V/0459/2024
Radverkehrsförderung in Münster – Ein Überblick
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Berichtsvorlage
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V/0459/2024 V/0459/2024 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Radverkehrsförderung in Münster – Ein Überblick Beratungsfolge 27.08.2024 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht 27.08.2024 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 27.08.2024 Bezirksvertretung Münster-Südost Bericht 29.08.2024 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht 29.08.2024 Bezirksvertretung Münster-Ost Bericht 29.08.2024 Bezirksvertretung Münster-West Bericht 04.09.2024 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Bericht Bericht: Fast jeder zweite Weg wird in Münster mit dem Fahrrad zurückgelegt, an Spitzentagen passiert im Schnitt alle 4 Sekunden eine Leeze die Zählstelle an der Promenade und im gesamten Stadtgebiet finden täglich rund 470.000 Fahrten mit dem Rad statt. Die gefestigte Identität Münsters als Fahrrad- stadt, die weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinauswirkt, spiegelt sich in diesen Zahlen ein- drucksvoll wider. Dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger im Alltag mit dem Rad bewegen, ist u.a. auf gewachsene (Stadt-)Strukturen, günstige topographische Voraussetzungen, einen hohen Studierendenanteil mit verteilten Hochschulstandorten, das Selbstverständnis der Münsteranerinnen und Münsteraner aber insbesondere auch ein bewusstes Agieren durch Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung zurückzu- führen. In Anbetracht der Zielstellung einer zukunftsgerechten und stadtverträglichen Ausrichtung des Mobili- tätsgeschehens in Münster soll und wird eine konsequente Förderung des Radverkehrs – das bestä- tigt nicht zuletzt der kürzlich beschlossene Masterplan Mobili tät Münster 2035+ (vgl. Vorlage V/0164/2024) – weiterhin im Fokus der städtischen Mobilitäts- und Verkehrsplanung stehen. Dabei wurde eine Vielzahl an Maßnahmen, die auf die qualitätsvolle Weiterentwicklung des Radver- kehrs einzahlen, bereits in den verg angenen Jahren auf Grundlage des „Radverkehrskonzept Müns- ter 2025“ (vgl. Vorlage V/0647/2016) angestoßen und in die Umsetzung gebracht. Einen zusammen- fassenden Überblick über die wesentlichen aktuellen Aktivitäten gibt dieser Bericht und untergliedert Amt für Mobilität und Tiefbau 09.08.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Konrad Telefon: 492-7211 KonradMalte@stadt- muenster.de - 2 - V/0459/2024 dabei in die Themenbereiche “Radverkehrsinfrastruktur”, “Service und Komfort” sowie “Kommunikati- on”. A) Radverkehrsinfrastruktur Bauliche Maßnahmen für den Radverkehr haben einen direkten Einfluss auf die Straßenraumgestal- tung. Durch eine gut ausgestaltete Radverkehrsinfrastruktur kommen die Nutzenden komfortabler und schneller an ihr Ziel. Neben einem hohen Aktivitätsgrad für Radfahrende steht insbesondere auch der Aspekt der Radverkehrssicherheit im Fokus aller baulichen Infrastrukturmaßnahmen, um entspre- chend der „Vision Zero“ die Zahl an Radverkehrsunfällen stetig zu reduzieren. Mit dem Beschluss zum ◄ Fahrradnetz 2.0 ► (vgl. Vorlage V/0249/2022) und den im Anschluss erarbeiteten 42 gutachterlichen Handlungsempfehlungen (vgl. Vorlage V/0493/2023) plant die Stadt Münster die Radverkehrsinfrastruktur in den nächsten Jahren komfortabler und sicherer auszubauen. Die Stadt will mit den prioritär festgelegten Maßnahmen auf über 100 Kilometern eine anforderungs- gerechte Radinfrastruktur auf durchgängigen Strecken schaffen. Dabei sind auf etwa 60 Kilometern Länge neue Fahrradstraßen vorgesehen. Grundlage des Konzeptes ist ein hierarchisches und zu- sammenhängendes Netz aus Velo -, Haupt- und Basisrouten. Mit der aktuell vorliegenden Vorlage V/0456/2024 sollen die prior itären Handlungsempfehlungen in ein Umsetzungskonzept übertragen werden, gleichzeitig sind eine Vielzahl an Sofortmaßnahmen vorgesehen (vgl. aktuelle Vorlagen V/0379/2024, V/0412/2024, V/0413/2024, V/0414/2024, V/0415/2024). Schematische Darstellung des Fahrradnetzes 2.0 (Quelle: Stadt Münster) Den höchsten Ausbaustandard im Fahrradnetz 2.0 genießen die insgesamt 14 stadtregionalen ◄ Velorouten ►, die die Umlandgemeinden mit den Außenstadtteilen und dem Zentrum Münsters ver- - 3 - V/0459/2024 binden. Die Veloroute Telgte-Münster ist in vielen Abschnitten bereits in entsprechenden Qualitäts- standards ausgebaut und konnte im Dezember 2022 mit einer öffentlichen Radtour eingeweiht wer- den. Dazu beigetragen haben die in den letzten Jahren umgestalteten Fahrradstraßen Bohlweg, Dieckstraße, Dingstiege und Kirschgarten. Ein weiterer Abschnitt der Dieckstraße wird gegenwärtig zu einer Fahrradstraße umgebaut, für die Kötterstraße sowie ein noch fehlendes Teilstück der Ding- stiege liegt ein Planungs - und Baubeschluss vor (vgl. aktuelle V orlagen V/0413/2024 und V/0415/2024). Auch auf zahlreichen weiteren Velorouten sind Maßnahmen in die Umsetzung gegan- gen (z.B. Umgestaltung der Bismarckallee auf der Veloroute Senden-Münster oder Umgestaltung der Goldstraße auf der Veloroute Greven -Münster). Darüber hinaus sind insbesondere Abschnitte von Velorouten im Umsetzungskonzept zum Fahrradnetz 2.0 (vgl. aktuelle Vorlage V/0456/2024) unter den prioritär anzugehenden Maßnahmen genannt. Velorouten-Logo (Quelle: Stadt Münster) Ebenfalls höchste Infrastrukturansprüche erfüllt die seit September 2023 fertiggestellte ◄ Kanalpro- menade ►. Auf 22 der insgesamt 27 Kilometer quer durch das Stadtgebiet ist die Strecke bis zu vier Meter breit, asphaltiert und adaptiv beleuchtet. Ein fünf Kilometer langer Absch nitt zwischen Wil- helmshavenufer und Eulerstraße kann erst dann final ausgebaut werden, wenn die geplante Verbrei- terung des Dortmund-Ems-Kanals in diesem Bereich erfolgt ist. Für den Ausbau des Betriebsweges zur Kanalpromenade hat die Stadt Münster gemeinsam mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt 2023 den Deutschen Fahrradpreis erhalten. Seit dem Umbau sind die Radverkehrszahlen insbeson- dere in den Dunkelmonaten erheblich angestiegen. Registrierte die Zählstelle in Höhe des Bal- lonstartplatzes zwischen Ok tober und Dezember 2019 47.944 Radfahrende, waren es 2022 im glei- chen Zeitraum bereits 62.893 – das entspricht einer Zunahme von über 30 Prozent. - 4 - V/0459/2024 Kanalpromenade Münster (Foto: Stadt Münster, Philina Zuther) Einen deutlichen Komfort- und Sicherheitsgewinn für Radfahrende bieten auch die mittlerweile zwölf ◄ Fahrradstraßen 2.0 ►, die entsprechend der 2019 beschlossenen Qualitätsstandards seit 2020 umgestaltet wurden. Damit existieren in Münster aktuell etwa 9,7 Kilometer an Fahrradstraßen 2.0, die u.a. über die für alle Verkehrsteilnehmenden erkennbare Roteinfärbung, breite Fahrgassen, eine Bevorrechtigung an Knotenpunkten und Sicherheitstrennstreifen zu parkenden KFZ verfügen und deren Einrichtung durch Öffentl ichkeitsarbeit und diverse Beteiligungsformate begleitet wurde (vgl. Leitlinien der Kommunikation, Vorlage V/0038/2021). Die Effekte, die mit den neuen Gestaltungs- standards verbunden sind, hat das Forschungsprojekt POSITIM am Beispiel der Umgestaltung des Bohlwegs zu einer Fahrradstraße untersucht (vgl. aktuelle Vorlage V/0429/2024). Für die neuen Qua- litätsstandards für Fahrradstraßen hat die Stadt Münster im Jahr 2021 den zweiten Platz beim Deut- schen Fahrradpreis erhalten, wodurch die Standards auch deutsc hlandweit Nachahmer gefunden haben. Bei zukünftigen Fahrradstraßen wird zwischen „Fahrradstraße Plus“ und „Fahrradstraße Ba- sis” unterschieden, um bestmöglich Aspekte der Radverkehrssicherheit und des -komforts mit der Umsetzungseffizienz zu vereinbaren, insbesondere im anbaufreien Bereich. Für vier „Fahrradstraßen Basis“ liegen im Rahmen der Sofortmaßnahmen aus dem Umsetzungskonzept zum Fahrradnetz 2.0 (siehe oben) aktuell Planungs - und Baubeschlüsse vor (vgl. aktuelle Vorlagen V/0412/2024, V/0413/2024, V/0414/2024, V/0415/2024). - 5 - V/0459/2024 Fahrradstraße 2.0 – Der Bohlweg nach dem Umbau (Fotos: Stadt Münster) Der hohe Radverkehrsanteil führt auch zu einem entsprechenden Bedarf an sicheren und komfortab- len Fahrradparkmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Um kontinuierlich mehr und vor allem diebstahl- gesicherten und geordneten Fahrradparkraum zu schaffen, wurde das ◄ 3.000 Fahrradstellplätze- Programm ► zunächst im Jahr 2021 beschlossen (vgl. V/0020/2021) und dann im Jahr 2023 verste- tigt (vgl. V/0127/2023). Im Rahmen des „3.000-Fahrradstellplätze-Programms“ können Bürgerinnen und Bürger über ein Online-Formular Standorte zur Installation von Fahrradabstellplätzen vorschla- gen. Seit Beginn des Programms Anfang des Jahres 2021 bis Anfang Juli 2024 wurden 611 Vor- schläge von der Bürgerschaft, Interessengruppen, Politik und Verwaltung eingereicht. Resultierend aus den Vorschlägen konnten bisher insgesamt mehr als 2.000 Fahrradabstellplätz e neu - oder umgebaut werden. Alle aktuell eingegangenen Standortvorschläge und deren fortlaufend aktualisier- ter Bearbeitungsstatus können über eine Online-Karte eingesehen werden. - 6 - V/0459/2024 Fahrradanlehnbügel auf einem ehemaligen Kfz -Parkstand in der Von -Vincke-Straße (Foto: Stadt Münster, Max Stewen) Seine Rolle als Vorreiter für modernen Fahrradverkehr in Deutschland unterstreicht Münster auch durch die neue ◄ Radstation am Hansator ►. Über 22 Jahre nach Eröffnung der bundesweit größ- ten Radstation am Hauptbahnhof Münster (Berliner Platz) konnte im Spätsommer 2022 die erste Radstation dieser Größenordnung mit einem digitalen Parksystem an den Start gehen. Seitdem ste- hen im Hansator über 2.000 neue Stellplätze zur Entlastung der Fahrrad-Abstellsituation auf der Ost- seite des Hauptbahnhofs zur Verfügung. In Kürze sollen zudem ergänzend zu der vorhandenen über- dachten Fahrradabstellanlage am Bahnhaltepunkt Zentrum Nord zwei weitere Leezenboxen entste- hen (vgl. aktuelle Vorlage V/0379/2024), um auch dort der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Da- mit existieren zukünftig an sechs Standorten im Stadtgebiet moderne Leezenboxen, die demnächst auf das Zugangssystem “radbox.nrw” umgerüstet werden (vgl. Vorlage V/0589/2023). - 7 - V/0459/2024 Neue Radstation am Hansator (Foto: Stadt Münster, Max Stewen) Auch die Inhalte bzw. Maßnahmen des kürzlich durch den Rat der Stadt Münster beschlossenen ◄ Integrierten Parkraumkonzepts ► (vgl. Vorlage V/0193/2024) zielen – direkt oder indirekt – auf eine Förderung des Radverkehrs ab. Ein übergeordnetes Ziel des Konzeptes ist es, den öffentlichen Stra- ßenraum zugunsten der Nahmobilität – also vor allem des Fuß- und Radverkehrs – neuzugestalten. Konkret sollen beispielsweise Sichtbeziehungen an Kreuzungs - und Einmündungsbereichen freige- halten werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Wo möglich, sollen in den angesprochenen Bereichen Fahrradabstellanlagen entstehen, um die Kapazitäten zu erhöhen und den freigesperrten Straßenraum sinnvoll zu nutzen. Eine weitere Maßnahme des integrierten Parkraumkonzepts sieht die Ausweitung des Fahrradkontrolldienstes zur Beseitigung von sog. „Schrotträdern“ vor, um aktuell besetzte Abstellkapazitäten, insbesondere an besucherintensiven Einrichtungen, zurückzugewinnen. Um die nötigen Verbesserungen für Radfahrerinnen und Radfahrer zu priorisieren, die Entwicklung des Radverkehrs zu monitoren sowie Planungen, Investitionen und Förderanträge fundierter begrün- den zu können, hat die Stadt Münster auch in die Verbesserung der Datengrundlage zum Radver- kehrsgeschehen investiert. Wichtiger Baustein hierfür sind die ◄ Radverkehrszählstellen ► im Stadtgebiet, die Anfang 2024 um 13 weitere Standorte ergänzt wurden. Insgesamt messen damit inzwischen 23 Zählstellen dauerhaft den Radverkehr (vgl. Vorlage V/0111/2022/1), an vier Standorten zeigen zusätzliche Info-Stelen öffentlichkeitswirksam die aktuellen Tages- und Jahreswerte und moti- vieren zum Radfahren . Auf der Promenade wurden dabei mit bis zu 23.761 Radfahrenden bereits mehrfach in diesem Jahr neue Tagesrekorde registriert. Auch Tracking -Daten, die durch städtische Kampagnen wie “AppGrade” (20 21) oder im Rahmen der jährlichen Aktion “Stadtradeln” generiert werden, sind für die Radverkehrsplanung relevant. - 8 - V/0459/2024 Info-Stele an der Zählstelle Bismarckallee (Foto: Stadt Münster, Max Stewen) B) Service und Komfort Die Maßnahmen im Bereich “Service und Komfort” zielen darauf ab, das Fahren mit dem Rad ange- nehm und einfach zu gestalten und damit den Anreiz zur Nutzung dieses Verkehrsmittels zu erhöhen. Geschwindigkeitsdaten, die aus Tracking -Daten gewonnen wurden, kamen beispielsweise für die Kalibrierung des ◄ Leezenflow ► zum Einsatz. Nachdem im Jahr 2021 der erste Prototyp an der Promenade installiert wurde, sind die Grüne-Welle-Assistenten seit Frühsommer 2024 an insgesamt neuen Standorten im Stadtgebiet aktiv. - 9 - V/0459/2024 Leezenflow am Beleuchtungsmast auf der Promenade (Foto: Stadt Münster, Smart City) Mehr Sicherheit und Komfort schafft seit Mai 2022 auch eine neue Ampel an der Dingstiege / Dyck- burgstraße (Veloroute Telgte-Münster), die mit einer ◄ intelligenten, automatischen Grünanforde- rung ► für Radfahrende ausgerüstet ist. Spezielle Detektoren erfassen die Radfahrenden bereits 40 bis 60 Meter vor der Kreuzung und sorgen so dafür, dass sie im Regelfall die Dyckburgstraße sicher und möglichst ohne Halt überqueren können. - 10 - V/0459/2024 Intelligente Ampel an der Dingstiege / Dyckburgstraße (Foto: Stadt Münster, Patrick Schulte) Seit 2022 hat die Stadt Münster drei sogenannte ◄ Radservicestationen ► im öffentlichen Raum (Manfred-von-Richthofen Straße, Horstmarer Landweg und Schmeddingstraße) eingerichtet. Die mit gängigem Werkzeug und einer manuellen Luftpumpe ausgestatteten Stationen ermöglichen eigene Reparaturen am Rad, wie z.B. das Aufpumpen der Reifen oder den Wechsel eines defekten Schlauchs ohne, dass eine Werkstatt aufgesucht werden muss. Dies ist vor allem bei unvorhergese- henen Pannen während der Fahrt oder außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Fahrradläden hilfreich. Bei der Standortwahl ist das Fahrradnetz 2.0 ein wichtiges Kriterium: Für eine gute Auffind- barkeit und eine bedarfsorientierte Positionierung der Stationen werden diese bevorzugt entlang von Velo- und Hauptrouten aufgestellt. Bei der Kontrolle und Instandhaltung der Radservicestationen ar- beitet die Stadtverwaltung mit Akteuren wie Schulen oder dem Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Münster zusammen. - 11 - V/0459/2024 Die Fahrrad-AG der Mathilde -Anneke-Gesamtschule kümmert sich um die Wartung der Rad- servicestation an der Manfred -von-Richthofen-Straße (Foto: Stadt Münster, Michael C. Möl- ler) Nachdem sich die Stadt Münster zunächst mit sieben Standorten an einem bundesweiten Modellver- such zum Einsatz des ◄ Grünpfeils ► für Radfahrende beteiligt hat, wurden – nach Aufnahme des Grünpfeils als neues Verkehrszeichen in die gültige StVO – Anfang 2024 weitere 12 Standorte identi- fiziert, an denen zukünftig das Rechtsabbiegen bei Rot (nach vorherigem Halt) erlaubt ist (vgl. Vorla- ge V/0737/2023). Für den Radverkehr kann an solchen Stellen dadurch ein unnötiges Warten vor den Lichtsignalanlagen entfallen. Dies ergibt einen Zeitvorteil und ermöglicht ein flüssigeres Vorankom- men, insbesondere in den Randzeiten mit weniger Verkehrsgeschehen. Sukzessive soll der Einsatz des Grünpfeils auf weitere geeignete Stellen im Stadtgebiet ausgeweitet werden. - 12 - V/0459/2024 Grünpfeil für den Radverkehr (Foto: Stadt Münster, Patrick Schulte) Um insbesondere Radtouristinnen und Radtouristen eine schnellere und intuitivere Orientierung zu ermöglichen, ohne ständig auf eine Karte oder eine Navigationshilfe blicken zu müssen, wurde in ei- nem münsterlandweiten Projekt bis Anfang 2023 das ◄ Knotenpunktsystem ► umgesetzt. Über 267 Kilometer führt es durch das gesamte Stadtgebiet Münsters und verbindet dabei 39 Knotenpunk- te, die durch auffällige rote Knotenpunkthüte auf den vorhandenen Pfosten der Radwegweisung er- kennbar sind. Um das Knotenpunktsystem auch spontan und ohne vorherige Planung nutzen zu kön- nen, informieren an wichtigen Knotenpunkten zusätzlich Übersichtstafeln über das umgebende Netz und zahlreiche touristische Themenrouten. - 13 - V/0459/2024 Knotenpunktwegweisung (Foto: Stadt Münster, Patrick Schulte) C) Kommunikation Für eine nachhaltige Verkehrswende braucht es neben Infrastrukturmaßnahmen auch ansprechende Kommunikationsmaßnahmen, die Lust auf’s Radfahren machen und eine positive Geschichte über aktive Mobilität erzählen. Ergänzend sensibilisieren kommunikativen Kampagnen und Aktivitäten der „Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention“ für ein rücksichtsvolles Verhalten im Straßenver- kehr. Bereits seit 2020 beteiligt sich die Stadt Münster an der vom Klima-Bündnis initiierten jährlichen Kam- pagne ◄ Stadtradeln ► als internationales Format für mehr Radförderung, Klimaschutz und Le- bensqualität. 2021 wurde eine Verstetigung der Teilnahme politisch beschlossen (vgl. Vorlage V/0024/2021). In dem dreiwöchigen Zeitraum sind alle Münsteranerinnen und Münsteraner aufgefor- dert, möglichst viele Kilometer im Alltag mit dem Rad zurückzulegen. Dabei können sich die Teilneh- merinnen und Teilnehmer mit anderen Teams messen. Seit 2021 stehen im Rahmen des NRW - weiten Sonderwettbewerbs “Schulradeln” insbesondere auch Schulen im Fokus der Aktion. Die Teil- nehmendenzahl ist seit Start des Münsteraner Stadtradelns stark gewachsen, zuletzt waren über 11.000 Bürgerinnen und Bürger aktiv und sammelten mehr als 2,2 Millionen Radkilometer. - 14 - V/0459/2024 Siegerehrung Stadtradeln 2024 (Foto: Stadt Münster, MünsterView) Die Europäische Kommission ruft jährlich vom 16. bis zum 22. September die ◄ Europäische Mobi- litätswoche (EMW) ► aus. Im Rahmen der EMW-Kampagne bringen Kommunen aus ganz Europa ihren Bürgerinnen und Bürgern die Bandbreite nachhaltiger und u mweltfreundlicher Mobilität vor Ort näher. In Münster stand im Jahr 2023 mit zahlreichen Aktionen für eine Woche die Leeze im Fokus: - Fertigstellung der Kanalpromenade mit einem öffentlichen Fest - niederschwellige “Dankeschön”-Aktion vom städtischen Fahrradbüro an der Promenade - Stadtregionale Veröffentlichung von öffentlichkeitswirksamen Kurzvideos zu den Velorouten - Veröffentlichung des ersten Radverkehrsberichts der Stadt Münster - die im Stadtgebiet sichtbare “Schmuddelwetter-Kampagne”, die zum Radfahren motiviert - 15 - V/0459/2024 ”Dankeschön”-Aktion auf der Promenade (Foto: Stadt Münster, MünsterView) Die Europäischen Mobilitätswoche 2023 bildete den Rahmen für die Veröffentlichung des ersten ◄ Radverkehrsberichts ► der Stadt Münster. Darin werden die vielfältigen Radverkehrsmaßnahmen zwischen 2018 und 2022 sowie wichtige Daten und Fakten für alle Interessierten leicht verständlich zusammengefasst. Der Bericht ist in der Druckausgabe und als Online-Version abrufbar und soll zu- künftig regelmäßig erscheinen, um über die Aktivitäten der Fahrradstadt Münster zu informieren. - 16 - V/0459/2024 Druckexemplare des ersten Radverkehrsbericht der Stadt Münster (Foto: Stadt Münster) Während der Europäischen Mobilitätswoche und pünktlich zum Wetterumschwung wirbt die Stadt Münster seit 2022 im Rahmen einer Plakatkampagne dafür, auch i m Herbst weiter mit dem Rad zu fahren. Die verspielten Motive der sogenannten ◄ Schmuddelwetter-Kampagne ► sollen nied- rigschwellig zum Radfahren, auch bei Regen, motivieren und die Münsteraner Leezenkultur stärken. Bei der Gestaltung der Plakatmotive wird darauf Wert gelegt, verschiedene Diversitätsaspekte (z. B. Alter, Gender, Migrationsgeschichte) unserer vielfältigen Gesellschaft abzubilden. - 17 - V/0459/2024 Schmuddelwetter-Kampagne (Foto: Stadt Münster, Patrick Schulte) Regelmäßig informiert das Fahrradbüro in einem d igitalen ◄ Newsletter ► über alle Themen rund ums Rad in Münster. Darin erfahren alle Interessierten Wissenswertes aus der Stadtverwaltung mit aktuellen und zukünftigen Fahrradprojekten sowie Hinweisen zu Veranstaltungen und Aktionen. Als Fahrradstadt mit ambitionierten Zielen zu einer stadtverträglichen Mobilität genießt die die Stadt Münster nationalen und internationalen Ruf. Dies zieht jedes Jahr zahlreiche ◄ Fachbesuchergrup- pen ► aus dem In - und Ausland an, die sich über die Radverkehrsplanung der Sta dt informieren möchten. So finden u.a. unregelmäßige und anlassbezogene Besuche von kommunalen Delegatio- nen statt, die aus den offiziellen Städtepartnerschaften oder Kooperationen der Stadt Münster hervor- gehen. Dazu gehören z.B. Delegationen aus Fresno (US A), Enschede (NL), Orléans (FR) Kristia- nsand (NOR) oder dem Bundesstaat Minnesota (USA). Außerdem gibt es regelmäßige Besuche, die aus festen Kooperationen resultieren, wie z.B. der Klimapartnerschaft zwischen Rochester (Minneso- ta, USA) und Münster (Projekt “Climate Smart Municipalities”, CSM). Dabei kommen jährlich Studie- rende nach Münster, um Radverkehr und Radverkehrsinfrastruktur vor Ort kennenzulernen. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren internationale Expertengruppen aus Südkorea, Frankreich und Ghana empfangen. Auf nationaler Ebene war die Fahrradstadt Münster u.a. Ziel der Verkehrsmi- nisterkonferenz, des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM), der AGFK Bayern sowie der Hochschule der Polizei. Die regelmäßigen Besuche nationaler und internationaler Gruppen unter- streichen die Bedeutung und den Erfolg der städtischen Fahrradpolitik und fördern den nationalen und internationalen Austausch von Ideen und Best Practices. - 18 - V/0459/2024 Die Delegation um Nancy Daubenberger (Verkehrsministerin des US-Bundestaats Minnesota, 4. v.l.) hat sich u.a. während einer vom Fahrradbüro geführten Tour durch Münster zu urbaner (Rad- )Mobilität und der Verknüpfung von Nah- und Fernverkehr informiert (Foto: Stadt Münster, Büro Inter- nationales) Diese Übersicht hat einen Einblick in das umfangreiche strategische Maßnahmenpaket gegeben, mit dem die Stadt Münster den Radverkehr gegenwärtig stärkt. Entsprechend des beschlossenen Mas- terplans Mobilität Münster 2035+ ist es Zielstellung, diesen Weg konsequent und ambitioniert weiter- zugehen. Die weiteren in dieser Sitzungskette laufenden Vorlagen geben dazu einen Ausblick. In Vertretung gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: - Anlage A
Anlage A
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Anlage A zur V/0459/2024 Kurzüberblick Mit einem Anteil von 47% im Modal Split ist der Radverkehr in Münster von besonderer Bedeu- tung im Mobilitätsgeschehen und wird auch weiterhin im Fokus der städtischen Verkehrsplanung stehen. Aufgrund der Vielzahl an in den letzten Jahren angestoßenen und in die Umsetzung ge- brachten Maßnahmen gibt dieser Bericht einen zusammenfassenden und strukturierten Überblick über die wesentlichen aktuellen Aktivitäten und untergliedert dazu in die Themenbereiche “Rad- verkehrsinfrastruktur”, “Service und Komfort” sowie “Kommunikation”. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage und der Förderung des Radverkehrs werden verschiedene Ziele aus dem ISM- Prozess verfolgt, insbesondere: Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Finanzierung Produktgruppe: 1201 Bereitstellung von Verkehrsflächen und -anlagen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Durch eine gezielte Radverkehrsförderung wird bedeutenden strategischen Zielsetzung der Stadt Münster, u.a. festgehalten im Masterplan Mobilität Münster 2035+ und dem Masterplan 100% Klimaschutz, Rechnung getragen. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Querschnittsthemen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Demographie sind durch Maßnahmen der Radverkehrsförderung maßgeblich berührt, denn die Stärkung des Radverkehrs ist ein zent- rales Instrument zur Schaffung von klimafreundlichen Mobilitätsstrukturen bei gleichzeitig stei- genden Bevölkerungszahlen.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (17)
- Dieckstraße
- Kötterstraße
- Goldstraße
- Eulerstraße
- Dyckburgstraße
- Berliner Platz
- Horstmarer Landweg
- Von-Vincke-Straße
- Manfred-von-Richthofen-Straße
- Schmeddingstraße
- Bismarckallee
- Kanalpromenade
- Kirschgarten
- Burgstraße
- Promenade
- Dingstiege
- Bohlweg
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0459/2024
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 26.07.2024
- Erstellt
- 24.07.2024 18:12