V/0114/2025
Entscheidung zur Heideggerstraße
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Anlage3_A_H_0023_2022_Antrag_CDU-Fraktion
1872 Zeichen
CDU-Fraktion in der BV-Hiltrup Münster, 22. Oktober 2022 Antrag an die BV-Hiltrup gem. § 21 Abs. 1 Nr. 11 der Hauptsatzung Heideggerstraße in Hiltrup / Keine Umbenennung ohne Beteiligung der Anwohner Die BV-Hiltrup möge beschließen : 1. Vor Beratung und Entscheidung der BV-Hiltrup über die Vorlage V/0565/2022 ( Umbenennung der Heideggerstraße in Marga -Niedenführ-Straße) werden die in der Heideggerstraße gemeldeten volljährigen Anwohner von der Verwaltung befragt, ob sie eine Umbenennung der Straße wünschen. 2. Das Ergebnis der Befragung ist der BV-Hiltrup vorzulegen. Begründung: Mit Vorlage V/0565/2022 ( Umbenennung der Heidegge rstraße in Marga -Niedenführ-Straße) schlägt die Verwaltung aufgrund einer Bürgeranregung ( Nr. 2022 -00065) vom 29. Mai 2022 und eines Antrages aus der BV-Hiltrup ( A-H/0015/2015) vom 13. November 2015 die Umbenennung der Heideggerstraße vor. Inzwischen liegen eine gegenteilige Bürgeranregung ( Nr. 2022 -00134) und mehrere ablehnende Äußerungen von Anwohnern vor. Die Umbenennung ist rechtlich nicht geboten; die BV -Hiltrup entscheidet in ausschließlicher Zuständigkeit. Die betroffenen Anwohner sind zu der beabsichtigten Umbenennung nicht gehört worden , obwohl eine Umbenennung erhebliche Kosten und Mühen verursachen würde. Um dem Gebot der Partizipation Rechnung zu tragen und zur Vorbereitung einer Entscheidung ist daher eine entsprechende Befragung der Anwohner durchzuführen. Da die Heideggerstraße über lediglich 32 Hausnummern erschlossen ist, hält sich der Aufwand für eine Befragung in engen Grenzen. Für die Fraktion: Martin Schulze-Werner Christoph Kunstlewe CDU-Kreisverband Münster e.V. Mauritzstraße 4-6 • 48143 Münster Telefon (02 51) 4 18 42-0 Telefax (02 51) 4 18 42-44 post@cdu-muenster.de • www.cdu-muenster.de V/0114/2025 - Anlage 3
Anlage6_Auswertung_Mitteilungen
14143 Zeichen
Lfd. Nr. Text*
Für Umbenennung
1 Alle Sachargumente sprechen für eine Umbenennung. Ich hoffe, dass diese Argumente
bei der Entscheidung zum Tragen kommen.
2
Die heute bekannten Informationen sprechen dafür, dass Martin Heidegger wegen seiner
NSDAP-Mitgliedschaft und seiner politischen Positionen nicht durch einen Straßennamen
geehrt werden sollte. Dies sollte als zentrales Argument bei der Entscheidung
ausschlaggebend sein.
Gegen Umbenennung
3 Seit der Benennung im Jahr 1975 sind keine neuen Fakten bekannt geworden, die
hinreichend Anlass zur Umbenennung der Heideggerstraße geben.
4 Es hat sich noch nie jemand an unserem Straßennahmen gestört. 1975 wäre das sonst
doch schon jemanden aufgestoßen!
5 Wohne seit mehr als 20 Jahren hier. Der Straßenname hat weder bei mir - noch in
meinem Umfeld - zu Irritationen geführt.
6 Meiner Meinung nach gibt es keinen Anlass die Straße umzubenennen. Seit über 30
Jahren Heideggerstraße und so soll es bleiben. Geschichte ist Geschichte.
7 Leider gibt es Leute, die wohl nichts zu tun haben. Ich habe bereits immer mit dem
Namen ohne Probleme gelebt.
8
"In einer Straße mit diesem Namen möchte ich nicht wohnen", so ein Anwohner bei der
Anhörung in der Hiltruper Stadthalle. Er ist mit Sicherheit freiwillig hierhergezogen und
dann missfällt ihm der Straßenname und das reicht aus, um eine Umbenennung zu
beantragen? In der öffentlichen Wahrnehmung war Martin Heidegger anerkannter
Philosoph. Seine NSDAP-Mitgliedschaft war eine Episode in seinem Leben, wobei u.a.
auch die Propaganda-Maschinerie zu jener Zeit berücksichtigt werden muss. Er war kein
Kriegsverbrecher. Wenn sich die Bezirksvertretung letztlich für eine Umbenennung
entscheidet, auch gegen den Willen der Anwohner, dann verstehe ich die Welt nicht
mehr. Diese völlig sinnlose Debatte muss in Hiltrup endlich beendet werden - sie ist nur
noch peinlich! Wer will sich denn hier profilieren?
9 Verbindung von Heidegger einwandfrei geklärt?
10 Man darf die Vergangenheit nicht wegwischen. Wir müssen daraus lernen. Alles ändern
macht die Vergangenheit nicht wieder gut.
11
Mein Diskussionsbeitrag siehe unten!
LEIDET
denn z.Z. jemand unter dem Namen Heidegger? Kann derjenige "gelebte
Geschichte" nicht akzeptieren? Wir haben doch "UNRUHEHERDE" z.Z. in der Welt
genug! Müssen dann örtlich
jetzt zusätzlich noch weitere Diskussionen initiiert werden
und muss dafür letztlich viel Geld zusätzlich ausgeben werden? Haben wir z.Z. noch nicht
genug andere Probleme zu bewältigen, für die viel Geld benötigt wird? Und die vor allem
akuter zu bewältigen sind! Also lasst die "HEIDEGGER-Straße" bitte weiterhin im
Straßenbestand des schönen Hiltruper Ortsteils und lasst RUHE einkehren!
12
Bei Umbenennungen von Südstr. in 1974/75 hätte man berücksichtigen müssen, dass
Heidegger etwas mit der NS zu tun gehabt [hat]. Warum jetzt?
Wenn man etwas werden wollte, musste man in der NSDAP sein!
13 Ich verstehe es nicht, dass jetzt plötzlich auf Herrn Heidegger geschaut wird.
Alle, die etwas werden wollten, wurden gezwungen in [der] NSDAP zu sein!
Fortsetzung
*) [ Text ] → Anmerkungen / Einfügungen zum besseren Verständnis bzw. aus Gründen des Datenschutzes.
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Umbenennung der Heideggerstraße in Münster-Hiltrup
Bemerkungen: Hier 70 Bemerkungen von 53 Befragten.
V/0114/2025 - Anlage 6
Lfd. Nr. Text*
Gegen Umbenennung (Fortsetzung)
14 Unverschämtheit! Jede Ecke soll umbenannt werden, weil es irgendeinem grünen
woke[n] Idioten nicht passt. Wollen wir nicht gleich Münster komplett umbenennen?
15 Geschichtlich völlig überzogene Bedenken.
16 Die Stadtvertreter sollten sich um wichtigere "Dinge" kümmern als um so einen
Umbenennungsschwachsinn! [Name genannt]
17 Besser wäre die Aufklärung und Information über die Person in der Politik.
18
Denken Sie bitte mehr an die gegenwärtigen Zustände, die eine positive Denk- und
Handlungsweise fordern, wie selbstverständliche Hilfemaßnahmen, Kostenersparnisse
für Jung und Alt, Umgang mit den Medien, Unterstützung, Aufmerksamkeit und
Anerkennung unserer älteren Generation, die die Zeit nach dem Krieg bewältigt haben.
19
Im Sinne der Demokratie ist es wichtig sich mit Geschichte auseinanderzusetzen. Das
negieren bzw. löschen entspricht nicht diesem Sinne. Der breiten Masse ist Heidegger
(wenn überhaupt) als Philosoph bekannt. Die Nähe zur NS betrug nur einen geringen
Teil seines Lebens.
20
Zu einer lebendigen, wehrhaften Demokratie gehört die Auseinandersetzung mit der
Vergangenheit! Eine Umbenennung kommt einer Zensur gleich und ist das Mittel von
Diktaturen / Despoten. Die Umbenennung wäre der Mantel des Schweigens und dem
Wegducken vor der Geschichte, die ein Teil unseres Landes ist.
21 Dann müsste man ebenfalls überlegen, ob wir das Kant-Gymnasium nicht auch
umbenennen müssen. Heidegger war in erster Linie Philosoph!
22 Er war Philosoph und lebte nicht das Nazitum aus! Wo fängt man da an und wo hört man
da auf?
23 Man kann die Vergangenheit nicht ändern, nur für die Zukunft aus ihr lernen. Was ist,
wenn keiner mehr fragt: Wer war Heidegger oder Hindenburg?
Hinweisschild / Plakette / QR-Code / Information
24
Ich rege die Einrichtung einer Steele an mit folgenden Elementen / Gründen:
1. Antisemitische Aktivitäten / Äußerungen Heideggers
2. Warnung vor Antisemitismus / Rassismus heute
3. Methode: Beteiligung von Schulklassen / Bürgerbüro, z.B. durch Facharbeiten,
Referate, Ausstellungen etc.
Begründung:
a) Ein bloße Etikettenänderung / Namensänderung wird dem Anliegen nicht gerecht.
Erinnerung braucht Infos biographischer / historischer Art.
b) Einstellungsänderung braucht Erinnerung, nicht nur Feierstunden etc.
Ich wäre zur Mitarbeit bereit. [Handynummer und Adresse angegeben]
25
Ich bitte außerdem um einen Erinnerungsplakette oder ähnlichem, welche an den
problematischen Teil von M. Heideggers Vergangenheit erinnert, damit unsere
Geschichte nicht ungewollt reingewaschen wird.
Sollte keine Umbenennung stattfinden, bitte ich ebenso darum mit Hinweistafeln o.Ä.
auf Heideggers Bezug zum Führerkult etc. aufmerksam zu machen.
26 Ich sehe keinen Bedarf für eine Umbenennung.
Ein kleines Extra-Hinweisschild zur Einordnung würde vollkommen ausreichen!
27 Nicht umbenennen, eventuell mit Zusatz versehen.
Fortsetzung
*) [ Text ] → Anmerkungen / Einfügungen zum besseren Verständnis bzw. aus Gründen des Datenschutzes.
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Umbenennung der Heideggerstraße in Münster-Hiltrup
Bemerkungen - Fortsetzung: Hier 70 Bemerkungen von 53 Befragten.
Lfd. Nr. Text*
Hinweisschild / Plakette / QR-Code / Information (Fortsetzung)
28 Eine Ergänzung des Schildes scheint (wie in der Anhörung angeregt) sinnvoll.
29
Man sollte zur weiteren Information ein[en] Hinweis oder QR-Code am Straßenschild
anbringen. Somit wird jedem die Möglichkeit gegeben, sich zu informieren und nichts
gerät in Vergessenheit.
30 Durch die Beibehaltung des Namens inkl. QR-Code o.Ä. bleibt die Auseinandersetzung
mit der Person und seinem Verhalten in der NS-Zeit weiterhin möglich.
31
Ich bitte Sie, an die Straßenschilder einen QR-Code zu kleben. So können Sie viel Geld
sparen und unsere Kinder lernen wer Heidegger war. Der Nationalsozialismus darf nie in
Vergessenheit geraten. Die Folgen könnten dann so sein, wie der Angriffskrieg der
Russen auf die Ukraine!
Neuer Name
32 Wenn doch, auf keinen Fall "Marga-Niedenführ"! Was einfaches - ohne Namensbezug!
33
Wenn doch Umbenennung, dann bitte "einfachen" neuen Namen, nicht so etwas
kompliziertes wie "Marga-Niedenführ-Str.". Bitte!!! Das muss man immer durchbuch-
stabieren, nervtötend!
34 Es wäre schön - wenn es zu einer Umbenennung kommt - weibliche Persönlichkeiten in
Erwägung zu ziehen.
35
Eine Umbenennung in "Marga-Niedenführ-Str." stimme ich ausdrücklich nicht zu. Eine
politisch umstrittene Frau, deren Wohnsitz schon vor 1991 nicht mehr in Münster war -
und danach sich jede Spur verloren hat und damit nur ein Einsetzen für einen Seerund-
gang als "Auszeichnung" übrigbleibt, ist wohl nicht geeignet geehrt zu werden. Wie war
Ihre Gesinnung in der NS-Zeit? Wird das auch erst wieder Jahre später bekannt und
fangen wir dann wieder von vorne an? Für mich eine politische Lokalposse.
Mit freundlichen Grüßen [Name genannt]
36
Marga-Niedenführ-Str. finde ich absolut inakzeptabel. Wenn eine Umbenennung, dann
bleiben wir doch bitte bei den Philosophennamen.
Vorschlag: Hannah-Ahrendt-Str. oder Simone-Weil-Str. oder Margarethe-Susmann-Str.!
Ein konsequenter Gegenentwurf: Philosophinnen, weiblich, jüdisch.
37 Ich schlage vor, die Straße in Hannah-Ahrendt-Straße umzubenennen!
38 Sicherlich lassen sich noch Alternativen zu dem Vorschlag Marga Niedenführ finden.
Es wäre schön, wenn der [Name] etwas mit den anliegenden Straßennamen zu tun hätte.
39
Es gibt sicher noch Alternativen zu Marga Niedenführ. Diese Politikerin ist keine nach-
vollziehbare Option für mich. Eine andere Frau, die sich sozial oder wie auch immer
engagiert hat, wäre deutlich besser. Ein eindeutig positiver besetzte Rolle, eine wirklich
ehrenhafte Frau.
40
Der politisch geprägte Ersatz ist nicht akzeptabel. Selbst als Hiltruper seit über 40 Jahren
ist mir diese Person nicht bekannt. Der Name ist sperrig, zu lang. Bei Heidegger denkt
die Breite Masse sicher nicht an die NS-Zeit, bei M. Niedenführ aber ganz sicher an gar
nichts weil absolut unbekannt.
41
Ich bin dafür, dass der Straßenname "Heideggerstr." beibehalten wird. In jedem Fall
spreche ich mich gegen eine Umbenennung in "Marga-Niedenführ-Straße" aus.
Für den Fall, dass eine Änderung vorgenommen wird, fordere ich, dass auch Vorschläge
der Anwohner eingeholt, ergebnisoffen geprüft und ggf. berücksichtigt werden.
Fortsetzung
*) [ Text ] → Anmerkungen / Einfügungen zum besseren Verständnis bzw. aus Gründen des Datenschutzes.
Bemerkungen - Fortsetzung: Hier 70 Bemerkungen von 53 Befragten.
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Umbenennung der Heideggerstraße in Münster-Hiltrup
Lfd. Nr. Text*
Aufwand / Kosten
42
Ich hielte das für jetzt und für die überschaubare Zukunft für eine sinnlose Geldausgabe.
Was soll das plötzlich nach so vielen Jahren? Leidet heute noch jemand darunter? Muss
deshalb nach so vielen vergangenen Jahren wieder so viel Geld ausgeben werden, weil
irgendjemand als "kluger Kopf" sich durchsetzen und "klug erscheinen" möchte?
43 Wegen dem bürokratischen Aufwand.
44 Geld sparen, schnell entscheiden, Verwaltung entlasten. "Berufspolitiker" sollten endlich
lernen, mit dem Geld der Bürger verantwortungsvoll umzugehen.
45 Es gibt so viel Elend und Not auf dieser Welt, Kriege …
Da wäre das Geld für diesen Verwaltungsaufwand besser angelegt.
46 Das Geld für die Umbenennung kann sicher besser eingesetzt werden.
47 Kosten der Umbenennung! Termine für Umschreibung / Ummeldung nicht arbeitnehmer-
freundlich.
48 Es wäre auch eine Geldverschwendung, die besser in andere Projekte investiert werden
kann. Es gibt doch wahrhaftig Wichtigeres.
49 Den Aufwand nicht zu vergessen.
50 Verursacht nur unnötigen Aufwand, Kosten etc.
51 Kosten für Münster und Anwohner.
52 Also warum zusätzliche Kosten für Münster und Anwohner?
53 Und dafür soll ich auch noch bezahlen? Ich ziehe rechtliche Schritte in Erwägung. Ich
werde keine Cent!! für eine Umschreibung meiner Papiere bezahlen!!!
54 Aufwand + Kosten würden den Nutzen klar übersteigen.
55 Ein unnötiger Aufwand an Steuergeldern und für Anwohner eine unzumutbare Belastung.
56 Die hierfür finanziell notwendigen Aufwendungen wären / sind an anderen Stellen
wahrhaftig besser angelegt (Schulen, Kitas, Krankenhäuser …).
57
Ich denke, dass die Stadt Münster wirklich wichtigere Dinge angehen sollte!!
Das Debakel mit dem Kita-Navigator und der damit verbundenen Unsicherheit bei so
vielen Eltern erscheint mir wesentlich vorrangiger als Straßennamen zu ändern!!!!
58 Es entstehen unnötige Kosten. Enormer Aufwand.
59
Bitte nicht!!! Es ist für ALLE Beteiligte ein enormer Aufwand für nichts und wieder nichts.
Die Stadt hat dadurch Kosten die lieber in andere Projekte fließen sollten.
Einige Nachbarn sind selbstständig und müssen dann den Bulli neu bekleben und
Visitenkarten neu erstellen lassen.
60 Zu viel Verwaltungs- und Folgekosten. Dieses Geld sollte lieber Kindergarten- und
Grundschulkindern zugute kommen.
61 Das Geld sollte lieber für soziale Projekte verwendet werden.
62 Es wird ein großer Aufwand, wegen Dokumenten und Datenänderung.
63
Mit der Umbenennung bürdet man den Bürgern unnötige Arbeit auf. Auch wenn neue
Dokumente kostenlos sind, müssen diese beantragt werden. Dies ist derzeit bei der Stadt
Münster nur mit Aufwand möglich. Zusätzlich ist eine Adressänderung im privaten nicht
unerheblich.
Fortsetzung
*) [ Text ] → Anmerkungen / Einfügungen zum besseren Verständnis bzw. aus Gründen des Datenschutzes.
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Umbenennung der Heideggerstraße in Münster-Hiltrup
Bemerkungen - Fortsetzung: Hier 70 Bemerkungen von 53 Befragten.
Lfd. Nr. Text*
Anderer Heidegger
64
Aus meiner Sicht gibt es mehrere bekannte Persönlichkeiten mit dem Namen Heidegger,
so dass der Umstellungsaufwand für die Straßenbewohner nicht zu rechtfertigen ist.
Mit freundlichen Grüßen [Name genannt]
65 Es ist nur ein Straßenname! Es gibt viele, die Heidegger heißen.
66 Außerdem gibt es mehrere Heidegger. Warum muss man dann unbedingt vom
schlechtesten ausgehen - in diesem Fall dem "Nazi"?
Sonstiges
67 Geht mir nicht auf die Nerven!
68
Ich danke für die Beteiligung an der Umfrage und auch für den organisatorischen Fleiß
der Beteiligten an der Vorbereitung dieser Aufgabe/Umfrage.
Mit freundlichen Grüßen [Name genannt]
69 Ich empfehle dem Veranlasser eine Psychotherapie zur Behandlung seiner Neurose.
70
Es stellt sich hier die Frage, wie dann Straßen mit militärischen Bezug oder mit Kontext
zur Firmen die mit der Rüstungsindustrie oder Zwangsarbeitern in Verbindung noch
bestehen bleiben können (vgl. Max Winkelmann als Ehrenbürger Hiltrups).
*) [ Text ] → Anmerkungen / Einfügungen zum besseren Verständnis bzw. aus Gründen des Datenschutzes.
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Umbenennung der Heideggerstraße in Münster-Hiltrup
Bemerkungen - Fortsetzung: Hier 70 Bemerkungen von 53 Befragten.
Anlage A
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Anlage A zur V/0114/2025 Kurzüberblick Die Heideggerstraße wird nicht umbenannt. Die Anregungen auf Umbenennung der Hei- deggerstraße bzw. auf den Verzicht der Umbenennung sind erledigt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Der Verzicht auf die Umbenennung der Heideggerstraße dient dem Ziel »Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt wei- terzuentwickeln.« Finanzierung Produktgruppe: 09 02 Vermessung, Kataster, Geoinformation Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Durch den Beschluss entstehen der Stadt Münster keine Kosten und keine Folgekos- ten. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Keine
Beschlussvorlage
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V/0114/2025 V/0114/2025 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Entscheidung zur Heideggerstraße Beratungsfolge 12.06.2025 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Name Heideggerstraße wird beibehalten. 2. Die Anregung nach § 24 Gemeindeordnung NRW Nr. 2022-00065 vom 29.05.2022 mit der Bit- te die Heideggerstraße umzubenennen (Anlage 1), ist damit erledigt. 3. Die Anregung nach § 24 Gemeindeordnung NRW Nr. 2022-00134 vom 14.10.2022 „die Hei- deggerstraße soll nicht umbenannt werden“ (Anlage 2), ist damit erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten. Begründung: Mit der Anregung nach § 24 Gemeindeordnung NRW Nr. 2022 -00065 (siehe Punkt I.2.) wird ange- regt, dem Vorbild der Stadt Freiburg zu folgen und die Heideggerstraße umzubenennen, mit der An- regung Nr. 2022-00134 (Punkt I.3.) wird das Gegenteil gefordert, die Heideggerstraße nicht umzube- nennen. Zur Person Martin Heidegger Martin Heidegger geboren am 26.9.1889 in Meßkirch, Baden, gestorben am 26.5.1976 in Freiburg im Breisgau; bekannter Philosoph, 1923-1928 Professor in Marburg, 1928-1945 in Freiburg. Vermessungs- und Katasteramt 22.04.2025 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Schw abe Telefon: 492-6235 Schw abeNora@stadt- muenster.de - 2 - V/0114/2025 Ab 1933 Mitglied der NSDAP, erster nationalsozialistischer Rektor in Deutschland, betrieb die Gleich- schaltung der deutschen Universitäten. Sein Werk und seine Person führen heute zu kontroversen Diskussionen. Im Jahr 2014 wurden die bis dahin unbekannten „Schwarzen Hefte“, Denktagebücher Heideggers aus den Jahren 1931 bis 1975, veröffentlicht. In den Heften der Jahre 1938 bis 1941 und 1941 bis 1948 äußert sich Heidegger zum Judentum. Seitdem gibt es eine Debatte über Martin Heideggers Haltung zum Antisemitismus. In der Anregung Nr. 2022-00065 wird auf ein Gutachten der Stadt Freiburg verwiesen. Dieses Gut- achten betont Heideggers aktive Rolle als Rektor der Universität Freiburg während der nationalsozia- listischen Machtübernahme und eine mangelnde Distanzierung nach 1945. Inwieweit die politische Haltung Heideggers und seine antisemitischen Äußerungen in Wechselwirkung mit seinem phi loso- phischen Werk stehen, bleibt weiterhin umstritten. Einstimmig empfahl die Freiburger Kommission die Umbenennung, wie dem Abschlussbericht der Kommission zur Überprüfung der Freiburger Straßen- namen, Seiten 42 - 43 zu entnehmen ist: (https://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/params_E1625727966/1028363/Strassennamen_Abschl ussbericht.pdf) . Ein Überb licksartikel im Internetportal W ikipedia bietet einen Überblick über die Kontroverse und nennt weitere Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger_und_der_Nationalsozialismus. Am 3. März 2020 hat d er Gemeinderat der Stadt Freiburg mehrheitlich für die Umbenennung des Martin-Heidegger-Wegs gestimmt. Dabei handelt es sich um einen Spazierweg im Stadtwald ohne Anwohnende. Rund zwei Jahre später ging bei der Stadt Münster die Anregung nach § 24 der Geme indeordnung NRW ein, dem Gutachten und der Entscheidung in Freiburg zu folgen. In einer weiteren Anregung Nr. 2022-00134 wird gegen eine Umbenennung angeführt, „dass nicht alle unbequemen Dinge unter den Teppich gekehrt und verborgen werden“ und der antragstellenden Person als Gewerbetreibender bei einer Umbenennung erheblicher Aufwand und Kosten entstehen würden. Straßenbenennungen nach Martin Heidegger gibt es insgesamt elf Mal in Deutschland, u.a. in den Städten Hamm, Leverkusen, München und Münster. Ab gesehen von der Umbenennung in Freiburg ist andernorts bisher nicht über eine Umbenennung des Straßennamens abgestimmt worden. Bisheriges Verfahren Die Verwaltung hat die Anregung zur Umbenennung der Heideggerstraße aufgegriffen und der Be- zirksvertretung Münster-Hiltrup im November 2022 die Vorlage V/0565/2022 (Umbenennung der Hei- deggerstraße in Marga-Niedenführ-Straße) vorgelegt. Die Bezirksvertretung hat in ihrer Sitzung am 15. November 2022 die Vorlage geschoben und den Antrag der CDU -Fraktion A-H/0023/202 (siehe Anlage 3) einstimmig beschlossen, in dem die Verwaltung beauftragt wird , eine Informationsveran- staltung für Bürger*innen durchzuführen und die in der Heideggerstraße gemeldeten volljährigen An- wohner zu befragen, ob sie eine Umbenennung der Straße wünschen. Die Bürgerinformationsveranstaltung fand am 27.2.2023 in der Stadthalle Hiltrup statt. Die Veranstal- tung wurde durch den Bezirksbürgermeister Herrn Stein geleitet und die Verwaltung hat das Verfah- ren einer Straßenumbenennung erläutert und eine kritische Einordnung zu der Person Martin Hei- degger vorgenommen. Der Inhalt des Vortrags des Stadtarchivs ist als Anlage 4 beigefügt. Die Bür- - 3 - V/0114/2025 ger*innen konnten Fragen stellen und sich zu der Straßenumbenennung äußern. Die meisten Anwe- senden sprachen sich gegen eine Umbenennung der Straße aus. Im nächsten Schritt wurden die Anwohnenden und die Grundstückseigentümer*innen von der Verwal- tung befragt, ob sie eine Umbenennung der Straße wünschen. Das Ergebnis wurde der Bezirksvertre- tung vorgelegt. Von insgesamt 195 verschickten Fragebögen wurden 135 zurückgeschickt. Über 90% der Befragten lehnten eine Umbenennung ihrer Straße ab (siehe Anlage 5). In dem angebotenen Bemerkungsfeld konnten die Befragten sich zu der Umbenennung äußern. Es gab 70 Einträge von 53 Befragten (siehe Anlage 6). Dabei gab es u. a. 2 Mitteilungen für und 21 gegen eine Umbenennung 21 Äußerungen gegen den Aufwand für die Betroffenen und die Kosten für die Verwal- tung 8 Mitteilungen bezogen sich darauf, wie man vor Ort über die Person Martin Heidegger informieren könnte (Hinweisschild / Plakette / QR-Code) Die Anwohnenden wurden damit, entsprechend des o. g. Antrags der CDU-Fraktion in der BV-Hiltrup, beteiligt. Entscheidung über den Straßennamen Heideggerstraße Die Anregungen nach § 24 GO NR W zur Umbenennung beziehungsweise zur Beibehaltung des Straßennamens werden mit dieser Beschlussvorlage aufgegriffen. Argumente für eine Umbenennung sind dem o. g. Gutachten der Freiburger Kommission und dem Vortrag des Stadtarchivs (Anlage 4) zu entnehme n. Argumente gegen eine Umbenennung enthalten Mitteilungen der Betroffenen (Anlage 6). Nach der ersten Diskussion 2022 und der Bürgerinformationsveranstaltung 2023 hat der Rat der Stadt Münster in seiner Sitzung am 11. September 2024 Leitlinien zu Ehrungen im öffentlichen Raum und einheitliche Verfahrenswege zur Neubenennung und Umbenennung von Straßen beschlossen, die den zuständigen politischen Gremien eine Handlungsorientierung bieten können. Seit dem Be- schluss der Leitlinien werden die verschiedenen Ver fahren zu Straßenumbenennungen in den Be- zirksvertretungen weitergeführt. Die Leitlinien betrachten eine Umbenennung von Straßen als absolu- te Ausnahme und ermöglichen diese nur, (Ziffer 8) „wenn es aus Gründen der besseren Orientierung geboten ist oder Fakten und eine historische Bewertung vorliegen, die zweifelsfrei nachweisen, dass die Ehrung der Person(-engruppe) unzulässig ist (vgl. Ziffer 6) oder die ursprüngliche Straßenbenen- nung propagandistischen Zwecken der nationalsozialistischen Zeit diente“. Die wissenschaftlichen Einordnungen, u. a. der Beitrag des Stadtarchivs zur Informationsveranstal- tung 2023 (Anlage 4), belegen Heideggers Nähe zum Nationalsozialismus. Gleichwohl ist der wissen- schaftliche Diskurs über die Rückwirkungen Heideggers politischer Haltung auf sein philosophisches Werk und damit dessen überzeitlichen Wert nicht abgeschlossen. Die Frage, ob eine Ehrung der Per- son Martin Heideggers dem Ansehen der Stadt Münster schadet, lässt sich nicht zweifelsfrei beant- worten und bleibt immer ein Abwägungsprozess. Neben der Bewertung der Person sind die Belange der Anwohnenden bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Grundsätzlich bleibt das zuständige Gremium in seiner Entscheidung frei. Als Fazit aus den vorliegenden Fakten und unter Be achtung der Leitlinien empfiehlt die Verwaltung die Beibehaltung des Namens Heideggerstraße. Die Belange der Anwohnenden und Grundstücksei- gentümer*innen finden damit Berücksichtigung. - 4 - V/0114/2025 gez. Markus Lewe Oberbürgermeister Anlagen: Anlage A Anlage 1 Anregung nach § 24 GO NRW Nr. 2022-00065 Anlage 2 Anregung nach § 24 GO NRW Nr. 2022-00134 Anlage 3 Antrag der CDU-Fraktion in der BV-Hiltrup A-H/0023/2022 Anlage 4 Zusammenfassung des Vortrags des Stadtarchivs Anlage 5 Auswertung Fragebogen Anlage 6 Auswertung Mitteilungen Anlage 7 Leitlinien Ehrungen im Öffentlichen Raum
Anlage5_Auswertung_Fragebogen
1079 Zeichen
• Fragebögen wurden an alle Anwohner/innen im Befragungsgebiet vor Ort verteilt.
• Laufzeit der Umfrage: 1 4 . 0 3 . 2 0 2 3 - 3 1 . 0 3 . 2 0 2 3
(berücksichtigt wurden Eingänge per Post bis zum 04 04.2023)
Rücklaufquote insgesamt = 69,2 % (135 von 195 Fragebögen)
Rücklaufquote Anwohner/innen = 70,1 % (117 von 167 Fragebögen)
64,3 % ( 18 von 28 Fragebögen)
Anwohner/innen
Eigentümer/innen
- nicht wohnhaft an
der Heideggerstraße
absolut absolut absolut in %
JA 10 2 12 8,9 %
NEIN 107 16 123 91,1 %
Gesamt 117 18 135 100,0 %
Insgesamt gab es Bemerkungen von 53 Befragten.
Auswertung: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Insgesamt
Umbenennung der Heideggerstraße in Münster-Hiltrup
• Eigentümer/innen, die nicht auch an der Heideggerstraße wohnen, erhielten die
Fragebögen per Post.
Rücklaufquote Eigentümer/innen
- nicht wohnhaft an der Heideggerstraße =
Befragung der Anwohner/innen und Eigentümer/innen
Fragebogen
V/0114/2025 - Anlage 5
Anlage1_Anregung-00065-2022_geschwaerzt
2158 Zeichen
Von: Ratsservice An: Andreas Lembeck; Jürgen Kupferschmidt; Jan Hirsch; Ingrid Dierkes Betreff: WG: Buergeranregung Datum: Sonntag, 29. Mai 2022 15:32:24 Von: Gesendet: Sonntag, 29. Mai 2022 15:32:20 (UTC+01:00) Amsterdam, Berlin, Bern, Rom, Stockholm, Wien An: Ratsservice Betreff: Buergeranregung Adressat: Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Thema: Name der Heideggerstr. Anregung / Antrag: Sehr geehrte Bezirksvertretung, ich bitte darum dem Vorbild der Stadt Freiburg zu folgen und die Heideggerstraße umzubenennen. Begründung: Nachdem ich jetzt seit ein paar Monaten in der Heideggerstr. wohne, habe ich den Wikipedia Eintrag [1] von Martin Heidegger geöffnet – und habe seitdem Unwohlsein seinen Namen in meiner Anschrift wiederzufinden. Ich zitiere ein von der Stadt Freiburg beauftragtes Gutachten [2]: „ Mag Heidegger als Philosoph Weltruhm genießen, so steht seine verhängnisvolle Rolle bei der Nazifizierung der deutschen Universität außer Frage („Führerverfassung“). Auch ist in historischen Recherchen zur Genüge belegt, dass Heidegger bis 1945 die Protektion höchster Parteikreise erhielt und sich auch nie deutlich vom Nationalsozialismus und seinem „Irrtum“ distanzierte. Er erhielt von der französischen Besatzungsmacht Lehrverbot und wurde erst 1957 im Zuge des Universitätsjubiläums (500 Jahre) öffentlich rehabilitiert. Inzwischen lässt sich anhand von Briefzeugnissen Heideggers nachweisen, dass er seit dem Ersten Weltkrieg für eine völkisch-nationale Wiedergeburt Deutschlands eintrat, die in ihrer, von ihm 1933 propagierten Radikalität weit über die nationalsozialistischen Ambitionen hinausging. “ Die Kommission, welche das Gutachten erstellt hat, empfahl in Folge dessen einstimmig die Umbenennung des Freiburger „Martin-Heidegger-Weg“. Dieser Empfehlung kam der Gemeinderad Freiburgs 2020 nach. $QUHJXQJ1U V/0114/2025 - Anlage 1 Danke und mit freundlichen Grüßen, [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger_und_der_Nationalsozialismus [2] https://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/params_E- 874030221/1028363/Strassennamen_Abschlussbericht.pdf Eventuelle Dateien befinden sich im Anhang dieser E-Mail.
Anlage2_Anregung-2022-00134_geschwaerzt_PDF
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Anregung gemäß § 24 Gemeindeordnung NRW Ihre Kontaktdaten Name Vorname PLZ Ort Münster Straße Hausnummer Telefon E-Mail Bitte wählen Sie einen Adressaten aus Adressat1 gewaehlte Option Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Adressat2 gewaehlte Option Bezirksvertretung Münster-Mitte Ihre Anregung Thema Diskussion Umbenennung Heideggerstrasse Anregung Die Heideggerstrasse soll nicht umbenannt werden. Ersatzweise soll statt eines Personenbezugs der alte Name Südstraße verwendet werden. Begründung Es gibt dazu drei Punkte: Zur Beschwerde des konkreten Bürgers: Wenn man an einen neuen Ort zieht, der einem nicht gefällt, muss man sich anpassen, nicht der Ort und das Umfeld. Ich bin in der Heideggerstrasse aufgewachsen und habe meine schulische Ausbildung am Immanuel Kant Gymnasium genossen. Dort habe ich auch Philosophie als Schulfach gehabt. Durch den Strassennamen wurde im Unterricht sowohl zu Heidegger, Hegel als auch Kant eine kritische Diskussion geführt. Es ist sehr wichtig in meinen Augen, dass nicht alle unbequemen Dinge unter den Teppich gekehrt und verborgen werden. Ein Strassenname kann Anlass geben, sich mit der referenzierten Sache zu beschäftigen und auch zur kritischen Reflektion führen. Ferner führe ich als Geschäftsführer-Gesellschafter die trion development GmbH in der Heideggerstrasse. Durch eine Umbenennung würde uns erheblicher Aufwand und auch Kosten (Visitenkarten/Briefpapier Gestaltung, Druckkosten, Entsorgung alter Materialien) entstehen. Zudem besteht die Gefahr, dass potentielle Kunden durch im Internet abrufbare alte Informationen den Eindruck gewinnen, dass die Firma nicht mehr bestünde, oder es Probleme mit der Seriosität gibt. Eine Verhältnismäßigkeit der Umbenennung im Vergleich zu den damit verbundenen Kosten und Aufwänden für alle Bürger, Gewerbetreibenden und nicht zuletzt auch die Stadt sollte aus meiner Sicht transparent dargestellt werden. Die konkreten Kosten sind zu beziffern, und Alternativen, wie z.B. eine Veranstaltung zur kritischen Betrachtung von Philosophen von heute und der Zeitgeschichte oder die Anbringung eines QR Codes an den Strassenschildern zum Abruf neutraler Diskussionen sind zu betrachten. Zur behelfsweisen Umbenennung in die Südstraße: Um jeglichen Verdacht persönlicher Vorteilname auszuschließen und auch für die Zukunft sicherzustellen, dass keine erneute Umbenennung aufgrund von Gründen der genannten Person erforderlich wird, soll der ursprüngliche, neutrale, Name Südstraße von 1975 verwendet werden. Seite 1 von 2 PDF erstellt mit: www.form-solutions.de Artikel-Nr.: KFAS_00330010 ID=KFAS_00330010 Hxt7uKCj 14.10.22 10:47 $QUHJXQJ1U V/0114/2025 - Anlage 2 Datenschutz Für die Nutzung der von mir ausgewählten Transaktion aus dem Online-Dienstleistungsangebot der Stadt Münster ist die Erhebung und Speicherung von personenbezogenen Daten erforderlich. In keinem Fall erfolgt eine Weitergabe der Daten an Dritte. Über den Umgang mit personenbezogenen Daten informiert die Stadt Münster in ihrer Datenschutzerklärung unter https://www.stadt- muenster.de/datenschutz . Die Hinweise der Stadt Münster zum Datenschutz habe ich gelesen. Ich bin damit einverstanden, dass meine personenbezogenen Daten ausschließlich zum Zwecke der von mir aktuell ausgewählten Transaktion aus dem Online-Dienstleistungsangebot der Stadt Münster erhoben und gespeichert werden, damit auf diese zur Bearbeitung und Beantwortung meines Anliegens zurückgegriffen werden kann. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und nehme diese zur Kenntnis. Ich bin damit einverstanden, dass meine Angaben und Daten elektronisch zu den in der Datenschutzerklärung erläuterten Zwecken erhoben und gespeichert werden. Seite 2 von 2 PDF erstellt mit: www.form-solutions.de Artikel-Nr.: KFAS_00330010
Anlage4__Amt47_Kurzvorstellung_Heidegger
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Bürger*innen-Informationsveranstaltung am 27.2.2023 in der Stadthalle Hiltrup
Kurzvortrag: Einordnung des Forschungsstands zur Biographie
Martin Heideggers (1889 - 1976) und seiner Rolle im Nationalsozialismus
Mit Anregungen nach § 24 der Gemeindeordnung NRW wurde die Stadt Münster
aufgefordert, sich kritisch mit dem Straßennamen Heideggerstraße auseinander zu setzen.
Ausgangspunkt dieser Überlegungen ist die Entscheidung der Stadt Freiburg, einen Martin-
Heidegger-Weg wegen dessen prominenter, aktiver Rolle im Nationalsozialismus
umzubenennen.
Die Straßenbenennung in Hiltrup fand übrigens noch zu Lebzeiten Heideggers statt. Heute
würde so eine Ehrung erst nach dem Tod ausgesprochen werden. Schon wenige Jahre nach
Heideggers Tod 1976 erschienen wissenschaftliche Biographien, die sich kritisch mit
Heideggers Haltung zum und im Nationalsozialismus auseinandersetzten.
1 Für den Einstieg
oder Überblick über verschiedene diskussionsbedürftige Stationen in Heideggers politischer,
beruflicher und privater Haltung zum Nationalsozialismus eignet sich ein Wikipedia-Artikel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger_und_d
er_Nationalsozialismus.
Mittlerweile ist auch die Frage, wie sich diese relative Nähe zur NS-Ideologie in Heideggers
philosophischen Werk niederschlägt, intensiv diskutiert worden. Mehrheitlich sind dabei
inhaltliche Verbindungslinien gezogen worden, wenn auch über den Durchdringungsgrad
gestritten wird.
2
Diese Einordnung ist nicht als Versuch zu verstehen, möglichst viele Anwesende von einer
Umbenennung zu überzeugen. Es geht darum, eine kritische Einordnung Heideggers
Persönlichkeit in den Nationalsozialismus zu geben. Welche weiteren Erwägungen neben
1 Einen Meilenstein stellte der Sammelband von Victor Farías dar, in der deutschen Fassung mit einer präzisen
Einleitung von Jürgen Habermas, Heidegger – Werk und Weltanschauung, in: Victor Farías, Heidegger und der
Nationalsozialismus, Frankfurt a. M. 1989, S. 11-37; außerdem Hugo Ott, Martin Heidegger. Unterwegs zu einer
Biographie, Frankfurt am Main 1988; etwas später und zurückhaltender: Rüdiger Safranski, Ein Meister aus
Deutschland. Heidegger und seine Zeit. München 1994.
2 Richard Wolin, Heideggers „Schwarze Hefte“. Nationalsozialismus, Weltjudentum und Seinsgeschichte, in:
Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 63 (2015), Heft 3, S. 379-410, online: https://www.ifz-
muenchen.de/heftarchiv/2015_3_4_wolin.pdf.
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
Ihr Ansprechpartner:
Herr Dr. Philipp Erdmann
Telefon: 02
51 / 4 92-47 02
Fax: 02 51 / 4 92-77 27
erdmann@stadt-muenster.de
V/0114/2025 - Anlage 4
dieser geschichtswissenschaftlichen Perspektive in der Straßennamen-Diskussion zu
berücksichtigen sind, muss im politischen Raum erörtert werden.
Ich werde also keine Ja- oder Nein-Entscheidung präsentieren. Hierfür braucht es mehr
Perspektiven als nur die geschichtswissenschaftliche. Ich will jedoch darlegen, dass es gute
Gründe gibt, über Ehrung Heideggers durch einen Straßennamen in Hiltrup nachzudenken.
Fragen, die zum Nachdenken anregen und bei einer zur kritischen Einordnung helfen
könnten:
1. Lassen sich schon vor 1933 antisemitische oder d er NS-Ideologie naheliegende
Gedanken bei Heidegger finden?
2. Hat er das NS-System ab 1933 unterstützt, und we nn ja: wie?
3. Wie hat er sich nach 1945 zur Demokratie und zum Nationalsozialismus positioniert?
4. Wie wurde und wie wird sein philosophisches Werk heute bewertet?
5. Welche Bedeutung hat Heidegger für Hiltrups Iden tität?
Die ersten drei Fragen lassen sich mittlerweile recht eindeutig beantworten. Die vierte Frage
wäre eine, die vor allem von Fachleuten aus der Philosophie zu beantworten wäre, und die
fünfte Frage ist eine, die in den politischen Raum hier in Hiltrup vor Ort gerichtet ist, und die
auch alle Anwesenden für sich selbst beantworten sollten.
Martin Heidegger war 38 Jahre alt, als er 1928 mit seinem ersten Hauptwerk „Sein und Zeit“
berühmt wurde. Sein Ziel war nicht weniger, als die gesamte abendländische Philosophie
und damit das westliche Weltverständnis einer Grundkritik zu unterziehen, nach dem „Sinn
von Sein“ zu fragen. Sprachlich anspruchsvoll, für manche inspirierend, für manche
überfordernd und für manche aufgebläht, diente er vielen späteren Denkerinnen und
Denkern als Inspiration.
War in diesen Werken aus den 1920ern schon eine nationalsozialistische Haltung
abzulesen? Es gibt indirekte Hinweise oder eine gewissen „Verwandtschaft“ im Denken, aber
eine offen pro-nationalsozialistische Äußerung findet sich wohl nicht.
3 Eine
demokratiebejahende Haltung findet sich aber auch nicht, vielmehr hatte er eine große Nähe
zu extrem konservativen, in Teilen auch völkischen und antijüdischen Positionen. Damit
nahm er in seiner Zeit keine Außenseiterrolle ein. Selbst weniger kritische biographische
Einordnungen, die Heidegger „nur“ als zeitweisen Nazi sahen, betonten, dass er sich nach
der Überwindung liberaler oder demokratischer Tendenzen der Weimarer Republik gesehnt
habe, Sympathien für „Führer“-Persönlichkeiten zeigte und in der NS-Bewegung die Chance
sah, einen radikalen Bruch mit Altem und einen Aufbruch zu etwas Neuem herbeizuführen. 4
Ein viel größeres Problem bei der Würdigung von Heideggers Werk ist sein Engagement
während der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933. Er war zu diesem Zeitpunkt
bereits Professor in Freiburg, wurde am 1. Mai öffentlichkeitswirksam NSDAP-Mitglied, war
Mitgründer von wissenschaftlichen Organisationen im NS-Staat und im März 1933 Rektor
der Uni Freiburg, stand mit 44 Jahren mitten im Leben und auf dem Höhepunkt seiner
wissenschaftlichen wie politischen Karriere – die mindestens öffentliche Unterstützung oder
gar Begeisterung für den Nationalsozialismus lässt sich kaum als Jugendsünde bezeichnen.
3 Vgl. Wolin, Heideggers „Schwarze Hefte“, S. 387f.
4 Vgl. Geier, Manfred: Martin Heidegger. Reinbeck 2005, S. 45ff, schon zu Lebzeiten: Otto Pöggeler: Philosophie
und Politik bei Heidegger. 2. Auflage. Alber, Freiburg / München 1972, S. 109.
Obwohl er 1945 vor dem Entnazifizierungsausschuss behauptete, von Kollegen in das
Rektorat gedrängt worden zu sein, vermuten Historiker heute, dass eine Gruppe
nationalsozialistischer Professoren systematisch auf die Einsetzung Heideggers
hingearbeitet hatte. Wie aktiv er selbst daran mitwirkte, ist umstritten. 5 Vergleichsweise
schnell setzte er das Führerprinzip in „seiner“ Uni durch, hielt massenhaft Reden, darunter
die berühmt gewordene Rektoratsrede „Die Selbstbehauptung der deutschen Universität“
vom 27. Mai 1933. Hier fragte er nach dem „Wesen“ der Universität, sprach von den
Gefahren, die der Universität aus dem alten, dem demokratischen System und z.B. auch
durch den christlichen Glauben drohten, und dem revolutionären Aufbruch in neue Zeiten. 6
Heideggers Amtszeit als Rektor endete nach einem guten Jahr abrupt im April 1934. Er habe
mit seinem Rücktritt gegen die Entlassung seines Vorgängers protestieren wollen, sagte er
nach 1945.7 Daran zweifeln heute Fachleute. In Heideggers einjähriger Amtszeit wurden
relativ viele Beschäftigte aus ideologischen Gründen entlassen; mehr als an anderen
Hochschulen. Gleichwohl setzte sich Heidegger vereinzelt für jüdische Kollegen ein,
allerdings auch nur, wenn sie wichtig für das internationale Renommee „seiner“ Uni waren. 8
Wahrscheinlicher ist, dass er 1934 zurücktrat aus Enttäuschung – nicht über die Ideologie
und die Gewalttaten des Systems, sondern darüber, dass ihm eine wirklich lenkende
Funktion im neuen System verwehrt blieb, sodass er sich auch im „Dritten Reich“ falsch
verstanden fühlte.9 Heidegger wurde schnell in seinem Handlungsspielraum eingeschränkt
durch Funktionäre, die ihn nutzten – wie einen „Hampelmann“, wie sein ehemaliger Freund
Karl Jaspers später sagte –, ihn aber zugleich hinderten, seine Vorstellungen umzusetzen.
Heidegger führte ab 1945 mehrere Verhandlungen vor dem Entnazifizierungsausschuss der
Freiburger Universität. Jaspers trat als Entlastungszeuge auf. Er schrieb in einem Gutachten,
Heideggers Denkart sei ihrem Wesen nach „unfrei, diktatorisch“. 10 Für die Erziehung der
Jugend sei sie vor allem ungeeignet: „ Solange in ihm nicht eine echte Wiedergeburt erfolgt,
die sichtbar im Werk ist, kann m. E. ein solcher Lehrer nicht vor die heute innerlich fast
widerstandslose Jugend gestellt werden .“ 11 Er empfahl ein Lehrverbot, zugleich die
Bereitstellung einer Pension, um dem Philosophen weitere Arbeit zu ermöglichen. Der Senat
der Universität folgte dieser Empfehlung. 12 Öffentlich schwieg Heidegger über seine Rolle im
Nationalsozialismus, selbstkritische Töne oder Reue finden sich nicht.
Die Frage, wie wir heute mit Heidegger und seinem Werk umgehen wollen, ist komplex und
nicht eindeutig zu beantworten. Es geht um die Einordnung von Heideggers Werk und die
Frage, in welchem Verhältnis es zu NS-Ideologie, rassistischen oder antisemitischen
Haltungen steht. Neben der geschichtswissenschaftlichen und philosophiegeschichtlichen
5 Bernd Martin, Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933. Eine Nachlese zu Heideggers Rektorat, in:
Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 136 (1988), S. 445-477.
6 Die Rede ist in Gesamtausgabe Heidegger, Bd. 16, S. 107–117 publiziert.
7 Hugo Ott, Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M. 1992, S. 345.
8 Julia Christine Meier, online Beitrag 2016: https://ns-ministerien-bw.de/2016/01/die-personelle-gleichschaltung-
der-badischen-hochschulen-1933-1935-konformitaet-und-resistenz-in-heidelberg-karlsruhe-und-freiburg-im-
vergleich/#_ftnref177.
9 Daniel Morat, Von der Tat zur Gelassenheit: konservatives Denken bei Martin Heidegger, Göttingen 2007, S.
126f.
10 Zitiert nach Ott, Heidegger, S. 315-317.
11 Ebd.; vgl. zur Bewertung auch Morat, Von der Tat zur Gelassenheit, S. 301; Lutz Hachmeister, Heideggers
Testament. Der Philosoph, der Spiegel und die SS, Berlin 2014, S. 77 f.
12 Zitiert nach: https://www.historeo.de/datum/1933-heidegger-und-der-nationalsozialismus#.
Forschung lohnt hier auch ein Blick in die Feuilletons der Zeitungen und in die sonstigen
Medien. 13
In den letzten zehn Jahren hat diese Debatte neue Fahrt aufgenommen, weil mit den so
genannten „Schwarzen Heften“ die Privatnotizen Heideggers seit 2014 öffentlich neu
diskutiert wurden. 14 2016 hat die ZEIT darüber hinaus private Briefe Martin Heideggers an
seinen Bruder Fritz aus der NS-Zeit veröffentlicht. Kurz darauf erschien ein Sammelband.
Die mehr als 500 Briefe liegen heute im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. In diesem
ZEIT-Artikel schrieben die Redakteure, dass Heidegger sich „ganz direkt und unverhohlen
antisemitisch “ zeige, er sei „ ein politisch bestens informierter …, früher und leidenschaftlicher
Anhänger des Nationalsozialismus“ gewesen “. 15 Allein auf diesen Artikel folgten zahlreiche
Leserbriefe und in der Online-Fassung über 250 Kommentare. Diese Privatbriefe legen
genauso wie die zwei Jahre zuvor veröffentlichten „Schwarzen Hefte“ – eine Art Denk- oder
Notiztagebuch – nahe, dass Heidegger auch nach seinem „Rückzug ins Private“ 1934
innerlich kaum von der NS-Ideologie Abstand genommen hat – und das unterscheidet ihn
von konservativen oder nationalistischen Persönlichkeiten, die zunächst Anhänger Hitlers
waren und etwa im Krieg in den Widerstand gingen. Die Meinung, Heidegger habe als
genialer Philosoph politisch einfach falsche Einschätzungen getroffen, sei falsch informiert
oder zu naiv gewesen, lässt sich mit Blick in diese Schwarzen Hefte kaum halten.16 Werk
und Ideologie sind auch bei Heidegger miteinander verflochten. 17
Abschließend möchte ich betonen, dass ich mit dieser kritischen Einordnung keinesfalls ein
„Verbot“ der Auseinandersetzung mit Heidegger oder seinem Werk fordere, wie Einwürfe wie
der der „cancel culture“ unterstellen. Die Wucht und die Wirkung Heideggers auf die
Philosophie, sein Einfluss auf zahlreiche andere große Denkerinnen und Denker ist
unbestritten. Mit Blick auf Hannah Ahrendt, auf Jean-Paul Sartre oder indirekt z.B. auch auf
theologische Denker wie Kardinal Karl Lehmann zeigt sich, dass es durchaus möglich ist,
Heidegger mit kritischem Blick weiterführend und konstruktiv auszulegen. Aber an gebotenen
Stellen war die Distanzierung zu Heideggers Werk gleichermaßen notwendig wie eindeutig.18
Das schlägt den Bogen zur Umbenennungsfrage: Wir reden hier nicht über eine Verbannung
von Heideggers Werk, sondern über die Frage, ob es heute mit diesem Wissen eine Ehrung
durch einen Straßennamen in Hiltrup braucht, oder ob diese Ehrung rückgängig gemacht
werden soll.
13 Hier folgte eine Auswahl von rund 15 Zeitungsartikeln verschiedener politischer Ausrichtung in einer
Präsentation.
14 Peter Trawny, Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Frankfurt/M., 2014, S. 69.
15 https://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-10/martin-heidegger-briefe-
antisemitismus?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F.
16 Einen Überblick über die Medienberichterstattung 2014 bietet diese Kolumne bei Cicero:
https://www.cicero.de/kultur/ressentiments-eines-meisterdenkers-heidegger-war-der-braunere-nazi/58959 .
17 Vgl. Peter Trawny (Hrsg.): Martin Heidegger: Überlegungen XII–XV (Schwarze Hefte 1939–1941).
Gesamtausgabe, Frankfurt am Main 2014.
18 So fasst es Hans Ulrich Gumbrecht in einem Beitrag für die NZZ v. 23.2.2021 zusammen:
https://www.nzz.ch/feuilleton/hans-ulrich-gumbrecht-ueber-martin-heideggers-denkweg-und-erbe-ld.1602702 .
Sowohl die Zeitung als auch der Autor stehen wohl außer Verdacht, eine vermeintlich „woke“ oder „linke“ Agenda
zu verfolgen.
Anlage7_Leitlinien_Ehrungen_im_öffentl._Raum
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Anlage 1 zu V/0247/2024 1 Anlage 1: Leitlinien für Ehrungen im öffentlichen Raum Die Stadt Münster betont ihre historische Bedeutung als eine europäische Friedensstadt und ruft zu „Toleranz durch Dialog“ auf. Daraus resultiert die Verpflichtung des Rates und der Bezirksvertretungen, die Menschenrechte, das Völkerrecht und demokratische Werte hoch zu halten. Sie leiten die demokratisch legitimierten Gremien der Stadt bei der Auswahl und Begründung von Ehrungen im öffentlichen Raum. Die nachstehenden Grundsätze und Kriterien sollen als Grundlage für die Entscheidungsträger*innen dienen und die Transparenz der Entscheidungsfindung für die Bürgerschaft erhöhen. Bei Umbenennungsvorhaben im öffentlichen Raum ist neben der historischen Faktenlage zu berücksichtigen, dass sie erhebliche Folgen für Anwohnende, Wirtschaft und Behörden haben, so dass sie auf die unabwendbaren Fälle zu beschränken sind. Ehrungen im öffentlichen Raum Für alle Formen von Ehrungen im öffentlichen Raum gilt: 1. Münster versteht sich als Friedensstadt und will einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Ehrungen im öffentlichen Raum müssen zu diesem Ziel passen. 2. Eine Ehrung durch eine Benennung von öffentlicher Infrastruktur oder die Aufstellung eines Denkmals kann nur verstorbenen Personen zuteilwerden. Die Person sollte in der Regel mindestens 10 Jahre vor der Ehrung verstorben sein. 3. Je sichtbarer und zentraler die Benennung positioniert wird, umso größer ist die Auszeichnung und umso unstrittiger sollte die zu ehrende Person/Ort/Thema sein. 4. Die zu ehrende Person(-engruppe) sollte sich in der Regel außerordentlich um die Stadt Münster und/oder um ihre Stadtteile verdient gemacht haben. Fehlt ein Münsterbezug, muss diese Ehrung detailliert begründet werden. 5. Ist eine überzeitlich herausragende Leistung nicht erkennbar, sollte auf eine Ehrung verzichtet werden. 6. Verfolgte und Opfer des Nationalsozialismus und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit können durch die Benennung von Infrastruktur geehrt werden, besonders wenn das erfahrene Unrecht in Münster stattfand oder die Betroffenen aus Münster stammen. 7. Sollten bei der zu ehrenden Person(-engruppe) negative Eigenschaften oder Taten vorliegen, sind diese in einem Abwägungsprozess den positiven Faktoren gegenüberzustellen. Im Zweifel sind strenge Kriterien anzuwenden und es ist von einer Ehrung abzusehen. 8. Die Wertmaßstäbe, die sich aus der europäischen Aufklärung entwickelt haben, können in Deutschland seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als weitverbreitet und von breiten gesellschaftlichen Kreisen anerkannt gelten. Die Ehrung von Persönlichkeiten, deren Lebenszeit im Wesentlichen vor diesem Zeitraum liegt, kann deshalb nicht ohne Weiteres nach den hier aufgelisteten Wertmaßstäben erfolgen. Sie bedarf der Einzelfallprüfung. Benennung von Straßen und öffentlicher Infrastruktur 1. Straßenbenennungen dienen in erster Linie der Orientierung und im Zusammenhang mit der Hausnummerierung der Auffindbarkeit aller Liegenschaften sowie der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Vor diesem Hintergrund ist auch die Benennung von privaten Straßen möglich. 2. Für Straßennamen wird in der Regel auf historische Ortsbezeichnungen (z.B. Flur-, Gemarkungs-, Gewannen-Bezeichnungen) zurückgegriffen. Die Benennung nach Personen(- gruppen) stellt eine Ausnahme und besondere Ehrung dar; ein mahnender Charakter ist dabei nie intendiert. 3. Straßennamen sollen aus höchstens 25 Zeichen einschließlich der notwendigen Zwischenräume bestehen. 4. In den Fällen, in denen Orte, Landschaften oder abstrakte Begriffe wie „Frieden“ als Namensgeber verwendet werden, sind Anlass und Kontext der Benennung besonders V/0114/2025 - Anlage 7 Anlage 1 zu V/0247/2024 2 bedeutsam. Revisionistisch motivierte und nationalsozialistische Propagandabegriffe eignen sich nicht zur Benennung öffentlicher Infrastruktur. 5. Der Münsterbezug kann bei Straßenbenennungen gan zer Viertel entfallen, wenn man sich für ein semantisches Feld entscheidet. 6. Unzulässig sind: 6.1 Neubenennungen nach Personen, Organisationen und Einrichtungen, die Ziele, Handlungen oder Wertvorstellungen verkörpern, die dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland oder der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen entgegenstehen oder dem Ansehen der Stadt Münster schaden. 6.2 Neubenennungen nach Person, die in Geschehnisse, die gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verstoßen, verstrickt sind oder die aktiv bei sonstigen menschenverachtenden Taten (z.B. sexuelle Gewalt oder Unterdrückung von Minderheiten) mitgewirkt haben, nach Orten und Ereignissen, die in oben genannten Zusammenhang Raum für Verstöße geben. 6.3 Neubenennungen, die Anlässe zur Missdeutung oder Verspottung geben oder diskriminierende Wirkung haben können. 7. Beschlüsse des Rates, der Bezirksvertretungen od er von Ausschüssen zum Thema Straßenbenennung sind zu berücksichtigen. Sollte dies bei der Auswahl eines neuen Namens durch Bürgerschaft oder Politik gewünscht sein, kann zunächst ein Gutachten des Stadtarchivs erfolgen. 8. Eine Umbenennung sollte die Ausnahme darstellen, nicht aus tagesaktuellen Erwägungen und auf Grundlage der folgenden Punkte erfolgen: 8.1 Sie ist zulässig, wenn dies aus Gründen der besseren Orientierung geboten ist. 8.2 Eine Umbenennung ist möglich, wenn Fakten und eine historische Bewertung vorliegen, die zweifelsfrei nachweisen, dass die Ehrung der Person(-engruppe) unzulässig ist (vgl. Ziffer 6) oder die ursprüngliche Straßenbenennung propagandistischen Zwecken der nationalsozialistischen Zeit diente. 8.3 Für den Fall der Umbenennung soll die Beschilderung so erfolgen, dass die alten Straßennamen über einen Zeitraum von 3 Jahren neben/unter den neuen Straßennamen belassen werden. Der alte Name ist rot zu kreuzen. 8.4 Beschlüsse über Straßennamen (Neu- / Umbenennungen) besitzen einen Bestandsschutz von 20 Jahren, wenn nicht eine neue Sachlage (z.B. das Bekanntwerden massiver Vergehen der geehrten Personen) vorliegt, die eine Neubewertung nötig macht. Denkmale und Ehrengräber 1. Für den Errichtungsbeschluss eines neuen Denkmal s gelten die vorgenannten Bewertungsmaßstäbe in besonderem Maße, es sollte deshalb in den beschlussfassenden Gremien eine Zweidrittelmehrheit für die Errichtung angestrebt werden. 2. Durch Ratsbeschluss kann einer Person ein Ehreng rab zuerkannt werden. Für die Entscheidung gelten die hier festgelegten Bewertungsmaßstäbe. Darüber hinaus steht Ehrenbürger*innen nach ihrem Tod ein Ehrengrab zu. Dieses Grab kann auf stadteigenen Friedhöfen (vgl. § 20 der Satzung für die Benutzung der Friedhöfe der Stadt Münster vom 16.12.2023) oder auf Friedhöfen anderer Trägerschaft im Stadtgebiet liegen. Mit der Zuerkennung obliegt der Stadt Anlage und Unterhaltung des Grabes, sofern sie nicht durch die Angehörigen der verstorbenen Person übernommen werden.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Heideggerstraße
- Mauritzstraße 4
- Südstraße
- An den Speichern 8
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0114/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 05.03.2025
- Erstellt
- 05.03.2025 11:09