatz 4 Satz 3 BauNVO darf die in der Planzeichnung festgesetzte GRZ durch Nebenanlagen im Sinne des § 14 Absatz 2 BauNVO, durch Nebenanlagen auf den dafür festgesetzten Flächen, durch die im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Neben- anlagen und baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrund- stück lediglich unterbaut wird, bis zu einer GRZ von 0,8 überschritten werden. Im Interesse eines sparsamen Umgangs mit Grund und Boden ermöglicht die Festsetzung die Unterbringung der erforderlichen Pkw-Stellplätze unter der Erde in einer Tiefgarage. Dadurch wird das Plangebiet im Gegensatz zur derzeitigen Situation oberirdisch autofrei ge- halten und bietet Raum für eine attraktive Freiraumgestaltung. Die Festsetzung ermöglicht zudem die unterirdische Unterbringung von Fahrradstellplätzen, Müll-, Technik- und Keller- räumen, wodurch eine verbesserte Nutzbarkeit der oberen Geschosse und der Freianlagen gewährleistet wird. Um insbesondere für Besucher*innen der Bildungseinrichtung komfor- table Abstellmöglichkeiten für Fahrräder anbieten zu können, sind oberirdische Gemein- schafts-Fahrradabstellplätze auf den dafür festgesetzten Flächen zulässig. Nebenanlagen im Sinne des § 14 Absatz 2 BauNVO sind zulässig, um eine Versorgung des Gebietes sicherzu- stellen. - 19 - Im Vergleich zum Bestand vergrößert sich der Anteil an bebauter, unterbauter bzw. befestig- ter Fläche bei Realisierung des Vorhabens von derzeit circa 50% auf circa 80%. Das in der Aufgabenstellung zur Mehrfachbeauftragung formulierte Ziel, 40 - 50% des Plangebietes als begrünte Freifläche mit Bodenanschluss auszuweisen, wird nicht erreicht. Die Tiefgaragen- unterbauung im südlichen Platzbereich konnte bei der Konkretisierung des städtebaulichen Konzepts um 500 m² verkleinert werden. Durch die Festsetzungen zur Begrünung der Frei- anlagen, der Tiefgarage, der extensiven bzw. intensiven Dachbegrünungen und zum An- pflanzen und Erhalt von Bäumen werden die Auswirkungen eines höheren Versiegelungs- grades gemindert. Diese Flächen schaffen einen Ausgleich zu der dichten Bebauung und tragen dazu bei, dass die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhält- nisse gewährleistet werden. Darüber hinaus werden weitere Maßnahmen ergriffen, um die absolute Bodenversiegelung so gering wie möglich zu halten. Die oberirdischen Stellplätze für Fahrräder und der Wege- belag im Spielplatzbereich werden als wassergebundene Wegedecke erstellt und sind somit nicht versiegelt, obwohl sie als vollständig versiegelte Flächen in die GRZ II-Berechnung ein- fließen. Alle weiteren befestigten Flächen erhalten Betonpflasterbeläge mit Drainfugen, die Niederschlagswasser bei Bodenanschluss in den Untergrund oder auf der Tiefgaragendecke in die Retentionsschicht ableiten. Die Bodenbelagsarten sind im Vorhaben- und Erschlie- ßungsplan dargestellt. Die festgesetzte GFZ von 1,6 ermöglicht eine Geschossfläche (Vollgeschosse) von max. 9.627 m². Durch Festsetzungen der überbaubaren Grundstücksfläche zusammen mit einer maximalen Anzahl an Vollgeschossen wird die realisierbare Geschossfläche zudem be- grenzt. Zusammen mit den Nicht-Vollgeschossen ist eine Brutto-Grundfläche (BGF (R) oberirdisch) von circa 9.515 m² geplant. Gegenüber dem Stand der Mehrfachbeauftragung wurden ge- ringfügige Veränderungen in der BGF (R) oberirdisch eingeplant, zum Beispiel zur Optimie- rung von Treppenräumen, konstruktionsbedingten Fassadenaufbauten etc. Die in der Aufga- benstellung zur Mehrfachbeauftragung vorgegebene maximale BGF (R) oberirdisch von 9.700 m² wird eingehalten. Das Vorhaben befindet sich in einem innerstädtischen Bereich, der durch eine dichte Bebau- ung geprägt ist. Vor dem Hintergrund des Gebots zum sparsamen Umgang mit Grund und Boden und eines Vorrangs der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung gemäß § 1a Abs. 2 BauGB ist es städtebaulich gewünscht, den Standort nachzuverdichten. Die festge- setzte bauliche Dichte orientiert sich an der bestehenden Bebauung im Umfeld und ist für in- nerstädtische Lagen typisch und nach § 17 BauNVO in einem besonderen Wohngebiet zu- lässig. Eine Reduzierung der GFZ und der Geschossfläche würde unter anderem zu einem Verlust an dringend benötigtem Wohnraum führen. Eine Beeinträchtigung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse ist aufgrund der in den Fachgutachten erbrachten Nachweise nicht zu erwarten. Zahl der Vollgeschosse und Höhe baulicher Anlagen Zur Sicherung der Höhenentwicklung des städtebaulichen Konzepts wird die vorgesehene Anzahl der Vollgeschosse als Höchstmaß festgesetzt. Zusätzliche Geschosse, die sich über den Vollgeschossen ergeben, sind nur im Bereich „Wohnen / Gewerbe“ in den mit SD / WD festgesetzten Gebäudeteilen vorgesehen. Ergänzend wird die geplante Höhenentwicklung durch die Festsetzungen zur Gebäudehöhe, Traufhöhe und Firsthöhe gesichert. Um die Höhenentwicklung der Gebäude im Detail zu steuern, werden neben der Zahl der Vollgeschosse auch Gebäudehöhen (maximal oder zwingend) für die unterschiedlich hohen Gebäude und Gebäudeteile festgesetzt. Die Höhen der Gebäude und Gebäudeteile werden folgendermaßen in Meter definiert: - 20 - Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit Flachdach gilt als oberster Bezugspunkt der obere Ab- schluss der Gebäudeaußenwand (Oberkante Attika) – Gebäudehöhe (GH). Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit geneigtem Dach gilt als oberster Bezugspunkt der oberste Schnittpunkt der geneigten Dachflächen – Firsthöhe (FH). Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit geneigtem Dach wird die Traufhöhe (TH) als Schnittpunkt der Gebäudeaußenwand mit der Oberkante des geneigten Daches festgesetzt – Traufhöhe (TH). Der untere Bezugspunkt für die Festsetzung der Höhen der Gebäude und Gebäudeteile ist Normalhöhennull (NHN). Da es sich um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan handelt, wurden die festgesetzten Höhen eng an das konkrete Bauvorhaben geknüpft und überwiegend als maximale Höhen festgesetzt. Im Bereich von Baulinien sind zwingende Höhen festgesetzt. Zusammen mit den Festsetzungen zu den Geländehöhen lassen sich absolute Gebäudehöhen ermitteln (siehe auch Kapitel 6.4 Geländehöhen). Die zulässigen maximalen Gebäudehöhen der Hauptbaukörper mit Flachdächern sind mit maximal 64,8 m bei vier Geschossen beziehungsweise maximal 61,4 m über NHN bei drei Geschossen festgesetzt. Ausgehend von einer Bezugshöhe von 50,0 m über NHN entspricht dies einer absoluten Gebäudehöhe von 14,8 m bzw. 11,4 m. Die eingeschossigen Gebäude- teile sind mit Höhen von max. 55,6 m über NHN festgesetzt, was einer absoluten Höhe von 5,6 m entspricht. Im Bereich „Wohnen / Gewerbe“ sind für die geneigten Dachflächen Traufhöhen von maxi- mal 64,5 m und eine Firsthöhe von maximal 69,5 m zulässig. Dies entspricht einer absoluten Traufhöhe von 14,5 m und einer Firsthöhe von 19,5 m bei einer Dachneigung von 40 – 45 °. Entlang des Kartäuserwalls sichert die Baulinie zusammen mit der zwingenden Traufhöhen- festsetzung von 64,42 m die Aufnahme der Traufhöhe der östlich anschließenden Bestands- bebauung und Fortführung der städtebaulich prägenden Raumkante (siehe auch Kapitel 6.3. Überbaubare Grundstücksflächen). Im Bereich der geplanten Tiefgaragenrampe werden entlang der denkmalgeschützten Wand zwingende Höhen von 51,85 m über NHN bzw. 53,10 m über NHN festgesetzt, um mit dem Gebäude an die denkmalgeschützte Mauer anschließen zu können. Die festgesetzten Höhen unterschreiten die Höhe der denkmalgeschützten Wand. Für die übrigen Dachflächen wer- den maximale Höhen festgesetzt, die eine Abdeckung der Tiefgaragenrampe auf zwei unter- schiedlichen Niveaus ermöglichen und einen Schalleintrag in die privaten Wohnhöfe verhin- dern. Die untere Ebene ist für die Bewohner*innen des Gebäudes als begrünte Freifläche begehbar. Eine Nutzung der oberen Ebene ist nicht vorgesehen. Diese Vorgabe wird über den Vorhaben- und Erschließungsplan und den Durchführungsvertrag gesichert (siehe auch Kapitel 6.3 Überbaubare Grundstücksflächen). Das städtebauliche Planungskonzept wurde im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung ermit- telt und zur weiteren Umsetzung empfohlen. Die städtebauliche Konfiguration, die Einfügung in die Umgebung sowie die geplanten Gebäudehöhen wurden von der Jury insgesamt positiv beurteilt. Die festgesetzten Gebäudehöhen orientieren sich an der bestehenden Bebauung des Umfel- des, deren Höhen aufgegriffen und in Teilen sogar unterschritten werden. Zu den Bestands- gebäuden im Osten am Kartäuserhof und in Richtung Norden und Westen ist das letzte Ge- schoss des aufgehenden Gebäudes zurückversetzt geplant und treppt den Baukörper auf drei Geschosse ab. Das Eckgebäude am Kartäuserwall nimmt die raumprägende Traufhöhe - 21 - des benachbarten, denkmalgeschützten Bestandsgebäudes auf. Zur östlichen Grundstücks- grenze sind eingeschossige Gebäudeteile mit einem Abstand von 3 m zur Grundstücks- grenze vorgesehen. Die gemäß § 6 BauO NRW erforderlichen Abstandsflächen werden zu allen Grundstücks- grenzen eingehalten bzw. deutlich überschritten. Gemäß BauO NRW ist ein Abstand von 0,4 H bzw. mindestens 3,0 m zulässig. Der Entwurf weist bei den mehrgeschossigen Gebäude- teilen zu den nördlichen und östlichen Grundstücksgrenzen in weiten Teilen Abstandsflächen von 0,8 H auf. Die eingeschossigen Gebäudeteile sind mit Abständen von 3,0 m zu den Grundstücksgrenzen geplant. Im Bereich der geplanten Tiefgaragenrampe wird ein An- schluss an die denkmalgeschützte Mauer durch grenznahe Baulinien in Kombination mit zwingenden Gebäudehöhen gesichert (siehe oben). Eine Reduzierung der Bauhöhe oder Baumasse würde unter anderem zu einem Verlust an dringend benötigtem Wohnraum führen. Eine Unterbringung der Bildungseinrichtung in nur eingeschossigen Gebäudeteilen ist unter anderem aufgrund der Grundstücksgröße nicht möglich. Zudem würde durch eine Bauweise mit geringerer Anzahl an Geschossen eine un- erwünschte Flächenversiegelung entstehen. Dachaufbauten Gebäudedächer dienen auch der Unterbringung einer Vielzahl von Dachaufbauten wie z.B. technischen Anlagen. Daher wird festgesetzt, dass die Höhen der Gebäude und Gebäude- teile durch Geländer von Dachterrassen, soweit diese nicht als geschlossene Wand ausge- führt werden, sowie Dachaufbauten - wie Aufzugsüberfahrten, Lüftungseinrichtungen, Ka- mine, Rauchwärmeabzüge, Antennen, Blitzschutzeinrichtungen, sonstige Technikaufbauten, Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien (Photovoltaikelemente), Dachausstiege / Oberlichter, Brandgiebel - überschritten werden können. Das höchstzulässige Maß der Über- schreitungen beträgt 2,30 m in der Höhe, um die technisch notwendigen Anlagen einhausen zu können und das städtebauliche Erscheinungsbild nicht nachhaltig zu stören. Für Geländer von Dachterrassen, Dachausstiege / Oberlichter und Brandgiebel ist das höchstzulässige Maß abweichend hiervon auf 1,0 m begrenzt. Um die städtebauliche Verträglichkeit sicherzustellen, ist der Flächenanteil der Überschrei- tungen auf insgesamt 30% der Dachfläche begrenzt. Im Sinne einer nachhaltigen, klimawan- delgerechten Energieversorgung sind Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien, außer in Bereichen intensiver Dachbegrünung, ohne Flächenbeschränkung zulässig. Die Dachaufbauten, ausgenommen Geländer von Dachterrassen, Dachausstiege / Oberlich- ter, Aufzugsüberfahrten und Brandgiebel, müssen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäudeaußenkante zurücktreten, um nach außen möglichst wenig in Erscheinung zu treten. Die Lage der Brandgiebel an der Gebäudeaußenkante ist bautechnisch erforderlich. Die Position der Geländer an der Außenkante der Gebäude sichert eine entsprechende Nutzbarkeit der dahinterliegenden Dachterrassen. Zudem ermöglicht die Festsetzung, Auf- zugsüberfahrten und Dachausstiege / Oberlichter bedarfsgerecht anordnen zu können. Die Aufgabenstellung zur Mehrfachbeauftragung gab vor, technische Anlagen in die Baukör- per-Kubatur zu integrieren. Im Rahmen der Planungskonkretisierung (Vorplanung) wurde die Möglichkeit der Integration von allen technischen Anlagen in die Gebäudekubatur ge- prüft. Trotz des weitgehenden Verzichts auf Klimatisierung sind nach derzeitigem Stand auf dem Dach des Baukörpers 2 „Bildungseinrichtung“ technische Anlagen in Form von Lüf- tungseinrichtungen und Rückkühlern notwendig. Diese sind im Vorhaben- und Erschlie- ßungsplan exemplarisch (Stand Vorplanung) dargestellt, ebenso die kleineren Aufbauten wie Antennen, Aufzugsüberfahrten, Rauchwärme-Abzüge, deren genaue Lage erst nach Ab- schluss der konkreten Hochbauplanung bestimmt werden kann. - 22 - Eine Anordnung aller technischen Aufbauten im Untergeschoss ist technisch nicht möglich und würde zudem zu einer Vergrößerung der unterbauten und versiegelten Fläche führen. Ziel ist es, die technischen Aufbauten in Umfang und Höhe so gering wie möglich zu halten und durch eine Verkleidung gestalterisch einzubinden (siehe auch Kapitel 6.11 Bauord- nungsrechtliche Festsetzungen). Die geplanten Anlagen zur Erzeugung regenerativer Ener- gien (Photovoltaikanagen) sind ohne Verkleidung möglich. Die technischen Aufbauten sind im Vorhaben- und Erschließungsplan exemplarisch dargestellt. Die im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Dachgauben auf dem Baukörper 1 sind als untergeordnete Bauteile zulässig. Die Einhaltung der Anforderungen des § 6 der BauO NRW wird durch Einreichung eines Ab- standsflächenplans im Bebauungsplanverfahren nachgewiesen. Im Rahmen des Bauan- tragsverfahrens wird die Einhaltung der Abstandsflächen erneut geprüft und sichergestellt. 6.3 Überbaubare Grundstücksflächen Baugrenzen und Baulinien Die überbaubaren Grundstücksflächen sind durch die Festsetzung von Baugrenzen und Baulinien definiert. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan übernimmt die Baukörperstellung aus dem Vorhaben- und Erschließungsplan und setzt die überbaubaren Grundstücksflächen über Baugrenzen mit geringfügigen Spielräumen für die spätere Ausführungsplanung des Bauvorhabens in Dezimetern fest. Baugrenzen werden auch festgesetzt, um Gebäudeteile mit unterschiedlichen Zahlen von Vollgeschossen, Dachformen oder Gebäudehöhen vonei- nander abzugrenzen. Entlang der Straße am Kartäuserwall wird die städtebaulich wirksame Gebäudekante über eine Baulinie mit zwingender Traufhöhe definiert, um die Bauflucht und Traufhöhe des denk- malgeschützten Bestandes städtebaulich fortsetzen zu können und einen harmonischen An- schluss an die Giebelseite zu ermöglichen. Bereits im angrenzenden Bebauungsplan Nr. 67435/05 ist die Einhaltung der straßenseitigen Bauflucht über die Festsetzung einer Bauli- nie sichergestellt. Eingänge und Loggien dürfen um bis zu 2,5 m hinter der Baulinie am Kartäuserwall zurück- treten, soweit sie einzeln eine Breite von 3,0 m und in der Summe ein Drittel der Breite der Gebäudefassade je Geschoss nicht überschreiten. Ermöglicht wird damit eine Ausbildung von geschützten Eingangsbereichen sowie privaten Freibereichen (Loggien) mit Süd-West- Ausrichtung. Zudem ist im Erdgeschoss eine Öffnung in einer Breite von bis zu 9 m für den Zu- und Ausfahrtsbereich der Tiefgarage zulässig. Die Festsetzung der Baulinie in Kombina- tion mit einer zwingenden Höhe führt dazu, dass keine Abstandsflächen eingehalten werden müssen. Nachteilige Auswirkungen auf die Belichtung / Besonnung und Belüftung der ge- genüberliegenden Bebauung sind aufgrund der Lage des Gebäudes (nördlich zur Bestands- bebauung Kartäuserwall) und der geplanten Gebäudehöhen nicht zu erwarten. Weitere Baulinien sind im Bereich der Tiefgaragenrampe parallel zur süd-östlichen Grund- stücksgrenze zusammen mit zwingenden Gebäudehöhen von 51,85 m über NHN bzw. 53,10 m über NHN festgesetzt. Sie ermöglichen eine Abdeckung der Tiefgaragenrampe auf zwei unterschiedlichen Niveaus und verhindern somit einen Schalleintrag in die privaten Wohn- höfe. Die Lage und Höhe der Rampe und die Festsetzung der Baulinie mit zwingender Höhe sind so gewählt, dass über Abdeckungen ein Anschluss an die denkmalgeschützte Mauer hergestellt werden kann, um diese dauerhaft, auch im Mauerkronenbereich, gegen Witte- rungseinflüsse zu schützen. Hierzu dürfen Bau- und Gebäudeteile, wie z. B. Abdeckungen, die Baulinie um bis zu 0,6 m überschreiten. Eine grenzständige Errichtung der TG-Rampe ist aufgrund der vorhandenen denkmalgeschützten Mauer nicht möglich. - 23 - Die Festsetzung der Baulinie in Kombination mit einer zwingenden Höhe führt in ihrer Konse- quenz dazu, dass vor den Außenwänden der geplanten, eingehausten Tiefgaragenrampe keine Abstandsflächen freigehalten werden müssen (vgl. § 6 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 BauO NRW). Da die Attika der Tiefgaragenrampe die Höhe der denkmalgeschützten Mauer nicht über- schreitet, sind keine Beeinträchtigungen der Nachbarn hinsichtlich Belichtung / Besonnung und Belüftung zu erwarten. Lediglich die untere Tiefgaragen-Ebene wird begehbar ausgebil- det auf einem Niveau von 51,65 m über NHN. Die begehbare Fläche liegt damit 1,65 m über dem geplanten Geländeniveau. Da die denkmalgeschützte Mauer in diesem Bereich eine Höhe von 53,23 m über NHN aufweist und damit 1,58 m über dem geplanten begehbaren Niveau der Tiefgaragen-Rampe liegt, ist die Einsichtnahme auf die Nachbargrundstücke ein- geschränkt. Die durch das Vorhaben verbleibenden Einsichtnahme-Möglichkeiten werden unter Berücksichtigung der Lage im innerstädtisch verdichteten Bereich als zumutbar bewer- tet. (siehe auch Kapitel 6.2 Maß der baulichen Nutzung). Insgesamt lässt sich somit festhal- ten, dass die geplante, eingehauste Tiefgaragenrampe in ihrer Wirkung auf die Nachbar- schaft zu keinen wesentlichen Beeinträchtigungen nachbarlicher Belange führt, die die für die Einhausung sprechenden, städtebaulichen Belange überwiegen würden. Nicht zuletzt ist insoweit auch dem Rechtsgedanken von § 6 Abs. 8 Satz 1 Nr. 3 BauO NRW Rechnung zu tragen, wonach überdachte Tiefgaragenzufahrten in abstandsflächenrechtlicher Hinsicht grundsätzlich privilegiert zulässig sind. Die Baugrenzen und Baulinien dürfen innerhalb des Plangebiets durch unterirdische Bohr- pfähle um bis zu 3,0 m überschritten und für Belüftungs- und Entrauchungsschächte um bis zu 1,0 m überschritten werden, um eine Baugrube im Bereich der denkmalgeschützten Mauer standsicher herstellen und die Tiefgarage natürlich belüften zu können. Die Lage der geplanten Belüftungs- und Entrauchungsschächte ist im Vorhaben- und Erschließungsplan exemplarisch (Stand Vorplanung) dargestellt. Die genaue Lage kann erst nach Abschluss der konkreten Hochbauplanung bestimmt werden. Eine Überschreitung der Baugrenzen und Baulinien in Bereiche öffentlicher Verkehrsflächen ist nicht zulässig. Um das Anbringen von Werbeschildern an den Fassaden zu ermöglichen, wird festgesetzt, dass die Baugrenzen und die Baulinie am Kartäuserwall durch zulässige Werbeanlagen ent- sprechend den gestalterischen Festsetzungen unter Punkt B Nr. 3 überschritten werden dür- fen. Um das Anlegen von Dachterrassen zu ermöglichen, wird festgesetzt, dass diese die für das 3. OG festgesetzten Baugrenzen um bis zu 2,7 m überschreiten dürfen, sofern sie dabei die für das 2. OG maßgeblichen Baugrenzen einhalten. Die geplanten Dachterrassen sind im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellt. Sie orientieren sich in Richtung Nord-Ost und Nord-West. Arkaden Im Bereich des Innenhofes sind Arkaden geplant, die zeichnerisch innerhalb der überbauba- ren Grundstücksflächen festgesetzt sind. Die Außenkante des Gebäudes springt im Erdge- schoss entsprechend zurück. Aufgrund der Rundbögen hat die Arkade eine mittlere geplante Höhe von mindestens 2,5 m über Geländeniveau. Der Scheitelpunkt des Rundbogens liegt bei 3,2 m über Geländeniveau. Als städtebaulich prägnante Elemente bieten die Arkaden ei- nen witterungsgeschützten Aufenthaltsbereich und eine Verbindung zwischen den Gebäude- teilen. Außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen sind überdachte Arkadengänge auf den dafür festgesetzten Flächen zulässig. Dies ermöglicht eine wettergeschützte Verbindung zwi- schen den Baukörpern 2 und 3 herstellen zu können. Zudem können im sogenannten „Medi- tationshof / Tiefhof“ die geplanten überdachten Sitznischen (Sedilien) ausgebildet werden. Die Sozialkontrolle der Arkaden soll durch eine entsprechende Nutzung und Beleuchtung si- chergestellt werden. - 24 - Nebenanlagen Um die Zulässigkeit von Nebenanalgen eindeutig zu regeln, werden Festsetzungen zu Ne- benanlagen getroffen. Gemäß § 14 Absatz 1 Satz 3 BauNVO sind Nebenanlagen mit Aus- nahme von Nebenanlagen im Sinne des § 14 Absatz 2 BauNVO nur auf den hierfür festge- setzten Flächen, den im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Flächen sowie in- nerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen zulässig. (vgl. auch 6.5) Nebenanlagen im Sinne des § 14 Absatz 2 BauNVO sind abweichend hiervon sowohl innerhalb als auch au- ßerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen zulässig. Die Festsetzung soll die Zulässig- keit für die der Versorgung des Gebietes dienenden Nebenanlagen, wie z.B. eines Trafos, ermöglichen. 6.4 Geländehöhen Im Plangebiet wird eine Geländehöhe mit 50,0 m über NHN festgesetzt, die eine eindeutige Bestimmung der Gebäudehöhen im Rahmen der Abstandsflächenermittlung ermöglicht. Im überwiegenden Teil des Plangebietes ist bereits eine Geländehöhe von 50,0 m über NHN vorhanden und weiterhin geplant, um eine ebenerdige und barrierefreie Fortführung des Straßenniveaus vom Kartäuserwall ins Plangebiet sicherzustellen. Zudem sollen Verände- rungen im Geländeniveau auch im Hinblick auf die zu erwartenden archäologischen Boden- funde auf kleinere Teilflächen beschränkt werden. Im Bereich des vorhandenen Bestandsge- bäudes soll die vorhandene Abgrabung auf das Niveau von 50,0 m über NHN verfüllt wer- den. Die Höhenfestsetzung gewährleistet zudem eine ausreichende Überdeckung der Tief- garage. Die Hochbeete sind von der Höhenfestsetzung ausgenommen. Um eine gewisse Flexibilität bei der Umsetzung zu ermöglichen und Geländeanpassungen im Bereich der denkmalgeschützten Mauer zu ermöglichen, sind geringfügige Abweichungen zur Neigung des Geländes für die Oberflächenentwässerung und zur Geländeanpassung an Grundstücksgrenzen zulässig. Unterschreitungen der festgesetzten Höhe der Geländeober- fläche zur Ausbildung des Fußweges zur Kartäusergasse (bestehende Geländehöhe von 49,0 m ü NHN) sowie der angrenzenden Fläche für Gemeinschafts-Fahrradabstellplätze und des Trafos und des dargestellten „Meditationshofs / Tiefhofs“ (Geländehöhe 46,4 m ü NHN) sind zulässig. Dies erlaubt die Ausbildung der im Vorhaben- und Erschließungsplan darge- stellten Rampe im nördlichen Grundstücksteil, die eine barrierefreie fußläufige Verbindung zwischen Kartäusergasse und Kartäuserwall herstellen und den Höhenunterschied von circa 1 m überwinden soll. Zudem kann mit der Festsetzung die Fläche zum Abstellen der Fahrrä- der und Anordnung des Trafos barrierefrei erschlossen werden. Im Bereich des „Meditations- hofs / Tiefhofs“ ist eine Geländehöhe von 46,4 m über NHN festgesetzt, um eine natürliche Belichtung der im Untergeschoss gelegenen Räume zu ermöglichen. Auch hier wird die Ein- haltung der Abstandsflächen im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens nachgewiesen und im Bauantragsverfahren erneut geprüft und sichergestellt. Mit den Veränderungen der Ge- ländeoberfläche entstehen weder Nachteile für Nachbargrundstücke noch wird das Orts- o- der Landschaftsbild beeinträchtigt. 6.5 Erschließung Öffentliche Verkehrsfläche Entlang des Kartäuserwalls wird eine kleine Fläche als öffentliche Verkehrsfläche festge- setzt. Diese Fläche befindet sich derzeit auf dem Grundstück des Vorhabenträgers, wird je- doch schon im Bestand als öffentliche Gehwegfläche genutzt. Es ist geplant, die Fläche kos- ten- und lastenfrei an die Stadt Köln zu übertragen bzw. als öffentliche Verkehrsfläche zu widmen. - 25 - Straßenbegrenzungslinie Entlang des Kartäuserwalls und der Kartäusergasse werden Straßenbegrenzungslinien fest- gesetzt, um die bestehenden öffentlichen Verkehrsflächen abzubilden. Da die Straßenbe- grenzungslinie entfällt, wenn sie mit einer Baugrenze oder Baulinie zusammenfällt, ist sie nur in Teilbereichen des Plangebietes sichtbar. Straßenverkehr Eine Änderung der bestehenden Verkehrssituation oder Verkehrsführung auf den Bestands- straßen ist durch das Vorhaben nach Abschluss der Baumaßnahme nicht vorgesehen. Die Zufahrt zum Grundstück bzw. der Tiefgarage für den motorisierten Verkehr erfolgt wie bisher ausschließlich über den Kartäuserwall. Die Wege und Plätze im Plangebiet bleiben der Nut- zung durch Fußgänger*innen vorbehalten. Für Rettungsfahrzeuge, Umzugs- und Lieferwa- gen bleibt der südliche Platzbereich im Bedarfsfall befahrbar, ohne dass dies einer Festset- zung bedarf. Aufgrund der Ansiedlung neuer Nutzungen im Plangebiet wird es zu einem planbedingten Mehrverkehr kommen. Die Auswirkungen der Planung auf das vorhandene öffentliche Ver- kehrsnetz im Umfeld sowie die Parkplatzsituation wurden in einem Verkehrsgutachten des Büros PTV Transport Consult GmbH vom Oktober 2020 untersucht. Zur Förderung alternati- ver Mobilitätsformen wurde zudem ein Mobilitätskonzept erstellt. Zunächst wurden Verkehrsbelastungen im Analysezustand ermittelt und die Leistungsfähig- keiten an den relevanten Knotenpunkten untersucht. Die Grundlage für den Analysezustand bilden die am 12.11.2019 und 25.08.2020 durchgeführten Verkehrserhebungen sowie Zähl- daten der Stadt Köln (Bestands-Verkehrsbelastungen). Zur Ermittlung der Verkehrsverhält- nisse im Prognosefall wurden die Neuverkehre gemäß des vorliegenden Nutzungskonzeptes berechnet und anschließend mit den Verkehrsbelastungen des Analysezustandes überla- gert. Die Annahmen der Neuverkehre orientieren sich an den Richtlinien zur Verkehrserzeugungs- berechnung nach Bosserhoff sowie aktueller Modal-Split-Werte der Stadt Köln nach MiD 2017. So wurde für die Bewohnerschaft ein motorisierter Individualverkehr-/MIV-Anteil v on 35 % angesetzt, welcher den aktuellen Kölner Durchschnittswert darstellt. Für die anderen Nutzergruppen (z.B. Besucher*innen und Teilnehmer*innen an Seminaren) sind etwas hö- here Werte zwischen 40 bis 50 % gewählt worden. So soll vor allem das überregionale Ein- zugsgebiet der evangelischen Bildungseinrichtung berücksichtigt und ein insgesamt hinrei- chend kritischer Fall abgebildet werden. Auch für die Bildungseinrichtung wurde im Rahmen der Verkehrserzeugungsberechnung von einer hohen Auslastung ausgegangen, um ein „worst-case“-Szenario an Tagen mit hohem Besucherverkehr zu berücksichtigen. Die Annah- men zur Verteilung der Neuverkehre im Verkehrsnetz orientieren sich an den bestehenden Verkehrsverhältnissen. Der Zielverkehr fährt dementsprechend zu 80 % über den Sachsen- ring und den Kartäuserhof in den Kartäuserwall und nur zu 20 % über die Severinstraße und den Kartäuserhof. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das durch das Vorhaben erzeugte Verkehrs- aufkommen bei etwa 230 Kfz / 24 h im Quell- sowie im Zielverkehr liegen wird. Während der Morgenspitzenstunde werden etwa 14 Kfz im Quell- und 16 Kfz im Zielverkehr (insgesamt 30 Kfz) erwartet, zum Zeitpunkt der Abendspitzenstunde circa 29 Kfz im Quell- und circa 30 Kfz im Zielverkehr (insgesamt 59 Kfz). Somit wird die Realisierung des Vorhabens zu keiner maßgeblichen Steigerung der Quell- und Zielverkehre führen, zumal das Grundstück bereits im Bestand genutzt wird. Für den Analysezustand sowie den Prognosefall wurden Leistungsfähigkeitsberechnungen an den relevanten Knotenpunkten für die Morgen- und Abendspitze auf Grundlage des stati- - 26 - schen Berechnungsverfahrens gemäß dem Handbuch für die Bemessung Straßenverkehrs- anlagen (HBS 2015) durchgeführt. Die Betrachtung der Leistungsfähigkeit zeigt, dass am Knotenpunkt Sachsenring / Karolingerring / Brunostraße bereits im Analysezustand ein Leis- tungsfähigkeitsdefizit vorliegt. Durch geringfügige Verschiebung der Grünzeiten kann hier ein leistungsfähigerer Verkehrsabfluss in beiden Betrachtungsfällen wiederhergestellt werden. Alle übrigen betrachteten Knotenpunkte erreichen sowohl im Analyse- als auch im Prognose- fall eine mindestens ausreichende Verkehrsqualität. Durch die verhältnismäßig geringen vor- habenbezogenen Zusatzverkehre tritt keine Verschlechterung der Verkehrsqualitäten auf. Die Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Verkehrsverhältnisse des motorisierten Indivi- dualverkehrs (MIV) können somit als gering angesehen werden. Auch die Anbindung der Tiefgarage an den Kartäuserwall lässt durch das verhältnismäßig geringe Verkehrsaufkom- men keine negativen Auswirkungen auf den Verkehrsfluss erwarten. In einem weiteren Schritt wurde das Angebotsnetz für den Rad-, Fuß- sowie den öffentlichen Verkehr betrachtet. Es zeigt sich, dass das Plangebiet durch seine zentrale Lage in der Köl- ner Südstadt eine hochwertige Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz bietet. Durch die im Umfeld bestehende hohe Dichte alltäglicher und versorgungsrelevanter Ziele bieten sich große Potenziale für den Fuß- und Radverkehr. Im übergeordneten Straßennetz (z. B. Sach- senring und Ulrichgasse) sind in der letzten Zeit zahlreiche Verbesserungen der Radver- kehrsinfrastruktur umgesetzt worden, weitere sind geplant (z. B. im Kartäuserwall). Daneben sind mit der Umsetzung des Vorhabens Mobilitätsmaßnahmen geplant, wie z. B. der Bau at- traktiver Radabstellanlagen (oberirdisch und in der Tiefgarage). Auf diese Weise kann der Umweltverbund zugunsten eines nachhaltigen Mobilitätsverhaltens gefördert werden. Tiefgarage / Stellplätze Alle Stellplätze für Pkw sind nur unterhalb der Geländeoberfläche in einer Tiefgarage (TGa) zulässig, deren Umgrenzung zeichnerisch festgesetzt ist. Dadurch sollen die oberirdischen Freiflächen von einer Stellplatznutzung freigehalten und als Grün- und Aufenthaltsbereiche genutzt werden können. Die Festsetzung wird dahingehend textlich ergänzt, dass innerhalb der Fläche für Tiefgaragen (TGa) unterirdische Aufenthaltsräume, Lagerflächen, Abstell-, Technik-, und Nebenräume sowie Fahrradabstellplätze gemäß § 48 BauO NRW auch außer- halb der überbaubaren Grundstücksfläche zulässig sind. Durch die Festsetzung sollen die genannten Räume und Flächen im gesamten, als Tiefgarage festgesetzten Bereich zulässig sein, um eine flächeneffiziente, unterirdische Anordnung zu ermöglichen. Die Erschließung der Tiefgarage erfolgt über getrennte Fahrbahnen für Ein- und Ausfahrten vom Kartäuserwall im südöstlichen Bereich des Grundstücks. In der Planzeichnung ist der Ein- bzw. Ausfahrtsbereich der Tiefgarage festgesetzt. Das bedeutet, dass außerhalb des festgesetzten Bereiches keine Zufahrten zulässig sind. Im Vorfeld wurden unterschiedliche Rampenlagen z. B. auch eine offene Rampenführung entlang der westlichen Grundstücks- grenze untersucht und gegeneinander abgewogen. Der Zu- und Ausfahrtsbereich an der jetzt festgesetzten Stelle überzeugt durch seine städtebauliche Einfügung in die Kubatur und verhindert durch seine geschlossene Ausbildung Lärmimmissionen in die benachbarten Wohnbereiche. Zudem ist eine Nutzung der Tiefgarage bereits nach Abschluss der ersten Bauphase möglich. Zusammen mit den Festsetzungen zum Schallabsorptionsgrad kann eine verträgliche Anordnung und die Einhaltung gesunder Wohnverhältnisse für Bestand und um- gebende Bebauung sichergesellt werden (siehe auch Kapitel 6.7 Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen / Lärm). Die Anzahl an Pkw-Stellplätzen ist derzeit bauordnungsrechtlich geregelt und richtet sich darüber hinaus nach dem geplanten Mobilitätskonzept. Bezüglich des Stellplatzbedarfs wurde nach der BauO NRW 2018 den Gemeinden das Instrument einer städtebaulichen Sat- zung zur Regelung des Stellplatzbedarfs zur Verfügung gestellt. Bei der Stadt Köln wurde eine Stellplatzsatzung am 17.03.2022 durch den Rat der Stadt Köln beschlossen. Mit der Veröffentlichung der Satzung wird diese rechtswirksam. Erklärtes Ziel der Satzung ist es, ei- nen Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz für ein lebenswertes Köln zu liefern. - 27 - Die Herstellung von Stellplätzen soll auf das zwingend notwendige Maß reduziert und alter- native Mobilitätsformen sollen gestärkt werden. Im Rahmen des Verkehrsgutachtens und Mobilitätskonzepts, das wesentliche Planungs- grundlage ist, wurde der Stellplatzbedarf auf Grundlage der am 17.03.2022 beschlossenen Stellplatzsatzung für die geplanten Nutzungen ermittelt. Aufgrund der guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Anzahl notwendiger Stellplätze um 50 % reduziert werden. Weitere Reduktionsmöglichkeiten sind bei Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes möglich. Konkret untersucht wurden Job- / Semestertickets sowie Carsharing-Angebote. Sie wurden bei der Berechnung des Stellplatzbedarfs vorerst nicht in Ansatz gebracht, da auf- grund der guten Erreichbarkeit im ÖPNV bereits eine Reduzierung der notwendigen Stell- platzzahl um 50% erfolgt. Darüber hinaus ist insbesondere mit Blick auf die geplante Gastronomie, deren Einzugsge- biet auf das Viertel beschränkt bleiben wird, davon auszugehen, dass sich zahlreiche Nut- zungskombinationen zwischen der Gastronomie und anderen Nutzungen (z.B. Büro, Veran- staltungsraum, Wohnen) ergeben. Somit werden durch die Gastronomie, deren Bedarf not- wendiger Stellplätze nach dem Verkehrsgutachten auf 3 Stellplätze beziffert wurde, weniger zusätzliche Pkw-Fahrten erzeugt (Verbundeffekt). Ausgehend von einer Größe des Gast- raums von 181 m² Nutzfläche entspricht dies einem Reduzierungsfaktor von 30%. Insgesamt ergibt sich nach dem Verkehrsgutachten unter Anwendung des Verbundeffekts und ohne weitergehende Maßnahmen zur Umsetzung des geplanten Mobilitätskonzeptes ein voraussichtlicher tatsächlicher Stellplatzbedarf von 46 Stellplätzen für das gesamte Vorha- ben. Die erforderliche Anzahl an Pkw-Stellplätzen kann in der Tiefgarage, die insgesamt 50 Pkw-Stellplätze umfasst, untergebracht werden und enthält damit einen geringen Puffer für die weitere Planung. Der Nachweis der notwendigen Stellplatzzahl erfolgt abschließend im Baugenehmigungsverfahren, in dessen Rahmen sichergestellt wird, dass auch die konkreten vorhabenbezogenen Immissionsschutzanforderungen eingehalten werden. Bei Entfall der bestehenden Stellplätze für das Bildungszentrum während der 1. Bauphase sind geeignete Kompensationsmaßnahmen zu ergreifen. Fahrradstellplätze Fahrradabstellstellplätze sind in der Tiefgarage und auf den im vorhabenbezogenen Bebau- ungsplan als Gemeinschafts-Fahrradabstellplätze (GF) festgesetzten Flächen zulässig. Aufgrund der Mobilitätswende und der zentralen Lage im Stadtgebiet ist eine hohe Nach- frage nach Fahrradstellplätzen zu erwarten. Um eine städtebaulich verträgliche Unterbrin- gung sicherzustellen, sind die Flächen für Fahrradstellplätze festgesetzt. Der rechnerische Bedarf beträgt 196 Stellplätze für Fahrräder, davon 20 für Lastenfahrräder. Die Tiefgarage soll Platz für mindestens 118 Fahrräder (davon 12 Lastenräder) für die im Gebäude vorgese- henen Nutzungen bieten. Der Zugang zur Tiefgarage für den Radverkehr erfolgt über einen separaten, etwa 1,5 m breiten Gehweg an der Außenseite der Rampe. Im Außenbereich werden zwei weitere Gemeinschafts-Fahrradabstellanlagen in unmittelba- rer Nähe zu beiden Zugängen zum Plangrundstück vorgesehen. Eine befindet sich nördlich der Bebauung nahe des Grundstückzugangs an der Kartäusergasse, die andere an der süd- lichen Grundstücksgrenze zum Kartäuserwall. Oberirdisch sollen insgesamt 78 Fahrradstell- plätze (davon 8 für Lastenräder) schwerpunktmäßig für Besucherinnen und Besucher unter- gebracht werden. Eine Überdachung der Fahrradabstellanlagen oder von Teilen dieser wird aus städtebaulichen und denkmalpflegerischen Gründen nicht gewünscht. Rettungswege Für den Nachweis der Rettungswege hat eine Erstabstimmung mit der Feuerwehr stattgefun- den. Die erforderlichen Feuerwehraufstell- und Bewegungsflächen werden in der Planung - 28 - berücksichtigt und sind im VEP dargestellt. Die Anleiterbarkeit der Wohnungen im Bereich „Wohnen und Gewerbe“ ist durch die Befahrbarkeit der vorderen Platzfläche für Rettungs- fahrzeuge gewährleistet. Eine separate Festsetzung von Fahrrechten zugunsten der Ret- tungsfahrzeuge ist nicht erforderlich. Für die übrigen Nutzungsbereiche sind jeweils zweite bauliche Rettungswege vorgesehen. Der Nachweis der Rettungswege ist im Baugenehmi- gungsverfahren zu führen. 6.6 Fußweg / Geh-, Fahr- und Leitungsrechte Die fußläufige Erschließung des Plangebiets erfolgt vom Kartäuserwall und der Kartäuser- gasse. Um die Anbindung an die bestehenden Einrichtungen der evangelischen Kirche im Umfeld und die Verbindungen im Quartier zu sichern, soll im Tagzeitraum eine neue Fuß- wegeverbindung zwischen dem Kartäuserwall und der Kartäusergasse gesichert werden. Hierzu wird im vorhabenbezogenen Bebauungsplan ein Gehrecht zugunsten der Allgemein- heit gemäß § 9 Absatz 1 Nummer 21 BauGB festgesetzt. Die Breite der Wegeverbindung wurde in Abstimmung mit den Fachämtern auf mindestens 2,0 m festgelegt. Im Innenhof wird das Gehrecht auf die gesamte Platzfläche ausgeweitet. Im Bereich der Arkaden hat der Durchgang aufgrund der Rundbögen eine mittlere geplante Höhe von mindestens 2,5 m. Der Scheitelpunkt des Rundbogens liegt bei 3,2 m über Geländeniveau. Im Bereich der denkmal- geschützten Mauer ist die Öffnungsbreite auf 2,0 m und die Öffnungshöhe auf maximal 2,2 m begrenzt, um den Eingriff in die denkmalgeschützte Mauer zur Kartäusergasse zu mini- mieren (siehe auch Kapitel 7.6 Kulturgüter). Um Nutzungskonflikte mit den angrenzenden Wohnnutzungen zu vermeiden, kann die öf- fentliche Nutzung der Platzfläche in den Zeiten von 22:00 bis 6:00 Uhr eingeschränkt wer- den. Zudem soll es dem Eigentümer möglich sein, die Schließung des Weges über Tore an dem Durchgang an der Kartäusergasse und an dem nördlichen Zugang zum Innenhof (Über- dachter Arkadengang) im Nachtzeitraum vorzunehmen. Konkrete Regelungen werden in den Durchführungsvertrag aufgenommen. Auf ein Radfahrrecht im Plangebiet wird verzichtet, da die Radabstellanlagen am Rand des Plangebiets bzw. in der Tiefgarage vorgesehen sind und Konflikte zwischen Fußgänger*in- nen und Radfahrer*innen vermieden werden sollen. 6.7 Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen / Lärm Aufgrund seiner innerstädtischen Lage ist das Grundstück mit Lärmimmissionen belastet. Zur Beurteilung der auf das Plangebiet und die Umgebung einwirkenden Lärmimmissionen aus Straßenverkehr, Schienenverkehr, Flugverkehr und Gewerbelärm wurde eine Schal- limmissionsprognose vom Büro Tohr Bauphysik GmbH & Co. KG erstellt. In dem Gutachten wurde auch der durch den gewerblichen Betrieb des geplanten Bauvorhabens emittierende Gewerbelärm (Betrieb der Bildungseinrichtung, der Büro- und Verwaltungsnutzung sowie der Gastronomie) untersucht. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan setzt keine Baugebiete nach BauNVO fest, sondern ermöglicht durch die Festsetzung von Nutzungsbereichen („Bildungseinrichtungen“, „Woh- nen / Gewerbe“, „Wohnen / Verwaltung“) auf Grundlage von § 12 Absatz 3a BauGB eine vor- habenbezogene Definition der Art der baulichen Nutzung. Daher erfolgt die Einstufung des Plangebietes in die Kategorien der maßgeblichen Beurteilungsgrundlagen anhand der Um- gebungsbebauung und der geplanten Nutzung. Die immissionsseitig zu berücksichtigenden Gebäude südlich des geplanten Neubaus (südlich Kartäuserwall) werden aufgrund der be- stehenden Nutzung aus Wohnen und Gewerbe als Mischgebiet (MI) beurteilt. Die Gebäude östlich des Plangebietes (Kartäuserhof, Kartäusergasse und nördlich Kartäuserwall) befinden sich gemäß des rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 67435/05 in einem besonderen Wohn- gebiet (WB). Das Plangebiet ist durch eine gemischte Nutzung mit Wohnen, Büro- und Semi- narräume und Gastronomie geprägt und soll ebenfalls als besonderes Wohngebiet (WB) be- wertet werden. Die besonderen Wohngebiete werden entsprechend den Orientierungswerten - 29 - aus Beiblatt 1 zu DIN 18005 beurteilt. Dafür werden hilfsweise die Immissionsrichtwerte für Mischgebiete (MI) im Tageszeitraum und für allgemeine Wohngebiete (WA) im Nachtzeit- raum nach TA Lärm herangezogen. Gewerbelärm Zur Beurteilung des Gewerbelärms nach TA-Lärm wurden die Beurteilungs- und Spitzenpe- gel von allen Lärmquellen an den maßgeblichen Immissionsorten berechnet. Die untersuch- ten Immissionsorte umfassen den Kartäuserhof 15 und 19, den Sachsenring 16, 12 und 10 (Ausrichtung zum Kartäuserwall), den Kartäuserwall 24 und zwei ausgewählte Wohn- und Schlafräume des geplanten Neubaus. Berücksichtigt wurden die relevanten Schallquellen aus dem Betrieb und der Benutzung des geplanten Neubaus: Haustechnische Anlagen auf Dächern Nutzung Veranstaltungsraum Nutzung Meditationshof Innengastronomie Außengastronomie Anlieferungen Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage (gewerbliche Nutzung) Bei der Konkretisierung des Vorhabens wurden bereits folgende Maßnahmen berücksichtigt, um die Beeinträchtigungen für die umliegende Bebauung zu minimieren. Der geplante Ver- anstaltungsraum wird vorrangig für Vorträge, Lesungen und Diskussionen und gegebenen- falls musikalische Darbietungen genutzt werden. Für diese Nutzungen wird ein Innenpegel bei Veranstaltungen von 75 bis 80 dB(A) erwartet. Im Lärmgutachten wird sicherheitshalber ein Innenpegel von 85 dB(A) angesetzt. Die Veranstaltungen werden in zeitlicher Hinsicht auf den Tageszeitraum (6:00 – 22:00 Uhr) begrenzt. Der Raum wird mit einem Abstand von 3 m zur Grundstücksgrenze geplant, ein Körperschallübertrag kann somit ausgeschlossen werden. Der „Meditationshof / Tiefhof“ soll ruhig z. B. zur Meditation im Tagzeitraum (6:00 – 22:00 Uhr) genutzt werden. Die Berechnungsergebnisse zeigen, dass die jeweils geltenden Immissionsrichtwerte an al- len Immissionspunkten eingehalten bzw. unterschritten werden. An den betrachteten Immis- sionspunkten außerhalb des Plangebietes werden im Tagzeitraum maximal 55 dB(A) und im Nachtzeitraum maximal 39 dB(A) erreicht. Somit werden sowohl im Tagzeitraum als auch im Nachtzeitraum die Immissionsrichtwerte für allgemeine Wohngebiete (WA) an den betrachte- ten Immissionsorten außerhalb des Plangebiets eingehalten. Innerhalb des Plangebiets tre- ten Werte von tags maximal 60 dB(A) und nachts maximal 49 dB(A) auf. Auch die maximalen Spitzenpegel werden an allen untersuchten Immissionspunkten unter- schritten. Den Berechnungen lagen folgende Annahmen zugrunde, die als Einschränkungen im Gut- achten angesetzt sind: Die technischen Anlagen auf dem Dach des Baukörpers 2 dürfen jeweils einen Ge- samt-Schallleistungspegel von LWA,ges,tags ≦ 90 dB(A) im Tagzeitraum und LWA,ges,nachts ≦ 75 dB(A) im Nachtzeitraum nicht überschreiten. Höhere Gesamt- Schallleistungspegel sind durch schallabschirmende Maßnahmen möglich. Die Fenster im Veranstaltungsraum müssen für die Dauer von Veranstaltungen ge- schlossen bleiben. Um den Betrieb des Raumes bei geschlossenen Fenstern zu ge- währleisten, ist eine Lüftungsanlage vorzusehen. Die Fenster müssen ein geprüftes Schalldämm-Maß von Rw ≧ 30 dB aufweisen. Die Nutzung des Veranstaltungsraums und der Freifläche („Tiefhof / Meditationshof“) werden im Nachtzeitraum ausgeschlossen. - 30 - Die Außengastronomie darf maximal 13 Stunden und ausschließlich im Tagzeitraum betrieben werden. Die geplanten Gastronomiebetriebe dürfen im Nachzeitraum betrieben werden, so- fern in diesem Zeitraum die Fenster und Türen geschlossen gehalten werden und der Zugang ausschließlich über den Windfang erfolgt. Die Fenster und Türen müssen ein geprüftes Schalldämm-Maß von Rw ≧ 30 dB aufweisen. In den Gastronomieräumen müssen schallabsorbierende Maßnahmen ausgeführt werden, um eine Nachhallzeit von T60 ≦ 1,0 s im eingerichteten Zustand zu erreichen. Die Anlieferungen dürfen nicht im Nachtzeitraum erfolgen. Im Nachtzeitraum sind innerhalb einer Stunde maximal fünf Fahrbewegungen an der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt zulässig, welche einer gewerblichen Nutzung zugeord- net werden. Die Tiefgaragenrampe ist an Wänden und Decke schallabsorbierend mit einem Schallabsorptionsgrad von αw ≧ 0,8 auszuführen. Die oben aufgeführten Einschränkungen werden teilweise Bestandteil des vorhabenbezoge- nen Bebauungsplans und werden im Übrigen im Durchführungsvertrag geregelt (siehe Schallminderungsmaßnahmen). Darüber hinaus erfolgte eine Sonderfallprüfung gemäß TA Lärm für die Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage ausgehend von der Wohnnutzung. Diese Nutzung kann keinem gewerblichen Betrieb zugeordnet werden. Eine Untersuchung nach TA-Lärm ist somit nicht erforderlich und wird nur orientierend entsprechend der Richtwerte beurteilt. Die zulässigen Beurteilungs- pegel und Spitzenpegel nach TA Lärm werden durch die Nutzung der Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage durch die Bewohner*innen nicht überschritten. Straßenverkehr Zur Bewertung der Auswirkungen der Planung auf die umgebende Bestandsbebauung wur- den die Beurteilungspegel aus dem Straßenverkehrslärm für den Null-Fall (Planung wird nicht umgesetzt) und den Plan-Fall (Planung ist vollständig umgesetzt und in Betrieb genom- men) berechnet. Im Planfall wurden die Bestandsverkehre (Ergebnisse der Verkehrszählung) mit den errechneten Verkehren des geplanten Vorhabens überlagert. Die Berechnungen er- folgten nach den Vorschriften der 16. BImSchV und RLS-90. Die untersuchten Immission- sorte umfassen den Sachsenring 10 und 12 (in Richtung Kartäuserwall), den Kartäuserhof 7, 15 und 27 und die Kartäusergasse 5. Um die Beurteilungspegel aus Straßenverkehrslärm auf die bestehenden Wohngebäude zu ermitteln, wurden die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV als Orientierungswerte heran- gezogen. Die Immissionsgrenzwerte liegen im Mischgebiet (MI) bei 64 dB(A) tags und 54 dB(A) nachts, im allgemeinen Wohngebiet (WA) bei 59 dB(A) tags und 49 dB(A) nachts. An den untersuchten Immissionsorten am Sachsenring (MI) nehmen die Beurteilungspegel deutlich zu. Die maximalen Beurteilungspegel steigen tags um 3,1 dB von derzeit 51,8 dB(A) auf maximal 54,9 dB(A) und nachts um 3,0 dB von derzeit 42,6 dB(A) auf maximal 45,6 dB(A). Zwar nimmt der Beurteilungspegel deutlich zu, jedoch muss dies angesichts der im- mer noch verhältnismäßig geringen Belastung als nicht erhebliche Belastung bewertet wer- den. An den untersuchten Immissionsorten in Kartäuserhof und Kartäusergasse (WB) nehmen die Beurteilungspegel geringfügig zu. Die maximalen Beurteilungspegel steigen tags um 0,1 dB von derzeit 60,7 dB(A) auf maximal 60,8 dB(A) und nachts um 0,6 dB von derzeit 50,6 dB(A) auf maximal 51,2 dB(A). An einem Immissionsort werden die Immissionsrichtwerte der 16. BImSchV von 49 dB(A) nachts um weniger als 2,2 dB überschritten. In Anlehnung an die 16. BImSchV wird die Zunahme als keine erhebliche Beeinträchtigung bewertet. Die sogenann- ten „Sanierungswerte“ in Anlehnung an die Schwelle 70 / 60 dB(A) Tag/Nacht aus der 16. BImSchV werden nicht überschritten. - 31 - An den Fassaden der geplanten Gebäude werden die Orientierungswerte von besonderen Wohngebieten gemäß Beiblatt 1 zu DIN 18005 im Tag- und Nachtzeitraum an einigen weni- gen Fassaden überschritten. Im Tageszeitraum liegt der berechnete Beurteilungspegel an der Südfassade des geplanten Wohngebäudes am Kartäuserwall im EG und 1. OG um 1 dB höher als der Orientierungswert. Im Nachtzeitraum wird der Orientierungswert im an den Südfassaden des geplanten Wohngebäudes am Kartäuserwall im EG bis 4. OG um bis zu 7 dB überschritten. Schienenverkehr Straßenbahn An den Fassaden der geplanten Gebäude werden die Orientierungswerte von besonderen Wohngebieten gemäß Beiblatt 1 zu DIN 18005 im Tagzeitraum unterschritten. Im Nachtzeit- raum wird der Orientierungswert an der Südfassade des geplanten Wohngebäudes am Kar- täuserwall im 4. OG um 1 dB überschritten. Schienenverkehr Personen- und Güterzüge An den Fassaden der geplanten Gebäude werden die Orientierungswerte von besonderen Wohngebieten gemäß Beiblatt 1 zu DIN 18005 im Tagzeitraum unterschritten. Im Nachtzeit- raum wird der Orientierungswert an allen Fassaden des geplanten Neubaus um 10 dB über- schritten. Dass alle Fassaden gleichermaßen betroffen sind, liegt an den berücksichtigten Pauschalwerte für die Beurteilungspegel mit 50 dB(A) im Tagzeitraum und 55 dB(A) im Nachtzeitraum. Flugverkehr An den Fassaden der geplanten Gebäude werden die Orientierungswerte von besonderen Wohngebieten gemäß Beiblatt 1 zu DIN 18005 im Tag- und Nachtzeitraum unterschritten. Gesamter Verkehrslärm Aus dem gesamten Verkehrslärm wurden die Beurteilungspegel an den Fassaden der ge- planten Gebäude berechnet. Berücksichtigt wurde dabei der Verkehrslärm aus Straßenver- kehr, aus Schienenverkehr durch die Straßenbahn und die circa 800 m entfernten Personen- und Güterzüge sowie aus dem Flugverkehr. Die Ergebnisse der Immissionsberechnung für den Gesamtverkehrslärm zeigen, dass vor dem im Südosten gelegenen Gebäudeteil die höchsten Werte im Plangebiet erreicht werden. Dort werden maximale Beurteilungspegel von 62 dB(A) tags erwartet und die Orientierungs- werte für besondere Wohngebiete nach Beiblatt 1 zur DIN 18005 von tags 60 dB(A) um 2 dB überschritten. Im Nachtzeitraum werden maximale Beurteilungspegel von 57 dB(A) erwartet und die Orientierungswerte für besondere Wohngebiete nach Beiblatt 1 zur DIN 18005 von nachts 45 dB(A) um 12 dB überschritten. Die sogenannten „Sanierungswerte“ in Anlehnung an die Schwelle 70 / 60 dB(A) Tag/Nacht aus der 16. BImSchV werden eingehalten. Schallminderungsmaßnahmen Aufgrund der räumlichen Situation im Plangebiet, der Lage der bestehenden und geplanten Bebauung zu den Emissionsquellen und der städtebaulichen Zielsetzungen eines urbanen innerstädtischen Quartiers kommen für das Plangebiet nur passive Schallschutzmaßnahmen nach DIN 4109 in Betracht, die den erforderlichen Schallschutz in den Gebäuden in Form von Mindestanforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen schutzbedürftiger Nutzungen sicherstellen. Der maßgebliche Außenlärmpegel wurde auf Grundlage der Beurteilungspegel aus dem ge- samten Verkehr- und Gewerbelärm gemäß DIN 4109 berechnet. Für den Nachtzeitraum wer- den im Sinn der DIN 4109 zusätzlich 10 dB addiert, um die besondere Schutzbedürftigkeit des nächtlichen Schlafens zu berücksichtigen. Für die planungsrechtlich festgesetzte Neube- bauung ergeben sich entsprechend der berechneten maßgeblichen Außenlärmpegel und den hieraus resultierenden Lärmpegelbereichen Anforderungen an die Schalldämmung der Außenbauteile von schutzbedürftigen Räumen nach Maßgabe von Kapitel 7 der DIN 4109-1 - 32 - (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin) gemäß den Lärmpegelbereichen III bis IV. Die in der Planzeichnung festgesetzten Lärmpegelbereiche beruhen auf der freien Schal- lausbreitung in der für die verschiedenen Schallarten jeweils ungünstigsten Höhe. Eine Min- derung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist daher im Einzelfall zulässig, wenn im Baugenehmigungsverfahren anhand einer schalltechnischen Untersuchung ein niedrigerer maßgeblicher Außenlärmpegel an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nach- gewiesen werden. Um einen ungestörten Schlaf zu ermöglichen, ist bei Schlaf- und Kinderzimmern bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhän- gige Belüftung durch schallgedämmte Lüftungseinrichtungen wie zum Beispiel Klapp- oder Spaltlüfter oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen, wie etwa mechanische Lüftungsgeräte, vorzusehen. Rechtgrundlage ist das Beiblatt 1 der DIN 18005- 1, Schallschutz im Städtebau, Berechnungsverfahren, schalltechnische Orientierungswerte für die städtebauliche Planung. Für die geplanten Außenwohnbereiche wurden Beurteilungspegel im Tagzeitraum von bis zu 62 dB(A) berechnet. Schallabschirmende Maßnahmen sind somit für Außenwohnbereiche nicht erforderlich. Zum Schutz vor schädlichen Lärmimmissionen wird festgesetzt, dass die Außengastronomie, der Veranstaltungsraum sowie der Meditationshof / Tiefhof ausschließlich im Tagzeitraum zwischen 6:00 und 22:00 Uhr betrieben werden dürfen. Mit der Festsetzung soll explizit dem besonderen Anspruch auf nächtliche Ruhe Rechnung getragen werden. Da die Tiefgaragenrampe in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnnutzung geplant ist, ist zudem festgesetzt, dass die Tiefgaragenrampe an Wänden und Decke schallabsorbierend mit einem bewerteten Schallabsorptionsgrad von αW ≥0,8 auszuführen ist. Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne von § 3 Abs. 1 BImSchG ist si- cherzustellen, dass an maßgeblichen Immissionsorten im Sinne von Nr. 2.3 der TA Lärm in- nerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans die für Mischgebiete geltende Immissi- onsrichtwerte nach Nr. 6.1 der TA Lärm von 60 dB(A) im Tagzeitraum bzw. 45 dB(A) im Nachtzeitraum sowie auf den nachfolgend genannten Grundstücken westlich der Straße Kar- täuserhof die für allgemeine Wohngebiete geltende Immissionsrichtwerte von 55 dB(A) im Tagzeitraum bzw. 40 dB(A) im Nachtzeitraum nicht überschritten werden. Neben den inner- halb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans gelegenen Grundstücken bezieht sich die Festsetzung auch auf die nachfolgend genannten Flurstücke in der Flur 13 der Gemarkung Köln: 280/27, 279/27, 26, 105/28, 126/28, 127/29, 95/29, 141/29, 97/30, 98/30, 31, 32, 33, 34, 217/35, 135/36, 37, 38, 277/91, 210/92 sowie 128/93. Die Festsetzung ist auf die östlich angrenzenden Grundstücke beschränkt, da hier eine unmittelbare Nähe zu den Emissionsor- ten vorliegt. Festsetzungen für die nördlich und westlich angrenzenden Grundstücke sind aufgrund der geplanten Nutzung, der abschirmenden Wirkung des Gebäudes und der größe- ren Abstände zu den Emissionsorten nicht erforderlich. Die Bebauung südlich des Kartäuser- walls wird als Mischgebiet eingestuft, für das höhere Immissionsrichtwerte gelten. Da bereits innerhalb des Geltungsbereichs die Einhaltung der Immissionsrichtwerte für Mischgebiete eingehalten werden muss, besteht hier aufgrund der größeren Entfernung zu den Emission- sorten kein weiterer Regelungsbedarf. Alle oben aufgeführten Festsetzungen dienen als Rahmen zur Vermeidung eines Immissi- onskonflikts. Weitergehende Maßnahmen werden auf Basis des Immissionsschutzgutach- tens verbindlich im Durchführungsvertrag geregelt. Die Bauaufsicht wird ergänzende Neben- bestimmungen in der Baugenehmigung treffen. - 33 - Die Einhaltung der Festsetzungen ist im Baugenehmigungsverfahren durch einen anerkann- ten Sachverständigen bzw. eine anerkannte Sachverständige nachzuweisen. Insgesamt sind unter Beachtung der empfohlenen Schutzmaßnahmen keine negativen Aus- wirkungen durch die Planung auf die im Plangebiet sowie in der Nachbarschaft des Plange- bietes lebenden und arbeitenden Menschen durch Schallimmissionen zu erwarten. 6.8 Bepflanzung und Begrünung Grundsätzlich wird ein durchgrüntes Quartier mit Aufenthalts- und Spielflächen sowie gestal- teten Grünflächen angestrebt. Zur Sicherung der städtebaulich-freiraumplanerischen Qualität und der ökologischen Wertigkeit sind Festsetzungen zur Begrünung und Bepflanzung sowie zum Baumerhalt in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufgenommen. Die Gestaltung der Freiflächen ist im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellt. Zudem wurde ein Frei- anlagenplan mit weiteren Vorgaben zu den Pflanzqualitäten erarbeitet, der Gegenstand des Durchführungsvertrages ist und damit die Umsetzung sichert. Die Auswahl geeigneter Pflan- zen und Gehölze, die dem Klimawandel voraussichtlich widerstandsfähiger als die vorhande- nen standhalten, soll eine langfristig klimawandelangepasste Begrünung der Freifläche för- dern. Die Stadt Köln hat für Pflanzmaßnahmen und Pflanzqualitäten von Bäumen und Sträuchern die Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen nach § 135 a bis 135 c BauGB mit dem Stand vom 15.12.2011 entwickelt. Diese Grundsätze werden als Norm in den vorha- benbezogenen Bebauungsplan übernommen, um einheitliche Maßstäbe für alle Vorhaben auf dem Gebiet der Stadt Köln zu fixieren. Mit der Angabe von Kürzeln werden insbesondere allgemein gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaßnahmen der Stadt Köln formuliert. Begrünung der Freianlagen und der Tiefgarage Im vorhabenbezogenen Bebauungsplan werden Flächen zum Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern zeichnerisch festgesetzt. Die Flächen sind entsprechend den Flächenzuordnun- gen im Vorhaben- und Erschließungsplan (VEP) sowie den detaillierteren Pflanzvorgaben des Freianlagenplans (Bestandteil des Durchführungsplans) dauerhaft mit Rasen, Gräsern HH 7 (BR 132), Stauden und / oder Sträuchern BB 1 (GH 51) sowie Hecken BD 3 (GH 412) zu bepflanzen. Bei den festgesetzten Flächen handelt es sich zum einen um bereits beste- hende Freiflächen entlang der nördlichen, westlichen und östlichen Grundstücksgrenzen, die in ihrer Gestaltung angepasst werden und zum anderen um die Begrünung von Tiefgaragen- flächen. Im Bereich des Innenhofs sind zudem Pflanzflächen (als Hochbeete) für die geplan- ten Bäume festgesetzt, um im Bereich der Tiefgarage günstige Wuchsbedingungen zu si- chern. Aufgrund bautechnischer Erfordernisse sind die Ausbildung von Spritzschutzstreifen bis zu einer Tiefe von 30 cm sowie die Anordnung von Belüftungs- und Entrauchungsschächten in einer Tiefe von bis zu 1,0 m entlang der geplanten Gebäude und Mauern innerhalb der fest- gesetzten Pflanzflächen möglich. Zudem ist es zulässig, parallel zur denkmalgeschützten Mauer einen bis zu 50 cm breiten Drainagestreifen, gemessen von der äußeren Begrenzung der Mauer auf Höhe der Geländeoberfläche, als Schotterrasenfläche auszubilden, um die Standfestigkeit der Mauer dauerhaft zu sichern, Staunässe zu vermeiden, eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten und uneingeschränkt Wartungsarbeiten an der Mauer durchfüh- ren zu können. Der Bebauungsplan enthält eine textliche Festsetzung, dass Grundstücksflächen außerhalb der Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen (nicht unterbaute Flächen und der obere Abschluss der Tiefgarage) dauerhaft mit Rasen, Gräsern, Stauden und / oder Sträuchern zu begrünen sind, soweit sie nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielplätzen, Fahrradabstellanlagen, Müllaufstellflächen und sonstigen Nebenanlagen (wie z. B. dem erforderlichen Trafo) entsprechend den Darstellungen des Vorhabens auf Blatt 3 des Bebauungsplans (VEP) überbaut werden. Die Festsetzung sichert insbesondere, dass nicht - 34 - begrünte Flächen auf das erforderliche Mindestmaß begrenzt werden und die Tiefgarage an- gemessen in das Gebiet eingebettet wird. Die Vegetationstragschicht auf der Tiefgarage ist mit einer mindestens 30 cm tiefen Boden- substratschicht zuzüglich einer Filter- und Drainschicht auszubilden, damit ein auskömmli- ches durchwurzelbares Volumen für Neupflanzungen hergestellt ist. Eine Erhöhung der Überdeckung kann nicht umgesetzt werden, da neben statischen Gründen insbesondere da- gegenspricht, dass dann eine Verlängerung der Tiefgaragenrampe erforderlich würde, womit auch eine Vergrößerung der unterbauten Fläche einherginge. Eine Erhöhung des bestehen- den Geländeniveaus kommt insbesondere in den Bereichen im Anschluss an die denkmalge- schützte Mauer nicht in Betracht. Zudem wird ein Großteil der Fläche oberhalb der Tiefga- rage als begehbare Platzfläche genutzt; die zu begrünende Fläche auf der Tiefgarage ist auf kleinere Teilbereiche beschränkt. Um den Pflanzen gute Wuchsbedingungen zu bieten und einer raschen Austrocknung der Flächen entgegenzuwirken, ist im Innenhof oberhalb der Tiefgarage ein Aufbau geplant, der das Niederschlagswasser der Dach- und Tiefgaragenflächen speichert und den Bäumen und Pflanzen zur Verfügung stellt. Im Bereich von Baumpflanzungen auf der Tiefgarage wird das Substrat durch Hochbeete auf 1,2 m erhöht. Den Bäumen steht somit genügend Wurzelraum zur Entwicklung zur Verfügung. Die Festsetzungen sollen die Begrünung des Plangebietes sicherstellen und einen hohen Er- holungswert für die Bewohner*innen und Nutzer*innen des Plangebietes ermöglichen. Zu- dem tragen sie zu einer Verbesserung des Kleinklimas bei und sichern trotz der baulichen Nachverdichtung Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dachbegrünung Die Dachbegrünung verfolgt das Ziel, das Mikroklima zu verbessern, einen Teil des anfallen- den Niederschlagswassers zum Verdunsten zurückzuhalten bzw. verzögert in die öffentliche Kanalisation einzuleiten. Mindestens 45 % der Flachdachfläche der eingeschossigen Gebäudeteile mit einer festge- setzten maximalen Gebäudehöhe von 54,6 m ü NHN (Lehrküche) sowie mindestens 65 % der Flachdachfläche der eingeschossigen Gebäudeteile mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 55,3 m ü NHN (Veranstaltungsraum) sind entsprechend den Darstellun- gen des Vorhaben- und Erschließungsplans mit einer intensiven Dachbegrünung mit Rasen, Gräsern (HH 7 / BR 132) Stauden und / oder Gehölzen (BB 1 / GH51) zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 30 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten, damit die Dachbegrünung die oben ge- nannten Kriterien erfüllen kann. Die Anpflanzung erfolgt in einer Pflanzwanne. Mindestens 65 % der Flachdachflächen mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 51,85 m ü NHN sowie mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 53,10 m ü NHN (Abdeckung der Tiefgaragenrampe) sind entsprechend den Darstellungen des Vorha- ben- und Erschließungsplans mit einer intensiven Dachbegrünung aus Rasen, Gräsern (HH 7 / BR 132) Stauden und / oder Gehölzen (BB 1 / GH51) zu bepflanzen. Die Vegetationstrag- schicht ist mit einer Stärke von mindestens 20 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten, damit die Dachbegrünung die oben genannten Krite- rien erfüllen kann. Von einer größeren Aufbauhöhe wird abgesehen, damit die Höhe der denkmalgeschützten Mauer im Anbaubereich nicht überschritten wird (siehe auch Kapitel 6.3 Überbaubare Grundstücksfläche). Mindestens 50 % der Flachdachflächen der ein-, drei und viergeschossigen Gebäudeteile mit festgesetzten maximalen Gebäudehöhen von 54,5 m ü NHN, 55,6 m ü NHN, 61,4 m ü NHN, 64,6 m ü NHN und 64,8 m ü NHN sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans mit einer extensiven Dachbegrünung DC1 / DC3 (NB6243 / NB6244) zu - 35 - bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten, damit die Dachbegrü- nung die oben genannten Kriterien erfüllen kann. Eine intensive Begrünung kann bei diesen Gebäudeteilen aufgrund der statischen Konstruktion, der geplanten Photovoltaik-Elemente und / oder der geringen Größe der Flächen nicht berücksichtigt werden. Ausgenommen von der Dachbegrünung sind die Dachterrassen entsprechend den Darstel- lungen des Vorhaben- und Erschließungsplans, um nutzbare Freibereiche für die geplanten Nutzungen anbieten zu können. Ebenso ist eine Dachbegrünung nicht erforderlich in Berei- chen technischer Aufbauten (wie Aufzugsüberfahrten, Lüftungseinrichtungen, Kamine, Rauchwärmeabzüge, Antennen, Blitzschutzeinrichtungen etc.), für Dachausstiege / Oberlich- ter, Wege zu Wartungs- und Revisionszwecken sowie konstruktionsbedingte Rand-/ An- schlussstreifen, die eine DIN-gerechte Ausbildung des Übergangsbereichs Fassade / Attika ermöglichen. Der Umfang der Aufbauten und Versiegelungen soll mit den aufgeführten Fest- setzungen auf das notwendige Minimum beschränkt werden und ein Mindest-Begrünungsan- teil der Dachflächen sichergestellt werden. Fassadenbegrünung Bei einzelnen Gebäudeteilen entlang der östlichen Grundstücksgrenze ist im Vorhaben- und Erschließungsplan eine Fassadenbegrünung dargestellt. Diese Fassadenflächen sind dauer- haft mit einer Kletterpflanze je laufendem Meter bei Selbstklimmern bzw. mit einer Kletter- pflanze je zwei laufenden Metern Wand bei Rank- und Schlingpflanzen zu begrünen. Bei Rank- und Schlingpflanzen ist eine Kletterhilfe vorzusehen. Die Festsetzung beschränkt sich auf Bereiche, in denen größere zusammenhängende, geschlossene Wandflächen geplant sind und dient neben einer Verbesserung des Erscheinungsbildes auch dazu, das Kleinklima vor Ort zu verbessern. Anpflanzen und Erhalt von Bäumen Zur Realisierung des Vorhabens müssen 31 von 39 überwiegend standortheimischen Be- standsbäumen auf dem Grundstück gefällt werden. 16 Bäume sind gemäß der Baumschutz- satzung der Stadt Köln als Einzelbäume ausgleichspflichtig. 15 der zu fällenden Bäume un- terliegen nicht der Baumschutzsatzung. Acht Bestandsbäume bleiben erhalten. Der Erhalt weiterer Bestandsvegetation wurde im Verfahren geprüft. Eine Realisierung des Vorhabens ohne eine Rodung von Bäumen ist ohne gravierende Veränderung des städtebaulichen Ge- samtkonzepts und Verlust an dringend benötigtem Wohnraum nicht möglich. Da Baumpflanzungen wesentlich zur Aufenthaltsqualität von Freiflächen beitragen, soll der Ausgleich für nach der Baumschutzsatzung verloren gehende Bäume im Plangebiet erbracht werden. Zudem sind für alle übrigen zur Rodung vorgesehenen Bäume Ersatzpflanzungen auf dem Grundstück vorgesehen. Ein Ausgleich gemäß naturschutzrechtlicher Eingriffsrege- lung ist nicht erforderlich, da Eingriffe gemäß § 13a Absatz 2 Nummer 4 in Verbindung mit § 1a Absatz 3 Satz 6 BauGB als bereits erfolgt beziehungsweise ohne Ausgleichserfordernis zulässig sind. Der städtebauliche Entwurf sieht eine Bepflanzung des Innenhofes mit zwölf Bäumen, eine Baumreihe vor dem nördlichen Gebäuderiegel sowie weitere Einzelpflanzungen von Bäumen z. B. im Wohnhof und „Tiefhof / Meditationshof“ vor. Im vorhabenbezogenen Bebauungsplan wird festgesetzt, dass im Plangebiet insgesamt 33 Bäume zu pflanzen sind. Die Baumstandorte sind über zeichnerische Festsetzungen gesi- chert, wobei die Standorte im Zuge der Umsetzung des Vorhabens um bis zu 5 m verscho- ben werden können. Um für die Bäume im Bereich des Innenhofs auf der Tiefgarage güns- tige Wuchsbedingungen und genügend Wurzelraum für die Bäume zu sichern, wurde die Größe der Hochbeete zusätzlich festgesetzt. - 36 - Im nördlichen Grundstücksbereich ist mit archäologischen Bodenfunden zu rechnen. Sollten bei den bauvorgreifenden Bodenuntersuchungen entsprechende Funde im Bereich der ge- planten Baumpflanzungen angetroffen werden, sollen die Bäume in Hochbeete gepflanzt werden; andernfalls kann auf die Hochbeete verzichtet und die Bäume können unmittelbar in den Boden gepflanzt werden. Die Pflanzqualitäten sind im Freianlagenplan als Teil des Durchführungsvertrages geregelt. Die acht Bestandsbäume im nördlichen und westlichen Grundstücksbereich werden zum Er- halt festgesetzt, um die vorhandenen Bäume zu sichern. Auf dem nordwestlich angrenzenden Kindergartengrundstück stehen zwei Bäume nahe der Grundstücksgrenze. Das Geländeniveau liegt hier, ebenso wie auf dem Plangebiet, circa 1 m über dem Niveau der Kartäusergasse. Um einen barrierefreien Anschluss des geplanten Fußweges an die Kartäusergasse herstellen zu können, müssen Abgrabungen für eine Rampe im Plangebiet vorgenommen und ein neuer Durchgang durch die denkmalgeschützte Mauer angelegt werden. Der Verlauf der geplanten Rampe und die Lage des Durchgangs berücksichtigen die vorhandenen Bäume, ohne in deren Wurzelbereich eingreifen zu müs- sen, so dass diese erhalten werden können. Ein Baum auf dem südöstlich angrenzenden Grundstück Kartäuserwall 24a steht im Hinter- hof nahe der Grundstücksgrenze. Es wird angestrebt, diesen Baum im Rahmen der Bau- maßnahme zu erhalten. Bei einer Schürfung entlang der östlichen Grenzmauer in unmittel- barer Nähe zu dem Baum auf dem Nachbargrundstück wurde bis in 2 m Tiefe nur Mauer- werk und kein Wurzelwerk angetroffen. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird davon ausge- gangen, dass sich kein Wurzelwerk auf dem Plangebiet ausgebreitet hat. Vor Beginn der Baumaßnahme wird der Baum gutachterlich untersucht, um entsprechende Sicherungsmaß- nahmen während der Bauzeit vornehmen zu können. 6.9 Technische Infrastruktur Strom Im nördlichen Grundstücksbereich ist zur Versorgung des Gebietes ein Trafo geplant (Flä- chenbedarf circa 15 m²), der auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen ohne weitere Festsetzung zulässig ist. Eine planungsrechtliche Sicherung im Bebauungsplan ist nicht er- forderlich. Der Trafo ist im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellt. Der genaue Stand- ort wird in Abstimmung mit den zuständigen Fachdienststellen festgelegt. Entwässerung Das Plangebiet ist bereits an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Die Entwässerung erfolgt im Mischverfahren. Die öffentliche Kanalisation im Kartäuserwall und in der Kartäuser- gasse kann das anfallende Niederschlagswasser aufnehmen. Seitens der Stadtentwässe- rungsbetriebe wurden keine Einleitungsbeschränkungen für anfallendes Niederschlagswas- ser ausgesprochen. Die Stadtentwässerungsbetriebe haben zur Realisierung des Vorhabens zwei Anschluss- punkten an die städtischen Mischwasserkanäle zugestimmt, im Kartäuserwall und der Kar- täusergasse. Die offizielle Genehmigung erfolgt im Rahmen der Baugenehmigung. Eine Versickerung des Niederschlagswassers ist derzeit nicht vorgesehen, da das Plange- biet entsprechend der Stichtagsregelung des § 51 a Landeswassergesetz (WG) bereits zum 01.01.1996 bebaut war. Dennoch werden Maßnahmen ergriffen, um das anfallende Nieder- schlagswasser soweit wie möglich zurückzuhalten, der Vegetation zur Verfügung zu stellen bzw. verzögert in die Kanalisation einzuleiten. (Siehe auch Kapitel 7.3 Wasser) - 37 - 6.10 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen In Ergänzung zu den planungsrechtlichen Festsetzungen gemäß § 9 Absatz 1 BauGB wer- den gemäß § 9 Absatz 4 BauGB in Verbindung mit § 89 BauO NRW gestalterische Festset- zungen getroffen. Dies erfolgt im Interesse eines harmonischen Ortsbildes, um auch nach der erstmaligen Realisierung des Vorhabens gestalterischen Fehlentwicklungen vorzubeu- gen. Dachgestaltung In den mit SD/WD (Satteldach/Walmdach) festgesetzten Bereichen sind Gebäude mit trauf- ständigem Dach mit einer Dachneigung von 40 bis 45 Grad zu errichten. Der Anschluss an das süd-östliche Bestandsgebäude (Kartäuserwall 24 a) ist über ein Satteldach herzustellen. Die Festsetzung bewirkt, dass die Dachform und Dachneigung des denkmalgeschützten Be- standsgebäudes aufgegriffen werden, harmonische Übergänge zum Bestand entstehen und die geplante Bebauung sich in die Umgebung einfügt. Der nördliche Abschluss des Gebäu- deteils mit festgesetztem Satteldach / Walmdach ist über ein Walmdach herzustellen, um ei- nen harmonischen Übergang zu den geplanten Gebäuden mit Flachdach zu erreichen. Zum Schutz des Ortsbildes und der Nähe zu denkmalgeschützten Gebäuden soll die vorhan- dene Farbgebung der Dacheindeckung in den Neubauten aufgenommen werden. Für ge- neigte Dächer sind daher nur nicht glänzende Dacheindeckungen in dem Farbton schwarz- grau zulässig. Im übrigen Plangebiet werden als Dachform ausschließlich Flachdächer festgesetzt, um das geplante Erscheinungsbild umzusetzen. Zudem bieten Flachdächer die Möglichkeit, Dachflä- chen zu begrünen und Aufenthaltsflächen in Form von Dachterrassen zu errichten. Eine Nei- gung bis maximal 5 Grad ist zulässig, um eine Gefällesituation zur Entwässerung herstellen zu können. Erforderliche technische Dachaufbauten – ausgenommen Photovoltaikelemente – müssen ab einer Aufstellfläche von 10 qm zu allen Ansichtsseiten über Lamellen oder ähnliche Sicht- schutzelemente eingefasst werden, um eine stadtgestalterische Integration sicherzustellen. Gebäudefassaden und Bodenbeläge Gebäudefassaden – abgesehen von Geländern, Sichtschutzelementen von technischen Auf- bauten und Bauteilen in Öffnungen – sowie Bodenbeläge außerhalb von Gebäuden dürfen nur in den Farben hellgrau oder beige mit einer Albedo > 50 gemäß VDI-Richtlinie 3789 „Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre und Oberflächen – Berechnung der spektralen kurz- und der langwelligen Strahlung“ hergestellt werden. Durch die Verwendung heller Ma- terialen bei den massiven Bauteilen der Fassade und der Bodenbeläge im Außenraum wird die Oberflächenerwärmung durch Sonneneinstrahlung verringert, da ein Großteil der einfal- lenden Direktstrahlung reflektiert wird. Zudem wird der Verlust an direktem Sonnenlicht bei der angrenzenden Bebauung durch Reflexion vermindert. Die Festsetzung sichert außerdem ein einheitliches Erscheinungsbild der geplanten Baukörper. Werbeanlagen Neben dem Erscheinungsbild von Gebäuden beeinflussen Werbeanlagen das Ortsbild, weil sie im Hinblick auf eine starke Auffälligkeit gestaltet werden. Im vorhabenbezogenen Bebau- ungsplan werden daher Regelungen getroffen, die den Erfordernissen zur Außendarstellung Rechnung tragen, gleichzeitig aber einen Rahmen zur Vermeidung negativer stadtgestalteri- scher Einflüsse festlegen. Die festgesetzten Größen gewährleisten eine maßstäbliche Einfü- gung in die geplanten Fassaden und den Straßenraum. Die Festsetzungen erfolgen auch, um Beeinträchtigungen der angrenzenden Denkmäler am Kartäuserwall auszuschließen. Werbeanlagen sind nur an den hofseitigen Gebäudefassaden und an den Fassaden zum Kartäuserwall an der Stätte der Leistung sowie an der geplanten Einfriedungsmauer am Kar- täuserwall zulässig. Auf Gebäudefassaden ist das Anbringen einer Werbeanlage ab einer Höhe von 53,0 m ü. NHN erlaubt. Ein Überschreiten der tatsächlichen Gebäudehöhe oder - 38 - Traufhöhe durch die Oberkante der Werbeanlage ist nicht zulässig. Bei der Gebäudefas- sade, die unmittelbar an die öffentliche Verkehrsfläche am Kartäuserwall grenzt, ist die Lage der Werbeanlage auf den Bereich unterhalb der Unterkante der Fensterbrüstung des 1. OG beschränkt. Die jeweilige Werbeanlage ist nur in Form eines Schriftzuges aus Einzelbuchstaben oder als Signet erlaubt. Werbeanlagen dürfen nur bis 1,0 qm zusammenhängende Fläche beanspru- chen, es sei denn, es handelt sich um einen Schriftzug aus Einzelbuchstaben, der auf einer Wand- oder Mauerfläche angebracht ist und eine maximale Höhe von 0,5 m sowie eine Länge von 3,0 m nicht überschreitet. Einschließlich deren Befestigungen und Beleuchtungen dürfen diese Werbeanlagen maximal 0,25 m von der jeweiligen Wandfläche vortreten. Aus- genommen hiervon ist ein rechtwinklig zur Hauswand angebrachtes Hinweisschild (Ausleger) für die Gastronomie, das mit einer maximalen Höhe von 1,0 m, einer maximalen Tiefe von 0,25 m und einer Auskragung von maximal 0,8 m zulässig ist. Die zulässige Zahl an Werbe- anlagen ist auf maximal fünf Stück beschränkt. Werbeanlagen, die unter der Verwendung der Leuchtdioden (LED)-Technik oder selbstleuch- tend hergestellt werden, sind nicht zulässig. Werbeanlagen dürfen nur hinterleuchtet sein. Werbeanlagen mit im Tagesverlauf wechselnden oder mit bewegten Sichtflächen (Projektio- nen, Videos, Animationen o. ä.) sowie akustisch unterstützte beziehungsweise ausschließlich akustische Werbeanlagen sind nicht zulässig, um negativen Auswirkungen auf schutzbedürf- tige Nutzungen durch Lärm- bzw. Lichtemissionen vorzubeugen. Müllsammelplätze und Einfriedungen Um eine gute stadträumliche Gestaltung und hohe Freiraumqualität zu erlangen, sollen sich die Standplätze für Abfallbehälter nur innerhalb der Gebäude befinden oder unterirdisch an- geordnet werden. Um eine Flexibilität in der Realisierungsphase zu gewährleisten und auf geänderte Bedarfe reagieren zu können, können Müllsammelplätze ausnahmsweise an anderer Stelle zugelas- sen werden, wenn sie eingehaust oder mit Mauern, Sträuchern oder Hecken optisch von drei Seiten von der Straße abgegrenzt werden. Von der vorgenannten Anforderung sind Unter- flursysteme und deren oberirdisch sichtbare Teile ausgenommen, da sie durch ihre geringere Größe weniger wahrnehmbar sind und demgemäß stadtgestalterisch verträglicher sind. Als Einfriedung zur Straße Kartäuserwall ist im Bereich der temporären Müllaufstellfläche und der Fahrradabstellanlage eine Einfriedung in Form einer Mauer in Höhe von max. 1,2 m ent- sprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans zulässig. Im Planungskonzept ist für die erforderlichen Müllcontainer ein unterirdischer Müllsammel- raum in der Tiefgarage geplant. Am Abfuhrtag sollen die Container auf den temporären Müll- aufstellplatz auf dem Grundstück gestellt werden, der vom Kartäuserwall aus zugänglich ist und gemäß den Richtlinien der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) angefahren werden kann. Der Aufstellplatz ist bei Gleichzeitigkeit der Abholung der Container auf das erforderliche Mi- nimum reduziert. Er ist straßenseitig über maximal 1,2 m hohe Mauer eingefasst, welche die Bestandsmauer des Nachbargrundstücks aufgreift und fortsetzt. Zu den anderen Seiten ist, wie im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellt, eine Einfassung über Hecken geplant. In Richtung Norden ermöglicht eine Öffnung in der Hecke die Zugänglichkeit zum Grund- stück für die notwendige Gartenpflege. Satellitenempfangsanlagen / Mobilfunksendeanlagen Um das eigenständige, harmonische Erscheinungsbild zu sichern, sind Parabolantennen für den Satellitenrundfunkempfang nur auf den Dachflächen zulässig. Zudem ist die Errichtung von Mobilfunksendemasten und -anlagen auf den Dachflächen unzulässig. - 39 - 7 Sonstige Umweltbelange (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 und § 1a Absatz 2 BauGB) Gemäß § 13a Absatz 2 Nummer 1 in Verbindung mit § 13 Absatz 3 Baugesetzbuch (BauGB) kann auf eine formale Umweltprüfung nach § 2 Absatz 4 BauGB und den Umweltbericht ge- mäß § 2a BauGB verzichtet werden. Die betroffenen Umweltbelange sind gleichwohl zu ermit- teln und in die Abwägung einzustellen. Die zulässige Grundfläche im Sinne des § 19 Absatz 2 BauNVO im Geltungsbereich bleibt unter dem maßgeblichen Schwellenwert von 20.000 m² des § 13a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 BauGB. Gemäß § 13a Absatz 2 Nu mmer 1 in Verbindung mit § 13 Absatz 3 BauGB wird auf eine formale Umweltprüfung nach § 2 Absatz 4 BauGB und den Umweltbericht gemäß § 2a BauGB verzichtet. Ein Ausgleich im Sinne der Eingriffsregelung ist gemäß § 13a Absatz 2 Nummer 4 BauGB nicht erforderlich, da Eingriffe, die auf Grund der Aufstellung des Bauungsplans im beschleunigten Verfahren, zu erwarten sind, im Sinne des § 1a Absatz 3 Satz 6 BauGB als vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder als zulässig zu bewerten sind. Die Notwendig- keit, die von der Planung berührten Belange einschließlich der Umweltbelange nach § 1 Ab- satz 6 Nummer 7 BauGB nach allgemeinen Grundsätzen zu ermitteln und sachgerecht gegen- einander und untereinander abzuwägen, bleibt hiervon unberührt. 7.1 Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Tiere Die Umsetzung des Vorhabens ist mit der Beseitigung von Bestandgebäuden, der Rodung von Einzelbäumen und Sträuchern sowie der Inanspruchnahme von sonstigen Grünflächen verbunden. Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens wurde durch das Umweltbüro Essen Bolle und Partner GbR auf Grundlage der Abfrage von einschlägigen Datenbanken und zweier Orts- begehungen im November 2019 und im Juli 2020 eine Artenschutzprüfung (ASP) - Stufe I durchgeführt, um das Risiko des Eintretens artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände beur- teilen zu können. Im Mittelpunkt stand die Beurteilung des Artenschutzpotentials, im vorliegen- den Fall also vor allem die Untersuchung auf Hangplätze und sonstige Hinweise auf aktuelle (hängende Tiere) oder frühere Vorkommen von Fledermäusen (Kot -/Urinspuren, tote Tiere etc.) sowie auf Vogelarten der Gebäude und Gehölze. Ziel der Vorprüfung ist es, zu klären, ob die Belange des Artenschutzes dem Vorhaben grundsätzlich entgegenstehen. Unabhängig von der Bauleitplanung können auf nachgeordneter Ebene somit durchaus noch Maßnahmen zum Schutz und zur Vermeidung erforderlich werden. Der Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans liegt im Bereich des Mess- tischblattes 5007 (4. Quadrant) des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). Dabei ist zu beachten, dass das Fachinformationssystem (FIS) wegen der geringen räumlichen Genauigkeit allenfalls erste Hinweise liefert und weder genauere faunis- tische oder floristische Kartierungen ersetzen kann, noch sich aus Angaben des FIS ergibt, dass Kartierungen zwingend erforderlich sind. Das FIS verzeichnet im Plangebiet nur 14 Tier- arten, die potenziell auftreten könnten. Es handelt sich dabei ausschließlich um Vogelarten. Das Fehlen von Fledermausarten ist jedoch nicht so zu interpretieren, dass diese nicht vor- kommen, sondern das Fachinformationssystem keine vollständigen Angaben enthält. Die Un- tersuchung wurde daher auch gezielt auf eine mögliche Betroffenheit von Fledermäusen durchgeführt. Das Gutachten kommt zusammenfassend zu folgendem Ergebnis: Vor dem Hintergrund feh- lender Habitatbestandteile bzw. unzureichender Habitatqualität auf der Vorhabenfläche ist eine erhebliche Beeinträchtigung der im FIS verzeichneten „planungsrelevanten“ Vogelarten - 40 - auszuschließen. Hinsichtlich Brutgeschehen bei nicht planungsrelevanten Vogelarten sind Verbotstatbestände auszuschließen, sofern bei einem Abriss im Sommerhalbjahr eine Unter- suchung auf Brutgeschehen vorgenommen wird. Zudem sind die gesetzlich vorgeschriebe- nen Rodungszeiten in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28./29. Februar einzuhalten, die sich auch auf die Entfernung von Rankpflanzen beziehen. Darüber hinaus sind alle Nistkästen im Winterhalbjahr zu entfernen. Die Existenz von Sommerquartieren von Fledermäusen ist an den Gebäuden nicht zweifelsfrei auszuschließen. Es bedarf daher bei einem Abriss zwischen Mitte Februar und Anfang No- vember spezieller Schutzmaßnahmen. Ein Abriss zwischen Anfang Juni und Mitte August ei- nes Jahres (Wochenstubenzeit) sollte vermieden werden. Ist dies nicht möglich, sind Schutz- maßnahmen in größerem Umfang (Ultraschalldetektion) durchzuführen. Für den Verlust po- tenzieller Quartiere wird das Aufhängen von zehn Fledermauskästen (Flachkästen für gebäu- dewohnende Arten) empfohlen. Da die Existenz von Fledermäusen nicht konkret nachgewie- sen werden konnte, werden keine konkreten Verpflichtungen in den Bebauungsplan aufge- nommen. Für den Fall eines Abbruches in den Wintermonaten sind aus gutachterlicher Sicht keine speziellen Schutzmaßnahmen erforderlich. Regelungen zum Abbruch bzw. die Entfernung des Gehölzbestandes / Vermeidungsmaß- nahmen) werden als Hinweise in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufgenommen. Vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen sind nicht erforderlich. Insgesamt sind durch die Pla- nung keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die als planungsrelevant einzustufen- den Tierarten zu erwarten. Darüber hinaus werden die geplanten Begrünungsmaßnahmen, insbesondere die Baumpflanzungen, für einen Ersatz an potenziellen Nistmöglichkeiten für nicht planungsrelevante Vogelarten sorgen. Pflanzen Das Plangebiet stellt sich derzeit im nördlichen Bereich als unbebaute, parkähnliche Fläche dar. Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens wurden durch das Umweltbüro Essen Bolle und Part- ner GbR die vegetationsfreien und unterschiedlich vegetationsbestandenen Flächen im Be- stand wie im Planzustand ermittelt und gegenübergestellt. Ein Ausgleich im Sinne der Ein- griffsregelung ist gemäß § 13a Absatz 2 Nummer 4 BauGB nicht erforderlich. Der Anteil an ebenerdiger Vegetationsfläche wird um 1.707 m² abnehmen. Neu hinzukom- men Gebäudeteile mit extensiver und intensiver Dachbegrünung mit einer Größe von maxi- mal 2.051 m². - 41 - Nutzung Bestand (m2) Planung (m2) Versiegelte Flächen (Gebäude ohne Dachbegrünung, Wege und Verkehrs- flächen) 2.818 2.166 Gebäudeteile mit Dachbegrünung (maximale Fläche, realer Anteil erst mit Ausführungs- planung) 0 2.051 Befestigte Flächen und sonstige vegetationsfreie Flächen (wassergebundene Wegedecke, Sandbereich) 142 450 Vegetationsflächen ebenerdig (teilweise über Tiefga- rage) (Rasenflächen, Pflanzbeete, Gehölzflächen) 3.057 1.350 6.017 6017 Auf dem Plangebiet befinden sich derzeit 39 Bestandsbäume. Zur Realisierung des Vorha- bens müssen 31 Bäume gefällt werden. Eine Kompensation erfolgt auf Grundlage der Baum- schutzsatzung im Rahmen des Bauantragsverfahrens. Acht Bäume können erhalten bleiben und sind im vorhabenbezogenen Bebauungsplan entsprechend festgesetzt. Darüber hinaus besteht durch die geplante Maßnahme keine Gefährdung der zu erhaltenden Bestands- bäume. Zudem wird durch die Festsetzung im vorhabenbezogenen Bebauungsplan die An- pflanzung von 33 Bäumen im Plangebiet sichergestellt. Durch den Wegfall von 31 Bestandsbäumen und die Reduzierung ebenerdiger Vegetations- flächen wird das Schutzgut Pflanzen im Plangebiet beeinträchtigt. Mit den geplanten intensiven und extensiven Dachbegrünungen, den Flächen zum Anpflan- zen, Fassadenbegrünungen und Baumpflanzungen werden die Auswirkungen der Planung gemindert. Die Begrünungsmaßnahmen sind im vorhabenbezogenen Bebauungsplan festge- setzt. Sie werden im Freianlagenplan, der Bestandteil des Durchführungsvertrag wird, detail- liert. Alle eingeplanten Begrünungsmaßnahmen tragen zu einer Verbesserung des Kleinklimas bei und bieten trotz der baulichen Nachverdichtung Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Ge- genüber dem Planungsstand der Mehrfachbeauftragung wurde die freiraumplanerische Qua- lität und ökologische Wertigkeit deutlich erhöht (siehe auch Kapitel 6.8 Bepflanzung und Be- grünung). Zudem soll durch die Auswahl geeigneter Pflanzen und Gehölze, die dem Klimawandel voraussichtlich widerstandsfähiger standhalten als die vorhandenen, eine langfristig klimawandelangepasste Begrünung der Freifläche sichergestellt werden. Um einem Veröden vorzubeugen, ist für die Bepflanzung auf der Hoffläche oberhalb der Tiefgarage ein Aufbau geplant, der das Niederschlagswasser der Dach- und Tiefgaragenflächen speichert und den Bäumen zur Verfügung stellt. 7.2 Boden (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Die Bodenkarte des geologischen Dienstes des Landes Nordrhein-Westfalen macht keine Aussagen zu schutzwürdigen Böden im Plangebiet und dessen Umgebung. Es liegt kein Ein- trag im Altlastenkataster der Stadt Köln vor. - 42 - Durch das Ingenieurbüro TerraSystem GmbH wurden Bodenuntersuchungen durchgeführt mit Aussagen zum Bodenaufbau und zur abfallrechtlichen Einstufung von Auskofferungsbö- den. Geländearbeiten hierzu fanden im Januar und März 2020 statt. Auf dem zu untersu- chenden Gebiet wurden im Bereich des geplanten Baufeldes 19 Kleinrammbohrungen und 11 Untersuchungsschürfe im Bereich der historischen Klostermauer zur Bodenprobengewin- nung und Bodenansprache im Untergrund durchgeführt. Es konnten anthropogene Anschüttungsböden bis in Tiefen von 4,3 m nachgewiesen wer- den. Die mittlere Mächtigkeit des Auffüllungsmaterials liegt bei circa 2,0 m. Es handelt sich hierbei um lokal umgelagertes Bodenmaterial mit Bauschutt (zum Teil Trümmerschutt) und stellenweise beigemengten Schlacken und Aschen. Diese nicht bzw. nur bedingt tragfähige Schicht wird im Zuge der Baugrubenerstellung in den meisten Fällen vollständig ausgekof- fert. In Teilbereichen ist ein weiterer Abtrag erforderlich. In den Tiefen von circa 2,6 m bis 4,0 / 5,1 m befindet sich ein quartäres Hochflutsediment, welches als Hochflutsand oder als Hochflutlehm ausgebildet ist. Aus dem Auffüllungsmaterial sämtlicher Bohrungen wurde eine Mischprobe erstellt und la- boranalytisch untersucht. Auf Grundlage der Analyseergebnisse erfolgt eine Einstufung ge- mäß LAGA TR Boden 2004 in die Zuordnungsklasse LAGA Z2 (eingeschränkter Wiederein- bau mit definierten technischen Sicherungsmaßnahmen). Die Einschränkung ergibt sich auf- grund des Blei- und des PAK-Gehaltes. Aufgrund des Glühverlustes und des TOC (Total Organic Carbon) müsste das Material zu- nächst als Material der Deponie Klasse 2 eingestuft werden. Unter Berücksichtigung der Fußnoten der Deponie Verordnung ist eine Besserstellung - bei entsprechender Zustimmung der Behörde - möglich, wenn die Werte der Zusatzparameter AT4 (bei pH-Wert 6,8 - 8,2) und Brennwert eingehalten werden. In dem Fall wäre eine Einstufung als Material in eine kosten- günstigere der Deponie Klasse möglich. Die Analysenergebnisse eignen sich nicht zur Bewertung nach den Vorgaben der Bundes- Bodenschutz- und Altlasten-Verordnung (BBodSchV), da es sich um abweichende Laborun- tersuchungen und auch abweichende Beprobungstiefen handelt. Die Ergebnisse können höchstens als Anhaltswerte betrachtet werden. Mit der Realisierung des Vorhabens wird der überwiegende Teil des erbohrten Auffüllungs- materials ausgekoffert, abtransportiert und fachgerecht verwertet bzw. entsorgt. Die Masse der anthropogenen Auffüllungsböden im Baufeldbereich wird aufgrund des Baugrubenaus- hubs für die Kellerbereiche und die Tiefgarage daher signifikant verringert. Insbesondere die nach BBodSchV zu betrachtenden oberflächennahen Böden (0 – 0,35 m bzw. 0 – 0,60 m un- ter Geländeoberkante) werden voraussichtlich auch in den Bereichen, in denen keine Keller- baugrube entsteht, vollständig entfernt, um geeignete Arbeitsflächen für die Baumaschinen herzustellen. Eine Untersuchung der Böden nach BBodSchV in den geplanten Kinderspielflächen und der Gartenfläche erfolgt im Rahmen der Realisierung der Baumaßnahme, da insbesondere in dem Bereich der Kinderspielfläche ein Bodenaustausch in den zu untersuchenden oberen 35 cm des Bodens wahrscheinlich ist. Sollten Überschreitungen der zulässigen Werte vorliegen, wird der Boden ebenfalls ausgetauscht und abgefahren oder weitere Maßnahmen ergriffen (zum Beispiel Grabsperre). Vor Aufnahme der Nutzung ist der Unteren Bodenschutzbehörde im Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln der Nachweis vorzulegen, dass der Oberboden die Werte der BBodSchV einhält. In den Bebauungsplan ist ein entsprechender Hinweis aufgenommen. - 43 - Aus den geotechnischen Untersuchungen lassen sich aus fachgutachterlicher Sicht durch das geplante Bauvorhaben sowie der vorgesehenen Nutzung keine relevanten nachteiligen Auswirkungen auf die Schutzguter ableiten. Mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan der Innenentwicklung werden bereits erschlos- sene Flächen innerhalb des Siedlungsgefüges für eine Nachverdichtung vorbereitet. Diese Flächen werden somit einer Neuausweisung von Baugebieten am Siedlungsrand im Sinne eines schonenden Umgangs mit Grund und Boden vorgezogen. Die Maßnahmen und Empfehlungen des Baugrundgutachtens zur Gründung und Abdichtung sind bei der weiteren Bauausführung zu beachten. Eventuell zwecks Bodenverbesserung aufzubringende Einbauböden oder humose Oberböden müssen neben den geotechnischen Anforderungen den Anforderungen der Bundes-Bodenschutz- und Altlasten-Verordnung ent- sprechen. Die Maßnahmen werden in den Durchführungsvertrag aufgenommen. 7.3 Wasser (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Grundwasser Das Plangebiet liegt geologisch im Bereich der Niederrheinischen Bucht. Gemäß der ingeni- eurgeologischen Karte 1:25.000 Blatt 5007 Köln ist der Standort von anthropogenen Auffüllungen mit wechselnden Mächtigkeiten als obersten Bodenhorizont geprägt. Es folgen sandig oder schluffig geprägte Hochflutsedimente, die lokal bis in Teufen von gemittelt circa 4 m unter GOK anstehen (entspricht circa 46 m über NHN). Dieser Horizont wird von den Kiessanden der quartären Niederterrasse unterlagert. Innerhalb dieser korngetragenen, mit- teldichten Terrassensedimente ist auch der erste Grundwasserleiter ausgebildet, der für das geplante Vorhaben maßgeblich ist. Gemäß der vom Ingenieurbüro TerraSystem GmbH durchgeführten Baugrunduntersuchung und Grundwasserrecherche liegt der anzusetzende Grundwasserbemessungsstand (höchs- ter anzunehmender Grundwasserstand zuzüglich 0,3 m Sicherheitsbeiwert) bei 44,42 m NHN. Nach einer Grundwassermodellrechnung der Rheinenergie aus dem Jahr 2009 wurde für das Plangebiet ein Bemessungsgrundwasserstand mit 44,25 m über NHN ermittelt bei einer mittleren Geländehöhe von 50,0 m über NHN. Die Unterkante der Fundamente der Baukörper liegt 4,7 m unterhalb der gemittelten Gelän- deoberkante auf 46,3 m über NHN. Kleinflächig kommt es im Bereich von Fahrstuhlunter- fahrten und der Fettabscheideranlage zu tieferen Ausschachtungen. Da diese tieferen Ein- griffe nur punktuell auftreten, ist davon auszugehen, dass der geplante Baukörper weder während der Bau- noch während der Betriebsphase sich auf den vorhandenen Aquifer nach- teilig auswirkt, z. B. die Fließrichtung in Richtung Vorfluter, dem westlich liegenden Rhein, beeinflusst - insbesondere da auch diese tieferen Baugrubenbereiche nur bei ausgesproche- nen Grundhochwässern von eventuellen Wasserständen betroffen wären. Direkte Auswir- kungen auf den Grundwasserkörper durch die geplante Tiefgarage sind daher nicht zu er- warten. Entlang der östlichen Grundstücksgrenze ist zur Sicherung der denkmalgeschützten Mauer und der Bestandsbebauung ein Verbau über eine Bohrpfahlwand erforderlich. Aus den ermit- telten Grundwasserständen kann abgeleitet werden, dass nur bei Grundhochwässern ein Teilbereich der Bohrpfahlwand von Wasserständen erfasst wird. In der von den Stadtentwässerungsbetrieben (StEB) zur Verfügung gestellten Grundwasser- gleichenkarte liegen die entsprechenden Isolinien des HQ 200 im Baufeldbereich zwischen 43,50 m über NHN und 43,75 m über NHN. Die Differenzhöhe im Baufeld beträgt für den - 44 - konstruierten Grundhochwasserstand entsprechend 0,25 m, was eine relativ niedrige Strömungsgeschwindigkeit bedingt. Es ist demnach zunächst nicht von gebäudeschädlichen Aufstauungen im Bereich der Bohrpfahlwand auszugehen, die z.B. die Keller der nachbar- schaftlichen Bebauung nachteilig beeinflussen können. Auch eine relevante Erhöhung der Grundwasserfließgeschwindigkeit, die beispielsweise einen Feinkornaustrag aus den be- troffenen Bereichen verursachen kann, wird aktuell nicht besorgt, ist jedoch auch nicht vollständig auszuschließen. Im Baugenehmigungsverfahren wird daher im Rahmen des Standsicherheitsnachweises eine hydraulische Betrachtung der Bohrpfahlwand – Situation für den HQ 200 – Fall erbracht. Die Gründung der Bohrpfahlwand erfolgt in den Kiessanden der quartären Niederterrasse. Im Zuge der Baugrunderkundung wurden weit- bis mittelweitgestufte Kiessande mit mittel- dichter Lagerung festgestellt. Es wird aktuell für diese Böden ein ausreichend standfestes Korngerüst angenommen, welches für die anzunehmenden Grundwasserfließgeschwindig- keiten keine relevanten Kornumlagerungen erwarten lässt. Eine abschließende Betrachtung der Korngerüststabilität kann vorgenommen werden, wenn eine anzunehmende Fließge- schwindigkeit aus der hydrologischen Berechnung vorliegt. Oberflächenwasser Oberflächengewässer sind im Plangebiet nicht vorhanden. Die aktuelle Planung sieht keine Anlage von Oberflächengewässern vor. Die Lage unterirdischer Wasserläufe ist nicht bekannt. Sogenannte „Wasseradern“, die auf alte Bachläufe zurückzuführen sind und heute meist verrohrt geführt werden, konnten im Zuge der Geländearbeiten nicht festgestellt werden. Auch mit Hilfe der Recherche histori- scher Kartenwerke, z.B. für die alte Klosteranlage, konnten keine alten Bachläufe auskartiert werden, die eventuell heute unterirdisch verrohrt laufen. Wasserläufe oder „Wasseradern“ die sich im späteren Baugrubenbereich befinden, können demnach weder aus den recher- chierten Kartenwerken noch aus den durchgeführten Erkundungsarbeiten abgeleitet werden. Versickerung / Niederschlagwasserentwässerung Da das Plangebiet bereits vor dem 01. Januar 1996 bebaut, versiegelt und an die öffentliche Kanalisation angeschlossen war, besteht keine Pflicht zur Versickerung, Verrieselung oder ortsnahen Einleitung des Niederschlagswassers in ein Gewässer gemäß § 44 Landeswas- sergesetz (LWG). Das Grundstück befindet sich im geplanten Bereich der Wasserschutzzone III B des Wasser- werkes Hürth-Efferen. Damit ist eine Versickerung von Niederschlagswasser in der Regel nur über die belebte Bodenzone zulässig. Eine unmittelbare Versickerung in tiefere Bodenzonen (z. B. über eine Kiesrigole) ist nicht möglich. Das über die versiegelten Flächen (Dach-, Tiefgarage, Gehweg und Platzflächen) anfallende Niederschlagswasser soll durch die extensive und intensive Dachbegrünung zurückgehalten, der dortigen Vegetation zur Verfügung gestellt werden bzw. verzögert in das Kanalsystem eingeleitet werden. Das auf den nicht unterbauten Grünflächen anfallende Niederschlags- wasser soll auf den jeweiligen Flächen selbst zur Versickerung gebracht werden. Dieser Zu- stand liegt seit Betrieb des jetzigen Gebäudes vor, so dass aktuell von einer generellen Machbarkeit ausgegangen wird. Die im Januar und März 2020 durchgeführten oberflächennahen Versickerungsversuche von dem Ingenieurbüro TerraSystem GmbH belegen überwiegend eine ausreichende Durchläs- sigkeit der Böden im Bereich der geplanten Grünflächen. Lediglich an einem Untersuchungs- punkt im südwestlichen Grundstücksbereich konnte kein ausreichender Durchlässigkeitsbei- wert ermittelt werden, hier sollte eine oberflächennahe Bodenverbesserung durchgeführt - 45 - werden. Eventuell zwecks Bodenverbesserung aufzubringende Einbauböden oder humose Oberböden müssen den Anforderungen der Bundes-Bodenschutz- und Altlasten-Verordnung entsprechen. Im Vergleich zum Bestand wird sich der Anteil an Wasser, das in die Kanalisation eingeleitet wird, aufgrund des höheren Versiegelungsgrades voraussichtlich erhöhen und der zur Versi- ckerung gebrachte Anteil entsprechend verringern. Starkregen Eine Hochwassergefährdung durch den Rhein auch bei einem extremen (sehr seltenen) Hochwasserereignis sowie eine starke Überflutungsgefährdung aufgrund von Starkregener- eignissen werden nicht ausgewiesen. In dem Plangebiet befindet sich eine Senke (Abgrabung), die im Starkregenfall eine leichte Gefährdung für Überflutungen darstellt. Das Geländeniveau wird im Zuge der Planung auf 50,0 m ü NHN nivelliert, so dass eine Überflutungsgefährdung in diesem Bereich ausge- schlossen werden kann. Da es sich hier um ein zusammenhängendes privates Grundstück mit einer abflusswirksa- men Fläche > 800 m² handelt, muss ein Überflutungsnachweis nach DIN 1986-100 geführt werden. Der rechnerische Überflutungsnachweis wurde vom Ingenieurbüro für Bauwesen, Dipl.-Ing. Udo Jörißen unter Mitwirkung von Schröder Landschaftsarchitekten erbracht. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass es unter Berücksichtigung der getroffenen Annah- men (Anteil begrünter Flächen, extensiv und intensiv begrünte Dachflächen sowie einer ent- sprechenden Geländemodellierung) bei einem Starkregenereignis nicht zu einer oberflächli- chen Überflutung des Plangebietes kommt bzw. die anfallenden Wassermengen überwie- gend schadlos auf den Flächen des Plangebietes zurückgehalten werden können. Insgesamt ist ein zurückzuhaltendes Gesamtvolumen von V_Rück = 104 m³ erforderlich. Durch Absenkung der Tiefgaragendecke im Bereich des Innenhofs kann eine Retentions- schicht in einer Stärke von 40 cm ausgebildet werden. Da die Retentionsschicht einen An- schluss an die Begrünungsschicht hat, steht das gespeicherte Niederschlagswasser auch den Pflanzen zur Verfügung. Die befestigten Flächen auf der Tiefgaragendecke erhalten ei- nen wasserdurchlässigen Pflasterbelag, der über Drainfugen das Niederschlagswasser in die Retentionsschicht ableitet. Das Überschusswasser bei Starkregenereignissen soll direkt in die Schicht abgeleitet werden. Da die konkrete Gestaltung der Rückhalteflächen noch geplant wird, werden Regelungen zur Größe des Rückhaltevolumens in den Durchführungsvertrag aufgenommen. Der Nachweis des Starkregenrückhaltes erfolgt bei der Beantragung des Kanalanschlusses. 7.4 Klima / Luft (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Das Plangebiet ist Teil eines stadtklimatischen Belastungsgebietes höchster Ausprägung, das gekennzeichnet ist durch einen maximal ausgeprägten Wärmeinseleffekt, eine tagsüber hohe Aufheizung, einen verminderten Luftaustausch und eine hohe Luftschadstoffbelastung. Die Planung führt zu einer Erhöhung der Flächenversiegelung im Plangebiet und somit zu einer lokalen Verminderung des Versickerungspotenzials und einer geringeren Verdunstung. Klima Die Auswirkungen des Planvorhabens auf das Mikroklima im Umfeld wurden innerhalb eines Klimagutachtens des Büros Peutz Consult vom 07.03.2022 untersucht. Hierzu wurden Simu- lationsrechnungen mit dem mikroskaligen Stadtklimamodell ENVI-met für den Ist - und den Planfall für zwei Hauptwindrichtungen für einen heißen Sommertag durchgeführt. In die Be- rechnungen flossen Gebäudestellungen und -höhen, der Vegetationsbestand sowie die - 46 - Oberflächenbeschaffenheit ein. Die Beurteilung der klimatischen Veränderungen erfolgt an- hand der simulierten Temperaturverhältnisse, welche zu drei Uhrzeiten ausgewertet wurden, sowie der bioklimatischen Kenngröße des PET-Wertes, welcher in der heißesten Nachmit- tagsstunde um 16 Uhr ausgewertet wurde. Die Berechnungsergebnisse zeigen, dass sich signifikante Veränderungen des Lokalklimas auf das Plangrundstück und dessen nähere Umgebung beschränken. Eine weit ausgreifende Fernwirkung des Vorhabens kann aufgrund der Rechenergebnisse ausgeschlossen werden. Durch die Realisierung des Planvorhabens sinkt im Planfall die nachmittägliche Lufttempera- tur innerhalb des Plangebietes aber auch in der näheren Umgebung zum Teil recht deutlich ab. Diese Abkühlungstendenzen sind auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen werden die versiegelten Freiflächen durch die geplanten Gebäude im Tagesverlauf in unterschiedli- chen Bereichen verschattet. Somit können sich diese Freiflächen im Vergleich mit der wei- testgehend unverschatteten Parkplatzfläche im Istfall deutlich weniger stark aufheizen. Posi- tiv auf die Lufttemperaturverhältnisse wirkt sich zweitens die helle Fassade der Plangebäude aus, die einen Großteil der einfallenden Direktstrahlung reflektiert. Die Berechnungen für die Abend- und Nachtstunden zeigen, dass in den östlichen und süd- östlichen Bereichen des Plangrundstückes und der jeweils angrenzenden Bestandsbebau- ung ebenfalls eine Temperaturreduktion gegenüber der Ist-Situation prognostiziert wird. Diese Verbesserung kann insbesondere auf den höheren Reflexionsgrad des Bodens und der geplanten Gebäude sowie der Begrünung in der Planvariante zurückgeführt werden, der dafür sorgt, dass sich die versiegelten Bereiche tagsüber nur schwach erwärmen und dem- entsprechend in den frühen Nachtstunden gegenüber der Ist-Situation weniger Wärme an die Umgebungsluft abgegeben wird. Temperaturerhöhungen ergeben sich hingegen insbesondere im Lee des Vorhabens auf dem Kindergartengelände und an den Ostfassaden des angrenzenden Pflegeheimes bei südöstlichen Anströmungen sowie in den rückwärtigen Bereiche des Gebäudes Kartäuser- gasse 5. Zurückzuführen sind diese Temperaturzunahmen auf den Wegfall der kaltluftprodu- zierenden Freifläche nördlich des bestehenden Parkplatzes. Da davon ausgegangen werden kann, dass der Kindergarten und dessen Außenflächen in den Abendstunden nicht mehr genutzt werden, stellt sich die Erwärmung auf dem Kindergar- tengelände als eher unproblematisch dar. Ungünstiger stellt sich hingegen die abendliche Erwärmung zur Einschlafzeit am Pflegeheim dar, da alte Menschen deutlich anfälliger für hit- zebedingte Gesundheitsprobleme sind. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beach- ten, dass die Temperaturerhöhung in diesem Bereich auf einem vergleichsweise niedrigen absoluten Temperaturniveau stattfindet. So werden an den Südfassaden des Pflegeheimes sowohl im Ist- als auch im Planfall höhere Temperaturen als an der Ostfassade nach Reali- sierung des Planvorhabens prognostiziert. Ungeachtet dessen sollte nach Möglichkeit mit geeigneten Maßnahmen dieser abendlichen Temperaturzunahme entgegengewirkt werden. Zur Reduzierung der Erwärmungstendenzen werden im Gutachten folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Realisierung einer intensiven statt einer extensiven Dachbegrünung auf dem Flach- dach sowie von Fassadenbegrünungen an der Nord- und Westfassade des an das Pflegeheim angrenzenden Gebäudes, zusätzliche Baumpflanzung im Bereich der nordwestlichen Grundstücksgrenze. Die vorgeschlagene intensive Dachbegrünung auf den Flachdächern des nordwestlichen Baukörpers 3 („Wohnen / Verwaltung“) wird zugunsten von Photovoltaikanlagen zurückge- stellt. Intensive Begrünungen unterhalb der Photovoltaik-Anlagen sind nicht umsetzbar. Statt- - 47 - dessen wird eine extensive Dachbegrünung eingeplant. Eine Verlegung der Photovoltaikan- lagen auf andere Dachbereiche ist aufgrund der Besonnungssituation und erforderlicher Technikaufbauten nicht möglich. Fassadenbegrünungen wurden im Planungsprozess an überwiegend geschlossenen Fassadenbereichen eingeplant und festgesetzt. Aufgrund der im Bauteil 3 und 4 vorgesehenen Nutzung für Wohnen sind großflächige Fassadenbegrünun- gen hier nicht umsetzbar. Zusätzliche Baumpflanzungen im Bereich der nordwestlichen Grundstücksgrenze wurden geprüft und sind aufgrund der für das Vorhaben nachzuweisenden Spielflächen, der Nähe zu vorhandenen Bestandsbäumen sowie den zu erwartenden archäologischen Bodenfunden nicht realisierbar. Insgesamt wurde die Planung zur Minimierung von stadtklimatisch negativen Effekten im Planungsprozess optimiert. Bei der Fortschreibung des städtebaulichen Planungskonzeptes sind viele Aspekte aufgenommen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken oder um der An- passung an den Klimawandel zu dienen. Mit den geplanten intensiven und extensiven Dach- begrünungen, den Grün- und Spielflächen im nördlichen Grundstücksbereich, Fassadenbe- grünungen, Baumpflanzungen und der Planung eines Brunnens im Innenhof werden die Auswirkungen der Planung gemindert. Die Begrünungsmaßnahmen (z. B. extensive/intensive Dachbegrüngen, Fassadenbegrünun- gen, Baumpflanzungen, Baumerhalt etc.) sind im vorhabenbezogenen Bebauungsplan fest- gesetzt. Sie werden im Freianlagenplan, der Bestandteil des Durchführungsvertrag wird, de- tailliert. Die Begrünungsmaßnahmen werden dauerhaft zu erhalten, zu pflegen und bei Ver- lust zu ersetzen sein. Die Auswahl geeigneter Pflanzen und Gehölze, die dem Klimawandel voraussichtlich wider- standsfähiger standhalten als die vorhandenen, soll eine langfristig klimawandelangepasste Begrünung der Freifläche fördern. Die Festsetzung intensiv zu begrünender Dachflächen führt aufgrund des höheren Substrataufbaus und der Bepflanzung mit Blühpflanzen zu einer größeren Biodiversität und zu einem besseren Mikroklima. Insofern wird der Verlust an klima- tisch ausgleichend wirkender Freifläche gemindert. Die unter die Baumschutzsatzung der Stadt Köln fallenden und zur Rodung vorgesehenen Bäume werden nach Maßgabe der Satzung ausgeglichen. Zudem sind für alle übrigen zur Rodung vorgesehenen Bäume Ersatzpflanzungen auf dem Grundstück vorgesehen. Mit der Festsetzung heller Oberflächenmaterialien für Fassaden- und Bodenbeläge mit ei- nem Hellbezugswert > 50 kann die Aufheizung und damit resultierende Wärmeabgabe zu- dem vermindert werden, da ein Großteil der einfallenden Direktstrahlung reflektiert wird. So- mit wird auch in den Nachtstunden, in denen der städtische Wärmeinseleffekt am ausge- prägtesten ist, weniger Wärme an die Umgebungsluft abgegeben. Durch die Schatten spen- denden Arkaden und die geplante Bepflanzung im Innenhof soll zudem einer übermäßigen Erwärmung vorgebeugt werden. Der Bodenbelag ist mit größeren Fugen geplant, welche die Versickerung und Verdunstung des Niederschlagswassers ermöglichen. Die geplanten Bäume verschatten den Bereich des Innenhofs und erhöhen die Verdunstungsrate. Außerdem ist ein Brunnen mit großer Wasser- oberfläche und entsprechender Verdunstungsrate vorgesehen. Bezüglich der bioklimatischen Belastung zeigen die Ergebnisse, dass sich Veränderungen fast ausschließlich auf das Plangebiet beschränken. Eine Ausnahme hiervon bildet die nörd- lich an das Plangebiet grenzende Außenanlage des Kindergartens. Infolge des Wegfalls von Bäumen sowie der verminderten Durchlüftungsmöglichkeit bei südöstlichen Anströmungs- richtungen steigt hier der PET-Wert in einem schmalen Streifen entlang der Plangebietsgren- ze zum Teil leicht an, ohne dass hierbei extrem hohe PET-Werte > 45°C erreicht werden - 48 - würden. Diese leichte Erhöhung der bioklimatischen Belastung an der nördlichen Plange- bietsgrenze wird als unkritisch eingestuft. Der Innenhof des Vorhabens soll als Aufenthaltsort mit Sitzgelegenheiten auch für vulnerable Personengruppen z. B. aus dem benachbarten Pflegeheim konzipiert werden. Um die tem- porär auftretenden hohen bioklimatischen Belastungen in den unverschatteten Bereichen des Innenhofes weiter zu senken, werden im Gutachten folgende Maßnahmen vorgeschla- gen: mobile Sonnenschirme oder -segel vorzusehen, die in Abhängigkeit der Besonnungs- situation für ausreichend Schatten sorgen den vorgesehenen Brunnen mit einer Wasserfontäne auszustatten, um die Verduns- tungsabkühlung im Innenhof zu erhöhen Die Planungsempfehlungen werden im weiteren Planungsprozess umgesetzt. Mit Realisie- rung der Planungsempfehlungen kann auch an warmen Sommertagen von einem für vul- nerable Personengruppen akzeptablen Aufenthaltsklima ausgegangen werden. Luft Der planbedingte Mehrverkehr auf den umliegenden Straßenabschnitten wird gemäß der Verkehrsuntersuchung vom Büro PTV Transport Consult GmbH von Oktober 2020 durch das Vorhaben nicht maßgeblich gesteigert. Im Bereich des Krankenhauses schirmt die geplante Bebauung das Krankenhaus tendenziell eher vor den auf dem Kartäuserwall und dem Sach- senring freigesetzten Emissionen ab. Insgesamt ist keine erhebliche Belastung durch ver- kehrsbedingte Luftschadstoffe zu erwarten. 7.5 Umweltbezogene Auswirkungen auf den Menschen und seine Ge- sundheit sowie die Bevölkerung Lärm (Siehe Kapitel 6.7 Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen / Lärm) Licht-Immissionen Im Rahmen einer lichttechnischen Untersuchung des Büros Peutz Consult GmbH vom 27.01.2021 wurde der Bereich der geplanten Ein- und Ausfahrt am Kartäuserwall im Hinblick auf Lichtimmissionen durch Scheinwerferlicht der Kraftfahrzeuge auf die umliegende Wohn- nutzung bewertet. Bei den betrachteten Immissionsorten handelt es sich um die maßgebli- chen Fenster von Aufenthaltsräumen an den Gebäuden Sachsenring 10 – 16. Zudem wurde die gewerblichen Nutzung Kartäuserwall 47 betrachtet. Die Immissionsorte sind mit dem Schutzanspruch eines Mischgebietes berücksichtigt. Zur Beurteilung des Verkehrs innerhalb der Tiefgarage bzw. deren Ein- und Ausfahrt und der damit verbundenen eventuellen Belästigungen von Anwohner*innen durch kurzzeitigen Licht- einfall über die Scheinwerfer der Kraftfahrzeuge in den Wohnraum existieren keine rechtlich eingeführten Regelwerke. Lichtbelästigungen durch den öffentlichen Verkehr oder andere öffentliche Beleuchtungsanlagen, welche den Straßenverkehr betreffen, wie zum Beispiel Straßenbeleuchtung oder Ampelanlagen werden allgemein als für Anwohner*innen hinzu- nehmen eingestuft. Zur Beurteilung der Wirkung der Lichtimmissionen auf den Menschen wurden im Gutachten vergleichend die Immissionsrichtwerte bezüglich der zulässigen Raumaufhellung aus dem gemeinsamen Runderlass des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirt- schaft, Natur- und Verbraucherschutz und des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtent- wicklung und Verkehr vom 11.12.2014 (Lichtimmissionsrichtlinie NRW) herangezogen. - 49 - Gemäß der Simulationsergebnisse ist bei Ausfahrt eines Fahrzeugs aus der Tiefgarage eine maximale Raumaufhellung von 0,68 lux am Wohngebäude Sachsenring 10 und von 0,54 lux am Wohngebäude Sachsenring 12 zu erwarten und liegt damit unter dem Wert von 1 lux. Auch bei der als gewerbliche Nutzung einzustufenden Bebauung Kartäuserwall 47 werden gemäß der Simulationsergebnisse die Werte für eine maximale Raumaufhellung von 2,98 lux entsprechend eines Gewerbes (max. 5 lux) eingehalten. Bei Übertragung der Immissionsbe- grenzungen auf die Lichtimmissionsrichtlinie NRW (eigentlich nicht für Kfz), würden Anforde- rungen an eine Begrenzung einer möglichen Raumaufhellung eingehalten. Somit ist insgesamt betrachtet davon auszugehen, dass eine mögliche Störwirkung der An- wohner*innen der Wohnbebauungen beziehungsweise der als gewerblich einzustufenden Nutzungen durch Kfz- Scheinwerfer im Bereich der neu geplanten Tiefgarage unwahrschein- lich ist. Eine Verschiebung der Tiefgaragen-Ausfahrt innerhalb des Baukörpers 1 „Wohnen / Ge- werbe“ würde zu ähnlichen Ergebnissen an anderen Gebäuden führen. Eine Verlagerung der Tiefgaragen-Ausfahrt in den weiter westlich gelegenen Baukörper 3/4 „Wohnen / Verwaltung“ ist wegen der stufenweisen Realisierung des Bauvorhabens nicht umsetzbar. Straßenseitige Schutzmaßnahmen können aufgrund der Enge des Straßenraums nicht ergriffen werden. Im Rahmen des gegenseitigen Rücksichtnahmegebotes der Bauordnung kann es den Nach- bar*innen darüber hinaus zuzumuten sein, bei Bedarf Maßnahmen – wie das Schließen von Jalousien, Rollläden oder Vorhängen - zu ergreifen. Da nicht durchgehend Pkws aus der Tiefgarage ausfahren, treten je nach Frequentierung nur kurzzeitige Immissionen auf. Ge- sundheitsschäden durch Beleuchtungsanlagen sind im Allgemeinen nicht zu erwarten. Die nächtliche Beleuchtung des Vorhabens (Gebäude und Außenraum) wird im weiteren Pla- nungsprozess durch ein Lichtkonzept konkretisiert. Ziel ist es, eine stadtgestalterisch anspre- chende und verkehrssichere Beleuchtung umzusetzen und eine Beeinträchtigung für die Nachbarschaft zu vermeiden. Geplant ist es, einzelne Gebäudeteile wie Arkaden und „Cam- panile“ in den Abendstunden auszuleuchten. Die ausgehenden Lichtemissionen sind mit de- nen einer üblichen Straßen- bzw.- Treppenhausbeleuchtung zu vergleichen. Eine Beein- trächtigung der Nachbarschaft ist durch die Abschirmwirkung der umgebenden Baukörper und den großen Abstand zu den Bestandsgebäuden unwahrscheinlich. Insgesamt sind die Anlagen so auszulegen, dass gemäß der Lichtimmissionsrichtlinie NRW sowohl hinsichtlich Blendung als auch hinsichtlich Raumaufhellung keine Störwirkungen in der Nachbarschaft zu erwarten sind. Im Rahmen der Genehmigungsplanung, bei Feststehen der Beleuchtungsan- lage, wird der entsprechende Nachweis dazu geführt. Um Beeinträchtigungen für die Nachbar*innen zu vermeiden, sind bei der Fortschreibung des Planungskonzeptes bereits einzelne Maßnahmen berücksichtigt worden. So ist das ur- sprünglich geplante Oberlicht in dem Dach des Veranstaltungsraums entfallen. Zudem finden Veranstaltungen im „Haus der Bildung“ ausschließlich im Tageszeitraum (bis maximal 22 Uhr) statt. Mit den getroffenen Maßnahmen bzw. den noch zu erbringenden Nachweisen können nega- tiven Auswirkungen auf die im Plangebiet und in der Umgebung lebenden und arbeitenden Menschen hinsichtlich Lichtimmissionen vermieden werden. Besonnung Um die Besonnung der Fassaden der geplanten Wohnungen sowie der benachbarten Ge- bäude zu untersuchen, wurde durch TOHR Bauphysik GmbH & Co. KG eine gutachterliche Stellungnahme erarbeitet. Untersucht wurde die Belichtungssituation gemäß DIN 5034 und DIN EN ISO 17037 am 21. März in der Bestandssituation, dem Planfall (städtebauliches Pla- nungskonzept) und zwei Planungsvarianten zur Untersuchung von Vermeidungs- und Ver- minderungsmaßnahmen. Für die Planungsvariante „Geschossentfall“ wurde die Zahl der - 50 - Vollgeschosse unter Beibehaltung der städtebaulichen Konfiguration um ein Geschoss redu- ziert, für die Planungsvariante „Blockrandbebauung“ ist der Baukörper 2 „Bildungseinrich- tung“ entfallen und Baukörper 1 „Wohnen / Gewerbe“ wurde entlang des Kartäuserwalls stra- ßenbegleitend bis zum Baukörper 3/4 „Wohnen / Verwaltung“ verlängert. Die Betrachtung der planbedingten Verschattungswirkungen erfolgte grundstücksbezogen und geschossweise für die einzelnen Baukörper. Die zum Plangebiet ausgerichteten Fassa- denbereiche wurden durch einen öffentlich bestellten Vermesser aufgenommen, sofern eine Zustimmung der Eigentümer*innen zur Einmessung vorlag. Zudem wurde für alle betroffenen Nachbargrundstücke eine Akteneinsicht beantragt und durchgeführt, aus der für einige Grundstücke die Genehmigungslage ermittelt werden konnte. Die Studie betrachtet jeweils ein bis zwei Fenster je Geschoss und unterstellt ein worst-case- Szenario. Dies bedeutet, dass im Rahmen der Bewertung angenommen wird, dass sich die betrachteten Nutzungseinheiten jeweils auf ein Geschoss beschränken (keine Maisonette- Einheiten) und die betroffenen Räume als schutzwürdige Aufenthaltsräume einer Wohnein- heit genutzt werden. Kindergarten Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Besonnungssituation der südorientier- ten Fassaden des Kindergartens am 21. März durch die Baumaßnahme nur geringfügig ver- ändert. Der Großteil der Außenspielfläche der Kita wird auch nach der Baumaßnahme zum Untersuchungstag mit 8 bis 12 Sonnenstunden besonnt. Lediglich im südlichen Grundstücks- bereich gibt es kleinere, nicht besonnte Bereiche. Pflegeheim Für das Pflegeheim reduziert sich am 21. März die Besonnungsdauer im Planfall über die Summe aller acht betrachteten Fenster um 8 Stunden und 9 Minuten. Für einige der Fenster war bereits im Bestandsfall das 4h-Kriterium nicht eingehalten. Alle Bewohner*innen haben die Möglichkeit, einen Aufenthaltsraum mit Südfassade im Erdgeschoss des Pflegeheims zu nutzen. Dieser weist wegen seiner Süd-Orientierung längere Besonnungszeiten auf, welche der DIN 5034 entsprechen. Kartäuserhof, Kartäuserwall, Kartäusergasse An den rückwärtigen Fassaden der Häuser am Kartäuserhof, Kartäuserwall und Kartäuser- gasse kommt es am 21. März durch das Vorhaben zu einer Verschlechterung der Beson- nungssituation über alle betrachteten Fenster und Fassadenbereiche gemittelt um 15 %. Im Planfall wird die Besonnungsdauer insgesamt, d.h. bei 72 betrachteten Fenstern, um 40 Stunden reduziert. Mit den Varianten Geschossentfall und Blockrandbebauung könnte dieser Wert potenziell auf 21 Stunden bzw. 25 Stunden reduziert werden. 28 Fenster weisen im Planfall weiterhin eine Besonnungsdauer von mehr als 4 Stunden auf. Bei 9 Fenstern beträgt die Besonnungszeit zwischen 3 und 4 Stunden und bei 11 Fenstern zwischen 1,5 und 3 Stunden. Bereits im Bestand weisen 16 Fenster eine Besonnungsdauer von weniger als 1,5 Stunden auf, deren Anzahl sich im Planfall um 8 Fenster auf insgesamt 24 erhöht. Mit den Varianten Geschossentfall und Blockrandbebauung könnte dieser Wert auf 4 bzw. 2 Fenster reduziert werden. Diese geringe Verbesserung der Besonnungszeiten an der Nachbarbebauung steht nicht im Verhältnis zu dem jeweiligen Verlust an Nutzfläche durch die Varianten, zumal die betrachteten Wohnungen in der Regel durchgesteckt sind und zusätzlich über straßenseitig besonnte Aufenthaltsräume verfügen. Das Vorhaben leistet überdies einen Beitrag zur Deckung des dringend benötigten Wohn- raums. Es befindet sich in einem innerstädtischen Bereich, der durch eine dichte Bebauung geprägt ist. Das städtebauliche Konzept ist Ergebnis einer Mehrfachbeauftragung. Es wurde dahingehend weiterentwickelt, dass die eingeschossigen Gebäudeteile nun mit einem Grenzabstand von 3 m zur Grenze geplant sind. Zudem wurde die Gesamtanlage um 1,35 m - 51 - nach Westen verschoben und so von der benachbarten Bebauung am Kartäuserhof, Kartäu- serwall und der Kartäusergasse abgerückt. Beide Maßnahmen führen zu einer Verbesserung der Besonnungssituation der östlich angrenzenden Nachbargrundstücke. Die geplanten Ge- bäudehöhen orientieren sich an den Höhen der östlichen und südlichen Umgebung und un- terschreiten diese teilweise. Das oberste Geschoss der mit Flachdächern ausgebildeten Ge- bäudeteile ist gegenüber der Außenkante eingerückt. Im Kartäuserwall wird die Traufhöhe des denkmalgeschützten Bestandes aufgegriffen und fortgeführt. Die im vorhabenbezogenen Bebauungsplan festgesetzte Verwendung heller Bodenbeläge und Gebäudefassaden mit ei- ner Albedo > 50 begünstigt die Reflexion des Sonnenlichts und soll den Verlust an direktem Sonneneintrag kompensieren. Die nach der Landesbauordnung (BauO NRW) erforderlichen Abstandsflächen werden ein- gehalten bzw. deutlich überschritten. Gemäß § 6 BauO NRW ist ein Abstand von 0,4 H ein- zuhalten. Die aufgehenden, mehrgeschossigen Baukörper zu den nördlichen und östlichen Grundstücksgrenzen weisen in weiten Teilen Abstandsflächen von 0,8 H auf. Die abstands- flächenrechtlichen Vorgaben des § 6 BauO NRW werden damit überschritten. Ein Anspruch auf unveränderte Beibehaltung der bestehenden baulichen Verhältnisse im Plangebiet besteht im Übrigen nicht. Das Gebot der Rücksichtnahme gewährleistet keine be- stimmte Dauer oder „Qualität“ der Besonnung und räumt keinen Anspruch auf die Beibehal- tung einer einmal gegebenen Besonnung eines Grundstücks ein. Zudem führt eine Unter- schreitung des geforderten Maßes an Tageslicht oder Besonnung nicht im Sinne eines abso- luten Maßstabs zu ungesunden Wohn- und Arbeitsverhältnissen. Die Veränderung bei der Tagesbelichtung der in der Nachbarschaft lebenden und arbeiten- den Menschen wird insgesamt als zumutbar eingestuft. Studierendenappartements auf dem Plangebiet Innerhalb des Plangebiets genügt die Besonnung einiger Aufenthaltsräume der geplanten Studierendenappartements im Bereich „Wohnen / Verwaltung“ nicht den Anforderungen der DIN 5034. Als Kompensationsmaßnahme wird ein Gemeinschaftsraum im 3. OG vorgese- hen, der zusätzlich über Oberlichter belichtet wird, welcher die Anforderungen der DIN 5034 erfüllt. Die Lage der Oberlichter ist im Vorhaben- und Der Einhaltung der Anforderungen der DIN 5034 ist im nachgelagerten Baugenehmigungsverfahren sicherzustellen. Erschließungs- plan exemplarisch dargestellt. Geruchsimmission Die erforderlichen technischen Anlagen werden gemäß den gesetzlichen Vorschriften im weiteren Verfahren geplant und im Rahmen des Bauantrags über ein Lüftungsgesuch bean- tragt. Auf der Ebene der Bauleitplanung besteht kein weitergehendes Prüferfordernis. 7.6 Kulturgüter und sonstige Sachgüter (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB) Baudenkmäler Nach Abriss der eingeschossigen, nicht denkmalgeschützten Gebäudeteile an der östlichen Grundstücksgrenze wurde ein Teilbereich der ehemaligen Umfassungsmauer des Klosterbe- zirkes freigestellt, der Bestandteil der Denkmaleintragung Kartäusergasse 9 ist. In einem Teilbereich der Mauer ist ein circa 60 m langes und circa 3 m hohes Mischmauer- werk mit umfangreicher auf das Mittelalter zurückgehender Bausubstanz (Basalt, Tuff) erhal- ten. Dieser Mauerteil ist im Mercatorplan dargestellt und besitzt eine hohe Wertigkeit. Winke- lig angesetzt (im süd-östlichen Grundstücksbereich) ist eine aus Backstein bestehende Mauer, die laut Kartierung und Befunderhebung der Bodendenkmalpflege in das 18. Jahr- hundert zu datieren ist. Laut Kartierung ist die Parzellierung an der Stelle der heutigen Mauer - 52 - zwischen 1752 und 1810 entstanden. Rückseitig wurde an die Mauer gründerzeitlich unmit- telbar angebaut. Die Mauer ist durchgängig grenzständig und befindet sich anteilig im Eigen- tum des Evangelischen Kirchenverbandes sowie der unterschiedlichen Angrenzer*innen. Entsprechend der Erkundungsmaßnahmen des Büros TerraSystem GmbH besteht die histo- rische, mittelalterliche Klostermauer aus Ziegelmauerwerk in Kombination mit Tuffsteinlagen und im Fundamentbereich aus vermörtelten, gerundeten Basaltblöcken. Ansonsten ist die Mauer ein Ziegelbauwerk mit vermörtelten Bruchsteinfundamenten. Die historische, mittelal- terliche Mauer besitzt – bereits über der Geländeoberkante ansetzend – eine Fußbereichs- verbreiterung um circa 20 cm. Das unterirdisch ansetzende Bruchsteinfundament kragt noch- mals um circa 10 cm aus. Die Mauer besitzt eine hohe Aussagekraft für die Geschichte des Kartäuserklosters und die bauliche Entwicklung des Severinsviertels. Sie wird nachrichtlich in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan übernommen. Der Verlauf der Mauer ist aufgrund der unterschiedlichen Breiten symbolisch dargestellt. Eine denkmalgerechte Restaurierung der dem Baugrundstück zugewandten, steinsichtigen Maueroberfläche und Krone ist erforderlich, um die Standsicherheit und den Erhalt sicherzu- stellen. Hierzu wird nach der Erstellung einer detaillierten Bestandsaufnahme ein Restaurie- rungskonzept für die Gesamtmauer erstellt, das im Rahmen der Baumaßnahme umgesetzt wird. Die Sanierung sichert einen langfristigen Erhalt der Mauer. Mit der Freistellung der Mauer wird deren Wahrnehmbarkeit, insbesondere in dem denkmal- pflegerisch hochwertigen nördlichen Bereich verbessert. Im Bereich der Tiefgaragenzufahrt, in dem nah an die Mauer gebaut wird, wird die bausubstanzielle Erhaltung der preußischen Mauer sichergestellt. Die neuen Gebäudeteile werden mit einem Abstand zur Mauer errich- tet. Der vor die Mauer gestellte Gebäudeteil unterschreitet die Oberkante der Bestands- mauer, so dass immer ein Teilabschnitt sichtbar bleibt. Ein direkter Anbau an die Mauer ist aufgrund der auskragenden Fundamente nicht möglich. Um einen Zugang zum Grundstück von der Kartäusergasse aus zu ermöglichen, soll eine Öffnung in die bestehende Mauer angelegt werden. Aus Verkehrssicherungsgründen ist diese Öffnung in einer Mindestbreite von 2,0 m herzustellen. In der Mauer existiert eine his- torische Öffnung, die derzeit zugemauert ist. Diese befindet sich auf dem benachbarten Kin- dergartengrundstück. Ein zwischenzeitlich angedachter Grundstückstausch mit dem Kinder- garten wurde nicht weiterverfolgt, da sich im Bereich der historischen Öffnung zwei Be- standsbäume befinden, die erhalten bleiben sollen. Eine neue Öffnung wird daher im Bereich des Plangebietes mit einer Breite von 2,0 m angelegt werden. Die Durchgangshöhe wird auf das notwendige Mindestmaß von 2,2 m beschränkt. Ein durchlaufender Sturz bleibt erhalten. Die Lage der Öffnung ist so gewählt, dass auf der einen Seite ein möglichst weiter Abstand zur denkmalgeschützten Bildnische (Kartäusergasse 5) eingehalten wird und andererseits die Bestandsbäume auf dem Kindergartengrundstück erhalten bleiben können. Die Nische und Heiligenfigur stammen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts und gehören zu den weni- gen bedeutenden Sakralplastiken Kölns, die sich im Straßenraum erhalten haben. Auf dem Nachbargrundstück Kartäusergasse 7 befinden sich Teile des ehemaligen Kartäu- serklosters. Die unter verschiedensten Gesichtspunkten für Köln bedeutende Anlage doku- mentiert gleichermaßen das ursprüngliche mittelalterliche Erscheinungsbild wie die histori- sche Entwicklung des Kartäuserklosters und ist in allen Teilen als Baudenkmal unter Schutz gestellt. Hierzu gehören folgende Elemente: Kartäuserkirche, 2. Hälfte 14. Jahrhundert erbaut (Nachkriegswiederaufbau 1949 – 53) Engel- und Marienkapelle, 1425 und 1426/27 erbaut (Wiederaufbau 1946/47) Trau- und Taufkapelle (neue Sakristei), 1510/11 erbaut (Wiederaufbau 1946/47) - 53 - Ehemaliges Kapitelhaus, 1453 – 55 erbaut (Wiederaufbau 1982 – 84) Ehemaliger östlicher Kreuzgangflügel des sog. Kleinen Galiläa, 2. Hälfte 15. Jahrhun- dert erbaut (Wiederaufbau 1955) Ehemaliger südlicher Kreuzgangflügel des sog. Kleinen Galiläa und westlicher Teil des ehemaligen nördlichen Kreuzgangflügels des sog. Großen Galiläa, Ende 15. Jahrhundert erbaut (Wiederaufbau als Gemeindesaal 1954/55) Backsteinmauer mit spitzbogiger mittlerer Toröffnung als Verbindung zwischen Kirche und südlichem Kreuzgangflügel Ehemaliges Priorat, 15. Jahrhundert erbaut, im 17. Jahrhundert umgebaut (Wieder- aufbau als Pfarrhaus 1949/50) Backsteinmauer mit rundbogiger Toröffnung (Rest einer im 19. Jahrhundert nach- weisbaren Einfriedung) Küsterhaus, 1950/51 erbaut Ursprüngliche Umfassungsmauern des ehemaligen Klosters entlang der Kartäuser- gasse im Anschluss an Haus Nr. 5 (teilweise Wiederaufbau 1948). Weitere Teile des ehemaligen Kartäuserklosters befinden sich auf dem Grundstück Kartäu- sergasse 9 und sind ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt. Die Dreiflügelanlage um einen Hof wurde um 1730 – 41 erbaut (Nachkriegswiederaufbau 1958 – 60). Außerdem gehören ein ehemaliger Küchenbau, 1480/81 erbaut (Wiederaufbau 1960 – 62) sowie die Einfrie- dungsmauern des ehemaligen Klosters aus Backstein inklusive Andachtsnische an der Ecke Ulrichgasse/Kartäusergasse zu dem Baudenkmal. Der gesamte Klosterbereich der Kartause umfasste zum Zeitpunkt seiner größten historischen Ausdehnung die gesamte Fläche, die von den Straßen Kartäusergasse, Brunostraße, Kartäuserwall und Ulrichgasse begrenzt wurde. Die aufgeführten Baudenkmäler der Grundstücke Kartäusergasse 7 und 9 werden durch das Vorhaben nicht beeinträchtigt. Der zugrundeliegende städtebauliche Entwurf sorgt insofern für eine sensible Einfügung in die Umgebung, als dass die baulichen Volumina einen großen Abstand zu den Baudenkmälern einhalten. Eine Beeinträchtigung durch den Anbau der TG- Rampe im Bereich der denkmalgeschützten Mauer ist nicht erkennbar. Zudem führt der Ent- wurf analog der vorhandenen orthogonalen Grundstruktur des Kartäuser-Geländes die offe- nen U-förmigen Hofstrukturen der Bestandsbebauung fort und übernimmt die Grundidee des Kreuzganges. Um den quadratischen Innenhof gruppieren sich die verschiedenen Gebäude, die durch einen umlaufenden Arkadengang miteinander verbunden sind. Der geplante „Cam- panile“ (Treppenturm) bildet eine weitere Referenz zur klösterlichen Historie des Plangrund- stücks. Des Weiteren grenzen im Süden und Osten einige denkmalgeschützte Wohn- und Ge- schäftshäuser des Kartäuserhofs und Kartäuserwalls an das Plangrundstück. Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus Kartäuserhof 1a – 1b errichtet um 1880 bis 1890, bildet mit den Gebäuden Kartäuserwall 29, 31, 33, 35, 24, 24a und Kartäuserhof 2, 4, 6 und 10 ein städtebauliches Ensemble von Gründerzeithäusern. Das dreigeschossige Wohnhaus Kartäuserhof 7 mit Stuckfassade, errichtet von 1910 bis 1914, bildet mit den Bauten Kartäuserhof 9, 4 und 10 ein städtebauliches Ensem- ble von Drei-Fenster-Häusern. Das Wohnhaus Kartäuserhof 9 ist ein für Köln charakteristisches Dreifensterhaus mit einer – um 1900 in der Jugendstil-Art – veränderten Fassade. Im Hof befindet sich ein selbständiges, giebelständiges Haus in Backstein-Ausführung. Das zweigeschossige Wohnhaus Kartäuserwall 22 mit Mansarddach, errichtet um 1860, ist eines der ältesten Dokumente der gründerzeitlichen Bebauung der südli- chen Altstadt. Die vierachsigen Wohnhäuser Kartäuserwall 24 und 24a mit einem Hofanbau, errich- tet 1905, korrespondieren mit den Bauten Kartäuserwall 29 bis 35 bzw. Kartäuserhof 1a, 1b, 2, 4, 6 und 10. - 54 - Das Vorhaben reagiert sensibel auf die teilweise denkmalgeschützte städtebauliche Umge- bung entlang des Kartäuserhofs und Kartäuserwalls. Die Gebäudehöhen der umliegenden Bestandsgebäude im Osten und Süden werden aufgegriffen und in Teilen sogar unterschrit- ten. Zu den Gebäuden im Osten am Kartäuserhof, Norden und Westen ist das letzte Ge- schoss des aufgehenden Gebäudes zurückversetzt geplant und treppt den Baukörper auf drei Geschosse ab. Alle mehrgeschossigen Gebäudeteile in Richtung östlicher Grundstücks- grenze halten einen Abstand zur Grundstücksgrenze ein. Dies wird planungsrechtlich über die Festsetzung von Baugrenzen, Baulinien, Anzahl an Vollgeschossen und Gebäudehöhen gesichert. Das Eckgebäude am Kartäuserwall „Wohnen / Gewerbe“ nimmt Höhe und Dachform des be- nachbarten, denkmalgeschützten Bestandsgebäudes Kartäuserwall 24a auf und sorgt für eine gute Einfügung. Im vorhabenbezogenen Bebauungsplan werden eine zwingende Trauf- und eine maximale Firsthöhe sowie ein geneigtes Dach festgesetzt. Insgesamt ist durch das Vorhaben keine Beeinträchtigung des Erscheinungsbilds der umlie- genden Baudenkmäler und des städtebaulichen Ensembles zu erwarten. Bodendenkmäler Archäologisches Fundgebiet „mittelalterliches Kartäuserkloster“ Im Sommer 2019 wurde eine archäologische Sachverhaltsermittlung durch das Römisch- Germanische Museum (RGM) durchgeführt, bei denen preußische und mittelalterliche Be- funde in zwei Bodenschnitten im nördlichen Teilbereich des Plangebiets nachgewiesen wur- den. Von besonderem Interesse sind Teile der mittelalterlichen Klosteranlage mit Kreuzgang und den daran anschließenden Kammern der Mönche, denen ein hoher Wert beigemessen wird. Falls im Bereich der geplanten Bebauung und Unterbauung archäologische Funde aus der klosterzeitlichen und preußischen Nutzungsphase auftreten, kann die Realisierung der Pla- nung zu einer Zerstörung dieser Funde führen. Die im Rahmen des Vorhabens vorgesehe- nen Bodeneingriffe erfordern daher bauvorgreifende archäologische Ausgrabungen, deren Umfang sich nach der Kubatur des Aushubs archäologisch relevanter Bodenschichten und der Art der Komplexität des zu erwartenden archäologischen Befundes richten wird. Gegebe- nenfalls auftretende Befunde sollen für die Zukunft dokumentiert werden. Eine Verkleinerung des Bauvorhabens und der Verzicht auf die Baukörper 3 und 4 würden zu einem Verlust an dringend benötigter Wohnfläche führen. Zudem findet der Eingriff in Tei- len auf bereits heute bebauten und unterbauten Flächen statt. Eine Verkleinerung der unter- bauten Fläche ist aufgrund der erforderlichen Flächen für Pkw-Stellplätze, Fahrradstellplätze etc. nicht umsetzbar. Der Grundstücksbereich außerhalb der über- und unterbauten Flächen im Nordwesten des Grundstücks, wo der große Kreuzgang des Kartäuserklosters vermutet wird, bleibt unange- tastet und frei von baulichen Eingriffen. Auch die Freianlagenplanung reagiert mit der Pla- nung von Hochbeeten / Pflanzkübeln auf die zum Teil bereits 30 cm unterhalb der Gelände- oberkante anstehenden archäologischen Funde. Die Baugrube wird anstatt mit einer Bö- schung über einen Verbau realisiert. Damit ist sichergestellt, dass ein Großteil der Befunde erhalten bleiben kann, ohne diese freizulegen. Im Zuge der Umsetzung des Vorhabens wird die überplante Fläche des Grundstücks vor Aushub der Baugrube durch eine Ausgrabung archäologisch untersucht werden. Die Ausgra- bungen werden zwischen dem Vorhabenträger und dem Römisch-Germanischen Museum / Archäologische Bodendenkmalpflege der Stadt Köln vertraglich geregelt. Entsprechend wurde unter Punkt D der textlichen Festsetzungen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans folgender Hinweis aufgenommen. - 55 - Das Plangebiet befindet sich im archäologischen Fundgebiet „mittelalterliches Kartäuserklos- ter“. Über den Bestand hinausgehende Bodeneingriffe beispielsweise für Keller, Tiefgaragen oder Ver- und Entsorgungsleitungen erfordern archäologische Bodenuntersuchungen, die vor der Aufnahme entsprechender Baumaßnahmen mit dem Römisch-Germanischen Mu- seum / Archäologische Bodendenkmalpflege der Stadt Köln, abzustimmen sind. Werden in- folge von archäologischen Bodenuntersuchungen Abweichungen in der Planung erforderlich, soll die Möglichkeit der Erteilung von Befreiungen gem. § 31 Abs. 2 BauGB geprüft werden. Mit den getroffenen Maßnahmen können die negativen Auswirkungen auf die Bodendenkmä- ler begrenzt werden. 7.7 Nutzung von erneuerbaren Energien, sparsame und effiziente Nut- zung von Energie (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 f BauGB) Entsprechend §1 Absatz 5 BauGB sollen Bauleitpläne dazu beitragen, die natürlichen Le- bensgrundlagen zu schützen und den Klimaschutz zu fördern. Bereits im Jahr 2019 hat der Rat der Stadt Köln den Klimanotstand ausgerufen – und am 24.06.2021 beschlossen, dass die Stadt Köln bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden soll. Am 17.03.2022 hat der Rat der Stadt Köln Leitlinien zum Klimaschutz bei der Umsetzung nicht-städtischer Neubauvorhaben beschlossen, die nach deren Bekanntmachung in allen Verfahren anzuwenden sind, für die noch keine förmliche Beteiligung nach § 4 Absatz 2 BauGB eingeleitet wurde. Da für dieses Vorhaben die förmliche Beteiligung nach § 4 Absatz 2 BauGB vor Inkrafttreten der Leitlinien durchgeführt wurde, sind sie für dieses Vorhaben nicht verbindlich anzuwenden. Sie werden nur orientierend für die Abwägung herangezogen. Die Klimaleitlinien stellen im Wesentlichen die Vorgabe, die Anforderung des KfW-Effizienz- haus- oder -Gebäudestandards 40 EE oder besser einzuhalten. Sofern dies im Einzelfall nicht möglich sein sollte, können Ersatzmaßnahmen greifen: Priorität 1: KfW-Effizienzhaus oder -gebäude 40 oder besser in Verbindung mit einem Fernwärmeanschluss; Priorität 2: KfW-Effizienzhaus oder -gebäude 40 oder besser in Verbindung mit der Einhaltung bestimmter U-Werte inkl. der Erstellung eines Energiekonzeptes. Die zweite wesentliche Forderung ist der Einsatz von Photovoltaikanlagen. Für das Vorhaben wurde durch das Energiebüro vom Stein GmbH ein Energiekonzept er- stellt, das die Parameter der Gebäudehülle, der Gebäudetechnik und der Energieversorgung gesamtheitlich mit dem Ziel der Energieeinsparung betrachtet. Gebäudeweise wurden die Transmissionswärmeverluste der Gebäudehülle und der maxi- male Primärenergiebedarf gemäß der Anforderungswerte der Energieeinsparverordnung (EnEV) untersucht. Die unterschiedlichen Szenarien (EnEV-Mindeststandard, KfW 55, KfW 40, KfW 40 plus und Passivhaus für Wohnen sowie EnEV-Mindeststandard und KfW 55 für Nichtwohnbereiche) wurden hinsichtlich der Bedarfe und der Emissionen Kohlenstoffdioxid (CO2) gegenübergestellt und bewertet. Die Wärmeversorgung der Neubauten (Heizwärme und Warmwasser) soll über die beste- hende Fernwärmeleitung der Rheinenergie erfolgen, die primärenergetisch als sehr günstig bewertet wird, so dass Alternativen wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen lediglich ange- dacht und erläutert wurden. Die Nutzung von Geothermie wird auf dem relativ engen Grund- stück als technisch aufwändig eingeschätzt. Im nächsten Schritt wurde der prognostizierte CO2-Ausstoß berechnet, der sich aus den er- rechneten Verbräuchen und aus der Art der Wärmeerzeugung zusammensetzt. Für eine - 56 - überschlägige Bewertung wurden auf Grundlage der Entwurfsplanung die baurechtlich erfor- derlichen Nachweise zum Wärmeschutz nach DIN 4108-6/DIN 4701-10 für Wohnbereiche und nach DIN 18599 für Nichtwohnbereiche erstellt und auf die jeweiligen Anforderungs- werte der Energieeinsparverordnung (EnEV) und der möglichen Förderstandards bezogen. Der Vorhabenträger hat die Energielevels KfW 55 bis Passivhaus unter anderem hinsichtlich der energetischen Vorteile, der Investitionen und Abschreibungen, der Fördermöglichkeiten, der Betriebskosten, der Handhabbarkeit im Betrieb, der Flexibilität für die Zukunft sowie der Eignung für Wohnen, betreutes Wohnen, Büro-, Bildungs- sowie Gastronomie-Nutzung un- tersuchen lassen. Unter Berücksichtigung aller Kriterien wurde einheitlich der KfW-Standard Effizienzhaus / Effizienzgebäude 40 für Wohnen und für Gewerbe, also für das komplette Bauvorhaben ausgewählt. Die Umsetzung des im Gutachten untersuchten KfW-40-Stan- dards wird in den Durchführungsvertrag aufgenommen. Da auf den Dächern der Gebäude 3 und 4 zusätzlich eine PV-Anlage (57 kW) geplant ist, hält der Vorhabenträger somit freiwillig die Forderungen der Leitlinien durch den geplanten Standard der Effizienzhäuser 40 (Wohnen) bzw. Effizienzgebäude 40 (Nichtwohnen) in Verbindung mit einer Nutzung der Fernwärme der Stadt Köln (Bereich Innenstadt) als Alternative zu 40 EE ein. Die Umsetzung des Vorhabens hat zunächst negative Auswirkungen auf den Klimaschutz durch die Emission des Klimaschadgases Kohlenstoffdioxid (CO2), auch wenn vor Ort durch die Versorgung mit Fernwärme keine Emissionen entstehen. Um die Auswirkungen zu min- dern, wird zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage als Maßnahme auf den Dächern der Baukör- per 3 und 4 „Wohnen und Verwaltung“ installiert. Der vor Ort erzeugte Strom soll größtenteils im eigenen Gebäude verbraucht werden und führt im Vergleich zur Energieversorgung mit Fernwärme zu einem verminderten CO2-Ausstoß. Im Rahmen der weiteren Gebäudeplanung werden zudem Maßnahmen ergriffen, um die Energieverbräuche möglichst gering zu halten. So basiert das Grundkonzept für die techni- sche Gebäudeausstattung auf dem Prinzip, dass nur das für die jeweilige Nutzung Notwen- dige in die Planung einfließt. Notwendige Bereiche sind solche, in denen beispielsweise eine Kühlung aus technischen Gründen (z. B. Wärmeentwicklung Server im EDV-Raum) oder nut- zungsspezifischen Gründen (z. B. Wärmeentwicklung / Luftaustausch im Veranstaltungs- raum) gebraucht wird. Im Vergleich zum Bestandsgebäude wird der Energieverbrauch im Neubau der Bildungseinrichtung reduziert. Im größeren räumlichen Kontext betrachtet leistet das Vorhaben insofern einen nachhaltigen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz, indem es sich um ein Vorhaben der Nachverdichtung in zentraler Lage auf teilweise bereits versiegelten Flächen handelt. Es entspricht damit dem Ziel der Innenentwicklung. Durch die Schaffung von Bildungsangeboten, Wohnraum und Ar- beitsplätzen in innerstädtischer Lage können Freiflächen am Stadtrand erhalten bleiben und Pendlerverkehre - auch durch Bündelung der Einrichtungen des Vorhabenträgers auf dem Grundstück - vermieden werden. Dicht bebaute Städte mit kurzen Wegen haben deutlich ge- ringere CO2-Emissionen als Städte, die stark ins Umland wachsen. 7.8 Referenzliste der gutachterlichen Einschätzungen 1. Gutachterliche Einschätzung zur Betroffenheit der Belange des Artenschutzes gemäß § 44 BNatSchG - Artenschutzprüfung Stufe 1 – Vorprüfung, Umweltbüro Essen, Stand 09.12.2020 mit Nachtrag von April 2022 2. Baumkontrolle, Grube und Räther, Stand Dezember 2018 3. Biotoptypenkartierung, Umweltbüro Essen, Stand 07.03.2022 4. Baugrunduntersuchung, Terrasystem GmbH, Stand 20.04.2020 5. Laboranalysen, Terrasystem GmbH, Stand 09.04.2020 6. Gutachten zur Versickerung von Niederschlagswasser im Grünflächenbereich, Terrasystem GmbH, Stand 04.06.2020 - 57 - 7. Gutachten zur Erkundung des Bestandsflachbaus, Terrasystem GmbH, Stand 18.08.2020 8. Überflutungsnachweis, Ingenieurbüro für Bauwesen, Dipl.-Ing. Udo Jörißen, Es- sen, Stand 27.01.2020 9. Klimagutachten, Peutz Consult GmbH, Stand 22.02.2022 10. Energiekonzept Entwurfsplanung, Energiebüro vom Stein, Stand 07.03.2022 11. Verkehrsgutachten und Mobilitätskonzept, PTV Transport Consult GmbH, Stand 24.03.2022 12. Schallimmissionsprognose, Tohr Bauphysik GmbH & Co. KG, Stand 08.03.2022 13. Besonnungsstudie, Tohr Bauphysik GmbH & Co. KG, Stand 06.04.2021 inkl. er- gänzender Stellungnahme vom 10.03.2022 14. Gutachten zu möglichen Störeinwirkungen durch Kfz-Scheinwerfer im Bereich der TG-Ausfahrt, Peutz Consult GmbH, Stand 27.01.2021 / Druckdatum 22.03.2022 15. Abstandsflächenprüfung, SEAD, öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, Stand 24.03.2022 16. Archäologische Sachverhaltsermittlung / Fundbericht, Römisch Germanisches Museum, Stand 2019 17. Freianlagenplan, Schröder Landschaftsarchitekten & Ingenieure, Stand 11.04.2022 inkl. Rodungsplan, Stand 06.07.2021 18. Stellungnahme zur möglichen Grundwasserbeeinflussung, Terrasystem GmbH, Stand 22.10.2021 8 Nachrichtliche Übernahme Gemäß § 9 Absatz 6 BauGB wird die denkmalgeschützte Mauer entlang der nördlichen und östlichen Grundstücksgrenze nachrichtlich in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan über- nommen. Die Kennzeichnung stellt den Verlauf der Mauer symbolisch dar. 9 Hinweise Es sind Hinweise zu Rechtsfolgen, Rechtsgrundlagen, DIN-Vorschriften und sonstigen Re- gelwerken, Lärm- und Luftschadstoffimmissionen, Denkmalschutz, Bodendenkmalpflege, Niederschlagswasser, Kampfmittel, Artenschutz, Bodenschutz, Baumschutzsatzung, Sat- zung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen, Starkregenereignis und zum öffentlich geförderten Wohnungsbau, Wasserschutzgebiet und Anlagenschutzbereich im Bebauungs- plan aufgenommen. Die detaillierten Hinweise sind dem Bebauungsplan Blatt 2 zu entneh- men. 10 Planverwirklichung 10.1 Umlegung Der gesamte Geltungsbereich des Vorhaben- und Erschließungsplans befindet sich im Ei- gentum des Vorhabenträgers. Eine förmliche Umlegung nach § 45 ff BauGB ist nicht erfor- derlich. 10.2 Durchführungsvertrag Im Plangebiet sind gemäß § 12 Absatz 3a BauGB in Verbindung mit § 9 Absatz 2 BauGB nur solche Vorhaben zulässig, zu deren Durchführung sich der Vorhabenträger im Durchfüh- rungsvertrag verpflichtet. Änderungen des Vertrages oder der Abschluss eines neuen Durch- führungsvertrages sind zulässig. Der Vorhabenträger verpflichtet sich darin zur Umsetzung - 58 - des Vorhabens, wie es im Vorhaben- und Erschließungsplan definiert ist. Der Geltungsbe- reich des Vorhaben- und Erschließungsplanes sowie des vorhabenbezogenen Bebauungs- planes sind deckungsgleich. Der Durchführungsvertrag wird vor Satzungsbeschluss ge- schlossen. 10.3 Kosten Die anfallenden Planungs- und Erschließungskosten gehen zulasten des Vorhabenträgers. Die Kostenübernahme wird im Durchführungsvertrag vor Satzungsbeschluss geregelt. Der Stadt Köln entstehen durch die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Num- mer 67435/06 keine zusätzlichen Kosten. 11 Kennzahlenübersicht Größe des Plangebiets 6.017 m² BGF R oberirdisch gesamt 9.515 m² Geschossfläche (nur Vollgeschosse) gesamt 9.152 m² − davon Wohnen 4.233 m² 46 % - davon Geschosswohnungen 1.095 m² - davon Studierendenappartements 1.787 m² - davon Betreute Wohngruppe 491 m² - davon Evangelische Kommunität 860 m² − davon Bildungseinrichtung (Haus der Bildung) 3.579 m² 39% − davon Büro (Verwaltungsverband Köln-Nord) 967 m² 11% − davon Gastronomie 373 m² 4 % Geschossfläche (nur Vollgeschosse) Wohnen 4.233 m² − davon freifinanziert 2.083 m² 49 % − davon gefördert* 2.150 m² 51 % Geschossfläche (Nicht Vollgeschosse) gesamt 262 m² − Geschosswohnungen 262 m² Grundfläche - − Grundfläche I für GRZ I 3.027 m² − Grundfläche II für GRZ II 4.769 m² Anzahl der geplanten WE gesamt 42 WE − Geschosswohnungen 11 WE − Studierendenappartements (41 Personen) 29 WE − Betreute Wohngruppe (6 Plätze) 1 WE − Evangelische Kommunität (7 Plätze) 1 WE Frei- und Grünfläche 1.555 m² − davon Kinderspielplatz (mit Bodenanschluss) 256 m² − davon private Grünflächen (mit Bodenanschluss) 922 m² − davon private Grünfläche (ohne Bodenanschluss) 377 m² Verkehrsfläche 1.245 m² − davon öffentlich < 1 m² − davon privat (Wege, Plätze, Abstellanlagen) 1.245 m² Kennzahlen - − GRZ I 0,50 - 59 - − GRZ II 0,79 − GFZ 1,52 Anmerkungen: *: Geschosswohnungen EG und 1. OG und alle Studierendenappartements Die Geschosse EG bis 3.OG des „Campaniles“ sind in die Berechnung der BGF R oberirdisch und der Geschossfläche einge- flossen, da diese Bereiche der Erschließung des Studierendenw ohnens in Bauteil 4 dienen. Das 4.OG des „Campaniles“ ist nicht in die Berechnung der BGF R oberirdisch und der Geschossfläche eingeflossen ist, da es sich um einen offenen Außenbe- reich handelt. Die TG-Ein- und Ausfahrt unter dem aufgehenden Gebäude ist in die BGF R oberirdisch eingeflossen, nicht jedoch in die Ge- schossfläche, da es sich nicht um einen Aufenthaltsraum handelt. -
Anlage 4 BP Entwurf Blatt 2
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4 Geländehöhen (§ 9 Abs. 3 BauGB) Gemäß § 9 Abs. 3 BauGB wird die Höhe der Geländeoberfläche mit 50,0 m ü NHN festgesetzt. Geringfügige Abweichungen sind zur Neigung des Geländes für die Oberflächenentwässerung und zur Geländeanpassung an Grundstücksgrenzen zulässig. Unterschreitungen der festgesetzten Höhe der Geländeoberfläche zur Ausbildung des Fußweges zur Kartäusergasse (bestehende Geländehöhe 49,0 m ü NHN) sowie der angrenzenden Fläche für Gemeinschafts-Fahrradabstellplätze und Trafo sind zulässig. Für den im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Meditationshof / Tiefhof wird eine Geländehöhe von 46,4 m ü NHN festgesetzt. 5 Stellplätze und Nebenanlagen (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB) Gemäß § 12 Abs. 6 BauNVO sind Pkw-Stellplätze nur unterirdisch innerhalb der festgesetzten Fläche für Tiefgaragen (TGa) zulässig. Fahrradabstellstellplätze sind in der Tiefgarage und auf den als Gemeinschafts-Fahrradabstellplätze (GF) festgesetzten Flächen zulässig. Innerhalb der Fläche für Tiefgaragen (TGa) sind unterirdische Aufenthaltsräume, Lagerflächen, Abstell-, Technik-, und Nebenräume sowie Fahrradabstellplätze gemäß § 48 BauO NRW auch außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche zulässig. Gemäß § 14 Abs. 1 Satz 3 BauNVO sind Nebenanlagen mit Ausnahme von Nebenanlagen im Sinne des § 14 Abs. 2 BauNVO nur auf den hierfür festgesetzten Flächen, den im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Flächen sowie innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen zulässig. Nebenanlagen im Sinne des § 14 Abs. 2 BauNVO sind abweichend hiervon sowohl innerhalb als auch außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen zulässig. 6 Geh-, Fahr- und Leitungsrechte (§ 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB) Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB sind die in der Planzeichnung mit einem Geh-, Fahr- und Leitungsrecht bezeichneten Flächen mit einem Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit zu belasten. 7 Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen (§ 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB) 7.1 Schallschutzmaßnahmen an Außenbauteilen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB sind passive Schallschutzmaßnahmen entsprechend den in der Planzeichnung festgesetzten Lärmpegelbereichen (LPB) an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nach Maßgabe von Kapitel 7 der DIN 4109-1 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin) zu treffen. Grundlage hierfür sind die maßgeblichen Außenlärmpegel nach DIN 4109-1 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin). Die Zuordnung zwischen den festgesetzten Lärmpegelbereichen und den maßgeblichen Außenlärmpegeln ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle. Ergänzung: Es handelt sich um dB(A)-Werte Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bauordnungsrechtlichen Verfahren anhand einer schalltechnischen Untersuchung ein niedrigerer maßgeblicher Außenlärmpegel an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nachgewiesen wird. Hinweis: Die in der Planzeichnung festgesetzten Lärmpegelbereiche beruhen auf der freien Schallausbreitung. 7.2 Fensterunabhängige Belüftung Bei Schlaf- und Kinderzimmern ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallgedämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen sicherzustellen. 7.3 Betriebszeiten Die Außengastronomie, der Veranstaltungsraum sowie der Meditationshof / Tiefhof dürfen ausschließlich im Tagzeitraum zwischen 6:00 und 22:00 Uhr betrieben werden. 7.4 TG-Rampe Die Tiefgaragenrampe ist an Wänden und Decke schallabsorbierend mit einem bewerteten Schallabsorptionsgrad von αW ≥ 0,8 auszuführen. 7.5 Immissionsrichtwerte Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne von § 3 Abs. 1 BImSchG ist sicherzustellen, dass an maßgeblichen Immissionsorten im Sinne von Nr. 2.3 der TA Lärm innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans die für Mischgebiete geltende Immissionsrichtwerte nach Nr. 6.1 der TA Lärm von 60 dB(A) im Tagzeitraum bzw. 45 dB(A) im Nachtzeitraum sowie auf den nachfolgend genannten Grundstücken westlich der Straße Kartäuserhof die für allgemeine Wohngebiete geltende Immissionsrichtwerte von 55 dB(A) im Tagzeitraum bzw. 40 dB(A) im Nachtzeitraum nicht überschritten werden. Neben den innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans gelegenen Grundstücken bezieht sich Satz 1 auf die nachfolgend genannten Flurstücke in der Flur 13 der Gemarkung Köln: 280/27, 279/27, 26, 105/28, 126/28, 127/29, 95/29, 141/29, 97/30, 98/30, 31, 32, 33, 34, 217/35, 135/36, 37, 38, 277/91, 210/92 sowie 128/93. Die Einhaltung der Festsetzung ist im Baugenehmigungsverfahren durch einen anerkannten Sachverständigen bzw. eine anerkannte Sachverständige nachzuweisen. 8 Bepflanzung und Begrünung (§ 9 Abs. 1 Nr. 25a und b BauGB) Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 a BauGB sind im Bebauungsplangebiet folgende Begrünungsmaßnahmen durchzuführen und dauerhaft zu erhalten: 8.1 Begrünung der Freianlagen und der Tiefgarage Die in der Planzeichnung festgesetzten Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans dauerhaft mit Rasen, Gräsern HH 7 (BR 132), Stauden und / oder Sträuchern BB 1 (GH 51) und Hecken BD 3 (GH 412) zu bepflanzen. Innerhalb der Flächen, die in der Planzeichnung als Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen festgesetzt sind, ist das Anlegen von Spritzschutzstreifen in einer Tiefe von bis zu 30 cm sowie die Anordnung von Belüftungs- und Entrauchungsschächten in einer Tiefe von bis zu 1,0 m zulässig. Entlang der denkmalgeschützten Mauer ist die Ausbildung einer Schotterrasenfläche in einer Tiefe von bis zu 50 cm gemessen von der äußeren Begrenzung der Mauer auf Höhe der Geländeoberfläche zulässig. Mustersammlung Textliche Festsetzungen Seite 13 b) Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 23 c) BauGB sind im Teilbereich mit der Bezeichnung x keine Gebäude zulässig, die dem dauerhaften Aufenthalt von Menschen dienen. 24. § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB: Festsetzungen über die von der Bebauung freizuhaltenden Schutzflächen und ihre Nutzung, die Flächen für besondere Anlagen und Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen und sonstigen Gefahren im Sinne des Bundes-Im- missionsschutzgesetzes sowie die zum Schutz vor solchen Einwirkungen oder zur Vermeidung oder Minderung solcher Einwirkungen zu tr effenden baulichen oder sonstigen technischen Vorkehrungen , einschließlich von Maßnahmen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräusche, wobei die Vorgaben des Im- missionsschutzrechtes unberührt bleiben a) Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB sind passive Schallschutzmaßnahmen entsprechend den in der Planzeichnung dargestellten Lärmpegelbereichen (LPB) an den Außenbau- teilen von schutzbedürftigen Räumen zu treffen. Grundlage hierfür sind die maßgebli- chen Außenlärmpegel nach DIN 4109 -1 (Schallschutz im Ho chbau, Ausgabe Januar 2018 – Beuth Verlag GmbH, Berlin). Die Zuordnung zwischen den dargestellten Lärmpegelbereichen und den maßgeblichen Außenlärmpegeln ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle Lärmpegelbereich Maßgeblicher Außenlärmpegel La dB I 55 II 60 III 65 IV 70 V 75 VI 80 VII > 80 a a Für maßgebliche Außenlärmpegel La > 80 dB sind die Anforderungen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten festzulegen. Ergänzung: Es handelt sich um dB(A)-Werte Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bauordnungsrechtlichen Verfahren anhand einer schalltechnischen Untersu- chung ein niedrigerer Lärmpegelbereich an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nachgewiesen wird. b) Bei Schlaf- und Kinderzimmern ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nacht- zeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallge- dämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen sicher zu stellen. c) Für Balkone und Loggien, die einen Gesamtbeurteilungspegel aus dem Verkehr (Stra- ßen-, Schienen- und Flugverkehr) > 62 dB(A) im Tagzeitraum (6:00 bis 22:00 Uhr) auf- weisen, sind Schallschutzmaßnahmen zu treffen. Durch diese muss sichergestellt wer- den, dass der vorgenannte Gesamtbeurteilungspegel nicht überschritten wird. Hiervon ausgenommen sind Balkone und Loggien von durchgesteckten Wohnungen, wenn zu- sätzlich auf der lärmabgewandten Seite ein Balkon oder eine Loggia errichtet wird. Zeichenerklärung I,III S,W Bestand Es wird bescheinigt, dass diese Planunterlage den Bestimmungen des § 1 Abs. 2 Plan ZV entspricht. (Stand 07.06.2017) sead Vermessung Vermessungsbüro Dieper und Henkel Bayenstr. 65 50678 Köln öffentlich bestellter Vermessungsingenieur/in Köln, den Der Stadtentwicklungsausschuss hat die Einleitung des Planverfahrens am 05.12.2019 nach § 12 Abs. 2 BauGB in Anwendung des beschleunigten Verfahrens nach § 13a beschlossen. Der Beschluss wurde am 29.01.2020 ortsüblich bekannt gemacht. gez. Reker Oberbürgermeisterin Köln, den 16.01.2020 Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung hat in der Zeit vom 24.06.2020 bis zum 08.07.2020 nach § 3 Abs. 1 BauGB stattgefunden. Bezirksbürgermeister/in Köln, den Der Planentwurf hat in der Zeit vom bis nach § 3 Abs. 2 BauGB mit Begründung öffentlich ausgelegen. Die Oberbürgermeisterin Stadtplanungsamt Im Auftrag Köln, den Oberbürgermeisterin Köln, den Der Planentwurf ist nach § 4 a Abs. 3 BauGB durch Beschluss des Rates am geändert worden. Oberbürgermeisterin Köln, den Der Rat hat diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in seiner Sitzung am nach § 10 Abs. 1 BauGB als Satzung mit Begründung nach § 9 Abs. 8 BauGB beschlossen. Oberbürgermeisterin Köln, den Der Satzungsbeschluss des vorhaben- bezogenen Bebauungsplans durch den Rat einschließlich des Hinweises nach § 10 Abs. 3 BauGB wurde am ortsüblich bekannt gemacht. Mit der Bekanntmachung tritt der vorhabenbezogene Bebauungsplan in Kraft. Für den Planentwurf Vorhabenträger/in Evangelischer Kirchenverband Köln und Region Kartäusergasse 9 - 11 50678 Köln Köln, den Beigeordneter Köln, den Für den Planentwurf Dezernat VI, Planen und Bauen 46.71 A TEXTLICHE FESTSETZUNGEN 1 Art der baulichen Nutzung (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB) 1.1 Bildungseinrichtung (Haus der Bildung) Innerhalb des als Bildungseinrichtung festgesetzten Bereichs sind zulässig: − Nutzungen, die dem Betrieb einer Bildungseinrichtung dienen, insbesondere: − Seminarräume (inkl. Lehrküche, Raum der Stille, Bibliothek) und Kinderbetreuungsräume, − Veranstaltungsraum für maximal 140 Personen, − Büro-, Besprechungs- und Personalräume, − Gastronomie im Erdgeschoss mit einer Geschossfläche von maximal 230 qm, − Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke, − ergänzende nicht störende gewerbliche Nutzungen. 1.2 Wohnen / Gewerbe Innerhalb des mit Wohnen / Gewerbe festgesetzten Bereichs sind ab dem 1. Obergeschoss ausschließlich folgende Nutzungen zulässig: − Wohnen, − einzelne Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben. Im Erdgeschoss sind folgende Nutzungen zulässig: − Gastronomie, − Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke, − sonstige nicht störende gewerbliche Nutzungen. 1.3 Wohnen / Verwaltung Innerhalb des mit Wohnen / Verwaltung festgesetzten Bereichs sind ab dem 1. Obergeschoss ausschließlich folgende Nutzungen zulässig: − Wohnen, − Studentisches Wohnen / Studierendenwohnheim, − Betreutes Wohnen / Wohngruppen / Pflegeeinrichtungen, − einzelne Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben. Im Erdgeschoss sind folgende Nutzungen zulässig: − Büro-, Besprechungs- und Personalräume, − Räume für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke, − sonstige nicht störende gewerbliche Nutzungen. 1.4 Spielplatz Innerhalb des als Spielplatz festgesetzten Bereichs sind zulässig: − Spielanlagen. 1.5 Bedingte Festsetzung Gemäß § 12 Abs. 3a in Verbindung mit § 9 Abs. 2 BauGB sind im Rahmen der festgesetzten Nutzungen nur solche Vorhaben zulässig, zu deren Durchführung sich der Vorhabenträger im Durchführungsvertrag verpflichtet. 2 Maß der baulichen Nutzung (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB) 2.1 Grundflächenzahl (GRZ) Gemäß § 19 Abs. 4 Satz 3 BauNVO kann die zulässige GRZ durch Nebenanlagen im Sinne des § 14 Abs. 2 BauNVO, durch Nebenanlagen auf den dafür festgesetzten Flächen, die im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Nebenanlagen und bauliche Anlagen unterhalb der Gelände- oberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, bis zu einer GRZ von 0,8 überschritten werden. 2.2 Höhen von Gebäuden/ Gebäudeteilen Die Höhen der Gebäude und Gebäudeteile werden folgendermaßen in Meter festgesetzt: − Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit Flachdach gilt als oberster Bezugspunkt der obere Abschluss der Gebäudeaußenwand (Oberkante Attika) – Gebäudehöhe (GH). − Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit geneigtem Dach gilt als oberster Bezugspunkt der oberste Schnittpunkt der geneigten Dachflächen – Firsthöhe (FH). − Bei Gebäuden / Gebäudeteilen mit geneigtem Dach wird die Traufhöhe als Schnittpunkt der Gebäudeaußenwand mit der Oberkante des geneigten Daches festgesetzt –Traufhöhe (TH). Der untere Bezugspunkt für die Festsetzung der Höhen ist Normalhöhennull (NHN). Gemäß § 16 Abs. 6 BauNVO können die festgesetzten Höhen der Gebäude und Gebäudeteile durch Dachaufbauten, wie Aufzugsüberfahrten, Lüftungsein- richtungen, Kamine, Rauchwärmeabzüge, Antennen, Blitzschutzeinrichtungen, Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien (Photovoltaikelemente) sowie sonstige Technikaufbauten, um bis zu 2,3 m überschritten werden. Geländer von im Vorhaben- und Erschließungsplan dargestellten Dachterrassen, soweit diese nicht als geschlossene Wand ausgeführt werden, Dachausstiege / Oberlichter und Brandgiebel können die festgesetzten Höhen der Gebäude und Gebäudeteile um bis zu 1,0 m überschreiten. Der Flächenanteil der Bauteile, die festgesetzte Höhen überschreiten, darf insgesamt 30% der Dachfläche nicht übersteigen. Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien sind, außer im Bereich intensiver Dachbegrünung, ohne Flächenbeschränkung zulässig. Die Dachaufbauten, ausgenommen Geländer von Dachterrassen, Dachausstiege / Oberlichter, Aufzugsüberfahrten und Brandgiebel, müssen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäudeaußenkante zurücktreten. 3 Überbaubare Grundstücksfläche (§ 23 BauNVO) Gemäß § 23 Abs. 2 Satz 3 in Verbindung mit Abs. 3 Satz 3 BauNVO werden für die überbaubaren Grundstücksflächen folgende Ausnahmen festgesetzt: Eingänge und Loggien dürfen um bis zu 2,5 m hinter der Baulinie am Kartäuserwall zurücktreten, soweit sie einzeln eine Breite von 3,0 m und in der Summe ein Drittel der Breite der Gebäudefassade je Geschoss nicht überschreiten. Im Erdgeschoss ist für den Zu- und Ausfahrtsbereich der Tiefgarage eine Öffnung in einer Gesamtbreite von bis zu 9 m zulässig. Die parallel zur süd-östlichen Plangebietsgrenze festgesetzten Baulinien dürfen für Abdeckungen zum Anschluss der geplanten Bau- und Gebäudeteile an die denkmalgeschützte Mauer um bis zu 0,6 m überschritten werden. Die Baugrenzen und Baulinien dürfen innerhalb des Plangebiets durch unterirdische Bohrpfähle um bis zu 3,0 m und für Belüftungs- und Entrauchungsschächte um bis zu 1,0 m überschritten werden. Eine Überschreitung der Baugrenzen und Baulinien in Bereiche öffentlicher Verkehrsflächen ist nicht zulässig. Die Baugrenzen und die Baulinie am Kartäuserwall dürfen durch zulässige Werbeanlagen entsprechend den gestalterischen Festsetzungen unter Punkt B Nr. 3 überschritten werden. Baugrenzen dürfen durch überdachte Arkadengänge auf den dafür festgesetzten Flächen überschritten werden. Dachterrassen dürfen die für das 3. OG festgesetzten Baugrenzen um bis zu 2,7 m überschreiten, sofern sie dabei die für das 2. OG maßgeblichen Baugrenzen einhalten. Außerhalb der Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sind Grundstücksflächen (nicht unterbaute Flächen und der obere Abschluss der Tiefgarage (TGa)) dauerhaft mit Rasen, Gräsern HH 7 (BR 132), Stauden und / oder Sträuchern BB 1 (GH 51) zu begrünen, soweit diese nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielplätzen, Fahrradabstellanlagen, Müllaufstellflächen und sonstigen Nebenanlagen entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans überbaut werden. Die Vegetationstragschicht oberhalb der Tiefgarage (TGa) ist mit einer mindestens 30 cm tiefen Bodensubstratschicht zuzüglich einer Filter- und Drainschicht auszubilden. 8.2 Dachbegrünung Mindestens 45 % der Flachdachfläche der eingeschossigen Gebäudeteile mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 54,6 m ü NHN (Lehrküche) sowie mindestens 65 % der Flachdachfläche der eingeschossigen Gebäudeteile mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 55,3 m ü NHN (Veranstaltungsraum) sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans mit einer intensiven Dachbegrünung mit Rasen, Gräsern (HH 7 / BR 132) Stauden und / oder Gehölzen (BB 1 / GH51) zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 30 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten. Mindestens 65 % der Flachdachflächen mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 51,85 m ü NHN sowie mit einer festgesetzten maximalen Gebäudehöhe von 53,10 m ü NHN (Abdeckung der Tiefgaragenrampe) sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans mit einer intensiven Dachbegrünung aus Rasen, Gräsern (HH 7 / BR 132) Stauden und / oder Gehölzen (BB 1 / GH51) zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 20 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten. Mindestens 50 % der Flachdachflächen der ein-, drei- und viergeschossigen Gebäudeteile mit festgesetzten maximalen Gebäudehöhen von 54,5 m ü NHN, 55,6 m ü NHN, 61,4 m ü NHN, 64,6 m ü NHN und 64,8 m ü NHN sind entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans mit einer extensiven Dachbegrünung DC1 / DC3 (NB6243 / NB6244) zu bepflanzen. Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen und dauerhaft zu erhalten. Ausgenommen von der Dachbegrünung sind Dachterrassen entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans, technische Aufbauten, Dachausstiege / Oberlichter, Wege zu Wartungs- und Revisionszwecken sowie konstruktionsbedingte Rand-/ Anschlussstreifen. 8.3 Fassadenbegrünung Die geschlossenen Wandflächen, für die im Vorhaben- und Erschließungsplan eine Fassadenbegrünung dargestellt ist, sind dauerhaft mit einer Kletterpflanze je laufendem Meter bei Selbstklimmern bzw. mit einer Kletterpflanze je zwei laufenden Metern Wand bei Rank- und Schlingpflanzen zu begrünen. Bei Rank- und Schlingpflanzen ist eine Kletterhilfe vorzusehen. 8.4 Anpflanzen von Bäumen An den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten sind Laubbäume zu pflanzen. Von den in der Planzeichnung festgesetzten Standorten kann um bis zu 5 m abgewichen werden. 8.5 Erhalt von Bäumen Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 b BauGB sind die in der Planzeichnung als zu erhaltend festgesetzten Bäume dauerhaft zu erhalten und bei Verlust zu ersetzen. B GESTALTERISCHE FESTSETZUNGEN Gemäß § 9 Abs. 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Abs. 1 und 2 BauO NRW werden folgende gestalterische Festsetzungen getroffen: 1. Dachgestaltung In den mit FD (Flachdach) festgesetzten Bereichen, sind ausschließlich Flachdächer zulässig. Dächer mit einer Neigung bis maximal 5 Grad gelten als Flachdächer. In den mit SD/WD (Satteldach/Walmdach) festgesetzten Bereichen sind Gebäude mit traufständigem Dach mit einer Dachneigung von 40 bis 45 Grad zu errichten. Der Anschluss an das süd-östliche Bestandsgebäude (Kartäuserwall 24 a) ist über ein Satteldach herzustellen. Der nördliche Abschluss des Gebäudeteils mit festgesetztem Satteldach/Walmdach ist über ein Walmdach herzustellen. Für geneigte Dächer sind nur nicht glänzende Dacheindeckungen in dem Farbton schwarzgrau zulässig. Technische Dachaufbauten – ausgenommen Photovoltaikelemente – müssen ab einer Aufstellfläche von 10 qm zu allen Ansichtsseiten über Lamellen oder ähnliche Sichtschutzelemente eingefasst werden. 2. Gebäudefassaden und Bodenbeläge Gebäudefassaden – abgesehen von Geländern, Sichtschutzelementen von technischen Aufbauten und Bauteilen in Öffnungen – und Bodenbeläge außerhalb von Gebäuden dürfen nur in den Farben hellgrau oder beige mit einer Albedo > 50 gemäß VDI-Richtlinie 3789 „Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre und Oberflächen – Berechnung der spektralen kurz- und der langwelligen Strahlung“ hergestellt werden. 3. Werbeanlagen Werbeanlagen sind nur an den hofseitigen Gebäudefassaden und an den Fassaden zum Kartäuserwall an der Stätte der Leistung sowie an der geplanten Einfriedungsmauer am Kartäuserwall zulässig. Auf Gebäudefassaden ist das Anbringen einer Werbeanlage ab einer Höhe von 53,0 m ü. NHN erlaubt. Ein Überschreiten der tatsächlichen Gebäudehöhe oder Traufhöhe durch die Oberkante der Werbeanlage ist nicht zulässig. Bei der Gebäudefassade, die unmittelbar an die öffentliche Verkehrsfläche am Kartäuserwall grenzt, ist die Lage der Werbeanlage auf den Bereich unterhalb der Unterkante der Fensterbrüstung des 1. OG beschränkt. Die jeweilige Werbeanlage ist nur in Form eines Schriftzuges aus Einzelbuchstaben oder als Signet zulässig. Werbeanlagen dürfen nur bis 1,0 qm zusammenhängende Fläche beanspruchen, es sei denn, es handelt sich um einen Schriftzug aus Einzelbuchstaben, der auf einer Wand- oder Mauerfläche angebracht ist und eine maximale Höhe von 0,5 m sowie eine Länge von 3,0 m nicht überschreitet. Einschließlich deren Befestigungen und Beleuchtungen dürfen diese Werbeanlagen maximal 0,25 m von der jeweiligen Wandfläche vortreten. Ausgenommen hiervon ist ein rechtwinklig zur Hauswand angebrachtes Hinweisschild (Ausleger) für die Gastronomie, das mit einer maximalen Höhe von 1,0 m, einer maximalen Tiefe von 0,25 m und einer Auskragung von maximal 0,8 m zulässig ist. Die zulässige Zahl an Werbeanlagen ist auf maximal fünf Stück beschränkt. Werbeanlagen, die unter der Verwendung der Leuchtdioden (LED)-Technik oder selbstleuchtend hergestellt werden, sind nicht zulässig. Werbeanlagen dürfen nur hinterleuchtet sein. Werbeanlagen mit im Tagesverlauf wechselnden oder mit bewegten Sichtflächen (Projektionen, Videos, Animationen o. ä.) sowie akustisch unterstützte beziehungsweise ausschließlich akustische Werbeanlagen sind nicht zulässig. 4. Müllsammelplätze und Einfriedungen Standplätze für Abfallbehälter sind nur innerhalb der Gebäude sowie unterirdisch zulässig. Sie können ausnahmsweise dann an anderer Stelle zugelassen werden, wenn sie eingehaust oder mit Mauern, Sträuchern oder Hecken optisch von drei Seiten von der Straße abgegrenzt werden. Von der vorgenannten Anforderung sind Unterflursysteme und deren oberirdisch sichtbare Teile ausgenommen. Als Einfriedung zur Straße Kartäuserwall ist im Bereich der temporären Müllaufstellfläche und der Fahrradabstellanlage eine Einfriedung in Form einer Mauer in Höhe von maximal 1,2 m entsprechend den Darstellungen des Vorhaben- und Erschließungsplans zulässig. 5. Satellitenempfangsanlagen / Mobilfunksendeanlagen Parabolantennen für den Satellitenrundfunkempfang sind nur auf den Dachflächen zulässig. Mobilfunksendemasten und -anlagen sind auf den Dachflächen nicht zulässig. C NACHRICHTLICHE ÜBERNAHME Gemäß § 9 Abs. 6 BauGB werden die nach anderen gesetzlichen Vorschriften getroffenen Festsetzungen, gemeindliche Regelungen zum Anschluss- und Benutzungszwang sowie Denkmäler nach Landesrecht nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen. Denkmalschutz Die nachstehenden nach § 3 Denkmalschutzgesetz (DSchG) unter Schutz gestellten Baudenkmale befinden sich anteilig innerhalb des Plangebiets: − unter der Nr. 918 wurde ab 18.01.1982 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäusergasse 5, 9, Kartäuserhof 7, 9, 11, 13-15. 17, 19, 21, 23, 25, 27, Kartäuserwall 24, 24a − unter der Nr. 917 wurde ab 18.01.1982 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäusergasse 7 Bestandteil des eingetragenen Denkmals des ehemaligen Kartäuserklosters ist eine Umfassungsmauer, die entlang der nördlichen Grundstücksgrenze zur Kartäusergasse und der östlichen Grundstücksgrenze zu den Grundstücken entlang des Kartäuserhofes verläuft, die anteilig angrenzend bzw. Teil des Plangebietes ist. D HINWEISE Rechtsfolgen Innerhalb des Plangebietes bestehende Rechtssetzungen aufgrund des Preußischen Fluchtliniengesetzes, des Aufbaugesetzes NW, des Bundesbaugesetzes oder des Baugesetzbuches treten mit der Rechtsverbindlichkeit dieses Bebauungsplanes außer Kraft. Rechtsgrundlagen Es gilt das Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBl. I S. 3634). Es gilt die Baunutzungsverordnung (BauNVO) vom 23. Januar 1990 (BGBl. I S. 132) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I S. 3786). Es gilt die Planzeichenverordnung (PlanZV) vom 18. Dezember 1990 (BGBl. I S. 58). Es gilt die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen – Landesbauordnung 2018 - (BauO NRW 2018) vom 21. Juli 2018 (GV. NRW. S. 421). Es gilt jeweils die bei Erlass dieser Satzung geltende Fassung. DIN-Vorschriften und sonstige anzuwendende Regelwerke DIN-Vorschriften und sonstige private Regelwerke, auf die in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplanes verwiesen wird, sind jeweils in der bei Erlass dieser Satzung geltenden Fassung anzuwenden und werden beim Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln Plankammer, Zimmer 06. E 05, Stadthaus Deutz, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, während der Öffnungszeiten zur Einsichtnahme bereitgehalten. Lärm- und Luftschadstoffimmissionen Das Plangebiet ist durch erhöhte Lärm- und Luftschadstoffimmissionen vorbelastet. Im Baugenehmigungsverfahren ist nachzuweisen, dass die immissionsschutzrechtlichen Anforderungen insbesondere mit Blick auf die geplanten Stellplätze für die Gastronomie eingehalten werden. Denkmalschutz Die nachstehenden nach § 3 Denkmalschutzgesetz (DSchG) unter Schutz gestellten Baudenkmale befinden sich direkt angrenzend an das Plangebiet und wurden in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: − unter der Nr. 4280 wurde ab 30.09.1987 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäusergasse 5 − unter der Nr. 917 wurde ab 18.01.1982 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäusergasse 7 − unter der Nr. 918 wurde ab 18.01.1982 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäusergasse 5, 9, Kartäuserhof 7, 9, 11, 13-15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, Kartäuserwall 24, 24a − unter der Nr. 2558 wurde ab 23.07.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserhof 1a, 1b − unter der Nr. 2559 wurde ab 23.07.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserhof 7 − unter der Nr. 1342 wurde ab 09.03.1983 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserhof 9 (mit Hinterhaus) − unter der Nr. 2163 wurde ab 23.03.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserwall 22 − unter der Nr. 2380 wurde ab 14.05.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen: Kartäuserwall 24, 24a Bodendenkmalpflege Das Plangebiet befindet sich im archäologischen Fundgebiet „Mittelalterliches Kartäuserkloster“. Über den Bestand hinausgehende Bodeneingriffe beispielsweise für Keller, Tiefgaragen oder Ver- und Entsorgungsleitungen erfordern archäologische Bodenuntersuchungen, die vor der Aufnahme entsprechender Baumaßnahmen mit dem Römisch-Germanischen Museum / Archäologische Bodendenkmalpflege der Stadt Köln, abzustimmen sind. Werden infolge von archäologischen Bodenuntersuchungen Abweichungen in der Planung erforderlich, soll die Möglichkeit der Erteilung von Befreiungen gem. § 31 Abs. 2 BauGB geprüft werden. Versickerung von Niederschlagswasser Gemäß § 44 Landeswassergesetz (LWG) in Verbindung mit § 55 Abs. 2 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) besteht keine Pflicht zur Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers. Kampfmittel Im Plangebiet ist mit Bombenblindgängern / Kampfmitteln zu rechnen. Vor Aufnahme von Bauarbeiten (circa 6 Wochen) ist das Amt für öffentliche Ordnung, Gliederungsziffer 322/40 (allgemeine Ordnungsangelegenheiten) unter der Benennung des Aktenzeichens 22.5-3-5315000- sowie der Bebauungsplan-Nummer einzuschalten. Die Anfrage kann per E-Mail an kampfmittel@stadt-koeln.de erfolgen. Im Fall von Erdarbeiten mit erheblichen mechanischen Belastungen wie Rammarbeiten, Pfahlgründungen, Verbauarbeiten etc. wird eine zusätzlich Sicherheitsdetektion empfohlen. Textliche Festsetzungen zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan-Entwurf Nr. 67435/06 Campus Kartause (Kartäuserwall 24b) in Köln-Altstadt/Süd Blatt 2 von 3 -Offenlage- Artenschutz Laut Artenschutzvorprüfung vom Umweltbüro Essen (Titel: Gutachterliche Einschätzung zur Betroffenheit der Belange des Artenschutzes gem. § 44 BNatSchG, Artenschutzprüfung Stufe 1 – Vorprüfung vom 09.12.2020) ergeben sich keine Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bzw. keine vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen nach § 44 Abs. 5 BNatSchG. Die artenschutzrechtlichen Verbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG sind zu beachten. Hiernach ist es insbesondere verboten, Tiere der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Es ist speziell auf Fledermäuse und an Gebäuden brütende Vögel zu achten. Sämtliche Rodungs- und Fällarbeiten haben außerhalb der Vogelbrutzeit zu erfolgen (Brutzeit 1. März bis 30. September eines jeden Jahres). Abrissarbeiten sind zum Schutz der Fledermäuse außerhalb des Zeitraums vom 21. Februar bis 31. Oktober eines jeden Jahres durchzuführen. Sollten vorgenannte Arbeiten zwingend in die oben genannten Zeiträume fallen, sind durch eine geeignete Fachperson die Strukturen frühestens 2 Tage vor Beginn der Arbeiten auf Besatz durch Vögel und / oder Fledermäuse zu untersuchen. Bei Besatz der Strukturen mit brütenden Vögeln und / oder mit Fledermäusen ist die Untere Naturschutzbehörde bei der Stadt Köln einzuschalten. Bodenschutz Im Bereich des Kinderspielplatzes und der Gartenfläche ist vor Aufnahme der Nutzung der Nachweis zu erbringen, dass der Oberboden die Werte der Bundesbodenschutz-Verordnung (BBodSchV) für den Wirkungspfad Boden – Mensch einhält. Der Nachweis ist der Unteren Bodenschutzbehörde im Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln vorzulegen. Baumschutzsatzung Es gilt die Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011). Gemäß der Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011) sind Ersatzpflanzungen bzw. Ersatzgeldzahlungen für im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplanes zu fällende Bäume zu leisten, soweit diese Bäume nicht bereits im Bebauungsplanverfahren bei der Bewertung und Bilanzierung nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung nach § 18 BNatSchG in Verbindung mit § 1a Abs. 3 BauGB berücksichtigt wurden. Freianlagenplanung Zu dem Bebauungsplan wurde ein Freianlagenplan erarbeitet, der unter anderem Baumarten definiert. Der Vorhabenträger verpflichtet sich mit der Unterzeichnung des Durchführungsvertrags zur Umsetzung des Freianlagenplans. Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen Die verwendeten Kürzel innerhalb der Begrünungsfestsetzungen beziehen sich auf die Anlage zur Satzung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen gemäß §§ 135a bis 135c BauGB vom 15. Dezember 2011 (Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 04. Januar 2012). In dieser Anlage sind mit der Angabe von Kürzeln allgemein gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaßnahmen der Stadt Köln formuliert. Starkregenereignis Im Plangebiet liegt bei einem Starkregenereignis gemäß der „Starkregen Gefahrenkarte“ der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) eine Überflutungsgefährdung vor. Baumaßnahmen im Plangebiet sind vor deren Ausführung mit den Stadtentwässerungsbetrieben Köln abzustimmen. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Gemäß des Kooperativen Baulandmodells der Stadt Köln in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2017 ist der Planbegünstigte verpflichtet, 30 % der Geschossfläche Wohnen im öffentlich geförderten Segment gemäß der jeweils aktuellen Wohnraumförderrichtlinie des Landes NRW zu errichten. Wasserschutzgebiet Das Plangebiet befindet sich im vollen Umfang im geplanten Wasserschutzgebiet Hürth III B. Anlagenschutzbereich Das Plangebiet liegt im Anlagenschutzbereich "Bauwerke" gemäß § 18a LuftVG (BAF). Anlage 4
Beratungsverlauf
-
02.06.2022
TOP 17.2, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
02.06.2022 zuletzt
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 9.9, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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